-
Vorrichtung zu Landung und Start von Luftschiffen Bei dein Gegenstand
der Erfindung handelt es sich um eine Vorrichtung zu Landung und Start von Luftschiffen
entgegen von und mit Luftströmen, die durch Propeller erzeugt werden.
-
Vorrichtungen, bei denen zum Zwecke des Startens und Landens eines
Luftschiffes künstlich erzeugte Luftströme benutzt werden, sind bereits bekannt.
Bei diesen Vorrichtungen sind die die Luftströme erzeugenden Propeller mit samt
den sie treibenden Motoren auf einem Untergestell für jede Richtung einstellbar
montiert, und werden, in der Hauptsache auf besonderen fahrbaren `Vagen angeordnet,
vor der Luftschiffhalle oder an sonstiger Stelle des Landungsfeldes eingesetzt.
Diese bekannten Vorrichtungen haben verschiedene Nachteile. Infolge ihrer durch
das Einsetzen an jeweiliger Stelle bedingten notwendigen Beweglichkeit erfordern
diese Vorrichtungen zunächst für jede Vorrichtung einen Motor, da eine Antriebskraftübertragung
auf die Propeller durch Ketten, Riemen o. dgl, Treibmittel oder bei Verwendung z.
B. von Elektromotoren durch Stromleitungen von einer Kraftzentrale aus nicht möglich
ist. Die bei diesen Vorrichtungen zum Antrieb der Propeller vorgesehenen Verbrennungsmotoren
dürften ebenfalls nicht in Frage kommen, denn diese verursachen, abgesehen von ihrer
Feuergefährlichkeit, so starke Geräusche, daß Geben und Empfangen von Befehlen während
der Start- und Landungsmanöver sehr erschwert werden. Aber selbst bei Verwendung
von Elektromotoren, wobei dann aber jede Vorrichtung auch noch wieder besondere
Akkumulatoren mitführen müßte, ist ein weiterer Nachteil bei diesen Vorrichtungen
dadurch gegeben, daß für jede Vorrichtung eine besondere Bedienungsmannschaft erforderlich
ist. Ferner entsteht der Nachteil, daß diese Vorrichtungen, jeweils hier und dort
vor der Luftschiffhalle aufgestellt und womöglich noch während des Startens und
Landens des Luftschiffs ihren Standort wechselnd, die Bedienungsmannschaften, Luftschiffpersonal
und Fahrgäste in der Be--,vegungsfreiheit stark behindern. Als Nachteil tritt weiter
bei diesen Vorrichtungen das Gefahrenmoment durch die vielen, auf dem Landungsfeld
mit hoher Umdrehungszahl laufenden Propeller auf. Wenngleich nun diese Gefahr, soweit
solche für Personen in Frage kommt, auch durch um die Propeller gelegte Schutzvorrichtungen
vermindert werden kann, so ist sie jedoch in gewissen Grade. z. B. bei Niederdrücken
des Luftschiffs in Erdnähe durch Vertikalböen, für dieses immerhin und stets gegeben.
Durch die Art und Bedienungsweise dieser bekannten Vorrichtungen gestaltet sich
somit das ganze Start- und Landungsverfahren, da ohne einheitliches System, sehr
verwickelt, zeitraubend, gefährlich und teuer. In natürlicher Folge dieser nachteiligen
Art und Bedienungsweise dieser Vorrichtungen müssen sich deingemäß
auch
hinsichtlich der mit ihnen erzeugten Luftströme auf das Luftschiff Nachteile ergeben.
Werden die Luftströme z. B. seitlichen Winden entgegengerichtet, so wird es bei
plötzlich umspringenden Winden oder auftretenden, anders gerichteten Böen immer
viel zu lange Zeit dauern, bis diese Vorrichtungen den plötzlich veränderten Windverhältnissen
entsprechend umgestellt und wieder betriebsklar sind. Solche Umstellung müßte sozusagen
im Bruchteil einer Sekunde erfolgen, sollen nicht inzwischen die größten Gefahren
für das Luftschiff entstehen, denn die Luftströme würden in solchen Fällen die Kraft
des schnell umgesprungenen, gefährlichen Windes im ersten Moment sogar unterstützen.
Bei einer Führung der Luftsröme, z. B. an beiden Seiten des Luftschiffs senkrecht
nach oben oder dachartig über das Luftschiff geführt, sich über demselben schließend,
entsteht bei diesen Vorrichtungen wieder der Nachteil, daß alsdann bei der notwendigen
Länge solcher Schutzwirkung ungewöhnlich viele Vorrichtungen und umlaufende Propeller
vor der Luftschiffhalle aufgestellt sein müßten, wodurch wieder Nachteile vorerwähnter
Art entstehen, abgesehen davon, daß auch solche Art Schutzwirkung für das Luftschiff
noch nicht besonders groß ist.
-
Die Erfindung strebt die Beseitigung dieser Übelstände dadurch an,
daß der oder die Propeller innen oder außen an der Luftschiffhalle oder dem Ankermast
selbst angebracht sind, wobei noch vor oder neben dem Propeller Leitflächen angeordnet
sein können. Durch diese erfindungsgemäße Anordnung der Propeller wird der Vorteil
der möglichen Inbetriebsetzung derselben von einer Zentrale aus und demnach von
nur einer Person erzielt, wobei es gleich ist, ob die Propeller durch Ketten-, Riemen-
o. dgl. Antrieb von nur einer Kraftzentrale aus, von nur wenigen Motoren in Verbindung
mit Treibmitteln oder sämtlich von einem Motor direkt getrieben werden, bei vorteilhafter
Möglichkeit der Verwendung von Elektromotoren. Ferner ist durch diese Anordnung
der Propeller der Landungsplatz für ein ungehindertes Arbeiten und Passieren freigegeben
und die Gefahr für das Luftschiff durch die umlaufenden Propeller vollständig beseitigt.
Das ganze Landungs- und Startmanöver wickelt sich mithin durch die erfindungsgemäße
Anordnung der Propeller wesentlich einfacher, schneller, gefahrlos, nach einem einheitlichen,
somit auch bezüglich der Wirkung der Luftströme selbst vorteilhafteren System ab.
-
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einigen Ausführungsformen
beispielsweise dargestellt, und zwar zeigen Abb. i eine Luftschiffhalle a mit dem
vor der Hallenöffnung liegenden Luftschiff b in seiner Ein- und Ausfuhrlage in Draufsicht;
an der Halle sind die Propeller c angebracht, welche die Luftströme d erzeugen,
Abb. a die Luftschiffhalle a der Abb. i in Vorderansicht, Abb. 3 die Luftschiffhalle
in Vorderansicht mit einer solchen Anzahl an ihr angebrachter Propeller c, daß durch
diese ein geschlossener Luftstrom, eine Art Luftmantel, für das Luftschiff erzeugt
wird, der in seiner für das Luftschiff günstigen, demselben eine straffe Führung
in seiner Ein- und Ausfahrtlage gebenden Wirkung noch mehr erhöht wird, wenn die
Halle gleichgerichtet in mit dem Propellerluftstrom gleichgerichteten natürlichen
Winden liegt.
-
Abb.4 zeigt eine Luftschiffhalle a in Vorderansicht mit einer dem
Querprofil derselben angepaßten, an ihr befestigten beliebigen Trägerkonstruktion
e, an der die Propeller c angebracht sind. In der Halle befindet sich noch ein auf
Schienen o. dgl. beweglicher Ankermast g, an dem der Propeller k angebracht ist.
-
Abb. 5 zeigt die Luftschiffhalle der Abb. 4 in Draufsicht. Es ist
hierbei dargestellt, wie der Träger e auch von der Halle losgelöst und etwa auf
Schienen i bewegt werden kann, Das Luftschiff b ist teilweise in der Halle liegend
und am Ankermast g gefesselt dargestellt, wobei die Achse des Propellers h mit der
des Luftschiffs gleichgerichtet ist.
-
Abb. 6 zeigt einen Ankermast k, an dem das Luftschiff gefesselt ist,
vor dessen Kopf, am Mast angebracht, der Propeller 1a liegt, dessen Achse mit der
des Luftschiffs gleichgerichtet ist.
-
Abb. 7 zeigt eine als Ankermast dienende Trägerkonstruktion m beliebiger
Bauart mit den an ihr angebrachten Propellern r und dem Propeller h in Vorderansicht.
-
Abb.8 zeigt die Trägerkonstruktion der Abb.7 in Draufsicht.
-
Abb. 9 zeigt eine mit den Propellern c versehene, als Ankermast dienende
und für eine beschleunigte Luftströmung als Leitflächenkörper oder mit Leitflächen
ausgebildete Vorrichtung n in Seitenansicht.
-
Abb. io zeigt eine andere mit den Propellern c versehene, als Ankermast
dienende und für eine beschleunigte Luftströmung als Leitflächenkörper oder mit
Leitflächen ausgebildete Vorrichtung U in Längsschnitt, in deren vorderer Öffnung
noch der Propeller h lagert, dessen Achse mit der des Luftschiffs gleichgerichtet
ist. Solche als Ankermast selbst dienende Leitflächen können auch drehbar angeordnet
sein oder auch für sich bei den an der Halle oder dem Ankermast angebrachten Propellern
Verwendung finden.