DE54749C - Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung - Google Patents
Hausthürschlofs mit SignalvorrichtungInfo
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- E—FIXED CONSTRUCTIONS
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- E05B—LOCKS; ACCESSORIES THEREFOR; HANDCUFFS
- E05B45/00—Alarm locks
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die bisherigen Einrichtungen, die Hausthür von den Wohnungen her zu öffnen, sind unvollständig,
unbequem, auch gefährlich für die häusliche Sicherheit. Ein Dieb schellt z. B. nach dem IV. Stock; man öffnet; er tritt ein
und verbirgt sich. Ein muthwilliger Junge schellt nach oben und läuft davon. In solchen
Fällen öffnet man von oben; es kommt Niemand.. Man mufs hinab, die Thür wieder zu-•
zumachen, die man aufgedrückt hat, und hat womöglich den Dieb im Hause.
Dem Parterrebewohner macht das Offenlassen der Thür viel Unbequemlichkeiten und Verdriefslichkeiten.
Alle diese Uebelstände sollen durch das vorliegende Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung
•vermieden werden.
Der Bewohner soll von seiner Wohnung aus die Hausthür nicht öffnen, sondern nur
ermöglichen, dafs der Besuch sie öffnen könne, weil sonst schon ein Kind beim Spielen dieThür
öffnen könnte, ohne dafs es bemerkt würde; die Thür soll wieder verschlossen sein, wenn
das Kind den Druckknopf losläfst. Man soll die Thür auch nicht früher freigeben, als bis
man weifs, wer geschellt hat, damit nicht, wie oben gezeigt, Dieben das Haus geöffnet werde.
Zu diesem Zweck liegt im Schlosse oder besser an einem geeigneten Platz vor der Thür
ein starkes eisernes Mundstück zu einem Sprachrohr, welches im Innern des Hauses nach
allen Richtungen verzweigt ist. Man ruft also den Schellenden an und hört, wer sich meldet;
auch die Stimme controlirt man. Nicht genehme Personen werden abgewiesen, mündlich
abgefertigt, Almosen eventuell durch's Fenster gegeben. .
Genehmen Personen ruft man, während man auf einen Knopf drückt, ein »Herein« entgegen
und dann kann die Person die Thür öffnen. Ob die Person nun eintritt oder nicht,
ob sie die Thür hinter sich schliefst oder offen läfst etc., dies alles controlirt man dort,
wohin die Person geht bezw. von wo sie kommt. Der Parterrebewohner kann, wenn
er sich dauernd oder zeitweise mit einschaltet, mitcontroliren und hört, ohne aufzustehen,
ebenso wie die gerade controlirende Wohnung, alles mit der Thür vorgehende, wobei genau
unterschieden wird, ob Jemand eintritt oder austritt, die Thür von innen oder von aufsen
öffnet und schliefst, die Thür offen läfst etc. Die Nachlässigen sind schnell erkannt und gewöhnt;
man kann diese vor dem Eintritt durchs Rohr erinnern, die ThUr zuzumachen,
und hört, ob der Zuruf befolgt wird. Hat man nicht Acht gegeben, ob die Thür wieder
geschlossen wurde, so hat man noch , eine allzeit anwendbare Nachcontrole. Endlich hat
der Hauswart noch ein Alarmsignal für versuchten Einbruch bezw. Unfug am Sprachrohr.
Die hierzu erforderliche Einrichtung setzt sich zusammen aus:
i. dem Hausthürschlofs, dessen Vorderansicht und verschiedene Schnitte nach x-x,
y-y und yY-yl durch die Fig. 1 bis 6, Blatt I,
Fig. 4 nach Pfeil y2· und Fig. 5 nach Pfeily%
gesehen, dargestellt werden;
2. dem Sprachrohr mit den Abzweigverbindungen Fig. ι 5 , Blatt I, und dem vor der Hausthür
befindlichen Mundstück, dessen Einrichtung durch die Fig. 12, 13 und 14, Blatt I, im
Querschnitt und Schnitt nach ^-\ gezeigt wird;
3. dem Umschalter, dargestellt durch Fig. 8 bis 11, Blatt I, in Ober-, zwei Vorder- und
Seitenansichten;
4. der Drahtleitung, welche schematisch durch Fig. 16, Blatt II, in der Weise dargestellt
ist, dafs die zum bisherigen gewöhnlichen , nur zum Ankündigen bei der betreffenden
Wohnung und zur Magnetisirung der Elektromagnete dienenden Verbindungen (auf welche sich der Patent-Anspruch nicht
erstreckt) in punktirten Linien eingetragen, während die neuen Verbindungen in voll ausgezogenen
oder in -)—|—|—|—j—)— Linien dargestellt
sind; die voll ausgezogenen werden zunächst für sich allein betrachtet werden.
i. Das Schlofs, Blatt I.
Dasselbe besteht aus dem eigentlichen Schlofs A und dem Kasten B. In dem
Kasten B ist die Riegelstange (Falle) a in passender Führung·λ9, Fig. 1, verschiebbar gelagert;
sie wird durch die Feder a1 immer nach vorn geschoben, so dafs ihr vorderes
dickes Ende a2 in den Schlofskasten A hin^
einragt, aber auch noch mit einem Stück im Gehäuse B bleibt, um, wenn später die -ThUr
eintrocknet, die Schlofstheile A und B sich also trennen, mittelst der auf dem Schraubengewinde
von α angebrachten Mutter a3 und
Gegenmutter α4 den Riegel nach Bedarf vorwärts~
auslassen zu können.
Auf dem Grunde von A ist auf der Achse c1
eine Sperrklinke c drehbar angebracht, deren vorn abgerundeter Haken c2 durch sein eigenes·
Gewicht in einen genau entsprechenden Einschnitt <z5 des vorderen abgeschrägten Riegeltheiles
α2 selbsttätig eingreift, sobald der vorn gerundete Riegel sich vorschiebt. Die Sperrklinke
wird von demselben dabei angehoben und greift dann in den Einschnitt a5 ein, wodurch
ein Wiederzurückziehen des Riegels verhindert wird. Die ThUr ist verschlossen, und
bevor diese Klinke c nicht ausgehoben ist, kann die Thür nicht geöffnet werden. Dieses
Ausheben kann auf mehrfache Weise geschehen:
a) wie in der Zeichnung angegeben, auf elektrischem Wege. Zu diesem Zweck ist
unterhalb der Klinke c ein um c* drehbarer Hebel c° angebracht, dessen kurzer Arm einen
Anker c9 trägt, der dem darunter befindlichen Elektromagneten E so nahe liegt, dafs ein
schwacher Magnetismus genügt, den Hebel c° und damit zugleich die Klinkenhaken c2 genügend
zu heben. Die Beweglichkeit von c kann auf alle Fälle genügend leicht gemacht
werden, indem dem kurzen Arm c6 ein entsprechendes Gewicht gegeben wird. Der
Hülfshebel c° kann natürlich auch ganz fehlen, der Arm c6 mit dem Anker versehen werden,
gegen welchen dann der Elektromagnet direct wirkt.
Um, wenn die Thür sich senkt, mit dem Haken c2 nachgehen zu können, ist von oben
her die Schraube c7 mit Gegenmutter c8 durchgelassen
, um dadurch die Hebelstellung zu ändern, überhaupt um ein Herabfallen des
Armes c° zu verhindern.
Auch der Einschnitt im Schlofsblech ist des Thürsenkens wegen für das Riegelende a'2,
wie aus Fig..4 ersichtlich, nach unten um den Theil c10 erweitert;
b) von aufsen durch den zugehörigen Schlüssel, welcher den nahe dem unteren Ende
sehr verstärkten Schieber d (Fig. 1 Vorderansicht, Fig. 5 Seitenansicht) aufwärts schiebt,
indem er die dem Schlüssel angepafsten, um e2 drehbaren, durch eB ei angedrückten Zuhaltungen
e zur Seite schiebt, so dafs der Schieberstift d1, Fig. 1 und 5, in die Nuth e1
gelangt und der Schlüssel, welcher inzwischen den Einschnitt d2 gepackt hat, den Schieber
anhebt. .
Um den Versuch eines Diebes erfolglos zu machen, unter Durchbohrung der Thür und
Hindurch'greifen mit dem Arm die Thür von innen zu öffnen, ist für die Nacht ein zweiter
Verschlufs vorhanden, der nur allein mittelst des passenden Schlüssels aufgehoben werden
kann.
Der Nachtriegeiy3 wird vorgeschoben, indem
der Schlüssel (z. B. von innen) in der Zeichnung, Fig; ι, also von unten kommend, durch,
die Führung g1 ins Schlofs tritt und, nach
rechts umgedreht, den Einschnitt d° fafst. Er drückt d, nachdem d1 in die Nuth e1 getreten
ist, herunter, bis dl in den unteren Seitenausschnitt
von e gelangt. Senkt sich demnach d, so "wird dadurch auch der Hebelarm f1, der
in f seinen Drehpunkt hat, niedergedrückt* Während ein am Ende von f1 befindlicher
Stift in eine Nuth des unteren dünnen Theiles von d eingreift, Fig. 5, befindet sich der zweite
Hebelarm f'2 in Eingriff mit einer Nuth des dünneren Theiles, Fig. 1 und 4, eines starken,
in f° geführten Riegels f3, wodurch dieser zur
Hälfte in das Gehäuse B hinübergeschoben wird, sb dafs jetzt also ein zweiter Verschlufs
stattfindet. Dieser wird durch Drehung des Schlüssels in umgekehrter Richtung wieder
aufgehoben.
Der Schieber d, Fig. 1 und 5, wird durch
einen Bügel d^ und eine Führung ds stets in
der geraden Richtung erhalten, und zwar bei dB mittelst einer in den Schieber d eingreifenden
Schraube, welche mit diesem beweglich in einem Schlitz des Widerlagers dz läuft, Fig. 5.
Der Ring g, innerhalb dessen sich der Schlüssel dreht, ohne ihn vollends zu berühren,
ist, wie aus Fig. ι ersichtlich, nur an einem Ende geschlossen; für die übrigen Theile ist
er ausgeschnitten, damit er nirgendwo mit Metallteilen in Berührung komme. Deshalb
ist er auch (s. Fig. ι und 4) isolirt auf einem Ebonitstück g-2 befestigt, durch welches nur die
Schraube g3 ins Metall von A hineindringt, welches mit dem einen Pol der Batterie- verbunden
ist, deren anderer Pol zu einer an der. Hausthür befindlichen Alarmschelle und von
hier nach dem rsolirten Alarmring g geführt ist (Fig. 16, Blatt II). Es ist mit Sicherheit
anzunehmen, dafs der Ring berührt und dadurch die elektrische Lärmschelle in Bewegung
gesetzt wird, wenn mit einem Dietrich oder dergleichen, der im Schlosse keine genaue
Führung hat, Oeffnungsversuche gemacht werden, zumal da eine dem gewöhnlichen Schliefsen
nicht hinderliche zu lange Bartausschneidung im Schlüsselloch den Unberufenen täuscht.
An der Seite des Isolirstückes g2, Fig. 1
und 4, ist ferner eine Feder a& befindlich, die,
wenn der Riegel α .vorgeschoben ist, an diesem
anliegt. Sie steht in leitender Verbindung mit der rechten Seite der Umschalter h in den
Etagen, Fig. 16, und da das Schlofs selbst, also auch der Riegel mit dem einen Pol in
leitender Verbindung steht, so ist, wenn man die Umschalterkurbel nach rechts schiebt, von
diesem Pol ein Strom über g3, den Riegel a,
die Feder as und den Umschalter zur Schelle
und weiter zum anderen Pol vorhanden. Es schellt also. Dieser Strom ist selbstredend
nicht vorhanden, wenn der Riegel zurückgezogen ist, und es" wird in den Etagen bei
Rechtsstellung der Kurbel dann still bleiben, ein Zeichen, dafs die Thür offen ist. Dies ist
die jederzeit mögliche Nachcontrole.
Weiter befindet sich auf der Isolirplatte g2 eine Feder a7 , Fig. 1 und 4; diese ist oben
recht breit und etwas ausgerundet, um stets von einem Stift a6, welcher unten an der Nase
des Riegels angebracht ist, berührt zu werden, so oft dieser letztere zurückgezogen wird oder
sich vorschiebt. Diese Feder steht mit der linken Seite der Umschalter /2, Blatt II, in Verbindung
und wird gebraucht, wenn ein Bewohner den Aus- und Eingang cohtroliren
will. Er stellt den Umschalter auf links. Die Schelle ertönt dann bei jeder Berührung zwischen
α6 und a1 ganz kurz, also einmal beim
Auf- und das andere Mal beim Zumachen der Hausthür. Der Strom geht dann, Blatt II, von
einem Batteriepol den Weg über g3, den Schlofskasten A, den Riegel λ, den Stift λ6 und
die Feder a7 zum Umschalter h und über die
Schelle zum anderen PoL
Der eine Schlag erfolgt bei jedem Oeffnen oder Schliefsen von innen. Oeffnen oder
Schliefsen von aufsen soll sich dagegen durch zwei kurze Schläge kundgeben.
Deshalb ist die Hälfte B des Schlosses wie folgt eingerichtet.
Ein leichter Drücker sitzt aufsen . auf der Achse b, Fig. 1 und 6. Der an der Nufs b10
befindliche Arm b9 ist bestimmt, beim Druck auf den Drücker den Riegel nach links zu
schieben. Er fafst dabei hinter den Ansatz a°, Fig. ι und 2. Diesen aber erreicht er erst,
nachdem er bereits eine Strecke Weges zurückgelegt hat. Auf dem Vierkant be, Fig. 1 , ist
eine Feder b 5 von solcher Form angebracht,
dafs sie bei jeder nur möglichen Stellung des Armes b9 stets auf den Stift b* den gleichen
nur leichten Druck ausübt, nur stark genug, um selbstthätig den Drücker in- horizontaler
Lage zu erhalten, und so leicht, dafs, wie leicht auch man die Hand auf den Drücker
legt, dieser nachgeben mufs, bis der Arm b9
gegen den Ansatz α stöfst. Dieser leichte
Druck der Feder soll in allen Lagen gleichmäfsig wirken, damit die Feder nicht leide.
Auch an dem anderen Arm bl ist ein Stift b2
angebracht, und diesem gegenüber eine Feder b3 auf dem Isolirstück b 7, durch welches die
Schraube b% bis in den Kasten B hineingreift,
so dafs dieser durch Drahtverbindung zwischen den Schrauben b8 und gs auch bei geöffneter
Thür mit dem Schlofskasten A in metallischer Verbindung bleibt und wie dieser mit dem
einen Pol der Batterie in Verbindung steht.
Liegt nun bei solcher Einrichtung die Hand am Drücker, so hat sich schon dadurch unvermerkt
der Stift b2 an die Feder b3 gelegt.
Aber es ist darum doch der Stromweg noch nicht geschlossen; denn dieser führt von der
Feder b 3 weiter zu zwei Contacten ./, Blatt II,
welche im Hausinnern, der eine am Thürrahmen, der andere an der Thür selbst befindlich
sind und mit einander nur dann kurz in Berührung kommen, wenn die Thür etwa
ein bis zwei Finger breit geöffnet ist. Mag man nun aber die Thür auf- oder zumachen,
es werden beide Contacte / einen Augenblick zugleich mit b 2 und b s geschlossen und dann
führt der Strom vom Pol der Batterie über die Feder be, den Kasten B, den Stift ft2, die
Feder b3, zum Contact /, Fig. 16, und zum Umschalter h, welcher hier zwecks Controlirens
links gestellt ist, und von dort -zur Schelle und zum anderen Batteriepol zurück. Also
auch jetzt schlägt die Schelle kurz an. Dies ist der zweite Schellenschlag beim Oeffnen
oder Schliefsen von aufsen. Bei Handhabung der Falle von innen (am Knopf) fehlt dieser
Schlag, obgleich dann die Contacte über der Thür / ebenfalls zusammenkommen; denn dann
fehlt der Schlufs dieses besonderen Stromweges noch zwischen der Federt3 und dem Stift £>2,
da die Hand am Drücker fehlt.
Jener Schlag, der in den Wohnungen, wo man die Umschalterkurbel auf links gestellt
hat, stets gehört wird, wenn der Stift αβ auf
die Feder a1 trifft, d. h. also sowohl beim
Oeffnen und Schliefsen von innen wie von aufsen, bleibt beim Oeffnen und Schliefsen von
innen allein; beim Oeffnen oder Schliefsen von aufsen aber, wo, weil eine Hand am Drücker
liegt (der Stift b2 mit Feder ά3 verbunden ist),
gesellt sich diesem Schlage ein zweiter hinzu, sobald die. Thürcontacte / sich begegnen.
Beim Oeffnen folgt er jenem nach, beim Schliefsen geht er jenem voran.
Der über die Feder α 7 führende Stromweg
mufs an zwei Stellen geschlossen werden (bei a7 und am Umschalter links), ebenso der
über die Feder aB führende (an der Feder
selbst und am Umschalter rechts), ehe die Schelle ertönt. Der zweite Schellenschlag be-,
darf zu seiner Erzeugung des gleichzeitigen Schlusses dreier Unterbrechungsstellen des betreffenden
Stromweges, nämlich bei der Feder b3, dem Thürcontact / und dem Umschalter
h links, Fig. 16, Blatt II. Mit Rücksicht darauf, dafs einige Zeit vergeht, bis Jemand in
die Thür eingetreten ist, werden die Signale also wie folgt ertönen;
α) bei Linksstellung des Umschalters:
r r-—r es tritt Jemand herein,
r — rr es tritt Jemand heraus,
r—r die Thür wird von innen geöffnet und
geschlossen,
rr—rr die Thür wird von aufsen geöffnet
und geschlossen;
ß) bei Rechtsstellung des Umschalters (Nachcontrole):
r rr rrr die Thür ist geschlossen (Verbindung zwischen α8 und Schieber).
Die Schelle schweigt; die Thür ist offen.
Zu α) ist noch zu bemerken : fehlt die zweite Signalhälfte ganz, so ist die Thür offen, fehlt
vom Schlufs rr nur ein r, so stellt man den Umschalter nach rechts (Nachcontrole); meldet
dann die Schelle rr rr r r, ist also die Thür wirklich geschlossen, so hat sich der Betreffende
eingeschlossen (s. drittes Signal).
Noch einfacher und besser ist es, für jede Wohnung eine zweite, anders klingende Schelle
aufzuwenden, welche dann stets nur den Schlag markirt, welcher »aufsen« bedeutet, also
in den Strom weg geschaltet würde, der als dreistellig unterbrochen dargestellt wurde. In
diesem Falle wird vom Thürcontact / ein besonderer Draht nach allen Wohnungen abgezweigt,
zunächst an einen besonderen Contact am Umschalter h9 geführt und von einem
zweiten hs durch die zweite Schelle. Diese beiden Contactfedern werden dann so auf dem
Umschalter angebracht, dafs, wenn die Kurbel nach links gestellt wird, diese zugleich die
beiden Federn gegen einander drückt. Zwischen der Kurbel und der Feder h9 Hegt
Isolirmasse. Die so beschaffene Verbindung ist in ■+ + H-.-f--\--\—Linien angedeutet worden,
Fig. 16. Die Linie ^ zwischen Thürcontact e
und dem von Feder α 7 kommenden Draht
fällt dann weg.
2. Der Umschalter, Blatt I.
Der Umschalter, Fig. 8, 9, 10 und 11,
dessen Kurbel h wie gewöhnlich nach zwei i'Seitencontacten hA h& verschiebbar ist, hat,
wenn in den Wohnungen je zwei Schellen von verschiedenem Klang Verwendung finden
sollen, auf seiner linken Seite noch zwei Federcontacte, welche von der Kurbel auf
einander gedrückt werden, wenn diese nach links auf den Contact /ζ4 gestellt wird. Wo
die Kurbel die Federcontacte berührt, ist sie mit Isolirmasse versehen.
Auf die an den Umschaltern vorhandene Vorrichtung zur Luftabschneidung im Gummischlauch'
(wenn die Thür pneumatisch geöffnet werden soll) wird kein Gewicht gelegt.
3. Das Sprachrohr, Blatt I.
Durch das vor der Hausthür befindliche Brett, auf welchem die Druckknöpfe sich befinden,
mittelst deren man sich der betreffenden Wohnung ankündigt·, mündet zugleich das
Sprachrohr aus, welches, wie Fig. 15 und 16 zeigen, nach allen Wohnungen in solcher
Weise abgezweigt ist, dafs von überall her die Schallwellen direct und voll nach der
geräuschvolleren Strafse fallen, während umgekehrt nach den stillen Wohnungen Schalltheilung
stattfindet.
Um zu ermöglichen, dafs die Wellendichte in allen Wohnungen die gleiche ist, dafs also
das von der Strafse Heraufgesprochene überall gleich gut, das Hinabgesprochene dagegen
yon einem etwaigen Lauscher gar nicht verstanden, werden soll, so dafs er nicht einmal
erfährt, »mit wem« im Hause gesprochen wird, wendet man statt des durch die Fig. 14 und 15
dargestellten Abzweigungsstückes ν das in Fig. 17 und 18 veranschaulichte Stück an.
An den cylindrischen Theil 1 schliefst sich
der Konus 2 an, welcher in der durch punktirte Linien angedeuteten Weise, Fig. 17,
abgetheilt ist. Fig. 18 zeigt die Abtheilungen von unten gesehen.
Das Abtheilen des Konus wird den Umständen , d. h. der Anzahl der Wohnungen
bezw. Etagen, mit denen das Sprachrohr angeschlossen werden soll, entsprechend gewählt.
Ist ein Hausz. B. zehnstöckig mit je einer
Wohnung,' so sind also im Ganzen 10 Abzweigungsstücke
erforderlich. Wird angenommen, dafs die an der Thür eingesprochene Wellendichte 100 sei, so müfste die Dichte für
jede Wohnung Y10 von 100, mithin 10 sein.
Infolge dessen müssen die Abzweigungen, wie aus der schematischen Darstellung Fig. 19 ersichtlich,
eingerichtet und folglich der Querschnitt der durch die Scheidewand 3 gebildeten
kleinen Abtheilung 4 Y10 des Querschnitts der
unteren Fläche des Konus sein. Aendert sich die Zahl der Wohnungen, so mufs das Verhältnifs
der Querschnitte der beiden eben erwähnten Flächen demselben proportional gewählt
werden, so dafs also beim Anschlufs von nur drei Wohnungen die kleinste Abtheilung
Y3 des ganzen Querschnitts sein müfste.
Bei grofser Verzweigung oder wenn man schlecht hört, kann man sich die einfallenden
Wellen wieder verdichten, indem man beim Hören sich eines Schalltrichters bedient.
ν ist der Deckel der ohne Weiteres erkennbaren Abzweigungen. In den Wohnungen ist
das gewöhnliche Mundstück , verstöpselt. Der Stöpsel hängt nicht an der Kette, man behält
ihn beim Gebrauch des Sprachrohres in der Hand, um das Wiedereinstöpseln nicht zu vergessen.
· . .
Eigenartig ist das Mundstück S vor der Hausthür, Fig.* 12, 13 und 14. Um zu verhindern
oder wenigstens kund werden zu lassen, dafs ein Muthwilliger das Rohr verstopfen
will, ist im Innern des Mundstückes eine Metallbüchse i1 eingelagert, welche sich
bei jedem Versuche, das Rohr zu verstopfen, mit vorwärts schiebt. Hierbei stöfst sie gegen
einen Contact s1, der mit der Alarmschelle verbunden ist. Dieäe ist mit einer Batterie
verbunden, mit welcher andererseits der Contact s des Mundstückes, Fig. 16, in Verbindung
steht, welcher die metallische Führung i berührt und also mit Hülse i1 in leitender Verbindung
steht. Eine Feder Γ2, welche einerseits gegen den Ansatz der Führung i4, andererseits
an dem Ansatz i 5 der Hülse selbst Widerlager
hat, bringt die Hülse, i1 wieder in die Ruhelage zurück, sobald das Hindernifs entfernt
wird. Die Hülse legt sich dabei gegen den Ansatz z'e, welcher mit i fest verbunden ist.
Damit es nicht 'möglich ist, das Mundstück ohne Weiteres wegzunehmen, ist dasselbe mit
einer Eindrehung versehen, in welche zwei Halbringe i 7, Fig. 12, 13 und 14, eingreifen,
die man auf dem Grundbrett mittelst Schrauben befestigt.
4. Die Drahtleitung, Blatt II.
Die Zeichnung veranschaulicht die Verbindungen des Erdgeschosses nebst Abzweigung
nach einer zweiten Wohnung, ferner die Verbindung nach ' dem ersten Stock; für die
übrigen Stockwerke und Wohnungen wiederholt sich dasselbe.
Die Neuerungen sind' in vollen Linien ausgezogen bezw. durch + + + + -f- + - Linien,
und zwar:
Die an zwei Stellen unterbrochenen Stromwege:
1. Positiver Pol, Schelle I, Umschalterkurbel, rechte Umschalterseite, Feder as und Stift a6,
Schlofskörper, negativer Pol (Zweck: Feststellung, ob die Thür offen oder geschlossen
ist. Nachcontrole).
2. Positiver Pol, Schelle I, Umschalterkurbel, linke Umschalterseite, Feder a7 und weiter wie
oben (Zweck: Controle der Riegelbewegung bezw. Aus- und Eintritt).
Die dreistellig unterbrochenen Stromwege:
1. Positiver Pol, Schelle I, Kurbel, linke Umschalterseite,
Thürcontact/, Feder fc8, Stift ^2,
Schlofskörper,_ negativer Pol.
2. Die + + -f- + + - Linien
von den Thürcontacten / zum Contact h9 am Umschalter,
Contact /ζ8 zur Schelle II und weiter an den positiven Poldraht.
. ' ■ '
Zweck: Meldung, dafs aufsen eine Hand am Drücker liegt,
von aufsen geöffnet bezw. geschlossen wird.
Einstellig unterbrochene Stromwege.
ι. Positiver Pol, Alarmschelle, Alarmring g,
Schlofskörper, negativerPol. (Zweck: Alarmirung durch einen Dietrich).
2. Positiver Pol, Alarmschelle, Mundstückcontact s1, Mundstückcontact s, negativer Pol.
Alarmirung (Zweck: bei Verstopfung des Sprachrohres). .
Die bekannte Verbindung des Elektromagneten in den Stromkreis der Batterie unter
Zwischenschaltung des Druckknopfes Q in den Etagen, sowie die gewöhnliche Verbindung der
Thürbrettdruckknöpfe mit den Schellen (zur ersten Ankündigung) sind punktirt angedeutet.
Claims (3)
- Patent-Ansprüche:ι . Ein Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung, bei welcher der Zustand und die Zustandsänderungen der Hausthür von beliebig zu wählenden Punkten aus durch Einschaltung elektrischer Signalleitungen festgestellt werden, deren erste, für sich eingeschaltet, geschlossen ist, so lange die Falle, ins Schliefsblech eingreifend, mit ihrem Kopf eine Contactfeder (as) berührt, und deren zweite, die mit einer dritten stets zugleich eingeschaltet wird, jedesmal vorübergehend geschlossen wird, wenn die Falle beim Vorbder Zurückschieben mit einem Stift (a6) an einer Contactfeder (a1) vorbeistreift, während die dritte nur dann gleichfalls vorübergehend geschlossen wird, wenn die Thür, indem sie an der beim Anfassen einen Contact (b2 b%) herstellenden Klinkeaufgemacht wird, einen zweiten Contact (I) herstellt.
- 2. Ein Hausthürschlols mit Signalvorrichtung, wie es im Anspruch i. bezeichnet ist, bei welchem aufserdem zur Anzeigung von unbefugten Oeffnungsversuchen ein isolirter Ring (g) aus, leitendem Material hinter dem Schlüsselloch derart angebracht ist, dafs bei Einführung eines falschen Schlüssels ein elektrischer Strom geschlossen wird.
- 3. Ein Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung, wie es durch Anspruch 1. geschützt ist, bei welchem aufserdem die Falle von einer auf der Schliefsblechseite angebrachten Klinke (c) festgehalten wird, die entweder auf elektrischem Wege oder mittelst Schlüssels von aufsen oder durch einen Knopf von innen ausgehoben werden kann. ,
Ein Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung, wie es durch Anspruch 1. geschützt ist, bei welchem aufserdem zur Vermittelung des Verkehrs zwischen Strafse und Wohnung ein Sprachrohr mit Abzweigungen, Fig. 17 und 18, zu den verschiedenen Wohnungen und mit einem Mundstück angebracht ist, in welchem eine Büchse (V-) so gelagert ist, dafs sie beim Versuch des Verstopfens des Mundstückes einen Strom schliefst und dadurch ein Alarmsignal giebt.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE54749C true DE54749C (de) |
Family
ID=329324
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT54749D Expired - Lifetime DE54749C (de) | Hausthürschlofs mit Signalvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE54749C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5049193A (en) * | 1988-06-16 | 1991-09-17 | Bayer Aktiengesellschaft | Heat stable iron oxide pigments of upsilon-Fe2 O3 structure, a process for their production and their use |
-
0
- DE DENDAT54749D patent/DE54749C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5049193A (en) * | 1988-06-16 | 1991-09-17 | Bayer Aktiengesellschaft | Heat stable iron oxide pigments of upsilon-Fe2 O3 structure, a process for their production and their use |
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