DE518803C - Schutzeinrichtung fuer elektrische Widerstaende gegen unzulaessige und ploetzliche Erwaermungen - Google Patents
Schutzeinrichtung fuer elektrische Widerstaende gegen unzulaessige und ploetzliche ErwaermungenInfo
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-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
20. FEBRUAR 1931
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVl 518803 KLASSE 21 c GRUPPE
Patentiert im Deutschen Reiche vom 6. November 1929 ab
Um unzulässige Erwärmungen von Widerständen zu vermeiden, schützt man diese durch
Wärmeauslöser, die entweder direkt an den zu schützenden Widerstand angebaut oder getrennt
davon angeordnet sein können. Die Schwierigkeit, einen vollkommenen Wärmeschutz zu erhalten, hat ihre Ursache in der Trägheit
der bisher verwendeten Wärmeauslöser. Sowohl bei Anwendung von Schmelzlot als auch
von Bimetallstreifen ist die Zufuhr einer gewissen Wärmemenge erforderlich, um in dem
einen Falle die Änderung des Aggregatzustandes, im anderen Falle die Formänderung herbeizuführen.
Diese Wärmemenge fällt schon stark ins Gewicht, wenn es sich um plötzlich auftretende
Erwärmungen handelt, gegen die ein Widerstand geschützt werden soll. Diese Aufgabe
tritt insbesondere beim Schutz für Widerstände auf, die in Räumen mit Explosionsgefahr
verwendet werden, so z. B. in Schlagwettergruben. An solchen Verwendungsorten muß dafür gesorgt werden, daß plötzliche Überlastungen
des Widerstandes, wie sie durch unvorsichtige Bedienung oder durch Störungen herbeigeführt
werden können, keine Explosionsgefahr herbeiführen.
Nach der Erfindung wird als Wärmeschutz eine Vorrichtung verwendet, bei der die Ausdehnung
eines kleinen Gasvolumens zur Schließung eines Auslösekontaktes benutzt wird. Die
Volumenvergrößerung eines Gases folgt der Erwärmung augenblicklich, und die durch die
Wärmeübertragung auf das Gas gegebene Trägheit einer hiernach arbeitenden Vorrichtung
kann dadurch noch besonders vermindert werden, daß das Gasvolumen in gut wärmeleitende
Verbindung mit dem zu schützenden Widerstand gebracht wird und eine verhältnismäßig
kleine, fadenförmig ausgedehnte Gasmenge verwendet wird.
Demgemäß wird nach der Erfindung der Wärmeschutz durch ein in ein Rohr eingeschlossenes,
verhältnismäßig kleines Gasvolumen bewirkt, welches mit dem zu schützenden Widerstand
oder seinem Wärmeabbild in gut wärmeleitender Verbindung steht und durch eine Flüssigkeit abgeschlossen ist, die zur Kontaktabgabe
benutzt wird. Insbesondere kann das Rohr, das zum Zwecke einer guten Wärmeübertragung
dünnwandig und mit möglichst kleinem Durchmesser ausgeführt wird, direkt in den Widerstand eingebettet werden.
Um den Wärmeschutz von dem zu schützenden Widerstand räumlich trennen zu können,
kann auch ein getrenntes Wärmeabbild des Widerstandes zur Auslösung des Wärmeschutzes
verwendet werden', welches aus einem Körper besteht, der die gleiche Zeitkonstante hat wie
der zu schützende Widerstand und von einer besonderen Heizwicklung erhitzt wird, die von
*) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
Dipl.-Ing. Walter Pat\elt in Berlin-Siemensstadt und Hans Kummer in Berlin.
einem Strom durchflossen ist, welcher dem den
Widerstand erhitzenden Strom proportional ist. Wird dafür gesorgt, daß auch die Wärmeverhältnisse
in der Umgebung des Wärmeabbildes denen in der Umgebung des zu schützenden Widerstandes ähnlich sind, so wird das
Wärmeabbild das Temperaturverhalten des Widerstandes getreu kopieren.
In den Abbildungen sind zwei Ausführungsbeis/piele
der Erfindung schematisch dargestellt. Abb. ι zeigt einen Wärmeauslöser, der teilweise
mit der Außenluft in Verbindung steht, während der Auslöser nach Abb. 2 allseitig hermetisch
gegen die Außenluft abgeschlossen ist.
In Abb. ι bedeuten 10 eine Rippe des zu
schützenden Widerstandes, 11 ein S-förmig gebogenes
Rohr, 12 eine leitende Flüssigkeit, beispielsweise Quecksilber, 13 einen isolierenden
Stopfen, 14 die eine Elektrode und 15 die zweite Elektrode des Auslösestromkreises, der zum
Relais führt und von einer Stromquelle 16 ge-' speist ist. Der Schenkel 17 des Rohres enthält
das für die Auslösung wirksame Gasvolumen, während der Schenkel 18 mit Luft gefüllt ist
und durch Öffnungen mit der Außenluft in Verbindung steht. Das Rohr 11 kann sowohl aus
Metall wie auch aus einem Isoliermaterial, beispielsweise Glas, bestehen. Im ersten Falle
besteht der Stopfen 13 aus Isoliermaterial, und der Pol 15 des Relaisstromkreises ist mit dem
Rohr verbunden. Bei Verwendung eines Isolierröhrchens, beispielsweise eines Glasröhrchens,
wird auch die Elektrode 15 eingeschmolzen und ragt in das Innere des Röhrchens hinein.
Eine plötzliche Temperatursteigerung in der
Widerstandsrippe 10 hat eine fast trägheitslose Ausdehnung der geringen Gasmenge im Schenkel
17 zur Folge, die leitende Flüssigkeit 12
steigt also im anderen Schenkel, und bei Berührung der Elektrode 14 wird der Relaiskreis
geschlossen. Hierdurch kann beispielsweise ein Schalter zur Auslösung gebracht werden. Die
Elektrode 14 kann verschiebbar angeordnet sein, so daß man die Einrichtung auf verschiedene
Auslösetemperaturen einstellen kann.
Durch die in der Abb. 2 dargestellte Ausführung wird der Einfluß der Schwankungen
des äußeren Luftdruckes auf die Vorrichtung vollkommen ausgeschaltet. Außerdem ist auch
die Flüssigkeit bei dieser Ausführung nicht dem Verdampfen ausgesetzt. 19 ist ein Kapillarrohr
mit einem unten erweiterten Gasraum 20. 21 ist die den Gasraum abschließende Flüssigkeit und
ein luftleerer Raum. Die beiden Elektroden23 und 24 sind in das Rohr 19 eingeschmolzen oder
auf eine andere Art luftdicht eingeführt. 25 ist eine Hülse, die als mechanischer Schutz für das
Kapillarrohr dient.
Claims (3)
1. Schutzeinrichtung für elektrische Widerstände gegen unzulässige und plötzliche Erwärmungen,
gekennzeichnet durch ein in ein Rohr eingeschlossenes Gasvolumen, welches mit dem zu schützenden Widerstand oder
seinem Wärmeabbild in gut wärmeleitender Verbindung steht und durch eine Flüssigkeit
abgeschlossen ist, die bei Ausdehnung des Gases in dem Rohr eingeschmolzene Kontakte
berührt und einen Stromauslösekreis (Relais) schließt.
2. Ausführungsform nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein dünnwandiges
Rohr von geringem Durchmesser, welches das abgeschlossene Gasvolumen enthält, in
den Widerstandskörper unmittelbar eingebettet ist.
3. Ausführungsform nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr allseitig
gegen die Außenluft hermetisch abgeschlossen ist.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES94793D DE518803C (de) | 1929-11-06 | 1929-11-06 | Schutzeinrichtung fuer elektrische Widerstaende gegen unzulaessige und ploetzliche Erwaermungen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DES94793D DE518803C (de) | 1929-11-06 | 1929-11-06 | Schutzeinrichtung fuer elektrische Widerstaende gegen unzulaessige und ploetzliche Erwaermungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE518803C true DE518803C (de) | 1931-02-20 |
Family
ID=7518948
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES94793D Expired DE518803C (de) | 1929-11-06 | 1929-11-06 | Schutzeinrichtung fuer elektrische Widerstaende gegen unzulaessige und ploetzliche Erwaermungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE518803C (de) |
-
1929
- 1929-11-06 DE DES94793D patent/DE518803C/de not_active Expired
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