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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung für das Pressblechspannen in
einer Heißpresse
bei einer Kurztaktbeschichtungsanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
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Derartige
Vorrichtungen werden in sogenannten Kurztaktverfahren zum Beschichten
bzw. Vergüten
von Trägerplatten
eingesetzt. Solche Kurztaktbeschichtungsanlagen bestehen aus einer
Heißpresse
mit oberem und unterem Pressenholm, an denen die Preß-/Heizplatten
angebracht sind. Die Trägerplatten
werden mit den aufgelegten Vergütungsmateralien
von einer Beschickvorrichtung in die Presse eingebracht und die
fertige Platte von einer Entleervorrichtung aus der Presse herausgefahren.
Die verwendeten Trägerplatten,
meistens Spanplatten oder Faserplatten, werden entweder mit Melaminfolien
auf beiden oder einer und mit Papierfolien auf der anderen Seite
beschichtet. Bei beiden Beschichtungsarten finden Edelstahl-Preßbleche,
verchromte Stahlbleche oder Messing-Preßbleche Verwendung. Die Preßbleche
liegen beim Preßvorgang
an den Preß-/Heizplatten
vollflächig
an und sind zudem von einer Blechspannvorrichtung unter Zugspannung
gehalten. Die Preßbleche
werden öfters
ausgetauscht um Klein-, Versuchs- oder Musterserien zu fahren. Dafür müssen Magazine
bzw. Speichereinrichtungen für
Preßbleche
bereitstehen.
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Aus
der
DE 29 28 231 C2 ist
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einbringen, Verpressen und
Ausbringen eines Schichtpaketes in eine Heißpresse bzw. aus einer Heißpresse
bekannt geworden. Diese Vorrichtung ist auch geeignet, neue Preßbleche
in den Preßbereich
hinein und auszuwechselnde Preßbleche
aus dem Preßbereich
einer Heißpresse
herauszufahren. Eine Vorrichtung nach
DE 31 39 581 C2 , von der die Erfindung ausgeht,
besteht darin, daß an
beiden Längsseiten
der Presse eine aus mehreren heb- und senkbaren Stangen bestehende
Blechwechselvorrichtung angeordnet ist, wobei die Stangen an ihren
Enden mit unter die Aufnahmeösen
der Preßbleche
ein- und ausschwenkbare Aufnahmedorne versehen sind, und daß an den Längsseiten
der Preßplatten
eine Vorrichtung für
das Preßblechspannen
vorgesehen ist, mit der die Preßbleche über hydraulische
Druck- und Zugeinrichtungen an die Preß-/Heizplatten spannbar sind,
wobei über
Gelenke hakenartige Greifer in Ausnehmungen der Preßbleche
eingreifen. Diese Vorrichtung hat sich für den Preßblechwechsel bestens bewährt.
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Als
Nachteil hat sich die dabei verwendete Vorrichtung für das Preßblechspannen
erwiesen, da der kürzere
Teil des Spannhebels einen zu kleinen Radius zum Spannen der Preßbleche
aufweist, die Preßbleche
deshalb über
den Rand der Preß-/Heizplatte
abbiegt und dabei verformt. Diese Verformung ist insbesondere für die Hartchromschicht
bei verchromten Preßblechen
im Randbereich schädlich. Außerdem müssen die
teueren Preßbleche
bei der Wiederaufbereitung auch im Randbereich wieder plan gerichtet
werden, wobei, zum Beispiel bei verchromten Preßblechen, die Chromschicht
abspringen kann, was zusätzliche
Kosten verursacht. Von Nachteil ist weiter, daß bei Preßluft- oder Hydraulikflüssigkeit-Verlust
in den Druck- und Zugeinrichtungen manuell zu bedienende Fangvorrichtung
zu betätigen
sind, wobei Fehlbedienungen, Verletzungsgefahr und Preßblechüberdehnungen
möglich
sind.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung für das Pressblechspannen
zu schaffen, mit der ein einwandfreies Spannen der Preßbleche über die
Preß-/Heizplatten
auch bei Temperaturwechsel und ein automatisches, schonendes Abfangen
der Preßbleche
im Fall eines Ausfalles der Druckzylinderkolbenanordnungen erreicht
wird.
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Gelöst wird
diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
1.
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Mit
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
für das
Preßblechspannen
ist ein schneller und automatisierter Preßblechwechsel durchzuführen als
auch ein schonendes Spannen der Preßbleche über die Preß-/Heizplatten gewährleistet
sowie auch ein sicheres Auffangen der Preßbleche, wenn der Fall eintritt,
daß die
Spannkraft der Druckzylinder-Kolbenanordnungen ausfällt. Von
Vorteil ist auch, daß die Blechspannvorrichtungen
jeweils einzeln einstellbar sind. In Weiterbildung der Erfindung
ist die Konstruktion der Blechspannvorrichtung in fast identischer Bauweise
auch für
den Preßblechwechsel
anwendbar, lediglich die Länge
der Zugleisten ist verschieden und ein größerer Abrollbalken muß tiefer
angeordnet sein. Auch die Produktionsunterbrechung der Kurztakt-Beschichtungsanlage
durch den erfindungsgemäßen Preßblechwechsel
mit minimalstem Zeitaufwand, tritt nicht mehrkostensteigernd in
Erscheinung. Durch die gezielte Spannkraft-Einstellung jeder einzelnen
Blechspannvorrichtung, kann eine schwimmende Aufspannung der Preßbleche
mit jeweiliger Anpassung an die Preßblechform auch bei wechselnden
Temperaturen erreicht werden. Das schonende Spannen der Preßbleche
beruht insbesondere darauf, daß die
Aufhängung
bzw. Abstützung
der Druckzylinder-Kolbenanordnungen
und der Zugleisten mit einem Radius erfolgt, der im Verhältnis zum
bisherigen als groß zu
bezeichnen ist und damit ein quasi horizontales Spannen aus dem
Drehpunkt heraus ermöglicht.
Eine Abknickung der Preßbleche im
Randbereich wird vermieden.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen und Merkmale der erfindungsgemäßen Lösung gemäß Anspruch 1 sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Ein
Ausführungsbeispiel
wird im folgenden anhand der Zeichnung beschrieben.
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Es
zeigen:
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1 in schematischer Darstellung
eine Heißpresse
mit der erfindungsgemäßen Blechspannvorrichtung
in Vorderansicht für
das obere Pressblech,
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2 eine Blechspanneinrichtung
für die Blechspannvorrichtung
nach 1 in größerem Maßstab in
einer Seitenansicht,
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3 die Blechspanneinrichtung
nach 2 in Vorderansicht,
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4 die Blechspanneinrichtung
in der Aufspannung des oberen Pressblechs und für den Pressblechwechsel nach
der Aufnahme des unteren Pressblechs in Vorderansicht,
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5 die rechte Seite der Vorrichtung
nach 4 ohne Blechspannvorrichtung,
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6 das untere und obere Pressblech
im Grundriß und
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7 und 8 die Kurztaktbeschichtungsanlage in
schematischer Darstellung in einer Seitenansicht und in einer Draufsicht.
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Zum
Verständnis
eines Preßblechwechselvorgangs
vorab eine kurze Beschreibung der Ein- und Ausfahrvorrichtung bei
der Behandlung von Preßgut
in Verbindung mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung für das Preßblechspannen.
Die in den
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1 bis 8 dargestellte Vorrichtung dient zum
Einbringen, Verpressen und Ausbringen von geschichtetem Preßgut, bestehend
aus oberem und unterem Beschichtungsmaterial 5 und 6,
wie härtbare Kunstharzfolien,
kunstharzimprägniertes
Papier usw., und dem Beschichtungsträger 7 aus Spanplatten
oder Faserplatten.
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Aus
der Gesamtansicht der Anlage nach den 7 und 8 ist das Ein- und Ausbringen
des Schichtpaketes 4 bzw. der fertigen Platte in die Heißpresse 1 bzw.
aus der Heißpresse 1 von
links nach rechts zu ersehen. Nach dem Öffnen der Heißpresse 1 werden zunächst die
Ein- und Ausfahrvorrichtungen mittels der Ein- und Ausfahrarme 40 über ein
Zahnstangenantrieb 41 quer zur Längsrichtung der Heißpresse 1 von
beiden Längsseiten
in den Preßbereich
eingefahren. Die Ein- und Ausfahrvorrichtungen besteht dabei aus
einem Verbund, nämlich
den Saughebern 42, den Rollbändern 43 und den darunter
angeordneten Saugkästen. Über einen
mechanischen Hebelmechanismus werden nun die Saugheber 42 auf
die beschichtete Platte abgesenkt, erfassen die fertige Platte,
lösen sie
von ihrer Unterlage, dem Preßblech 9,
ab und übergeben
sie beim Hochschwenken an die Saugkästen. Gleichzeitig mit dem
Ablauf dieser Vorgänge
erfassen die Rollbänder 43 das
vom Beschickrollband 44 in Bewegung gesetzte Schichtpaket 4 und
transportieren es in die Heißpresse 1.
Sobald die Übernahme
der fertigen Platte abgeschlossen ist, wird die fertige Platte aus
dem Preßbereich auf
die Rollenbahn 45 geschoben.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Preßblechspannen
und Wechseln der Preßbleche 8 und 9 nach
den 1 bis 6 arbeitet wie folgt:
Nach
dem Öffnen
der Heißpresse 1 und
dem Ausbringen der zuletzt gefertigten Platte wird zunächst die
auf der Rollenbahn 45 bereitgestellte Schonplatte 39 mittels
der eingefahrenen Rollbänder 43 in
die Heißpresse 1 transportiert
und auf dem unteren Preßblech 9,
das über
die untere Preß-/Heizplatte 11 am
Pressentisch 2 gespannt ist, abgelegt. Nachdem die Rollbänder 43 ausgefahren
sind, fährt
der Preßbär 3 mit
der oberen Preß-/Heizplatte 10 herab
und die Blechspannvorrichtung für
das obere und untere Preßblech 8 und 9 werden
gelöst.
Die Blechspannvorrichtung senkt nun die Spannhaken 35 in
die Ausnehmungen 23 der Zusatzspannlaschen 28 ein.
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Der
Preßbär 3 und
die Blechspannvorrichtung fahren hoch, und die Rollbänder 43 in
die Presse ein. Für
einen Pressblechwechsel legt die Blechspannvorrichtung das alte,
auszuwechselnde Blechpaket auf den Rollbändern 43 ab und nimmt
die Spannhaken 35 aus den Ausnehmungen 23. Nun wird
das Blechpaket von den Rollbändern 43 auf
die Rollenbahn 45 transportiert, zur Weiterleitung in das Preßblechmagazin.
Zum Einbringen des neuen Blechpaketes wird es zuerst auf die Rollenbahn 45 gebracht,
ausgerichtet, auf die Rollbänder 43 geschoben
und mit diesen in die Presse 1 eingefahren. Der Preßbär 3 fährt herab
und die Blechspannvorrichtung übernimmt
das ganze Blechpaket indem die Spannhaken 35 in die Ausnehmungen 23 der
Zusatzspannlaschen 28 des unteren Preßblechs 9 eingreifen.
Mit der weiteren Senkrechtbewegung der Zugleisten 33 wird
das untere Preßblech 9 gespannt und
durch Hochfahren des Preßbärs 3 das
Blechpaket von den Rollbändern 43 abgenommen.
Während die
Rollbänder 43 aus
der Presse 1 fahren geht die Blechspannvorrichtung mit
dem Preßbär 3 und
dem Blechpaket weiter hoch und legt an der oberen Preßplatte 10 an.
Anschließend übernimmt
die obere Blechspannvorrichtung das obere Preßblech 8 und spannt
es an die Preßplatte 10.
Die Blechspannvorrichtung fährt
nun mit dem Preßbär 3,
der Schonplatte 39 und demunteren Preßblech 9 ab. Die untere Blechspannvorrichtung
erfaßt
das untere Preßblech 9,
spannt es auf die Preßplatte 11 und
der Preßbär fährt wieder
hoch. Zum Ausbringen der Schonplatte 39 wird nun die Ein-
und Ausfahrvorrichtung 40 in den Preßbereich eingefahren. Die Saugheber 42 heben die
Schonplatte 39 an die Saugkäster und mit der Entleervorrichtung
wird sie auf die Rollenbahn 45 transportiert.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
den das Pressblechspannen und in Weiterbildung zum Preßblechwechsel
geht im Detail aus den 1 bis 6 hervor. Die 1 zeigt die Presse 1 im
geschlossenen Zustand, das heißt
im Arbeitstakt. Der Preßbär 3 wird dabei
mit dem an die obere Preß-/Heizplatte 10 aufgespannten
Preßblech 8 auf
das Schichtpaket 4 gepreßt, das auf dem am Pressentisch 2 aufgespannten
unteren Preßblech 9 aufliegt.
Der Pressentisch 2 weist selbstverständlich auch an seiner Oberseite eine
Preß-/Heizplatte 11 auf.
Die Blechspannvorrichtung ist weiter mit allen Einzelteilen aus
den 2 und 3 zu entnehmen. Das quasi
horizontale Spannen der Preßbleche 8 und 9 ermöglicht der
große
Radius, mit dem die ausübende
Spannkraft in Form der Druckzylinderkolbenanordnung 24 wirkt.
Diese Druckzylinderkolbenanordnung 24 weist als Drehpunkt
die Drehachse 26 auf, die wieder über zwei Lagerbleche 38 an
einer Montageplatte 30 befestigt ist, die ihrerseits am
Preßbär 3 anzubringen
ist. Auf der Montageplatte 30 sind am unteren Ende zwei
Abrollbalken 20 als schiefe Ebene angebracht, auf der zwei Druckrollen 18 anliegen,
die sich bei der vertikalen Abwärtsbewegung
der Kolbenstange 25 auf der schiefen Ebene abrollen. Diese
Druckrollen 18 sind zusammen mit einer Schubrolle 19 in
einer Gabel 31 gelagert, die am Ende der Kolbenstange 25 befestigt ist.
Auf der Drehachse 32 bzw. Welle 26 sind auch zwei
Zugleisten 14 freibeweglich angebracht, die an ihrem unteren
Ende keilförmig
ausgebildet und an diesem keilförmigen
Abschnitt mit einem Zugblech 15 verbunden sind. Bewegt
sich nur die Kolbenstange 25 abwärts, wird durch die vertikale
abrollende Bewegung der Druckrollen 18 am schiefen Abrollbalken 20,
gleichzeitig mit der abrollenden Bewegung der Schubrolle 19 am
Zugblech 15 eine quasi horizontale Spannbewegung der am
unteren Ende der Zugleisten 14 und dem Zugblech 15 angebrachten Spannhaken 16 ausgelöst. Die
Schwenkbewegung der Zugleisten 14 und des Zugblechs 15 ist
durch die Stellschraube 27 einstellbar. Wie die 1 weiter zeigt, greift der
Spannhaken 16 in eine Ausnehmung 21 der am oberen
Preßblech 8 befestigten
Spannlasche 13 ein. Für
den Fall, daß die
Spannkraft der Druckzylinder nachläßt, ist an den Spannlaschen 13 ein
Fanghaken 17 angebracht, der ein Lösen vom Spannhaken 16 verhindert,
das heißt
das Lösen
des oberen Preßbleches 8 von
der Preß-/Heizplatte 10 ist nur
durch eine Aufwärtsbewegung
der Kolbenstange 25 möglich.
Bei der Aufwärtsbewegung
der Kolbenstange 25 sorgt gleichzeitig eine Rückstellfeder 29 für eine Rückbewegung
der Zugleisten 14 mit dem Zugblech 15 in Richtung
Montageplatte 30. Die geschilderte Blechspannvorrichtung
am Pressentisch 2 angebracht, wirkt mit nach oben gerichteten
vertikalem Bewegungsablauf, spiegelbildlich identisch auf das untere
Preßblech 9,
wobei der Spannhaken 16 in die Ausnehmung 22 der
am unteren Preßblech 9 angebrachten
Spannlasche 12 eingreift.
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Die 6 zeigt links einen Teil
des oberen Preßblechs 8 und
rechts einen Teil des unteren Preßblechs 9. Daraus
ist ersichtlich, daß das
untere Preßblech 9 eine
Zusatzspannlasche 28 aufweist, in deren größeren Ausnehmung 23,
wie die 4 und 5 jeweils rechts zeigen,
der Spannhaken 35 der Blechspannvorrichtung von oben, ebenfalls
am Preßbär 3 aber
versetzt angebracht, eingreift. Wie die 4 und 5 zeigen
ist die Blechspannvorrichtung mit einem am Spannhaken 35 angebrachten
Fanghaken 36 ausgerüstet.
In den 4 und 5 ist auch dargestellt, daß die Zugleisten 33 und
der Abrollbalken 37 der Blechspannvorrichtung größer ausgebildet
sind, damit sie über
ihr Zugblech 34 in die weiter außen liegenden Ausnehmungen 23,
praktisch in einer zweiten Reihe, wirken kann. Die Blechspannvorrichtung ist
jeweils als ein auswechselbares Modul an der Montageplatte 30 montiert.
Zu mehreren an den Längsseitenflächen von Pressentisch 2 und
Preßbär 3 angeordnet,
spannen und entspannen sie die Preßbleche 8 und 9 und
das untere Preßblech 9 kann
zusätzlich
nach Einfügung
der Schonplatte 39 mit dem Preßbär 3 angehoben werden.
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Als
herausragender Vorteil der erfindungsgemäßen Blechspannvorrichtung ist
auch anzusehen, daß diese
als Modul zum Nachrüsten
bei bereits bestehenden Kurztaktpressen mit den aufgeführten Vorteilen
eingesetzt werden kann.