DE4339899A1 - Im Ohr zu tragendes Teil eines Hörgeräts oder im Ohr zu tragendes Hörgerät - Google Patents
Im Ohr zu tragendes Teil eines Hörgeräts oder im Ohr zu tragendes HörgerätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein im Ohr zu tragendes Teil eines
Hörgeräts oder ein im Ohr zu tragendes Hörgerät, ein soge
nanntes Gehörganggerät.
Bei Hörgeräten bzw. bei Hörhilfen zum Ausgleich von Hör
schwächen bzw. Schwerhörigkeit unterscheidet man im wesent
lichen zwei Arten von Geräten, sogenannten HdO-Geräten (Hin
ter-dem-Ohr-Gerät) und sogenannten IdO-Geräten (In dem Ohr-
Gerät). Letztere werden auch Gehörganggeräte bzw. Concha-
Hörgeräte genannt. Bei den HdO-Geräten befindet sich der ei
gentliche Teil des Hörgeräts mit Elektronik, Mikrophon, Hö
rer, Batteriefach, Bedienungselemente etc. in einem gemein
samen Gehäuse hinter dem Ohr und von dem Hörer führt ein so
genannter Standardschlauch bzw. ein sogenanntes Libby-Horn
in den Gehörgang. Bei sogenannten IdO-Geräten, die im Zuge
der Miniaturisierung von elektronischen und elektro-mechani
schen Bauelementen auf gekommen sind befindet sich das Hörge
rät vollständig im Gehörgang bzw. es ragt aus diesem heraus
in die Ohrmuschel. IdO- bzw. Im-Ohr-Hörgeräte werden bei
spielsweise von der Fa. Siemens unter der Bezeichnung Cosmea
Top vertrieben.
Bei beiden Arten von Hörgeräten ist das im Gehörgang bzw.
das in der Ohrmuschel befindliche Teil des Hörgeräts von ei
ner Otoplastik umgeben, die der individuellen Ohrform bzw.
Gehörgangsform des Trägers angepaßt und einen einwandfreien
Sitz und eine einwandfreie Funktion des Hörgeräts (Vermei
dung von Rückkopplungen etc.) ermöglicht. Zur individuellen
Anpassung des Frequenzgangs, zum Druckausgleich und zur
Stimmodulation werden in diese speziell angefertigen Otopla
stiken auch Bohrungen eingebracht, die auch der Belüftung
des Gehörgangs dienen. Aus dem deutschen Gebrauchsmuter
G 90 03 269.1 ist ein im Ohr zu tragendes Hörgerät oder eine
Otoplastik bekannt, die einen Belüftungskanal aufweist, der
mittels einer Sperrvorrichtung mehr oder minder abgesperrt
werden kann, wodurch die Belüftung, die Stimmodulation etc.
während des Betriebs bzw. während des Tragens beeinflußbar
und veränderbar sind.
Diese Otoplastiken führen zu einer beträchtlichen Verteue
rung der Hörgeräte, da sie individuell angefertigt werden
müssen. Auch wird dadurch der Kauf eines Hörgeräts zu einer
sehr langwierigen Angelegenheit, was dazu führt, daß Hörge
räte häufig nur dann angeschafft werden, wenn sie unbedingt
notwendig sind, d. h. im Falle von hochgradiger Schwerhörig
keit. Personen mit leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit
verzichten häufig aus Kosten-, Zeit- und auch aus Image-
Gründen auf die Anschaffung eines Hörgeräts bzw. einer elek
tronischen Hörhilfe.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Hörgerät
bzw. ein im Ohr zu tragendes Teil eines Hörgeräts bereitzu
stellen, das insbesondere für Formen leichter bis mittlerer
Schwerhörigkeit geeignet und schneller und kostengünstiger
an die individuellen Eigenheiten eines Trägers angepaßt wer
den kann. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung in Fällen
leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit ein schnelles und ef
fizientes Verfahren zur individuellen Auswahl und Anpassung
eines Hörgeräts anzugeben.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des An
spruchs 1 bzw. des Anspruchs 17.
Dadurch, daß das Gehörgangsgerät als solches bzw. das im Ohr
zu tragende Teil eines HdO-Hörgeräts - Standardschlauch bzw.
Libbyhorn - mit einer schlauchförmigen Hülle umgeben ist,
dessen Querschnitt veränderbar ist, ist es möglich, Stan
dardhörgeräte auf einfache Weise der individuellen Ohrform
eines Trägers anzupassen. Die schlauchförmige Hülle gibt
sowohl das dem Trommelfell zugewandte distale Ende eines
Hörgeräts als auch das in der Ohrmuschel zu liegen kommende
proximale Ende eines Hörgeräts frei (das distale Ende muß
zumindest gut schalldurchlässig sein). Die schlauchförmige
Hülle ist durch mechanische oder sonstige Mittel in ihrem
Querschnitt derart veränderbar, daß sie an den Gehörgang an
drückbar und in dieser Lage arretierbar ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist eine doppel
schlauchförmige Hülle vorgesehen, der einen Hohlraum defi
niert, in dem über eine verschließbare Öffnung ein Fluid,
insbesondere Luft eingefüllt werden kann. Das eingefüllte
Fluid führt zu einer Ausdehnung und damit zu einer Quer
schnittsvergrößerung der Hülle, so daß sich diese exakt dem
Gehörgang und der Concha anpaßt.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfin
dung wird die schlauchförmige Hülle über ein Standardbauteil
gezogen, das die Form des Gehörgangs nur grob wiederspie
gelt. Im Fall von IdO-Geräten kann das Standardbauteil ein
herkömmliches Hörgerätemodul sein, das bei herkömmlichen
Hörgeräten mit der individuell gefertigten Otoplastik
verbunden wird.
Bei IdO-Geräten wird bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ein Belüftungskanal durch das Innere des Hör
geräts geführt, in dem Hörer, Elektronik, Mikrofon etc. an
geordnet sind. Die Gefahr der Funktionsbeinträchtigung durch
die im Ohr vorhandene Feuchtigkeit ist gering, da die ein
zelnen Funktionselement entsprechend versiegelt oder ver
kapselt werden können.
Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Hörgeräte bzw. der
erfindungsgemäßen Teile eines Hörgeräts kann unmittelbar vor
Ort ein Hörgerät an die individuelle Ohrform eines Trägers
und den Grad der Schwerhörigkeit angepaßt werden. Das Nehmen
eines Abgusses und das Anfertigen einer Otoplastik in einem
externen Labor entfällt. Durch das Ausfüllen der doppel
schlauchförmigen Hülle vor Ort wird die individuelle Otopla
stik unmittelbar bei der Auswahl des geeigneten Hörgeräts
hergestellt. Für die Auswahl eines passenden Hörgeräts
eignet sich insbesondere eine Hörtestvorrichtung wie sie in
der parallelen Patentanmeldung "Hörtestvorrichtung sowie
Verfahren zum Betrieb einer solchen Hörtestvorrichtung"
beschrieben ist (Anwaltsaktenzeichen: 11LU35045, zusammen
mit der vorliegenden Anmeldung eingereicht) auf die hier
vollinhaltlich bezug genommen wird.
Die weiteren Unteransprüche beziehen sich auf weitere vor
teilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter
Ausführungsformen anhand der Zeichnung.
Es zeigt:
Fig. 1a eine erste Ausführungsform der Erfindung für
ein im Ohr zu tragendes Teil eines HdO-Hör
geräts in Schnittdarstellung;
Fig. 1b einen Schnitt entlang der Linie B-B des Aus
führungsbeispiels nach Fig. 1a;
Fig. 1c eine Fig. 1a entsprechende Darstellung bei
der die Hülle an dem Gehörgang angedrückt
ist;
Fig. 2 eine weitere Ausführungsform der Erfindung
in Form eines Concha-Geräts,
Fig. 3 eine weitere Ausführungsform der Erfindung
in Form eines Gehörgang-Geräts,
Fig. 4 eine zweite Ausführungsform eines Gehörgang
geräts,
Fig. 5a, b, c eine dritte Ausführungsform eines Gehörgang
geräts,
Fig. 6 eine beispielhafte Ausführungsform für eine
Schutzabdeckung für das dem Trommelfell zu
gewandten Teils eines Hörgeräts;
Fig. 7a, b, c zeigen verschiedene Beispiele für Frontplat
ten mit denen das proximale Ende eines IdO-Geräts
abschließbar ist;
Fig. 8a, b zeigen zwei Möglichkeiten zur Befestigung
dieser Frontplatten auf dem proximalen Ende
des IdO-Geräts; und
Fig. 9a, b, c ein zweite Ausführungsform der Erfindung für
ein im Ohr zu tragendes Teil eines HdO-Hör
geräts in Schnittdarstellung.
Die Fig. 1a, 1b und 1c zeigen eine beispielhafte Ausfüh
rungsform der Erfindung für HdO-Geräte. Der in einen Gehör
gang 2 einzuführende und in die Ohrmuschel bzw. Concha 3 ra
gende Teil 4 eines Standardschlauches 5 ist von einer ela
stischen, doppelschlauchförmigen Hülle 6 umgeben. Die dop
pelschlauchförmige Hülle 6 weist eine verschließbare Öffnung
8 auf, die von der Ohrmuschel 3 her zugänglich ist. Das zum
Trommelfell hingewandte Ende des Standardschlauches 5 bzw.
der Umhüllung 6 ist mit einer Schutzabdeckung 9 versehen,
die das Eindringen von Cerumen in den Standardschlauch 5
verhindern. Fig. 1b stellt einen Schnitt entlang der Linie
B-B in Fig. 1a dar.
Der Standardschlauch 5 mit der doppelschlauchförmigen Hülle
6 wird in üblicher Weise in dem Gehörgang 2 eingeführt. An
schließend wird über die verschließbare Öffnung 8 ein Fluid,
insbesondere Luft, in die doppelschlauchförmige Hülle 6 ein
gefüllt, so daß sich die elastische Hülle 6 ausdehnt und
sich an die individuelle Form des Gehörgangs 2 und eines
Teils der Ohrmuschel 3 anschmiegt. Der aufgeblasene Zustand
der Hülle 6 ist in Fig. 1b strichliert dargestellt.
Fig. 2 zeigt eine Fig. 1c entsprechende Schnittdarstellung
durch ein Concha-Gerät 10 mit einem in den Gehörgang 2 hin
einragenden Teil 11 und einen einen Teil der Ohrmuschel 3
(auch Concha genannt) bedeckenden Teil 12. Der in den Gehör
gang 2 hineinragender Teil 11 ist mit einer doppelschlauch
förmigen Hülle 14 versehen ist. In eingesetzten Zustand kann
wiederum ein Fluid über eine nicht dargestellte ver
schließbare Öffnung in die doppelschlauchförmige Hülle 14
eingebracht werden, so daß sich die Hülle 14 an die jewei
lige Form des Gehörgangs 2 und die Ohrmuschel 3 des Trägers
anpaßt.
Fig. 3 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform der Erfin
dung in Form eines Gehörganggeräts 20. Das Gehörganggerät 20
besteht aus einem Hörgerätemodul 22, das von einem der Grob
form eines Gehörgangs 2 angepaßtem leicht konischen Gum
mipfropfen 21 umgeben ist, der wiederum von einer doppel
schlauchförmigen Hülle 23 aus elastischem, hautverträglichem
Material umgeben ist. Das Hörgerät 20 verjüngt sich damit
von einem breiten proximalen Ende 24 zu einem dem Trommel
fell zugewandten distalem Ende 25 mit kleinerem Querschnitt.
Das Hörgerätemodul 22 weist einen dem distalen Ende 25 des
Hörgeräts zugewandten Hörerausgang 26 auf. An dem distalen
Ende 25 des Hörgeräts 20 ist eine schall- und luftdurchläs
sige Schutzabdeckung in Form eines Gummigitters 27 vorgese
hen, die einstückig mit der Hülle 23 ausgebildet ist. Zur
Verbesserung der akustischen Eigenschaften sind zwischen dem
Gummigitter 27 und dem Hörerausgang 26 Abstandshalterele
mente 28 vorgesehen. Zwischen Gummigitter 27 und Höreraus
gang 26 ist ein feuchtigkeitsaufnehmender Streifen 30, z. B.
in Form eines Gase-Streifens angeordnet, damit die im Ohr
vorhandene Feuchtigkeit nicht in das eigentliche Hörgeräte
modul 22 eindringen kann. Die doppelschlauchförmige Hülle 23
weist eine verschließbare Öffnung bzw. ein Ventil 29 auf, in
der - wie bei der Ausführungsform nach Fig. 1 bzw. 2 - ein
Fluid in die Hülle 23 eingefüllt werden kann, so daß sich
diese an den Gehörgang 2 anschmiegt.
Der Gummipfropfen 21 weist eine oder mehrere sich von dem
distalen Ende 25 zu dem proximalen Ende 24 erstreckende Boh
rungen 31 auf, die als Belüftungskanal und der Beeinflussung
und Verbesserung der Stimmmodulation dienen. Das distale
Ende 24 des Hörgeräts 20 ist mit einer lösbaren Frontplatte
32 abgeschlossen, die unterschiedlich geformte Öffnungen 33
aufweisen kann, wie dies in den Fig. 7a, 7b und 7c darge
stellt ist. Durch entsprechende Wahl von Form, Größe und An
zahl der Öffnungen 33 in der Frontplatte 32 - siehe Fig. 7a
- können zusammen mit den Bohrungen in den Gummipfropfen 21
Stimmodulation, Rückkopplungseffekte etc. in ähnlicher Weise
modifiziert werden, wie dies aus der DE-G 90 03 269.1 be
kannt ist. Zusätzlich können die Bohrungen in dem Gum
mipfropfen 21 auch variabel mehr oder weniger verschlossen
werden, wie dies aus der DE-G 90 03 269.1 bekannt ist.
In dem Hörgerätemodul 22 sind in nicht näher dargestellter
Weise Hörer, Elektronik, Mikrophon, Batterie, etc. unterge
bracht. Die Batteriekammer ist vom proximalen Ende 24 her
zugänglich. Die Belüftung des Gehörgangs bzw. die Beeinflus
sung von Modulation, Rückkopplungen etc. kann auch über
einen oder mehrere Kanäle erfolgen, die durch das Innere des
Hörgerätemoduls geführt werden.
Die Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 4 zeigt eben
falls ein Gehörganggerät 40 entsprechend der Ausführungsform
nach Fig. 3 und unterscheidet sich von letzterer durch die
konstruktive Ausbildung der Befestigung im Gehörgang mittels
einer im Querschnitt veränderbaren schlauchförmigen Hülle.
Der Ausführungsform nach Fig. 3 entsprechende Bauteile sind
mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Das Gehörgerätemodul 22 ist von einer schlauchförmigen Hülle
42 umgeben, die am distalen Ende 25 mit der Schutzabdeckung
27 verbunden ist und am proximalen Ende 24 an einem formsta
bilen Ring 43 befestigt ist, der fest mit dem Hörgerätemodul
22 verbunden ist. Zwischen der schlauchförmigen Hülle 42 und
der Oberfläche des Hörgerätemoduls 22 sind ein oder mehrere
elastisch biegsame Elemente 44 angeordnet, die mit einem
Ende 46 an dem distalen Ende 25 des Hörgerätemoduls 22 befe
stigt sind. An dem anderen Ende 47 der Elemente 44 ist ein
starres bzw. formstabiles Teil 48 vorgesehen, das in eine an
dem Ring 43 vorgesehene Rasterung 50 eingreift. Durch Drüc
ken des Elements 48 in Richtung Trommelfell bzw. in Richtung
distales Ende 25 verbiegt sich das Element 44 und drückt die
schlauchförmige Hülle 42 an den Gehörgang an. Das starre
Element 48 rastet in einer Stellung mehr in Richtung dista
les Ende 25 in der Rasterung 50 ein und das Gehörganggerät
40 ist in dem Ohr befestigt. Diese Stellung ist in Fig. 4
strichliert bzw. durch die Bezugszeichen 44′ und 48′ darg
stellt. Zum Herausnehmen des Gehörganggerätes 40 wird das
starre Teil 48′ lediglich aus der Rasterung 50 herausge
drückt, so daß das Element 44 im wesentlichen wieder gerade
wird und die schlauchförmige Hülle 42 nicht mehr an den Ge
hörgang angedrückt wird. Das proximale Ende 24 des Gehör
ganggeräts 40 kann wie bei der Ausführungsform nach Fig. 3
durch eine Frontplatte 52 - Fig. 7b - mit individuell ange
paßten Öffnungen 53 verschlossen werden.
Die Ausführungsform der Erfindung gemäß Fig. 5 zeigt eben
falls ein Gehörganggerät 60 entsprechend den Ausführungsfor
men nach Fig. 3 und 4 und unterscheidet sich davon durch die
konstruktive Ausbildung der Befestigung im Gehörgang mittels
einer im Querschnitt veränderbaren schlauchförmigen Hülle.
Den Ausführungsformen nach Fig. 3 und 4 entsprechende Bau
teile sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Das Hörgerätemodul 22 des Gehörganggeräts 60 ist von einer
schlauchförmigen Hülle 62 umgeben. Unter der Hülle 62 sind
über den Umfang verteilt mehrere - in Fig. 5 vier - Verstei
fungselemente 64 vorgesehen, die mittels Aufhängungen 66 an
dem Hörgerätemodul 22 befestigt sind. Am proximalen Ende 24
ragen die Versteifungselement 64 über das Ende des Hörgerä
temoduls 22 hinaus. Am distalen Ende 25 ist die schlauchför
mige Hülle 62 mit der Schutzabdeckung 27 verbunden. Am pro
ximalen Ende 24 sind Federelemente 68 vorgesehen, die zum
einen an dem Hörgerätemodul 22 und zum anderen an den Ver
steifungselementen 64 befestigt sind. Die Federelemente 68
halten die Hülle 62 auf Abstand zu dem Hörgerätemodul 22 und
drücken die Hülle 62 an dem Gehörgang an. Damit wird die
Hülle 62 in einer Art Regenschirmmechanismus an den Gehör
gang angedrückt. Vor dem Einsetzen des Gehörganggeräts 60 in
den Gehörgang werden die Federelemente 68 über die Verstei
fungselemente 64 zusammengedrückt, so daß die Hülle 62 er
schlafft (siehe Fig. 5b) und einen verkleinerten Durchmesser
bzw. Querschnitt aufweist. Wenn das Gehörganggerät 60 in den
Gehörgang eingesetzt ist, werden die Versteifungselemente 64
losgelassen und die Federelement 68 drücken die Hülle 62 an
die Wand des Gehörgangs (Fig. 5c).
An dem proximalen Ende 24 ist eine Frontplatte 72 - siehe
Fig. 7c - angeordnet, die eine Mehrzahl von Öffnungen 73
aufweist. Die Funktion der Frontplatte 72 ist identisch mit
der Funktion der Frontplatte 32 bzw. 52. die Frontplatte 72
eingelassen ist ein Batteriekammerdeckel 74.
Fig. 6 zeigt eine Detaildarstellung der Schutzabdeckung 9
bzw. 27 in Form eines Gummigitters, wie sie bei den ver
schiedenen Ausführungsformen der Erfindung verwendet werden
kann. Ein Gummigitter als Schutzabdeckung ist vorteilhaft,
da dieses sowohl schall- als auch luftdurchlässig ist und
dennoch Cerumen sicher abhält. Die Schutzabdeckung 9 bzw. 27
kann vorzugsweise mit der jeweiligen schlauchförmigen bzw.
doppelschlauchförmigen Hülle 6, 23 bzw. 42 einstückig ausge
bildet sein und aus dem gleichen hautfreundlichen Material
bestehen. Anstelle eines Gitters kann auch eine schall- und
luftdurchlässige Membran verwendet werden.
Die Fig. 7a, b und c zeigen verschiedene Varianten der
Frontplatte 32 bzw. 52 bzw. 72, wie sie bei den Ausführungs
formen gemäß den Fig. 3, 4 und 5 verwendet werden können.
Hinsichtlich Form, Größe und Anzahl der Öffnungen 33, 53 bzw.
73 in der Frontplatte 32, 52 bzw. 72 können zum einen die
Hörgeräte-akkustischen Parameter, wie Stimmodulation, Rück
kopplung etc. beeinflußt werden und darüber hinaus auch die
Ästhetik und das Aussehen des Hörgeräts. Dies dürfte insbe
sondere bei jugendlichen Trägern wichtig sein.
Die Fig. 8a und 8b zeigen schließlich zwei unterschiedli
che Möglichkeiten der Befestigung der Frontplatte 32, 52, 72
an dem proximalen Ende des Hörgeräts. Fig. 8a zeigt eine
Ausführungsform mit verschiebbarer Verschlußelemente 76 und
Fig. 8b zeigt eine Ausführungsform der Frontplatte 32, 52,
72 mit einem Drehverschlußmechanismus 78.
Fig. 9 zeigt eine Ausführungsform der Erfindung für ein HdO-
Gerät, mit dem Stimmodulation, Rückkopplung, Belüftung des
Gehörgangs etc. beeinflußbar und individuell anpaßbar sind.
Mit der Ausführungsform nach Fig. 1 übereinstimmende Kompo
nenten sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Unter
der Hülle 6 und parallel zu dem Teil 4 des Standardschlauchs
5 ist ein Belüftungsschlauch 80 angeordnet, der einen Luft
austausch zwischen dem Bereich des Gehörgangs zwischen Trom
melfell und Teil 4 des Standardschlauchs 5 mit der Außenwelt
ermöglicht.
Zur Beeinflussung von Stimmodulation, Rückkopplungseffekten,
Belüftung, etc. weist dieser Belüftungsschlauch 80 einen de
finierten Innendurchmesser auf. Alternativ kann der Be
lüftungsschlauch 80 am proximalen Ende, d. h. an dem Ende,
das von der Ohrmuschel aus zugänglich ist, mit einem Pfrop
fen 82 versehen werden, der eine Bohrungen 83 mit definier
tem Durchmesser aufweist, wie dies aus Fig. 9c zu ersehen
ist. Da der Pfropfen 82 von außen zugänglich ist, kann vor
Ort ein Pfropfen 82 mit passender Bohrung 83 ausgewählt wer
den. Desweiteren können in dem Belüftungsschlauch 80 nicht
näher dargestellte Sperrmittel vorgesehen werden, mit denen
der Belüftungsschlauch 80 mehr oder weniger abgesperrt wer
den kann. Hinsichtlich dieser Möglichkeit wird auf die
G 90 03 269.1 vollinhaltlich bezug genommen.
Durch die Frontplatte kann auch die Batteriekammer eines
Hörgeräts abgedeckt werden. Die Abdeckung der Batterikammer
kann auch in die Frontplatte eingelassen sein, wie dies aus
den Fig. 5b und 5c zu ersehen ist. Die Mikrofonöffnung
kann sowohl unter als auch auf der Frontplatte angeordnet
sein. Auf der Frontplatte kann auch eine Solarzelle zur En
ergieversorgung des Hörgeräts angeordnet sein.
Die elastische schlauchförmige oder doppelschlauförmige
Hülle 6, 23, 42 bzw. 62 wird in unterschiedlichen Größen und
Stärken gefertigt, so daß bereits in nicht ausgedehntem Zu
stand eine Grobanpassung an die jeweiligen Dimensionen des
Gehörgangs vorgenommen werden kann.
Mit den erfindungsgemäßen Hörgeräten ist es auch möglich vor
Ort ein den jeweiligen Eigenheiten des Trägers angepaßtes
Hörgerät auszuwählen. Hierzu wird zunächst ein Hörgerät mit
einer doppelschlauchförmigen Hülle eingesetzt und in die
Hülle Luft eingeblasen, so daß sich die Hülle eng an den Ge
hörgang und die Concha anschmiegt. Dann werden die akusti
schen Kenndaten ermittelt und ein dem jeweiligen Hörvermögen
optimal angepaßtes Hörgerät ausgewählt. Bei IdO-Geräten wird
hierbei auch die Frontplatte individuell angepaßt. Schließ
lich wird die Luft aus der doppelschlauchförmigen Hülle ent
zogen und statt dessen wird eine schnellhärtende Kunststoff
masse eingefüllt. Durch Kaubewegungen des Trägers kann die
Sitz- und Paßform dieser vor Ort hergestellten Otoplastik
optimiert werden.
Claims (18)
1. Im Ohr zu tragendes Teil eines Hörgerät oder im Ohr zu
tragendes Hörgerät, gekennzeichnet durch eine schlauch
förmige Hülle (6; 23; 42; 62), die in eingesetztem Zu
stand an der Wand des Gehörgangs (2) zu liegen kommt,
und im Querschnitt veränderbar ist, so daß das Hörgerät
oder das im Ohr zutragende Teil eines Hörgeräts im Ge
hörgang (2) fixierbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das dem Trommelfell zugewandte Ende (25) des in den
Gehörgang (2) einzuführenden Teiles mit einer schall-
und luftdurchlässigen Schutzabdeckung (9; 27), z. B. in
Form eines Gummigitters versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem dem Trommelfell zugewandten Ende (25)
des in den Gehörgang (2) einzuführenden Teils und der
Schutzabdeckung (9; 27) ein Abstandshalter (28) vorge
sehen ist.
4. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem dem Trom
melfell zugewandte Ende (25) des in den Gehörgang (2)
einzuführenden Teiles ein feuchtigkeitsaufnehmendes
Mittel (30), insbesondere in Form eines Gazestreifes
vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülle (9;
23) eine doppelschlauchförmige Hülle aus einem elasti
schen Material ist, die einen Hohlraum definiert, in
dessen Inneren über eine verschließbare Öffnung (8; 29)
ein Fluid einfüllbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fluid Luft ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Fluid eine schnell aushärtende Masse ist.
8. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß mechanische Mittel (43,
44, 48, 50; 64, 66, 68) vorgesehen sind mit denen die
Hülle (42; 62) an die Wände des Gehörgangs andrückbar
und dort arretierbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanischen Mittel elastisch biegsame Streifen
(44) umfassen, die unter der Hülle (42) angeordnet sind
und die in gebogenem Zustand arretierbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die mechanischen Mittel eine Art Regenschirmmecha
nismus (64, 66, 68) sind.
11. Vorrichtung nach wenigstens einen der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das im Ohr zu
tragende Teil (4, 5; 22) des Hörgeräts ein austauschba
res Standardbauteil ist, über dem die schlauchförmige
Hülle (6; 23; 42; 62) angeordnet ist.
12. Hörgerät nach wenigstens einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Hörgerät ein
Gehörganggerät (20; 40; 60) bzw. ein Conchagerät (10)
bzw. ein IdO-Gerät mit einem distalem dem Trommelfell
zugewandten Ende (25) und einem proximalen in der Ohr
muschel (3) von außen sichtbarem Ende (24) ist, daß we
nigstens ein Belüftungskanal (31) vorgesehen ist, der
das distale Ende (25) mit dem proximalen Ende (24) ver
bindet.
13. Hörgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß
der Belüftungskanal durch das Innere des Hörgeräts ge
führt ist, in dem Hörer, Elektronik und Mikrofon ange
ordnet sind.
14. Hörgerät nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeich
net, daß der Belüftungskanal (31) am proximalen Ende
(24) mit einer individuell wählbaren Frontplatte (32;
52; 72) verschließbar ist, die Öffnungen (33; 53; 73)
aufweist, deren Form, Größe und Anzahl den individuel
len Eigenheiten des Trägers angepaßt sind.
15. Hörgerät nach wenigstens einem der vorhergehenden An
sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß unter der Hülle
(6; 23; 42; 62) parallel zu dem im Ohr zu tragendem
Teil eines Hörgeräts ein Belüftungsschlauch (80) ange
ordnet ist, der einen Luftaustausch gewährleistet.
16. Hörgerät nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß
der Belüftungsschlauch (80) eine definierten Innen
durchmesser aufweist oder an dem von der Ohrmuschel (3)
her zugänglichen Ende mit einem Pfropfen (82) versehen
ist, der eine Bohrung (83) mit definiertem Durchmesser
aufweist.
17. Verfahren zur individuellen Auswahl und Anpassung eines
Hörgeräts mit den Verfahrensschritten:
- a) Einsetzen eines Hörgeräts mit einer doppel schlauchförmigen Hülle nach wenigstens einem der An sprüche 5 bis 15;
- b) Einblasen von Luft in die doppelschlauchförmige Hülle, so daß sich diese eng an den Gehörgang an schmiegt;
- c) Auswahl eines auf die ermittelten Kenndaten abge stimmten Hörgeräts; und
- d) Einsetzen des ausgewählten Hörgeräts und Einfüllen einer schnellaushärtenden Masse in die doppelschlauch förmige Hülle.
18. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß
die einzelnen Verfahrensschritte je nach Bedarf wieder
holt werden, bis ein optimal passendes Hörgerät gefun
den ist.
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