DE4328188A1 - Verfahren zur Herstellung von Synthesegas - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von SynthesegasInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Umwandlung von
Kunststoffabfällen in Synthesegas, das als Rohstoff für
chemische Synthesen verwendet werden kann.
Eines der drängendsten Umweltprobleme, dem sich die Fach
welt gegenübersieht, ist die Beseitigung von Abfällen,
darunter auch solchen aus Kunststoff. Die bisher vielfach
geübte Lagerung derartiger Materialien in Mischung mit
anderen Abfällen in Deponien hat sich als fragwürdig
erwiesen, weil sie die langfristige Einwirkung auf
Grundwasser und Boden nicht berücksichtigte. Durch
Lagerung in Sonderdeponien bemüht man sich, solchen Um
weltbelastungen vorzubeugen, weil aber entsprechende
Abladestätten nur in begrenztem Umfang zur Verfügung
stehen, wird die Lösung der Aufgabe, die Abfälle Umwelt
neutral zu beseitigen, tatsächlich nur in die Zukunft
verschoben.
Daher hat man sich in letzter Zeit vielfach bemüht, Ver
fahren zur Aufarbeitung der genannten Abfälle zu ent
wickeln. Sie haben nicht allein die Schonung der Umwelt
zum Ziel, sondern häufig auch die Gewinnung verwertbarer
Produkte aus den ihrer eigentlichen Bestimmung nicht mehr
unmittelbar zuzuführenden Stoffe.
Die Aufarbeitung gebrauchter oder nicht typgerechter
Kunststoffe zum wiederverwertbaren Ursprungsmaterial
scheitert in den meisten Fällen daran, daß Abfälle Kunst
stoffe verschiedener stofflicher Zusammensetzung enthal
ten. Es ist leicht einzusehen, daß sich solche Gemische
im allgemeinen nicht zu einem Ursprungswerkstoff aufar
beiten lassen. Die Trennung der Gemische in Anteile
gleicher stofflicher Beschaffenheit scheitert an der
Schwierigkeit, die einzelnen Komponenten zu identifizie
ren. Aber auch aus Abfällen identischer Kunststoffe kann
nur ausnahmsweise das Ausgangsmaterial in ursprünglicher
Qualität wiedergewonnen werden, weil durch die erforder
lichen chemischen und/oder physikalischen Behandlungs
schritte die molekulare Struktur der Polymerisate und
damit ihre ursprünglichen Eigenschaften verändert wer
den.
Durch Verbrennen können Kunststoffabfälle nur dann ohne
besondere Vorsichtsmaßnahmen entsorgt werden, wenn
sichergestellt ist, daß hierbei keine Schadstoffe in die
Umwelt gelangen. Diese Voraussetzung ist nur in Ausnahme
fällen gegeben, denn häufig enthalten sie chlorhaltige,
aber auch schwefel- oder stickstoffhaltige Bestandteile
sowie Schwermetalle, die bei der Verbrennung zu uner
wünschten Verbrennungsprodukten führen. Entstaubung und
Rauchgaswäsche, gegebenenfalls spezielle Verbrennungsvor
richtungen, sind dann unerläßlich. Förder- und Dosie
rungsprobleme können zusätzlich dann auftreten, wenn die
Abfälle nicht brennbare und nicht schmelzende Fremdstoffe
enthält. Überdies sprechen wirtschaftliche Gründe dage
gen, hochwertige Veredlungsprodukte petrochemischer Roh
stoffe wie deren Rohstoffe, nämlich Erdöl und Erdölpro
dukte, zu verbrennen.
Statt sie zu verbrennen, hat man nicht mehr verwertbare
Kunststoffe auch thermisch gespalten. Die hierzu ent
wickelten Verfahren sind vielgestaltig. So erhält man
durch Abbau von Polyethylen bei 400 bis 450°C ein
Gasolin-Kerosin-Gemisch (C.A. Vol. 76, 1972, 158024 q).
Dieser Prozeß kann auch in Gegenwart von Nickelkatalysa
toren durchgeführt werden (Chem. Ind. XXIII, 1971, 630).
Die Spaltung Kohlenstoff enthaltender organischer Abfälle
synthetischen oder überwiegend synthetischen Ursprungs
erfolgt nach dem Verfahren der EP-A-291 698 unter hydrie
renden Bedingungen und ergibt überwiegend Kohlenwasser
stofffraktionen im Benzin und Mittelöl-(Dieselöl)Siedebe
reich. Abfälle aus Kunststoff und Kautschuk werden nach
dem in der DE-C-22 05 001 beschriebenen Prozeß thermisch
bei 250 bis 450°C in Gegenwart einer bei der Reaktions
temperatur flüssigen Hilfsphase gespalten. Es entstehen
über 90% flüssige Kohlenwasserstoffe und nur in unterge
ordneten Mengen Ruß.
Ein vordergründiges Ziel der thermischen Aufbereitung ist
die Umwandlung der Kunststoffe in flüssige Brennstoffe,
die leicht gefördert und dosiert und in der Verbrennungs
luft homogen verteilt werden können, um eine rauch- und
rußfreie Verbrennung sicherzustellen. Eine vorherige
Verwendung der Kohlenwasserstoffe z. B. als Lösungs-,
Extraktions- oder Reinigungsmittel ist dabei nicht aus
geschlossen.
Ein entscheidender Nachteil der bekannten Verfahren ist
das Erfordernis, die Kunststoffe unter Einhaltung ent
sprechender Temperaturen und Verweilzeiten sehr weitge
hend abzubauen. Überdies erfordern sie eine aufwendige
Abtrennung der in den Kunststoffen oftmals enthaltenen
Feststoffe wie anorganische oder organische Pigmente,
Trübungsmittel und Füllstoffe.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Kunststoff
abfälle in technisch verwertbare Rohstoffe umzuwandeln.
Hierbei sollen in die Kunststoffe eingearbeitete Fest
stoffe im Aufbereitungsprozeß konzentriert und frei von
organischen Bestandteilen anfallen, so daß sie umwelt
schonend entsorgt werden können.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Her
stellung von Synthesegas aus Kunststoffabfällen. Es ist
dadurch gekennzeichnet, daß die Abfälle thermisch über
wiegend zu flüssigen Produkten gespalten und die flüssi
gen Spaltprodukte durch partielle Oxidation in Synthese
gas überführt werden.
Der Begriff Kunststoffabfälle im Sinne des neuen Verfah
rens ist sehr weit zu fassen. Er schließt einheitliche
Stoffe und Stoffgemische gleich welcher Herkunft und
Zusammensetzung ein. Nach ihrem thermischen Verhalten
leiten sich die Abfälle von thermoplastischen oder duro
plastischen Kunststoffen her. Zu den Kunststoffabfällen
zählen gebrauchte Kunststoffe, die zu Verpackungszwecken
dienten oder als Werkstoffe, z. B. in der Bau-, Elektro-
oder Textilindustrie, im Maschinen- und Fahrzeugbau,
verwendet wurden oder zu Artikeln des täglichen Bedarfs,
wie Haushalts- und Sportgeräte oder Spielzeug verarbeitet
worden waren. Kunststoffabfälle sind auch Fehlchargen und
nicht verwertbare Reste und Rückstände aus Produktion und
Verarbeitung. Als Kunststoffabfälle kann man daher kurz
Kunststoffmaterial bezeichnen, das sich nicht regenerie
ren oder einer anderen wirtschaftlichen Verwertung zufüh
ren läßt. Nach dem neuen Verfahren lassen sich Abfälle
z. B. folgender Kunststoffe verarbeiten: Polyolefine,
Vinylharze wie Polyvinylchlorid, Polyvinylacetat und
Polyvinylalkohol, ferner Polystyrole, Polycarbonate,
Polymethylenoxide, Polyacrylate, Polyurethane, Polyami
de, Polyesterharze sowie gehärtete Epoxidharze. Beson
ders einfach ist das Verfahren mit thermoplastischen
Kunststoffen durchzuführen.
Erfindungsgemäß wird das Einsatzmaterial, aus dem grobe
Verunreinigungen wie Metalle, Glas und keramische Werk
stoffe mechanisch abgetrennt wurden, thermisch zu nie
dermolekularen Bruchstücken abgebaut. Grundsätzlich sind
für diesen Verfahrensschritt alle bekannten Prozesse
geeignet, die bevorzugt flüssige und nur in untergeordne
ter Menge gasförmige Zersetzungsprodukte und/oder Ruß
ergeben. Die Spaltung der polymeren Verbindungen kann in
Gegenwart oder Abwesenheit von Wasserstoff erfolgen.
Ebenso ist eine nachträgliche Hydrierung der Spaltproduk
te möglich; es ist jedoch in keinem Teilschritt der
thermischen Vorbehandlung der Abfälle zwingend erforder
lich, unter hydrierenden Bedingungen zu arbeiten. Die
Wahl des für den thermischen Abbau der Kunststoffe ge
eigneten Verfahrens hängt daher weitgehend von den jewei
ligen Gegebenheiten ab.
Die Depolymerisation der Kunststoffabfälle führt nicht nur
zu gut dosierbaren und homogenen, flüssigen Produkten.
Sie hat insbesondere auch eine Entchlorierung der in den
Kunststoffabfällen vielfach vorhandenen, Chlor ent
haltenden Kunststoffe zur Folge. Das Halogen wird als
Chlorwasserstoff abgespalten, der aus den gasförmigen
Abbauprodukten in bekannter Weise ausgewaschen wird. Die
flüssigen Spaltprodukte enthalten Chlor nur noch in ge
ringen Mengen, die bei der anschließenden Vergasung tole
rierbar sind.
Als besonders geeignet hat sich die thermische Aufberei
tung der Kunststoffabfälle bei Temperaturen zwischen 250
und 450°C unter Verwendung einer, bei der Reaktionstempe
ratur flüssigen Hilfsphase erwiesen (vgl. DE-C-22 05 001).
Diese Hilfsphase dient insbesondere zur Übertragung der
Wärme auf die Einsatzstoffe im Spaltreaktor. Darüber
hinaus fördert sie den thermischen Abbau dadurch, daß sie
die Einsatzstoffe in vielen Fällen gelartig aufquellen
läßt. Als Hilfsphase werden mit Erfolg solche Stoffe
angewandt, die die eingesetzten Abfallprodukte und die
Spaltprodukte bei der gegebenen Reaktionstemperatur zu
mindest teilweise lösen. Bewährt haben sich natürliche
oder künstliche wachsartige Kohlenwasserstoffe, ferner
Polyglykole und insbesondere die flüssigen Abbauprodukte
der Kunststoffabfälle selbst.
Der Abbau der aufzubereitenden Abfälle wird dadurch ge
fördert, daß man sie vor der thermischen Spaltung mecha
nisch zerkleinert. Überdies kann er durch Zusatz geeig
neter Katalysatoren beschleunigt werden. So lassen sich
Abfälle, die vorwiegend Polyolefine enthalten, in Gegen
wart von Mangan-, Vanadin-, Kupfer-, Chrom-, Molybdän-
oder Wolframverbindungen bei erhöhter Temperatur leicht
in niedermolekulare Bruchstücke aufspalten. Die kataly
tisch wirksamen Metalle können in den Kunststoffen be
reits in Form der Zuschlagstoffe vorliegen, so daß sich
ihr Zusatz erübrigt.
Die Umwandlung der hochmolekularen Einsatzstoffe erfolgt
in herkömmlichen Reaktoren, z. B. in geschlossenen, mit
einer Heizvorrichtung versehenen Rührkesseln. Üblicher
weise arbeitet man in einer Stufe. Insbesondere wenn sich
bei der Aufarbeitung von Abfällen aggressive Gase ent
wickeln, empfiehlt es sich, den Spaltprozeß zwei- oder
mehrstufig durchzuführen, wobei die Spaltung in den ein
zelnen Stufen im allgemeinen nicht bei gleicher Tempera
tur, sondern mit von Stufe zu Stufe ansteigenden Tempera
turen betrieben wird. So hat es sich bei Einsatz Chlor
enthaltender Polymerer als zweckmäßig erwiesen, wasser
feuchte Kunststoffe zunächst bei mäßiger Temperatur, die
noch nicht zur HCl-Abspaltung führt, zu trocknen, um eine
korrosive Beanspruchung der Reaktorwerkstoffe durch
wäßrigen Chlorwasserstoff zu vermeiden. Erst nach der
Trocknung wird die Temperatur soweit gesteigert, daß
sich als Folge der Spaltung der Polymerisate Chlorwasser
stoff bildet. Die Entchlorierung kann in einer zusätz
lichen Stufe durch weitere Erhöhung der Temperatur und
der Verweilzeit vervollständigt werden. Der stufenweise
thermische Abbau Chlor enthaltender polymerer Substanzen
ermöglicht es, durch Wahl der Reaktionstemperatur, die
aggressive Gase entwickelnden Spaltprodukte bevorzugt in
der ersten Spaltstufe anzureichern, so daß bei der nach
folgenden Abtrennung der für die Umwelt schädlichen Gase
nur ein Teil der Spaltprodukte einer Reinigungsvorrich
tung zugeführt werden müssen. Hervorzuheben ist jedoch,
daß selbst Kunststoffabfälle, die Chlor in einer Größen
ordnung von etwa 5 Gew.-% enthalten, nach dem erfin
dungsgemäßen Verfahren in flüssige Spaltprodukte umge
wandelt werden können, deren Chlorgehalt nur wenige 100
ppm beträgt.
Die Spaltprodukte sieden im Bereich des Rohbenzins
(Naphtha) und der Mitteldestillate und besitzen auch die
Viskosität dieser Erdölfraktionen. Sie lassen sich daher
mit üblichen Vorrichtungen pumpen.
Bei der Spaltung entstandene Kohlenwasserstoffe verlas
sen den Reaktor zum Teil als Dämpfe in Mischung mit
Chlorwasserstoff und geringen Mengen anderer Spaltgase
wie Kohlenmonoxid, Wasserstoff, Stickstoff und Ammoniak.
Sie werden aus dem gasförmigen Gemisch durch partielle
Kondensation als aschefreies Kondensat gewonnen. Es ist
ein für die weitere Aufarbeitung, z. B. auf Naphtha,
geeigneter Rohstoff. Die chlorwasserstoffhaltige Gasphase
kann z. B. in etwa 30%ige Salzsäure überführt werden.
Der restliche Anteil des Spaltproduktes, der die gesamte
Asche enthält, wird flüssig ausgetragen und allein oder
in Mischung mit anderen Rohstoffen, z. B. Naphtha, mit
Wasserdampf und Sauerstoff zu Synthesegas umgesetzt.
Diese Reaktion kann ebenfalls nach bekannten Verfahren
erfolgen. Geeignet sind insbesondere Prozesse, die eine
problemlose Abtrennung der Asche und ihre Gewinnung ohne
fremde Beimischungen erlaubt. Die Lösung dieser Aufgabe
erfordert einen möglichst hohen Kohlenstoffumsatz im
Reaktor, um den Austrag von Ruß zusammen mit der Asche zu
vermeiden. Ferner sind für das Rohgas, das flüssige Asche
mitführt, besondere Kühlvorrichtungen vorzusehen. Bewährt
hat sich die unmittelbare Kühlung mit Wasser in einem
Quenchkühler oder einem aus Strahlungskühler und Konvek
tionskühler bestehenden System. Der Kühlstufe schließen
sich Wasserwäschen an, in der letzte Aschereste entfernt
werden. Die Asche kann in Deponien gelagert oder zu Me
tallen aufgearbeitet werden.
Ein Verfahren, das insbesondere hinsichtlich der Schad
stoffvermeidung den vorstehend skizzierten Ansprüchen
genügt, ist z. B. in der EP-A-0 515 950 beschrieben. Es
ist dadurch charakterisiert, daß man das Einsatzmaterial
unter Bedingungen oxidiert, die zur Bildung von etwa 0,1
bis etwa 0,3 Gew.-% Ruß, bezogen auf den in Form von
Kohlenwasserstoffen eingesetzten Kohlenstoff, führen.
Diese Arbeitsweise läßt sich mit Erfolg auch auf die
Umwandlung der Spaltprodukte von Kunststoffabfällen in
Kohlenmonoxid-Wasserstoff-Gemische anwenden. In diesem
Fall ist der Kohlenstoffgehalt der depolymerisierten
Kunststoffe Bezugsgröße für den Rußanteil. Seine Höhe
wird dabei in bekannter Weise über die zugeführte Sauer
stoffmenge eingestellt, überdies kann sich der Einsatz
eines speziell gestalteten Brenners empfehlen (vgl. z. B.
EP-B-0 095 103). Die Vergasung selbst erfolgt bei Tempe
raturen zwischen 1100 und 1500°C und einem Druck von 1
bis 10 MPa. Das den Vergasungsreaktor mit einer Tempera
tur von 1300 bis 1500°C verlassende Rohgas enthält neben
Ruß in der angegebenen Menge Metalle und/oder Metallver
bindungen in flüssiger Form. Es wird zunächst in einem
Strahlungskühler auf 500 bis 1000°C vorgekühlt, ein Tem
peraturbereich, in dem die metallischen Verunreinigungen
ohne wesentlichen Kontakt mit der Kühlerwandung erstar
ren. Die festen Partikel setzen sich zum Teil im Wasser
sumpf des Strahlungskühlers ab und werden von dort ausge
tragen. Zur weiteren Abkühlung auf 150 bis 300°C, vor
zugsweise 260 bis 280°C, leitet man das noch restliche
Anteile feiner Metallpartikel und Rußteilchen enthalten
de Rohgas in einen Konvektionskühler. Weil die vom Gas
mitgeführten Verunreinigungen bereits im Strahlungskühler
erstarrt sind, beeinträchtigen sie die Wirksamkeit des
Konvektionskühlers durch Verlegung der Strömungswege und
Ablagerungen auf den Austauschflächen nicht. Die nahezu
restlose Abscheidung der Feststoffe erfolgt durch Waschen
des Gases mit Wasser. Dieser Teilschritt des Verfahrens
wird zweckmäßigerweise mit Hilfe von Naßabscheidern des
Standes der Technik z. B. mit Wasser berieselte Füllkör
pertürmen, die gegebenenfalls auch in Verbindung mit
Venturiwäschern angewandt werden können, durchgeführt.
Aus dem Waschwasser wird die Asche durch mechanische
Abtrennung, z. B. Filtration, gewonnen.
Das durch Vergasung der depolymerisierten Kunststoffab
fälle erhaltene Kohlenmonoxid-/Wasserstoffgemisch kann
unmittelbar als Ausgangsstoff für chemische Reaktionen,
z. B. für die Oxosynthese, eingesetzt werden. Entsprechend
der Zusammensetzung von Kunststoffabfällen ist das C/H-
Verhältnis ihrer Spaltprodukte niedriger als das schwerer
Heizöle, dem üblichen Rohstoff für die Synthesegasgewin
nung. Das für bestimmte Anwendungen (z. B. im Oxoprozeß)
benötigte CO/H₂-Verhältnis von 1 : 1 wird daher nicht
immer erreicht. Um den Wasserstoffanteil zu vermindern,
kann aus dem feststofffreien Rohgas in einer Membranan
lage eine wasserstoffreiche Fraktion abgetrennt werden,
die verbrannt oder durch Konvertierung zu reinem Wasser
stoff aufgearbeitet wird. Selbstverständlich läßt sich
aber auch das Gasgemisch insgesamt durch Konvertierung
in Wasserstoff überführen.
In der Abbildung ist das neue Verfahren in Form eines
Blockschemas dargestellt. Kunststoffabfälle werden in der
Depolymerisationsstufe thermisch bei Temperaturen, die,
abhängig vom Verfahren, im Bereich von 200 bis 500°C
liegen, zu flüssigen Produkten abgebaut, deren Fließfä
higkeit etwa der schwerer Heizöle bei gleicher Temperatur
entsprechen. Die Depolymerisation wird von der Abspal
tung von Chlorwasserstoff aus chlorhaltigen Kunststoffen
begleitet, der Chlorwasserstoff wird mit Wasser aus dem
Reaktionsprodukt ausgewaschen und in bekannter Weise,
z. B. zu 30%iger Rohsäure, aufgearbeitet. In Sonderfällen
kann der Chlorwasserstoff auch in einer alkalischen
Wäsche neutralisiert werden. Der Spaltung schließt sich
die Vergasung, d. h. die partielle Oxidation der depolyme
risierten Abfälle mit Sauerstoff in Gegenwart von Wasser
dampf, an. Im Spaltprodukt in geringer Konzentration
verbleibende Chlor-Kohlenstoff-Verbindungen beeinträchti
gen diesen Verfahrensschritt nicht. Das bei der Vergasung
resultierende CO/H₂-Gemisch wird zur Entfernung von
Feststoffen und HCl mit Wasser, dem gegebenenfalls alka
lische Reagenzien, wie Alkalicarbonat oder -hydroxid,
zugesetzt wurde, gewaschen. Zur Herstellung von Synthe
segas mit einem bestimmten, von der Zusammensetzung des
Rohgases abweichenden CO/H₂-Verhältnisses wird das Roh
gas über ein Membranfilter geführt.
Statt Synthesegas kann aus dem Rohgas auch Wasserstoff
gewonnen werden. Hierzu wird es konvertiert, das resul
tierende CO₂/H₂-Gemisch einer chemischen Wäsche zugeführt
und in einer Druckwechsel-Absorptionsstufe in CO₂ und H₂
aufgetrennt.
Claims (11)
1. Verfahren zur Herstellung von Synthesegas aus Kunst
stoffabfällen, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfälle
thermisch überwiegend zu flüssigen Produkten gespalten
und die flüssigen Spaltprodukte durch partielle Oxida
tion in Synthesegas überführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die thermische Spaltung bei Temperaturen zwischen 250
und 450°C unter Verwendung einer bei der Reaktionstempe
ratur flüssigen Hilfsphase erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die flüssige Hilfsphase aus den flüssigen Abbaupro
dukten der Kunststoffabfälle besteht.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Spal
tung in Gegenwart von Katalysatoren erfolgt.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere, wenn
chlorhaltige Kunststoffabfälle vorhanden sind, die ther
mische Spaltung in zwei oder mehr Stufen durchgeführt
wird, wobei die Temperatur von Stufe zu Stufe ansteigt
und durch Wahl der Temperatur die Hauptmenge des als
Spaltprodukt anfallenden Chlorwasserstoffs in der ersten
Stufe gebildet wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die partielle Oxidati
on der flüssigen Spaltprodukte bei Temperaturen zwischen
1100 und 1500°C und einem Druck von 1 bis 10 MPa erfolgt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die partielle Oxida
tion über die zugesetzte Sauerstoffmenge so geführt
wird, daß etwa 0,1 bis etwa 0,3 Gew.-% Ruß, bezogen auf
die flüssigen Spaltprodukte, gebildet werden.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das den Vergasungs
reaktor verlassende Rohgas zunächst in einem Strahlungs
kühler auf 500 bis 1000°C und darauf in einem Konvekti
onskühler auf 150 bis 300°C gekühlt wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das gekühlte Gas mit
Wasser gewaschen und darauf die im Waschwasser suspen
dierte Asche abgetrennt wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das gereinigte Gas zur
Einstellung eines gewünschten CO/H₂-Verhältnisses einer
Membranfilteranlage zugeführt wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das gereinigte Gas
einer Konvertierungsanlage zugeführt wird.
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