DE4326179C2 - Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen Verglasung mit geklebter Fensterscheibe - Google Patents
Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen Verglasung mit geklebter FensterscheibeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß den Oberbegriffen der
Patentansprüche. Derartige Verglasungen mit durch Klebung mit
einem Fensterausschnitt verbundenen Fensterscheiben finden bei
Kraftfahrzeugen Einsatz. Dort ist es bekannt - siehe beispiels
weise die DE 37 30 344 A1, mittels eines mit einer
Extruderdüse bestückten programmierten Handhabungsautomaten auf
die nach Einbau rückwärtige Seite der Fensterscheibe randnah
eine Spacerraupe aufzubringen, die in erster Linie der Wahrung
eines definierten Abstand zwischen der Scheibe einerseits und
einem karosserieseitigen Auflagebereich für diese dient. Weiter
hin wird - ebenfalls mittels eines Handhabungsautomaten - auf
dieselbe Seite der Scheibe eine Kleberraupe aufgebracht, die mit
ihrem Scheitel über den entsprechenden Scheitel des Spacerraupe
übersteht, so daß nach Andrücken der Scheibe an die Auflage
einerseits ein definierter Abstand zwischen dieser und der
Scheibe und andererseits ein fester Halt der Scheibe an der
Aufnahme gewährleistet ist.
Die Spacerraupe, die einen definierten Querschnitt hat, kann
außer dieser Abstandswahrung auch der Lösung anderer Aufgaben
dienen. So kann sie eine über die Ränder der Scheibe überstehen
de Lippe aufweisen, die zur Abdeckung eines Spalts zwischen dem
Scheibenrand einerseits und einem Karosseriebereich andererseits
dient. Schließlich kann die Spacerraupe auch dazu dienen, den
Verbindungsbereich zwischen Scheibe und Auflage gegen Einsicht
von außen abzudecken, d. h. sie kann auch stilistischen Zwecken
dienen.
In der erwähnten DE 37 30 344 A1 dient als Material für die
Spacerraupe ebenfalls ein Kleber. Als besonderer Vorteil des
Aufbringen des Spacers in Form einer Spacerraupe mittels eines
programmierten Handhabungsautomaten wird dort die Möglichkeit
erwähnt, Spacer mit beliebigen Querschnittsformen, selbst mit
kleinem Radius oder in Form winkliger Ecken, einwandfrei herzu
stellen. Als Nachteil wurde aber festgestellt, daß derartige
Querschnittsformen nur dann mit der erforderlichen Genauigkeit
eingehalten werden, wenn der vom Programm des Handhabungsauto
maten und damit letztlich von der Form der Scheibe bestimmte
Radius der Bahn der Extruderdüse einen vorgegebenen Minimalwert
nicht unterschreitet. Dies wiederum bedeutet letztlich eine Be
grenzung des Stylings im Bereich der Fenster auf entsprechend
abgerundete Fensterecken.
Zum Stand der Technik sei ergänzend noch auf die DE 40 34 291 A1 und
DE 39 30 414 A1 hingewiesen, woraus ebenfalls Verfahren zum Herstellen einer
rahmenlosen Verglasung hervorgehen, die zum Verkleben geeignet ist.
Insbesondere aus der zuletzt genannten Druckschrift ist auch bekannt, das Polymerprofil
in kritischen Bereichen, so dem Übergangsbereich von Anfang und Ende des
Rahmenprofils, in einem Nachpreßvorgang weiterzubearbeiten. Allerdings wird kein
Bezug zum vorliegend zu lösenden Problem, der Vorgehensweise im Bereich geringer
Eckenradien, hergestellt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, gattungsgemäße Verfah
ren unter Wahrung ihrer Vorteile insbesondere für die Groß
serienfertigung von Kraftfahrzeugen so zu gestalten, daß die
Beschränkung auf relativ große Kantenradien der Scheiben fort
fällt.
Erfindungsgemäße Lösungen dieser Aufgabe beschreiben die Renn
zeichen der selbständigen Patentansprüche.
Betrachtet man zunächst das Verfahren gemäß Anspruch 1, so wird
die Extruderdüse im Bereich relativ spitzer Scheibenecken nicht
entsprechend dem dort vorliegenden sehr kleinen Radius geführt,
sondern beispielsweise linear längs den beiden dort zusammen
stoßenden Seitenkanten der Scheibe. Es wird also zunächst eine
Überlappung der beiden Spacermaterialstränge in Rauf genommen,
und anschließend wird mittels eines Preßformwerkzeugs bevorzugt
unter Auspressen des überschüssigen Spacermaterials der Spacerraupe
dort die gewünschte Dimension und Querschnittsform gege
ben.
Das Verfahren gemäß Patentanspruch 2 bezieht sich auf eine
Spacerraupe mit einer über die Ränder der Scheibe überstehenden
Lippe, die, wie eingangs beschrieben, der Abdeckung von Spalten
zwischen Scheibenrand und Karosserie dient. Hier erfolgt im Be
reich kritischer Eckenradien der Scheibe vor dem Aufbringen der
Spacerraupe das Aufbringen einer dünnen Kunststoffplatte, die im
Bereich der betreffenden Scheibenecke die Aufgabe der definier
ten Lippe übernimmt. Anschließend wird unter teilweise Abdeckung
dieser Kunststoffplatte die Spacerraupe mit einem Krümmungsradi
us aufgebracht, der automatengerecht ist, also sicherstellt, daß
die gewünschte Querschnittsform der Spacerraupe erzielt wird.
Gemeinsam ist diesen beiden Verfahren also die Vermeidung von
Schwierigkeiten beim Aufbringen einer Spacerraupe im Bereich von
Scheibenecken, die sehr kleine Krümmungsradien besitzen bzw.
spitz ausgeführt sind.
Die beiden beschriebenen Verfahren werden im folgenden anhand
der Zeichnung erläutert, deren Fig. 1 in einem Querschnitt die
Verhältnisse beispielsweise bei einer Windschutzscheibenvergla
sung wiedergibt, während Fig. 2 perspektivisch einen Zwischen
stand bei dem Verfahren nach Anspruch 1 wiedergibt. Die Fig.
3 und 4 sind eine perspektivische Ansicht und ein Querschnitt
auf bzw. durch einen Eckenbereich einer Verglasung für den Fall
des Verfahrens nach Anspruch 2.
Betrachtet man zunächst Fig. 1, so ist dort ein Querschnitt
durch eine Verglasung und einen eine Auflage 1 für diese bil
denden karosserieseitigen Flansch 2 wiedergegeben. Die Glas
scheibe 3 ist im Bereich ihrer Randes mit der Spacerraupe 4 ver
sehen, die aus einem härtbaren Kunststoff oder Kleber besteht
und als wesentliche Bestandteile die den eigentlichen Spacer
bildende Rippe 5, die den Abstand oder Spalt 6 nach außen abdeckende
Lippe 7 und den Bereich 8 enthält, der die Kleberraupe
9 trägt; diese dient zur Erzielung eines festen Halts zwischen
der Verglasung einerseits und der Auflage 1 andererseits. Sowohl
die Spacerraupe 4 als auch die Kleberraupe 9 können mittels
eines Handhabungsautomaten durch Extrudieren aufgebracht werden.
Dieses Aufbringen macht dann Schwierigkeiten, wenn, wie in Fig.
2 angenommen, die Scheibe 20 mit kleinen Radien abgerundete oder
winklige Ecken 21 besitzt. Wird nämlich ein Minimalwert des Ra
dius der Bewegungsbahn des nicht dargestellten, da einen bekann
ten Aufbau besitzenden programmierten Handhabungsautomaten mit
der Extruderdüse unterschritten, ist nicht sichergestellt, daß
der - wie anhand Fig. 1 erläutert - für eine einwandfreie Wir
kung der Spacerraupe erforderliche Querschnitt derselben einge
halten wird. Diese Schwierigkeiten werden bei dem anhand Fig. 2
zu erläuternden Verfahren dadurch vermieden, daß mittels des
Handhabungsautomaten im Extrudierverfahren gleichsam zwei
Spacerraupenzweige 22 und 23 mit den definierten Querschnitten
längs den an der Scheibenecke 21 zusammenstoßenden Scheibenrän
dern 24 und 25 linear aufgetragen werden, wobei sie sich zwangs
läufig im Bereich der Scheibenecke 21 überlappen. An dieser
Stelle liegt also ein erheblich dickerer Querschnitt aus dem
Spacermaterial vor. Um diesen zu beseitigen, d. h. einen über
den gesamten Scheibenumfang konstanten Querschnitt der Spacer
raupe unter Wahrung seiner erforderlichen Gestalt zu erzielen,
findet das die beiden Formhälften 26 und 27 enthaltende Preß
formwerkzeug Einsatz. Während in seine in der Figur untere Hälf
te 27 die Vertiefung 28 zur mit der übrigen Oberfläche der Form
hälfte 27 bündigen Aufnahme der Scheibe 20 eingearbeitet ist,
weist die in der Figur obere Preßformhälfte 26 Ausnehmungen 29
und 30 auf, die dem gewünschten Verlauf und Querschnitt der
Spacerraupe im Bereich der Scheibenecke 21 entsprechen. Mit
ihnen in Fließverbindung stehen nach außen führende Öffnungen
oder Kanäle 30, die den Abfluß des überflüssigen Spacermaterials
zulassen.
Dieses Verfahren gestattet also den. Einsatz von Handhabungsauto
maten zum Aufbringen einer Spacerraupe auch in scharfkantigen
bzw. spitzwinkligen Scheibenecken, ohne daß Nachteile hinsicht
lich der Form des Querschnitts der Spacerraupe in Kauf genommen
werden müssen.
Die Fig. 3 und 4 beziehen sich auf den Fall, daß die dort mit
40 bezeichnete Spacerraupe in der bereits anhand Fig. 1 erläu
terten Weise eine über die Ränder 41 und 42 der Scheibe 43 hin
ausragende Lippe 44 enthält. Wiederum liegt ein scharfwinkliger
oder einen nur kleinen Krümmungsradius aufweisender Eckenbereich
45 der Scheibe 43 vor. In diesem Bereich sieht das erfindungsge
mäße Verfahren vor, zunächst, d. h. vor dem Auftragen der
Spacerraupe 40, auf derselben Oberfläche der Scheibe 43 ein
flaches Kunststoffplättchen 46 anzubringen, das also die Lippe
44 in diesem Bereich gleichsam nachbildet und das anschließend
überdeckt wird von der Spacerraupe 40, die mit einem Radius r
verlegt wird, der erheblich größer als der Scheibenradius im Be
reich der Ecke 45 ist; dadurch wird eine einwandfreie Verlegung
der Spacerraupe 40 sichergestellt.
Die erfindungsgemäßen Verfahren ermöglichen somit die groß
serienfreundliche Aufbringung einer Spacerraupe auf eine
Fensterscheibe unter Anwendung von Extruder-Handhabungsauto
maten.
Claims (2)
1. Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen, zum Verkleben mit
einer Aufnahme eingerichteten Verglasung, wobei mittels Ex
truder-Handhabungsautomaten eine Fensterscheibe einseitig
randnah mit einer Raupe definierten Querschnitts aus härtba
rem Material als Spacer sowie mit einer Kleberraupe versehen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich einer Scheiben
ecke (21), deren Krümmungsradius kleiner als ein mit dem
Handhabungsautomaten erzielbarer minimaler Krümmungsradius
ist, der Handhabungsautomat entsprechend den an der Scheiben
ecke (21) zusammenstoßenden Scheibenrändern (24, 25) im Sinne
einer Überdeckung der Spacerraupe (22, 23) im Bereich der
Scheibenecke (21) geführt und vor dem Aushärten des Spacer
materials mittels eines Preßformwerkzeugs (26, 27) die
Spacerraupe im Überdeckungsbereich geformt wird.
2. Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen, zum Verkleben mit
einer Aufnahme eingerichteten Verglasung, wobei mittels Ex
truder-Handhabungsautomaten eine Fensterscheibe einseitig
randnah mit einer Raupe definierten Querschnitts aus härtba
rem Material als Spacer sowie mit einer Kleberraupe versehen
wird, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung einer
Spacerraupe (40) mit einer über die Scheibenränder (41, 42)
überstehenden Lippe (44, 46) im Bereich einer Scheibenecke
(45), deren Krümmungsradius kleiner als ein mit dem Handha
bungsautomaten erzielbarer Krümmungsradius ist, zunächst zur
Bildung einer Lippe auf die Scheibe (43) eine dünne Kunst
stoffplatte (46) und danach die Spacerraupe (40) unter teil
weiser Überdeckung der Kunststoffplatte (46) mit einem auto
matengerechten Krümmungsradius aufgebracht wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE4326179A DE4326179C2 (de) | 1992-08-10 | 1993-08-04 | Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen Verglasung mit geklebter Fensterscheibe |
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| DE4326179A DE4326179C2 (de) | 1992-08-10 | 1993-08-04 | Verfahren zum Herstellen einer rahmenlosen Verglasung mit geklebter Fensterscheibe |
Publications (2)
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Family
ID=6465191
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4326179C2 (de) |
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1993
- 1993-08-04 DE DE4326179A patent/DE4326179C2/de not_active Expired - Lifetime
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