DE4321286C2 - Digitaler Regelkreis - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen digitalen Regelkreis gemäß dem einleitenden Teil des
unabhängigen Patentanspruchs.
Aus der DE-PS 4 012 577 ist ein Regelsystem für ein reibungsbehaftetes Stellglied in einem
Kraftfahrzeug beschrieben, bei dem ein erster Regler eine erste Größe, die den Ist-Wert der
Stellgliedposition kennzeichnet, mit einer zweiten Größe, die den Soll-Wert kennzeichnet,
vergleicht. Hierbei wird vom ersten Regler eine Eingangsgröße für einen nachgeschalteten
Zweipunktregler berechnet, wobei dieser eine variable Hysteresebreite aufweist, die be
triebskenngrößenabhängig steuerbar ist.
Aus der DE-OS 32 43 549 ist eine volldigitale vierte Drehzahlregelvorrichtung für eine Näh
maschine bekanntgeworden, die einen Mikrocomputer und zwei Bausteine enthält, die
zwecks Datentransfer über einen Steuerbus und einen Datenbus mit dem Mikrocomputer
verbunden sind. Der eine Baustein besteht aus Zählern und bearbeitet die Ist-Wert-Mes
sung, und der andere Baustein besteht aus einem programmier- und retriggerbaren mono
stabilen Multivibrator, der die Stellgröße zusammen mit dem Mikrocomputer bearbeitet. Beim
Soll-Ist-Vergleich wird die Regelabweichung aus binären, den Kehrwerten der Soll- und Ist-
Drehzahl entsprechenden Größen gebildet.
Bei digitalen Regelkreisen ist die Ausgangsgröße des Reglers - die Stellgröße - bedingt
durch die Rechengenauigkeit des Reglers oder die Wortbreite des Ausgabekanals nur stu
fenweise veränderbar. Damit ist der Nachteil verbunden, daß nicht jeder beliebige Ist-Wert
statisch angefahren werden kann. Beispielsweise gilt für einen Drehzahlregler, dessen Stell
größe den Ist-Wert, das heißt die Drehzahl, in zwanzig Stufen im Bereich von 0 bis 2.000
[1/min] einstellen kann, daß die Drehzahl statisch nur in 100-[1/min]-Schritten fixierbar ist.
Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, einen digitalen Regelkreis dahin
gehend zu verbessern, daß auch Zwischenstufen einstellbar sind.
Die Lösung der Aufgabe besteht erfindungsgemäß darin, daß dem konventionellen Regler
ein 2-Punkt-Regler parallel geschaltet ist, dessen Eingangsgröße die Regelabweichung Xd
ist und dessen Stellgröße Y2pkt zu derjenigen Yk des konventionellen Reglers addiert wird,
wobei die Gesamtstellgröße Y = Yk + Y2pkt der Regelstrecke zugeführt wird.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß Zwischenstufen auch anfahrbar sind, wenn
die Stellgröße mit für die Regelstrecke unbemerkbarer Frequenz moduliert wird.
Der zur Modulation der Stellgröße verwendete 2-Punkt-Regler ist bei kleinen Regelabwei
chungen mit einem P-Regler mit unendlicher Verstärkung vergleichbar, das heißt, minimale
Regelabweichungen führen zu einer Änderung der Stellgröße. Bei großen Regelabwei
chungen geht die Verstärkung gegen Null, da die Stellgröße durch den 2-Punkt-Regler ma
ximal um eine Stufe geändert werden kann. Dieses System regelt kleine Regelabweichun
gen durch die hohe Verstärkung aus, führt aber durch die abnehmende Verstärkung bei
steigender Regelabweichung nicht zu instabilen Systemen. Das bedeutet, daß durch den 2-
Punkt-Regler die Stabilität des gesamten Regelsystems nicht beeinflußt wird und trotzdem
die systembedingten Abweichungen durch die Quantisierung der Stellgröße ausgeregelt
werden. Damit ist eine Optimierung des konventionellen Reglers nach bekannten Verfahren,
insbesondere in bezug auf Stabilitätsbetrachtungen, möglich. Unter konventionellen Reglern
sind hier alle Regler mit P-, PI-, I- oder PID-Charakteristik zu verstehen.
Da beim Einsatz dieser konventionellen Regler der I-Anteil auf die "Langsame"-Regelstrecke
abgestimmt ist, müssen die durch die Quantisierung bedingten Abweichungen vom P-Anteil
und gegebenenfalls auch vom D-Anteil ausgeregelt werden. Die Höhe des P-Anteils richtet
sich in den meisten Fällen nach der Stabilitätsgrenze des Regelsystems. Die Modulation der
Stellgröße hängt folglich auch von der Regelstrecke ab, das bedeutet, daß bei vorgegebener
Proportionalverstärkung des P-Anteils der minimale Fehler durch die Quantisierung der
Stellgröße festliegt.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, daß dem konventionellen Regler
Schaltungselemente zur Erzeugung einer Ansprechschwelle Xdmin vorgeordnet sind. Die
Ansprechschwelle sorgt dafür, daß der konventionelle Regler nur auf Regelabweichungen
Xd über einer Schwelle Xdmin reagieren kann. Dadurch wird verhindert, daß der konventio
nelle Regler die Reaktion des 2-Punkt-Reglers verstärkt und damit das Regelverhalten ne
gativ beeinflußt.
Vorzugsweise ist eine Anwendung zur digitalen Drehzahlregelung eines Elektromotors vor
gesehen, wobei die Gesamtstellgröße eine pulsweite modulierte Spannung ist, die durch die
Induktivität des Elektromotors geglättet wird. Zur Umsetzung der digitalen Stellgröße in ein
analoges Signal muß in den meisten Fällen ein Digital-Analog-Wandler eingesetzt werden.
Bei wenigen Anwendungen kann die Stellgröße direkt auf die Regelstrecke gegeben wer
den. Die Regelstrecke führt dann die Digital-Analog-Umsetzung durch ihr integrierendes
Verhalten aus. Das ist beispielsweise bei einer digitalen Drehzahlregelung eines Elektromo
tors durch dessen Induktivität der Fall. Ein drehzahlgeregelter Elektromotor läßt sich mit
Vorteil beispielsweise zur Ansteuerung eines Gebläses im Luft- und/oder Abgasstrom bei
einem mit fossilen Brennstoffen beheizten Warmwasserbereiter anwenden.
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet beziehungs
weise werden nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein Prinzipschaltbild eines erfindungsgemäßen Regelkreises und
Fig. 2 zwei Diagramme zur Veranschaulichung der Funktionsweise des Regelkreises ge
mäß Fig. 1.
Der in Fig. 1 dargestellte digitale Regelkreis besteht im wesentlichen aus einem konven
tionellen Regler 1, der ein P-, PI-, I- oder PID-Regler sein kann, einem diesem vorgeschalte
ten Schwellwertgeber 2, einer nachgeschalteten Regelstrecke 3 und einem zu der Regler-1-,
Schwellwertgeber-2-Baugruppe parallel geschalteten 2-Punkt-Regler 4. Dem Regelkreis
werden die Führungsgröße W und der momentane Ist-Wert X zugeführt. Mittels eines Diffe
renzgliedes 5 wird die Regelabweichung Xd = W-X gebildet. Mit dieser Regelabweichung
Xd wird über einen Verzweigungspunkt 6 sowohl der Schwellwertgeber 2 als auch der 2-
Punkt-Regler 4 beaufschlagt. Wird eine minimale Regelabweichung Xdmin überschritten,
wird der konventionelle Regler 1 aktiviert. Der konventionelle Regler 1 erzeugt eine Stell
größe Yk, während der 2-Punkt-Regler 4 eine Korrekturstellgröße Y2pkt bildet. Beide Reg
lerausgänge sind mit einem Addierglied 7 verbunden. Das Addierglied 7 bildet die Summe
aus den beiden Stellgrößen Yk und Y2pkt. An seinem Ausgang liegt die Gesamtstellgröße Y
als digitales Signal an. Dieses Signal kann entweder direkt auf die Regelstrecke 3 gegeben
werden oder muß noch über einen Digital-Analog-Wandler in eine von der Regelstrecke 3
verarbeitbare Signalform umgesetzt werden. Der 2-Punkt-Regler 4 dient quasi zur Modula
tion der Stellgröße. Bei Regelabweichungen Xd größer oder größer/gleich Null wird auf die
Stellgröße Yk des konventionellen Reglers ein Schritt aufaddiert und damit die Stellgröße
moduliert. Diesen Zusammenhang zeigt Fig. 2 in zwei einander zugeordneten Zeitdia
grammen. Im oberen Diagramm ist der Ist-Wert-Verlauf und im unteren Diagramm die jewei
lige Stellgröße des 2-Punkt-Reglers 4 dargestellt. Ohne Stellgrößenmodulation sind nur weit
auseinanderliegende diskrete Ist-Werte, die hier mit Xyi, Xyi+1 und Xyi+2 bezeichnet sind,
statisch einstellbar. Liegt der Soll-Wert beziehungsweise die Führungsgröße W zwischen
zwei X-Werten, kann die resultierende Regelabweichung Xd erheblich sein. Um eine ge
nauere Einstellung zu ermöglichen, ist daher vorgesehen, daß der relativ grob geteilten
Stellgröße Yk des konventionellen Reglers eine Korrekturstellgröße Y2pkt überlagert wird.
Im Zeitraum zwischen t1 und t2 wird durch den 2-Punkt-Regler 4 ein Ausgangssignal mit
dem Pegel "high" erzeugt, das heißt Y2pkt = 1 Schritt wird aufaddiert. Wird die Soll-Wert-
Abweichung negativ, schaltet der 2-Punkt-Regler auf "low". Das ist im Zeitraum zwischen t2
und t3 der Fall. Dieser Vorgang wiederholt sich bei konstanter Führungsgröße mit der sy
stemeigenen Regelfrequenz. Die durch die Modulation hervorgerufenen Regelschwankun
gen sind folglich nur noch von der Abtastzeit des 2-Punkt-Reglers 4 abhängig.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das oben angegebene Ausführungsbeispiel. Viel
mehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche bei grundsätzlich anders gearteter
Ausbildung von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen.
Claims (4)
1. Digitaler Regelkreis mit einem konventionellen Regler, der eine
Regelabweichung Xd als Differenz zwischen einer Führungsgröße
W und einem Ist-Wert X in eine digitale Stellgröße Yk umsetzt,
welche eine Regelstrecke, unter Zwischenschaltung eines Digital-
Analog-Wandlers, beaufschlagt, deren Ausgangsgröße X
wiederum zur Bildung der Stellgröße Yk dient, dadurch gekenn
zeichnet, daß dem konventionellen Regler (1) ein 2-Punkt-Regler
(4) parallel geschaltet ist, dessen Eingangsgröße die Regelab
weichung Xd ist und dessen Stellgröße Y2pkt zu derjenigen Yk
des konventionellen Reglers (1) addiert wird, wobei die Ge
samtstellgröße Y = Yk + Y2pkt der Regelstrecke (3) zugeführt
wird.
2. Digitaler Regelkreis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß dem konventionellen Regler (1) ein Schwellwertgeber (2) zur
Erzeugung einer Ansprechschwelle Xdmin vorgeschaltet ist.
3. Digitaler Regelkreis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß dieser zur digitalen Drehzahlregelung eines Elektromotors
eingesetzt wird, wobei die Gesamtstellgröße Y eine pulsweite mo
dulierte Spannung ist, die durch die Induktivität des Elektromotors
geglättet wird.
4. Digitaler Regelkreis nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der drehzahlgeregelte Elektromotor zur Ansteuerung eines
Gebläses im Luft- und/oder Abgasstrom eines mit fossilen Brenn
stoffen beheizten Warmwasserbereiters eingesetzt wird.
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