DE4302323C2 - Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode - Google Patents
Langlebige miniaturisierbare ReferenzelektrodeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine langlebige minia
turisierbare Referenzelektrode zur Erzeugung eines
konstanten Bezugs- oder Referenzpotentials in belie
bigen Lösungen. Diese minaturisierbare Referenzelek
trode soll vorzugsweise in der ionenselektiven Poten
tiometrie bei Verwendung von miniaturisierten Meß
elektroden Anwendung finden. Häufige Anwendungsfelder
sind dabei die Umweltanalytik und die klinische Che
mie.
Es ist bekannt, daß in der ionenselektiven Potentio
metrie mit Hilfe einer ionenselektiven Meßelektrode
und einer potentialkonstanten Referenzelektrode eine
elektrochemische Meßkette aufgebaut wird. An der Meß
elektrode stellt sich dabei eine von der Aktivität
des Meßions abhängige Galvanispannung ein. Derartige
ionenselektive Elektroden sind für eine Reihe von
Ionen kommerziell erhältlich und finden eine breite
Anwendung (K. Cammann, Das Arbeiten mit ionenselekti
ven Elektroden, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-
New York, Seite 32, 33, 1977). Die Galvanispannung
ist der unmittelbaren Messung nicht zugänglich, da
man nicht zwei Phasen an ein Meßgerät anschließen
kann, ohne eine neue Phasengrenze mit neuen Gal
vanispannungen hinzuzufügen. Es werden daher zur Mes
sung neben der Meßelektrode potentialkonstante
Referenzelektroden benötigt.
Die primäre Bezugselektrode, deren Potentialdifferenz
gegenüber der Meßlösung per Definition Null gesetzt
wird, ist die Standard-Wasserstoffelektrode. Ein pla
tiniertes Platinblech taucht in eine Lösung vom pH-
Wert Null und wird mit Wasserstoffgas (101,3 kPa)
umspült. Sie dient für Elektroden mit wäßrigem Elek
trolyt generell als Bezugsbasis.
Die Standard-Wasserstoffelektrode aber ist wegen ih
rer komplizierten Handhabung für die tägliche Meßpra
xis kaum geeignet. Hier haben sich die leichter hand
habbaren Elektroden zweiter Art durchgesetzt. Sie
bestehen aus einem Metall, das mit einer dünnen
Schicht eines seiner schwerlöslichen Salze überzogen
ist. Die am häufigsten verwendeten Elektroden dieses
Typs sind die Silber/Silberchlorid- und die Kalomel
elektrode. Sie lassen sich durch folgenden prinzi
piellen Aufbau symbolisieren:
Ag/AgCl, KCl bzw. Hg/Hg2Cl2, KCl.
Der Potentialeinstellung liegen folgende Gleichge
wichte zugrunde:
Ag ↔ Ag+ + e-
Ag+ + Cl- ↔ AgCl.
Ag+ + Cl- ↔ AgCl.
Die eigentlich potentialbestimmte Silberionenaktivi
tät wird aufgrund des Löslichkeitsgleichgewichtes
durch die Chloridionenaktivität bestimmt. Durch Ein
setzen in die Nernstgleichung für die Ag/Ag+-Elektro
de ergibt sich folgender Zusammenhang:
gl = gl° - RT/FlnaCl
mit: gl° = Standardelektrodenpotential
R = allgemeine Gaskonstante
T = absolute Temperatur
F = Faradaykonstante
aCl - = Chloridionenaktivität.
mit: gl° = Standardelektrodenpotential
R = allgemeine Gaskonstante
T = absolute Temperatur
F = Faradaykonstante
aCl - = Chloridionenaktivität.
Voraussetzung für ein konstantes Elektrodenpotential
ist eine konstante Chloridionenaktivität. Da die
Chloridionenaktivität in der Meßlösung fast nie kon
stant ist, wird zwischen Meßlösung und Elektrode ein
Stromschlüssel zwischengeschaltet, der meist mit kon
zentrierter KCl als Bezugselektrolyt gefüllt ist. Da
durch wird die Chloridionenaktivität konstant gehal
ten. Bezugselektrolyt und Meßlösung sind durch ein
Diaphragma verbunden, das einen Elektrolytkontakt
herstellt, aber gleichzeitig die Vermischung der bei
den Lösungen weitgehend verhindert. Am Elektrolytkon
takt kommt es zur Ausbildung eines Diffusionspotenti
als, das während der Messung möglichst gering und
konstant sein soll. Seine Konstanz bestimmt die Meß
genauigkeit der gesamten Meßkette entscheidend mit.
Diese Bedingungen werden von Elektrolyten, deren
Kationen und Anionen ähnliche Ionenbeweglichkeiten
besitzen (z. B. KCl), in hohen Konzentrationen er
füllt. Derartige Elektroden eignen sich gut zum Auf
bau von Meßketten in Verbindung mit ionenselektiven
Makroelektroden.
In den letzten Jahren hat die rasche Entwicklung der
Mikroelektronik zur Entwicklung von miniaturisierten
potentiometrischen Sensoren geführt. Dabei ist beson
ders der ionenselektive Feldeffekttransistor (ISFET)
zu nennen. Derartige Sensoren besitzen eine Reihe von
Vorteilen gegenüber herkömmlichen ionenselektiven
Elektroden, wie die Möglichkeit der kostengünstigen
Massenproduktion, die Miniaturisierbarkeit und die
Möglichkeit der Integration.
Bei der Verwendung von derartigen miniaturisierten
Meßelektroden ist eine Miniaturisierung der Refe
renzelektrode notwendig, um ein miniaturisiertes Meß
system zu erhalten. Dabei wurden zunächst Versuche
gemacht, die Ag/AgCl-Referenzelektrode zu miniaturi
sieren (R. Smith, D. C. Scott, IEEE Trans. Biomed.
Eng., BME 33 (1986), 83, und A. Van den Berg, A.
Griesel, H. H. Van den Vlekkert, N. F. De Rooij Sensors
and Actuators B1 (1990) 425-432). Der Miniaturisie
rung der herkömmlichen Referenzelektroden auf der
Basis von Elektroden zweiter Art sind aber Grenzen
gesetzt. Besonders die Miniaturisierung des Bezugs
elektrolytraumes ist problematisch. Eine Verkleine
rung des Volumens führt zu einer Verringerung der
Lebensdauer, da die geringe, aber immer ablaufende
Ineinanderdiffusion von Meß- und Bezugselektrolyt um
so schneller zu Konzentrationsänderungen im Bezugs
elektrolyt führt, je kleiner das Bezugselektrolytvo
lumen ist. Eine Verringerung der Vermischung durch
eine Verkleinerung der Kontaktfläche ist nur bedingt
möglich. Verwendet man ein sehr dichtes Diaphragma,
treten innerhalb dieser dichten Diaphragmazone insta
bile Diffusionspotentiale auf, die die Messung stö
ren. Sehr kleine Öffnungen führen zur Gefahr der Ver
stopfung des Elektrolytkontaktes. Eine Abscheidung
von festem KCl im Bezugselektrolytraum führt zwar zu
einer Vergrößerung der Lebensdauer, aufgrund der
Leichtlöslichkeit des KCl ist dieses Reservoir aber
bald verbraucht. Änderungen der Bezugselektrolytkon
zentration führen zur Änderung des Referenzelektro
denpotentials und damit zu Meßfehlern. Weiterhin ge
langen störende Stoffe aus der Meßlösung viel schnel
ler und in höheren Konzentrationen an die Referenz
elektrodenoberfläche als bei makroskopischen Anord
nungen. Störende Stoffe sind z. B. Redoxsysteme aus
der Probematrix, die ihr Redoxpotential dem elektro
nenleitenden inneren Metallableitelement aufprägen,
Komplexierungsmittel für Ag+-Ionen oder Ionen, die
mit Quecksilber oder Silber schwerer lösliche Verbin
dungen als das Cl--Ion eingehen.
Aus diesem Grund wurden Versuche unternommen, minia
turisierbare Referenzelektroden ohne Bezugselektrolyt
zu entwickeln. Dabei wurde zum einen versucht, die
Oberfläche eines pH-sensitiven ISFETs derart zu modi
fizieren, daß die pH-Sensitivität unterdrückt wird.
Berechnungen (A. Van den Berg, P. Bergveld, D. N.
Reinhoudt, E. J. R. Sudhölter, Sensors and Actuators 8
(1985) 129-148) hatten gezeigt, daß durch eine dra
stische Verringerung der Hydroxylgruppenzahl an der
Sensoroberfläche die pH-Sensitivität stark herabge
setzt werden kann. Es wurde versucht, dieses durch
Ankopplung verschiedener siliziumorganischer Verbin
dungen an die Hydroxylgruppen der Sensoroberfläche zu
erreichen. Es zeigte sich aber, daß es nicht möglich
ist, den notwendigen sehr hohen Anteil an Hydroxyl
gruppen über einen für den praktischen Einsatz des
Sensors ausreichenden Zeitraum zu blockieren, so daß
diese Art der Referenzelektrode bisher keine prakti
sche Anwendung gefunden hat.
Weiterhin wurde versucht, insensitive Polymermembra
nen als Referenzelektrodenoberfläche zu verwenden. Es
wurden "Ion blocking polymers" (T. Matsuo, H. Nakaji
ma, Sensor and Actuators 5 (1984) 293-305) und "Ion
unblocking polymers" (Doktorarbeit, Peter van der
Wal, Universität Twente, 1991) untersucht. Es konnte
in beiden Fällen kein ausreichend stabiles Potential
erzielt werden. Das ist auch verständlich, da beiden
Anordnungen kein stabiler potentialbildender Prozeß
zugrunde liegt.
Ferner wird eine Referenzelektrode auf der Basis ei
ner fluoridsensitiven Elektrode beschrieben (F. Lind
sat, W. Moritz, Poster Eurosensors 92, San Sebastian).
Dabei wird festes CaF2 als poröse Schicht über einer
fluoridsensitiven Membran abgeschieden. Darüber be
findet sich eine Polymermembran, die die Diffusion
hemmt. Dadurch wird eine konstante Fluoridionenakti
vität in der Nähe der sensitiven Membran aufgebaut.
Der große Nachteil dieser Anordnung liegt in der
starken Beeinflußbarkeit der Fluoridionenaktivität
durch die Lösungszusammensetzung. So wird die Fluor
idionenaktivität stark durch die Calciumionenaktivi
tät beeinflußt. Weiterhin führt die geringe Ionenkon
zentration im Bezugselektrolytraum zu stark konzen
trationsabhängigen Diffusionspotentialen.
Die Verwendung von Redoxelektroden anstelle der be
kannten Elektroden zweiter Art zur Potentialableitung
an ionenselektiven Membranen wird in der DE 31 46 066
C2 beschrieben. Das Potential ergibt sich gemäß der
Nernst-Gleichung aus dem Konzentrationsverhältnis der
oxidierten (Ox) und der reduzierten (Red) Form. Die
ses Konzentrationsverhältnis darf sich nicht verän
dern, wenn man Potentialkonstanz erreichen will. Die
se Referenzelektroden zeichnen sich durch das rasche
Einstellverhalten bei Temperaturänderungen aus. Au
ßerdem ist das Referenzelektrodenpotential nicht mehr
von der Absolutkonzentration an Bezugselektrolyt,
sondern nur noch vom Verhältnis Ox/Red abhängig. Die
ses Verhältnis ändert sich bei Verdünnung nicht. Das
dort vorzugsweise verwendete Redoxsystem ist
Iod/Iodid. Der Potentialeinstellung liegt folgende
Redoxreaktion zugrunde:
I2 + 2e- ↔ 2I-
bzw. bei höheren Konzentrationen:
I3 - + 2e- ↔ 3I-.
bzw. bei höheren Konzentrationen:
I3 - + 2e- ↔ 3I-.
Die Miniaturisierung derartiger Redoxelektroden ist
sehr schwierig, da bei einem kleinen Volumen das Kon
zentrationsverhältnis von oxidierter und reduzierter
Form und damit das Referenzelektrodenpotential sehr
schnell durch aus der Lösung eindringende Redoxsyste
me verändert wird.
Die ältere Anmeldung gemäß der DE 42 32 729 A1 be
trifft eine Referenzelektrode, die auf der Ausnutzung des thermodynamisch und
kinetisch kontrollierten Verlaufes von Strom- und
Spannungskennlinien in der Nähe des Null-(Strom-)
Durchganges basiert. Dabei ist die potentialbildende
Grenzfläche stromdurchflossen. Nachteil dieser Anord
nung ist, daß sie meßtechnisch sehr aufwendig ist und
daß das Referenzelektrodenpotential durch die Lö
sunguszusammensetzung beeinflußt werden kann.
Bisher erfüllt also keine der entwickelten Lösungen
die Anforderungen an eine miniaturisierbare Referenz
elektrode. Referenzelektroden ohne Bezugselektrolyt
erfüllen weder theoretisch noch praktisch die Anfor
derungen an Potentialkonstanz und sind damit bisher
ungeeignet. Miniaturisierte Referenzelektroden zwei
ter Art mit Referenzelektrolyt besitzen nur eine ge
ringe Lebensdauer, und es gibt eine Vielzahl von ge
wöhnlich in Meßlösungen vorkommenden Stoffen, die das
Ag/AgCl-System bei Eindiffusion in den kleinen Be
zugselektrolytraum stören. Das Potential von Redoxbe
zugselektroden wird durch in der Lösung vorkommende
Redoxsysteme gestört.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
eine miniaturisierbare Bezugselektrode zu entwickeln,
die sich gegenüber den bekannten Lösungen durch ver
größerte Lebensdauer und wesentliche Verringerung der
störenden Stoffe auszeichnet.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
mindestens zwei Redoxelektroden (Elektronenleiter)
hintereinander in einem Hohlraum angeordnet sind, von
denen eine als Referenzelektrode und mindestens eine
andere als Schutzelektrode dient. Dieser Hohlraum ist
mit einer wäßrigen Lösung oder mit einem wäßrigen Gel
gefüllt (Bezugselektrolyt). Von diesem Hohlraum be
steht von einer Seite ein Elektrolytkontakt zur Meß
lösung. In dieser Lösung oder in diesem Gel oder auf
der Oberfläche der Elektroden befindet sich ein Re
doxpaar. Die Schutzelektrode(n) und die Referenz
elektrode sind so zueinander angeordnet, daß aus der
Meßlösung über den Elektrolytkontakt eindiffundieren
de Stoffe an der (den) Schutzelektrode(n) vorbeidif
fundieren, bevor sie zur Referenzelektrode gelangen.
Das heißt, die Schutzelektrode(n) liegt (liegen) nä
her am Elektrolytkontakt als die Referenzelektrode.
Das Potential der Schutzelektrode(n) wird ständig mit
dem Potential der Referenzelektrode verglichen.
Weicht das Potential der Schutzelektrode vom Potenti
al der Referenzelektrode ab, wird der Schutzelektrode
derart ein Strom aufgeprägt (vorzugsweise gegen eine
Gegenelektrode), daß eine Gleichheit der Potentiale
wieder erreicht wird.
Man erreicht dadurch, daß das Potential der Referenz
elektrode nicht mehr durch in der Lösung vorkommende
reduzierende oder oxidierende Stoffe gestört wird.
Bei einer Veränderung des Ausgangsverhältnisses Ox/-
Red im Elektrodenraum in der Nähe der Grenzfläche
Meßlösung/Bezugselektrolyt durch eindiffundierende
reduzierende oder oxidierende Stoffe ändert sich das
Potential der hier angeordneten Schutzelektrode ge
genüber der Referenzelektrode. Erfindungsgemäß setzt
jetzt ein Stromfluß, d. h. eine chemische Reaktion,
ein, die das Ausgangsverhältnis Ox/Red und damit das
Ausgangspotential wieder einstellt. Eindringende stö
rende reduzierende oder oxidierende Stoffe werden
somit "unschädlich" gemacht, bevor sie zur Referenz
elektrode vordringen können.
Die neue Referenzelektrode besitzt weiterhin die Vor
teile von Redoxreferenzelektroden, wie schnelle Po
tentialeinstellung bei Temperaturänderung und Poten
tialstabilität, auch bei Verdünnung des Bezugselek
trolyten.
Der Bezugselektrolytraum kann durch Hohlräume belie
biger Geometrie in beliebigem Material oder nur durch
das Gel selbst, das noch teilweise durch eine Poly
merschicht abgedeckt sein kann, gebildet werden. Da
bei sind Geometrien mit kleinen Öffnungen vorzuzie
hen, um eine möglichst langsame Vermischung von Be
zugselektrolyt und Meßlösung zu erreichen. Bei Sili
ziumsensoren kann der Bezugselektrolytraum vorzugs
weise durch Ätzstrukturen gebildet werden.
Zwischen Meßlösung und Bezugselektrolytraum muß ein
Elektrolytkontakt hergestellt werden, d. h. die Grenz
fläche zwischen den beiden Flüssigkeiten muß so ge
staltet werden, daß eine Überführung von Ionen zwi
schen Bezugselektrolytraum und Meßlösung möglich ist.
Dieser Elektrolytkontakt kann durch eine kleine Öff
nung, ein Diaphragma, einen Schliff, die Gel/Wasser-
Grenzfläche oder andere dem Fachmann bekannte Anord
nungen hergestellt werden. Es ist auch möglich, zwi
schen Bezugselektrolyt und Meßlösung noch einen oder
mehrere Stromschlüssel zu schalten, die einen oder
mehrere weitere Elektrolyten enthalten.
An der Grenzfläche zwischen zwei Elektrolytlösungen
verschiedener Zusammensetzung tritt durch die Diffu
sion von Ionen aus der einen Lösung in die andere
infolge der unterschiedlichen Diffusionsgeschwindig
keit der Ionen eine Spannung auf, die als Diffusions
potential bezeichnet wird. Dieses Diffusionspotential
kann durch Zusatz geeigneter Elektrolyte, deren Ionen
entgegengesetzte Ionenbeweglichkeitsdifferenzen wie
die Kationen und Anionen des Bezugselektrolyten ha
ben, verringert werden.
Als Redoxelektroden können vorzugsweise Metallelek
troden oder Graphitelektroden (mit oder ohne chemisch
modifizierte Oberfläche), auch in Kompositbauweise
(z. B. Kohlepaste, "glassy carbon"), eingesetzt wer
den.
Die Schutzelektrode kann auch in poröser Form einen
Teil des Hohlraumes über den ganzen Querschnitt aus
füllen.
Die Potentialgleichheit zwischen Referenzelektrode
und Schutzelektrode kann vorzugsweise mittels eines
Potentiostaten aufrechterhalten werden.
Das Redoxpaar kann im Gel oder in der Lösung gelöst
sein. Vorteilhaft ist dabei, die Redoxpartner aus
einem Depot (z. B. aus einem Feststoff über das Lös
lichkeitsgleichgewicht, aus einem Ionenaustauscher,
oder aus einer organischen Phase nach dem Nernst
schen Verteilungssatz) nachzuliefern. Das garantiert
eine lange Lebensdauer. Weiterhin kann das Redoxpaar
an der Oberfläche (z. B. durch kovalente Ankoppelung)
gebunden sein.
Die Erfindung wird nachfolgend in Verbindung mit der
Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel erläutert.
Fig. 1 zeigt eine minaturisierte Referenzelektrode,
die in eine in Silizium durch anisotrope Ätztechniken
hergestellte Struktur mit einem elektronenleitenden
Diaphragma in der Spitze integriert wurde. Dabei
stellt das elektronenleitende Diaphragma einen Teil
der Schutzelektrode 1 dar. Die Elektrode 16 dient zur
Kontaktierung der Schutzelektrode 1. Der Hohlraum 6
wird von einem pyramidenförmigen Mikrocontainment und
einer sich daran anschließenden Kapillare gebildet.
In dem Hohlraum 6 befindet sich ein Gel 5, in dem ein
Redoxsystem (z. B. Iod/Iodid) gelöst ist. Der Schutz
elektrode 1 wird mittels eines Potentiostaten (nicht
abgebildet) das Potential der Referenzelektrode 2
aufgeprägt. Auf dem Träger befindet sich eine Gegen
elektrode (nicht abgebildet) in Kontakt mit der Meß
lösung 3. Der Elektrolytkontakt 4 findet durch die
Gel/Waser-Grenzfläche statt.
Fig. 2 zeigt eine miniaturisierte Referenzelektrode,
die in eine in Silizium durch anisotrope Ätztechniken
hergestellte Struktur integriert wurde. Der Hohlraum
6 wird von einem pyramidenförmigen Mikrocontainment
und einer sich daran anschließenden Kapillare gebil
det. In dem Hohlraum 6 befinden sich ein Gel 5, in
dem ein Redoxsystem gelöst ist, und ungelöstes Redox
system 7 als feste Phase. Der Schutzelektrode 1 wird
mittels eines Potentiostaten (nicht abgebildet) das
Potential der Referenzelektrode 2 aufgeprägt. Auf dem
Träger befindet sich eine Gegenelektrode (nicht abge
bildet) in Kontakt mit der Meßlösung 3.
Fig. 3 zeigt eine Referenzelektrode in einem Polymer
substrat 11. In dem Polymersubstrat 11 befindet sich
eine Vertiefung, in der sich die Schutzelektrode 8
und die Referenzelektrode 9 befinden. An die Oberflä
che dieser beiden Elektroden 8, 9 wurde kovalent ein
Redoxpaar gekoppelt (z. B. Ferrocenderivat). In der
Vertiefung befindet sich eine wäßrige Lösung. Die
Vertiefung ist bis auf den Elektrolytkontakt 12 an
der Spitze mit einem geeigneten Material verkapselt
(z. B. Polymerfolie 13). Weiterhin befindet sich auf
diesem Substrat die Gegenelektrode 10. Der Hohlraum
15 wird dabei durch die mit der Polymerfolie 13 um
schlossene Vertiefung gebildet (Fig. 3b).
Claims (12)
1. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode,
bestehend aus einer Redoxelektrode, die mit ei
nem Bezugselektrolyt in Verbindung steht, zur
Erzeugung eines konstanten Bezugs- oder Refe
renzpotentials in beliebigen Lösungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß
- a) zwei oder mehrere Redoxelektroden hinter einander in einem Hohlraum angeordnet sind, von denen eine als Referenzelektrode und mindestens eine andere als Schutzelektrode dient,
- b) sich eine wäßrige Lösung oder ein wäßriges Gel als Bezugselektrolyt in diesem Hohlraum befindet,
- c) sich in dieser wäßrigen Lösung oder in die sem Gel oder auf der Oberfläche der Redox elektrode ein Redoxpaar befindet,
- d) von diesem Hohlraum aus ein Elektrolytkon takt zu einer Meßlösung besteht,
- e) die Schutzelektrode(n) und die Referenzel ektrode so zueinander angeordnet sind, daß aus der Meßlösung über den Elektrolytkon takt eindiffundierende Stoffe an der (den) Schutzelektrode(n) vorbeidiffundieren, be vor sie zur Referenzelektrode gelangen,
- f) das Potential der Schutzelektrode(n) stän dig mit dem Potential der Referenzelektrode verglichen wird, und
- g) daß bei Abweichungen dieses Potentials vom Referenzelektrodenpotential der (den) Schutzelektrode(n) derart ein Strom aufge prägt wird, daß eine Gleichheit der Poten tiale wieder erreicht wird.
2. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Bezugselektro
lytraum durch das Gel selbst, das noch teilweise
durch eine Polymerschicht abgedeckt ist, gebil
det wird.
3. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Hohlraum in ei
nem Siliziumsensor durch Ätzstrukturen gebildet
wird.
4. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolytkon
takt zwischen Meßlösung und Hohlraum durch eine
kleine Öffnung, ein Diaphragma, einen Schliff
oder die Gel/Wasser-Grenzfläche hergestellt
wird.
5. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß sich zwischen Hohl
raum und Meßlösung ein Stromschlüssel mit einem
oder mehreren weiteren Elektrolyten befindet.
6. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß als Redoxelektroden
Metallelektroden oder Graphitelektroden einge
setzt werden.
7. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzelektrode
in poröser Form einen Teil des Hohlraums über
den ganzen Querschnitt ausfüllt.
8. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Redoxpaar in der
Lösung oder im Gel aus einem Depot bereitge
stellt wird.
9. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß als Depot für das
Redoxpaar Feststoffe mit einer begrenzten und
geringen Löslichkeit in wäßrigen Medien, organi
sche Lösungsmittel, in denen die Redoxpartner
gelöst sind, Ionenaustauscher oder affinitäts
bindende Phasen verwendet werden.
10. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Redoxpaar direkt
an der Elektrodenoberfläche gebunden wird.
11. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Potentialgleich
heit zwischen Referenz- und Schutzelektrode mit
tels eines Potentiostaten aufrechterhalten wird.
12. Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß neben dem Redoxpaar
weitere Elektrolyte zur Verringerung von Diffu
sionspotentialen im Hohlraum enthalten sind.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934302323 DE4302323C2 (de) | 1993-01-28 | 1993-01-28 | Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode |
| PCT/DE1994/000082 WO1994017400A1 (de) | 1993-01-28 | 1994-01-27 | Langlebige miniaturisierbare referenzelektrode |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19934302323 DE4302323C2 (de) | 1993-01-28 | 1993-01-28 | Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4302323A1 DE4302323A1 (de) | 1994-08-04 |
| DE4302323C2 true DE4302323C2 (de) | 1998-11-26 |
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ID=6479102
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19934302323 Expired - Fee Related DE4302323C2 (de) | 1993-01-28 | 1993-01-28 | Langlebige miniaturisierbare Referenzelektrode |
Country Status (2)
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1994
- 1994-01-27 WO PCT/DE1994/000082 patent/WO1994017400A1/de not_active Ceased
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Also Published As
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|---|---|
| DE4302323A1 (de) | 1994-08-04 |
| WO1994017400A1 (de) | 1994-08-04 |
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