DE4232011C1 - Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/Wertstofffraktionen - Google Patents
Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/WertstofffraktionenInfo
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Description
Nicht zuletzt, um Rohstoffe einzusparen, Entsorgungskapazi
täten für Müll od. dgl. zu schonen und Energie einzusparen,
ist man bemüht, den beim Verbraucher anfallenden Müll so
weit wie möglich von wiederverwertbaren Wertstoffen zu be
freien und/oder den Müll in einzelne Fraktionen zu trennen,
die getrennt gesammelt und dann einer Weiterverwertung zu
geführt werden.
Es ist dabei bekannt, in Gemeinden z. B. an einigen bestimm
ten Stellen Großbehälter zur getrennten Sammlung von Pa
pier, Glas, Metallen u. dgl. aufzustellen und im sogenann
ten Bringesystem diese wiederverwertbaren Abfallbestand
teile zu sammeln, wobei man hier auf die Bereitschaft der
Endverbraucher angewiesen ist, diese Wertstoffe zu den Sam
melcontainern zu bringen.
Effektiver kann eine derartige Abfall- bzw. Wertstoffsamm
lung im sogenannten Holesystem durchgeführt werden, bei dem
unmittelbar beim Endverbraucher Mehrbehältersysteme mit
Monotonnen aufgestellt werden, die, bespielsweise farblich
gekennzeichnet, mit den unterschiedlichen Wertstoffen be
füllt werden können. Diese Monotonnen werden dann mittels
entsprechender Müllfahrzeuge entleert und dem Endverbrau
cher wieder geleert zur Verfügung gestellt.
Um die Zahl der Tonnen nicht unnötig zu vergrößern, ist es
auch bekannt, sogenannte Mehrkammertonnen kleinerer und
größerer Bauweise zur Verfügung zu stellen, etwa nach der
DE-25 58 433, DE-35 10 472 oder DE-39 37 670. Eine durch
eine senkrechte Trennwand in zwei Bereiche trennbare, soge
nannte Mehrkammer-Müllbox ist auch durch das sogenannte
Mekam-System der Firma Otto bzw. durch Firma Dornier be
kanntgeworden. Neben diesen Mehrkammertonnen sind auch die
entsprechenden Entsorgungsfahrzeuge bekannt mit mehreren
Kammern, etwa vom oben erwähnten Mekam-System oder nach DE-
25 58 433, DE-34 34 581, DE-35 06 586, DE-35 37 546, DE-
35 43 102, DE-39 37 670 und DE-40 24 568. Aus der
DE-40 07 104 ist ein Mehrkammermülleimer und ein Mehrkam
mermüllwagen bekannt, wobei die Anzahl der vorgesehenen
Fächer größer ist als die Anzahl der Abfallsorten, um eine
unterschiedliche Anzahl von Einzelfächern einzeln oder ge
meinsam für Abfallsorten verwenden zu können je nach
Mengenanfall.
Viele der bekannten Lösungen weisen noch Nachteile auf, zum
einen in der Handhabbarkeit beim Endverbraucher, zum ande
ren in der Handhabbarkeit am Entsorgungsfahrzeug, weil dort
in der Regel häufig nicht mit letzter Sicherheit eine exak
te Trennung gewährleistet ist, insbesondere wenn lediglich
senkrecht stehende Trennwandkammern beim Abwurf die einzel
nen Fraktionen voneinander entfernt halten müssen.
Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung einer Lösung,
mit der eine einfache Handhabung beim Endverbraucher und
eine vom Endverbraucher bis zur Wiederverwertung durchgän
gig sichergestellte Trennung der Wertstofffraktionen ge
währleistet ist, ebenso wie eine einfache und sichere Hand
habung am Entsorgungsfahrzeug.
Mit einer Einrichtung der eingangs bezeichneten Art wird
diese Aufgabe gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1 gelöst.
Die Erfindung macht sich die bereits bekannte Idee zunutze,
am Ort des Endverbrauchers jenem einfach zu handhabende
Kleinbehälter in schubfachartiger Ausführung zur Verfügung
zu stellen, wobei diese Sammelboxen dann rasch und problem
los, insbesondere synchron, von einem Entsorgungsfahrzeug
aufgenommen und entleert werden können, wobei über das Sam
melfahrzeug dann, wie für sich gesehen ebenfalls bekannt,
die einzelnen Fraktionen unterschiedlichen Aufnahmekammern
des Sammelfahrzeuges zugeführt werden.
Mit der Erfindung läßt sich insbesondere eine extreme Be
schleunigung und Automatisierung beim Sammeln der Wertstof
fe bzw. der Müllfraktionen erreichen, da trotz eines Mehr
kammersystemes eine synchrone Entleerung der einzelnen Kam
mern vorgenommen werden kann, wobei durch den Einsatz von
unterschiedlichen Sammelboxen auch eine exakte Trennung der
Müllfraktionen bei der Manipulation durch das Sammelfahr
zeug möglich gemacht wird.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Vorteilhaft kann es sein, wenn der Endverbraucher, d. h. der
Benutzer, die Sammelboxen nicht aus dem Aufnahmegestell
ausziehen kann, nicht zuletzt, um Vandalismus zu verhindern
oder aber auch, um keinen Fehlbetätigungen Vorschub zu lei
sten. Dabei kann eine Sperrvorrichtung vorgesehen sein, die
nur durch eine entsprechende Einrichtung am Sammelfahrzeug
entsperrbar ist.
Es können Wiegeeinrichtungen zum Erfassen des Boxeninhaltes
ebenso vorgesehen sein, wie Codiereinrichtungen, die etwa
die Erstellung einer ordnungsgemäßen Rechnung für den End
verbraucher möglich macht. Ein automatisches, elektroni
sches Erfassungssystem, beispielsweise nach müllerzeugenden
Haushalten und anfallendem Gewicht des Mülles zeigt die DE-
40 18 520. Es ist möglich, im gleichen Aufnahmegestell
durch unterschiedliche Schienenanordnungen Boxen gleicher
Grundfläche aber unterschiedlicher Seitenwandhöhe unterzu
bringen, um etwa die Menge oder Volumen unterschiedlichen
anfallenden Mülls oder Wertstoffes besser aufnehmen zu kön
nen. Die Sammelboxen können auch mit einem Geruchsverschluß
versehen sein, etwa mit einem im Aufnahmegestell verblei
benden Deckel, der sich bei Einschub der Boxen auf diese
absenkt.
Wird der Wertstoff über Fördereinrichtungen an der Obersei
te des Müllfahrzeuges in die einzelnen Aufnahmekammern ge
fördert, kann es zweckmäßig sein, diese Förderbereiche mit
einer Staub- und Schallschutzhaube zu versehen, derart, daß
bei der Förderung auftretende Luftverunreinigungen und Ge
räusche nicht in die Umgebung des Sammelfahrzeuges gelan
gen.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung bei
spielsweise näher erläutert. Diese zeigt in
Fig. 1 ein Aufnahmegestell mit Sammelboxen in zwei Sei
tenansichten und in Aufsicht (Fig. 1a bis 1c) sowie
in
Fig. 2 ein Sammelfahrzeug in zwei Seitenansichten und in
Aufsicht (Fig. 2a bis 2c) in jeweils stark verein
fachter Wiedergabe.
In Fig. 1 ist vereinfacht ein Aufnahmegestell 1 mit dort
schubfachartig eingeschobenen Boxen 2a, 2b und 2c aus
Kunststoff und einer Laufradachse 3 mit Laufrädern 3a dar
gestellt. Die Kunststoffboxen 2a bis 2c sind auf Gleit
schienen 4 gelagert, die in ihrer Höhe im Aufnahmegestell 1
variabel einstellbar sind, um Buchsen gleicher Grundgröße
aber unterschiedlicher Wandhöhe aufnehmen zu können. Gemäß
Doppelpfeil 5 können die Boxen vom Verbraucher aus dem
Traggestell 1 schubfachartig ausgezogen und gefüllt werden.
Einen gänzlichen Auszug verhindert eine Sperreinrichtung 6,
die nur vereinfacht gestrichelt dargestellt ist und die
über ein Betätigungsfeld 7 nur von einem Auswurfmechanismus
8 am allgemein mit 9 bezeichneten Sammelfahrzeug (Fig. 2c)
entsperrbar ist. Die obere Box 2a kann entweder, wie in
Fig. 1c angedeutet, einen Einwurf von oben ermöglichen, sie
kann aber auch von einer Abdeckplatte abgeschlossen sein,
um das Eindringen von Regenwasser, Schnee od. dgl. zu ver
hindern, was hier nicht näher dargestellt ist.
Das Sammelfahrzeug 9 weist im dargestellten Beispiel neben
drei Aufnahmekammern 10a, 10b und 10c für drei Wertstoff
fraktionen einen im dargestellten Beispiel am Heck angeord
neten Hub- und Auswurfmechanismus 11 für die Boxen 2 auf.
Der Auswurfmechanismus 11 hebt die Boxen gemäß Pfeil 12
(Fig. 2b) nach oben in Förderrinnen 13, in die der Boxen
inhalt abgekippt wird.
Die Einrichtung kann dabei so getroffen sein, daß bei
spielsweise der Inhalt der unteren Box 2c in die Aufnahme
kammer 10c unmittelbar über eine Einwurföffnung 14 einge
füllt wird, während der Inhalt der Box 2b von einer Förder
einrichtung 15 bis zu einer Einwurföffnung 14b der Aufnah
mekammer 10b gefördert wird, während schließlich der Inhalt
der Box 2a über einen Fördermechanismus bis zu einer Ein
wurföffnung 14a der Aufnahmekammer 10a gefördert wird.
Die Öffnungen 14 und die zugeordneten Fördereinrichtungen
können von einer gemeinsamen, im wesentlichen staub- und
schalldichten Abdeckung 16 abgeschlossen sein, die ggf.
auch wenigstens Bereiche der heckseitigen Hubeinrichtung 11
überdecken kann. Natürlich kann die Hubeinrichtung 11 auch
seitlich am Fahrzeug ggf. doppelt wirkend angebracht sein,
um hier eine Entleerungskapazitätserhöhung zu erreichen.
Die Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Einrichtung ist die
folgende:
Ein vom Kunden mit beispielsweise drei unterschiedlichen
Wertstofffraktionen gefülltes Aufnahmegestell mit den ge
füllten Boxen 2 wird zur Entleerung einem Sammelfahrzeug 9
zugeführt. Über eine Hub- und Auszugseinrichtung 11a werden
nach Entsperrung durch die Einrichtung 8 die drei Boxen 2
aus dem Aufnahmegestell 1 gänzlich in eine getrennte Hubpo
sition ausgezogen, wie sich dies beispielsweise aus Fig. 2b
ergibt. Nunmehr werden sie über die Hubeinrichtung 11 über
Kopf des Fahrzeuges angehoben und ausgeleert, danach abge
senkt und in das Aufnahmegestell 11 zurückgefördert und
dort gegen gänzlichen Auszug wieder gesperrt. Die Einrich
tung kann auch so getroffen sein, daß der Verbraucher je
weils nur eine Box aufziehen kann, wobei die anderen Boxen
gesperrt sind.
Im dargestellten Beispiel ist die Einrichtung dabei so ge
troffen, daß die im Aufnahmegestell 1 an oberer Stelle po
sitionierte Box 2a einen Wertstoff enthält, der der von der
Auswurfeinrichtung 11 am entfernsten liegenden Aufnahmekam
mer 10a zugeordnet ist. Die mittlere Box ist der mittleren
Aufnahmekammer und die untere Box der hinteren Aufnahmekam
mer zugeordnet, wodurch erreicht wird, daß eine insgesamt
im wesentlichen synchrone Bearbeitung möglich ist, d. h. die
Box mit dem längsten Hubweg weist über Kopf den kürzesten
Förderweg für den Wertstoffinhalt auf, die Box mit dem kür
zesten Hubweg ist dem längsten Förderweg zugeordnet, ohne
daß die Erfindung auf diese spezielle Zuordnung beschränkt
wäre.
Nicht dargestellt ist in den Figuren die Möglichkeit, etwa
der Auszugseinrichtung 11a oder der Hubeinrichtung 11 eine
Wiegeeinrichtung zuzuordnen. Über einen z. B. Bar-Code 17,
in Fig. 1a angedeutet, können die Boxen 2 und/oder die Auf
nahmegestelle 1 einem Haushalt oder einem Gebäude oder ei
nem Gebäudekomplex zugeordnet werden, um hier beispielswei
se eine vollelektronische, automatische und reproduzierbare
Abrechnung zu ermöglichen u. dgl. mehr.
Natürlich ist das beschriebene Ausführungsbeispiel der Er
findung noch in vielfacher Hinsicht abzuändern, ohne den
Grundgedanken zu verlassen. Wie schon erwähnt, können die
Auswurfeinrichtungen an den Müllfahrzeugen in anderer Weise
gestaltet sein, die Aufnahmekammern können beispielsweise,
wie an sich bekannt, in Längsrichtung im Fahrzeug angeord
net sein, sie können als einzelne, getrennt aushebbare Con
tainer gestaltet sein, das Aufnahmegestell 1 kann bei
spielsweise in doppelter Breite aber noch von einer Einzel
person manipulierbar gestaltet sein, etwa mit sechs schub
fachartigen Aufnahmeboxen für unterschiedliche Müllfraktio
nen u. dgl. mehr.
Claims (3)
1. Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/Wertstoff
fraktionen aus jeder Fraktion zugeordneten Sammelboxen in
einem gemeinsamen Aufnahmegestell, wobei die Sammelboxen
schubfachartig aus dem Aufnahmegestell ausziehbar und wobei
die Boxeninhalte von einem Sammelfahrzeug aufnehmbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einem Sammelfahrzeug (9) eine Auszugseinrichtung
(11a) zum synchronen Auszug der Boxen (2) aus dem Aufnahme
gestell (1) eine Auswurfeinrichtung zum Umleeren jeder Box
(2) sowie eine Fördereinrichtung für den jeweiligen Boxen
inhalt in unterschiedliche Aufnahmekammern (10) des Sammel
fahrzeuges (9) vorgesehen ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sammelboxen (2) im Aufnahmegestell (1) in der Ge
brauchslage gegen vollständigen und/oder gleichzeitigen
Auszug gesperrt und am Sammelfahrzeug (9) eine den voll
ständigen Auszug ermöglichende Entriegelungseinrichtung (8)
in der Entleerungslage vorgesehen ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fördereinrichtung (11, 15) am Sammelfahrzeug (9) mit
einer Staub- und Schallschutzhaube (16) ausgerüstet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924232011 DE4232011C1 (de) | 1992-09-24 | 1992-09-24 | Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/Wertstofffraktionen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19924232011 DE4232011C1 (de) | 1992-09-24 | 1992-09-24 | Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/Wertstofffraktionen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4232011C1 true DE4232011C1 (de) | 1993-10-21 |
Family
ID=6468739
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924232011 Expired - Fee Related DE4232011C1 (de) | 1992-09-24 | 1992-09-24 | Einrichtung zur Sammlung unterschiedlicher Müll-/Wertstofffraktionen |
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