DE4231767A1 - Waschmittel mit enzymatischem Bleichsystem - Google Patents
Waschmittel mit enzymatischem BleichsystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Bleich- oder Waschmittel, das neben für der
artige Mittel üblichen Inhaltsstoffen ein Bleichsystem aus einem Enzym und
einem Substrat für das Enzym enthält, welches unter Anwendungsbedingungen
des Mittels in der Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen.
Moderne Universalwaschmittel und bleichende Waschhilfsmittel, sogenannte
Bleichmittel, enthalten üblicherweise ein Oxidationsmittel auf Sauerstoff
basis, insbesondere eine Persäure, ein Persäuresalz, Wasserstoffperoxid
oder eine unter wäßrigen Anwendungsbedingungen Wasserstoffperoxid liefern
de Substanz. Da die bleichende Wirkung von Wasserstoffperoxid allein oft
als unzureichend empfunden wird, werden in der Regel Bleichsysteme aus
einer Perverbindung, die in Wasser Wasserstoffperoxid liefert, und einem
Bleichaktivator, der unter Perhydrolysebedingungen eine Persäure generiert,
eingesetzt. Prominentestes Beispiel für ein derartiges Bleichsystem ist
die weit verbreitet eingesetzte Kombination aus Alkaliperborat und
N,N,N′,N′-Tetraacetylethylendiamin. Es hat nicht an Versuchen gefehlt,
dieses Bleichsystem modifizierend zu verbessern. So wird zum Beispiel in
der internationalen Patentanmeldung WO 89/09813 vorgeschlagen, ein Per
oxidase-Enzym, das heißt ein Enzym, welches die Reaktion von Wasserstoff
peroxid mit organischen oder anorganischen Substanzen katalysiert, als
Bleichaktivator zu verwenden.
Alle diese Lösungen des Bleichproblems weisen den Nachteil auf, daß sie
einen Bleichaktivator zur Umwandlung des eingesetzten oder in der Wasch
flotte erzeugten Wasserstoffperoxids in ein reaktiveres Oxidationsagens
benötigen. Die Anmelderin hatte sich zum Ziel gesetzt, ein bleichendes
Mittel zu entwickeln, das ein Bleichsystem enthält, welches auf derartige
Bleichaktivatoren verzichten kann.
Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß die Bleichwirkung von Wasser
stoffperoxid in üblichen Wasch-, Bleich- und Reinigungsflotten auch in Ab
wesenheit üblicher Aktivatoren deutlich gesteigert werden kann, wenn das
Wasserstoffperoxid in situ auf enzymatischem Weg in der flotte erzeugt
wird.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein Bleich- oder Waschmittel, enthal
tend ein Bleichsystem, das unter Anwendungsbedingungen des Mittels in der
Lage ist, Wasserstoffperoxid zu erzeugen, und gegebenenfalls synthetisches
Tensid, organischen und/oder anorganischen Builder sowie sonstige übliche
Bleich- oder Waschmittelbestandteile, welches dadurch gekennzeichnet ist,
daß das Bleichsystem aus einem Oxidase-Aktivität aufweisenden Enzym und
einem Substrat für dieses Enzym besteht.
Oxidasen sind Redox-Enzyme der Klassifizierung EC 1 (gemäß der Einteilung
der Enzyme Commission), die in der Regel flavin-abhängig sind und deren
oxidierte Form in der Lage ist, ein Substrat zu oxidieren. Die dadurch
entstehende reduzierte Form des Enzyms wird in wäßrigen Systemen durch
molekularen Sauerstoff reoxidiert, wobei sich als weiteres Produkt Wasser
stoffperoxid ausbildet. Beispiele für derartige Enzyme und ihre Substrate,
die aus der Bezeichnung des Enzyms hervorgehen, sind D-Aminosäure-Oxidase,
Xanthin-Oxidase, Harnstoff-Oxidase, Alkohol-Oxidase, Cholesterol-Oxidase
und insbesondere Glucose-Oxidase (EC 1.1.34). Das letztgenannte Enzym und
sein Substrat D-Glucose sind wegen ihrer guten Verfügbarkeit bevorzugte
Bestandteile des Bleichsystems im erfindungsgemäßen Bleich- oder Waschmit
tel. Glucose-Oxidase katalysiert nach allgemeiner Lehrmeinung die Reaktion
β-D-Glucose + H2O + O2 → β-D-Gluconsäure-δ-Lacton + H2O2
wobei für die Verwendbarkeit des Enzyms im Bleichsystem des erfindungsge
mäßen Bleich- oder Waschmittels nur die Bildung des H2O2 von Interesse
ist.
Die im erfindungsgemäßen Mittel eingesetzte Oxidase ist ein aus Mikroorga
nismen, insbesondere Bakterien oder Pilzen, gewinnbares Enzym, welches ein
pH-Optimum vorzugsweise im fast neutralen bis schwach alkalischen Bereich
von etwa pH 6 bis pH 9,5 aufweist. Die Aktivität solcher Enzyme wird übli
cherweise in U/g ausgedrückt, wobei die Einheit ("Unit") 1 U der Aktivität
derjenigen Enzymmenge entspricht, die 1 µm ihres Substrats bei pH 7 und
25°C in 1 Minute umsetzt. Vorzugsweise wird als Oxidase eine Glucose-Oxi
dase eingesetzt, wie sie zum Beispiel von Aspergillus niger produziert
wird. Glucose-Oxidasen standardisierter Aktivität sind im Handel erhält
lich und werden beispielsweise von den Firmen E. Merck, Darmstadt, und
Boehringer Mannheim GmbH angeboten. Oxidase wird im erfindungsgemäßen Mit
tel vorzugsweise in solchen Mengen eingesetzt, daß das gesamte Mittel eine
Oxidase-Aktivität von 30 U/g bis 20 000 U/g, insbesondere von 60 U/g bis
15 000 U/g, aufweist. Mittel mit Oxidase-Aktivitäten in den genannten Be
reichen weisen eine für übliche europäische maschinelle Waschverfahren
ausreichend rasche Wasserstoffperoxidfreisetzung auf, wohingegegen die
Steigerung der enthaltenen Oxidasemenge auf höhere Aktivitäten in der Re
gel keine entsprechend hohe Steigerung der Bleichleistung ergibt.
Die Menge des im erfindungsgemäßen Waschmittel enthaltenen Substrats für
die Oxidase richtet sich nach der zum Erzielen des gewünschten Bleichergeb
nisses erforderlichen Wasserstoffperoxidmenge. Hier kann als Anhaltspunkt
dienen, daß bei Enzym-Substrat-Systemen, die pro Mol umgesetztem Substrat
ein Mol Wasserstoffperoxid freisetzen, die Anwesenheit von etwa
0,05 Gew.-% bis 0,1 Gew.-% des Substrats in der Wasch-, Bleich- oder Rei
nigungsflotte in der Regel zur Erzielung eines guten Bleichergebnisses
genügt.
Abweichend zum in WO 89/09813 beschriebenen Befund, daß Wasserstoffperoxid
in Gegenwart von diese Verbindung abbauenden Enzymen eine erhöhte Bleich
wirkung an verschmutzten Textilien aufweisen, wurde von uns gefunden, daß
die gleichzeitige Anwesenheit von Peroxidasen oder Katalasen und dem
Bleichsystem aus einem Oxidase-Aktivität aufweisenden Enzym und einem Sub
strat für dieses Enzym in den erfindungsgemäßen Mitteln der Bleichwirkung
des enzymatisch erzeugten Wasserstoffperoxids abträglich ist. Falls daher,
beispielsweise aus Kostengründen, Enzympräparate eingesetzt werden sollen,
die neben Oxidase auch - oft mit dieser zusammen aus dem produzierenden
Mikroorganismus isolierte - Katalase und/oder Peroxidase enthalten, wird
dem erfindungsgemäßen Mittel vorzugsweise ein Inhibitor für derartige
Wasserstoffperoxid-zerstörende Enzyme zugesetzt. Als sehr wirksam sind in
diesem Zusammenhang insbesondere Hydroxylammoniumsalze, beispielsweise
Hydroxylammoniumsulfat, gefunden worden.
Ein erfindungsgemäßes Mittel kann im Prinzip in jeder beliebigen Form,
beispielsweise als wäßriges oder nicht-wäßriges Flüssigwaschmittel, mehr
oder weniger viskoses, wäßriges oder nicht-wäßriges Pastenprodukt, granu
lares Pulver oder in Stift-, Stück- bzw. Barrenform, konfektioniert wer
den, wobei zur Herstellung derartiger Mittel auf bekannte Verfahren des
einschlägigen Standes der Technik zurückgegriffen werden kann. In einer
bevorzugten Ausführungsform liegt es als rieselfähiges Pulver mit einem
Schüttgewicht von 300 g/l bis 1200 g/l, insbesondere 500 g/l bis 900 g/l,
vor. In derartigen Pulverprodukten wird die Oxidase bevorzugt in an iner
tes, d. h. kein Substrat für das Enzym darstellendes Trägermaterial adsor
bierter Form, in Hüllsubstanzen eingebettet oder in Form üblicher Granu
late mit anorganischen und/oder organischen Trägermaterialien, eingesetzt.
Solche Enzymgranulate können durch mit anderen Enzymen bekannte Verfahren,
wie beispielsweise in der deutschen Patentschrift DE 16 17 232, den
deutschen Offenlegungsschriften DT 20 32 766 oder DE 40 41 752 oder den
europäischen Patentanmeldungen EP 168 526, EP 170 360, EP 270 608 oder
EP 304 331 beschrieben, hergestellt werden. Falls zusätzlich zu Oxidase
weitere übliche Wasch- oder Reinigungsmittelenzyme, zu denen insbesondere
Proteasen, Lipasen, Amylasen und Cellulasen zu rechnen sind, können diese
in getrennten Partikeln enthalten sein oder in Form eines Mehrenzym-Granu
lats, wie beispielsweise in den internationalen Patentanmeldungen
WO 90/09440 oder WO 90/09428 sowie dem dort zitierten Stand der Technik
beschrieben, zusammen mit Oxidase eingesetzt werden.
Bei pulverförmigen Mitteln im Sinne der Erfindung wie auch bei nicht-wäß
rigen flüssigen oder pastenförmigen Mitteln tritt normalerweise bei der
Lagerung keine merkliche Zersetzung des Oxidase-Substrats durch die Oxi
dase auf. In flüssigen oder pastenförmigen Mitteln, die Wasser enthalten,
kann die enzymatische Zersetzung des Substrates bei der Lagerung zum Pro
blem werden, das allerdings durch die Vermeidung von Sauerstoffzutritt zum
erfindungsgemäßen Mittel gelöst werden kann. Wasserhaltige, das heißt mehr
als etwa 3 Gew.-% Wasser enthaltende, flüssige oder pastenförmige erfin
dungsgemäße Mittel werden daher vorzugsweise in luftundurchlässigen Be
hältnissen verpackt gelagert, aus denen sie erst möglichst kurz vor ihrer
Anwendung entnommen werden. Bei maschinellen gewerblichen Waschverfahren
kann dies in einfacher Weise durch die automatische Dosierung des erfin
dungsgemäßen Waschmittels direkt aus dem Transportbehälter, wie zum Bei
spiel in der europäischen Patentanmeldung EP 295 525 beschrieben, erfol
gen. Erfindungsgemäße flüssige bis pastenförmige Mittel für den Gebrauch
in Haushaltswaschmaschinen werden vorzugsweise in portionierter Form, bei
spielsweise in Beutelform, konfektioniert, wobei das ein erfindungsgemäßes
Waschmittel umgebende Behältnismaterial, beispielsweise folienförmiger
Polyvinylakohol, so ausgewählt wird, daß es sich unter den Anwendungsbe
dingungen, das heißt erst in der Waschmaschine während des Waschvorgangs
löst und das Waschmittel freisetzt, so daß das im Waschmittel enthaltene
Bleichsystem erst dann mit dem in der Luft enthaltenen Sauerstoff zusammen
tritt und Wasserstoffperoxid bildet.
In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mittels ist, eben
falls zur Erhöhung der Lagerstabilität, das die Oxidase-Aktivität aufwei
sende Enzym und/oder das Substrat für dieses Enzym mit einer bei Raumtem
peratur oder bei Abwesenheit von Wasser für das Enzym und/oder dessen Sub
strat undurchlässigen Substanz umhüllt, welche unter Anwendungsbedingungen
des Mittels durchlässig für das Enzym und/oder dessen Substrat wird. Zu
diesem Zweck brauchbar sind bei Temperaturen oberhalb Raumtemperatur, ins
besondere im Bereich von 35°C bis 75°C schmelzende organische Substanzen,
beispielsweise Fettalkohole, Polyglykole, Paraffinwachse oder Fettsäure
ester. Auch unter Anwendungsbedingungen der Mittel nicht schmelzende, aber
wasserlösliche bzw. wasserdispergierbare Stoffe, beispielsweise feinteili
ges Alkalialuminosilikat, Schichtsilikat, Ton oder Bentonit, sind geeig
net.
Die erfindungsgemäßen Wasch- oder Bleichmittel können synthetisches an
ionisches, nichtionisches, kationisches und/oder amphoteres Tensid, vor
zugsweise in Mengen von 5 Gew.-% bis 70 Gew.-%, insbesondere von 10 Gew.-%
bis 50 Gew.-%, enthalten. Geeignete Sulfonat-Tenside sind insbesondere
Alkylbenzolsulfonate mit linearen C9- bis C15-Alkylgruppen am Benzolkern,
die als Alkali- oder Ammoniumsalze vorliegen. Zu den geeigneten Anionten
siden des Sulfonat-Typs gehören weiterhin die durch Umsetzung von Fett
säureestern mit Schwefeltrioxid und anschließender Neutralisation erhält
lichen α-Sulfoester, insbesondere die sich von Fettsäuren mit 8 bis 22
C-Atomen, vorzugsweise 12 bis 18 C-Atomen, und linearen Alkoholen mit 1
bis 6 C-Atomen, vorzugsweise 1 bis 4 C-Atomen, ableitenden Sulfonierungs
produkte, sowie die von diesen ableitbaren Sulfofettsäuredisalze.
Zu den brauchbaren Tensiden vom Sulfat-Typ gehören insbesondere primäre
Alkylsulfate mit vorzugsweise linearen Alkylresten mit 10 bis 20 C-Atomen,
die ein Alkali-, Ammonium- oder Alkyl- beziehungsweise Hydroxyalkyl-sub
stituiertes Ammoniumion als Gegenkation besitzen. Besonders geeignet sind
die Derivate der linearen Alkohole mit insbesondere 12 bis 18 C-Atomen und
deren verzweigtkettiger Analoga, der sogenannten Oxoalkohole. Brauchbar
sind demgemäß insbesondere die Sulfatierungsprodukte primärer Fettalkohole
mit linearen Dodecyl-, Tetradecyl-, Hexadecyl- oder Octadecylresten sowie
deren Gemische. Besonders bevorzugte Alkylsulfate enthalten einen Talg
alkylrest, das heißt Mischungen mit im wesentlichen Hexadecyl- und Octa
decylresten. Die Alkylsulfate können in bekannter Weise durch Reaktion der
entsprechenden Alkoholkomponente mit einem üblichen Sulfatierungsreagenz,
insbesondere Schwefeltrioxid oder Chlorsulfonsäure, und anschließende Neu
tralisation mit Alkali-, Ammonium- oder Alkyl- beziehungsweise Hydroxy
alkyl-substituierten Ammoniumbasen hergestellt werden.
Außerdem können die sulfatierten Alkoxylierungsprodukte der genannten Al
kohole, sogenannte Ethersulfate, in den Mitteln enthalten sein. Vorzugs
weise enthalten derartige Ethersulfate 2 bis 30, insbesondere 4 bis 10,
Ethylenglykol-Gruppen pro Molekül.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält ein erfindungsgemäßes Mittel
bis zu 30 Gew.-%, insbesondere von 8 Gew.-% bis 18 Gew.-%, Aniontensid,
das vorzugsweise vollständig aus Alkylsulfat besteht, aber geringe An
teile, insbesondere nicht über 20 Gew.-%, bezogen auf die Alkylsulfat-Kom
ponente, anderes Aniontensid, insbesondere Ethersulfat und/oder Alkylben
zolsulfonat, enthalten kann.
Zu den in Frage kommenden nichtionischen Tensiden, die in den erfindungs
gemäßen Mitteln vorzugsweise in Mengen von 5 Gew.-% bis 70 Gew.-% und ins
besondere von 10 Gew.-% bis 50 Gew.-% enthalten sind, gehören Alkylglyko
side und die Alkoxylate, insbesondere die Ethoxylate und/oder Propoxylate
von linearen oder verzweigtkettigen Alkoholen mit 10 bis 22 C-Atomen, vor
zugsweise 12 bis 18 C-Atomen. Der Alkoxylierungsgrad der Alkohole liegt
dabei zwischen 1 und 20, vorzugsweise zwischen 3 und 10. Sie können in be
kannter Weise durch Umsetzung der entsprechenden gesättigten oder unge
sättigten Alkohole mit den entsprechenden Alkylenoxiden hergestellt wer
den, wobei der im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung gebrauchte
Alkoxylierungsgrad dem molaren Verhältnis von Alkohol zu Alkylenoxid ent
spricht. Geeignet sind insbesondere die Derivate der Fettalkohole, obwohl
auch deren verzweigtkettige Isomere zur Herstellung verwendbarer Alkoxyla
te eingesetzt werden können. Brauchbar sind demgemäß insbesondere die
Ethoxylate primärer Alkohole mit linearen Dodecyl-, Tetradecyl-, Hexa
decyl- oder Octadecylresten sowie deren Gemische. Auch der Einsatz ent
sprechender Alkoxlyate von ein- oder mehrfach ungesättigten Fettalkoholen,
zu denen beispielsweise Oleylalkohol, Elaidylalkohol, Linoleylalkohol,
Linolenylalkohol, Gadoleylalkohol und Erucaalkohol gehört, ist möglich.
Außerdem sind entsprechende Ethoxylierungs- und/oder Propoxylierungspro
dukte von Alkylaminen, vicinalen Diolen und Carbonsäureamiden, die hin
sichtlich des Alkylteils den genannten Alkoholen entsprechen, verwendbar.
Zusätzlich zu den genannten Tensiden können die erfindungsgemäßen Mittel
bis zu 20 Gew.-% Seife, das heißt ein Alkali- oder Ammoniumsalz einer C8-
bis C22-Carbonsäure, enthalten. In pulverförmigen erfindungsgemäßen Mit
teln wird bei Seifengehalten von mindestens 1 Gew.-% bis etwa 5 Gew.-% ein
besonders gutes Einspülverhalten der Mittel beobachtet. Derartige Seifen
gehalte sind daher und auch wegen der schaumregulierenden Wirkung beson
ders bevorzugt. In flüssigen, insbesondere in wasserfreien, erfindungsge
mäßen Mitteln, sind die Kalium- oder Alkanolammonium-Carbonsäuresalze,
beispielsweise von Mono-, Di- oder Triethanol- oder -propanolamin, bevor
zugte Seifen.
Die erfindungsgemäßen Mittel können als wasserunlösliches, wasserdisper
gierbares anorganisches Buildermaterial kristallines oder amorphes Alkali
alumosilikat in Mengen von vorzugsweise 10 Gew.-% bis 65 Gew.-%, insbeson
dere 12 Gew.-% bis 60 Gew.-% und besonders bevorzugt von 30 Gew.-% bis
45 Gew.-% enthalten. Unter diesen sind die kristallinen Alumosilikate,
insbesondere Zeolith NaA und NaX, bevorzugt. Geeignete Alumosilikate wei
sen insbesondere keine Teilchen mit einer Korngröße über 30 µm auf und
bestehen vorzugsweise zu wenigstens 80 Gew.-% aus Teilchen mit einer Größe
unter 10 µm. Ihr Calciumbindevermögen, das nach den Angaben der deutschen
Patentschrift DE 24 12 837 bestimmt werden kann, liegt im Bereich von
100 bis 200 mg CaO pro Gramm.
Zusätzlich zum genannten anorganischen Builder können weitere wasserlös
liche oder wasserunlösliche anorganische Substanzen in den erfindungsge
mäßen Mitteln eingesetzt werden. Geeignet sind in diesem Zusammenhang die
Alkalisilikate, Alkalicarbonate, Alkalihydrogencarbonate und Alkalisulfate
sowie deren Gemische. Derartiges zusätzliches anorganisches Material kann
in Mengen bis zu 60 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 30 Gew.-% und insbesondere
von 1 Gew.-% bis 15 Gew.-% vorhanden sein.
Geeignete wasserlösliche organische Buildersubstanzen sind insbesondere
solche aus der Klasse der Polycarbonsäuren, insbesondere Citronensäure
sowie polymere Acrylsäuren, Methacrylsäuren, Maleinsäuren und Mischpoly
mere aus diesen, die auch geringe Anteile polymerisierbarer Substanzen
ohne Carbonsäurefunktionalität einpolymerisiert enthalten können. Die ge
nannten Säuren werden üblicherweise in Form ihrer Alkalisalze, insbeson
dere ihrer Natrium- oder Kaliumsalze eingesetzt. Derartige organische Buil
dersubstanzen sind vorzugsweise in Mengen von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, ins
besondere von 2 Gew.-% bis 8 Gew.-% und besonders bevorzugt von 2,5 Gew.-%
bis 5,5 Gew.-% enthalten.
Die erfindungsgemäßen Mittel weisen normalerweise einen pH-Wert (1-ge
wichtsprozentige Lösung in destilliertem Wasser) von 8,5 bis 11 auf. Zur
Einstellung eines gewünschtenfalls niedrigeren pH-Werts von insbesondere
etwa 6,0 bis 9,5 in 1-gewichtsprozentiger wäßriger Lösung können die er
findungsgemäßen Mittel feste anorganische und/oder organische Säuren bzw.
saure Salze, beispielsweise Alkalihydrogensulfate, Bernsteinsäure, Adi
pinsäure oder Glutarsäure, enthalten. Derartige saure Substanzen sind in
den erfindungsgemäßen Mitteln vorzugsweise in Mengen nicht über 15 Gew.-%,
insbesondere von 1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, enthalten.
Zusätzlich können die erfindungsgemäßen Mittel weitere in Waschmitteln
übliche Bestandteile enthalten, zu denen insbesondere Komplexbildner für
Schwermetalle, beispielsweise Aminopolycarbonsäuren und/oder Polyphosphon
säuren bzw. deren Salze, Vergrauungsinhibitoren, beispielsweise Cellulose
ether, Farbübertragungsinhibitoren, beispielsweise Polyvinylpyrrolidon,
und Schauminhibitoren, beispielsweise Organopolysiloxane oder Paraffine,
gehören. Derartige Inhaltsstoffe können in den erfindungsgemäßen Mitteln
in Mengen von jeweils bis zu 5 Gew.-%, insbesondere von 0,1 Gew.-% bis
4 Gew.-% enthalten sein. Auch die Einarbeitung weiterer Enzyme, zu denen
insbesondere Protease, Amylase, Cellulase und Lipase zu rechnen sind, ist
möglich.
Die erfindungsgemäßen Mittel sind gewebeschonend in der Anwendung, weisen
ausgezeichnete Bleich- und Reinigungsleistungen auf und verlieren ihre
positiven Eigenschaften auch nach Lagerung über mehrere Monate nicht. Durch
die vorliegende Erfindung wird zudem das Problem der Einarbeitung von
Wasserstoffperoxid oder dieses freisetzenden Verbindungen in flüssige Zu
bereitungen elegant umgangen, da Wasserstoffperoxid erst unter den Anwen
dungsbedingungen des Mittels entsteht, im erfindungsgemäßen Mittel selbst
nicht enthalten ist und das enzymatische Bleichsystem als Lieferant von
Wasserstoffperoxid ohne großen Aufwand stabil in flüssige Mittel eingear
beitet werden kann.
In einem Launderometer wurden mit bleichbaren Anschmutzungen versehene
Baumwolltextilstücke mit einem oxidationsmittelfreien Flüssigwaschmittel
V1, enthaltend 13,5 Gew.-% nichtionisches Tensid (12 Gew.-% 7-fach ethoxy
lierter Fettalkohol und 1,5 Gew.-% C12/14-Alkylgucosid), 5 Gew.-% Anion
tensid (C16/18-Alkylsulfat), 14 Gew.-% Seife, 7 Gew.-% 1,2-Propylenglykol,
5 Gew.-% Ethanol, Rest auf 100 Gew.-% Wasser, gewaschen (Testbedingungen:
2 g angeschmutztes Gewebe, 200 ml Waschflotte, Wasserhärte 16 °d, Wasch
mitteldosierung 6 g/l, Temperatur 60°C, Waschdauer inkl. Aufheizzeit
30 Minuten; Auswertung mittels Remmissionsmessung bei 460 nm). Zum Ver
gleich wurde unter den gleichen Bedingungen ein Mittel V2 getestet, das
neben den auch mengenmäßig gleichen Inhaltsstoffen von V1 5 Gew.-% Wasser
stoffperoxid und entsprechend weniger Wasser enthielt. Parallel dazu wurde
unter den gleichen Bedingungen ein erfindungsgemäßes Mittel V3 getestet,
das zusätzlich zu den für Mittel V1 angegebenen, in gleichen Mengen wie in
diesem vorhandenen Bestandteilen 6,7 Gew.-% Glucose-Oxidase (Aktivität
8000 U/g, Hersteller Merck) und 13 Gew.-% D-Glucose-Monohydrat unter ent
sprechender Verringerung des Wasseranteils enthielt. Es ergaben sich die
in nachfolgender Tabelle 1 angegebenen Remissionswerte.
Man erkennt, daß durch den Einsatz des erfindungsgemäßen enzymatischen
Bleichsystems (in Mittel V3) die Bleichwirkung gegenüber allen getesteten
Anschmutzungen nicht nur des oxidationsmittelfreien Waschmittels V1, son
dern auch des Wasserstoffperoxid-haltigen Mittels V2 übertroffen wird,
obwohl die Waschflotte V3 weniger (theoretische Maximalmenge des auf enzy
matischem Weg erzeugten Wasserstoffperoxids 5,55 mmol/l) Wasserstoffper
oxid enthielt als die Waschflotte V2 (H2O2-Gehalt 8,82 mmol/l), der es als
solches zugesetzt worden war.
Um die Reinigungsleistung erfindungsgemäßer Mittel unter praxisnahen Be
dingungen zu testen, wurden Waschversuche in einer üblichen Haushalts
waschmaschine (Fabrikat Miele W717) mit 20 l Wasser bei 60°C unter Ein
satz von mit in nachfolgender Tabelle 2 angegebenen Anschmutzungen ver
sehenen Geweben aus veredelter Baumwolle und 4 kg sauberer Haushaltswäsche
durchgeführt.
Die Beurteilung des Bleichergebnisses erfolgte wie in Beispiel 1 durch Re
missionsmessung. Eingesetzt wurde das Mittel V1 der in Beispiel 1 angege
benen Zusammensetzung unter Zusatz von Wasserstoffperoxid oder unter Zu
satz des enzymatischen Bleichsystems Glucose-Oxidase und Glucose. Mittel
V1 alleine gab unter diesen Bedingungen (Dosierung 6 g/l) Remissionswerte
bei Rotwein von 61,4% und bei Waldbeere von 59,0%. Auch hier zeigte
sich, daß die erfindungsgemäßen Mittel mit dem enzymatischen Bleichsystem
sowohl dem bleichmittelfreien Mittel als auch dem Mittel mit Wasserstoff
peroxid-Zusatz signifikant überlegene Bleichwirkung besitzen.
Claims (9)
1. Bleich- oder Waschmittel, enthaltend ein Bleichsystem, das in der Lage
ist, unter Anwendungsbedingungen des Mittels Wasserstoffperoxid zu
erzeugen, und gegebenenfalls synthetisches Tensid, organischen und/
oder anorganischen Builder sowie sonstige übliche Bleich- oder Wasch
mittelbestandteile, dadurch gekennzeichnet, daß das Bleichsystem aus
einem Oxidase-Aktivität aufweisenden Enzym und einem Substrat für
dieses Enzym besteht.
2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bleichsystem
aus Glucose-Oxidase und Glucose besteht.
3. Mittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es eine
Oxidase-Aktivität von 30 U/g bis 20 000 U/g aufweist.
4. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
es als rieselfähiges Pulver mit einem Schüttgewicht von 300 g/l bis
1200 g/l, insbesondere 500 g/l bis 900 g/l, vorliegt.
5. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
es in Form eines pastenförmigen oder flüssigen Waschmittels vorliegt.
6. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es in Form eines
nicht-wäßrigen Flüssigwaschmittels oder einer nicht-wäßrigen Paste
vorliegt.
7. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es in Form eines
wäßrigen Flüssigwaschmittels oder einer wasserhaltigen Paste vorliegt
und in einem luftundurchlässigen Behältnis verpackt ist, aus dem es
kurz vor Gebrauch oder während des Waschvorgangs freigesetzt wird.
8. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
das die Oxidase-Aktivität aufweisende Enzym und/oder das Substrat für
dieses Enzym mit einer bei Raumtemperatur oder bei Abwesenheit von
Wasser für das Enzym und/oder dessen Substrat undurchlässigen Substanz
umhüllt ist, welche unter Anwendungsbedingungen des Mittels durchläs
sig für das Enzym und/oder dessen Substrat wird.
9. Mittel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
es zusätzlich zum Bleichsystem
5 Gew.-% bis 70 Gew.-%, insbesondere 10 Gew.-% bis 50 Gew.-% Tensid,
10 Gew.-% bis 65 Gew.-%, insbesondere 12 Gew.-% bis 60 Gew. -% wasser lösliches, wasserdispergierbares anorganisches Buildermaterial,
1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 8 Gew.-%, wasserlös liche organische Buildersubstanzen,
nicht über 15 Gew.-% feste anorganische und/oder organische Säuren beziehungsweise saure Salzen
nicht über 5 Gew.-% Komplexbildner für Schwermetalle,
nicht über 5 Gew.-% Vergrauungsinhibitor,
nicht über 5 Gew. -% Farbübertragungsinhibitor und
nicht über 5 Gew.-% Schauminhibitor
enthält.
5 Gew.-% bis 70 Gew.-%, insbesondere 10 Gew.-% bis 50 Gew.-% Tensid,
10 Gew.-% bis 65 Gew.-%, insbesondere 12 Gew.-% bis 60 Gew. -% wasser lösliches, wasserdispergierbares anorganisches Buildermaterial,
1 Gew.-% bis 10 Gew.-%, insbesondere 2 Gew.-% bis 8 Gew.-%, wasserlös liche organische Buildersubstanzen,
nicht über 15 Gew.-% feste anorganische und/oder organische Säuren beziehungsweise saure Salzen
nicht über 5 Gew.-% Komplexbildner für Schwermetalle,
nicht über 5 Gew.-% Vergrauungsinhibitor,
nicht über 5 Gew. -% Farbübertragungsinhibitor und
nicht über 5 Gew.-% Schauminhibitor
enthält.
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924231767 Withdrawn DE4231767A1 (de) | 1992-09-23 | 1992-09-23 | Waschmittel mit enzymatischem Bleichsystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4231767A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994029425A3 (de) * | 1993-06-16 | 1995-02-09 | Hans-Peter Call | Mehrkomponentenbleichsystem |
| WO1996002623A1 (en) * | 1994-07-18 | 1996-02-01 | Genencor International Inc. | Enzymatic bleach booster compositions |
| WO1997021796A1 (de) * | 1995-12-08 | 1997-06-19 | Henkel Kommanditgesellschaft Auf Aktien | Bleich- und waschmittel mit enzymatischem bleichsystem |
| WO1999000471A1 (en) * | 1997-06-27 | 1999-01-07 | The Procter & Gamble Company | Non-aqueous liquid detergent compositions containing enzyme particles having reduced density |
-
1992
- 1992-09-23 DE DE19924231767 patent/DE4231767A1/de not_active Withdrawn
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1994029425A3 (de) * | 1993-06-16 | 1995-02-09 | Hans-Peter Call | Mehrkomponentenbleichsystem |
| US6358904B1 (en) | 1993-06-16 | 2002-03-19 | Hans-Peter Call | Multicomponent bleaching system |
| WO1996002623A1 (en) * | 1994-07-18 | 1996-02-01 | Genencor International Inc. | Enzymatic bleach booster compositions |
| WO1997021796A1 (de) * | 1995-12-08 | 1997-06-19 | Henkel Kommanditgesellschaft Auf Aktien | Bleich- und waschmittel mit enzymatischem bleichsystem |
| US6409770B1 (en) | 1995-12-08 | 2002-06-25 | Henkel Kommanditgesellschaft Auf Aktien | Bleaching and washing agents with enzyme bleaching system |
| WO1999000471A1 (en) * | 1997-06-27 | 1999-01-07 | The Procter & Gamble Company | Non-aqueous liquid detergent compositions containing enzyme particles having reduced density |
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