DE4231763A1 - Einrichtung zur Steuerung einer Scheibenwischanlage - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung geht von einer gemäß dem vom Patent
41 41 348 umfaßten Oberbegriff des Hauptanspruches konzipierten
Einrichtung zur Steuerung einer Scheibenwischanlage aus.
Derartige Einrichtungen sind insbesondere dafür vorgesehen,
einen auf der Front- oder der Heckscheibe eines Kraftfahrzeuges
vorhandenen flüssigen oder festen Belag qualitativ und
quantitativ zu erfassen und in Abhängigkeit davon eine der
Scheibe zugeordnete Scheibenwischanlage automatisch zu
beeinflussen, d. h., dieselbe zur Reinigung der Scheibe
insbesondere intervallmäßig in Betrieb zu setzen.
Durch die DE 33 14 770 C1 ist eine Einrichtung zum Steuern
eines Wischermotors bekanntgeworden, die eine optoelektronische
Sensorvorrichtung und eine mit dem Antriebsmotor verbundene
Schaltungsanordnung aufweist, so daß in Abhängigkeit von dem
auf der Scheibe vorhandenen Belag eine Steuerung des
Antriebsmotors vorgenommen werden kann. Diese Einrichtung weist
jedoch keine Mittel auf, die eine Feststellung der auf die
Scheibe auftreffenden Regentropfen bezüglich deren Größe
ermöglicht. So kann die Einrichtung die Wischzyklushäufigkeit
zwar an die während des Wischbetriebes sich quantitativ
ändernden Zustände des Belages auf der Scheibe, wie z. B.
Verschmutzungsgrad, mengenmäßiges Auftreffen von Regen bzw.
Schnee, einigermaßen zufriedenstellend automatisch anpassen.
Eine genaue automatische Anpassung der Wischzyklushäufigkeit an
den sich durch die unterschiedliche Größe der auftreffenden
Regentropfen ergebenden unterschiedlichen Beeinträchtigungsgrad
der Sichtverhältnisse ist jedoch wegen der im Verhältnis zur
Scheibe relativ kleinen Meßfläche der Sensorvorrichtung nicht
zufriedenstellend möglich. So hat der Kraftfahrzeugbenutzer in
dem einen Fall das Gefühl, daß geringfügig zu häufig und in dem
anderen Fall das Gefühl, daß geringfügig nicht häufig genug
gewischt wird.
Dem Gegenstand nach dem Patent 41 41 348 liegt die Aufgabe
zugrunde, eine Einrichtung zur Steuerung einer
Scheibenwischanlage zu schaffen, die die Wischzyklushäufigkeit
automatisch auf sich qualitativ und/oder quantitativ ändernde
Zustände des auf der Scheibe vorhandenen Belages sehr
feinfühlig abstimmt. Zusätzlich zu dieser bereits durch die
Merkmale des Patentes 41 41 348 bewältigten Aufgabe soll der
Wischbetrieb einer Scheibenwischanlage auch in Abhängigkeit der
auf die Scheibe auftreffenden Regenformen (große bzw. kleine
Regentropfen) besonders feinfühlig abgestimmt werden ohne das
es einer Vergrößerung der Meßfläche der Sensorvorrichtung
bedarf.
Fig. 1 ein Blockschaltbild der Scheibenwischanlage
Fig. 2 ein Diagramm mit einem für eine bestimmte
Regenform typischen Signalverlauf sowie ein
Diagramm der zugehörigen Scheibenwischeraktion
Fig. 3 ein Diagramm mit einem für eine weitere bestimmte
Regenform typischen Signalverlauf sowie ein
Diagramm der zugehörigen Scheibenwischeraktionen.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, besteht eine Einrichtung zur
Steuerung einer Scheibenwischanlage im wesentlichen aus einer
Schalteranordnung 1, einer optoelektronischen Sensorvorrichtung
2 und einer Schaltungsanordnung 3. über die Schalteranordnung 1
wird einerseits die Sensorvorrichtung 2 bzw. die
Schaltungsanordnung 3 und andererseits ein die
Scheibenwischarme bzw. die Scheibenwischblätter 5 betätigender
Antriebsmotor 4 aktiviert. Dem Antriebsmotor 4 ist dabei eine
Schaltkontakteinrichtung 6 zugeordnet, durch welche für die der
Schaltungsanordnung 3 zugeordneten Laufzeiterfassungsanordnung
die Erkennung der Parkstellung und das Start- bzw. Endsignal
der Laufzeit der Scheibenwischblätter 5 möglich ist. Außerdem
weist die Schaltungsanordnung 3 ein integriertes, als
Signalmustererkennungsanordnung ausgebildetes Mittel sowie eine
zumindest zwei Zählerelemente aufweisende
Regenformerfassungseinrichtung 8 auf.
Wie insbesondere aus der Fig. 1 hervorgeht, muß zur Aktivierung
der Scheibenwischanlage die Schalteranordnung 1 aus ihrer
Schaltstufe Aus O in ihre Schaltstufe Automatik A gebracht
werden. In der Schaltstufe Automatik A sind die Funktionen
Intervallwischen und Dauerwischen in der Geschwindigkeitsstufe
I vereint. Außerdem kann die Schalteranordnung 1 in die
Schaltstufe Dauerwischen 11 gebracht werden, in der die
Scheibenwischanlage in der Geschwindigkeitsstufe 11 betrieben
wird.
Wird die Schalteranordnung 1 in ihre Schaltstufe Automatik A
gebracht, wird zur Bildung eines Ausgangsreferenzwertes auf
jeden Fall ein Wischzyklus t ausgelöst. Befindet sich bei
eingeschalteter Schaltstufe Automatik A ein Belag (z. B. Regen)
auf der Außenfläche der Scheibe 7, so läuft das eine der beiden
Scheibenwischblätter 5 zur Säuberung der Außenfläche während
eines Wischzyklus t zweimal über den Meßbereich der
Sensorvorrichtung 2. Erkennt die Schaltungsanordnung 3 durch
die Signale der Sensorvorrichtung 2 nach dem zweiten
Überwischvorgang während eines Wischzyklusses t einen
neuerlich, die Sicht stark beeinträchtigenden Belag (z. B.
starker Regen) auf der Außenfläche der Scheibe 7, so wird,
nachdem das Scheibenwischblatt 5 seine Parkstellung erreicht
hat (Ende des Wischzyklus t), sofort ein neuer Wischzyklus t
gestartet. Erkennt die Schaltungsanordnung 3 durch die
Sensorvorrichtung 2 jedoch nach dem zweiten Überwischvorgang
während eines Wischzyklus t einen neuerlich, die Sicht im
geringen Umfang beeinträchtigenden Belag (z. B. leichter Regen)
auf der Außenfläche der Scheibe 7, so wird, nachdem das
Scheibenwischblatt 5 seine Parkstellung erreicht hat (Ende des
Wischzyklus t), dieses für eine bestimmte Zeit (Intervallpause
tp) durch die Schaltkontakteinrichtung 6 in der Parkstellung
festgehalten. Die Länge der Intervallpause tp wird dabei in
Abhängigkeit des sich neu auf der Scheibe 7 bildenden Belages
(z. B. Regenintensität) nach jedem Wischzyklus neu ermittelt.
Der sich neu auf der Scheibe 7 bildende Belag, kann einerseits
durch Niederschlag von feinverteilten kleinen Tröpfchen oder
andererseits durch den Niederschlag von grobverteilten großen
Tropfen entstehen. Oftmals wird vom Kraftfahrzeugbenutzer der
aus wenigen grobverteilten großen Tropfen bestehende Belag auf
der Scheibe 7 als störender empfunden als ein aus mehreren
feinverteilten kleinen Tröpfchen bestehender Belag. Für die
Einrichtung zur Steuerung der Scheibenwischanlage kommt
erschwerend hinzu, daß die Wahrscheinlichkeit, daß einer der
wenigen grobverteilten großen Tropfen auf die relativ kleine
Meßfläche der Sensorvorrichtung 2 fällt wesentlich geringer
ist, als die Wahrscheinlichkeit, daß mehrere der feinverteilten
kleinen Tröpfchen auf die Meßfläche der Sensorvorrichtung 2
fallen. So kann es sein, daß sich viele grobverteilte große,
die Sicht behindernde Tropfen auf der Scheibe 7 befinden ohne
das einer der Tropfen auf der Meßfläche der Sensorvorrichtung 2
zu liegen kommt. Damit der Wischbetrieb trotzdem auf solche
unterschiedlichen Regenformen feinstimmig abgestimmt werden
kann, ist die Schaltungsanordnung 3 mit einer zwei
Zählerelemente aufweisenden Regenformerfassungseinrichtung 8
versehen. Von der Regenformerfassungseinrichtung 8 werden dabei
nur die von der Sensoreinrichtung 2 während eines
Erfassungszeitraumes abgegebenen Signale zur Auswertung
herangezogen bei denen eine vorgegebene
Änderungsgeschwindigkeit im Signalverlauf überschritten wird.
Der Erfassungszeitraum stellt dabei jeweils den Zeitabschnitt
dar, der verstreicht ausgehend kurz nach dem zweiten
Überwischen eines Scheibenwischerblattes 5 über die
Sensorvorrichtung 2 bis zum Einleiten eines neuen Wischzyklus.
Bei diesen Signalen wird von der Regenformerfassungseinrichtung
8 die Amplitude der Signaländerung zur Auswertung herangezogen.
Zur Unterscheidung der verschiedenen Regenformen unterteilt
die Regenformerfassungseinrichtung 8 diese Signale in zwei
Kategorien und zwar in Signale deren Amplitude der
Signaländerung über und unter einem festgelegten Grenzwert
liegen. Bleibt die Amplitude bzw. bleiben die Amplituden der
Signaländerung - entsprechend des in der Fig. 2 dargestellten
Diagrammes - unter diesem festgelegten Grenzwert, so erfolgt
eine wertmäßige Änderung des einen der beiden Zählerelemente
der Regenformerfassungseinrichtung 8. Für das in der Fig. 2
idealisiert dargestellte Signaländerungsbeispiel bezogen auf
Niederschlag von vielen feinverteilten Tröpfchen, bedeutet dies
eine fünfmalige wertmäßige Änderung des einen der beiden
Zählerelemente während des definierten Erfassungszeitraumes.
Ausgehend vom Ausgangswert Null wird dabei das eine
Zählerelement pro relevanter Signaländerung um den Faktor eins
bis zum Wert fünf erhöht. Wird dabei die Einschaltschwelle für
den Wischbetrieb vom Signal dabei unterschritten kommt es zum
Auslösen eines Wischzyklus. Nach einem solchermaßen ausgelösten
Wischzyklus hängt die Auslösung von weiteren neuen Wischzyklen
alleine von dem sich danach einstellenden, von der
Sensoreinrichtung 2 abgegebenen Signal ab. Das heißt, wird die
Einschaltschwelle für den Wischbetrieb vom Signal danach
wiederum unterschritten, wird auch ein neuer Wischzyklus
ausgelöst. Kommt es jedoch nicht zum Unterschreiten der
Einschaltschwelle′ so wird auch kein neuer Wischzyklus
eingeleitet.
Geht die Amplitude bzw. gehen die Amplituden der Signaländerung
- entsprechend des in der Fig. 3 dargestellten Diagrammes -
über den festgelegten Grenzwert hinaus, so erfolgt eine
wertmäßige Änderung des anderen der beiden Zählerelemente der
Regenformerfassungseinrichtung 8. Für das in der Fig. 3
idealisiert dargestellte typische Signaländerungsbeispiel
bezogen auf Niederschlag von grobverteilten großen Tropfen
bedeutet dies, eine einmalige wertmäßige Änderung des anderen
der beiden Zählerelemente während des Erfassungszeitraumes.
Wird dabei die Einschaltschwelle für den Wischbetrieb vom
Signal unterschritten, so wird ein Wischzyklus ausgelöst. Nach
einem solchermaßen ausgelösten Wischzyklus wird falls das
Signal z. B. auf einem konstant hohen Level (saubere Scheibe)
bleibt automatisch nach einem bestimmten Zeitraum ein neuer
Wischzyklus ausgelöst. Sollte durch Niederschlag die
Einschaltschwelle für den Wischbetrieb zeitlich vor dem
automatisch nachgeschalteten neuen Wischzyklus unterschritten
werden, wird sofort ein Wischzyklus eingeleitet und der
automatische Wischzyklus nicht ausgeführt. Statt dessen werden
die beiden Zählerelemente nach dem vorstehend beschriebenen
Verfahren von der Schaltungsanordnung 3 neu ausgewertet und
eine neue daran angepaßte Wischstrategie wird festgelegt.
Selbstverständlich treten in der Praxis auch Regenformen auf,
die von den beiden idealisiert dargestellten Beispielen
abweichen. So kann es selbstverständlich sein, daß während
eines Erfassungszeitraumes bedingt durch den gleichzeitigen
Niederschlag von kleinen und großen Tropfen, sowohl das eine
als auch das andere Zählerelement jeweils wertmäßig eine
Änderung erfahren. In diesem Fall werden die Inhalte der beiden
Zählerelemente kurz vor dem Einleiten des auszulösenden
Wischzyklus nach einem Bewertungsschlüssel von der
Schaltungsanordnung 3 zueinander in Bezug gesetzt. Je nach
Ergebnis wird dann die dazu passende Wischstrategie festgelegt,
daß heißt es folgt ein Wischzyklus ohne bzw. mit automatisch
nachgeschalteten neuen Wischzyklus wie bereits beschrieben.
Für weitere Regenformbestimmungen und Steuerungen der
Scheibenwischanlage werden die beiden Zählerelemente der
Regenformerfassungseinrichtung 8 jeweils kurz nach dem Beginn
des ausgelösten Wischzyklus ausgewertet, die Wischstrategie
wird festgelegt und die Zählerelemente werden auf ihren
Ausgangswert Null zurückgesetzt. Somit ist ein besonders
feinfühlig auf verschiedene unterschiedliche Regenformen
abgestimmter Scheibenwischbetrieb der Scheibenwischanlage
realisiert.
Claims (4)
1. Einrichtung zur Steuerung einer Scheibenwischanlage mit
einem durch eine Schalteranordnung aktivierbaren Antriebsmotor
für mindestens einen Scheibenwischarm bzw. ein
Scheibenwischblatt zur Reinigung der Außenfläche einer Scheibe,
mit einer im Wischbereich auf der Innenfläche der Scheibe
angeordneten, aus zumindest einem Strahlensender und zumindest
einem Strahlenempfänger bestehenden optoelektronischen
Sensorvorrichtung, welche während eines Wischzyklus der
Scheibenwischanlage mehrere Male vom Scheibenwischblatt
überwischt wird, und mit einer mit der Sensorvorrichtung und
dem Antriebsmotor verbundenen Schaltungsanordnung, wobei die
abgegebenen Strahlen zwischen dem Strahlensender und dem
Strahlenempfänger durch einen flüssigen oder festen Belag auf
der Scheibe beeinflußt und damit die vom Strahlenempfänger
abgegebenen Signale in Abhängigkeit von dem auf der Scheibe
vorhandenen Belag verändert werden und diese Signale von der
Schaltungsanordnung zu Steuersignalen umgeformt werden, durch
die der Betrieb des Antriebsmotors beeinflußt wird, sowie mit
einer dem Antriebsmotor zugeordneten, die Parkstellung des
zumindest einen Scheibenwischarmes bzw. Scheibenwischblattes
ermöglichenden Schaltkontakteinrichtung, wobei die
Scheibenwischanlage mit Mitteln zur Erkennung des eine letzte
Säuberung des Meßbereiches der optoelektronischen
Sensorvorrichtung hervorrufenden letzten Überwischvorganges
eines Scheibenwischblattes während eines Wischzyklus versehen
ist und wobei zur Bewertung des auf der Scheibe vorhandenen
Belages nur die von der Sensorvorrichtung an die
Schaltungsanordnung abgegebenen Signale zur Beeinflussung des
Antriebsmotors Verwendung finden, welche in einem
Erfassungszeitraum, ausgehend vom Zeitpunkt kurz nach dem
letzten Überwischvorgang bis zum Einleiten eines neuen
Wischzyklusses von der Sensorvorrichtung erzeugt werden, nach
Patent 41 41 348, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltungsanordnung (3) mit einer zumindest zwei
Zählerelemente aufweisenden Regenformerfassungseinrichtung (8)
versehen ist, wobei von der Regenformerfassungseinrichtung (8)
nur die von der Sensoreinrichtung 2 während des
Erfassungszeitraumes abgegebenen Signale erfaßt werden, die
eine vorgegebene Änderungsgeschwindigkeit überschreiten, bei
diesen die Änderungsgeschwindigkeit überschreitenden Signalen
erfaßt die Regenformerfassungseinrichtung (8) die Amplitude der
Signaländerung, wobei bleibt die Amplitude unterhalb eines
festgelegten Grenzwertes erfolgt eine wertmäßige Änderung des
einen der beiden Zählerelemente und geht die Amplitude über
diesen festgelegten Grenzwert hinaus, erfolgt eine wertmäßige
Änderung des anderen der beiden Zählerelemente, wobei die
Inhalte der beiden Zählerelemente zur Festlegung einer
Wischstrategie von der Schaltungsanordnung (3) ausgewertet
werden und bis maximal kurz vor Beginn eines neuen
Erfassungszeitraumes gespeichert bleiben.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Beeinflussung des Antriebsmotors (4) der Inhalt der zumindest
zwei zur Regenformerfassungseinrichtung (8) gehörigen
Zählerelemente nach einem Bewertungsschlüssel von der
Schaltungsanordnung (3) zueinander in Bezug gesetzt und
ausgewertet werden.
3. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auswertung der Inhalte der
Zählerelemente der Regenformerfassungseinrichtung (8) beim
Einleiten des jeweils nachfolgenden Wischzyklus erfolgt, wobei
die Inhalte der Zählerelemente nach der Auswertung auf ihren
Ausgangswert zurückgesetzt werden.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als
Ausgangswert für die Inhalte der zur
Regenformerfassungseinrichtung (8) gehörigen Zählerelemente der
Wert Null Verwendung findet.
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