DE4219091A1 - Förderlinie - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Förderlinie mit einem end
losen Fördergurt und insbesondere eine Förderlinie, die
Werkstückträger aufweist, welche schrittweise von einer
Bearbeitungsstation für Werkstücke, die auf dem Werk
stückträgern enthalten sind, zu einer nachfolgenden
Bearbeitungsstation transportiert werden.
Bekannt sind Förderlinien, die mit Kettenförderern oder
Gurtförderern arbeiten, wobei Werkstückträger an der
jeweiligen Kette oder dem Fördergut angebracht oder
lose aufgelegt sind. Bei solchen Förderlinien hat der
Förderer einen Obertrum und einen Untertrum. Ein För
derer, der die Werkstückträger ausschließlich in einer
einzigen horizontalen Ebene transportiert, kann damit
nicht realisiert werden. Vielmehr ist es erforderlich,
mehrere Förderer vorzusehen, die durch Umsetzstationen
verbunden sind, wobei die Werkstückträger von den Um
setzstationen von einem Förderer auf den nächsten um
gesetzt werden. Ferner sind Förderlinien in Form von
Rundtischen bekannt, bei denen die Werkstückträger auf
einem drehenden Tisch schrittweise im Kreise vorbewegt
werden. Solche Förderlinien sind aber auf kreisförmige
Strukturen begrenzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Förder
linie zu schaffen, bei der Werkstückträger in einem
ausschließlich horizontalen Umlauf von einem einzigen
Fördergurt transportiert werden können.
Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit
den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen.
Bei der erfindungsgemäßen Förderlinie ist ein endloser
Fördergurt vorgesehen, der hochkant angeordnet ist, so
daß er um vertikale Achsen herum gebogen werden kann.
An diesem Fördergurt sind Werkstückträger befestigt,
die entlang einer Führungsbahn geführt sind. Der För
dergurt, der in der Förderebene gebogen ist und um Um
lenkrollen mit vertikaler Achse herum umläuft, bewirkt
eine feste Verkettung der Werkstückträger. Gegenüber
einer Kette hat der Fördergurt wesentliche Vorteile.
Insbesondere ist er schmaler und leichter als eine
Kette. Der Fördergurt bewirkt geringeren Verschleiß am
Fördergurt selbst und an den damit in Berührung kommen
den Komponenten und er läuft leise.
Zweckmäßigerweise ist der Fördergurt als Zahnriemen
ausgebildet, ähnlich den der Automobiltechnik benutzten
Steuerzahnriemen. Ein solcher Zahnriemen hat einen
durchgehenden Riementeil mit in ein Elastomermaterial
eingebetteten Verstärkungssträngen, die den Riemen
praktisch undehnbar machen. Von dem durchgehenden Rie
menteil stehen an der Innenseite Zähne ab, die mit
Zahnscheiben in Eingriff gebracht werden können. Mit
einem solchen Zahnriemen als Fördergurt ist ein hoch
genauer Transport der Werkstückträger im intermit
tierenden Betrieb möglich, wobei die Werkstückträger an
den Bearbeitungsstationen präzise stillgesetzt werden.
Vorzugsweise ist der Fördergurt an den im Förderweg
außen liegenden Rändern der Werkstückträger befestigt.
Der Fördergurt ist also außermittig zu den Werkstück
träger angeordnet, so daß der Förderweg an der Unter
seite der Werkstückträger freigehalten wird. Dies hat
den Vorteil, daß unter dem Förderweg Komponenten wie
Sensoren, Bearbeitungseinrichtungen o. dgl. angeordnet
werden können. Es ist auch möglich, Werkstückträger zu
verwenden, die eine vertikale Durchgangsöffnung haben,
so daß die Werkstücke durch die Öffnung des Werkstück
trägers hindurch von unten zugänglich sind.
Die Werkstückträger sind vorzugsweise entlang der
geradlinigen Abschnitte des Förderweges zwischen Trag
leisten reibungsarm geführt. Sie werden dabei von den
Tragleisten getragen, die auch das Gewicht der Werk
stücke aufnehmen. Der Fördergurt bewirkt lediglich die
Vorschubbewegung, nimmt aber keine Gewichtskräfte des
Werkstückträgers auf. Entlang der Umlenkstellen des
Transportweges sind die Tragleisten unterbrochen. An
diesen Umlenkstellen können die Werkstückträger auf den
Stirnseiten der Umlenkrollen aufliegen. Da in diesem
Bereich die vertikale Zwangsführung der Tragleisten
unterbrochen ist, können die Werkstückträger, wenn sie
auf den Umlenkrollen ruhen, nach oben abgezogen werden,
um sie auszuwechseln.
Die erfindungsgemäße Förderlinie kann in Form beliebi
ger Polygonstrukturen aufgebaut werden, wobei zwischen
den geradlinigen Abschnitten jeweils Umlenkstellen an
geordnet sind. Dabei können beispielsweise langge
streckte rechteckige Förderlinien oder auch im Grundriß
quadratische oder andere vieleckige Förderlinien auf
einfache Weise mit einem einzigen Fördergurt realisiert
werden. Das Konzept eignet sich auch als Ersatz für
übliche Rundtischmaschinen, weil durch die Polygon
struktur eine runde Struktur angenähert werden kann.
Die Förderlinie kann also den jeweiligen örtlichen
Gegebenheiten angepaßt werden.
Im folgenden wird unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht einer Förderlinie und
Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II von
Fig. 1.
Die Förderlinie weist eine Tragstruktur 10 auf, die ein
in Draufsicht rechteckiges Gestell bildet, das entlang
des Förderweges Säulen aufweist. An den Säulen sind in
Abständen angeordnete U-förmige Träger 11 angebracht,
auf deren Schenkeln längslaufende Balken 12 liegen, die
ihrerseits Tragleisten 13 tragen. Die Tragleisten 13
haben prismatische Spitzen 13a, die einander zugewandt
sind und den Förderweg für die Werkstückträger 14 seit
lich begrenzen. Die Spitzen 13a ragen in längslaufenden
prismatischen Nuten 15 der Werkstückträger 14 hinein
(Fig. 2) und bewirken so eine vertikale Festlegung der
Werkstückträger. Zur Reibungsverminderung sind am Werk
stückträger 14 Rollen 16 gelagert, die um vertikale
Achsen herum drehbar sind und deren Umfangsflächen
Rillen aufweisen, in denen die Spitzen 13a der Trag
leisten 13 eingreifen. Solche Rollen 16 sind in der
Nähe aller vier Ecken eines Werkstückträger angeordnet.
Zwei parallele Tragleisten 13 bilden in den geraden
Abschnitten des Förderweges die Führungsbahn. Zwischen
den geraden Abschnitten befinden sich Umlenkstellen 17,
an denen jeweils eine Umlenkrolle 18 angeordnet ist,
die als Zahnscheibe ausgebildet ist.
Sämtliche Werkstückträger 14 sind an dem gemeinsamen
Fördergurt 20 befestigt, der eine geschlossene Schleife
bildet. Dieser Fördergurt 20 ist ein als Zahnriemen
ausgebildeter Flachriemen, dessen Breite mehr als das
dreifache, vorzugsweise mehr als das fünffache, der
Riemenstärke beträgt. Der Fördergurt 20 hat einen
durchgehenden Zugabschnitt 20a, in dem sich längs
laufende Verstärkungsstränge aus Stahldraht befinden,
die in eine Elastomermatrix eingebettet sind. Zur
Innenseite der von dem Fördergurt 20 gebildeten
Schleife stehen Zähne 20b ab, die sich über die gesamte
Riemenbreite erstrecken und somit vertikal verlaufen.
Diese Zähne 20b greifen mit den Außenverzahnungen der
Umlenkrollen 18 zusammen. Eine der Umlenkrollen 18 ist
mit einem (nicht dargestellten) numerisch gesteuerten
Antrieb versehen, um den Fördergurt anzutreiben. Der
Antrieb enthält vorzugsweise einen elektrischen
Schrittmotor, der so gesteuert ist, daß die Werkstück
träger 14 in gleichen Schritten bewegt und dann still
gesetzt werden.
Wie Fig. 2 zeigt, ist der hochkant angeordnete Förder
gurt 20 unter dem im Förderweg außen liegenden Rand des
Werkstückträgers 14 angeordnet, also gemäß Fig. 2 unter
der rechten Seite des Werkstückträgers. Die Befestigung
des Gurtes 20 an dem Werkstückträger erfolgt mit einem
Halter 21, der den Fördergurt 20 von dessen Außenseite
her C-förmig umgreift. Dabei greifen die Schenkel 21a
des C-förmigen Halters 21 zwischen zwei Zähne 20b des
Fördergurts 20. Der Halter 21 hat (in Transportrich
tung) eine Länge, die nur einer Zahnteilung (d. h. einer
Zahnperiode) der Verzahnung des Fördergurts entspricht,
so daß durch ihn die Biegefähigkeit des Fördergurts
nicht beeinträchtigt wird. Da die Schenkel 21a nur in
die oberen und unteren Enden der Zahnlücken eingreifen,
bleiben die Zähne 20b im Mittelbereich der Breite des
Fördergurts 20 frei, so daß sie dort mit den Verzahnun
gen der Umlenkrollen 18 in Eingriff kommen können.
Für jeden Werkstückträger 14 sind an dem Fördergurt 20
zwei solcher Halter 18 befestigt. Der in Transportrich
tung vorlaufende Halter 18 weist einen aufragenden Paß
stift 23 auf, der in eine an der Unterseite des Werk
stückträgers 14 vorgesehene Bohrung 24 hineinragt und
mit dieser ein Drehgelenk 25 bildet. Der in Transport
richtung zurückliegende Halter 18 weist einen aufragen
den Kulissenstein 26 auf (Fig. 1), der in ein Langloch
27 an der Unterseite des Werkstückträgers 14 eingreift
und mit diesem eine Linearführung 28 bildet.
Die Drehgelenke 25 stellen die Verbindung des Werk
stückträgers 14 mit dem Fördergurt 20 her. Die Dreh
gelenke 25 zweier aufeinanderfolgender Werkstückträger
bestimmen das Rastermaß des Vorschubs des Fördergurts.
Die Linearführungen 28 dienen dazu, den Werkstückträger
an den Umlenkstellen 17 in definierter Ausrichtung zum
Fördergurt zu halten und die erforderliche Längenan
passung vorzunehmen.
Wenn sich der Werkstückträger 14 in den geradlinigen
Abschnitten des Förderweges zwischen den Tragleisten 13
befindet, kann er nicht angehoben werden. Befindet sich
der Werkstückträger 14 dagegen an einer Umlenkstelle
17, dann ist er von den Tragleisten 13 frei und er kann
vertikal angehoben werden. Der Antrieb für den Förder
gurt 20 ist derart gesteuert, daß er den Fördergurt
dann anhält, wenn sich ein Werkstückträger 14 an einer
Umlenkstelle 17 befindet. Es ist dann möglich, den
Werkstückträger an der Umlenkstelle abzuheben. Dies ist
nicht nur zum Auswechseln eines Werkstückträgers zweck
mäßig sondern auch dann, wenn Werkstückträger (mit oder
ohne Werkstücke) im Zuge der Bearbeitung an die Förder
linie angesetzt oder von dieser abgenommen werden
sollen. Das Ansetzen und Abnehmen kann auch maschinell
erfolgen.
An den Umlenkstellen 17, an denen der Werkstückträger
14 nicht mehr von den Tragleisten 13 gehalten wird,
liegt der Werkstückträger auf den oberen Stirnseiten
der Umlenkrolle 18 auf. Die Umlenkrolle übernimmt dann
das Gewicht des Werkstückträgers und setzt diesen nach
dem Passieren der Umlenkstelle zwischen die Tragleisten
13 des nächstfolgenden linearen Bahnabschnitts.
Die Halter 21 laufen auf einer Gleitleiste 30 (Fig. 2),
die sich längs des Weges des Fördergurts 20 erstreckt
und die aus reibungsarmem Material besteht. Die Gleit
leiste 30 nimmt das Gewicht der Halter 21 und des
Fördergurts 20 auf. An den Umlenkstellen 17 ist keine
Gleitleiste 30 vorgesehen, da hier die Umlenkrollen 18,
die zwischen die Schenkel 21a der Halter 21 greifen,
den Fördergurt und die Halter abstützen.
Bei der Förderlinie nach Fig. 1 sind die Umlenkrollen
18, die den rechten geradlinigen Abschnitt der Förder
strecke begrenzen, sowie die Tragleisten 13 dieses
Bahnabschnitts nicht an der gemeinsamen Tragstruktur 10
befestigt, sondern an einem zusätzlichen Träger 31, der
in Richtung des Pfeiles 32 bewegt werden kann, um den
Fördergurt zu spannen und eine Feinjustierung vor
zunehmen.
Claims (11)
1. Förderlinie mit einem endlosen Fördergurt (20), an
dem Werkstückträger (14) befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Fördergurt (20) hochkant angeordnet ist
und rechtwinklig zu den entlang einer Führungsbahn
geführten Werkstückträgern (14) verläuft.
2. Förderlinie nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Fördergurt (20) an der Innenseite
seines Umlaufweges eine Verzahnung (20b) aufweist,
die mit Umlenkrollen (18) in Form von Zahnscheiben
in Eingriff steht.
3. Förderlinie nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß an dem Fördergurt (20) Halter
(18) befestigt sind, die mit den Werkstückträgern
(14) zusammengreifende Mitnehmer (23) aufweisen
und das jeder Halter (18) C-förmig ausgebildet ist
und den Fördergurt (20) von dessen Außenseite her
umgreift, wobei der Mittelbereich der Innenseite
des Fördergurts (20) freibleibt.
4. Förderlinie nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich
net, daß für jeden Werkstückträger (14) zwei Hal
ter (20) vorgesehen sind und daß der Mitnehmer
(23) des vorlaufenden Halters über ein Drehgelenk
(25) mit dem Werkstückträger (14) verbunden ist,
während derjenige des nachlaufenden Halters über
eine in Längsrichtung des Werkstückträgers ver
laufende Linearführung (28) mit dem Werkstück
träger verbunden ist.
5. Förderlinie nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Unterseiten der Halter (21)
auf Gleitleisten (30) gleitend abgestützt sind.
6. Förderlinie nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstückträger
(14) nur in den geradlinigen Abschnitten des
Förderweges zwischen Tragleisten (13) laufen, die
an Umlenkstellen (17) des Förderweges unterbrochen
sind.
7. Förderlinie nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Werkstückträger (14) an den Umlenk
stellen (17) auf den Stirnseiten von Umlenkrollen
(18) aufliegen.
8. Förderlinie nach Anspruch 6 oder 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Antrieb für den Fördergurt
(20) intermittierend arbeitet und derart gesteuert
ist, daß er den Fördergurt (20) nur dann anhält,
wenn sich ein Werkstückträger an mindestens einer
Umlenkstelle (17) außer Eingriff mit den Trag
leisten (13) befindet.
9. Förderlinie nach einem der Ansprüche 3 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Werkstückträger
(14) nach oben hin von den Haltern (21) abziehbar
sind.
10. Förderlinie nach Anspruch 8 oder 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Werkstückträger (14) mit
solchen Abständen an dem Fördergurt (20) ange
bracht sind, daß, wenn ein Werkstückträger sich an
einer Umlenkstelle (17) befindet, sich mindestens
ein weiterer Werkstückträger (14) an einer anderen
Umlenkstelle (17) befindet.
11. Förderlinie nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der Fördergurt (20)
unter den im Förderweg außen liegenden Rändern der
Werkstückträger (14) befestigt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924219091 DE4219091C2 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Förderlinie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924219091 DE4219091C2 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Förderlinie |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4219091A1 true DE4219091A1 (de) | 1993-12-16 |
| DE4219091C2 DE4219091C2 (de) | 1997-04-30 |
Family
ID=6460778
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924219091 Expired - Fee Related DE4219091C2 (de) | 1992-06-11 | 1992-06-11 | Förderlinie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4219091C2 (de) |
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