DE4204870A1 - Entsorgung von arsenbelasteten grundwaessern und boeden - Google Patents
Entsorgung von arsenbelasteten grundwaessern und boedenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entsorgen von
arsenbelasteten Böden oder Wässern sowie eine Vorrichtung zu
seiner Durchführung.
Die Entsorgung von arsenbelasteten Materialien, wie
Grundwässern und Böden, die meist ein Vermächtnis der
industriellen Frühzeit sind, aber auch auf natürlichen
Vorkommen beruhen können, ist eine dringliche Aufgabe.
Insbesondere in Gegenden, wo das Arsen in natürlichen Lager
stätten vorkommt, z. B. als sulfidische Mineralien wie Auri
pigment (As2S3), Realgar (As4S4), Arsenkies (FeSAs), Löllin
git oder Arsenikalkies (FeAs2), Rotnickelkies (NiAs)1 Speis
kobalt (CoAs3) und Kobaltglanz (CoAsS), gibt es von alters
her Industrien, die die Erze und das dabei anfallende Arsen
verarbeiten. Das Arsen gelangte dann hierbei über die
Abraumhalden, die Schornsteine oder sonstwie in die Umwelt,
insbesondere den Boden und auch teilweise in das Grundwasser
und stellt heute eine große Gesundheitsgefahr dar.
Arsen wurde vielfältig eingesetzt, zum Beispiel für die
Herstellung von Farben (Schweinfurtergrün, Scheeles Grün),
von Pestiziden und Arzneimitteln (z. B. Salvarsan, Atoxyl),
als Enthaarungsmittel in der Gerberei oder als Läuterungs-
und Entfärbungsmittel in Glashütten, und überall in der
Umgebung der heute zumeist aufgelassenen oder umgestellten
Fabrikationsstätten kommt zu dem natürlichen Vorkommen eine
oft erhebliche Umweltbelastung durch Arsen, die eine
gewissenhafte Entsorgung der Böden und des Wassers verlangt.
Das Arsen künstlichen Ursprungs kommt in den Wässern und
Böden zumeist als arsenige Säure (H3AsO3),
Arsensäure(H3AsO4), als Komplex (z. B. als Fluorokomplex des
Typus K+[AsF4-]) oder als organische Verbindungen (z. B. als
Arsine) vor. Dabei überwiegen in der Regel die anorganischen
Formen.
Ferner tritt Arsen ubiquitär in Kemper und Sandstein und
demzufolge auch in Grundwasser auf, das mit diesen
Materialien in Berührung war, auf. Konzentrationen von über
100 Microgramm pro Liter können auftreten. Gesetzlich ist
jedoch nur ein Grenzwert von 10 Microgramm pro Liter für
Trinkwasser zulässig.
Bislang erfolgte die Entfernung der anorganischen Arsenver
bindungen dadurch, daß die Arsenverbindungen bspw. durch
Auswaschen von Erdreich mit geeigneten wäßrigen Lösemitteln
in wäßrige Lösungen überführt wurden, falls sie nicht be
reits in Wasser vorlagen und daraus das Arsen durch gemein
sames Ausfällen des Arsens mit Eisenchlorid bzw. Eisensulfat
und Abtrennen des Niederschlags entfernt wurde. Dabei fallen
große Mengen Filterschlamm an, der wegen des hohen Arsenge
halts als Sondermüll entsorgt wird. Dies ist wegen des
knappen und daher teuren Deponieraums sehr unwirtschaftlich
und stellt umweltpolitisch gesehen, letztendlich nur eine
Verlagerung des Arsenproblems dar.
Es ist auch bereits bekannt, Arsen elektrolytisch in Böden
zu konzentrieren, um dessen späteres Auswaschen oder auch
dessen Ablagerung auf Deponien zu erleichtern, indem in
Elektrolyseverfahren in angefeuchteten Böden oder
Bodenproben anreichernde Elektrolyseverfahren durchgeführt
werden, wobei das der Umgebung der Elektroden auftretende
arsenangereicherte Substrat entnommen und weiterverarbeitet
oder auf Halde gelegt wird.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur
Entfernung von Arsen aus Wässern und Böden zur Verfügung zu
stellen, bei dem das Auftreten arsenhaltigen Sondermülls
vermieden werden kann.
Dieses Problem wird durch ein Verfahren gelöst, das
die folgende Kombination von Schritten aufweist:
- a) Überführen von Arsenverbindungen aus dem Boden bzw. Wasser in wäßrige Lösung;
- b) Behandlung der wäßrigen Lösung mit anionischen Verbindungen des Arsen mit einem Anionentauscherharz;
- c) Elution des metallbeladenen Anionentauscherharz mit einem geeigneten Elutionsmittel unter Gewinnung einer arsenhaltigen Lösung;
- d) Regenerierung und Konditionierung des Anionen tauscherharzes durch eine gepufferte Salzlösung;
- e) Weiterverarbeitung des arsenbeladenen Elutionsmittels zur Abtrennung und Gewinnung der Arsenationen und/oder des Arsens.
Dabei ist es vorteilhaft, daß die wäßrige Lösung des
Verfahrensschrittes a) vor der Behandlung mit dem
Anionenaustauscherharz hinsichtlich ihres pH-Wertes und ggf.
auch ihrer Ionenstärke durch Zugabe eines Mittels ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Basen, Säuren und Puffern,
eingestellt wird.
Bevorzugt wird die Behandlung der wäßrigen Lösung mit Anio
nenaustauscher in Ionenaustauschersäulen durchgeführt; es
ist aber auch möglich, in besonderen Einzelfällen diskonti
nuierlich Lösemittel direkt mit Ionenaustauscher zu behan
deln und den beladenen Ionenaustauscher diskontinuierlich zu
regenerieren, falls das Aufstellen von kontinuierlich arbei
tenden Reinigungsanlagen zu aufwendig bzw. wegen des
geringen Anfalls, wie bspw. in Wasserwerken, nicht
wirtschaftlich ist.
Es ist bevorzugt, daß nach der Behandlung der wäßrigen
Lösung mit Anionenaustauscher die so erhaltene Lösung mit
Kationenaustauscher behandelt wird, ggf. nachdem nach dem
Anionenaustauscher pH-Wert und Ionenstärke dieser Lösung
durch ein Mittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Säure, Lauge oder Puffer, auf einen für die Absorption von
Metallionen am Kationenaustauscher geeigneten Wert einge
stellt worden sind.
Es kann günstig sein, daß das metallhaltige Wasser vor dem
Ionentauscher eine Filtereinrichtung zum Entfernen von
Teilchen und organischer Verunreinigungen passiert, damit
derartige Materialien nicht den Ionenaustauscher schädigen
oder zusetzen.
Diese Filtereinrichtung kann bspw. einen Aktivkohlefilter
umfassen.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfin
dungsgemäßen Verfahrens, die für die Entsorgung von
arsenbelasteten Böden und Grundwasser, in denen Arsen als
Arsenat des As3+ und As5+ vorliegt, ausgelegt ist, ist es
günstig, daß als Anionenaustauscher. .Polystyrol, mit
Divinylbenzol vernetzt (LEWATIT, eingetragenes Warenzeichen
der BASF) eingesetzt wird. Es können aber auch andere
geeignete Anionenaustauscher, wie dem Fachmann geläufig,
verwendet werden.
Es ist bei dieser Ausführungsform in den Fällen, in denen
zusätzlich auch Cu1+ und Cu3+, Ag1+, Au1+ und Au3+ als
Kationen auftreten, bevorzugt, Kationenaustauscher zur
Wiedergewinnung dieser Materialien oder auch anderer
wertvoller oder für die Umwelt schädlicher Kationen
einzusetzen.
Ferner betrifft die Erfindung auch eine Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens mit einer:
Fördereinrichtung zum Fördern von wäßriger Lösung;
einen Filter zur Vorreinigung der wäßrigen Lösung,
eine dem Filter nachgeschaltete Einrichtung zur Bestimmung des pH-Werts der Lösung;
eine Dosiereinrichtung zur Zugabe von Flüssigkeit zur wäßri gen Lösung bis zur Erzielung eines erwünschten pH-Wertes und/oder Ionenstärke;
eine Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmittel zur Rege neration eines Anionenaustauschers;
einem Ionenaustauschermodul mit Anionenaustauscher, der al ternativ an die Fördereinrichtung zum Fördern der wäßrigen Lösung und an die Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmit tel anschließbar ist;
ggf. einen nachgeschalteten Kationenaustauscher, der alter nativ mit der vom Antionenaustauscher behandelten Lösung und einem Elutionsmittel anströmbar ist, wobei eine Einrichtung zur Einstellung von pH-Wert und ggf. Ionenstärke in der aus dem Anionenaustauscher fließenden entreicherten Lösung ent sprechend einem für den Kationenaustauscher ausgewählten Wert vor dem Kationenaustauscher vorgesehen ist.
Fördereinrichtung zum Fördern von wäßriger Lösung;
einen Filter zur Vorreinigung der wäßrigen Lösung,
eine dem Filter nachgeschaltete Einrichtung zur Bestimmung des pH-Werts der Lösung;
eine Dosiereinrichtung zur Zugabe von Flüssigkeit zur wäßri gen Lösung bis zur Erzielung eines erwünschten pH-Wertes und/oder Ionenstärke;
eine Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmittel zur Rege neration eines Anionenaustauschers;
einem Ionenaustauschermodul mit Anionenaustauscher, der al ternativ an die Fördereinrichtung zum Fördern der wäßrigen Lösung und an die Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmit tel anschließbar ist;
ggf. einen nachgeschalteten Kationenaustauscher, der alter nativ mit der vom Antionenaustauscher behandelten Lösung und einem Elutionsmittel anströmbar ist, wobei eine Einrichtung zur Einstellung von pH-Wert und ggf. Ionenstärke in der aus dem Anionenaustauscher fließenden entreicherten Lösung ent sprechend einem für den Kationenaustauscher ausgewählten Wert vor dem Kationenaustauscher vorgesehen ist.
Bevorzugt enthält der Ionenaustauschermodul mehrere Ionen
austauscher, die abwechselnd mit der Förderung der wäßrigen
Lösung und dem Elutionsmittel verbindbar sind, so daß stets
mindestens ein Ionenaustauscher mit dem schadstoffbelasteten
Fluid angeströmt wird, um dieses zu entreichern und minde
stens ein weiterer Ionenaustauscher der gleichen Art wäh
renddessen durch ein Elutionsmittel regeneriert wird.
Ein Vorteil der Erfindung liegt darin, daß das Arsen aus dem
Grundwasser bzw. aus dem Waschwasser der verseuchten Böden
in einem vergleichsweise einfachen Verfahren durch den ex
trem hohen Anreicherungsfaktors von Ionenaustauscherharzen
sehr rein isoliert werden kann und auch der Arsengehalt der
zu entreichernden Lösung sehr stark abnimmt. Diese Lösung
kann im übrigen in an sich bekannter Weise aufkonzentriert
und in den Reinigungsprozeß rückgeführt oder entsorgt wer
den.
Das Arsen kann aus dem Eluat des Anionenaustauschers
bevorzugt durch chromatografische Trennung oder auf
konventionelle Weise, z. B. durch sulfidische Ausfällung oder
Einengung des Eluats zurückgewonnen werden. Es kann auch die
Umsetzung zu AsH3 für die Gewinnung von höchstreinem Arsen
verwendet werden. Diese Arsengewinnung kann aber auch aus
konzentrierten Lösungen oder auch aus den arsenbeladen
Ionentauscherharzen durch dafür spezialisierte Unternehmen
erfolgen.
Reines Arsen und Arsenik kann im Gegensatz zu den unreinen
Niederschlägen der bisherigen Verfahren unmittelbar in vie
len Industrieprozessen, zum Beispiel als Läuterungsmittel
für Spezialgläser, als Dotierungsmaterial in der Halbleiter
industrie, etc. eingesetzt werden.
Es fällt somit kein zu entsorgender Arsenmüll an, sondern
ein hochreines vielfältig einsetzbares industrielles Aus
gangsmaterial. Da das eingesetzte Ionentauschermaterial
viele Male regeneriert werden kann, führt das erfindungsge
mäße Verfahren nahezu zu keinen Abfallstoffen, sondern zu
wertvollen hochreinen Substanzen und zu vergleichsweise un
bedenklichen Substanzen wie Kochsalz und Natronlauge, falls
Natronlauge bzw. Kochsalz als Elutionsmittel eingesetzt wer
den.
Ein besonderer Vorteil des Verfahrens besteht darin, daß das
Entsorgungsverfahren auch kontinuierlich und vollautomatisch
betrieben werden kann. Zu diesem Zweck ist es notwendig, an
Punkten vor den jeweiligen Ionenaustauschern Meßfühler, de
ren Signale über einen Rechner die Einstellung des pH-Werts
und des Ionengehalts der zu behandelnden Lösung durch ent
sprechende Zudosierung von Puffer oder Säure/Lauge steuern,
vorzusehen.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann bspw. ferngesteuert an
neuralgischen Punkten im Grundwassersystem zwischengeschal
tet sein, was für Wasserwerke interessant sein kann, die ihr
Wasser aus metallbelasteten, bspw. arsenbelasteten Regionen
beziehen.
Weitere Vorteile und Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und den Beispielen in Verbindung mit den Zeichnung. Es zei
gen:
Fig. 1 ein Flußdiagramm der Verfahrensschritte; und
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur
kontinuierlichen Aufbereitung von arsenhaltigem Wasser.
Fig. 1 zeigt schematisch die einzelnen Schritte eines Ver
fahrens zur Entfernung von Arsenverbindungen aus Erdreich:
der erste Verfahrensschritt besteht dabei im Gewinnen einer
arsenhaltigen wäßrigen Lösung, hier durch Auswaschen von ar
senbelastetem Erdreich. Anschließend erfolgt nach Einstel
lung des pH-Werts der Lösung die Anreicherung der Arsenver
bindungen an einem Anionentauschermaterial. Vorher wird das
Waschwasser der verseuchten Erde zunächst durch einen Fil
ter, hier einen Aktivkohlefilter gepumpt, um Reste ubiquitä
rer organischer Substanzen wie Waschmittel, Fäulnisprodukte,
Pflanzenschutzmittel, Herbizide und andere Kohlenwasser
stoffe und Chlorkohlenwasserstoffe aus dem Wasser zu entfer
nen. Gegebenenfalls wird das Wasser zuvor durch einen Re
chen- und einen Grobfilter geschickt, um zum Schutz der
Aktivkohle und der Anionentauschermaterialien alle groben
Verunreinigungen zu entfernen. Es ist dann ein pH-Fühler
angeordnet, um durch Zugabe von Pufferlösung, z. B. von Car
bonat-Puffer, den pH des Wassers für die Absorptionreaktion
am Anionentauscher einzustellen. Arsenige Säure (H₃AsO₃)
ist eine schwache Säure - vergleichbar mit der Borsäure (pK-
Wert = 9,23). Die dreibasische Arsensäure (H₃AsO₄) hingegen
ist eine mittelstarke Säure und etwa so stark wie Phos
phorsäure. Ferner kann bspw. konzentrierte Kochsalzlösung
zugegeben werden, um die Ionenstärke des Wassers einzustel
len. Das so vorbehandelte Wasser wird durch den
Anionentauscher geleitet. Für den großtechnischen Einsatz
bei der Entfernung von Arsen geeignete
Anionentauschermaterialen sind bspw. solche auf Basis von
divinylbenzolvernetztem Polystyrol, wie sie unter der
Bezeichnung LEWATIT von der Fa. BASF im Handel erhältlich
sind.
Da Sulfat im Wasser die Anreicherung der Arsenat- und Arse
nit-Ionen am Anionentauscher stört, bzw. diese an den Bin
dungsstellen kompetitiert, kann es bei stark sulfathaltiger
Lösung geboten sein, das Sulfat vorher zu entfernen, z. B.
durch Präzipitation mit Calciumhydroxid in einem
Vorlaufbecken. Überraschenderweise stören Fe2O3 bzw. Fe(OH)2
nicht, da sie am Anionentauscher unter den obengenannten
Bedingungen nicht gebunden werden. Andere organische Anionen
werden vom Aktivkohlefilter absorbiert. Im übrigen liegen
die meisten Metalle, wie Kupfer od. dgl. im Wasser als
Kationen vor.
In einer zweiten Stufe des Verfahrens wird dann das Arsen
vom Anionentauscher mit Hilfe einer konzentrierten alkali
schen Lösung eluiert. Das alkalische, stark arsenhaltige
Eluat kann, bspw. in einem Auffangbecken, konzentriert und
direkt das Arsenat gefällt werden, z. B. als Ammoniummagnesi
umarsenat durch Zugabe von Ammoniumchlorid und Magnesiumdi
chlorid oder durch Flockung mit Eisensalzen. Es können auch
weitere chromatographische Aufkonzentrierungen an nachge
schalteten Anionentauschern mit anschließender selektiver
Abtrennung der As-Fraktion erfolgen. Die Arsenverbindungen
können aus dem Eluat auch direkt zu gasförmigen Arsenwasser
stoff AsH₃ reduziert und als solches abgetrennt werden. Bei
diesem Prozeß fällt das Arsen dann in höchstreiner Form an.
Weiter ist es besonders vorteilhaft, mit Hilfe eines zweiten
nachgeschalteten Ionentauschers für Kationen ebenfalls um
weltbelastende Metallkationen, wie Kupfer, Zink, Cobalt, Hg,
etc. aus dem Wasser zu entfernen. Dies kann bei dem erfin
dungsgemäßen Verfahren durch einen auf die Anionentauscher
folgenden Kationentauscher erfolgen, so daß diese häufig mit
Arsen in Gesellschaft auftretenden Metalle in einem einzigen
Verfahrenprozeß mit entsorgt werden können. Dies ist ein
besonderer Vorteil der Erfindung.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Vorrichtung zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens. Das Wasser 10 wird über
eine Pumpe 12 durch einen Aktivkohlefilter 14 von störenden
organischen Stoffen und Partikeln befreit, dann nach Messung
von pH und Leitfähigkeit zunächst über das Ventil VI mit
konzentrierter gepufferter Kochsalzlösung konditioniert und
dann über ein Anionentauscherharz IT2 gepumpt. Danach wird
das Wasser durch einen Kationentauscher IT2 gepumpt, um
Metallkationen zu entfernen.
Die Ionentauscher IT1 und IT2 können wechselseitig mit ar
senbelastetem Wasser oder Elutionsmittel beladen bzw. elu
iert werden. Durch Parallelschalten mehrerer IT-An
reicherungsmodule kann somit der Austauschervorgang
effizienter gestaltet werden, so daß das Grundwasser kon
stant gefördert werden kann. Die Steuerung des Verfahrens
kann rechnergestützt durch ein Datenaufnahme- und Steue
rungssystem erfolgen, das ereignisprogrammiert den Ge
samtablauf steuert.
Obwohl die Erfindung nur anhand eines bevorzugten Ausfüh
rungsbeispiels erläutert wurde, ist offensichtlich, daß das
Verfahren keineswegs auf arsenhaltigen Materialien begrenzt
ist sondern jederzeit auf andere schädliche oder wiederzuge
winnende Metalle in Böden und Grundwässern einsetzbar ist,
wie es dem Fachmann ersichtlich ist.
Claims (12)
1. Verfahren zum Entsorgen von arsenbelasteten Böden oder
Wässern, gekennzeichnet durch folgende Kombination von
Schritten:
- a) Überführen von Arsenverbindungen aus dem Boden bzw. Was ser in wäßrige Lösung;
- b) Behandlung der wäßrigen Lösung mit anionischen Verbindun gen des Arsen mit einem Anionentauscherharz;
- c) Elution des arsenbeladenen Anionentauscherharzes mit ei nem geeigneten Elutionsmittel unter Gewinnung einer arsen haltigen Lösung;
- d) Regenerierung und Konditionierung des Anionen tauscherharzes durch eine gepufferte Salzlösung;
- e) Weiterverarbeitung des arsenbeladenen Elutionsmittels zur Abtrennung und Gewinnung der Arsenationen und/oder des Arsens.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die wäßrige Lösung des Verfahrensschrittes a) vor der Be
handlung mit dem Anionenaustauscherharz hinsichtlich ihres
pH-Wertes und ggf. auch ihrer Ionenstärke durch Zugabe eines
Mittels ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Basen, Säu
ren und Puffern, eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Behandlung der wäßrigen Lösung mit Anionenaustau
scher in Ionenaustauschersäulen durchgeführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß nach der Behandlung der wäßrigen arsen
haltigen Lösung mit Anionenaustauscher die so erhaltene ar
senentreicherte Lösung mit Kationenaustauscher zur Abtren
nung von Metallkationen behandelt wird, ggf. nachdem nach
dem Anionenaustauscher pH-Wert und Ionenstärke dieser Lösung
durch ein Mittel, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
Säure, Lauge oder Puffer, auf einen für die Absorption von
Metallionen am Kationenaustauscher geeigneten Wert einge
stellt wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorangehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß das arsenhaltige Wasser des Ver
fahrensschritts vor dem Ionentauscher eine Filtereinrichtung
zum Entfernen von Teilchen und organischer Verunreinigungen
passiert.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Filtereinrichtung einen Aktivkohlefilter umfaßt.
7. Verfahren nach nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß als Anionenaustauscher
eingesetzt wird.
8. Verfahren nach nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die abzutrennende Arsenverbin
dung ein Arsenatanion ist.
9. Verfahren nach nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die zu entfernenden Metallka
tionen ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Cu1+,
Cu3+, Ag1+, Au1+ und Au3+.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß als Anionentauschermaterial ein
divinylbenzolvernetztes Polystyrol verwendet wird.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch
- - eine Fördereinrichtung zum Fördern von wäßriger arsenhaltiger Lösung;
- - eine Filtereinrichtung zur Vorreinigung der wäßrigen arsenhaltigen Lösung,
- - eine der Filtereinrichtung nachgeschaltete Einrichtung zur Bestimmung des pH-Werts der arsenhaltigen Lösung;
- - eine Dosiereinrichtung zur Zugabe von Flüssigkeit zur wäßrigen Lösung bis zur Erzielung eines erwünschten pH-Wertes und/oder Ionenstärke;
- - eine Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmittel zur Regeneration eines Anionenaustauschers;
- - mindestens einen Ionenaustauschermodul mit Anionenaustauscher, der alternativ an die Fördereinrichtung zum Fördern der wäßrigen Lösung und an die Einrichtung zur Zuführung von Elutionsmittel anschließbar ist;
- - ggf. einen nachgeschalteten Kationenaustauscher, der alternativ mit der vom Antionenaustauscher behandelten Lösung und einem Elutionsmittel anströmbar ist, wobei eine Einrichtung zur Einstellung von pH-Wert und ggf. Ionenstärke in der aus dem Anionenaustauscher fließenden entreicherten Lösung entsprechend einem für den Kationenaustauscher ausgewählten Wert vor dem Kationenaustauscher vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ionenaustauschermodul mehrere Ionenaustau
schervorrichtungen enthält, die abwechselnd mit der
Förderung der wäßrigen Lösung und dem Elutionsmittel
verbindbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924204870 DE4204870A1 (de) | 1992-02-18 | 1992-02-18 | Entsorgung von arsenbelasteten grundwaessern und boeden |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19924204870 DE4204870A1 (de) | 1992-02-18 | 1992-02-18 | Entsorgung von arsenbelasteten grundwaessern und boeden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4204870A1 true DE4204870A1 (de) | 1993-08-19 |
Family
ID=6451983
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19924204870 Withdrawn DE4204870A1 (de) | 1992-02-18 | 1992-02-18 | Entsorgung von arsenbelasteten grundwaessern und boeden |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4204870A1 (de) |
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1992
- 1992-02-18 DE DE19924204870 patent/DE4204870A1/de not_active Withdrawn
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