DE4204310A1 - Schlupfregelvorrichtung fuer ein fahrzeugrad - Google Patents
Schlupfregelvorrichtung fuer ein fahrzeugradInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schlupfregelvor
richtung in einem Griffigkeitsregelsystem für Fahrzeuge,
welche das Drehmoment der Antriebsräder des Fahrzeugs
verringert, wenn ein ungleicher Schlupf in den Antriebsrädern
auftritt, so daß das Antriebsmoment mit hohem Wirkungsgrad
übertragen wird.
In letzter Zeit wurde ein Griffigkeitsregelsystem vorge
schlagen, welches das auf die Antriebsräder übertragene
Antriebsmoment reduziert, um eine Verschlechterung der
Beschleunigungseigenschaft zu vermeiden, wenn die Antriebs
räder durchdrehen.
In der JP 62-1 49 545 A ist eine Schlupfregelvorrichtung
beschrieben, die feststellt, ob der Schlupf der Antriebsräder
auf der befahrenen Oberfläche größer ist als ein vorher
bestimmter Wert. Wenn der Schlupf kleiner als der vorherbe
stimmte Wert ist, verkleinert das Schlupfregelsystem die
Motorleistung, um den Schlupfzustand zu beseitigen. Wenn der
Schlupf größer als der vorherbestimmte Wert ist, stellt
das Schlupfregelsystem die auf die Antriebsräder wirkende
Bremskraft derart ein, daß eine übermäßige Antriebskraft auf
die Antriebsräder unterdrückt wird, um dadurch den Schlupf
zustand zu beseitigen.
Gemäß dem zuvor beschriebenen Schlupfregelsystem ist es
vorteilhaft, daß für den Fall, daß das Fahrzeug mit einem
verhältnismäßig niedrigen oder kleinen Schlupf der Antriebs
räder rutscht, gegen den Schlupf in stärkerem Maße die Motor
leistungsregelung eingesetzt wird. Dadurch kann die Last von
dem Fahrzeugbremssystem genommen werden. In diesem Zusammen
hang ist aber darauf hinzuweisen, daß diese Schlupfregelung
beim Fahrer das Gefühl einer verminderten Motorleistung
entstehen läßt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Schlupf
regelvorrichtung an die Hand zu geben, die dem Fahrzeug ein
leistungsstarkes Fahrverhalten dadurch ermöglicht, daß eine
ungewünschte Leistungsreduzierung des Motors für den Fall
verhindert wird, daß das Fahrzeug über einen stark reibungs
behafteten Weg, wie beispielsweise auf üblichem Straßenbelag,
fährt. Der übliche Straßenbelag bildet einen reibungsbehaf
teten Fahrweg, da der Reibungskoeffizient zwischen dem Reifen
und der Straßenoberfläche hoch ist.
Diese Aufgabe kann erfindungsgemäß gelöst werden durch eine
Schlupfregelvorrichtung mit Schlupfmeßeinrichtungen zum
Messen des Schlupfes eines Antriebsrades, Motorregeleinrich
tungen zur Reduzierung der Motorleistung, falls der Schlupf
einen ersten Schwellwert übersteigt, Bremsregeleinrichtungen
zum Abbremsen des Antriebsrades, wenn der Schlupf einen
zweiten Schwellwert übersteigt, Reibungskoeffizientenmeß
einrichtungen zum Messen des Reibungskoeffizienten der Straße,
auf der das Fahrzeug fährt, und Schwellwertbestimmungsein
richtungen zur Bildung eines ersten und zweiten Schwellwertes
entsprechend dem Reibungskoeffizienten.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform stellt die Schwellwert
bestimmungseinrichtung den ersten Schwellwert größer als den
zweiten Schwellwert ein, wenn der Reibungskoeffizient größer
als ein vorherbestimmter Wert ist.
Die Schwellwertbestimmungsvorrichtung kann den ersten Schwell
wert kleiner als den zweiten Schwellwert einstellen, wenn der
Reibungskoeffizient kleiner als der vorherbestimmte Wert ist.
In einer anderen Ausführungsform kann die Schwellwertbe
stimmungseinrichtung den ersten Schwellwert größer einstellen
als den zweiten Schwellwert, wenn der Reibungskoeffizient
größer als der vorherbestimmte Wert ist, während sie den
ersten Schwellwert kleiner einstellt als den zweiten Schwell
wert, wenn der Reibungskoeffizient kleiner als ein vorherbe
stimmter Wert ist.
Vorzugsweise regelt die Motorregeleinrichtung die Motor
leistung auf den ersten Schwellwert als Regelgröße innerhalb
eines Regelkreises eines Hilfsdrosselventils.
Die Bremsregeleinrichtung regelt die Motorleistung auf den
zweiten Schwellwert als Regelgröße in einem Regelkreis in
einem hydraulischen Bremssystem für das Antriebsrad über
Regelung eines solenoidbetriebenen Ventils in einem
hydraulischen Regelkreis.
Die Erfindung wird alternativ gelöst durch eine Schlupfregel
vorrichtung mit Schlupfmeßeinrichtungen zum Messen des
Schlupfes eines Antriebsrades, Motorregeleinrichtungen zur
Reduzierung der Motorleistung, falls der Schlupf einen ersten
Schwellwert übersteigt, Bremsregeleinrichtungen zum Abbremsen
des Antriebsrades, wenn der Schlupf einen zweiten Schwellwert
übersteigt, Reibungskoeffizientenmeßeinrichtungen zum Messen
des Reibungskoeffizienten der Straße, auf der das Fahrzeug
fährt und Schwellwertbestimmungseinrichtungen zur Bildung
eines ersten und zweiten Schwellwertes entsprechend der
Fahrzeuggeschwindigkeit.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform dieser Lösung stellt
die Schwellwertbestimmungseinrichtung den ersten Schwellwert
größer als den zweiten Schwellwert ein, wenn die Fahrzeug
geschwindigkeit größer als ein vorher festgelegter Wert ist.
Gemäß einer anderen Ausführungsform stellt die Schwellwert
bestimmungseinrichtung den ersten Schwellwert kleiner ein als
den zweiten Schwellwert, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit
kleiner als ein vorher festgelegter Wert ist.
Die Schwellwertbestimmungseinrichtung kann den ersten
Schwellwert größer als den zweiten Schwellwert einstellen,
wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit größer als ein vorherbe
stimmter Wert ist, während sie den ersten Schwellwert kleiner
als den zweiten Schwellwert einstellen kann, wenn die Fahrzeug
geschwindigkeit kleiner ist als ein vorherbestimmter Wert.
Gemäß der vorliegenden Erfindung ist der erste Schwellwert für
die Motorleistungsreglung größer als der zweite Schwellwert
für die Bremskraftregelung eingestellt, wenn der Reibungs
koeffizient größer als ein vorherbestimmter Wert ist. Dadurch
wird für den Fall, daß bei den Antriebsrädern Schlupf auf
tritt, eine Bremsung der Antriebsräder erreicht, um zunächst
die Antriebskraft zu reduzieren. Dadurch erfährt der Motor
während seines Betriebs keine Reduzierung der Motorleistung
während der Schlupfregelung.
Entsprechend einem weiteren erfinderischen Merkmal wird der
erste Schwellwert größer als der zweite Schwellwert gewählt,
wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit größer als ein vorherbe
stimmter Wert ist. Auf einer reibungsbehafteten Straße, auf
welcher der Reibungskoeffizient zwischen dem Fahrzeugreifen
und der Straßenoberfläche verhältnismäßig hoch ist, kann die
kritische Fahrzeuggeschwindigkeit oder die maximale Geschwin
digkeit, bei der das Fahrzeug ohne wesentlichen Schlupf gegen
über der Fahrbahnoberfläche fahren kann, vergrößert werden im
Vergleich mit einer nur wenig reibungsbehafteten Straße, in
welcher der Reibungskoeffizient zwischen dem Fahrzeugreifen
und der Straßenoberfläche verhältnismäßig klein ist. Daher
wird mehr Motorleistung benötigt, wenn ein größerer Reibungs
koeffizient vorhanden ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung
kann eine Reduzierung der Motorleistung infolge der Schlupf
regelung bei hohen Geschwindigkeiten auf Straßen mit großer
Reibung vermieden werden.
Wenn andererseits das Fahrzeug auf einer Straße mit niedrigem
Reibwert fährt, ist der erste Schwellwert kleiner eingestellt
als der zweite Schwellwert, so daß die Motorleistung vor der
Bremskraftregelung reduziert ist, falls ein wesentlicher
Schlupf zum ersten Mal gemessen wird. Im Ergebnis kann die
Bremsvorrichtung eine gewünschte Bremsleistung ohne unnötige
Abnutzung gewährleisten, da die Bremsregelung für die Schlupf
regelung unterdrückt wird.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung
werden anhand der nun folgenden Beschreibung eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Schlupf
regelvorrichtung gem. einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 ein Flußdiagramm mit den Regelelementen der
Ausführungsform gem. Fig. 1 der hier vor
liegenden Erfindung und
Fig. 3 u. 4 Zeitdiagramme, die die Abhängigkeit zwischen
Radgeschwindigkeit, hydraulischer Bremskraft
und Drosselöffnung zeigen.
Gemäß der Fig. 1 weist das Fahrzeug linke und rechte Vorder
räder 1, 2 auf, die angetriebene Räder darstellen, und linke
und rechte Hinterräder 3, 4, die Antriebsräder darstellen. Das
Drehmoment, welches durch den Motor 5, der im Frontbereich des
Fahrzeugs angeordnet ist, erzeugt wird, wird nach Übertragung
über ein automatisches Getriebe 6, die Kardanwelle 7, und das
Differential 8 einerseits über die linke Antriebswelle 9 auf
das linke Rückrad 3 und andererseits durch die rechte Antriebs
welle 10 auf das rechte Rückrad 4 übertragen.
Die Räder 1-4 sind mit Bremseinrichtungen 11-14 ausgestattet,
die Scheiben 11a-14a aufweisen, die zusammen mit den Rädern
1-4 rotieren, und Bremsklötze 11b-14b, die mit den Scheiben
11a-14a in Eingriff gehen können und mit einem Bremsregel
system 15.
Das Bremsregelsystem 15 ist mit einem Hydraulikverstärker 17
zur Verstärkung der auf das Bremspedal 16 wirkenden Kraft
versehen und einem Hauptzylinder 18 zur Erzeugung der Brems
kraft entsprechend der Betätigungskraft des Bremspedals
verstärkt durch den Verstärker 17. Bremsleitungen 19, 20 vom
Hauptzylinder 18 sind mit den Bremsbacken 11b u. 12b der
Bremseinrichtungen 11 u. 12 derart verbunden, daß die Brems
kraft entsprechend der Betätigungskraft des Bremspedals 16
unmittelbar auf die Bremsvorrichtungen 11, 12 einwirkt, um die
Drehzahl der Vorderräder 1 u. 2 zu beeinflussen.
Der Verstärker 17 ist mit einer Druckzuführleitung 22 zum
Zuführen eines Arbeitsdruckes von der Pumpe 21 und einer
Rückführleitung 23 zum Zurückführen überflüssiger Brems
flüssigkeit von dem Verstärker 17 zu einem Tankreservoir
ausgestattet. Erste und zweite solenoidbetätigte Ventile 26, 27
sind in der ersten und zweiten Bremsleitung 24, 25 angeordnet.
In der ersten Bremsleitung 24 ist ein Überprüfungsventil 28
angeordnet, das dem ersten solenoidbetätigten Ventil 26 derart
gegenüberliegt, daß es einen Rückfluß verhindert.
Die ersten und zweiten Bremsleitungen 24 u. 25 sind bei einem
Punkt X zusammengeführt, von welchem die Bremsleitungen 29 u.
30 für die Hinterräder abgehen, die mit den Bremsklötzen 13b
u. 14b der Bremseinrichtungen 13 u. 14 verbunden sind. In den
Leitungen 29 u. 30 sind solenoidbetätigte Ventile 31, 32 und
Entlastungsventile 33, 34 angeordnet.
In der Zuführleitung 35 sind ein Hauptdrosselventil 37,
welches mit dem Gaspedal 36 verbunden ist, und ein Hilfs
drosselventil 39, welches mit der Betätigungseinrichtung 38
verbunden ist, angeordnet. Die Motorleistung wird durch
Einstellung des Hauptdrosselventils und des Hilfsdrossel
ventils 37, 39 geregelt.
Es ist eine elektronische Regeleinheit 40 (im folgenden ECU
genannt) zur Durchführung der Griffigkeitsregelung vorgesehen.
Die ECU 40 nimmt Signale von Radgeschwindigkeitssensoren 41-44
zur Messung der Rotationsgeschwindigkeit der Räder 1-4, des
Motorgeschwindigkeitssensors zur Aufnahme der Motorgeschwindig
keit, des ersten Drosselsensors 46 zur Aufnahme des Öffnungs
grades des Hauptdrosselventils 37, und des zweiten Drossel
sensors 47 zur Aufnahme des Öffnungsgrades der Hilfsdrossel 39
auf, um die solenoidbetätigten Ventile 26, 27, 31 u. 32, die
Entlastungsventile 33, 34 und das Betätigungsorgan 38 zur
Einstellung der Öffnung des Hilfsdrosselventils 39 zu steuern.
Ein Regelsignal von der ECU 40 öffnet das erste solenoidbe
tätigte Ventil 26 in der ersten Zuführleitung 24 und schließt
das zweite solenoidbetätigte Ventil 27 in der zweiten Zuführ
leitung 25. Wenn in diesem Fall die solenoidbetätigten Ventile
31 u. 32 in den Bremsleitungen 29 u. 30 für die Hinterräder
betätigt werden, wird eine Bremskraft entsprechend der
Betätigungskraft des Bremspedals 16, welche durch den
Verstärker 17 erzeugt wurde, auf die Bremseinrichtungen 13 u.
14 ausgeübt, um die Hinterräder 3 u. 4 zu beeinflussen.
Andererseits schließt die ECU 40 das erste solenoidbetätigte
Ventil 26, falls die Griffigkeitsregelung durchgeführt wird,
und öffnet das zweite solenoidbetätigte Ventil 27. Daher wird
der Arbeitsdruck, der in der Pumpe 21 erzeugt wird, auf die
Bremsleitungen 29 und 30 als Bremsdruck abgegeben, ohne durch
den Verstärker 17 beeinflußt zu sein.
Wenn eine Schlupfrate der Hinterräder 3, 4 von den Radge
schwindigkeitssensoren 41-44 festgestellt wird, wenn also in
anderen Worten die Radgeschwindigkeit der Hinterräder 3, 4
(Antriebsräder) größer ist als die Radgeschwindigkeit der Vor
derräder 1, 2 (angetriebene Räder), wird die Bremskraft auf die
Hinterräder 3, 4 entsprechend dem auftretenden Schlupf dadurch
ausgeübt, daß die solenoidbetätigten Ventile 31, 32 und die
Entlastungsventile 33, 34 angesteuert werden. Der Schlupf kann
basierend auf der Differenz der Fahrtgeschwindigkeit zwischen
den Antriebsrädern (Hinterräder) und angetriebenen Rädern
(Vorderräder) ermittelt werden.
Die Griffigkeitsregelung kann wie folgt kurz erläutert werden.
Die ECU 40 berechnet die Fahrzeugbeschleunigung basierend auf
der Geschwindigkeit der angetriebenen Räder, welche durch die
Fahrzeuggeschwindigkeitssensoren 41 u. 42 aufgenommen wurde
und berechnet daraufhin den Reibungskoeffizient µ basierend
auf der Beschleunigung und der Fahrzeuggeschwindigkeit, die
durch die Geschwindigkeit des angetriebenen Rades ausgedrückt
ist.
Im folgenden liest die ECU 40 die entsprechenden Schlupfregel
größen für die Motorregelung und Bremskraftregelung in einer
Tabelle, in welcher die Schlupfregelgrößen in Abhängigkeit von
dem Reibungskoeffizienten µ als Parameter gespeichert sind.
Dann erhält die ECU 40 den endgültigen Regelschlupfwert für
die Motorleistungsregelung und die Bremskraftregelung SE und
SB. Wenn der Betrag des Schlupfes S die Regelgröße SE über
schreitet, die basierend auf der Geschwindigkeit der an
getriebenen und der Antriebsräder für den Fall ermittelt wird,
daß der Regelschlupfwert SE für Motorleistungsregelung kleiner
als der Regelschlupfwert SB ist, startet die ECU 40 die Grif
figkeitsregelung durch Regeln der Motorleistung. Bei dieser
Regelung führt die ECU 40 eine rückgekoppelte Regelung des
Öffnungsgrades des Hilfsdrosselventils 39 über eine Regelung
des Betätigungsgliedes 38 basierend auf dem Signal des zweiten
Drosselsensor 47 derart aus, daß auf einen Regelschlupf SE
geregelt wird. Im Ergebnis wird die Motorleistung reduziert,
um auf den Regelwert SE einzuregeln.
Beim Starten der Regelung der Motorleistung wird das zweite
solenoidbetätigte Ventil 27 in der zweiten Bremsleitung 25
geschlossen und die solenoidbetätigten Ventile 31 u. 32 in den
Leitungen 29 u. 30 werden geschlossen. Wenn die solenoidbe
tätigten Ventile 31 u. 32 für Bremskraftregelung geöffnet
werden, kann der Hydraulikdruck schnell in die Bremseinrich
tungen 13 u. 14 eingeleitet werden, um eine feinabgestimmte
Reaktion zu erhalten.
Wenn der Schlupf S unabhängig von der Motorleistungsregelung
ansteigt und den Regelwert SB für die Bremskraftregelung über
steigt, wird der Hydraulikdruck den Bremsvorrichtungen 13 u.
14 der Hinterräder 3 u. 4 derart zugeführt, daß die Griffig
keitsregelung sowohl durch die Motorleistungsregelung wie auch
durch die Bremskraftregelung durchgeführt wird. Bei dieser
Regelung wird die Bremskraft auf einen Regelwert SB über eine
rückgekoppelte Regelung eingeregelt.
Wenn der Schlupf S der Hinterräder 3, 4 unter den Regelwert SB
vermindert ist, wird die Bremskraft derart reduziert, daß die
Bremskraftregelung als Griffigkeitsregelung abgebrochen wird.
Dagegen wird die Motorleistungsregelung bis zum Erreichen
einer Bedingung zum Abbrechen der Motorleistungsregelung fort
gesetzt. Wenn das Hauptdrosselventil vollständig geschlossen
ist, oder wenn der aktuelle Schlupf S gegen die kleinere der
beiden Regelgrößen SE und SB konvergiert, entscheidet die ECU
40, daß die Bedingung zum Abbrechen der Motorleistungsregelung
erfüllt sind. Zu diesem Zeitpunkt ist der Schlupf der Hinter
räder beseitigt.
Im folgenden wird eine Regelung durch die ECU 40 entsprechend
dem Flußdiagramm gemäß Fig. 2 erläutert.
Die ECU 40 liest unterschiedliche Daten in Schritt S1 aus. In
Schritt S2 berechnet die ECU 40 den Reibungskoeffizient µ. Der
Reibungskoeffizient µ zwischen dem Rad und der Straßenober
fläche kann beispielsweise nach demselben Meßverfahren, wie
es in der US 49 51 198 beschrieben ist, erhalten werden. Zur
Vermeidung unnötiger Wiederholungen sei diesbezüglich auf die
US 49 51 198 verwiesen, die von demselben Anmelder stammt, wie
die hier vorliegende Erfindung.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel kompensiert die ECU 40
den Reibungskoeffizienten µ entsprechend der Frequenz der
durchgeführten Griffigkeitsregelung. Damit wird für den Fall,
daß die Griffigkeitsregelung im Fall eines festgestellten
niedrigen Reibungskoeffizienten häufig durchgeführt wird,
beispielweise auf einer verschneiten Straße, die ECU 40 den
Reibungskoeffizient µ auf einen kleineren Wert hin
korrigierten. Andererseits ändert die ECU 40 den Reibungs
koeffizient µ zu einem größeren Wert für den Fall eines hohen
Reibungskoeffizienten, wie er bei einer trockenen Straßenober
fläche auftritt, da die Griffigkeitsregelung verhältnismäßig
selten ausgeführt wird. Der Reibungskoeffizient µ kann mittels
eines Sensors zum unmittelbaren Aufnehmen der Reibung zwischen
dem Rad und der Straßenoberfläche ermittelt werden. Alternativ
kann der Reibungskoeffizient µ mittels einer Antirutsch
regelung für diesen Zweck ermittelt werden.
Die ECU 40 entscheidet in Schritt S3, ob der Reibungskoeffizi
ent µ größer als ein vorherbestimmter Wert µ0 ist. Falls die
Entscheidung ja lautet, entscheidet die ECU 40, ob die Fahr
zeuggeschwindigkeit V basierend auf der Geschwindigkeit der
angetriebenen Räder, größer als ein vorher festgelegter Wert
Vo ist (Schritt S4). Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit V größer
als der vorherbestimmte Wert Vo ist, entscheidet die ECU 40 in
Schritt S5 weiterhin, ob die Motordrehzahlgeschwindigkeit N
größer als ein vorher festgelegter Wert No ist basierend auf
einem Signal des Motorgeschwindigkeitssensors 45. Wenn die
Entscheidung ja lautet, setzt die ECU 40 den ersten Schwell
wert SE1 für die Motorleistungsregelung auf den Regelwert SE
für die Motorleistungsregelung und einen ersten Schwellwert
SB1 für die Bremskraftregelung als den Regelwert SB. In diesem
Fall ist der Wert SB1 kleiner als der Wert SE1.
Als nächstes entscheidet die ECU 40 in Schritt 7, ob der
Schlupf S größer als die Regelgröße SB für die Bremskraft
regelung ist. Wenn die Entscheidung ja lautet, startet die ECU
40 mit der Griffigkeitsregelung. Die ECU 40 wiederholt die
Vorgänge in den Schritten S8 und S9 bis die Bedingungen für
das Abbrechen der Griffigkeitsregelung in Schritt 9 erfüllt
sind. Wenn die Bedingungen zum Abbrechen der Griffigkeits
regelung erfüllt sind, beispielsweise wenn durch den ersten
Drosselsensor 46 festgestellt ist, daß die Hauptdrossel 37
vollständig geschlossen ist, stoppt die ECU 40 die Griffigkeits
regelung in Schritt S10.
Wenn die Entscheidung in Schritt S7 nein lautet, d. h., wenn
der Schlupf S kleiner als die Regelgröße SB für die Bremskraft
regelung ist, entscheidet die ECU 40 in Schritt S11, ob der
Schlupf S größer als eine Regelgröße SE für die Motorleistungs
regelung ist oder nicht.
Wenn die Entscheidung in den Schritten S3 bis S5 nein lautet,
setzt die ECU 40 einen zweiten Schwellwert SE21 als Regelwert
SE für die Motorleistungsregelung und einen zweiten Schwell
wert SB2 als Regelwert SB für die Bremskraftregelung. In
diesem Fall ist der zweite Schwellwert SB2 größer als der
zweite Schwellwert SE21 für die Motorleistungsregelung.
Wenn beim Betrieb die Hinterräder 3 u. 4 bei einer Fahrbe
dingung mit hoher Reibung einen merklichen Schlupf erzeugen,
in welchem der Regelwert SE für die Motorleistungsregelung
größer ist als der Regelwert SB für die Bremskraftregelung,
startet die ECU 40 die Griffigkeitsregelung, um Hydraulikdruck
zu den Bremseinrichtungen zum Zeitpunkt t₁ zuzuführen, wenn
der Schlupf S über den Regelwert SB hinausgeht, wie dies in
Fig. 3 dargestellt ist. Im Ergebnis wird die Radgeschwindig
keit der Hinterräder reduziert. Wenn der Schlupf unter die
Regelgröße SB zu einem Zeitpunkt t₂ reduziert ist, bricht die
ECU 40 die Griffigkeitsregelung ab. In diesem Fall wird die
Motorleistungsregelung für die Schlupfregelung nicht ausge
führt. Daher ist der Motor so ausgelegt, daß er seine volle
Leistung unabhängig von der Schlupfregelung bei der Griffig
keitsregelung zur Verfügung stellen kann.
Wenn andererseits die Hinterräder 3 u. 4 bei nur geringer
Reibung einen wesentlichen Schlupf aufweisen, wobei die Regel
größe SE für die Motorleistungsregelung kleiner als die Regel
größe SB für die Bremskraftregelung ist, startet die ECU 40
die Griffigkeitsregelung zum Zeitpunkt t2, wenn die Schlupf
rate S den Regelwert SE überschreitet. Die ECU 40 führt eine
rückgekoppelte Regelung der Öffnung des Hilfsdrosselventils 39
über das Stellglied 38 durch, um auf die Regelgröße SE einzu
regeln. Wenn der Schlupf S unabhängig von der Schlupfregelung
mittels der Motorleistungsregelung ansteigt und die Regelgröße
SB für die Bremskraftregelung zur Zeit t4 überschreitet,
beginnt die ECU 40 mit der Bremskraftregelung für die Brems
vorrichtungen 13, 14 der Hinterräder 3, 4. Im Ergebnis wird die
Schlupfregelung sowohl durch die Motorleistungsregelung wie
auch durch die Bremskraftregelung nach dem Zeitpunkt t4 durch
geführt. Wenn der Schlupf S unter die Regelgröße SB zum Zeit
punkt t5 reduziert ist, beendet die ECU 40 die Schlupfregelung
bei der Griffigkeitsregelung, so daß die Bremskraft reduziert
wird. Wenn daher das Fahrzeug auf einer glatten Straße fährt,
wie beispielsweise einer beschneiten Straße, auf der die
Antriebsräder zum Schlupf neigen, wird die Motorleistung
reduziert, so daß die Frequenz der Bremsvorrichtungsbetätigung
für die Schlupfregelung reduziert werden kann. Das wirkt sich
positiv auf die Standzeit des Bremssystems aus und auf die
Auswirkung auf die Bremsung selbst.
Claims (8)
1. Schlupfregelvorrichtung mit Schlupfmeßeinrichtungen
zum Messen des Schlupfes eines Antriebsrades, Motor
regeleinrichtungen zur Reduzierung der Motorleistung,
falls der Schlupf einen ersten Schwellwert
übersteigt, Bremsregeleinrichtungen zum Abbremsen des
Antriebsrades, wenn der Schlupf einen zweiten Schwell
wert übersteigt, Reibungskoeffizientenmeßeinrich
tungen zum Messen des Reibungskoeffizienten der
Straße, auf der das Fahrzeug fährt, und Schwellwert
bestimmungseinrichtungen zur Bildung eines ersten und
zweiten Schwellwertes entsprechend dem Reibungs
koeffizienten.
2. Schlupfregelvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwellwertbestimmungseinrichtungen den
ersten Schwellwert größer festlegen, als den zweiten
Schwellwert, wenn der Reibungskoeffizient größer als
ein vorher festgelegter Wert ist.
3. Schlupfregelvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schwellwertbestim
mungseinrichtung den ersten Schwellwert kleiner
einstellt als den zweiten Schwellwert, wenn der
Reibungskoeffizient kleiner als ein vorherbestimmter
Wert ist.
4. Schlupfregelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Motorregel
einrichtungen die Motorleistung auf den ersten
Schwellwert als Regelgröße in einer Regelschleife
einer Hilfsdrossel regeln.
5. Schlupfregelvorrichtung nach einem der Ansprüche 1-4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schlupfregel
vorrichtung die Motorleistung auf den zweiten
Schwellwert in einem Regelkreis des hydraulischen
Drucks in einem Bremssystem für das Antriebsrad über
ein solenoidbetriebenes Ventil in dem Hydraulik
regelsystem geregelt wird.
6. Schlupfregelvorrichtung mit Schlupfmeßeinrichtungen
zum Messen des Schlupfes eines Antriebsrades, Motor
regeleinrichtungen zur Reduzierung der Motorleistung,
falls der Schlupf einen ersten Schwellwert über
steigt, Bremsregeleinrichtungen zum Abbremsen des
Antriebsrades, wenn der Schlupf einen zweiten Schwell
wert übersteigt, Reibungskoeffizientenmeßeinrich
tungen zum Messen des Reibungskoeffizienten der
Straße, auf der das Fahrzeug fährt, und Schwellwert
bestimmungseinrichtungen zur Bildung eines ersten und
zweiten Schwellwertes entsprechend der Fahrzeug
geschwindigkeit.
7. Schlupfregelvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwellwertbestimmungseinrich
tung den ersten Schwellwert größer bestimmt als den
zweiten Schwellwert, wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit
größer als ein vorher festgelegter Wert ist.
8. Schlupfregelvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennnzeichnet, daß die Schwellwertbestim
mungseinrichtungen den ersten Schwellwert kleiner
einstellen als den zweiten Schwellwert, wenn die
Fahrzeuggeschwindigkeit kleiner als ein vorherbe
stimmter Wert ist.
Applications Claiming Priority (1)
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