DE4242582A1 - Rakelanordnung - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Rakelanordnung für eine Rotations-
Tiefdruckmaschine der im Oberbegriff des Anspruches 1 wieder
gegebenen Art.
Auf die Formzylinder von Rotations-Tiefdruckmaschinen wird
die Druckfarbe, die auf das zu bedruckende Material übertra
gen werden soll, in der Weise aufgebracht, daß der mit hoher
Drehzahl rotierende Formzylinder mit einem Bereich seiner
Manteloberfläche, der sich über seine gesamte Länge erstreckt,
in ein Druckfarben-Bad eintaucht, das in einer Farbwanne ent
halten ist, wobei sich die in der Manteloberfläche des Form
zylinders ausgebildeten Vertiefungen mit Druckfarbe füllen.
Da auf der Manteloberfläche des Formzylinders nach ihrem Aus
treten aus dem Druckfarben-Bad auch an nicht vertieften Ober
flächenbereichen überschüssige Druckfarbe anhaftet, ist es un
umgänglich, am Druckzylinder eine sogenannte Rakel anzuordnen,
mit deren Hilfe diese überschüssige Druckfarbe abgestreift
werden kann, bevor der betreffende Bereich der Formzylinder-
Oberfläche in die Druckzone eintritt und dort mit der zu be
druckenden Materialbahn in Berührung kommt.
Herkömmliche Rakel sind üblicherweise in Art eines relativ
steifen Metall-Lineals ausgebildet, dessen Länge etwas größer
als die axiale Länge des zugehörigen Formzylinders ist. Eine
solche Rakel wird starr in einen ebenso langen massiven Rakel
balken eingespannt, mit dessen Hilfe sie so neben dem Form
zylinder positioniert wird, daß sie mit Hilfe einer hydrau
lischen oder pneumatischen Einrichtung längs einer parallel
zur Drehachse verlaufenden Mantellinie des Formzylinders
an dessen Mantelfläche angedrückt werden kann.
Um zu vermeiden, daß es aufgrund des von der Rakel auf die
Manteloberfläche des Formzylinders ausgeübten Druckes zu
lokalen Überhitzungen und damit Zerstörungen der Formzylin
der-Oberfläche kommt, ist es bekannt, die gesamte Rakelan
ordnung, d. h. die Rakel zusammen mit ihrem Rakelbalken und
der gesamten Anpreßvorrichtung in einer zur Achse dem Form
zylinders parallelen Richtung periodisch um einige Zenti
meter hin- und herzubewegen.
Diese bekannten Rakelanordnungen weisen jedoch eine Reihe von
Nachteilen auf. So ist die Haltbarkeit einer derartigen Rakel
selbst bei völlig störungsfreiem Betriebsablauf auf etwa
500 000 bis 700 000 Umdrehungen des Druckzylinders begrenzt.
Dies bedeutet, daß dann, wenn sehr große Auflagen eines Druck
produktes hergestellt werden müssen, die in die Größenordnung
von bis zu zwölf Millionen gehen können, während des Drucks
einer solchen Auflage die Rakel aller Druckwerke mehrmals aus
getauscht werden müssen. Dazu ist es erforderlich, die Rota
tionstiefdruckmaschine so lange stillzusetzen, bis die aus
zuwechselnden Rakel ausgebaut und durch neue ersetzt worden
sind. Die hierdurch bedingten Maschinen-Ausfallzeiten führen
zu einer Verzögerung der Fertigstellung der jeweils zu druc
kenden Auflage und erhöhten Kosten. Darüber hinaus kann eine
mit hoher Geschwindigkeit laufende Rotationsdruckmaschine
nicht schlagartig angehalten bzw. aus dem Stillstand auf
volle Drehzahl gebracht werden. Während des Herunter- und
des Hochfahrens der Drehgeschwindigkeit vor und nach einem
Rakelwechsel fällt eine große Menge von Makulatur an, da es
praktisch nicht möglich ist, in den Zeiten, in denen sich
die Rotationsgeschwindigkeit der Tiefdruckmaschine ändert,
den Registerstand der verschiedenen Druckwerke mit der er
forderlichen Genauigkeit eingeregelt zu halten.
Das eben erläuterte Problem verschärft sich dadurch, daß es
jederzeit, d. h. auch schon nach einigen Hundert Umdrehun
gen zu einer Beschädigung einer Rakel durch ein Farbklümpchen
oder dergleichen kommen kann, das zwischen der Manteloberfläche
des Formzylinders und der Rakel hindurchgedrückt wird. Eine
solche Beschädigung macht sich sofort dadurch bemerkbar, daß
auf der zu bedruckenden Materialbahn ein kontinuierlicher,
wegen der oben erwähnten Hin- und Herbewegung der Rakel zick
zackförmig hin- und herlaufender Farbstreifen sichtbar wird.
In einem solchen Fall muß bisher die Rotationstiefdruckmaschine
sofort angehalten und die beschädigte Rakel ausgewechselt wer
den, was ebenfalls die oben beschriebenen Nachteile mit sich
bringt.
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
Rakelanordnung der eingangs genannten Art so weiterzubilden,
daß auch beim Druck sehr hoher Auflagen Maschinenstillstands
zeiten weitestgehend vermieden und die aufgrund von Rakelbe
schädigungen anfallenden Makulaturmengen erheblich vermindert
werden.
Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung die im An
spruch 1 zusammengefaßten Merkmale vor.
Von besonderer Bedeutung ist dabei, daß das erfindungsgemäße
Rakelband wesentlich länger ist als der zugehörige Formzylin
der. So kann beispielsweise vorgesehen werden, ein Rakelband
mit einer Länge von 200 m, das zunächst auf eine der beiden
Wickeleinrichtungen aufgewickelt ist, mit einer der bisher
üblichen Hin- und Herbewegung entsprechenden Geschwindigkeit
langsam und kontinuierlich am Formzylinder entlang zu ziehen,
wobei es von der oben genannten Wickelvorrichtung abgewickelt
und auf die gegenüberliegende Wickelvorrichtung aufgewickelt
wird.
Ist das Rakelband völlig umgespult bevor eine Auflage fertig
gedruckt ist, kann seine Bewegungsrichtung umgekehrt und das
Rakelband zur ursprünglichen Wickelvorrichtung zurückgespult
werden. Bei sehr großen Auflagen kann diese Richtungsumkehr
auch mehrmals erfolgen. Wegen der geringen Vorschubgeschwin
digkeit des Rakelbandes kann das Band bei jeder dieser Rich
tungsumkehrungen so schnell angehalten und in der entgegen
gesetzten Richtung wieder in Bewegung gesetzt werden, daß es
zu keiner merklichen Unterbrechung der Relativbewegung zwi
schen Rakelband und Formzylinder kommt. Daher ist es nicht
nötig, für eine solche Bewegungsumkehr des Rakelbandes die
Druckgeschwindigkeit zu verringern oder gar die Druckmaschine
anzuhalten.
Da jeder Abschnitt des Rakelbandes immer nur für relativ kurze
Zeit am Formzylinder anliegt, ist die Abnutzung des Rakelban
des stark vermindert. Es ist daher mit der erfindungsgemäßen
Rakelbandvorrichtung möglich, auch Druckauflagen bis zu
zehn oder zwölf Millionen zu drucken, ohne daß die Rotations
tiefdruckmaschine zwischendurch zum Auswechseln einer Rakel
angehalten werden muß. Auf diese Weise werden sowohl die
Stillstandszeiten als auch der Makulaturanfall erheblich
vermindert.
Vorzugsweise besteht das Rakelband aus einem dünnen Metall
blatt, dessen am Formzylinder anliegende Stirnseite sich
automatisch beim ersten Umspulen von einer Wickelvorrich
tung auf die andere auf die Form der Zylinder-Mantelfläche
einschleift.
Um einerseits eine gute Führung des Rakelbandes zu gewähr
leisten und andererseits den Kraftaufwand, mit dem das Rakel
band umgespult werden muß, möglichst gering zu halten, sind
die Flächen des Spaltes im Rakelbalken, an denen das Rakel
band anliegt und entlanggleitet, vorzugsweise geschliffen.
Da auch bei einer erfindungsgemäßen Rakeleinrichtung lokale
Beschädigungen des Rakelbandes durch Farbklümpchen oder der
gleichen, die zwischen der Formzylinderoberfläche und dem
Rakelband durchgedrückt werden, nicht ausgeschlossen werden
können, ist vorzugsweise vorgesehen, daß die Antriebsein
richtung, mit der das Rakelband umgespult wird, von der
normalen niedrigen Vorschubgeschwindigkeit auf eine wesent
lich erhöhte Vorschubbeschwindigkeit umgeschaltet werden
kann, um Schadstellen nach ihrem Entstehen schnell aus dem
Berührungsbereich mit der Formzylinderoberfläche herausbe
wegen zu können. Das Entstehen solcher Schadstellen wird
vorzugsweise durch das Anbringen entsprechender Sensorein
richtungen erkannt.
Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform sind
Speichereinrichtungen vorgesehen, in denen die Positionen
von aufgetretenen Schadstellen eines Rakelbandes gespei
chert werden. Anhand dieser Daten kann dann beim erneuten
Umspulen des Rakelbandes die Antriebsvorrichtung sofort
auf eine erhöhte Geschwindigkeit umgeschaltet werden, wenn
eine solche Schadstelle in den Berührungsbereich mit der
Formzylinderoberfläche eintritt. Auf diese Weise ist es
möglich, den durch solche Schadstellen bedingten Makulatur
anfall äußerst klein zu halten und das Rakelband auch dann
noch weiterzuverwenden, wenn es nicht zu viele derartige
Schadstellen aufweist.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird der
Rakelbalken so positioniert, daß das Rakelband gegen eine
Mantellinie des Formzylinders angedrückt wird, die in Dreh
richtung hinter der Farbwanne nicht oberhalb und vorzugs
weise unterhalb der Querschnittsmitte des Formzylinders
liegt. Auf diese Weise kann die Menge der Druckfarbe, die
zwischen der Farbbadoberfläche, der aus der Farbbadober
fläche auftauchenden Formzylinderoberfläche, dem die über
schüssige Druckfarbe abstreifenden Rakelband und der die
abgestreifte Farbe in das Druckfarbenbad rückführenden Leit
fläche zirkuliert, äußerst klein gehalten werden. Wegen der
hierdurch erzielten Verminderung von Farbwirbeln und der
reduzierten Möglichkeit, daß es zu einer Durchmischung von
Farbe und Luft kommt, wird die Menge des im Bereich der Ra
keleinrichtung auftretenden Farbstaubes erheblich reduziert
und es kommt zu einer wesentlich geringeren Verschmutzung
sowohl der gesamten Rakelanordnung als auch ihres ganzen Um
gebungsbereiches, insbesondere der Form- und Druckzylinder-
Lager.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbei
spiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben; in
dieser zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische schematische Ansicht eines
Teils eines Druckwerks einer Rotations-Tiefdruck
maschine, an dem eine erfindungsgemäße Rakelanord
nung angebracht ist, und
Fig. 2 eine Schnittansicht der Anordnung der Fig. 1 längs
der Linie II-II.
In den Figuren ist der Formzylinder 1 eines Druckwerks einer
Rotations-Tiefdruckmaschine dargestellt, an den eine zu be
druckende Papierbahn 3 mit Hilfe eines Presseurs 4 ange
drückt wird. Um die auf die Druckzone vertikal zulaufende
Papierbahn 3 in eine horizontale und nach Durchlaufen der
Druckzone wieder in eine vertikale Richtung umzulenken,
sind zwei Leitspindeln 6, 7 vorgesehen.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die erfindungs
gemäße Rakelanordnung von dieser speziellen Papierbahnführung
unabhängig ist und beispielsweise auch dann angewendet wer
den kann, wenn die Papierbahn 3 die Druckzonen mehrerer auf
einanderfolgender Druckwerke ohne Richtungsänderung gerad
linig horizontal oder vertikal durchläuft.
Wie man insbesondere der Fig. 2 entnimmt, taucht der Form
zylinder 1 mit dem unteren Teil seiner Mantelfläche in die
in einer Farbwanne 8 befindliche Druckfarbe 10 ein, die mit
Hilfe einer Farbwalze 12, deren Mantel beispielsweise aus
Plüsch besteht, in die Vertiefungen des Formzylinders hinein
gedrückt wird.
Die Farbwanne 8 ist mit Hilfe einer schematisch angedeuteten
pneumatisch oder hydraulisch betriebenen Hubeinrichtung 14 in
vertikaler Richtung verstellbar. Somit kann sie auf einfache
Weise abgesenkt werden, wenn der Formzylinder eines Druck
werkes ausgetauscht werden soll, wozu er in der durch den
Pfeil F angedeuteten horizontalen Richtung aus dem Druckwerk
herausbewegt wird. Überdies kommen in einem Druckwerk Form
zylinder mit unterschiedlichen Durchmessern zum Einsatz, so
daß es erforderlich ist, die Höhe der Farbwanne 8 in Abhängig
keit vom Durchmesser des jeweils verwendeten Formzylinders 1
so einzustellen, daß dieser mit seiner Mantelfläche in der
dargestellten Weise immer in die Druckfarbe 10 eintaucht und
an der Mantelfläche der sich mit der Farbwanne 8 mitbewegen
den Farbwalze 12 zur Anlage kommt.
Mit Hilfe eines sich in Längsrichtung der Farbwanne erstrecken
den Rohres 16 kann ständig Druckfarbe in dem Ausmaß nachge
führt werden, wie sie durch den Druckvorgang verbraucht wird.
Um die überschüssige Farbe abzustreifen, die an den Ober
flächenbereichen des Formzylinders 1 anhaftet, welche aufgrund
der in Richtung des Pfeiles R erfolgenden Drehung des Form
zylinders nach der Berührung mit der Farbwalze 12 die Farb
wanne 8 verlassen, ist in Drehrichtung hinter der Farb
wanne 8 eine Rakelanordnung 18 vorgesehen, die dazu dient,
eine im vorliegenden Fall von einem dünnen Metallband 20
gebildete Rakel längs einer zur Drehachse des Formzylinders
1 parallelen Mantellinie so anzudrücken, daß sich das Rakel
band 20 mit seiner dem Formzylinder 1 zugewandten geschliffe
nen Kante 22 an diesen anschmiegt.
Wie man insbesondere der Fig. 2 entnimmt, ist die erfindungs
gemäße Rakelanordnung 18 bezüglich des Formzylinders so posi
tioniert, daß die Berührungslinie der Rakelbandkante 22 mit
der Manteloberfläche des Formzylinders 1 unterhalb des horizon
talen Maximaldurchmessers des Formzylinders 1 erfolgt. Auf
diese Weise kann die Menge und damit auch der Staudruck der
(nicht dargestellten) Farbe vermindert werden, die sich auf
grund der Drehbewegung des Formzylinders 1 und der Abstreif
wirkung des Rakelbandes 20 unter der Rakel ansammelt und sie
von der Mantelfläche des Formzylinders 1 abzuheben sucht.
Das Rakelband 20 ist in einem Schlitz 24 des Rakelbalkens
25 gehalten, dessen Weite geringfügig größer als die Dicke
des Rakelbandes 20 ist. Der Deutlichkeit halber sind in
Fig. 2 die Weite des Schlitzes 24 und die Dicke des Rakel
bandes 20 bezüglich der übrigen Teile vergrößert dargestellt.
Durch den Staudruck der angesammelten Farbe und die Reibung
am Formzylinder 1 wird das Rakelband 22 im Schlitz 24 etwas
verkippt, so daß es in dem dem Formzylinder 1 zugewandten
vorderen Bereich mit seiner Oberseite und in dem vom Form
zylinder 1 abgewandten hinteren Bereich mit seiner Unter
seite an der jeweiligen Schlitzwand anliegt. Die beiden
Schlitzwände sind geschliffen, so daß das Rakelband 20 ohne
übermäßig großen Kraftaufwand während des Druckbetriebes
gegen die Schlitzwände in Längsrichtung verschoben werden
kann. Zur Durchführung dieser Vorschubbewegung sind die in
Fig. 1 dargestellten Wickeleinrichtungen 28, 29 vorgesehen,
die durch nicht dargestellte Antriebseinrichtungen so in
Drehung versetzt werden können, daß die eine von ihnen das
Rakelband in dem Maße aufwickelt, in dem es von der anderen
Wickelvorrichtung abgewickelt wird. Durch die Doppelpfeile
S ist dabei angedeutet, daß die Richtung dieser Wickelbewe
gung und damit auch die Längsbewegungsrichtung des Rakel
bandes 20 umgekehrt werden kann. Um trotz des wechselnden
Durchmessers des auf den beiden Wickeleinrichtungen 28, 29
befindlichen Rakelband-Wickels eine exakte Ein- bzw. Aus
führung des Rakelbandes in den bzw. aus dem Längsschlitz 24
des Rakelbalkens 25 zu gewährleisten, ist zwischen jeder der
beiden Wickeleinrichtungen 28, 29 und dem Rakelbalken 25 je
weils eine aus zwei drehbaren Rollen bestehende Führungsan
ordnung 30, 31 vorgesehen. Die Rollen dieser Führungsanord
nungen können entweder frei mit dem Rakelband 20 mitlaufen
oder aber vorzugsweise zum Antrieb des Rakelbandes 20 dienen,
wodurch für eine gleichförmige Bewegung des Rakelbandes 20 in
Längsrichtung mit einer konstanten Drehgeschwindigkeit gear
beitet werden kann. Die Führungseinrichtung, zu deren Seite
hin sich das Rakelband bewegt, kann dabei jeweils etwas schnel
ler angetrieben werden, als die andere Führungseinrichtung, um
das Rakelband 20 in einer definierten Längsspannung zu halten.
Die Wickeleinrichtungen 28, 29 werden auf diese Weise von
der Zugwirkung des Rakelbandes 20 entlastet. Es muß nur die
das Rakelband aufwickelnde Wickeleinrichtung mit einer sol
chen Momentangeschwindigkeit angetrieben werden, daß das
Rakelband mit einem nicht zu lockeren Wickel aufgewickelt
wird.
Jede der beiden Wickeleinrichtungen 28, 29 ist so dimensio
niert, daß sie eine Länge des Rakelbandes 20 aufnehmen kann,
die wesentlich größer als die axiale Länge des Formzylinders
1, beispielsweise gleich 200 m ist. Da das Rakelband während
des regulären Betriebs mit einer geringen Geschwindigkeit,
die in der Größenordnung von einigen Millimetern bis einigen
Zentimetern pro Sekunde liegen kann, in Längsrichtung ver
schoben wird, können Zeiträume in der Größenordnung von drei
bis zehn Stunden erreicht werden, bis das Rakelband voll
ständig von der einen Wickeleinrichtung auf die andere um
gespult ist. Für einen längerdauernden Druckbetrieb kann dann
die Wickelrichtung ohne merkliche Unterbrechung der Rakelband
bewegung umgekehrt und das Band mit einer in der gleichen
Größenordnung liegenden Geschwindigkeit zurückgespult werden.
Auf diese Weise ist es auch bei sehr hohen Druckauflagen nicht
mehr erforderlich, die Druckmaschine nur deswegen anzuhalten,
weil die Rakel ausgewechselt werden muß.
Wird das Rakelband durch ein in der Druckfarbe befindliches
Klümpchen oder festes Teilchen beschädigt, so wird die An
triebseinrichtung kurzfristig auf eine höhere Geschwindigkeit
geschaltet, um die schadhafte Stelle aus dem Berührungsbe
reich mit dem Formzylinder schnell herauszubewegen. Ist dies
erfolgt, wird das Rakelband wieder mit der bisherigen nie
drigen Geschwindigkeit umgespult. Mit Hilfe einer nicht dar
gestellten Sensoreinrichtung ist es möglich, die Lage be
schädigter Rakelbandstellen auf dem Rakelband festzustellen.
Diese Positionen können in einem Speicher festgehalten wer
den, der immer dann, wenn nach erfolgter Richtungsänderung
der Rakelbandbewegung eine schadhafte Stelle in den Berüh
rungsbereich mit dem Formzylinder 1 eintritt, dafür sorgt,
daß die Umspulgeschwindigkeit stark erhöht wird, um die schad
hafte Stelle möglichst schnell am Formzylinder vorbeizu
führen und auf diese Weise die Menge der dabei anfallenden
Makulatur gering zu halten.
Wie man den Figuren weiterhin entnimmt, ist der Rakelbalken
25 mit Hilfe von zwei jeweils an einem seiner Stirnenden an
gelenkten Lagerarmen 32, 33 mit einer drehbar gelagerten,
sich parallel zur Drehachse des Formzylinders 1 erstrecken
den Welle 35 verbunden, an der die vom Rakelbalken 25 ab
gewandten Enden der Lagerarme 32, 33 drehfest befestigt sind.
Dadurch kann der Rakelbalken 25 gemeinsam mit den Wickel
einrichtungen 28, 29 und dem von ihm geführten Rakelband 20
vom Formzylinder 1 weggeschwenkt bzw. so zum Formzylinder 1
hinbewegt werden, daß das Rakelband 20 mit der erforder
lichen Anpreßkraft gegen dessen Mantelfläche angedrückt
wird. Zur Durchführung dieser Schwenk- und Antriebsbewe
gungen sind zwei pneumatische oder hydraulische Zylinder
anordnungen vorgesehen, deren Kolbenstangen 39, 40 auf
der vom Formzylinder 1 abgewandten Seite des Rakelbalkens
25 in Längsrichtung voneinander beabstandet so angelenkt
sind, daß die Kraftwirkung der Zylinderanordnungen 37, 38
quer zur Längsrichtung des Rakelbandes 25 gerichtet ist.
Claims (8)
1. Rakelanordnung für eine Rotations-Tiefdruckmaschine, bei
der zum Abstreifen der überschüssigen Farbe vom Form
zylinder eine sich parallel zur Rotationsachse des Form
zylinders erstreckende Rakel mit Hilfe eines Rakelbalkens
an die Mantelfläche des Formzylinders angedrückt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rakel
von einem Band (20) gebildet wird, das so flexibel ist,
daß es um quer zu seiner Längsrichtung verlaufende Ach
sen auf- und abwickelbar ist, daß das Rakelband (20) so
am Rakelbalken (25) gelagert und geführt ist, daß es ge
gen den Rakelbalken (25) in Längsrichtung verschiebbar
ist, daß die Länge des Rakelbandes (20) wesentlich größer
als die axiale Länge des Formzylinders (1) ist, daß im
Bereich der axialen Stirnenden des Formzylinders (1) je
weils eine Wickeleinrichtung (28, 29) zum Auf- bzw. Ab
wickeln des Rakelbandes (20) angeordnet ist, und daß eine
Antriebseinrichtung vorgesehen ist, mit der das Rakelband
(20) während des Druckbetriebes in Längsrichtung verscho
ben werden kann, wobei es von der einen Wickeleinrichtung
(28, 29) ab- und auf die andere Wickeleinrichtung (29, 28)
aufgewickelt wird.
2. Rakelanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Rakelband (20) ein Metallband
ist.
3. Rakelanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Rakelband
(20) in einem sich in Längsrichtung des Rakelbalkens (25)
erstreckenden Schlitz (24) gelagert und geführt ist und daß
die Flächen des Schlitzes (24), an denen das Rakelband (20)
anliegt und entlanggleitet, geschliffen sind.
4. Rakelanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die An
triebseinrichtung von einer dem normalen Betriebs zu
stand entsprechenden niederen Vorschubgeschwindigkeit
für das Rakelband (20) auf eine hohe Vorschubbeschwin
digkeit umschaltbar ist, um eine schadhafte Stelle des
Rakelbandes (20) schnell aus dem Anlagebereich am Form
zylinder (1) herauszubewegen.
5. Rakelanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Dreh
richtung der Antriebseinrichtung umkehrbar ist, so daß
das Rakelband (20) von den beiden Wickeleinrichtungen
(28, 29) alternierend ab- und aufgewickelt werden kann.
6. Rakelanordnung nach Anspruch 4 und 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß eine Speichereinrichtung
vorgesehen ist, in der die Längspositionen von schad
haften Stellen des Rakelbandes (20) gespeichert werden
können und unter deren Steuerung die Antriebseinrichtung
jedesmal dann auf eine hohe Vorschubgeschwindigkeit umge
schaltet wird, wenn eine bei einem früheren Durchlauf
des Rakelbandes (20) festgestellte schadhafte Stelle bei
einem späteren Durchlauf wieder in den Anlagebereich des
Rakelbandes (20) am Formzylinder (1) eintritt, und wieder
auf die niedere Vorschubbeschwindigkeit zurückgeschaltet
wird, wenn diese schadhafte Stelle den Anlagebereich ver
läßt.
7. Rakelanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rakel
balken (25) so positioniert ist, daß das Rakelband (20)
gegen eine Mantellinie des Formzylinders (1) angedrückt
wird, die in Drehrichtung hinter der Farbwanne (8) nicht
oberhalb der Querschnittsmitte des Formzylinders (1)
liegt.
8. Rakelanordnung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Mantellinie, längs derer das
Rakelband (20) an den Formzylinder (1) angedrückt wird,
unterhalb der Querschnittsmitte des Formzylinders (1)
liegt.
Priority Applications (11)
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