DE4131671A1 - Aus betonfertigteilen bestehender bahnsteig - Google Patents
Aus betonfertigteilen bestehender bahnsteigInfo
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- E01F1/00—Construction of station or like platforms or refuge islands or like islands in traffic areas, e.g. intersection or filling-station islands; Kerbs specially adapted for islands in traffic areas
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Description
Die Erfindung betrifft einen aus Betonfertigteilen be
stehenden Bahnsteig, der in Höhen zwischen 15 cm und 90
cm über der Schienenoberkante hergestellt wird und der
das Ein- und Aussteigen in bzw. aus Schienenfahrzeugen
erleichtert.
Der vorgenannte Bahnsteig, der auch als Hochbahnsteig
bezeichnet wird und der als Seitenbahnsteig oder als
Mittelbahnsteig ausgebildet sein kann, ist insbesondere
für den öffentlichen Personennahverkehr geeignet. Er
kann zusätzliche Einrichtungen, wie Verkaufsautomaten,
Sitzbänke, Beleuchtungseinrichtungen u. dgl. aufweisen.
Die Zugänge solcher Bahnsteige sind fast ausschließlich
als behindertengerechte Rampen ausgebildet. Die seit
lichen Begrenzungen der Rampen und die dem Gleis
abgewandte Seite des Bahnsteigs sind durch Geländer
gesichert.
Bei einem bekannten Bahnsteig der eingangs genannten Art
werden in Rasterabständen rechtwinklig zur Bahnsteig
achse vorgefertigte Betonfundamente versetzt, auf denen
zwei Betonlängsbalken verankert sind. Die Beton
längsbalken werden in Abhängigkeit von der Bahnsteighöhe
unterschiedlich ausgeführt. Auf den Betonlängsbalken
werden Betonplatten als Bahnsteigoberfläche angeordnet.
Die Versorgungsleitungen werden entweder in Leerrohre
oder in zusätzliche Kabelkanäle verlegt. Ein zusätz
liches Verfüllen von Zwischenräumen, wie bei der
konventionellen Bauart, entfällt hierbei.
Ein anderer bekannter Bahnsteig besteht aus T-förmigen
Betonfertigteilen, ähnlich der Konstruktion von Fuß
gängerbrücken. Auch hierbei entfallen zusätzliche
Erdarbeiten. Die Versorgungsleitungen sind unter dem
waagerechten Flansch des T-förmigen Betonfertigteils
verlegt.
Sowohl die Herstellung dieser bekannten Betonfertigteile
als auch die Montage der daraus hergestellten Bahnsteige
sind sehr aufwendig.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Bahnsteig
oder eingangs genannten Art so auszubilden, daß er durch
Zusammenfügen von wenigen, konstruktiv einfach gestal
teten Betonfertigteilen hergestellt werden kann, daß er
einen begehbaren Versorgungskanal aufweist, der auch
spätere Installationen, beispielsweise für neuere Infor
mationssysteme, problemlos ermöglicht, und daß er eine
weitgehende architektonische Gestaltung, beispielsweise
durch Vorhängeelemente, Geländer, Oberflächengestaltung
u. dgl. ermöglicht.
Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht darin, daß die
Betonfertigteile so gestaltet sind, daß jeweils zwei
Betonfertigteile den einen Hohlraum aufweisenden Bahn
steig bilden. Es sind somit nur zwei Formteile erforder
lich. Als konstruktiver Unterbau dient im Regelfall - je
nach vorhandenem Baugrund - eine 20 cm bis 30 cm starke
ausreichend verdichtete Kiessandschicht mit einer etwa
10 cm starken Magerbetonschutzschicht, wobei auf der
Magerbetonsohle der untere Betonwinkel flucht- und
höhengerecht ausgerichtet ist. Große Fundamente, wie sie
die bekannten Bahnsteige erfordern, werden bei dem
erfindungsgemäßen Bahnsteig nicht benötigt. Die Fixie
rung erfolgt bei dem erfindungsgemäßen Bahnsteig durch
Untergießen mit Fließmörtel oder Unterstopfen mit kon
ventionellem Mörtel. Eine Sicherung mit Ankern o. dgl.
ist dadurch ebenfalls nicht erforderlich.
In Ausgestaltung der Erfindung weisen die Beton
fertigteile einen L-förmigen Querschnitt auf. Sowohl die
Herstellung als auch die Montage derartiger Beton
fertigteile bereitet keinerlei Schwierigkeiten.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Länge
des waagerechten Schenkels des oberen Betonfertigteils
um mindestens 50 cm größer als die Länge des
waagerechten Schenkels des unteren Betonfertigteils.
Dadurch ergibt sich, daß bei nur geringem Unterschied in
der Form der beiden Formteile die den Schienen zu
gewandte Bahnsteigkante ausreichend weit übersteht.
Damit ein genaues Ausrichten des oberen Betonfertigteils
möglich ist, ist zwischen dem waagerechten Schenkel des
oberen Betonfertigteils und dem senkrechten Schenkel des
unteren Betonfertigteils ein elastisches Lager vor
gesehen, das zweckmäßigerweise durch einen Neoprene
streifen gebildet ist.
Eine Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren
Betonfertigteil wird dadurch herbeigeführt, daß die Fuge
zwischen dem senkrechten Schenkel des oberen Beton
fertigteils und dem waagerechten Schenkel des unteren
Betonfertigteils mit Fließmörtel ausgegossen ist.
Ein Zugang zu dem durch die beiden L-förmigen Beton
fertigteile gebildeten Hohlraum ist erfindungsgemäß
dadurch ermöglicht, daß in dem senkrechten Schenkel des
unteren Betonfertigteils Einstiegsöffnungen vorgesehen
sind, die durch Türen verschließbar sind.
Nach einem anderen Merkmal der Erfindung ist ein Zugang
zu dem durch die beiden L-förmigen Betonfertigteile
gebildeten Hohlraum dadurch ermöglicht, daß der waage
rechte Schenkel des oberen Betonfertigteils mit
Einstiegsöffnungen versehen ist, die durch Deckel
verschließbar sind.
In Weiterbildung der Erfindung sind in dem senkrechten
Schenkel des unteren Betonfertigteils Belüftungs
öffnungen vorgesehen. Dadurch ist eine stetige Belüftung
des durch die beiden L-förmigen Betonfertigteile gebil
deten Hohlraums gewährleistet. Die Belüftungsöffnungen
sind zweckmäßigerweise durch ein Gitter oder ein Loch
blech verschlossen.
Vorteilhafterweise sind an der Innenseite des senkrech
ten Schenkels des oberen Betonfertigteils Kabelträger
angeordnet. Dadurch ist ein leichter Zugang zu den
Kabeln gewährleistet, ohne Erdarbeiten durchführen zu
müssen.
Die Erfindung kann noch dadurch verbessert werden, daß
unterhalb des überstehenden Teils des waagerechten
Schenkels des oberen Betonfertigteils und/oder an der
den Schienen zugewandten Außenseite des senkrechten
Schenkels des unteren Betonfertigteils Einrichtungen zur
Luftschalldämpfung angebracht sind. Die Einrichtungen
können einfach aufgesetzt oder auch in entsprechende
Ausnehmungen eingesetzt sein. Es eignen sich alle
bekannten Einrichtungen zur Luftschalldämpfung, wie
Drahtgeflechte, Lochbleche u. dgl. Im Bereich der
Belüftungsöffnungen kann auf Einrichtungen zur Luft
schalldämpfung verzichtet werden, da die die Belüftungs
öffnungen verschließenden Gitter oder Lochbleche selbst
luftschalldämpfend wirken. Die die Einstiegsöffnungen in
dem senkrechten Schenkel des unteren Betonfertigteils
verschließenden Türen können auch mit Einrichtungen zur
Luftschalldämpfung versehen sein.
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele von
Bahnsteigen dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Seitenbahnsteig;
Fig. 2 den Seitenbahnsteig gemäß Fig. 1 in einer
Ansicht von links gesehen;
Fig. 3 einen Querschnitt durch einen anderen Seiten
bahnsteig;
Fig. 4 einen Querschnitt durch einen Mittelbahnsteig.
Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Seitenbahnsteig
besteht im wesentlichen aus einem oberen Betonfertigteil 1
und einem unteren Betonfertigteil 2, die beide einen
L-förmigen Querschnitt aufweisen, wobei das obere
Betonfertigteil 1 einen waagerechten Schenkel 1.1 und
einen senkrechten Schenkel 1.2 aufweist und das untere
Betonfertigteil 2 einen waagerechten Schenkel 2.1 und
einen senkrechten Schenkel 2.2. Die Länge L1 des waage
rechten Schenkels 1.1 des Betonfertigteils 1 ist größer
als die Länge L2 des waagerechten Schenkels des Beton
fertigteils 2, so daß der waagerechte Schenkel 1.1 des
Betonfertigteils 1 in Richtung zu den Schienen 3 hin den
senkrechten Schenkel 2.2 des Betonfertigteils 2 über
ragt. Zwischen dem waagerechten Schenkel 1.1 des
Betonfertigteils 1 und dem senkrechten Schenkel 2.2 des
Betonfertigteils 2 ist ein elastisches Lager 4 vor
gesehen, das durch einen Neoprenestreifen gebildet ist.
Die Fuge 5 zwischen dem senkrechten Schenkel 1.2 des
Betonfertigteils 1 und dem waagerechten Schenkel 2.1 des
Betonfertigteils 2 ist mit Fließmörtel ausgegossen. Der
durch die beiden Betonfertigteile 1 und 2 gebildete
Hohlraum 6 ist begehbar und durch Einstiegsöffnungen 7,
die durch Türen 8 verschließbar sind, zugänglich. Es
können aber auch in dem waagerechten Schenkel 1.1 des
oberen Betonfertigteils 1 Einstiegsöffnungen 10 vorge
sehen sein, die durch Deckel 11 verschließbar sind. In
dem senkrechten Schenkel 2.2 des unteren Betonfertig
teils 2 sind ferner Belüftungsöffnungen 9 vorgesehen. An
einer Seitenwand des Hohlraums 6, bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel an dem senkrechten Schenkel 1.2 des
Betonfertigteils 1, sind Kabelträger 12 angebracht. An
der den Schienen 3 abgewandten Seite des waagerechten
Schenkels 1.1 des oberen Betonfertigteils 1 ist ein
Geländer 13 vorgesehen.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Seitenbahnsteig ist das
obere Betonfertigteil 1 mit einer Abdeckung 14 versehen.
In diesem Falle weist auch die Abdeckung 14 Einstiegs
öffnungen 15 auf, wobei diese Einstiegsöffnungen 15 mit
Deckeln 16 versehen sind. Ferner ist in diesem Falle ein
Geländer 17 an der Abdeckung 14 angebracht. Die Ab
deckung 14 kann beispielsweise aus Natur- oder Kunst
steinbelägen bestehen, die eine hochwertige Oberflächen
gestaltung ermöglichen. Unterhalb des überstehenden
Teils des waagerechten Schenkels 1.1 des oberen Beton
fertigteils 1 und an der den Schienen 3 zugewandten
Außenseite des senkrechten Schenkels 2.2 des unteren
Betonfertigteils 2 sind Einrichtungen 21 zur Luftschall
dämpfung angebracht.
Fig. 4 zeigt einen Mittelbahnsteig, wobei die beiden
Bahnsteighälften 18 und 19 dem in den Fig. 1 und 2
dargestellten Seitenbahnsteig entsprechen. Zwischen den
beiden Bahnsteighälften 18 und 19 ist eine elastische
Dichtung 20 vorgesehen.
Claims (11)
1. Aus Betonfertigteilen gebildeter Bahnsteig, der in
Höhen zwischen 15 cm und 90 cm über der Schienen
oberkante hergestellt wird und der das Ein- und Aus
steigen in bzw. aus Schienenfahrzeugen erleichtert,
dadurch gekennzeichnet, daß die Betonfertigteile
(1, 2) so gestaltet sind, daß jeweils zwei Beton
fertigteile (1, 2) den einen Hohlraum (6) auf
weisenden Bahnsteig bilden.
2. Bahnsteig nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Betonfertigteile (1, 2) einen L-förmigen
Querschnitt aufweisen.
3. Bahnsteig nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Länge (L1) des waagerechten
Schenkels (1.1) des oberen Betonfertigteils (1) um
mindestens 50 cm größer ist als die Länge (L2) des
waagerechten Schenkels (2.1) des unteren Beton
fertigteils (2).
4. Bahnsteig nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß zwischen dem waagerechten Schenkel
(1.1) des oberen Betonfertigteils (1) und dem senk
rechten Schenkel (2.1) des unteren Betonfertigteils
(2) ein elastisches Lager (4) vorgesehen ist.
5. Bahnsteig nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das elastische Lager (4) durch einen Neoprene
streifen gebildet ist.
6. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fuge (5) zwischen dem senk
rechten Schenkel (1.2) des oberen Betonfertigteils (1)
und dem waagerechten Schenkel (2.1) des unteren
Betonfertigteils (2) mit Fließmörtel ausgegossen
ist.
7. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß in dem senkrechten Schenkel
(2.2) des unteren Betonfertigteils (2) Einstiegs
öffnungen (7) vorgesehen sind, die durch Türen (8)
verschließbar sind.
8. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der waagerechte Schenkel (1.1)
des oberen Betonfertigteils (1) mit Einstiegs
öffnungen (10) versehen ist, die durch Deckel (11)
verschließbar sind.
9. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß in dem senkrechten Schenkel
(2.2) des unteren Betonfertigteils (2) Belüftungs
öffnungen (9) vorgesehen sind.
10. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Innenseite des senk
rechten Schenkels (1.2) des oberen Betonfertigteils
(1) Kabelträger (12) angeordnet sind.
11. Bahnsteig nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß unterhalb des überstehenden Teils
des waagerechten Schenkels (1.1) des oberen Beton
fertigteils (1) und/oder an der den Schienen (3)
zugewandten Außenseite des senkrechten Schenkels
(2.2) des unteren Betonfertigteils (2) Einrichtungen
(21) zur Luftschalldämpfung angebracht sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914131671 DE4131671A1 (de) | 1991-09-24 | 1991-09-24 | Aus betonfertigteilen bestehender bahnsteig |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914131671 DE4131671A1 (de) | 1991-09-24 | 1991-09-24 | Aus betonfertigteilen bestehender bahnsteig |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4131671A1 true DE4131671A1 (de) | 1993-03-25 |
Family
ID=6441301
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914131671 Withdrawn DE4131671A1 (de) | 1991-09-24 | 1991-09-24 | Aus betonfertigteilen bestehender bahnsteig |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4131671A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN107745714A (zh) * | 2017-11-16 | 2018-03-02 | 中铁工程设计咨询集团有限公司 | 一种城际铁路地下车站新型横剖面管线综合及站台层层高设计 |
| CN108547198A (zh) * | 2018-05-22 | 2018-09-18 | 沈阳铁道建筑桥隧工程有限公司 | 一种搭建或改造装配式站台的方法及专用预制模块组 |
| CN112301899A (zh) * | 2020-11-10 | 2021-02-02 | 广州地铁设计研究院股份有限公司 | 装配式地铁车站站台及其施工方法 |
-
1991
- 1991-09-24 DE DE19914131671 patent/DE4131671A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN107745714A (zh) * | 2017-11-16 | 2018-03-02 | 中铁工程设计咨询集团有限公司 | 一种城际铁路地下车站新型横剖面管线综合及站台层层高设计 |
| CN107745714B (zh) * | 2017-11-16 | 2024-05-10 | 中铁工程设计咨询集团有限公司 | 一种城际铁路地下车站新型横剖面管线综合及站台层层高设计 |
| CN108547198A (zh) * | 2018-05-22 | 2018-09-18 | 沈阳铁道建筑桥隧工程有限公司 | 一种搭建或改造装配式站台的方法及专用预制模块组 |
| CN112301899A (zh) * | 2020-11-10 | 2021-02-02 | 广州地铁设计研究院股份有限公司 | 装配式地铁车站站台及其施工方法 |
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