DE4117629A1 - Phospatidylserine - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von che
misch definierten 1,2-substituierten Phosphatidylserinen zur
Herstellung eines Arzneimittels.
Symmetrisch substituierte Phosphatidylserine sind an sich
bekannt. So ist z. B. Dioleoylphosphatidylserin ein Gegenstand
des europäischen Patents 00 99 068 sowie der PCT/DE83/0123
bzw. der Veröffentlichung P. Wooley und H. Eibl, Chem.Physics
Lipids 47 (1988), 55-62.
Die aus den oben genannten Dokumenten bekannten chemisch
definierten Verbindungen werden bislang als pharmazeutische
Hilfsstoffe bei der Herstellung von Liposomen, die ein Arz
neimittel wie z. B. Muramyldipeptid tragen, zur Behandlung von
Tumorerkrankungen eingesetzt (vgl. H. Eibl, C. Unger, Phos
pholipide als Antitumormittel: Möglichkeiten einer selektiven
Therapie, in: Die Zellmembran als Angriffspunkt der Tumorthe
rapie, Aktuelle Onkologie 34, herausgegeben von Unger et al.,
W. Zuckschwerdt Verlag, München).
Eine natürliche, aus Gehirnen von Tieren isolierte Phospholi
pidzusammensetzung, die ein Gemisch von mehreren unterschied
lichen, chemisch nicht näher definierten Phosphatidylserinen
und Phosphatidylethanolaminen in einem spezifizierten Ver
hältnis enthält, wird bereits zur Behandlung von Störungen
des zentralen Nervensystems (ZNS) eingesetzt (US-PS 45 95 680).
Die Wirkungsweise der Phospholipidzusammensetzung
wird auf eine Beeinflussung von gealterten Membranen des
zentralen Nervensystems zurückgeführt, in dem entweder die
Freisetzung von Transmittersubstanzen erleichtert oder die
Signalübertragung gefördert wird (Chang, H.W., Br.J.Pharma
col. 93 (1988), 647-653 und Clinical Trials Journal, Band 24
(1987), Nr. 1). Dadurch werden u. a. die bei reduzierter Hirn
leistung pathologisch veränderten Dopamin- bzw. Acetylcholin-
Transmittersysteme positiv beeinflußt.
Die Patentanmeldung WO87/05 024 offenbart pharmazeutische
Zusammensetzungen, die Glycerophosphoryl-O-serin als aktiven
Bestandteil enthalten und auf den Metabolismus des Gehirns
und auf die neuronale Transmission wirken. Glycerophosphoryl-
O-serin ist im Körper die Vorstufe der Phosphatidylserine.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, einen erfolgver
sprechenden Weg zur Therapie von Erkrankungen zu finden, bei
denen es zum Auftreten depressiver Symptome und zu Störungen
von Hirnleistungs- und Gedächtnisfunktionen kommt.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Verwen
dung eines chemisch definierten 1,2-substituierten Phosphati
dylserins der allgemeinen Formel (I)
worin R1 und R2 gleich oder verschieden sind und je einen
gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder geradketti
gen Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis 24 C-Atomen darstellen,
oder eines pharmazeutisch verträglichen Salzes davon zur
Herstellung eines Arzneimittels für die Therapie von Erkran
kungen, bei denen es zu Depressionen oder/und zu Störungen
von Hirnleistungsfunktionen, insbesondere zu Nachlassen oder
Verlust von Gedächtnisfunktionen kommt.
Der Begriff "chemisch definiert" im Sinne der vorliegenden
Erfindung soll Gemische von Phosphatidylserinen ausschließen,
wie sie aus dem Gehirn von Tieren isoliert werden. Die chemi
sche Synthese von symmetrischen oder unsymmetrischen Phospha
tidylserinen ist bekannt, siehe z. B. Eibl und Woolley, Chem.
Physics Lipids 41 (1986) 53-63; Eibl und Woolley, Chem.Phy
sics Lipids 47 (1988), 47-53; Wolley und Eibl, Chem.Physics
Lipids 47 (1988), 55-62 und Eibl und Woolley, Chem.Physics
Lipids 47 (1988), 63-68.
In der Formel (I) sind die Reste -OCO-R₁ und -OCO-R₂ beispielsweise
Capryl-, Caprin-, Laurin-, Myristin-, Palmitin-,
Stearin-, Öl-, Linol-, cis-11-Eicosen-, Eruca- oder Nervonsäurereste.
Die Reste R1 und R2 in der allgemeinen Formel (I) können
gleich oder verschieden sein. Besonders bevorzugt sind jedoch
solche Verbindungen, bei denen die Reste R1 und R2 gleich
sind, d. h. symmetrisch substituierte Phosphatidylserine.
Bevorzugt sind in diesem Sinne auch Verbindungen, bei denen
R1 und R2 zwar nicht gleich, aber gleichartig sind, d. h.
einer Klasse von Kohlenwasserstoffresten (entweder den gesät
tigten oder den ungesättigten Kohlenwasserstoffen) angehören.
Darunter sind wiederum solche Verbindungen bevorzugt, bei
denen R1 und R2 einfach oder mehrfach ungesättigte, geradket
tige Kohlenwasserstoffreste sind. Besonders bevorzugt ist,
wenn R1 oder/und R2 Ölsäurereste sind. Am meisten bevorzugt
sind pharmazeutische Zusammensetzungen, die synthetisches und
im wesentlichen reines Natrium-1,2-dioleylphosphatidyl-(S)
serin enthalten.
Aus dem Stand der Technik ist bekannt, daß die Verwendung von
Phosphatidylserin-Gemischen, wie sie aus Gehirnextrakten von
Tieren gewonnen werden (US-Patent 45 95 680), oder von syn
thetischen Vorstufen von Phosphatidylserinen, z. B. Glycero
phosphoryl-O-serin (WO 87 05 024) in bestimmten Tiermodellen
einen steigernden Effekt auf die Hirnleistung, das Gedächtnis
oder die räumliche Orientierung ausüben. Deshalb werden na
türliche, aus Gehirnen von Tieren isolierte Phosphatidylse
rin-Gemische bereits vereinzelt klinisch eingesetzt. Ihre
Wirkungsweise wird auf eine Beeinflussung von gealterten
Membranen des ZNS zurückgeführt, so daß entweder die Freiset
zung von Transmittersubstanzen erleichtert oder die Signal
übertragung gefördert wird. Insbesondere werden die bei
reduzierter Hirnleistung pathologisch veränderten Dopamin-
bzw. Acetylcholin-Transmittersysteme positiv beeinflußt.
Gemäß vorliegender Erfindung wurde jetzt überraschenderweise
festgestellt, daß chemisch definierte, symmetrisch 1,2-sub
stituierte Phosphatidylserine der allgemeinen Formel (I),
insbesondere Dioleylphosphatidylserin, in Tiermodellen, die
zur Entwicklung von Hirnleistungs-fördernden und antidepres
siv wirksamen Substanzen dienen, eine Verbesserung von Hirn
leistungs- und Gedächtnisfunktionen sowie eine antidepressive
Wirkung zeigen, die den bisher bekannten Phosphatidylserin-
Extrakten oder dem Glycerophosphoryl-O-serin deutlich überle
gen sind.
Hierbei soll angemerkt werden, daß ein antidepressives Wirk
profil bei einem Mittel des Standes der Technik, d. h. den
Hirnextrakten oder dem Glycerophosphoserin, experimentell
nicht faßbar ist. Bei den erfindungsgemäßen chemisch defi
nierten, symmetrisch 1,2-substituierten Phosphatidylserinen
der allgemeinen Formel (I) läßt sich hingegen eine antide
pressive Wirkung statistisch signifikant nachweisen.
Die Ergebnisse der Tierversuche lassen erwarten, daß die
erfindungsgemäße Verwendung von chemisch definierten, symme
trisch 1,2-substituierten Phosphatidylserinen der allgemeinen
Formel (I) zur Therapie von Erkrankungen geeignet ist, bei
denen es zu einem Verlust von Hirnleistungs- und Gedächtnis
funktionen kommt, z. B. im Verlauf von pathologischen Alte
rungsprozessen wie etwa Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer,
dem Hirnorganischen Psychosyndrom (Organic Brain Syndrom),
der AIDS-Demenz, depressiven Pseudodemenzen, dementiellen
Syndromen, Delirien als akuten organischen Hirnsyndromen,
Intoxikationen, Entzugssyndromen oder cytopathischen Einflüs
sen.
Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Arznei
mittel für die Therapie von Erkrankungen, bei denen es zu
Depressionen oder/und Störungen von Hirnleistungsfunktionen,
insbesondere zu Nachlassen oder Verlust von Gedächtnisfunk
tionen kommt, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es als
Wirkstoff ein oder mehrere chemisch definierte, symmetrische
1,2-substituierte Phosphatidylserine der allgemeinen Formel
(I)
worin R1 und R2 gleich oder verschieden sind und je einen
gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder geradketti
gen Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis 24 C-Atomen darstellen,
oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon, gegebenen
falls zusammen mit pharmazeutisch üblichen Träger-, Hilfs-,
Füll- und Verdünnungsmitteln enthält. Vorzugsweise sind R1
und R2 gleich oder gleichartig. Weiterhin ist bevorzugt, wenn
R1 und R2 einfach oder mehrfach ungesättigte, geradkettige
Kohlenwasserstoffe darstellen.
Beispiele für erfindungsgemäße Arzneimittel sind solche, die
synthetisches, im wesentlichen reines Natrium-1,2-dioleoyl
phosphatidyl-(S)-serin oder Natrium-1,2-dipalmitoyl-phospha
tidyl-(S)-serin als Wirkstoff enthalten.
Die Verbindungen der Formel (I) werden vorzugsweise in Dosie
rungen von 0,01 bis 100 mg/kg Körpergewicht/Tag angewendet.
Geeignete Darreichungsformen sind z. B. Kombinationen der
aktiven Substanz mit gebräuchlichen pharmazeutischen Träger-,
Hilfs-, Füll- und Verdünnungsmitteln in Form von Tabletten,
überzogenen Tabletten, Dragees, Suppositorien, halbfesten
Formulierungen, Liposomen, Emulsionen, sterilen Lösungen oder
Suspensionen für die Injektion. Pharmazeutisch verwendbare
Träger sind z. B. Lactose, Saccharose, Sorbit, Talkum, Sterin
säure, Magnesiumstearat, Lipide, Gummi arabicum, Maisstärke
oder Cellulose, in Kombination mit Lösungsmitteln wie Wasser,
Polyethylenglycol etc.
Die erfindungsgemäßen Arzneimittel enthalten eine zur Thera
pie von Erkrankungen, bei denen es zu Depressionen oder/und
Störungen von Hirnleistungs- und Gedächtnisfunktionen kommt,
ausreichende Wirkstoffmenge, gegebenenfalls zusammen mit
pharmazeutisch üblichen Träger-, Hilfs-, Füll- und Verdün
nungsmitteln. Beispielsweise enthalten derartige Arzneimittel
0,01 bis 98 Gew.-% an mindestens einem erfindungsgemäßen
Wirkstoff zusammen mit mindestens einem pharmazeutischen
Trägermittel.
Das Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen, bei denen es
zu Depressionen oder/und einem Verlust von Hirnleistung- und
Gedächtnisfunktionen kommt, umfaßt die Verabreichung einer
therapeutisch wirksamen Menge an aktiver Substanz an einem
Patienten, der dieser Behandlung bedarf.
Die Dosierung des erfindungsgemäßen Arzneimittels hängt in
erster Linie von der spezifischen Verabreichungsform und vom
Zweck der Therapie ab. Die Größe der Einzeldosen sowie das
Verabreichungsschema können am besten anhand einer indivi
duellen Beurteilung des jeweiligen Krankheitsfalles durch den
Arzt bestimmt werden, wobei das Alter, das Gewicht und der
Zustand des Empfängers, der Verabreichungsweg und die Art und
Schwere der Krankheit berücksichtigt werden müssen. Vorzugs
weise beträgt die Tagesdosis 1 bis 20 mg/kg Körpergewicht.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach Art und Schwere
der Erkrankung. Sie wird sich im allgemeinen über mehrere
Wochen, beispielsweise 4 bis 8 Wochen erstrecken. Wenn das
Mittel in Form einer Dosiereinheit vorliegt, enthält diese
vorzugsweise 10 bis 500 mg der erfindungsgemäß zur Anwendung
kommenden Verbindung.
Die erfindungsgemäßen Arzneimittel können oral oder parente
ral verabreicht werden. Die orale Verabreichung kann in fe
ster Form, z. B. als Tabletten, Pastillen, Kapseln, Pulver
oder in flüssiger Form, z. B. als wäßrige oder ölige Suspen
sionen, Emulsionen, liposomale Zubereitungen, Sirup, Elixier,
Lösung oder mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln erfolgen. Bevor
zugte orale Mittel liegen in der Form von Tabletten oder Kap
seln vor und können übliche Träger wie etwa Bindemittel (z. B.
Sirup, Akazia, Gelatine, Sorbit, Tragant oder Polyvinyl
pyrrolidon), Füllstoffe (z. B. Lactose, Zucker, Maisstärke,
Kartoffelstärke, Calciumphosphat, Sorbit oder Glycin), Gleit
mittel (z. B. Magnesiumstearat, Talk, Polyethylenglykol oder
Siliciumoxid), Disintegrationsmittel (z. B. Stärke) und Netz
mittel (z. B. Natriumlaurylsulfat) enthalten.
Mittel zur parenteralen Verabreichung liegen im allgemeinen
in Form einer Lösung oder Suspension der erfindungsgemäß zur
Anwendung kommenden Verbindung zusammen mit üblichen pharma
zeutischen Trägern vor, beispielsweise in Form einer wäßrigen
Lösung für intravenöse Injektion, einer liposomalen Zuberei
tung oder einer öligen Suspension für die intramuskuläre
Injektion. Zur parenteralen Verabreichung geeignete Mittel
erhält man, indem man 0,1 bis 10 Gew.-% des erfindungsgemäßen
Wirkstoffs in Wasser oder einen Träger, der aus einem alipha
tischen Polyalkohol, wie Glycerin, Propylenglycol oder Poly
ethylenglykol oder einer Mischung davon besteht, löst. Die
Polyethylenglycole bestehen aus einer Mischung nicht-flüchti
ger, gewöhnlich flüssiger Polyethylenglycole, die sowohl in
Wasser als auch in organischen Flüssigkeiten löslich sind.
Die Molekulargewichte von geeigneten Polyethylenlycolen lie
gen dabei vorzugsweise in einem Bereich, der von 200 bis 1500
reicht.
Pharmazeutische Mittel zur rektalen Verabreichung liegen in
Form von Suppositorien vor, wobei die erfindungsgemäß verwen
deten Verbindungen in einer geeigneten Suppositoriengrundla
ge, wie z. B. Kakaobutter, gehärteten Fetten, Polywachsen oder
Polyethylenglycolen in einer Menge von günstigerweise 1 bis
10 Gew.-% enthalten sind.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Arzneimittel erfolgt
anhand üblicher Verfahren, beispielsweise durch Tablettieren,
Einverleiben der erfindungsgemäß zur Anwendung kommenden
Verbindungen in eine Suppositoriengrundlage, Sterilfiltration
und Abfüllen in Ampullen oder Tropfflaschen einer Lösung der
erfindungsgemäß zur Anwendung kommmenden Verbindungen in
Injektionswasser zusammen mit üblichen Zusätzen, wie Natrium
chlorid, Natriumhydrogenphosphat, Dinatrium-EDTA, Benzylalko
hol oder Natriumhydroxyd zur Einstellung des pH-Werts.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfin
dung.
Versuchsdurchführung:
Alle Substanzen werden in Standarddosierungen 4, 12, 36, 108 und 324 mg/kg geprüft. Die höchste Dosierung (324 mg/kg) wird in 1 % Methylcellulose +1% Tween 80 gelöst oder suspen diert. Daraus werden die niedrigeren Dosierungen durch Ver dünnung erhalten. Als Versuchstiere werden weibliche NMRI-Mäuse (Züchter: Charles River Wiga) im Gewicht von 18 bis 25 g und 5 Tiere pro Dosierung, d. h. insgesamt 25 Tiere verwen det. Das Applikationsvolumen beträgt 10 ml/kg und die Appli kationsart ist intraperitoneal. Die 5 Tiere der niedrigsten Dosierung werden zuerst appliziert; danach, im Ablauf von 10 min wird die nächst höhere Dosierung appliziert usw.
Alle Substanzen werden in Standarddosierungen 4, 12, 36, 108 und 324 mg/kg geprüft. Die höchste Dosierung (324 mg/kg) wird in 1 % Methylcellulose +1% Tween 80 gelöst oder suspen diert. Daraus werden die niedrigeren Dosierungen durch Ver dünnung erhalten. Als Versuchstiere werden weibliche NMRI-Mäuse (Züchter: Charles River Wiga) im Gewicht von 18 bis 25 g und 5 Tiere pro Dosierung, d. h. insgesamt 25 Tiere verwen det. Das Applikationsvolumen beträgt 10 ml/kg und die Appli kationsart ist intraperitoneal. Die 5 Tiere der niedrigsten Dosierung werden zuerst appliziert; danach, im Ablauf von 10 min wird die nächst höhere Dosierung appliziert usw.
Untersuchungsparameter:
Lokomotorik und explorative Aktivität wurden nach S. Irwin (Psychopharmacologica 13, 222-257 (1968)) im open-field-Käfig ermittelt. Aus den Score-Werten wurden ED50-Werte nach Litchfield und Wilcoxon (J.T. Litchfield und F. Wilcoxon, J.Pharmacol.Exp.Ther. 96, (1949), 99-113)) berechnet.
Lokomotorik und explorative Aktivität wurden nach S. Irwin (Psychopharmacologica 13, 222-257 (1968)) im open-field-Käfig ermittelt. Aus den Score-Werten wurden ED50-Werte nach Litchfield und Wilcoxon (J.T. Litchfield und F. Wilcoxon, J.Pharmacol.Exp.Ther. 96, (1949), 99-113)) berechnet.
Die Beurteilung der 5 Tiere einer Dosis erfolgt 40 min. p.A.
Untersuchte Substanzen:
Es werden die erfindungsgemäßen, chemisch definierten Phos phatidylserine (PS) 1,2-Dioleoyl-PS und 1,2-Dipalmitoyl-PS mit Lecithin und einem natürlichen, aus Tiergehirnen gewonne nen Phosphatidylserin-Extrakt gemäß US-PS 45 95 680 vergli chen.
Es werden die erfindungsgemäßen, chemisch definierten Phos phatidylserine (PS) 1,2-Dioleoyl-PS und 1,2-Dipalmitoyl-PS mit Lecithin und einem natürlichen, aus Tiergehirnen gewonne nen Phosphatidylserin-Extrakt gemäß US-PS 45 95 680 vergli chen.
Es ist ersichtlich, daß nur 1,2-Dioleoyl-PS als einzige app
lizierten Testsubstanzen mit einem Scorewert von 16,2 die
Lokomotorik und explorative Aktivität von Mäusen sehr deut
lich beeinflußt. Dabei sind die festgestellten Unterschiede
zu den übrigen Substanzen auf dem 0,05% Niveau statistisch
signifikant. Es wurde auch gefunden, daß Dipalmitoyl-PS als
1,2-symmetrisch mit gesättigten Fettsäuren substituiertes
synthetisches PS, eine qualitativ und quantitativ mit dem PS-Extrakt
aus Tierhirnen vergleichbare Wirkung besitzt.
Versuchsdurchführung:
Die Versuche wurden durchgeführt wie von Dimpfel et al. (Neu ropsychobiology 18 (1987), 212-218)) beschrieben. Die Tiere erhielten die Versuchssubstanzen in einem Volumen von 1 ml/kg Körpergewicht intraperitoneal appliziert.
Die Versuche wurden durchgeführt wie von Dimpfel et al. (Neu ropsychobiology 18 (1987), 212-218)) beschrieben. Die Tiere erhielten die Versuchssubstanzen in einem Volumen von 1 ml/kg Körpergewicht intraperitoneal appliziert.
Die Dosis betrug jeweils 50 µmol/kg. Kontrolltiere erhielten
physiologische Kochsalzlösung.
EEG-Spektren werden 15 Minuten vor und bis 50 Minuten nach
Substanzapplikation registriert.
Untersuchungsparameter:
Substanzeffekte wurden als prozentuale Änderung der spektra len Leistungsdichte der EEG-Spektren im α-Band (7,5-9 Hz) des Frontalen Cortex bezogen auf die Werte vor Substanzappli kation ermittelt (multivariater F-Test).
Substanzeffekte wurden als prozentuale Änderung der spektra len Leistungsdichte der EEG-Spektren im α-Band (7,5-9 Hz) des Frontalen Cortex bezogen auf die Werte vor Substanzappli kation ermittelt (multivariater F-Test).
Untersuchte Substanzen:
Neben den in Beispiel 1 verwendeten Substanzen wurde zusätz lich noch Glycerophosphoryl-0-Serin (GPS-Ca2+) gemäß WO87/05024 untersucht.
Neben den in Beispiel 1 verwendeten Substanzen wurde zusätz lich noch Glycerophosphoryl-0-Serin (GPS-Ca2+) gemäß WO87/05024 untersucht.
Diese Untersuchungsreihe zeigt, daß nach einer Behandlung der
Ratten mit äquimolaren Dosen der Prüfsubstanzen nur 1,2-
Dioleoyl-PS einen als vigilanzsteigernde Wirkung zu beurtei
lenden signifikanten Effekt aufweist (vgl. W. Dimpfel et al.,
supra). 1,2-Dipalmitoyl-PS ist qualitativ und quantitativ dem
natürlichen, chemisch nicht definierten PS-Extrakt vergleich
bar.
Versuchsdurchführung:
Hypothermie wurde bei Mäusen durch subkutane Applikation von 2,5 mg/kg Reserpin erzeugt. Nach 18 Stunden wurden die Test substanzen in einem Volumen von 10 ml/kg intraperitoneal appliziert. Die Dosis betrug 50 µmol/kg Körpergewicht. An schließend wurde über einen Zeitraum von zwei Stunden die rektale Körpertemperatur registriert. Die Versuchs- und Kon trollgruppen umfaßten jeweils 10 Tiere.
Hypothermie wurde bei Mäusen durch subkutane Applikation von 2,5 mg/kg Reserpin erzeugt. Nach 18 Stunden wurden die Test substanzen in einem Volumen von 10 ml/kg intraperitoneal appliziert. Die Dosis betrug 50 µmol/kg Körpergewicht. An schließend wurde über einen Zeitraum von zwei Stunden die rektale Körpertemperatur registriert. Die Versuchs- und Kon trollgruppen umfaßten jeweils 10 Tiere.
Untersuchungsparameter:
Anstieg der rektalen Körpertemperatur der Versuchstiere im Vergleich zur Kontrolle (physiologische Kochsalzlösung).
Anstieg der rektalen Körpertemperatur der Versuchstiere im Vergleich zur Kontrolle (physiologische Kochsalzlösung).
Es ist ersichtlich, daß 1,2-Dioleoyl-PS im Gegensatz zu GPS-Ca2+
in äquimolarer Konzentration die Körpertemperatur von
Mäusen etwa im gleichen Maße wie das Standard-Antidepressivum
Desipramin beeinflußt. Die Unterschiede sind auf dem 0,05 %
Niveau statistisch signifikant.
| Beispiel 4a | |
| Tablettenformulierung | |
| Wirkstoff|10 mg | |
| Lactose | 18 mg |
| Kartoffelstärke | 38 mg |
| Gelatine | 2 mg |
| Talkum | 2 mg |
| Magnesiumstearat | 0,1 mg |
| Beispiel 4b | |
| Tablettenformulierung | |
| Wirkstoff|50 mg | |
| Kartoffelstärke | 45 mg |
| Polyvinylpyrrolidon | 5 mg |
Die Tabletten können mit einer gefärbten Zuckerschicht oder
Drageehülle überzogen werden.
Die Drageehülle kann bestehen aus:
| Zucker|65,0 mg | |
| Talcum | 39,0 mg |
| Calciumcarbonat | 13,0 mg |
| Gummiarabicum | 6,5 mg |
| Maisstärke | 3,7 mg |
| Schellack | 1,1 mg |
| Polyethylenglykol 6000 | 0,2 mg |
| Magnesia usta | 1,3 mg |
| Farbstoff | 0,2 mg |
| 130,0 mg |
Gesamtdragee-Gewicht bei 50 mg Kern=180 mg
| Beispiel 4c | |
| Kapselformulierung | |
| Wirkstoff|50 mg | |
| Maisstärke | 90 mg |
| Lactose | 50 mg |
| Talkum | 2 mg |
Diese Mischung wird in Gelatinekapseln gehüllt.
| Beispiel 4d | |
| Flüssige orale Formulierung | |
| Wirkstoff|2 g | |
| Saccharose | 250 g |
| Glucose | 300 g |
| d-Sorbit | 150 g |
| Agar-Agar | 0,15 g |
| Methylparaben | 0,5 g |
| Propylparaben | 0,05 g |
| Geschmackstoff (Orangengeschmack) | 10 g |
| Tartrazin gelb | 0,05 g |
| Gereinigtes Wasser auf | 1000 ml |
| Beispiel 4e | |
| Flüssige orale Formulierung | |
| Wirkstoff|2 g | |
| Tragacanth | 7 g |
| Glycerin | 50 g |
| Saccharose | 400 g |
| Methylparabren | 0,5 g |
| Propylparabren | 0,05 g |
| Geschmackstoff (Geschmack von Schwarzer Johannisbeere) Roter Farbstoff Nr. 2C.E.184 | 0,02 g |
| Gereinigtes Wasser auf | 1000 ml |
| Beispiel 4f | |
| Flüssige orale Formulierung | |
| Wirkstoff|5 g | |
| Saccharose | 400 g |
| Tinktur von Bitterorangenschalen | 20 g |
| Tinktur von Süßorangenschalen | 15 g |
| Gereinigtes Wasser auf | 1000 ml |
Zur Herstellung einer 0,5%igen Lösung werden 0,5% Wirkstoff
und 0,8% Natriumchlorid DAB 9 in bidestilliertem Wasser
gelöst. Die Lösung wird durch ein Entkeimungsschichtfilter
filtriert, in 2 ml Ampullen abgefüllt und bei 120°C im Auto
klaven sterilisiert.
Zur Herstellungn einer 0,01%igen Infusionslösung werden
0,01% Wirkstoff und 5% Laevulose in bidestilliertem Wasser
gelöst. Die Lösung wird durch Entkeimungsfilter filtriert, in
500 ml Infusionsflaschen abgefüllt und sterilisiert.
Das Beispiel bezieht sich auf 50 mg Wirkstoff pro Einzeldo
sis.
1) Symmetrische Phosphatidylserine
1. Phosphorylierung:
1,2-Dibenzylglycerin wird in Tetrahydrofuran (THF) gelöst (0,1 Mol in 100 ml THF). Die Lösung wird tropfenweise und unter Rühren zu einer Mischung aus Phosphoroxychlorid (0,12 Mol) und Triethylamin (0,18 Mol) in THF (100 ml) in einem Eis/Wasser-Bad so zugegeben, daß die Temperatur 15°C nicht überschreitet. Die Phosphorylierung ist unmittelbar nach dem Eintropfen abgeschlossen, wie ein dünnschichtchromatographi scher Test zeigt.
1. Phosphorylierung:
1,2-Dibenzylglycerin wird in Tetrahydrofuran (THF) gelöst (0,1 Mol in 100 ml THF). Die Lösung wird tropfenweise und unter Rühren zu einer Mischung aus Phosphoroxychlorid (0,12 Mol) und Triethylamin (0,18 Mol) in THF (100 ml) in einem Eis/Wasser-Bad so zugegeben, daß die Temperatur 15°C nicht überschreitet. Die Phosphorylierung ist unmittelbar nach dem Eintropfen abgeschlossen, wie ein dünnschichtchromatographi scher Test zeigt.
2. Phosphorylierung:
Das so erhaltene Phosphorsäuredichlorid von 1,2-Dibenzylgly cerin wird nun mit einem weiteren Alkohl, N-BOC-Serin-tert.- Butylester (0,15 Mol), Triethylamin (0,20 Mol) in THF (200 ml) tropfenweise bei 25 bis 30°C versetzt. Die Reaktion ist nach etwa 3 Stunden abgeschlossen (Dünnschichtchromatogra phie). Das erhaltene 1,2-Dibenzyl-sn-Glycero-3-Phosphorsäure- N-BOC-Serin-tert.-Butylester-Monochlorid wird 3 Stunden nach Zusatz von H2O (100 ml) gerührt und dadurch hydrolysiert. Man versetzt mit CHCl3 (500 ml), H2O (800 ml) und CH3OH (800 ml), schüttelt und trennt die untere Chloroformphase ab. Man ex trahiert nochmals mit 300 ml CHCl3 und engt die vereinigten Chloroformphasen am Rotationsverdampfer ein. Der Rückstand wird in CHCl3/CH3CH/H2O 65/35/5 (ml) aufgenommen und über eine kurze Säule von 200 g Kieselgel gegeben. Fraktionen, die Produkt enthalten, werden gesammelt, mit 10 g Pd/C-Katalysa tor versetzt und so lange in einer Wasserstoffatmosphäre geschüttelt, bis die H2-Aufnahme beendet ist. Man entfernt das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer zum Schluß mit Toluol, bis keine Wasserabscheidung mehr stattfindet und nimmt das zurückbleibende Öl in Dimethylformamid (400 ml) auf.
Das so erhaltene Phosphorsäuredichlorid von 1,2-Dibenzylgly cerin wird nun mit einem weiteren Alkohl, N-BOC-Serin-tert.- Butylester (0,15 Mol), Triethylamin (0,20 Mol) in THF (200 ml) tropfenweise bei 25 bis 30°C versetzt. Die Reaktion ist nach etwa 3 Stunden abgeschlossen (Dünnschichtchromatogra phie). Das erhaltene 1,2-Dibenzyl-sn-Glycero-3-Phosphorsäure- N-BOC-Serin-tert.-Butylester-Monochlorid wird 3 Stunden nach Zusatz von H2O (100 ml) gerührt und dadurch hydrolysiert. Man versetzt mit CHCl3 (500 ml), H2O (800 ml) und CH3OH (800 ml), schüttelt und trennt die untere Chloroformphase ab. Man ex trahiert nochmals mit 300 ml CHCl3 und engt die vereinigten Chloroformphasen am Rotationsverdampfer ein. Der Rückstand wird in CHCl3/CH3CH/H2O 65/35/5 (ml) aufgenommen und über eine kurze Säule von 200 g Kieselgel gegeben. Fraktionen, die Produkt enthalten, werden gesammelt, mit 10 g Pd/C-Katalysa tor versetzt und so lange in einer Wasserstoffatmosphäre geschüttelt, bis die H2-Aufnahme beendet ist. Man entfernt das Lösungsmittel am Rotationsverdampfer zum Schluß mit Toluol, bis keine Wasserabscheidung mehr stattfindet und nimmt das zurückbleibende Öl in Dimethylformamid (400 ml) auf.
Acylierung:
Das Produkt, sn-Glycero-3-Phospho-N-BOC-Serin-tert.-Butyl ester in DMF (400 ml) wird bei 25°C gerührt und tropfenweise mit einer Lösung aus Acylchlorid (0,12 Mol), Triethylamin (0,15 Mol,) und 4-Dimethylaminopyridin (0,02 Mol) in THF (400 ml) versetzt. Die Acylierung ist nach etwa 5 Stunden abge schlossen. Das Reaktionsgemisch wird mit CHCl3 (500 ml), Wasser (800 ml) und Methanol (800 ml) versetzt, geschüttelt und nach Phasenseparation wird die untere CHCl3-Phase abge trennt. Es wird mit CHCl3 (300 ml) nachextrahiert, und die vereinigten Chloroformphasen werden im Vakuum vom Lösungsmit tel befreit.
Das Produkt, sn-Glycero-3-Phospho-N-BOC-Serin-tert.-Butyl ester in DMF (400 ml) wird bei 25°C gerührt und tropfenweise mit einer Lösung aus Acylchlorid (0,12 Mol), Triethylamin (0,15 Mol,) und 4-Dimethylaminopyridin (0,02 Mol) in THF (400 ml) versetzt. Die Acylierung ist nach etwa 5 Stunden abge schlossen. Das Reaktionsgemisch wird mit CHCl3 (500 ml), Wasser (800 ml) und Methanol (800 ml) versetzt, geschüttelt und nach Phasenseparation wird die untere CHCl3-Phase abge trennt. Es wird mit CHCl3 (300 ml) nachextrahiert, und die vereinigten Chloroformphasen werden im Vakuum vom Lösungsmit tel befreit.
Abspaltung der Schutzgruppen:
Geschütztes Phosphatidylserin (0,1 Mol) wird in 1 l CH2Cl2 gelöst, mit 1 l Trifluoressigsäure versetzt und auf 10°C gekühlt. Unter Rühren versetzt man mit 500 ml 70 %iger Per chlorsäure. Nach 30 Minuten bei 10°C wird die Lösung mit 4 l H2O, 2 l CHCl3 und 4 l CH3OH in der genannten Reihenfolge versetzt. Nach Phasenseparation wird die untere Phase mit 2 l 0,5 M Natriumcarbonat geschüttelt, mit 2 l CH3OH versetzt, nochmals geschüttelt und nach Phasenseparation die untere Phase abgetrennt. Man entfernt das Lösungsmittel in der unte ren Phase im Vakuum und versetzt den Rückstand mit 2 l CHCl3/CH3OH 1 : 2 (ml). Die Kristalle werden abgesaugt und mit obiger Mischung gewaschen.
Geschütztes Phosphatidylserin (0,1 Mol) wird in 1 l CH2Cl2 gelöst, mit 1 l Trifluoressigsäure versetzt und auf 10°C gekühlt. Unter Rühren versetzt man mit 500 ml 70 %iger Per chlorsäure. Nach 30 Minuten bei 10°C wird die Lösung mit 4 l H2O, 2 l CHCl3 und 4 l CH3OH in der genannten Reihenfolge versetzt. Nach Phasenseparation wird die untere Phase mit 2 l 0,5 M Natriumcarbonat geschüttelt, mit 2 l CH3OH versetzt, nochmals geschüttelt und nach Phasenseparation die untere Phase abgetrennt. Man entfernt das Lösungsmittel in der unte ren Phase im Vakuum und versetzt den Rückstand mit 2 l CHCl3/CH3OH 1 : 2 (ml). Die Kristalle werden abgesaugt und mit obiger Mischung gewaschen.
Strukturen von Produkten, die unter Verwendung entsprechender
Acylchloride hergestellt werden:
| 1,2-Dilauroyl-sn-G-3-PS | |
| C₁₂ | |
| 1,2-Dimyristoyl-sn-G-3-PS | C₁₄ |
| 1,2-Dipalmitoyl-sn-G-3-PS | C₁₆ |
| 1,2-Distearoyl-sn-G-3-PS | C₁₈ |
| 1,2-Dioleoyl-sn-G-3-PS | C18 : 1 (cis) |
| 1,2-Dilinoleoyl-sn-G-3-PS | C18 : 2 (cis) |
Auf entsprechende Weise wurden gemischtkettige Phosphatidylserine
hergestellt. Als Ausgangsprodukt wurde 1-Myristoyl-2-
Benzyl-sn-Glycerin, 1-Palmitoyl-2-Benzyl-sn-Glycerin oder 1-
Stearoyl-2-Benzyl-sn-Glycerin verwendet. Diese Substanzen
wurden wie für 1,2-Dibenzyl-sn-Glycerin beschrieben in den
dortigen Syntheseweg eingesetzt. Folgende Verbindungen wurden
erhalten:
1-Myristoyl-2-Oleoyl-sn-Glycero-3-Phosphoserin
1-Myristoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
1-Palmitoyl-2-Oleoyl-sn-G-3-PS
1-Palmitoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
1-Stearoyl-2-Oleoyl-sn-G-3-PS
1-Stearoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
1-Myristoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
1-Palmitoyl-2-Oleoyl-sn-G-3-PS
1-Palmitoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
1-Stearoyl-2-Oleoyl-sn-G-3-PS
1-Stearoyl-2-Linoleoyl-sn-G-3-PS
Claims (12)
1. Verwendung eines chemisch definierten 1,2-substituierten
Phosphatidylserins der allgemeinen Formel (I)
worin R1 und R2 gleich oder verschieden sind und je
einen gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder
geradkettigen Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis 24 C-Ato
men darstellen, oder eines pharmazeutisch verträglichen
Salzes davon zur Herstellung eines Arzneimittels für die
Therapie von Erkrankungen, bei denen es zu Depressionen
oder/und zu Störungen von Hirnleistungsfunktionen, ins
besondere zu Nachlassen oder Verlust von Gedächtnisfunk
tionen kommt.
2. Verwendung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß R1 und R2 gleich sind.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß -OCO-R₁ und -OCO-R₂ jeweils aus der Gruppe, bestehend
aus Capryl-, Caprin-, Laurin-, Myristin-, Palmitin-,
Stearin-, Öl-, Linol-, cis-11-Eicosen-, Eruca-
oder Nervonsäureresten ausgewählt sind.
4. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß R1 und R2 einfach oder mehrfach ungesättigte, gerad
kettige Kohlenwasserstoffreste darstellen.
5. Verwendung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß R1 oder/und R2 Ölsäurereste sind.
6. Verwendung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung der allgemeinen Formel (I) Natrium-
1,2-dioleoyl-phosphatidyl-(S)-serin ist.
7. Arzneimittel für die Therapie von Erkrankungen, bei
denen es zu Depressionen oder/und Störungen von Hirnlei
stungsfunktionen, insbesondere zu Nachlassen oder Ver
lust von Gedächtnisfunktionen kommt,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als Wirkstoff ein oder mehrere chemisch definier
te 1,2-substituierte Phosphatidylserine der allgemeinen
Formel (I)
worin R1 und R2 gleich oder verschieden sind und je
einen gesättigten oder ungesättigten, verzweigten oder
geradkettigen Kohlenwasserstoffrest mit 8 bis 24 C-Ato
men darstellen, oder ein pharmazeutisch verträgliches
Salz davon, gegebenenfalls zusammen mit pharmazeutisch
üblichen Träger-, Hilfs-, Füll- und Verdünnungsmitteln
enthält.
8. Arzneimittel nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß R1 und R2 gleich sind.
9. Arzneimittel nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß R1 und R2 einfach oder mehrfach ungesättigte, gerad
kettige Kohlenwasserstoffe darstellen.
10. Arzneimittel nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als Wirkstoff Natrium-1,2-dioleoyl-phosphatidyl-
(S)-serin enthält.
11. Arzneimittel nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß es als Wirkstoff Natrium-1,2-dipalmitoyl-phosphati
dyl-(S)-serin enthält.
12. Arzneimittel nach einem der Ansprüche 7 bis 11 für die
Therapie von Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer, dem
Hirnorganischen Psychosyndrom, der AIDS-Demenz, depres
siven Pseudodemenzen, dementiellen Syndromen, Delirien,
Intoxikationen, Entzugssyndromen oder/und cytopathischen
Einflüssen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914117629 DE4117629A1 (de) | 1991-05-29 | 1991-05-29 | Phospatidylserine |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19914117629 DE4117629A1 (de) | 1991-05-29 | 1991-05-29 | Phospatidylserine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4117629A1 true DE4117629A1 (de) | 1992-12-03 |
Family
ID=6432739
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19914117629 Withdrawn DE4117629A1 (de) | 1991-05-29 | 1991-05-29 | Phospatidylserine |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4117629A1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1991
- 1991-05-29 DE DE19914117629 patent/DE4117629A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |