DE4117060A1 - Verfahren zum reinigen metallischer schleifschlaemme von oel oder oelhaltigen emulsionen - Google Patents
Verfahren zum reinigen metallischer schleifschlaemme von oel oder oelhaltigen emulsionenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen metallischer
Schleifschlämme von Öl oder ölhaltigen Emulsionen.
Bei der spanabhebenden Bearbeitung von Metallen fallen Späne an, die in
vielen Fällen durch Öl oder Öl-/Wasseremulsionen verschmutzt sind. Es
ist bekannt, durch Zentrifugieren den Restölgehalt der Späne auf
weniger als 3 bis 4 Gewichtsprozent zu senken, was jedoch für eine
Weiterverwertung oder Deponierung unzureichend ist. Besonders dann,
wenn die beim Bearbeiten der Metalle anfallenden Späne sehr fein sind,
wie dies bei schleifender Bearbeitung der Fall ist, scheitern alle
bisher bekannten Verfahren. Insbesondere sind derartig feine Späne mit
einer Dicke von 1 bis 25 µm und einer Länge von 1µm bis 1 µm, nicht
durch Zentrifugieren vom Öl bzw. der Emulsion zu säubern, weil sie mit
der Flüssigkeit ausgetragen werden. Da die Spanform in nahezu allen
Fällen bogenartig ist, verhaken sich die Späne ineinander, umschließen
andere Feststoffe, wie Korund von den Schleifscheiben und halten eine
große Menge Flüssigkeit fest.
Will man die von Emulsionen und Öl befreiten Schleifschlämme
weiterverwenden oder deponieren, so muß nach gültigen Vorschriften der
Restölgehalt der Schlämme kleiner als 1 Gewichtsprozent sein. Erreicht
man diesen Wert, so ist es auch möglich, die gereinigten Schleifschlämme
erneut der Verhüttung zuzuführen, wobei geringe Anteile an Korund nicht
stören.
Die bisher bekannten Verfahren zum Reinigen von Metallspänen haben sich
als ungeeignet erwiesen, um diese Grenzwerte auch bei Schlämmen zu
erreichen.
Im Interesse einer umweltgerechten und wirtschaftlichen
Wiederaufbereitung metallischer Schleifschlämme mußte also ein Verfahren
zum Reinigen dieser Schlämme gefunden werden, das einerseits unter
Vermeidung steigender Kosten für Sondermülldeponierung wirtschaftlich
ist und andererseits den geforderten Reinheitsgrad des Schleifschlammes
von weniger als 1 Gewichtsprozent Restölgehalt erreicht.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die in den Patentansprüchen 1 und 2
beschriebenen Verfahrensschritte vorgeschlagen, die sich für ölhaltige
und emulsionshaltige Schleifschlämme nur dadurch unterscheiden, daß bei
emulsionshaltigen Schleifschlämmen eine zusätzliche chemische Spaltung
der Emulsion vorgesehen ist.
Es hat sich gezeigt, daß bei der Ausführung des vorgeschlagenen
Verfahrens mit den beschriebenen Parametern Restölgehalte in den
gereinigten Schlämmen ergeben, die deutlich unter der vorgegebenen
Grenze von 1 Gewichtsprozent liegen. Ein besonders wichtiger Schritt
bei diesem Verfahren ist das Abpressen des Öles bzw. der Emulsion mit
einem Druck < 6 : 105N/m2 im ersten Verfahrensschritt, wodurch bereits
ein erheblicher Teil des Öles bzw. Emulsion aus dem Schlamm ausgetragen
werden kann.
Durch anschließendes Zerkleinern des abgepreßten Schlammes wird dieser
in eine Form gebracht, in der er in einer Reinigerflüssigkeit gewaschen
werden kann. Dabei werden die feinsten Spänchen in der
Reinigerflüssigkeit mit Hilfe mechanischer Einrichtungen oder durch
Einblasen von Druckluft oder Flüssigkeit aufgewirbelt. Die
Reinigungsflüssigkeit wird auf einer Temperatur < 50°C gehalten.
Der Waschvorgang erfolgt vorzugsweise diskontinuierlich in mindestens
drei Chargen, wobei jeweils zwischen den Chargen die
Reinigungsflüssigkeit abgelassen und gegen neue Reinigungsflüssigkeit
ausgetauscht wird.
Im Anschluß daran wird der Schlammkuchen ausgetragen und dabei
entwässert sowie einem Spülvorgang zugeleitet, bei dem ca. 40°C
warmes Frischwasser dem Schlamm zugeleitet wird. Das Spülen erfolgt
ebenfalls in mindestens drei Chargen, wobei zwischen den Chargen das
Spülwasser abgelassen und gegen frisches Wasser ausgetauscht wird.
Da das ausgetauschte Spülwasser aufgrund höherer Oberflächenspannung
als im Waschwasser einen Anteil feiner Metallspäne aufweist, wird es
über einen Magnetabscheider geleitet. Die dort abgeschiedenen
Metallspäne werden dem gespülten Schlamm zugeführt und mit diesem
zusammen ggfs. getrocknet und gepreßt. Das Ergebnis ist ein fast
trockener, brikettierbarer Schlamm, der einen Restölanteil von weniger
als 1 Gewichtsprozent enthält.
Sowohl die Reinigerflüssigkeit als auch das Spülwasser werden ggfs.
nach chemischer Spaltung aufbereitet und ebenfalls von dem Restöl
getrennt.
Als besonders günstig hat sich erwiesen, wenn der Waschvorgang der
Schlämme bei einer Temperatur von 60 bis 70°C durchgeführt wird.
Nach einem günstigen Ausgestaltungsmerkmal der Erfindung ist
vorgesehen, daß mindestens Teile des Spülwassers - mit
Reinigerkonzentrat angereichert - dem Waschvorgang zugeführt werden.
Über eine Ansetz- und Dosierstation für den Reiniger werden die
Verschleppungsverluste und Verluste durch das aufkonzentrierte und
entsorgte Reiniger-/Altölgemisch ergänzt und waschaktive Reiniger dem
Kreislauf wieder zugeführt. Dabei dient als Ansetzwasser das
aufbereitete Spülwasser.
Die Aufbereitung der Reinigerflüssigkeit erfolgt vorzugsweise durch
chemische Spaltung, Ultrafiltration, Elektroflotation oder Destillation.
Das Spülwasser wird nach einem Merkmal der Erfindung durch
Ultrafiltration, Elektroflotation oder chemische Spaltung aufbereitet.
Das erfindungsgemäße Verfahren schließt in vorteilhafter Weise eine
Lücke der bekannten Reinigungsverfahren für Späne und macht Teile dieser
Verfahren anwendbar für Schleifschlämme, so daß deren Entsorgung
ebenfalls möglich ist. Im Ergebnis erhält man nach dem Spülen des
Schlammes eine Restfeuchte von weniger als 40 Gewichtsprozent, wobei der
Restölgehalt - bezogen auf die trockene Spänemenge - weniger als 1
Gewichtsprozent beträgt.
Ein Flußbild des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in der Zeichnung
dargestellt und wird nachfolgend beschrieben:
Mit 1 und 2 sind zwei getrennte Behälter bezeichnet, wobei im Behälter
1 Schleifschlamm aus einer Öl-/Wasser-Emulsion und im Behälter 2 ein nur
ölhaltiger Schleifschlamm gesammelt wird. Über eine Austragevorrichtung
werden die Schlämme getrennt voneinander einer Presse 3 zugeführt, in
der aus dem Schleifschlamm des Behälters 1 ein Großteil der
Emulsionsreste und aus dem Schleifschlamm des Behälters 2 ein Großteil
des Öles abgepreßt werden. Während letzteres unmittelbar dem Altöl
zugeführt wird, wird die abgepreßte Emulsion bei 4 einer chemischen
Spaltung zugeleitet, wo das Öl bei 5 abgezogen und das verbleibende
Wasser über eine anschließende Feinreinigung 6, vorzugsweise eine
Ultrafiltration, einem Kreislaufbehälter, zugeleitet wird, der später
noch beschrieben wird.
Der die Presse 3 als Kuchen verlassende Schlamm wird, über einen
Zerkleinerer 8 zerkleinert, einer Waschbox 9 zugeführt. Diese besteht
aus einem Behälter mit einer Reinigungsflüssigkeit, die aus der
Ansetzstation 10 eingeleitet ist. Über Rührwerke und Düsen wird in der
Waschbox 9 ein Aufwirbeln der feinsten Späne bewirkt, um sie für die
waschaktiven Substanzen der Reinigerflüssigkeit zugängig zu machen.
Dabei wird eine Temperatur von ca. 60°C eingestellt.
Der Waschvorgang erfolgt vorzugsweise in drei Chargen, wobei jeweils
nach einer Charge von ca. 15 Minuten Waschzeit die Reinigungsflüssigkeit
abgelassen und nach Aufbereiten und ggfs. chemischem Spalten sowie
Zusatz von weiterem Reinigungskonzentrat in die Waschbox zurückgeführt
wird.
Der derartig gewaschene Schleifschlamm wird über eine Austragvorrichtung
aus der Waschbox einer Entwässerungsstation 11 zugeführt, die
beispielsweise aus einem schwingenden Siebband oder einer
Austragstrecke bestehen kann.
Der so gewaschene und entwässerte Schlamm wird in eine Spülbox 12
geleitet, wo er bei etwa 40°C mit Frischwasser gespült wird. Auch
hier werden mindestens drei Spülvorgänge durchgeführt, wobei jeweils
nach einem erfolgten Spülvorgang das Spülwasser erneuert wird. Es hat
sich gezeigt, daß sowohl das Waschen als auch das Spülen in drei Chargen
von jeweils ca. 15 Minuten Dauer wesentlich effektiver ist, als eine
kontinuierliche Reinigung mit umgepumptem Spülwasser bzw. umgepumpter
Reinigungsflüssigkeit.
Das Spülwasser wird über einen Kreislaufbehälter 13 einer Aufbereitung
14 zugeführt, wo es beispielsweise durch Ultrafiltration von restlichem
Öl befreit wird. Innerhalb des Kreislaufbehälters 13 oder parallel dazu
ist ein Magnetscheider 15 vorgesehen, mit dessen Hilfe feine Metallspäne
aus dem Spülwasser entfernt werden. Die so abgeschiedenen Späne werden
dem mehrfach gespülten, die Spülbox verlassenden Schlamm zugeführt und
mit diesem zusammen in einer Presse brikettiert oder getrocknet. Die bei
17 ausgetragenen Briketts oder der fast trockene Schlamm enthält einen
Restölanteil von weniger als 1 Gewichtsprozent.
Claims (7)
1. Verfahren zum Reinigen metallischer Schleifschlämme von Öl,
gekennzeichnet durch
die Aneinanderreihung folgender teilweise bekannter
Verfahrensschritte:
- a) Der gesammelte, ölhaltige Schleifschlamm wird in einer ersten Verfahrensstufe ausgepreßt, wobei das Öl einer Altölentsorgung zugeführt wird.
- b) Der ausgepreßte Schlamm wird zerkleinert und in einer Reinigerflüssigkeit aus waschaktiven Stoffen bei gleichzeitiger mechanischer Energiezufuhr oder unter Druck eines Fluids durchwirbelt und bei einer Temperatur < 50°C gewaschen.
- c) Der Waschvorgang erfolgt in mindestens 3 Chargen bei jeweiligem Ablassen und Austauschen des Reinigers.
- d) Nach dem letzten Waschvorgang wird der Schlamm entwässert und mittels ca. 40°C< warmem Frischwasser gespült.
- e) Der Spülvorgang erfolgt in mindestens 3 Chargen bei jeweiligem Ablassen und Austauschen des Spülwassers.
- f) Das ausgetauschte Spülwasser wird zum Entfernen verbliebener feiner Metallspäne über einen Magnetabscheider geleitet.
- g) Der gespülte Schlamm wird mit den magnetisch abgeschiedenen feinen Metallspänen zusammengeführt und nach Trocknung und oder Pressen ausgetragen.
- h) Die Reinigerflüssigkeit sowie das Spülwasser werden ggfs. nach chemischer Spaltung aufbereitet und von Restöl getrennt.
2. Verfahren zum Reinigen metallischer Schleifschlämme von ölhaltigen
Emulsionen, gekennzeichnet durch die folgenden teilweise bekannten
Verfahrensschritte:
- a) Der gesammelte emulsionshaltige Schleifschlamm wird in einem ersten Verfahrensschritt ausgepreßt, wobei die Emulsion zur Grobreinigung einer chemischen Spaltung zugeführt wird.
- b) Der ausgepreßte Schlamm wird zerkleinert und in einer Reinigerflüssigkeit aus waschaktiven Stoffen bei gleichzeitiger mechanischer Energiezufuhr oder Druck eines Fluids durchwirbelt und bei einer Temperatur < 50°C gewaschen.
- c) Der Waschvorgang erfolgt in mindestens drei Chargen bei jeweiligem Ablassen und Austauschen des Reinigers.
- d) Nach dem letzten Waschvorgang wird der Schlamm entwässert und mittels ca. 40°C warmem Frischwasser gespült.
- e) Der Spülvorgang erfolgt in mindestens 3 Chargen bei jeweiligem Ablassen und Austauschen des Spülwassers.
- f) Das ausgetauschte Spülwasser wird zum Entfernen verbliebener feiner Metallspäne über einen Magnetabscheider geleitet.
- g) Der gespülte Schlamm wird mit den magnetisch abgeschiedenen Spänen zusammengeführt und nach Trocknung und/oder Pressen ausgetragen.
- h) Die Reinigungsflüssigkeit sowie das Spülwasser werden ggfs. nach chemischer Spaltung vom Restöl getrennt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Waschvorgang der Schlämme bei 60 bis 70°C durchgeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens Teile des Spülwassers, die noch mit
Reinigerkonzentrat aus dem Waschvorgang angereichert sind, dem
Waschvorgang zugeführt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufbereitung der Reinigerflüssigkeit durch chemische
Spaltung, Ultrafiltration, Elektroflotation oder Destillation
erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufbereitung des Spülwassers durch Ultrafiltration,
Elektroflotation oder chemische Spaltung erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
daß als Reinigerflüssigkeit vorzugsweise eine nichtionische Tenside
und Phosphate enthaltene wäßrige Lösung verwendet wird.
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| DE19914117060 DE4117060A1 (de) | 1991-05-23 | 1991-05-23 | Verfahren zum reinigen metallischer schleifschlaemme von oel oder oelhaltigen emulsionen |
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Publications (1)
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Country Status (2)
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1992
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| EP0515011A3 (en) | 1993-02-03 |
| EP0515011A2 (de) | 1992-11-25 |
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