DE4038829A1 - Ermittlung einer reaktionszone in einem katalysator - Google Patents
Ermittlung einer reaktionszone in einem katalysatorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Ermittlung einer Reaktionszone in
einem Katalysator, der von einem Fluid durchströmbar ist, das
Bestandteile enthält, die durch eine katalysierte, exotherme
Reaktion umsetzbar sind.
Als "Katalysator" wird hierbei ein wabenähnlicher Körper aus
Metall oder Keramik verstanden, der einen Innenbereich mit
einer Vielzahl von Kanälen aufweist, die von Abgasen oder
anderen fluiden mit umsetzbaren Bestandteilen durchströmbar
sind. Jeder Kanal weist dabei eine Wand auf, die mit einer
Beschichtung aus katalytisch aktivem Material, dem Katalysator
im eigentlichen Sinne, bedeckt ist. Derartige Katalysatoren
finden vielfältige Anwendung, insbesondere in den Abgassystemen
der Brennkraftmaschinen von Kraftfahrzeugen zur Umsetzung der
in den Abgasen enthaltenen Schadstoffen in unschädliche
Verbindungen. Metallische Katalysatoren werden im allgemeinen
aus strukturierten Blechen geschichtet, spiralig aufgewickelt
oder auf andere Weise verschlungen. Möglichkeiten hierzu sind
in den Patentschriften EP 02 23 058 B2, EP 02 45 737 B2 und EP
02 45 738 B2 beschrieben.
Es ist auch bereits bekannt, zur Überwachung der Funktion eines
Katalysators im Abgassystem einer Brennkraftmaschine an oder in
dem Katalysator Temperaturmeßfühler vorzusehen, aus deren
Meßwerte Rückschlüsse auf die Funktion beim Betrieb der
Brennkraftmaschine gezogen werden können. Diesbezügliche
Vorschläge sind der DE 26 43 739 A1, der DE 37 10 268 A1 und
der EP 02 36 659 A1 zu entnehmen. Gemäß der beiden
erstgenannten Schriften soll ein Katalysator mit zumindest zwei
voneinander beabstandeten Temperaturfühlern ausgestattet
werden; diese können beide außerhalb des Katalysators, ein
erster Fühler vor der Anströmseite des Katalysators und ein
zweiter Fühler hinter der Abströmseite des Katalysators, oder
auch im Inneren des Katalysators, angeordnet sein. Weiterhin
wird vorgeschlagen, aus den Meßsignalen zweier Fühler ein
Signal zu bilden, das der Differenz der von den Meßfühlern
ermittelten Temperaturen entspricht, und dieses Signal
heranzuziehen zu Bewertung der Funktion des Katalysators. Ein
einsprechendes Auswertesystem zu diesem Zweck wird in der
letztgenannten Schrift vorgeschlagen; dieses Auswertesystem
veranlaßt ein Warnsignal, falls die Temperaturdifferenz einen
gewissen ersten Grenzwert überschreitet, und ein einen
dauerhaften Schaden angebendes Signal, falls die
Temperaturdifferenz einen deutlich über dem ersten Grenzwert
liegenden zweiten Grenzwert übertrifft.
Konkrete Aussagen über die im Inneren eines Katalysators
herrschenden thermodynamischen Verhältnisse sind mit den
Vorschlägen des Standes der Technik nicht möglich; insbesondere
kann mit den bekannten Systemen der Zustand eines insgesamt
noch ausreichend funktionierenden Katalysators nicht beurteilt
werden. Dies ist aber notwendig zur Gewinnung von Aussagen über
den Abnutzungsgrad eines Katalysators im Hinblick auf die
während des Betriebs auftretenden Alterungs- und/oder
Vergiftungsvorgänge.
Dementsprechend sollen mit der vorliegenden Erfindung Verfahren
angegeben werden, die einfach und schnell eine Funktionsüber
prüfung eines Katalysators, insbesondere im Hinblick auf
Alterungs- und/oder Vergiftungserscheinungen, ermöglichen; die
Verfahren sollen während des regulären Betriebs des
Katalysators oder im Rahmen kürzester Betriebsunterbrechungen
anwendbar sein. Im speziellen Fall der Funktionsüberprüfung von
Katalysatoren in den Abgassystemen von Kraftfahrzeugen sollen
sie eine Überprüfung im Rahmen der beispielsweise in der
Bundesrepublik Deutschland üblichen Kraftfahrzeug
Reihenuntersuchung gestatten.
Gemäß vorliegender Erfindung wird vorgeschlagen, zur
Funktionsüberprüfung eines Katalysators festzustellen, in
welchem Bereich im Inneren des Katalysators die katalysierte
Reaktion zur Umsetzung der reagiblen Bestandteile des den
Katalysator durchströmenden Fluides hauptsächlich stattfindet;
im besonderen wird ein Verfahren zur Ermittlung einer
Reaktionszone in einem Katalysator vorgeschlagen, wobei
- a) der Katalysator einen Innenbereich aufweist, der von einer etwa parallel zu einer Strömungsrichtung erstreckten Mantelfläche umgeben ist;
- b) der Innenbereich entlang der Strömungsrichtung von einem Fluid durchströmbar ist, das Bestandteile enthält, die im Innenbereich durch eine katalysierte, exotherme Reaktion umsetzbar sind;
- c) die Reaktionszone gegeben ist als Teil des Innenbereiches, in dem die Reaktion überwiegend stattfindet;
- d) die Reaktionszone ermittelt wird durch Messung der Verteilung der Temperatur auf der Mantelfläche entlang einer Meßstrecke parallel zur Strömungsrichtung, wobei die Reaktionszone bestimmt ist durch einen Abschnitt der Meßstrecke, auf dem die Temperatur um weniger als ein vorgegebener Grenzwert von dem Maximalwert der Temperatur auf der Meßstrecke abweicht.
Die Erfindung macht sich die Tatsache zunutze, daß stets die
katalytische Aktivität eines Katalysators, worunter die mit dem
Katalysator maximal erzielbare Umsetzungsrate der katalysierten
Reaktion zu verstehen ist, für eine gegebene Anwendung mit
erheblichem Überschuß bemessen wird; damit soll ein während des
Betriebs stets auftretender Aktivitätsverlust durch Alterung
und/oder Vergiftung ausgeglichen und eine hohe betriebliche
Nutzungsdauer des Katalysators erzielt werden. Aufgrund der
hohen katalytischen Aktivität findet die katalysierte Reaktion
nicht gleichmäßig über den gesamten Katalysator statt, sondern
sie ist auf eine relativ eng begrenzte Zone des Katalysators,
die im folgenden "Reaktionszone" genannt wird und in einem
neuen Katalysator kaum mehr als 20% des insgesamt zur
Verfügung stehenden Volumens ausmacht, beschränkt. Dabei ist
die Form der Reaktionszone u. a. auch bestimmt durch das
Strömungsprofil des den Katalysator durchströmenden Fluides; da
üblicherweise die Strömungsgeschwindigkeit des Fluides in der
Mitte des Katalysators am größten ist und zu den Randbereichen
hin abnimmt, ist die Reaktionszone im Inneren des Katalysators
nicht eben, sondern etwa kegelförmig. Im Bereich der
Mantelfläche ist die Reaktionszone wahrnehmbar durch die
Wärmestrahlung, die von ihr ausgeht; im Innenbereich des
Katalysators sinkt die Temperatur des Fluides hinter der
Reaktionszone nicht wesentlich ab, im Bereich der Mantelfläche
wird jedoch ein nennenswertes Absinken der Temperatur hinter
der Reaktionszone aufgrund der von der Mantelfläche ausgehenden
Wärmestrahlung beobachtet.
Dementsprechend kann die Reaktionszone nachgewiesen werden
durch Bestimmung des Bereiches auf der Mantelfläche mit
maximaler Temperatur. Dies erfolgt zweckmäßigerweise dadurch,
daß auf der Mantelfläche eine günstigerweise etwa parallel zur
Strömungsrichtung ausgerichtete Meßstrecke festgelegt wird und
entlang dieser Meßstrecke die Temperaturmessung erfolgt.
Die Erfindung gestattet die Ermittlung der Reaktionszone
während des Betriebs des Katalysators; hierzu ist
beispielsweise die Mantelfläche mit entsprechenden
Temperaturmeßfühlern oder dergleichen zu versehen. Günstig ist es
in einem solchen Falle, das Verfahren auf solche
Betriebszustände zu beschränken, bei denen das Fluid den
Innenbereich des Katalysators in einer stationären Strömung
durchströmt. Instationäre Strömungen treten insbesondere in den
Abgassystemen von Kraftfahrzeugen bei jedem Lastwechsel auf;
diese sind, da stets verbunden mit Änderungen der chemischen
Zusammensetzung, der Temperatur und der Strömungsgeschwindig
keit des Abgases, in ihrer Wechselwirkung mit dem Katalysator
nur schwer beschreibbar, da der Katalysator aufgrund seiner
Wärmekapazität insbesondere einer Temperaturänderung nur in
Zeitskalen der Größenordnung etwa 1 sec. folgen kann, können
instationäre Betriebszustände u. U. nur eingeschränkt
interpretierbare Meßergebnisse liefern.
Die Erfindung gestattet aufgrund ihrer Einfachheit auch, die
Reaktionszone unmittelbar nach einer Durchströmung des
Innenbereichs mit dem Fluid zu bestimmen. Dies ist besonders
wichtig z. B. zur Untersuchung von Kraftfahrzeug-Katalysatoren
im Rahmen der in einigen Ländern üblichen Reihenuntersuchung;
die Überprüfung des Katalysators kann unmittelbar nach einer
kurzen Außerbetriebsetzung des Kraftfahrzeuges erfolgen.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung erfolgt die zur
Ermittlung der Reaktionszone notwendige Temperaturmessung durch
Auswertung der von der Mantelfläche ausgehenden Wärmestrahlung.
Dies hat den Vorzug, daß die zur Messung notwendige
Meßeinrichtung nicht fest mit dem Katalysator verbunden werden
muß, was besonders bei mobilen Katalysatoren Vorteile bringen
kann. Besonders einfach wird die Messung ausgeführt, indem von
einem die Meßstrecke enthaltenden Ausschnitt der Mantelfläche
des Katalysators eine fotografische Infrarot-Aufnahme gemacht
wird. Hierzu können sofortentwickelnde Filme eingesetzt werden,
so daß nach kürzester Frist ein Temperaturprofil der Meßstrecke
zur Verfügung steht. Eine besonders anschauliche Darstellung
wird dann erhalten, wenn die Aufzeichnung in Farbe erfolgt,
wobei unterschiedliche Farben unterschiedliche Temperaturen
anzeigen. Die Filmaufnahme kann selbstverständlich durch eine
Video-Aufnahme oder dergleichen ersetzt werden; damit ist auch
in Verbindung mit bekannten elektronischen Bildverarbeitungs
einrichtungen eine unmittelbare maschinelle Auswertung der
Temperaturmessung möglich.
Eine weitere einfache Möglichkeit zur Durchführung der
Temperaturmessung ist die Überdeckung der Meßstrecke mit einem
Substrat, das eine durch Wärmeeinwirkung veränderbare Farbe
aufweist. Ein solches Substrat kann beispielsweise ein
entsprechend beschichteter Papierstreifen oder eine
Beschichtung auf der Mantelfläche selbst sein. Die
Reaktionszone wird, wie im Falle der Infrarot-Aufnahme,
ermittelt durch Auswertung der Farbe des Substrats.
In weiterer Ausbildung der Erfindung kann die Temperaturmessung
auch mit zumindest einem auf der Meßstrecke befindlichen und
über diese beweglichen Temperaturmeßfühler durchgeführt werden;
auch kann die Meßstrecke mit einer Mehrzahl von
Temperaturmeßfühlern ausgestattet werden. Diese Ausbildung der
Erfindung ist zwar apparativ aufwendiger, sie erlaubt jedoch
die permanente Betriebsüberwachung des Katalysators.
Im Rahmen jedweder Ausbildung der Erfindung kann die Ermittlung
der Reaktionszone in der Weise vereinfacht werden, daß die im
konkreten Fall gemessene Verteilung der Temperatur mit einer
Vielzahl vorgegebener Standardverteilungen verglichen wird, die
im Rahmen von Eichmessungen für den jeweiligen Typ des
Katalysators ermittelt wurden und für deren jede die Lage der
Reaktionszone bekannt ist. Standardverteilungen können auch
durch Simulationsrechnungen gewonnen werden. Die Lage der
Reaktionszone kann anhand von Standardverteilungen durch
Interpolation ermittelt werden; zur Erzielung einer
vorgegebenen Genauigkeit ist eine hinreichende Anzahl
verschiedener Standardverteilungen erforderlich.
Besondere Anwendung findet das erfindungsgemäße Verfahren
jedweder Ausgestaltung in erster Linie zur Bestimmung des
Abnutzungsgrades eines Katalysators, wobei die Lage der
Reaktionszone bezüglich der Meßstrecke als Maß für den
Abnutzungsgrad herangezogen wird. Ist der Katalysator neu, so
findet die katalysierte Reaktion in erster Linie in
unmittelbarer Nähe der Anströmseite statt, an der das Fluid in
den Katalysator eintritt; mit zunehmender Alterung verschiebt
sich die Reaktionszone von der Anströmseite zur Abströmseite,
wo das Fluid den Katalysator wieder verläßt. Auf diese Weise
kann eine besonders einfache Funktionsüberprüfung realisiert
werden.
Ein besonderes Einsatzgebiet der Erfindung ist, wie bereits
näher ausgeführt, die Funktionsüberprüfung von Katalysatoren in
den Abgassystemen von Kraftfahrzeugen. Im Rahmen üblicher Tests
für die Qualifizierung von Katalysator-Baumustern, insbesondere
im Rahmen des in den Vereinigten Staaten von Amerika gesetzlich
vorgesehenen Tests zur Simulation des gewöhnlichen
Fahrzeugbetriebs, stellen sich auf den Mantelflächen der
Katalysatoren Temperaturen zwischen etwa 300°C und 400°C ein.
Die Lage der Reaktionszone im Innenbereich eines Katalysators
tritt dabei durch ein Temperaturmaximum auf der Mantelfläche
deutlich hervor; die Temperatur der Mantelfläche in der
Umgebung der Reaktionszone ist üblicherweise gegenüber der
Temperatur der Mantelfläche abseits der Reaktionszone um etwa
60 K bis etwa 80 K überhöht. Ein solcherart ausgeprägtes
Maximum ist leicht feststellbar und bietet, da sich seine Lage
mit zunehmender Abnutzung des Katalysators in beschriebener
Weise verschiebt, ein einfaches und sicheres Mittel zur
Funktionsprüfung und/oder Funktionsüberwachung eines
Katalysators im Abgassystem eines Kraftfahrzeuges.
Die weitere Erläuterung der Erfindung erfolgt anhand der in der
Zeichnung dargestellten, bevorzugten Ausführungsbeispiele; im
einzelnen zeigen:
Fig. 1 einen zur erfindungsgemäßen Ermittlung der
Reaktionszone ertüchtigten Katalysator;
Fig. 2 einen Querschnitt durch einen Katalysator;
Fig. 3 die Temperaturverteilung auf der Mantelfläche eines
Katalysators.
Fig. 1 zeigt einen Katalysator 2, der entlang einer
Strömungsrichtung 4 von einem katalytisch umsetzbare Anteile
enthaltenden Fluid, insbesondere dem Abgas eines
Verbrennungsmotors, durchströmbar ist. Das Fluid tritt an einer
Anströmseite 12 in den Katalysator 2 ein und verläßt den
Katalysator 2 an einer Abströmseite 13. Im vorliegenden Fall
ist der Katalysator 2 zylindrisch; denkbar sind auch andere
Formen, wie sie beispielsweise im zitierten Stand der Technik
beschrieben sind. Zwischen Anströmseite 12 und Abströmseite 13
ist der Katalysator 2 begrenzt durch eine Mantelfläche 5, im
vorliegenden Fall den Zylindermantel, auf der eine Meßstrecke 6
zur erfindungsgemäßen Bestimmung der Verteilung der Temperatur
auf der Mantelfläche 5 ausgewiesen ist. Die Messung der
Temperaturverteilung kann beispielsweise mit Temperaturmeß
fühlern 10, 11 erfolgen, wobei gleichermaßen bewegliche
Temperaturmeßfühler 10 und ortsfeste Temperaturmeßfühler 11
einsetzbar sind. Weiterhin kann zur Temperaturmessung die von
einem die Meßstrecke 6 enthaltenen Ausschnitt 8 der
Mantelfläche 5 ausgehende Wärmestrahlung 7 analysiert werden;
dies kann beispielsweise durch Anfertigung einer Infrarot-
Fotoaufnahme des Ausschnittes 8 erfolgen. Ein wirkungsgleiches
Mittel ist das Aufbringen eines Substrates 9 mit einer unter
Wärmeeinfluß reversibel oder irreversibel veränderlichen Farbe
auf den Ausschnitt 8. Anhand der eingetretenen Farbveränderung
kann auf dem Substrat 9 die Lage der Reaktionszone 1 ermittelt
werden. In Fig. 1 sind beispielhaft dargestellt drei Substrate
9, wobei die eingezeichneten Querstriche Farbgrenzen darstellen
sollen; die Lage der Reaktionszone 1 ist jeweils angedeutet.
Fig. 2 verdeutlicht die Lage der Reaktionszone 1 im
Innenbereich 3 eines Katalysators 2. Die Reaktionszone 1 ist
aufgrund des entlang der Strömungsrichtung 4 von der
Anströmseite 12 zur Abströmseite 13 fließenden Fluides nicht
eben, sondern gekrümmt; die Krümmung ist dabei im wesentlichen
bestimmt durch die Verteilung der Strömungsgeschwindigkeit des
Fluides, die am Rand des Innenbereiches 3 stets kleiner ist als
im Bereich seiner Mitte.
In Fig. 3 ist die Temperaturverteilung auf der Meßstrecke 6
von der Anströmseite 12 zur Abströmseite 13 angedeutet. Auf der
Abszisse des Diagramms ist der über die Meßstrecke 6
verlaufende Weg w dargestellt, auf der Ordinate die Temperatur
T. Im Bereich der Anströmseite 12 entspricht die Temperatur auf
der Meßstrecke 6 im wesentlichen der Temperatur des
einströmenden Fluides; hinter der Anströmseite 12 steigt die
Temperatur auf der Meßstrecke 6 aufgrund der einsetzenden
katalysierten Reaktion an bis zum Erreichen eines Maximums und
fällt schließlich zur Abströmseite 13 hin wieder ab. Das
Maximum der Temperatur zeigt die Lage der Reaktionszone 1 im
Innenbereich des Katalysators an, da in der Reaktionszone 1 die
Wärmeerzeugung maximal ist. Hinter der Reaktionszone 1 findet
praktisch keine Wärmeerzeugung mehr statt, und aufgrund der
Wärmeabstrahlung von der Mantelfläche sinkt die auf der
Meßstrecke zu messende Temperatur wieder ab. Die Lage des
Maximums der Temperaturverteilung auf der Meßstrecke 6 kann als
Indikator für die Lage der Reaktionszone 1 im Inneren des
Katalysators herangezogen werden: Ist der Katalysator relativ
neu, so findet sich das Maximum der Temperaturverteilung in der
Nähe der Anströmseite 12 - dies ist angedeutet durch die
ausgezogene Kurve in Fig. 3; mit zunehmender Alterung und/oder
Vergiftung des Katalysators wandert die Lage des Maximums von
der Anströmseite 12 zur Abströmseite 13, da der Katalysator in
der Nähe der Anströmseite 12 seine Aktivität weitgehend
verloren hat - siehe hierzu die strichpunktierte Kurve in
Fig. 3.
Die Erfindung bietet eine einfach, schnell und sicher
auszuführende Möglichkeit zur Gewinnung einer Aussage über die
Funktionsfähigkeit eines Katalysators.
Claims (11)
1. Verfahren zur Ermittlung einer Reaktionszone (1) in einem
Katalysator (2), wobei
- a) der Katalysator (2) einen Innenbereich (3) aufweist, der von einer etwa parallel zu einer Strömungsrichtung (4) erstreckten Mantelfläche (5) umgeben ist;
- b) der Innenbereich (3) entlang der Strömungsrichtung (4) von einem Fluid durchströmbar ist, das Bestandteile enthält, die im Innenbereich (3) durch eine katalysierte, exotherme Reaktion umsetzbar sind;
- c) die Reaktionszone (1) gegeben ist als Teil des Innenbereiches (3), in dem die Reaktion überwiegend stattfindet;
- d) die Reaktionszone (1) ermittelt wird durch Messung der Verteilung der Temperatur auf der Mantelfläche (5) entlang einer Meßstrecke (6) parallel zur Strömungsrichtung (4), wobei die Reaktionszone (1) bestimmt ist durch einen Abschnitt der Meßstrecke (6), auf dem die Temperatur um weniger als ein vorgegebener Grenzwert von dem Maximalwert der Temperatur auf der Meßstrecke (6) abweicht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Reaktionszone (1)
ermittelt wird, während der Innenbereich (3) von dem Fluid
durchströmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei das Fluid den Innenbereich
(3) in einer stationären Strömung durchströmt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Reaktionszone (1)
unmittelbar nach einer Durchströmung des Innenbereichs (3) mit
dem Fluid bestimmt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die
Messung durch Auswertung der von der Mantelfläche (5)
ausgehenden Wärmestrahlung (7) erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei mit der von einem die
Meßstrecke (6) enthaltenden Ausschnitt (8) der Mantelfläche (5)
ausgehenden Wärmestrahlung (7) eine fotografische Aufzeichnung
des Ausschnitts (8) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei
- a) die Meßstrecke (6) mit einem Substrat (9) überdeckt wird, das eine durch Wärmeeinwirkung veränderbare Farbe aufweist;
- b) die Reaktionszone (1) ermittelt wird durch Auswertung der Farbe des Substrats (9).
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die
Messung mit zumindest einem auf der Meßstrecke (6) befindlichen
und über diese beweglichen Temperaturmeßfühler (10) erfolgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die
Messung mit einer Mehrzahl von Temperaturmeßfühlern (10, 11,
12) erfolgt, die auf der Meßstrecke (6) angeordnet sind.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei
- a) die gemessene Verteilung der Temperatur mit einer Vielzahl vorgegebener Standardverteilungen verglichen wird, für deren jede die Reaktionszone (1) bekannt ist;
- b) für die gemessene Verteilung der Temperatur die Reaktionszone (1) durch Interpolation bestimmt wird.
11. Anwendung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche zur Bestimmung des Abnutzungsgrades eines
Katalysators (2), wobei die Lage der Reaktionszone (1)
bezüglich der Meßstrecke (6) als Maß für den Abnutzungsgrad
verwendet wird.
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