DE4033012A1 - Verfahren und vollmantel-schneckenzentrifuge mit siebteil zum entwaessern von schlamm - Google Patents
Verfahren und vollmantel-schneckenzentrifuge mit siebteil zum entwaessern von schlammInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine
Vollmantel-Schneckenzentrifuge zum Entwässern von
Schlamm, insbesondere zum Entwässern von Klärschlamm,
wobei der im Klärteil der Zentrifuge vorentwässerte
Schlamm im Siebteil einer Nachentwässerung unterzogen
wird.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift 36 24 536 ist eine
Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit Siebmantelteil be
kannt, bei der im Vollmantelteil eine Klärung und Vorent
wässerung des Feststoff-Flüssigkeitsgemisches und im an
schließenden Siebmantelteil eine Nachentwässerung der
Feststoffe erfolgt. Im Bereich des Siebmantelteils ist
hierbei die Förderschnecke mit Rührelementen versehen,
die in die Feststoffschicht eintauchen. Auf diese Weise
wird die Feststoffschicht im Bereich des Siebteils einer
ständigen Umwälzung unterzogen und dadurch die Nachent
wässerung der Feststoffe vor dem Austrag aus der Schnec
kenzentrifuge verbessert.
Ferner sind auch Druck-Filterzentrifugen bekannt, bei
denen das Filtermedium von einer Vollmanteltrommel um
schlossen ist, die mit einer Siphon-Ringtasse abgedichtet
ist. Zwischen dem zylinderförmigen Filtermedium und der
Vollmanteltrommel ist ein Filtratsammelraum eingeschlos
sen, der durch Abflußöffnungen mit der Ringtasse verbun
den ist. Das die Vollmanteltrommel umgebende Zentrifugen
gehäuse steht hierbei im Betrieb unter Gasüberdruck.
Lediglich im Bereich des Filtermediums wird der sonst
allseitig wirkende Gasüberdruck von der Vollmanteltrommel
abgeschirmt. Hierbei werden jedoch durch den wirksamen
Gasüberdruck im gesamten Verfahrensraum, insbesondere die
Suspensions- und Waschmittelzufuhr, die Filtratabfuhr und
die Feststoff-Auschleusung aus dem Druckraum besonders
erschwert und die Zentrifuge selbst wie auch die notwen
digen Peripheriegeräte um die Zentrifuge herum sind rela
tiv aufwendig.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei einer konti
nuierlich arbeitenden Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit
Siebteil eine der Zentrifugalfiltration zusätzlich über
lagernde Druckgasfiltration zu ermöglichen, ohne daß da
bei das gesamte Zentrifugengehäuse unter Druck gesetzt
werden muß.
Die Aufgabe wird gemäß dem Verfahren der Erfindung da
durch gelöst, daß im Bereich des Siebteils ein gasförmi
ges Medium unter Druck von innen auf die Schlammschicht
aufgebracht wird. Dadurch daß im Bereich des Siebteils
der Zentrifuge ein gasförmiges Medien unter Druck von
innen auf die Schlammschicht aufgebracht wird, kann bei
einem Schlamm mit Partikeldurchmessern unter einem Mikro
meter schon durch Anlegen eines Gasdruckes von 4 bar der
Trockenstoffgehalt von bisher 44% auf über 60% gestei
gert werden. Die zu deponierende entwässerte Schlammenge
kann hierdurch sehr vorteilhaft nicht nur deutlich redu
ziert, sondern auch der Energieaufwand für die thermische
Trocknung und/oder Verbrennung verringert und dadurch der
bisher hierfür erforderliche Kostenaufwand insgesamt be
deutend gesenkt werden. Da gemäß der Erfindung das gas
förmige Medium nur im Bereich des Siebteils der Zentri
fuge auf die Schlammschicht aufgebracht wird, können be
sondere Dichtelemente und dergleichen, wie sie bei Druck-
Filterzentrifugen erforderlich sind, entfallen, wodurch
die Schlammentwässerung bei hohem Trennwirkungsgrad er
heblich vereinfacht und die Betriebskosten verringert
werden können. Als gasförmige Medien können hierbei außer
Luft gegebenenfalls auch sehr vorteilhaft heiße Gase oder
überhitzter Dampf auf die Schlammschicht im Siebteil
unter Druck aufgebracht und dadurch der im Klärteil vor
entwässerte Schlamm teilweise oder sogar ganz getrocknet
werden, bevor er aus der Zentrifuge ausgetragen wird.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Erläuterung von in
Zeichnungsfiguren schematisch dargestellten Zentrifugen
zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung.
Es zeigt
Fig. 1 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit
zylindrisch-konischem Trommelmantel und mit
im zylindrischen Trommelmantel angeordneten
Siebteil sowie mit an der Schneckenhohlwelle
angeordneten Stauelementen, die zu beiden
Seiten des Siebteils in die Schlammschicht
eintauchen, sowie mit an der Schneckenhohl
welle angeordneter Gaszuführungsleitung ge
mäß der Erfindung im Teillängsschnitt;
Fig. 2 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit
zylindrisch-konischem und anschließend wie
der zylindrischem Trommelmantel mit Siebteil
und in der Schneckenhohlwelle angeordneter
Gaszuführungsleitung gemäß der Erfindung im
Teillängsschnitt;
Fig. 3 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit
zylindrisch-konischem Trommelmantel und mit
im konischen Trommelmantel angeordnetem
Siebteil und darüber in der Schneckenhohl
welle angeordneter Gaszuführungsleitung im
Teillängsschnitt;
Fig. 4 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit
zylindrischem Trommelmantel mit Siebteil und
darüber angeordneten Druckzonen, in die zwei
Gaszuführungsleitungen münden, gemäß der Er
findung im Teillängsschnitt.
Wie Fig. 1 zeigt, besteht die Vollmantel-Schneckenzentri
fuge aus einem zylindrisch-konischen Trommelmantel (35)
mit Siebteil (36), der im zylindrischen Trommelmantel
teil integriert ist. Außen an der Schneckenhohlwelle (37)
sind mit Abstand voneinander zwei als Trennscheiben aus
gebildete Stauelemente (38 und 39) angeordnet, von denen
das Stauelement (38) vor dem Siebteil (36) und das Stau
element (39) nach dem Siebteil in die Dickschlammschicht
(40) eintaucht. Mit Hilfe dieser Stauelemente (38 und 39)
wird im Bereich des Siebteils (36) zwischen der Dick
schlammschicht (40) und der Schneckenhohlwelle (37) eine
Druckzone (41) gebildet, in die eine in der Schnecken
hohlwelle (37) angeordnete Leitung (42) mündet. Durch die
Leitung (42) wird ein gasförmiges Medium unter Druck von
innen auf die Dickschlammschicht (40) aufgebracht. Durch
das Einbringen von gasförmigen Druckmedien in die Druck
zone (41) wirkt auf die im Siebteil (36) befindliche
Schlammschicht (40) nicht nur das Zentrifugalfeld, son
dern auch noch zusätzlich der Gasüberdruck, wodurch die
kapillargebundene Feuchtigkeitsfront in der Schlamm
schicht (40) nach außen verschoben und die mit Flüssig
keit gesättigte Schlammschichtdicke sehr stark verringert
wird. Die Wirkung des überlagerten Gasdruckes auf den er
reichbaren Trockenstoffgehalt im Schlamm ist sehr groß.
So konnte, wie praktische Versuche gezeigt haben, bei
einem Schlamm, dessen Partikeldurchmesser unter einem Mi
krometer lagen, schon durch Anlegen eines Luftdruckes von
nur 4 bar der Trockenstoffgehalt des Schlammes von bisher
44% auf weit über 60% gesteigert werden. Je nach der
Zusammensetzung des entwässerten Schlammes kann der auf
die Schlammschicht wirkende Gasdruck erhöht oder auch
verringert werden, und zwar bis nahe an die Grenze eines
Gasdurchbruches. Solange nicht mit Gasdurchbruch bzw.
Leerblasen der Schlammschicht gearbeitet wird, ist der
Gasverbrauch sehr gering, da die Flüssigkeit in den
Kapillaren durch das Gas nur weiter heruntergedrückt
wird. Im übrigen kann der Gasdruck auch sehr vorteilhaft
permanent wirkend oder aber auch periodisch wirkend auf
die Schlammschicht (40) aufgebracht werden. Als Druckgas
kann sowohl Luft als auch Heißgas oder auch Heißdampf
verwendet werden. Die Verwendung von Heißgas als Druckgas
ermöglicht ein vollständiges Trocknen des im Klärteil der
Zentrifuge vorentwässerten Schlammes vor Austritt aus der
Zentrifuge.
Im Betrieb der in Fig. 1 dargestellten Vollmantel-
Schneckenzentrifuge steht die über dem Siebteil (36) be
findliche Druckzone (41) permanent unter Gasdruck. Im
linken Teil der Zentrifuge findet, wie bei den herkömmli
chen Vollmantel-Schneckenzentrifugen die Trennung bzw.
das Absetzen des durch die Leitung (43) in die Zentrifuge
eingebrachten Feststoff-Flüssigkeitsgemisches und das
Austragen der geklärten Flüssigkeit (Pfeil 44) aus der
Zentrifuge statt. Durch das als Stauscheibe ausgebildete
Stauelement (38), das wie eine Schleuse wirkt, ist der
Klärteil vom Siebteil (36) abgetrennt. Um einen kontinu
ierlichen Feststofftransport im Bereich des Siebteils
(36) zu gewährleisten, ist jede der als Stauscheiben
ausgebildeten Stauelemente (38, 39) sehr vorteilhaft
außen mit wenigstens einer spaltförmigen Ausnehmung für
den Durchtritt des Dickschlammes versehen. Durch die Gas
druckbeaufschlagung im Siebteil (36) der Zentrifugentrom
mel wird die Flüssigkeit aus den Kapillaren des Fest
stoffkuchens nach außen kolbenartig herausgedrückt und
durch die Sieböffnungen nach außen ausgetragen. Nach Ver
lassen der Druckzone (41) wird der auf diese Weise wei
testgehend entwässerte Feststoffkuchen nach Durchtritt
durch die Ausnehmung in dem als Stauscheibe ausgebildeten
Stauelement (39) auf dem konischen Vollmantelteil hoch
transportiert und in Pfeilrichtung (45) aus der Zentri
fuge drucklos ausgetragen.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Vollmantel-Schneckenzen
trifuge mit zylindrisch-konischem Vollmantelteil (46) ist
der daran anschließende zylindrische Siebteil (47) ver
hältnismäßig lang ausgebildet und auf einen kleineren
Radius gelegt als der Vollmantelteil (46). Links von der
an der Schneckenhohlwelle (48) angeordneten, als Schleuse
wirkenden Stauscheibe (49) befindet sich, wie üblich,
die Sedimentationszone bzw. der Klärteil, während auf der
rechten Seite der Stauscheibe (49) die lang ausgebildete
Siebzone (47) dem Waschen, Trockenschleudern und Nach
trocknen des Feststoffkuchens durch die Druckgasbeauf
schlagung über die Leitung (50) vorbehalten ist. Die als
Stopfschnecke ausgebildete Schleuse (51) dient als
druckloser Feststoffabwurf in das in der Zeichnung nicht
näher dargestellte, ebenfalls in drei Bereiche unter
teilte Zentrifugengehäuse. Die hierbei als Schleusen wir
kenden Elemente können als kreisringförmige Trennscheiben
mit außen liegendem Ringspalt als Staublech, das den
Schneckenwendelgang abschließt und außen eine Durch
trittsöffnung aufweist, als pneumatisch oder auch druck
mittelbeaufschlagte flexible Barriere mit veränderlichem
Durchtrittsspalt oder als Stopfschneckenabschnitt mit
verengtem Schneckenwendelgangquerschnitt ausgeführt sein.
Für den Fall, daß auch der Klärteil der Zentrifuge unter
Gasdruck steht, kann die abgetrennte Flüssigkeit über ein
Drosselventil oder über ein Siphon in den drucklosen Raum
ausgetragen werden. Ebenso kann der Feststoffaustrag an
statt über eine Stopfschnecke über eine Quetschdüse er
folgen.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Vollmantel-Schneckenzen
trifuge mit zylindrisch-konischem Trommelmantel (52) ist
der konische Trommelmantelteil (53) vollständig als Sieb
mantel ausgebildet und dieser Bereich wiederum durch eine
außen an der Schneckenhohlwelle (54) angeordnete, als
Schleuse wirkende Stauscheibe (55) vom Klärteil auf der
linken Seite abgetrennt, während am rechten Ende wiederum
eine Stopfschnecke (56) vorgesehen ist, mit deren Hilfe
der Feststoff aus der Zentrifuge drucklos abgeworfen
wird. Die Zuführung des gasförmigen Druckmediums erfolgt
auch hierbei über eine in der Schneckenhohlwelle (54) an
geordnete Druckleitung (57).
Schließlich kann, wie die Fig. 4 zeigt, die Schneckenzen
trifuge auch nur mit einem zylindrischen Trommelmantel
ausgestattet sein, wobei die linke Hälfte als Vollmantel
(58) und die rechte Hälfte als Siebmantel (59) ausgebil
det ist, die durch zwei an der Schneckenhohlwelle (60)
angeordnete Trennscheiben (61 und 62) und Stopfschnecke
(63) in zwei Druckzonen (64, 65) und in eine druckfreie
Zone (66) für den Feststoffaustrag unterteilt ist. In der
Schneckenhohlwelle (60) ist wiederum eine axial verlau
fende Druckgasleitung (67) vorgesehen, durch die über
Zweigleitungen (68 und 69) die gasförmigen Medien unter
Druck in die Druckzonen (64 und 65) eingeführt werden.
Diese Ausgestaltung der Vollmantel-Schneckenzentrifuge
mit Siebteil hat den besonderen Vorteil, daß die Druckzo
nen (64 und 65) auch mit unterschiedlichen Gasdrücken be
aufschlagt werden können, was sich wiederum sehr günstig
auf den Entwässerungs- und Trocknungseffekt des im Sieb
bereich nachbehandelten Dickstoffes auswirken kann. Im
übrigen können im Bereich des Siebteils je nach Bedarf
gegebenenfalls auch Wasch- und Trocknungsvorgänge vorge
nommen werden, um dadurch die Schlammentwässerung zu ver
bessern und den dabei gewonnenen Feststoff leicht und um
weltfreundlich deponieren, weiterverarbeiten oder auch
verbrennen zu können. Das Sieb selbst kann je nach der
Zusammensetzung des zu entwässernden Schlammes und der
mechanischen Belastung in an sich bekannter Weise aus
einem Spaltsieb, einem mehrlagigen Drahtgewebe, oder
einem Filtergewebe aus einem metallischen oder kerami
schen Sinterwerkstoff bestehen. Auch kann das Aufbringen
eines gasförmigen Druckmediums auf die Schlammschicht im
Bereich des Siebteils der Zentrifuge unabhängig davon er
folgen, ob die Schlammschicht im Siebbereich zuvor aufge
staut wurde oder nicht. Das Siebteil kann im übrigen auch
an der Förderschneckenwendel oder am Schneckentragrohr
bzw. an der Schneckenhohlwelle angeordnet sein.
Claims (4)
1. Verfahren zum Entwässern von Schlamm, insbesondere
zum Entwässern von Klärschlamm, in einer Vollmantel-
Schneckenzentrifuge mit Siebteil, wobei der im Klär
teil der Zentrifuge vorentwässerte Schlamm im Sieb
teil einer Nachentwässerung unterzogen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß im Bereich des Siebteils ein
gasförmiges Medium unter Druck von innen auf die
Schlammschicht aufgebracht wird.
2. Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit Siebteil zur
Durchführung des Verfahrens zum Entwässern von
Schlamm, insbesondere zum Entwässern von
Klärschlamm, wobei die Welle der Förderschnecke als
Hohlwelle ausgebildet ist, durch die der Schlamm in
die Zentrifuge eingeführt wird, nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß außen an der Schnecken
hohlwelle (37, 48, 54, 60) wenigstens zwei Stauele
mente (38, 39, 49, 51, 55, 56, 61, 62, 63) mit Ab
stand voneinander angeordnet sind, wobei jeweils ein
Stauelement (38, 49, 55, 61) vor und das andere
Stauelement (39, 51, 56, 63) hinter dem Siebteil
(36, 47, 53, 59) in die Dickschlammschicht ein
taucht, und wobei in der Schneckenhohlwelle (37, 48,
54, 60) wenigstens eine Leitung (42, 50, 57, 67) für
die Zuführung von gasförmigen Druckmedien auf die
Schlammschicht im Bereich des Siebteils vorgesehen
ist.
3. Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Anspruch 2, da
durch gekennzeichnet, daß die Stauelemente (38, 39,
49, 55, 61, 62) als Stauscheiben ausgebildet sind.
4. Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Anspruch 2 oder
3, dadurch gekennzeichnet, daß die als Stauscheiben
ausgebildeten Stauelemente (38, 39, 49, 55, 61, 62)
außen mit wenigstens einer spaltförmigen Ausnehmung
für den Durchtritt des Dickschlamms versehen sind.
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