DE4030477A1 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung von formteilen oder gegenstaenden - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur herstellung von formteilen oder gegenstaendenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder
Gegenständen aus thermoverformbaren Polyolefinfolien,
thermoverformbaren polyolefinhaltigen Bahnen oder
Platten oder Polyolefin- oder polyolefinhaltigen Massen,
Blasformlingen oder Schmelzen unter Verwendung einer
Negativform, die die strukturierte und/oder genarbte
Oberfläche und die geformte Wandung des Formteiles oder
Gegenstandes in Negativform und eine poröse, mikroporöse
oder mit feinsten Lochungen oder Bohrungen versehene
Formoberfläche aufweist, daß vorzugsweise unter Verwen
dung einer Temperaturdifferenz von mehr als 30°C
zwischen der heißen Folie, Bahn, Platte, Masse, dem
Blasformling oder der Schmelze und der kälteren Negativ
form diese in die Negativform eingebracht und im Augen
blick der Berührung mit der strukturierten Oberfläche
oder Wandung des Negativwerkzeuges die Oberflächenstruk
tur, Oberflächendekoration, Narbung oder Strukturierung
und die Form derselben annimmt und nachfolgend in der
Negativform abgekühlt und mit einer Schaumschicht
versehen wird. Gemäß der Erfindung werden nach der
Endverformung und der Oberflächenstrukturierung oder
Narbung und vor, während oder nach dem Verschluß der
Negativform Polyolefinpartikel eingebracht, verformt,
versintert, verschmolzen und mit dem geformten und
strukturierten Formteil oder Gegenstand verbunden.
Es ist bereits bekannt, Formteile oder Gegenstände im
Negativ-Tiefziehverfahren, im Positiv-Tiefziehverfahren,
im Blasverfahren, im Extrusionsgußverfahren oder im
Slush-Molding-Verfahren herzustellen und unter Verwen
dung chemischer Treibmittel enthaltenden Massen oder
Flüssigkeiten zu hinterschäumen. Da verschiedene Kunst
stoffschäume sich nur schwer mit anderen Kunststoff
schichten, Folien oder Bahnen verbinden, aufgrund von
Weichmacherwanderungen oder Wanderungen anderer Bestand
teile, u. a. die chemisch-verschäumten Massen von den
Folien, Schichten und dergl. sich nachträglich trennen
können, zusätzlich Fehlerstellen und dergl. auftreten,
weisen diese Verfahren Nachteile auf.
Ziel und Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es ein
Verfahren zu finden, bei dem u. a. auch dicke Schaum
schichten (neben dünnen Schaumschichten) erzielt werden
können, ohne daß die vorgenannten Nachteile der Trennung
vom Schaum im erheblichen Umfang auftreten. Der erzielte
Schaum sollte eine gewisse Formstabilität aufweisen und
nicht dazu führen, daß bei dem Schäumungsvorgang Narbun
gen, Prägungen, Oberflächendekorationen und dergl. in
ihrer Profilierung vermindert oder verringert werden. Die
hergestellten Formteile sollten leicht recyclefähig sein
und/oder für Kraftfahrzeuge, Innenverkleidungen für
Kraftfahrzeuge und Flugzeuge verwendbar sein.
Erfindungsgemäß wurde festgestellt, daß diesen Zielen
und Aufgaben ein Verfahren zur Herstellung von Form
teilen oder Gegenständen gerecht wird, bei dem aus
thermoverformbaren Polyolefinfolien, thermoverformbaren
polyolefinhaltigen Bahnen oder Platten oder Polyolefin-
oder polyolefinhaltigen Massen, Blasformlingen oder
Schmelzen unter Verwendung einer Negativform, die die
strukturierte und/oder genarbte Oberfläche und die
geformte Wandung des Formteiles oder Gegenstandes in
Negativform und eine poröse, mikroporöse oder mit
feinsten Lochungen oder Bohrungen versehene Formober
fläche aufweisen, das Formteil oder der Gegenstand
hergestellt werden, indem vorzugsweise unter Verwendung
einer Temperaturdifferenz von mehr als 30°C zwischen
der heißen Folie, Bahn, Platte, Masse, dem Blasformling
oder der Schmelze und der kälteren Negativform diese in
die Negativform eingebracht und im Augenblick der
Berührung mit der strukturierten Oberfläche oder Wandung
des Negativwerkzeuges die Oberflächenstruktur, Oberflä
chendekoration, Narbung oder Strukturierung und die Form
derselben annimmt und nachfolgend in der Negativform
abgekühlt und mit einer Schaumschicht versehen wird.
Gemäß der Erfindung wird die Negativform vor, während
oder nach dem Abkühlungsvorgang mit mindestens einem
Verschlußdeckel oder einem Verschlußteil abgeschlossen
und/oder abgedichtet. Nach der Endverformung und der
Oberflächenstrukturierung, Prägung oder Narbung und vor,
während oder nach dem Verschluß der Negativform werden
Polyolefinpartikel, ausgewählt aus der Gruppe der
kugelähnlichen, polyolefinhaltigen und/oder offenporigen
oder geschlossenporigen Polyolefinschaum- und/oder
-hohlkugeln oder ähnlichen Polyolefinpartikeln oder
polyolefinhaltigen Partikel, in den Zwischenraum zwi
schen der die verformte und strukturierte Folie, Bahn
oder Platte enthaltenen Negativform und dem Verschluß
deckel oder dem Verschlußteil eingebracht und über
mindestens eine Zuleitungsvorrichtung und/oder mehrere
Verteilungsvorrichtungen ein Heißgas oder Wasserdampf in
den geschlossenen Zwischenraum, der die Polyolefin
partikel enthält, eingeleitet oder durchgeleitet, wobei
die Polyolefinpartikel auf ihren Oberflächen ganz oder
teilweise versintern, verschmelzen, verschweißen,
ausdehnen oder sich unter Haftverbindungen verformen und
sich dabei gleichzeitig mit der darüber oder darunter
angeordneten verformten und/oder strukturierten
Polyolefinfolie, -bahn, -platte oder -schicht verbinden.
Das fertig verformte und mit einer Schaumschicht verse
hene Formteil oder der mit der Schaumschicht versehene
fertige Gegenstand wird nach oder während der Abkühlung
entformt oder aus der Form entnommen.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform werden thermo
verformbare Polyolefinfolien, thermoverformbaren poly
olefinhaltige Bahnen, Schaumlaminatbahnen oder Platten
oder Polyolefin- oder polyolefinhaltigen Massen, Blas
formlinge oder Schmelzen unter Verwendung einer Negativ
tiefziehform, die die strukturierte und/oder genarbte
Oberfläche und die geformte Wandung des Formteiles oder
Gegenstandes in Negativform und eine poröse, mikroporöse
oder mit feinsten Lochungen oder Bohrungen versehene
Formoberfläche aufweist, geformt, wonach vorzugsweise
unter Verwendung einer Temperaturdifferenz von mehr als
30°C zwischen der heißeren Folie, Bahn oder Platte und
der kälteren Negativtiefziehform abgekühlt wird. Die
Negativtiefziehform wird dabei vor, während oder nach
dem Abkühlungsvorgang mit mindestens einer zweiten Form
oder einer Verschlußform abgeschlossen und/oder abge
dichtet. Nach der Endformung und vor oder nach dem
Verschluß der Negativtiefziehform werden die Poly
olefinpartikel, ausgewählt aus der Gruppe der kugel
ähnlichen, polyolefinhaltigen und/oder offenporigen oder
geschlossenporigen Polyolefinschaum- und/oder -hohlku
geln oder ähnlichen Polyolefinpartikeln oder polyolefin
haltigen Partikel, in den Zwischenraum zwischen der die
verformte und strukturierte Folie, Bahn oder Platte
enthaltenen Negativtiefziehform und der Verschlußform
eingebracht und über mindestens eine Zuleitungsvorrich
tung und/oder mehrere Verteilungsvorrichtungen ein
Heißgas oder Wasserdampf in den geschlossenen Zwischen
raum, der die Polyolefinpartikel enthält, eingeleitet
oder durchgeleitet, wobei die Polyolefinpartikel auf
ihren Oberflächen ganz oder teilweise versintern,
verschmelzen, ausdehnen, verschweißen oder sich unter
Haftverbindungen verformen und sich dabei gleichzeitig
mit der darüber oder darunter angeordneten verformten
und/oder strukturierten Polyolefinfolie, -bahn, -platte
oder -schicht verbinden. Das fertig verformte und mit
einer Schaumschicht versehene Formteil oder der mit der
Schaumschicht versehene fertige Gegenstand nach oder
während der Abkühlung entformt oder aus der Form entnom
men wird.
Das Heißgas oder der Wasserdampf wird bevorzugt in die
Form mit einer Temperatur von 105 bis 160°C, vorzugs
weise 110 bis 150°C, eingeleitet.
Nach einer Ausführungsform ist der Verschlußdeckel oder
das Verschlußteil hinsichtlich seines Profiles und
seiner Formgebung in einem Abstand von der Negativform
oder Negativtiefziehform so angeordnet, daß es bzw. er
in der Dicke (abzüglich der in der Negativ- oder Nega
tivtiefziehform eingebrachten und verformten Schicht,
Folie, Bahn), im Profil und in der Formgebung derjenigen
des Fertigteiles oder Gegenstandes direkt, annähernd
oder in Teilbereichen entspricht.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in
der Form und/oder an oder in der Nähe des Verschluß
deckels oder des Verschlußteiles ein Träger und/oder
eine Versteifung oder ein Versteifungskörper angeordnet
oder angebracht, wobei ein Träger oder eine Versteifung
oder ein Versteifungskörper verwendet wird, der bzw. die
mehrere Durchgänge, Öffnungen, Ausnehmungen, Poren oder
ähnliche Durchtrittsöffnungen für das Heißgas oder den
Wasserdampf aufweist. Nach einer anderen Ausführungsform
wird ein Träger und/oder ein Versteifungskörper einge
setzt, der auf seiner Rückfläche (der Negativform
abgewandten Fläche) in Teilbereichen in Positivform die
Form der Rückfläche des Fertigteiles aufweist.
Bevorzugt wird ein Verschlußdeckel oder ein Verschluß
teil innerhalb des Verfahrens verwendet, der bzw. das
mehrere, vorzugsweise über die Fläche der Verschlußform
verteilte Einleitungsöffnungen für das Heißgas und/oder
den Wasserdampf aufweist und mindestens eine Ableitungs
vorrichtung, eine Ableitungsöffnung oder ein Ableitungs
rohr für das durchgetretene Heißgas, für Wasserdampf
und/oder für Wasser besitzt oder eine Form bei der die
Einleitungs- und Ableitungsvorrichtungen seitlich
angeordnet sind.
Nach einer Ausführungsform wird die Temperatur der
Rückseite oder Rückfläche der Polyolefinschicht in der
Negativform unmittelbar nach der Verformung und bei bzw.
vor der Einbringung der Polyolefinpartikel auf eine
Temperatur von 10 bis 120°C, vorzugsweise 40 bis 90°C,
eingestellt oder diese Temperatur wird vor die
Wasserdampfeinleitung auf der Rückfläche der Polyole
finschicht eingestellt.
Bevorzugt wird zur Regelung, Speicherung, Verteilung
oder Zuleitung des Heißgases oder des Wasserdampfes
und/oder zur Kühlung der Rückseite der Abschlußform oder
des Abschlußdeckels eine an die Abschlußform oder an den
Abschlußdeckel angeordnete Kammer verwendet.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird
eine poröse oder mikroporöse Formoberfläche enthaltende
Negativform oder Negativtiefziehform mit Vorrichtungen
zur Anlegung eines Unterdruckes oder Vakuums verwendet.
Während des Einfüllvorganges oder der Injektion der
Polyolefinpartikel oder polyolefinhaltigen Partikel oder
während einer Zeitteilperiode des Einfüllvorganges oder
der Injektion, vorzugsweise zu Beginn der Einfüllung der
Polyolefinpartikel, wird auf das in der Negativform
befindliche strukturierte, genarbte oder dekorierte und
geformte Formteil, das vorzugsweise im Blasverfahren
oder Blasformverfahren, Extrusionsverfahren oder Extru
sionsgußverfahren oder aus Schmelzen, Schmelzbahnen,
Schläuchen oder Formlingen eingebracht wurde, oder auf
das in der Negativtiefziehform befindliche strukturie
rte, genarbte oder dekorierte, ungeformte Formteil, das
aus polyolefinhaltigen oder polyolefinbestehenden
Folien, Bahnen, Schaumlaminatbahnen oder Platten im
Negativtiefziehverfahren verformt wurde, ein Unterdruck
oder Vakuum auf die der Negativtiefziehform zugewandte
strukturierte, genarbte oder dekorierte Oberflächen
schicht nach der Endverformung ausgeübt, so daß das
Formteil in den zahlreichen Poren oder Mikroporen
während des Einfüll- oder Injektionsvorganges in der
Lage gehalten oder fixiert wird. Die Einfüllung oder
Injektion der Polyolefinpartikel erfolgt vorzugsweise
unter Überdruck. Bevorzugt wird ein Druck von
1,04 kp/cm2 bis 10 kp/cm2, vorzugsweise 1,1 bis 3 kp/cm2,
verwendet.
Nach einer Ausführungsform wird während des Einfüll
vorganges oder der Injektion der Polyolefinpartikel oder
der polyolefinhaltigen Partikel zwischen der kälteren,
genarbten, geprägten und/oder strukturierten Oberflä
chenschicht des Polyolefinformteiles oder des polyole
finhaltigen Formteiles und der heißeren Rückschicht oder
Rückseitenfläche des Polyolefinformteiles oder polyole
finhaltigen Formteiles ein Temperaturunterschied während
der Dampfdurchleitung von mehr als 5°, vorzugsweise von
mehr als 10°, eingestellt wird und nach dem Versintern,
Verschmelzen, Verschweißen oder unter Haftverbindung
Verformen der Polyolefinpartikel oder polyolefinhaltigen
Partikel sowie nach dem Verbinden derselben mit dem
Formteil oder während dieses Vorganges nachfolgend von
der Negativtiefziehform und/oder Abschlußform eine
Abkühlung des Formteiles oder Gegenstandes um mehr als
25°C, vorzugsweise mehr als 40°C, durchgeführt.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine
Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegen
ständen, enthaltend eine Negativform oder Negativtief
ziehform, wobei die Negativform oder Negativtiefziehform
mit mindestens einer Zuleitung und/oder Vorrichtung zur
Ausübung eines Druckunterschiedes, vorzugsweise Vakuum
und/oder Unterdruck ausgestattet ist, und die Negativ
form oder Negativtiefziehform eine zur Aufnahme und
Formung der Folie, Bahn, Platte, Masse, dem Blasformling
oder der Schmelze aufweisende poröse, luftdurchlässige,
vorzugsweise mikroporöse, luftdurchlässige Formober
fläche besitzt, die eine metall-, metallegierungs-,
mikrometallpartikelhaltige Schicht oder Oberfläche
aufweist. Gemäß der Erfindung ist die poröse oder
mikroporöse metall- oder metallegierungshaltige oder
mikrometallpartikelhaltige Oberflächenschicht der
Negativform oder Negativtiefziehform im Metallspritzver
fahren hergestellt und weist eine Metallschichtdicke der
Oberflächenschicht von 0,1 bis 10 mm, vorzugsweise 0,3
bis 4 mm, auf, wobei die Poren oder Mikroporen durch
die gesamte Schichtdicke der Metall- oder Metallegie
rungsschicht der Oberflächenschicht verlaufen. Danach
ist mindestens eine Stützschicht angeordnet, die gegen
über der Metall-, Metallegierungsschicht oder mikrome
tallpartikelhaltige Schicht im Durchschnitt größere
Poren oder Mikroporen aufweist, wobei die Schichtdicke
der Stützschicht 4 bis 120 mm, vorzugsweise 8 bis 80 mm,
beträgt. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung ist bzw. sind an dem Verschlußdeckel oder dem
Verschlußteil oder an mindestens einem Seitenwandteil
mindestens eine Vorrichtung oder eine
Zuleitungsvorrichtung zur Einleitung von Heißgas oder
Wasserdampf und/oder Verteilungsvorrichtungen, Poren,
Mikroporen oder feine Düsen zum Verteilen des Heißgases
oder von Wasserdampf und/oder eine Ableitungsvorrichtung
oder Ableitung für Heißgas, Wasserdampf oder konden
sierten Wasser angeordnet. Nach einer weiteren bevorzug
ten Ausführungsform ist an dem Verschlußdeckel oder dem
Verschlußteil oder an mindestens einem Seitenwandteil
mindestens eine Vorrichtung oder eine Zuleitungsvorrich
tung zur Einleitung der Polyolefinpartikel angeordnet.
Nach einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist der
Verschlußdeckel oder das Verschlußteil als Form ausge
bildet, die eine vorbestimmte Gestalt als Rückseitenteil
des Formteiles oder Gegenstandes aufweist. An dem
Verschlußdeckel oder Verschlußteil ist mindestens eine
Kammer für Vorrichtungen zum Aufheizen und/oder Kühlen,
zur Anlegung eines Überdruckes oder einer Druckdifferenz
und/oder für andere Zusatzvorrichtungen angeordnet.
Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin die Verwen
dung des Verfahrens und/oder der Vorrichtung zur Her
stellung von Kraftfahrzeugteilen, Kraftfahrzeuginnenver
kleidungen sowie Flugzeuginnenverkleidungen.
Als Polyolefinpartikel werden bevorzugt geschlossenpo
rige Partikel in kugelähnlicher oder perlähnlicher Form,
vorzugsweise aus oder unter Mitverwendung von Polypropy
len oder Propylenschaum, mit einer durchschnittlichen
Dicke von 10 µm bis 12 mm, vorzugsweise 0,5 mm bis 8 mm,
eingesetzt. Nach einer anderen bevorzugten Ausführungs
form weisen die Polyolefinpartikel mindestens zwei
unterschiedliche Teilchengrößen auf.
Für die ein- oder mehrschichtige verformte, strukturier
te, genarbte oder geprägte Kunststoffschicht,
Kunststoffolie oder Kunststoffolienbahn werden Polyole
fine oder Polyolefinmischungen gegebenenfalls unter
Mitverwendung anderer Kunststoffe oder Elastomere sowie
gegebenenfalls Verarbeitungshilfsmittel und Zusatzmittel
eingesetzt.
Dabei werden nach einer Ausführungsform Polyolefine
verwendet, die mindestens eine reaktive Gruppe
enthalten, z. B. polyolefinhaltige Ionomere oder reakti
ve Gruppen enthaltende Olefinco-, -ter- und/oder
-pfropfpolymerisate und/oder ein Ionomeres enthaltendes
Olefinhomo-, -co-, -ter- und/oder -pfropfpolymerisat.
Zusätzlich werden nach einer anderen Ausführungsform
elatische reaktive Gruppen enthaltende Polymere oder
mindestens ein thermoplastisches reaktive Gruppen
enthaltendes Elastomeres oder ein reaktive Gruppen
enthaltendes Polymeres oder Polymergemisches mit einem
Anteil an elastischen Polymeren mitverwendet.
Die reaktiven Gruppen des Polyolefins und/oder des
zusatzlich reaktive Gruppen enthaltenden elastischen
Polymers oder thermoplastischen Elastomers sind vor
zugsweise Carboxyl-, Hydroxyl-, Anhydrid-, Amin-, Amid-,
Isocyanat-, Epoxy- und/oder Nitril-Gruppen.
Bevorzugt werden nach einer Ausführungsform 0,01 bis 5 Gew.-Teile, vorzugsweise 0,1 bis 3 Gew.-Teile, minde
stens eines Stabilisators, Antioxidants und/oder UV-Ab
sorbers, und/oder 0,01 bis 5 Gew.-Teile, vorzugsweise
0,1 bis 3 Gew.-Teile, mindestens eines Farbstoffes
und/oder Farbpigmentes, und/oder 0 bis 3 Gew.-Teile,
vorzugsweise 0,01 bis 2 Gew.-Teile, mindestens eines
Gleitmittels und/oder Antistatikums und/oder 0 bis 20
Gew.-Teile, vorzugsweise 1 bis 12 Gew.-Teile, mindestens
eines Flammschutzmittels für die Schicht oder Folie oder
Oberschicht mit verwendet.
Das reaktive Gruppen enthaltende Polyolefin besteht nach
einer vorzugsweisen Ausführungsform aus einer Mischung
oder Legierung und/oder einem Co- oder Pfropfpolymerisat
aus einem Olefin, vorzugsweise Ethylen und/oder Propy
len, und einer mindestens eine ungesättigte Bindung
enthaltende Carbonsäure und/oder dessen Anhydrid,
vorzugsweise Acrylsäure, Methycrylsäure, Maleinsäure
und/oder Maleinsäureanhydrid, und/oder einem Olefin oder
Polyolefin, vorzugsweise Ethylen oder Polyethylen und
einer mindestens eine Epoxygruppe enthaltende Verbin
dung, vorzugsweise Methacrylatglycid oder einem Copoly
merisat einer oder mehrerer dieser Verbindungen oder
enthält diese.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform besteht
oder bestehen das oder die elastische(n) Polymere(n),
die reaktive Gruppen oder zusätzliche reaktive Gruppen
enthaltende Verbindungen besitzen, aus einem reaktive
Gruppen enthaltenden Ethylen-Propylen-Mischpolymerisat
(EPM), einem reaktive Gruppen enthaltenden oder reaktiv
modifizierten Ethylen-Propylen-Dien-Mischpolymerisat
(EPDM), reaktive Gruppen enthaltenden Diblockpolymeren
aus Styrol mit Butadien, mit Isopren, mit Ethylen-
Butylen oder mit Ethylen-Propylen, vorzugsweise aus
reaktive Gruppen enthaltenden Styrol-3-Blockpolymeren
mit Ethylen-Butylen und Ethylen-Propylen, einem elasti
schen Polyester und/oder Polyetherester, Polyesteramid,
Polyetheramit oder Copolyester oder Polyurethan oder
Polyether-Urethansegmentpolymeren.
Gemäß der Erfindung enthält die Schicht, Kunststoffolie,
Kunststoffolienbahn oder das daraus hergestellte Form
teil nach einer Ausführungsform mindestens eine Schicht
oder Folie, die als Kunststoffanteil oder Kunststoffmi
schung ein thermoplastisches Polyolefin-Elastomer oder
-Elastomergemisches bestehend aus einem heterophasigen
polypropylen Block-Copolymerisat mit einem Ethylen-Pro
pylen-Copolymerisatanteil und/oder mindestens ein
anderes Olefin- bzw. Polyolefin und Styrol bzw. Polysty
rol enthaltendes Block-, Diblock- oder Triblock-
und/oder -Copolymerisat und/oder mindestens ein anderes
reaktive Gruppen enthaltendes Olefin- bzw. Polyolefin
und/oder Styrol bzw. Polystyrol enthaltendes Block-,
Diblock- oder Triblock- und/oder -copolymerisates sowie
gegebenenfalls Verarbeitungshilfs- und Zusatzmittel
enthält oder daraus besteht.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird anstelle einer Kunststoffbahn eine aus einem
Extruder oder einer ähnlichen Plastifiziervorrichtung,
vorzugsweise aus einem Breitschlitzextruder austretende
Kunststoffschmelzbahn verwendet, dabei die der Negativ
tiefziehform abgewandte Fläche der Kunststoffschmelzbahn
einer Vorkühlung unterworfen, so daß sich bereits
unmittelbar nach dem Austritt aus dem Extruder auf der
der Negativtiefziehform abgewandten Fläche eine selbst
tragende Schmelzhaut bildet, wobei zwischen der Tempe
ratur der Kunststoffschmelzbahn und der kälteren Nega
tivtiefziehform ein Temperaturunterschied von mehr als
30 K, vorzugsweise mehr als 80 K, eingestellt wird und
die Kunststoffschmelzbahn durch ein mindestens zweitei
liges Werkzeug, das als ein Werkzeugteil mindestens eine
Negativtiefziehform und als mindestens zweites Werkzeug
teil ein Gegenwerkzeug und/oder Stempel und/oder einen
Halte-, Abdicht- und/oder Spannrahmen enthält, geführt,
eingespannt, gehalten und/oder abgedichtet und abge
trennt sowie unter Verwendung der Negativtiefziehform
und eines Druckunterschiedes, vorzugsweise Unterdruck,
sowie unter Ausnutzung der Wärmekapazität der
Kunststoffschmelzbahn geformt wird, wobei die Schmelz
bahn die mikroporöse, genarbte, strukturierte, geformte
und/oder mit Oberflächendekoration versehene Form der
Negativtiefziehform annimmt und sofort um mehr als 70 K,
vorzugsweise mehr als 100 K gekühlt oder schockgekühlt
wird.
Nach einer bevorzugten Ausfühungsform wird die Kunst
stoffschmelzbahn frei nach unten hängend durch das
geöffnete, mindestens zweiteilige Werkzeug, von denen
das eine Werkzeugteil die Negativtiefziehform und einen
Rand, Halte-, Abdicht- oder Spannrahmen und/oder ein
Schließteil, das andere Werkzeugteil ein Gegenwerkzeug
und/oder Stempel und einen Rand, Halte-, Abdicht- oder
Spannrahmen und/oder Gegenschließteil enthält, geführt,
wobei die gekühlte Seite der Schmelzbahn der Öffnung
oder Formoberfläche der Negativtiefziehform abgewandt
ist. Die Werkzeugteile oder dessen Ränder, Halte-,
Abdicht- oder Spannrahmen oder Schließteile halten die
Schmelzbahn, spannen diese ein und dichten ab, vorzugs
weise durch Zufahren oder Schließen des Werkzeuges, das
gleichzeitig oder später die im Werkzeug eingeschlossene
Schmelzbahn von der außerhalb des Werkzeuges ange
ordneten Schmelzbahn abtrennt. Die in dem Werkzeug
eingespannte und gehaltene Schmelzenbahn wird unter
Verwendung eines Unterdruckes und/oder durch Bewegung
eines Stempels oder Gegenwerkzeuges zu der Negativtief
ziehform vorgewölbt und nachfolgend in die Negativtief
ziehform eingebracht und negativtiefgezogen.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird ein
Positivstempel oder ein Gegenwerkzeug verwendet, der
bzw. das ganz oder in Teilbereichen der Form, Formober
fläche oder Oberflächenstruktur der Negativtiefziehform
angepaßt ist oder diese in Positivform aufweist. Der
Stempel wird in Richtung der zu verformenden Schmelzbahn
vorgefahren und kühlt diese rückseitig. Auf die endver
formte Schicht werden die Kunststoffschaumpartikel,
vorzugsweise Polyolefinschaumpartikel, aufgebracht und
verformt, versintert und verbunden.
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung wird
ein flächenförmiges Kunststoffextrudat in eine ständig
während des Eingießens unter Vakuum oder Unterdruck
stehende Negativform oder Negativtiefziehform, die vor
dem Eingießen auf eine Temperatur unter 373 K, vorzugs
weise unter 333 K eingestellt ist, eingebracht, wobei
der Extruder, oder Breitschlitzextruder und/oder die
Negativform, vorzugsweise Negativtiefziehform, in
mindestens einer Richtung bewegt werden. Dabei wird die
mittlere Dicke des Extrudates oder des Tiefziehlings in
der Negativ- oder Negativtiefziehform unter 7000 µm,
vorzugsweise unter 3000 µm, eingestellt. Das Extrudat
nimmt dabei die mikroporöse, genarbte, strukturierte,
geformte und/oder mit Oberflächendekoration versehene
Form der Negativform oder der Negativtiefziehform an und
wird sofort um mehr als 80 K, vorzugsweise um mehr als
140 K gekühlt oder schockgekühlt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Verfahrens wird die aus dem Breitschlitzextruder
austretende bahnförmige Schmelze auf einen Rand und/oder
Rahmen der porösen Negativform oder porösen Negativtief
ziehform und/oder Werkzeugs aufgebracht und bedeckt
unter Bewegung des Breitschlitzextruders und/oder der
Negativform oder der Negativtiefziehform die Formober
fläche, wobei vor, während und/oder bei der Berührung
von der Formoberfläche angesaugt und schockgekühlt wird.
Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Verfahrens wird die aus dem Breit
schlitzextruder austretende bahnenförmige Schmelze auf
einen Rand oder Rahmen oder Rand der Formoberfläche
der Negativtiefziehform aufgebracht, unter Bewegung des
Breitschlitzextruders und/oder Negativform oder Nega
tivtiefziehform in mindestens einer Richtung geführt,
wobei das Extrudat eine Negativform auf ihrer Formfläche
bis einschließlich zum Rand oder Rahmen abdeckt, wobei
während und/oder bei der Berührung des Rahmens oder
Randes oder allseitig umlaufenden Randes der Formober
fläche das Extrudat abgedichtet, angesaugt und gekühlt
wird.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
erfolgt die Herstellung des Kunststoffteiles oder
Gegenstandes im Blas- oder Blasformverfahren. Dabei wird
ein schmelzenförmiger Schlauch, vorzugsweise freihän
gend, in die Negativform, vorzugsweise in die senkrecht
angeordnete Negativtiefziehform oder Negativform,
gebracht. Der Schlauch wird in an sich bekannter Weise
an einer oder an zwei oder mehreren Stellen abgequetscht
oder abgetrennt und aufgeblasen, wobei als Gegenform
eine weitere Form oder Negativform, der Verschlußdeckel
oder eine Verschlußplatte Verwendung findet. In den
gebildeten Hohlraum werden die Polyolefinschaumpartikel
injiziert.
Wie bereits erwähnt, wird dabei als Kunststoffolie,
-bahn, -platte, -masse, Blasformling eine ungeschäumte
Polyolefinhomo- oder polyolefinhaltige Schicht oder
Mehrfachschicht verwendet mit einer Schichtdicke von
0,25 bis 2 mm, vorzugsweise 0,5 bis 1,5 mm, die eine
Schaumschicht mit einer Dicke von 0,5 bis 6 mm, vor
zugsweise 1 bis 5 mm und/oder ein Schaumraumgewicht oder
eine Schaumdichte von 25 bis 100 kg pro m2, vorzugsweise
45 bis 80 kg pro m2 aufweist. Auf diese Schaumschicht,
die vorzugsweise durch chemische Treibmittel, physikali
sche Treibmittel oder durch Strahlenvernetzung
hergestellt ist, werden die Polyolefinpartikel aufge
bracht, erhitzt und mit der Folie, Bahn oder Schicht
verbunden.
Da sowohl die verformte Schicht, die verformte Folien
bahn, die Masse oder die Schmelze oder das Schaumlaminat
als auch die Polyolefinpartikel nach der bevorzugten
Ausführungsform auf der Basis von Polyolefinen sind oder
polyolefinhaltig sind oder diese zu mehr als 50 Gew.-%,
vorzugsweise mehr als 65 Gew.-% enthalten, ist das
Formteil oder der Gegenstand gut recyclefähig.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform besteht auch der
für bestimmte Teile verwendete Träger oder die Verstei
fung aus Polyolefinen, so daß auch hier die Wiederver
wendbarkeit oder Recyclefähigkeit gegeben ist.
In den Fig. 1 und 2 sind schematisch in Form einer
Vergrößerung Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Verfahrens und der Vorrichtung dargestellt.
Unter 1 ist die verformte Schicht, die verformte Folie,
Bahn, das Schaumlaminat, die Masse oder Schmelze schema
tisch dargestellt, wobei die vorhandenen Narbungen,
Strukturierungen, Oberflächendekorationen in Form einer
Vergrößerung wiedergegeben sind. An diese verformte
Schicht, Folie, Bahn (1), die vorzugsweise aus Polyole
finen besteht oder polyolefinhaltig ist, sind Polyole
finschaumpartikel, vorzugsweise kugelähnliche Polyole
finschaumpartikel (2) angeordnet. Eine Verformung der
Narbungen, Prägungen oder Strukturierungen der Folie,
Schicht oder Bahn durch die Polyolefinschaumpartikel
kann nicht erfolgen, da diese bevorzugt in der die
Strukturierungen, Narbungen, Prägungen und dgl. aufwei
senden Form, Negativform (3) oder Negativtiefziehform
angeordnet ist. Diese Form, Negativform, Negativtief
ziehform besteht bevorzugt aus einer oberen Schicht (4),
die Metallpartikel, Mikrometallpartikel oder Metall
legierungspartikel enthält, die vorzugsweise im Metall
spritzverfahren oder Flammspritzverfahren aufgebracht
sind. In dieser Schicht sind feinste Poren, Mikroporen
und dgl. (7) angeordnet. Unter der Oberflächenschicht
ist eine Stützschicht angebracht, die aus einer oder
mehreren Schichten bestehen kann und eine Schichtdicke
oder durchschnittliche Schichtdicke von 4 bis 120 mm,
vorzugsweise 8 bis 80 mm, aufweist. Unter (6) ist die
weitere Anordnung einer Stützschicht oder Dichtschicht
vorgesehen.
Claims (16)
1. Verfahren zur Herstellung von Formteilen oder
Gegenständen aus thermoverformbaren Polyolefin
folien, thermoverformbaren polyolefinhaltigen Bahnen
oder Platten oder Polyolefin- oder polyolefinhalti
gen Massen, Blasformlingen oder Schmelzen unter
Verwendung einer Negativform, die die strukturierte
und/oder genarbte Oberfläche und die geformte
Wandung des Formteiles oder Gegenstandes in Negativ
form und eine poröse, mikroporöse oder mit feinsten
Lochungen oder Bohrungen versehene Formoberfläche
aufweist, daß vorzugsweise unter Verwendung einer
Temperaturdifferenz von mehr als 30°C zwischen der
heißen Folie, Bahn, Platte, Masse, dem Blasformling
oder der Schmelze und der kälteren Negativform diese
in die Negativform eingebracht und im Augenblick der
Berührung mit der strukturierten Oberfläche oder
Wandung des Negativwerkzeuges die Oberflächenstruk
tur, Oberflächendekoration, Narbung oder Struktu
rierung und die Form derselben annimmt und nachfol
gend in der Negativform abgekühlt und mit einer
Schaumschicht versehen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Negativform vor, während oder nach dem
Abkühlungsvorgang mit mindestens einem Verschluß
deckel oder einem Verschlußteil abgeschlossen
und/oder abgedichtet wird, daß nach der Endver
formung und der Oberflächenstrukturierung oder
Narbung und vor, während oder nach dem Verschluß der
Negativform Polyolefinpartikel, ausgewählt aus der
Gruppe der kugelähnlichen, polyolefinhaltigen
und/oder offenporigen oder geschlossenporigen
Polyolefinschaum- und/oder -hohlkugeln oder ähnli
chen Polyolefinpartikeln oder polyolefinhaltigen
Partikel in den Zwischenraum zwischen der die
verformte und strukturierte Folie, Bahn oder Platte
enthaltenen Negativform und dem Verschlußdeckel oder
dem Verschlußteil eingebracht und über mindestens
eine Zuleitungsvorrichtung und/oder mehrere Vertei
lungsvorrichtungen ein Heißgas oder Wasserdampf in
den geschlossenen Zwischenraum, der die Polyolefin
partikel enthält, eingeleitet oder durchgeleitet
wird, wobei die Polyolefinpartikel auf ihren Ober
flächen ganz oder teilweise versintern, verschmel
zen, verschweißen oder sich unter Haftverbindungen
verformen und sich dabei gleichzeitig mit der
darüber oder darunter angeordneten verformten
und/oder strukturierten Polyolefinfolie, -bahn,
-platte oder -schicht verbinden, und daß das fertig
verformte und mit einer Schaumschicht versehene
Formteil oder der mit der Schaumschicht versehene
fertige Gegenstand nach oder während der Abkühlung
entformt oder aus der Form entnommen wird.
2. Verfahren zur Herstellung von Formteilen oder
Gegenständen aus thermoverformbaren Polyolefin
folien, thermoverformbaren polyolefinhaltigen Bahnen
oder Platten oder Polyolefin- oder polyolefinhalti
gen Massen, Blasformlingen oder Schmelzen unter
Verwendung einer Negativform, die die strukturierte
und/oder genarbte Oberfläche und die geformte
Wandung des Formteiles oder Gegenstandes in Negativ
form und eine poröse, mikroporöse oder mit feinsten
Lochungen oder Bohrungen versehene Formoberfläche
aufweist, daß vorzugsweise unter Verwendung einer
Temperaturdifferenz von mehr als 30°C zwischen der
heißeren Folie, Bahn oder Platte und der kälteren
Negativtiefziehform abgekühlt wird und mit einer
Schaumschicht versehen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß die Negativtiefziehform vor, während oder nach
dem Abkühlungsvorgang mit mindestens einer zweiten
Form oder einer Verschlußform abgeschlossen und/oder
abgedichtet wird, daß vor oder nach dem Verschluß
der Negativtiefziehform Polyolefinpartikel, ausge
wählt aus der Gruppe der kugelähnlichen, polyolefin
haltigen und/oder offenporigen oder geschlossenpo
rigen Polyolefinschaum- und/oder -hohlkugeln oder
ähnlichen Polyolefinpartikeln oder polyolefinhal
tigen Partikel in den Zwischenraum zwischen der die
verformte und strukturierte Folie, Bahn oder Platte
enthaltenen Negativtiefziehform und der Verschluß
form eingebracht und über mindestens eine Zulei
tungsvorrichtung und/oder mehrere Verteilungsvor
richtungen ein Heißgas oder Wasserdampf in den
geschlossenen Zwischenraum, der die Polyolefinparti
kel enthält, eingeleitet oder durchgeleitet wird,
wobei die Polyolefinpartikel auf ihren Oberflächen
ganz oder teilweise versintern, verschmelzen,
verschweißen oder sich unter Haftverbindungen
verformen und sich dabei gleichzeitig mit der
darüber oder darunter angeordneten verformten
und/oder strukturierten Polyolefinfolie, -bahn,
-platte oder -schicht verbinden, und daß das fertig
verformte und mit einer Schaumschicht versehene
Formteil oder der mit der Schaumschicht versehene
fertige Gegenstand nach oder während der Abkühlung
entformt oder aus der Form entnommen wird.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Heißgas oder der Wasserdampf
in die Form mit einer Temperatur von
105 bis 160°C, vorzugsweise
110 bis 150°C,
eingeleitet wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verschluß
deckel der das Verschlußteil hinsichtlich seines
Profiles und seiner Formgebung in einem Abstand von
der Negativform oder Negativtiefziehform so ange
ordnet ist, daß sie in der Dicke (abzüglich der in
der Negativ- oder Negativtiefziehform eingebrachten
und verformten Schicht, Folie, Bahn), im Profil und
in der Formgebung derjenigen des Fertigteiles oder
Gegenstandes direkt, annähernd oder in Teilbereichen
entspricht.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Form
und/oder an oder in der Nähe des Verschlußdeckels
oder des Verschlußteiles ein Träger und/oder eine
Versteifung oder ein Versteifungskörper angeordnet
oder angebracht wird, wobei ein Träger oder eine
Versteifung oder ein Versteifungskörper verwendet
wird, die mehrere Durchgänge, Öffnungen, Ausnehmun
gen, Poren oder ähnliche Durchtrittsöffnungen für
das Heißgas oder den Wasserdampf aufweist.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Träger
und/oder ein Versteifungskörper eingesetzt wird, der
auf seiner Rückfläche (der Negativform abgewandten
Fläche) in Teilbereichen in Positivform die Form der
Rückfläche des Fertigteiles aufweist.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Verschluß
deckel oder ein Verschlußteil innerhalb des Verfah
rens verwendet wird, die mehrere, vorzugsweise über
die Fläche der Verschlußform verteilte Einleitungs
öffnungen für das Heißgas und/oder den Wasserdampf
aufweist und mindestens eine Ableitungsvorrichtung,
eine Ableitungsöffnung oder ein Ableitungsrohr für
das durchgetretene Heißgas, für Wasserdampf und/oder
für Wasser besitzt.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur
der Rückseite oder Rückfläche der Polyolefinschicht
in der Negativform unmittelbar nach der Verformung
und bei bzw. vor der Einbringung der Polyolefin
partikel auf eine Temperatur von
10 bis 120°C, vorzugsweise
40 bis 90°C,
eingestellt wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Regelung,
Speicherung, Verteilung oder Zuleitung des Heißgases
oder des Wasserdampfes und/oder zur Kühlung der
Rückseite der Abflußform eine an die Abflußform
angeordnete Kammer verwendet wird.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine poröse oder
mikroporöse Formoberfläche enthaltende Negativform
oder Negativtiefziehform mit Vorrichtungen zur
Anlegung eines Unterdruckes oder Vakuums verwendet
wird, das während des Einfüllvorganges oder der
Injektion der Polyolefinpartikel oder
polyolefinhaltigen Partikel oder während einer
Zeitteilperiode des Einfüllvorganges oder der
Injektion, vorzugsweise zu Beginn der Einfüllung der
Polyolefinpartikel, auf das in der Negativform
befindliche strukturierte, genarbte oder dekorierte
und geformte Formteil, das vorzugsweise im Blasver
fahren oder Blasformverfahren, Extrusionsverfahren
oder Extrusionsgußverfahren oder aus Schmelzen,
Schmelzbahnen, Schläuchen oder Formlingen einge
bracht wurde, oder das in der Negativtiefziehform
befindliche strukturierte, genarbte oder dekorierte,
ungeformte Formteil, das aus polyolefinhaltigen oder
polyolefinbestehenden Folien, Bahnen, Platten im
Negativtiefziehverfahren verformt wurde, ein Unter
druck oder Vakuum auf die der Negativtiefziehform
zugewandte strukturierte, genarbte oder dekorierte
Oberflächenschicht ausgeübt wird, so daß das Form
teil in den zahlreichen Poren oder Mikroporen
während des Einfüll- oder Injektionsvorganges in der
Lage gehalten oder fixiert wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß während des
Einfüllvorganges oder der Injektion der Polyolefin
partikel oder der polyolefinhaltigen Partikel
zwischen der kälteren, genarbten, geprägten und/oder
strukturierten Oberflächenschicht des Polyolefin
formteiles oder des polyolefinhaltigen Formteiles
und der heißeren Rückschicht oder Rückseitenfläche
des Polyolefinformteiles oder polyolefinhaltigen
Formteiles ein Temperaturunterschied während der
Dampfdurchleitung
von mehr als 5°, vorzugsweise
von mehr als 10°,
eingestellt wird und nach dem Versintern, Ver
schmelzen, Verschweißen oder unter Haftverbindung
Verformen der Polyolefinpartikel oder polyolefin
haltigen Partikel sowie nach dem Verbinden derselben
mit dem Formteil oder während dieses Vorganges
nachfolgend von der Negativtiefziehform und/oder
Abschlußform eine Abkühlung des Formteiles oder
Gegenstandes um
mehr als 25°C, vorzugsweise
mehr als 40°C,
durchgeführt wird.
12. Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder
Gegenständen, enthaltend eine Negativform oder
Negativtiefziehform, wobei die Negativform oder
Negativtiefziehform mit mindestens einer Zuleitung
und/oder Vorrichtung zur Ausübung eines Druckunter
schiedes, vorzugsweise Vakuum und/oder Unterdruck
ausgestattet ist, und die Negativform oder Negativ
tiefziehform eine zur Aufnahme und Formung der
Folie, Bahn, Platte, Masse, dem Blasformling oder
der Schmelze aufweisende poröse, luftdurchlässige,
vorzugsweise mikroporöse, luftdurchlässige Formober
fläche besitzt, die eine metall-, metallegierungs-,
mikrometallpartikelhaltige Schicht oder Oberfläche
aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die poröse
oder mikroporöse metall- oder metallegierungshaltige
oder mikrometallpartikelhaltige Oberflächenschicht
der Negativform oder Negativtiefziehform im Metall
spritzverfahren hergestellt ist, eine Metallschicht
dicke der Oberflächenschicht von
0,1 bis 10 mm, vorzugsweise
0,3 bis 4 mm,
aufweist, wobei die Poren oder Mikroporen durch die
gesamte Schichtdicke der Metall- oder Metallegie
rungsschicht der Oberflächenschicht verlaufen, daß
danach mindestens eine Stützschicht angeordnet ist,
die gegenüber der Metall-, Metallegierungsschicht
oder mikrometallpartikelhaltige Schicht im Durch
schnitt größere Poren oder Mikroporen aufweist,
wobei die Schichtdicke der Stützschicht
4 bis 120 mm, vorzugsweise
8 bis 80 mm,
beträgt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß an dem Verschlußdeckel oder dem Verschluß
teil oder an mindestens einem Seitenwandteil minde
stens eine Vorrichtung oder eine Zuleitungsvorrich
tung zur Einleitung von Heißgas oder Wasserdampf
und/oder Verteilungsvorrichtungen, Poren, Mikroporen
oder feine Düsen zum Verteilen des Heißgases oder
von Wasserdampf und/oder eine Ableitungsvorrichtung
oder Ableitung von Heißgas, Wasserdampf oder konden
sierten Wasser angeordnet ist bzw. sind.
14. Vorrichtung nach Ansprüchen 12 und 13, dadurch
gekennzeichnet, daß an dem Verschlußdeckel oder dem
Verschlußteil oder an mindestens einem Seitenwand
teil mindestens eine Vorrichtung oder eine Zulei
tungsvorrichtung zur Einleitung der Polyolefin
partikel angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Ver
schlußdeckel oder das Verschlußteil als Form ausge
bildet ist, die eine vorbestimmte Gestalt als
Rückseitenteil des Formteiles oder Gegenstandes
aufweist, das an dem Verschlußdeckel oder Verschluß
teil mindestens eine Kammer für Vorrichtungen zum
Aufheizen und/oder Kühlen, zur Anlegung eines
Überdruckes oder einer Druckdifferenz und/oder für
andere Zusatzvorrichtungen angeordnet ist.
16. Verwendung des Verfahrens nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 11 und/oder der Vorrichtung nach
einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 15 zur
Herstellung von Kraftfahrzeugteilen, Kraftfahrzeug
innenverkleidungen sowie Flugzeuginnenverkleidungen.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4030477A DE4030477C2 (de) | 1990-09-26 | 1990-09-26 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegenständen |
| AT91110132T ATE134334T1 (de) | 1990-09-26 | 1991-06-20 | Verfahren und vorrichtung zur herstellung von formteilen oder gegenständen |
| EP91110132A EP0477476B1 (de) | 1990-09-26 | 1991-06-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegenständen |
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| DE59107423T DE59107423D1 (de) | 1990-09-26 | 1991-06-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegenständen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4030477A DE4030477C2 (de) | 1990-09-26 | 1990-09-26 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegenständen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4030477A1 true DE4030477A1 (de) | 1992-04-02 |
| DE4030477C2 DE4030477C2 (de) | 1999-12-02 |
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ID=6415034
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE4030477A Expired - Lifetime DE4030477C2 (de) | 1990-09-26 | 1990-09-26 | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Formteilen oder Gegenständen |
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