DE4028336A1 - Verfahren und vorrichtung zum messen der unwucht eines rotors, insbesondere kraftfahrzeugrades - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum messen der unwucht eines rotors, insbesondere kraftfahrzeugradesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Messen der Unwucht eines Rotors, insbesondere Kraftfahr
zeugrades, bei dem der Rotor, welcher auf einer Meßspindel
aufgespannt ist, mit Hilfe eines Antriebs in einem Hochlauf
auf Meßdrehzahl gebracht wird, und die Unwucht dann bei ab
geschaltetem Antrieb im Auslauf, unter Verwendung einer
Meßelektronik, die von Meßwertgebern abgegebene Signale aus
wertet, gemessen wird, wobei die Meßwertgeber von der Meß
spindel ausgehende Schwingungen und/oder Kräfte erfassen.
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem derartigen Verfahren
und einer derartigen Vorrichtung während der Unwuchtmessung
störende Einflüsse, die von der Antriebseinrichtung ausgehen,
zu vermeiden.
Diese Aufgabe wird beim erfindungsgemäßen Verfahren dadurch
gelöst, daß vor dem Beginn der Unwuchtmessung, die rotor
abhängig während einer bestimmten Meßzeit im Auslauf durch
geführt wird, der Antrieb von der Meßspindel elektrisch und/
oder mechanisch abgekoppelt wird und während der Meßzeit ab
gekoppelt bleibt.
Auf diese Weise werden störende Schwingungen und Kräfte,
welche von der Antriebseinrichtung in die Meßspindel einge
leitet werden können, vermieden. Bei der Antriebseinrichtung
kann es sich in bekannter Weise um einen Elektromotor mit
einem Getriebe, insbesondere Zahnradgetriebe oder Riementrieb
oder Reibradgetriebe, handeln. Während des Hochlaufs wird die
Meßspindel auf die erforderliche Meßdrehzahl gebracht.
Im Falle der Verwendung eines Elektromotors bei der Antriebs
einrichtung wird der Elektromotor vor Beginn der Unwucht
messung abgeschaltet, so daß der Elektromotor sowohl mecha
nisch als auch elektrisch von der Meßspindel abgekoppelt
ist.
Die Meßzeit während des Auslaufs wird in Abhängigkeit von
der Drehzahl, die der Rotor hat, und von der Anzahl der Um
drehungen, die der Rotor zur Gewinnung ausreichender Meß
daten für die Unwuchtbestimmung ausführen muß, eingestellt.
Die Einstellung der Meßzeit (Meßfenster) erfolgt in aller
Regel rotorabhängig, da schwere Rotoren langsamer drehen und
mithin eine längere Meßzeit benötigen als leichte Rotoren.
In der Figur ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sche
matisch dargestellt. Anhand dieses Ausführungsbeispiels
wird die Erfindung noch näher erläutert.
Bei der in der Figur dargestellten Meßanordnung ist ein
Rotor 1, welcher ein Kraftfahrzeugrad sein kann, auf eine
Meßspindel 2 einer Auswuchtmaschine in bekannter Weise auf
gespannt. Meßwertaufnehmer 3 und 4 erfassen während des
Meßlaufs von der Meßspindel 2 ausgehende Kräfte und/oder
Schwingungen und erzeugen entsprechende elektrische Signale,
die an eine Meßelektronik 9 weitergeleitet werden.
Für den Antrieb der Meßspindel 2 ist eine Antriebseinrich
tung 5 vorgesehen. Diese kann einen Elektromotor und ein
Getriebe, beispielsweise Zahnradgetriebe, oder einen Riemen
trieb aufweisen. Die Antriebskraft wird auf eine Antriebs
welle 11 übertragen, welche an ihrem Ende mit einer Kupp
lungsscheibe 12 einer Schaltkupplung 6 verbunden ist. Eine
zweite Kupplungsscheibe 13 der Schaltkupplung 6 ist mit der
Meßspindel 2 verbunden.
Eine Abtasteinrichtung 8, welche als Impulsgeber ausgebildet
sein kann, tastet die Umdrehungen der Meßspindel 2 ab. Die
Abtasteinrichtung 8 ist mit einer Drehzahlmeßeinrichtung 10
verbunden. Die Drehzahlmeßeinrichtung 10 ermittelt aus den
von der Abtasteinrichtung 8 gelieferten Impulsen in bekannter
Weise die Drehzahl, mit der die Spindel 2 während des Hoch
laufs und während der Meßzeit umläuft.
An die Drehzahlmeßeinrichtung 10 ist eine Zeitbemessungs
einrichtung 7 angeschlossen. Die Zeitbemessungseinrichtung
7 erhält von einer weiteren Abtasteinrichtung 14 ein Signal,
welches die Anzahl der Umdrehungen angibt, die die Meßspindel
während der Meßzeit im Auslauf durchführt. Aus der Drehzahl
10, welche die Spindel 2 beim Hochlauf erhält, sowie aus der
Anzahl der Umdrehungen, welche die Meßspindel 2 während der
Meßzeit (Meßfenster) im Auslauf durchführt, ermittelt die
Zeitbemessungseinrichtung 7 die Meßzeit, während welcher die
Meßelektronik 9 in bekannter Weise die von den Meßwertgebern
3 und 4 gelieferten Meßsignale auswertet. Die Zeitbemessungs
einrichtung 7 kann hierfür eine Dividierschaltung aufweisen.
Der Betrieb der in der Figur gezeigten Meßanordnung ist
folgender.
Durch die Antriebseinrichtung 5 wird über die Antriebswelle
11 und die Schaltkupplung 6, deren Kupplungsscheiben 12
und 13 miteinander in Eingriff stehen, die Meßspindel 2 mit
dem darauf aufgespannten Rotor 1 auf die erforderliche Meß
drehzahl bzw. auf eine Drehzahl darüber gebracht. Diese
Drehzahl wird mit Hilfe der Abtasteinrichtung 8 und der
Drehzahlmeßeinrichtung 10 erfaßt. Wenn die erforderliche
Drehzahl erreicht ist, liefert die Drehzahlmeßeinrichtung 10
an eine Schalteinrichtung 15 ein Schaltsignal, durch welches
die Schalteinrichtung 15 das Ausschalten der Antriebsein
richtung 5, insbesondere des Elektromotors, veranlaßt. Ferner
liefert die Drehzahlmeßeinrichtung 10 an eine weitere Schalt
einrichtung 16 ein Signal, durch welches das Auskuppeln der
beiden Kupplungsscheiben 12 und 13 der Schaltkupplung 6 ver
anlaßt wird. Die Meßspindel 2 und der darauf aufgespannte
Rotor 1 sind dann vom Antrieb 5 mechanisch und elektrisch
abgekuppelt.
Die Drehzahlmeßeinrichtung 10 liefert ferner ein Ausgangs
signal an die Zeitbemessungseinrichtung 7, die ein Einschalt
signal an die Meßelektronik 9 weiterleitet. Mit diesem Ein
schaltsignal beginnt die Meßzeit in der Auslaufphase der
Rotordrehung. Sobald die Meßspindel 2 die erforderlichen
Umdrehungen nach dem Einschalten der Unwuchtmessung ausge
führt hat, liefert die Zeitbemessungseinrichtung 7 an die
Meßelektronik 9 ein Ausschaltsignal, womit die Meßzeit be
endet ist. Gleichzeitig kann die Zeitbemessungseinrichtung 7
ein weiteres Ausgangssignal liefern, durch welches das auto
matische Abbremsen der Spindel 2 und des Rotors 1 veranlaßt
wird. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, daß an die
Schalteinrichtung 16 der Schaltkupplung 6 sowie an die
Schalteinrichtung 15 der Antriebseinrichtung 5 Signale ge
liefert werden, durch die die Kupplungsscheiben 12 und 13 in
Eingriff gebracht werden und für den Elektromotor der An
triebseinrichtung 5 ein Bremsstrom veranlaßt wird.
Bei der Abtasteinrichtung 8 kann es sich um einen Inkremen
talgeber handeln, der eine auf der Meßspindel 2 angeordnete
Markierung 17, die die einzelnen Drehwinkellagen angibt, ab
tastet. Die Abtasteinrichtung 14 kann in der Weise ausgebil
det sein, daß sie eine auf der Meßspindel 2 vorgesehene ein
zelne Markierung 18 abtastet. Derartige Abtasteinrichtungen
werden in bekannter Weise für die Ermittlung der Unwucht
winkellage durch die Meßelektronik 9 in Unwuchtmeßeinrich
tungen ohnehin benötigt, so daß diesbezüglich kein zusätz
licher Aufwand erforderlich ist. Bei der Erfindung erfolgt
jedoch eine zusätzliche Auswertung der von den Abtastein
richtungen 8 und 14 gelieferten Ausgangssignale, die ins
besondere in Impulsform vorliegen, dahingehend, daß in der
Zeitbemessungseinrichtung 7 die Meßzeit, d. h. die Größe des
Meßfensters, während welcher die Unwuchtmessung durch die
Meßwertgeber 3 und 4 und die Meßelektronik 9 durchgeführt
wird, festgelegt wird. Während dieser Meßzeit befinden sich
der Rotor 1 und die Meßspindel 2 im Auslauf und sind, wie
schon erläutert, mechanisch und elektrisch von der Antriebs
einrichtung 5 entkoppelt.
Claims (5)
1. Verfahren zum Messen der Unwucht eines auf einer Meß
spindel aufgespannten Rotors, insbesondere Kraftfahrzeug
rades, bei dem der Rotor mit Hilfe eines Antriebs in einem
Hochlauf auf Meßdrehzahl gebracht wird und die Unwucht dann
bei abgeschaltetem Antrieb im Auslauf gemessen wird, dadurch
gekennzeichnet, daß vor dem Beginn der Unwuchtmessung, die
rotorabhängig während einer bestimmten Meßzeit im Auslauf
des Rotors durchgeführt wird, der Antrieb von der Meßspindel
elektrisch und/oder mechanisch abgekoppelt wird und während
der Meßzeit abgekoppelt bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
im Falle der Verwendung eines Elektromotors als Antrieb, wäh
rend des Hochlaufs der Elektromotor vor Beginn der Unwucht
messung abgeschaltet und/oder mechanisch vom Rotor abgekup
pelt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßzeit in Abhängigkeit von der Drehzahl des Rotors
eingestellt wird, so daß der Rotor die für die Unwuchtmessung
erforderlichen Umdrehungen während der Meßzeit durchführt.
4. Vorrichtung zum Messen der Unwucht eines Rotors mit einer
Meßspindel, auf welcher der Rotor beim Meßlauf aufgespannt
ist, einer Antriebseinrichtung, mit welcher die Spindel für
den Meßlauf angetrieben ist, und einer Meßelektronik, welche
Meßsignale für die Unwuchtmessung auswertet, wobei die Meß
signale von an der Meßspindel angreifenden Meßwertgebern
geliefert sind, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der
Antriebseinrichtung (5) und der Meßspindel (2) eine Schalt
kupplung (6) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Drehzahlmeßeinrichtung (8, 10), welche die Drehzahl der
Meßspindel (2) erfaßt, an eine Zeitbemessungsschaltung (7)
angeschlossen ist, die in Abhängigkeit von den für die Mes
sung der Unwucht erforderlichen Umdrehungen des Rotors (1)
die Meßzeit für die Unwuchtmessung bestimmt, und daß nach
dem Erreichen der Meßdrehzahl die Zeitbemessungsschaltung (7)
und/oder die Drehzahlmeßeinrichtung (8, 10) Ausgangssignale
liefert, welche Schaltsignale für die Antriebseinrichtung
(5), die Schaltkupplung (6) und die Meßelektronik (9) sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904028336 DE4028336A1 (de) | 1990-09-06 | 1990-09-06 | Verfahren und vorrichtung zum messen der unwucht eines rotors, insbesondere kraftfahrzeugrades |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904028336 DE4028336A1 (de) | 1990-09-06 | 1990-09-06 | Verfahren und vorrichtung zum messen der unwucht eines rotors, insbesondere kraftfahrzeugrades |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4028336A1 true DE4028336A1 (de) | 1992-03-19 |
| DE4028336C2 DE4028336C2 (de) | 1992-11-12 |
Family
ID=6413756
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904028336 Granted DE4028336A1 (de) | 1990-09-06 | 1990-09-06 | Verfahren und vorrichtung zum messen der unwucht eines rotors, insbesondere kraftfahrzeugrades |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4028336A1 (de) |
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