DE4023871A1 - Vorrichtung zum abfuehren von kondensat aus einem mit dampf beheizten trockenzylinder - Google Patents
Vorrichtung zum abfuehren von kondensat aus einem mit dampf beheizten trockenzylinderInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Abführen von Kon
densat aus einem mit Dampf beheizten Trockenzylinder, im ein
zelnen mit den Merkmalen, die im Oberbegriff des Patentan
spruchs 1 angegeben sind. Trockenzylinder dieser Art dienen be
vorzugt in Papiermaschinen zum Trocknen einer soeben herge
stellten Papierbahn.
In Fachkreisen wird eine derartige Vorrichtung zum Kondensat-
Abführen kurz als "rotierender Siphon" bezeichnet. Diese Bauart
hat den Vorzug, daß keine Relativbewegung zwischen dem umlau
fenden Trockenzylinder und dem Kondensatsaugrohr stattfindet,
weil das Kondensatsaugrohr starr im Trockenzylinder befestigt
ist, so daß beide gemeinsam rotieren. (Eine andere bekannte
Siphonbauart ist der feststehende Siphon, welcher an der Rota
tionsbewegung des Trockenzylinders nicht teilnimmt.)
Bei normalen Trockenzylindern (DE-OS 35 35 315=
US-PS 47 18 177) hat der Zylindermantel eine glatte Innenwand,
an dem sich das abzuführende Kondensat (bei höherer Maschinen
geschwindigkeit als Ring) sammelt. Es ist meist nur ein einzi
ges Kondensatsaugrohr vorhanden mit einem z. B. glocken- oder
tellerförmigen Saugmundstück.
Bei Glätt- oder Kreppzylindern (DE-OS 29 48 203=
US-PS 43 59 829), deren Durchmesser das 2- bis 4-fache des
Durchmessers eines normalen Trockenzylinders beträgt, ist die
Innenseite des Zylindermantels mit Umfangsrillen versehen, in
denen sich das abzuführende Kondensat sammelt. Es ist deshalb
wenigstens ein ungefähr parallel zur Zylinderachse verlaufendes
und mit dem Zylinder umlaufendes Kondensatsammelrohr vorhanden,
an das zahlreiche in die Rillen eintauchende radiale Siphon
röhrchen angeschlossen sind. In diesem Fall ragt das Kondensat
saugrohr in das Innere des Kondensatsammelrohres hinein, um das
Kondensat daraus abzusaugen.
In allen Fällen erfolgt das Abführen des Kondensats dadurch,
daß im Inneren des Trockenzylinders ein höherer Dampf-Druck
eingestellt wird als in dem Kondensatsaugrohr (gegebenenfalls
einschließlich dem Saugmundstück). Aufgrund dieses "Differenz
druckes" strömt ständig ein Teil des zugeführten Dampfes durch
den rotierenden Siphon nach außen ab, wobei der Dampf sich mit
einer gewissen Menge des Kondensates mischt und dieses nach
außen transportiert.
Bei den normalen Trockenzylindern ist es auch bekannt, eine zu
sätzliche Dampfblasleitung vorzusehen, die vom Zylinderraum
ausgeht und im Bereich der Saugöffnung des Kondensatsaugrohres
mündet. Hierdurch kann eine erhöhte Transportwirkung auf das
Kondensat ausgeübt werden. Insbesondere kann mit Hilfe einer
solchen zusätzlichen Dampfblasleitung erreicht werden, daß das
Abführen des Kondensates auch dann sichergestellt wird (oder
wieder in Gang gesetzt wird), wenn sich aufgrund irgendeiner
Störung oder bei einem vorübergehenden Stillstand des Trocken
zylinders übermäßig viel Kondensat angesammelt hat. In diesem
Fall kann die Saugöffnung des Kondensatsaugrohres zumindest
vorübergehend durch das Kondensat überflutet sein, so daß der
normale Kondensat-Transport aussetzt; d. h. vorübergehend findet
die Kondensat-Abfuhr nur noch durch denjenigen Dampf statt,
welcher durch die zusätzliche Dampfblasleitung dem Kondensat
saugrohr zugeführt wird.
Es ist bekannt, als zusätzliche Dampfblasleitung einfach eine
die Wandung des Kondensatsaugrohres durchdringende Bohrung vor
zusehen (US-PS 29 93 282). Eine solche Bohrung muß jedoch in
relativ kleinem Abstand von der Saugöffnung des Kondensatsaug
rohres angeordnet werden, so daß bisweilen die Gefahr besteht,
daß auch die Bohrung überflutet wird. Dieser Nachteil wird ver
mieden bei der bekannten Ausbildung der Dampfblasleitung gemäß
der schon genannten US-PS 47 18 177. Dort verläuft die zusätz
liche Dampfblasleitung von der Seite her in das Innere des
Saugmundstückes hinein und erstreckt sich dann entlang der In
nenfläche des Zylindermantels durch das Saugmundstück hindurch.
Obwohl bei dieser bekannten Konstruktion die gewünschte Wirkung
durchaus erzielbar ist, besteht der Wunsch nach einer weiteren
Verbesserung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die bekannte Konden
sat-Abführvorrichtung dahingehend zu verbessern, daß der durch
die zusätzliche Dampfblasleitung hervorgerufene Dampfverbrauch
verringert und dennoch eine möglichst hohe Transportwirkung auf
das zu entfernende Kondensat ausgeübt wird. Diese Aufgabe wird
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Da
nach wird gemäß der Erfindung die zusätzliche Dampfblasleitung
durch Anordnung eines das Kondensatsaugrohr umhüllenden Außen
rohres gebildet, das zusammen mit dem Kondensatsaugrohr einen
Ringkanal bildet. Dieser Ringkanal endet in möglichst kurzem
Abstand von der Innenfläche des Zylindermantels. Von hier wird
der zusätzliche Dampf dem Inneren des Kondensatsaugrohres zuge
führt, und zwar möglichst gleichmäßig über den Umfang des Kon
densatsaugrohres. Es wird also eine "rotationssymmetrische" Zu
führung des zusätzlichen Dampfes in das Innere des Kondensat
saugrohres bewirkt. Hierdurch erzielt man - verglichen mit den
oben beschriebenen bekannten Anordnungen - eine wesentlich ver
besserte Transportwirkung auf das Kondensat. Mit anderen Wor
ten: Die Wirtschaftlichkeit des Kondensattransportes wird be
deutend erhöht. Denn man kann in der zusätzlichen Dampfblaslei
tung relativ kleine Strömungsquerschnitte vorsehen, so daß die
durchströmende Dampfmenge relativ klein ist.
Zwar ist eine "rotationssymmetrische" Zuführung des zusätz
lichen Dampfes in das Kondensatsaugrohr schon bekannt aus der
DE-PS 24 13 271, jedoch mit Hilfe einer koaxial innerhalb des
Kondensatsaugrohres angeordneten Dampfblasleitung. Diese muß
sich deshalb, ausgehend vom Bereich der Saugöffnung des Konden
satsaugrohres bis über die Drehachse des Trockenzylinders hin
aus erstrecken, wo sie durch die Wand des Kondensatsaugrohrs
hindurch in das Innere des Trockenzylinders verläuft. Da außer
dem im Inneren des Saugmundstückes des Kondensatsaugrohres eine
Umlenkeinrichtung für den zugeführten Dampf vorgesehen werden
muß, ist diese bekannte Konstruktion verhältnismäßig kostspie
lig; sie hat auch den Nachteil, daß die im Kondensatsaugrohr
notwendigen Einbauten relativ hohe Strömungswiderstände verur
sachen (d. h. sie verlangsamen die Kondensatströmung, so daß der
Differenzdruck erhöht werden muß und somit der Dampfverbrauch
ansteigt). Außerdem ist es sehr schwierig oder gar unmöglich,
ein vorhandenes Kondensatsaugrohr nachträglich mit der Dampf
blasleitung auszurüsten.
Demgegenüber ist es bei der erfindungsgemäßen Bauweise möglich,
mit außerordentlich geringem Aufwand das genannte Außenrohr
nachträglich an das Kondensatsaugrohr oder an dessen Saugmund
stück anzubringen und den so entstehenden Ringkanal über einen
Kranz von Kanälen, die in möglichst geringem Abstand vom Zylin
dermantel angeordnet werden, mit dem Inneren des Kondensatsaug
rohres zu verbinden.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Bauweise besteht
darin, daß sie auch ohne jegliche Schwierigkeiten bei (innen
glatten oder gerillten) Glätt- oder Kreppzylindern anwendbar
ist, bei denen sich wenigstens ein Kondensatsaugrohr in ein zur
Zylinderachse paralleles Kondensatsammelrohr hinein erstreckt.
Die erfindungsgemäße, als Ringkanal ausgebildete Dampfblaslei
tung kann vorteilhaft kombiniert werden mit einer (im Inneren
des Kondensatsaugrohres oder des Saugmundstückes angeordneten)
Einrichtung zur Erzeugung eines Dralles in der Kondensatströ
mung (gemäß DE 38 01 815 = US 49 24 603).
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand
der Zeichnung beschrieben.
Die Fig. 1 zeigt einen Glätt- oder Kreppzylinder (auch
Yankee-Zylinder genannt) im Längsschnitt.
Die Fig. 2 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt aus der Fig. 1.
Die Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch ein Kondensatsaugrohr
eines normalen Trockenzylinders.
Die Fig. 4 zeigt einen Querschnitt nach Linie IV-IV der Fig. 3.
In Fig. 1 erkennt man einen Zylindermantel 1, der mittels
zweier Deckel 2 von einer Hohlwelle 3 getragen ist. Nahe der
Innenwand des Zylindermantels 1 erstrecken sich zwei Kondensat
sammelrohre 4 parallel zur Zylinderdrehachse und im wesent
lichen über die gesamte Länge des Zylindermantels 1. Jedes der
Kondensatsammelrohre 4 ist über ein radiales Kondensatsaugrohr
7 mit einer koaxial zur Hohlwelle 3 angeordneten Entleerleitung
8 verbunden.
Wie man aus Fig. 2 erkennt, ist die Innenseite des Zylinderman
tels 1 mit zahlreichen Umfangsrillen 5 versehen. In diese Um
fangsrillen 5 ragen Siphonröhrchen 6, die in das Innere des
Kondensatsammelrohres 4 münden. Hierdurch gelangt in bekannter
Weise das sich in den Rillen 5 ansammelnde Kondensat durch die
Siphonröhrchen 6 in das Kondensatsammelrohr 4 und von dort über
das Kondensatsaugrohr 7 in das Entleerrohr 8. Dieser Kondensat
transport wird in erster Linie dadurch bewirkt, daß von dem
(hauptsächlich zur Wärmezufuhr an den Zylindermantel dienenden)
Dampf ein Teil zusammen mit dem Kondensat auf dem soeben be
schriebenen Weg nach außen abgeführt wird.
Gelegentlich kann es vorkommen, daß wenigstens ein Teil der
Rillen 5 sich so weit mit Kondensat füllt, daß der Einlaß der
Siphonröhrchen 6 überflutet ist. Dies hat zur Folge, daß kein
Dampf mehr über die Siphonröhrchen 6 in das Kondensatsammelrohr
4 strömen kann. Die Folge ist, daß weniger Kondensat nach außen
abgeführt wird als laufend neu an der Innenseite des Zylinder
mantels 1 entsteht. Dies könnte zur Folge haben, daß sich die
Kondensatsammelrohre 4 allmählich ebenfalls mit Kondensat fül
len. Um dies zu vermeiden und damit ein Wieder-Ansteigen der
abgeführten Kondensatmenge erzielt wird, ist folgendes vorgese
hen: Um den radial äußeren Bereich des Kondensatsaugrohres 7,
also insbesondere auch um sein radial äußeres Ende ist ein ko
axiales Außenrohr 14 angeordnet. Dieses ist vorzugsweise im Be
reich der Saugöffnung des Kondensatsaugrohres 7 mit diesem be
festigt. Es erstreckt sich zusammen mit dem Kondensatsaugrohr 7
durch einen Dichtungsträger 12 (mit Dichtung 13) hindurch in
Richtung zur Zylinderdrehachse. Das Außenrohr 14 ist an seinem
(bezüglich der Zylinderdrehachse) radial inneren Ende offen, so
daß zwischen den beiden Rohren 7 und 14 ein zum Zylinder-Innen
raum offener Ringkanal 19 vorhanden ist. Dieser ist an seinem
radial äußeren Ende, also möglichst nahe am Zylindermantel 1,
über mehrere Öffnungen 15 mit dem Inneren des Kondensatsaug
rohres 7 verbunden. Der Ringkanal 19 und die Öffnungen 15 bil
den somit eine Dampfblasleitung. Der auf diesem Wege zugeführte
Dampf übt auch dann auf das Kondensat eine Transportwirkung
aus, wenn die Saugöffnung des Kondensatsaugrohres 7 einmal
überflutet sein sollte. Das gleiche Konstruktionsprinzip ist
auch bei Yankee-Zylindern mit glatter Innenseite des Zylinder
mantels anwendbar.
Gemäß Fig. 2 liegt die Saugöffnung des Kondensatsaugrohres 7
ungefähr in der Mitte des Querschnittes des Kondensatsammel
rohres 4. Abweichend hiervon kann man die beiden Rohre 7 und 14
verlängern, so daß die Saugöffnung in Richtung zum Zylinderman
tel 1 verschoben wird.
Gemäß Fig. 1 ist an den Kondensatsaugrohren 7 eine Wärme-Iso
lierung 9 vorgesehen. Diese ist gemäß Fig. 2 als ein Außenrohr
10 ausgebildet, das zusammen mit dem Kondensatsaugrohr 7 einen
Ringraum 11 begrenzt, der z. B. mit einem wärmeisolierenden Gas
gefüllt sein kann.
Die Fig. 3 und 4 zeigen ein Kondensatsaugrohr 7′ mit einem
Saugmundstück 7a, dessen Saugöffnung an die glatte Innenwand
eines normalen Trockenzylindermantels 1′ angepaßt ist. An der
Verbindungsstelle zwischen dem Kondensatsaugrohr 7′ und dem
Saugmundstück 7a ist an das Saugmundstück ein Außenrohr 14′ be
festigt, das zusammen mit dem Kondensatsaugrohr 7′ einen Ring
raum 19′ begrenzt. Dieser ist wie in Fig. 2 zur Zylinderdreh
achse hin offen. Mehrere zur Rohrachse parallele Bohrungen 15′
verbinden den Ringkanal 19′ über einen ringförmigen Einstich 18
mit dem Inneren des Kondensatsaugrohres 7′. Hierdurch wird wie
derum bewirkt, daß zusätzlicher Transport-Dampf über den Ring
kanal 19′ in das Innere des Kondensatsaugrohres 7′ einströmen
kann, und zwar in einem möglichst geringen Abstand von der In
nenfläche des Zylindermantels 1′.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Abführen von Kondensat aus einem mit Dampf
beheizten, drehbaren Trockenzylinder (1-3), insbesondere
für eine Papiermaschine, mit den folgenden Merkmalen:
- a) ein mit dem Trockenzylinder (1-3) rotierendes Konden satsaugrohr (7) erstreckt sich vom Bereich der Drehach se des Trockenzylinders in Richtung zur Innenfläche des Zylindermantels (1) und hat dort eine Saugöffnung (zur Aufnahme von Kondensat vermischt mit Dampf);
- b) im Bereich der Saugöffnung mündet eine vom Zylinderin nenraum ausgehende Dampfblasleitung (19) in das Innere des Kondensatsaugrohres (7);
- c) dadurch gekennzeichnet, daß die Dampfblasleitung (19) als ein Ringkanal (19) ausgebildet ist, der begrenzt ist durch den (bezüglich der Zylinderachse) radial äußeren Bereich des Kondensatsaugrohres (7) und durch ein das Kondensatsaugrohr umhüllendes Außenrohr (14).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,daß das
Außenrohr (14) nur im Bereich der Saugöffnung am Kondensat
saugrohr (7) befestigt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 für einen Glätt- oder
Kreppzylinder (1-3) mit wenigstens einem Kondensatsammel
rohr (4), das sich ungefähr parallel zur Zylinderachse ent
lang der Innenseite des Zylindermantels (1) erstreckt, da
durch gekennzeichnet, daß das Außenrohr (14) zusammen mit
dem Kondensatsaugrohr (7) in das Innere des Kondensatsam
melrohres (4) hineinragt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Innenseite des Zylindermantels (1) - wie an sich be
kannt - mit Umfangsrillen (5) versehen ist und daß am Kon
densatsammelrohr (4) zahlreiche in die Rillen eintauchende
Siphonröhrchen (6) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, mit einem Saugmundstück
(7a), das am radial äußeren Ende des Kondensatsaugrohres
(7′) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Außen
rohr (14′) am Saugmundstück (7a) befestigt ist, und daß das
Saugmundstück wenigstens eine Leitungsverbindung (15′) vom
Ringkanal (19′) zum Inneren des Kondensatsaugrohres (7′)
bildet.
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