DE4015135A1 - Kontaktanordnung fuer vakuumschaltroehren - Google Patents
Kontaktanordnung fuer vakuumschaltroehrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kontaktanordnung gemäß Ober
begriff des Anspruches 1.
Derartige Kontaktanordnungen für Vakuumschaltröhren sind
bereits bekannt, insbesondere aus der DE-OS 34 11 784.
Um eine Stauchung der Zylinderwand durch den Kontakt
druck zu verhindern, hat man dort eine Stütze in Form
eines Kreiszylinders bzw. eines hohlen Kegelstumpfes im
Inneren des Topfkontaktstückes - an dessen Zylinderwand
anliegend - plaziert. Eine solche Konstruktion erfordert
eine aufwendige Herstellung und ergibt Probleme wegen
der unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der Mate
rialien. Schließlich wird durch die relativ massive
Stütze ein nicht unerheblicher Stromanteil geführt wer
den, der den Stegen zur Bildung eines Magnetfeldes ent
zogen wird.
Bei der Kontaktanordnung der DE-OS 29 47 562 hat man ei
ne Stütze in Form eines zylindrischen Ringes in eine um
laufende Stirnnut der Kontaktträgerwand eingesetzt. Um
eine Stromführung durch die Stütze zu unterbinden, soll
diese gegenüber der Trägerwand isoliert sein, was einen
zusätzlichen Aufwand darstellt.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Stütze zu
schaffen, die sich einfach herstellen und montieren
läßt, hohe Kontaktdrücke zu übertragen in der Lage ist
und dennoch nur mit geringem Querschnitt auskommt.
Die Lösung gelingt mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruches 1.
Die überwiegend in den Bohrungen verlaufenden Stifte
sind in Axialrichtung des Kontaktstückes mit einer er
heblichen Flächenpressung belastbar. Die Bohrung läßt
sich leicht herstellen und am Sacklochboden erhält der
Stift einen sicheren Anschlag zur Übertragung von Axial
kräften. In den dem Sackloch jeweils gegenüberliegenden
Stegteilen mit einer Durchgangsbohrung kann der Stift,
sofern er aus einem metallischen oder metallisiertem ke
ramischen Werkstoff besteht, einfach durch Lötung fest
gesetzt werden.
Ist die Bohrung von der Stirnseite aus in die Zylinder
wand eingebracht, so wird der Stift zweckmäßigerweise
bis zur Stirnseite geführt. Er liegt dann an dem auf die
Stirnwand aufgesetzten Kontaktelement an und braucht
nicht weiter im angrenzenden Stegteil befestigt sein.
Für diese Anordnung eignen sich besonders Stifte aus Ke
ramik bzw. Keramikverbundmaterial, die dann für eine Lö
tung nicht besonders präpariert zu werden brauchen.
Bei Verwendung von Stahlstiften wird die ohnehin zwi
schen dem Kontaktelement sowie der Stirn der Zylinder
wand eingelegte Lötfolie für ein Mitverlöten im angren
zenden Stegteil Sorge tragen.
Soll der Stift (bei entsprechender Steigung der Schlit
ze) mehrere Schlitze überbrücken, so stellt dies kein
Problem dar.
Bei entsprechender Länge der Schlitze können pro
Schlitzlänge zwei oder mehrere Stifte erforderlich wer
den. Wesentlich dabei ist, daß ein Stift in der Nähe des
Schlitzbeginnes an der Stirnseite der Zylinderwand pla
ziert wird, da dieser Bereich für eine axiale Stauchung
am empfindlichsten ist. Bei Verwendung von Keramikstif
ten empfiehlt es sich, nur solche mit einer erhöhten
Bruchzähigkeit einzusetzen. Diese sind in der Regel aus
Keramikverbundwerkstoffen entsprechend den Unteransprü
chen 8 und 9 gefertigt.
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Kontaktanordnung mit zwei Topfkontakt
stücken in Einschaltstellung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf ein Topfkontaktstück bei
abgenommenem Kontaktelement.
Die Topfkontaktstücke 11 bzw. 12 bestehen im wesentli
chen aus dem Topfboden 13, 14, in dem die Stromzuleitun
gen 15, 16 eingesetzt sind. Am Topfboden sind jeweils
die als Kontaktträger fungierenden Zylinderwände 17, 18
angeformt. Auf deren Stirnseite 19 sind Kontaktelemente
20, 21 in Form von Scheiben bzw. Ringscheiben aufge
setzt. Deren Material unterscheidet sich von dem der Zy
linderwände, da es dem Schaltlichtbogen unmittelbar aus
gesetzt ist. Es besitzt daher bezüglich Abreißstrom,
Kontaktwiderstand, Schweißneigung und Abbrand günstige
Eigenschaften. Die übrigen Teile der Kontaktanordnung
bestehen in der Regel aus hochentgastem Kupferwerkstoff.
In die Zylinderwände 17, 18 sind Schlitze 22 einge
bracht, die an der Stirnseite 19 beginnen und bis in den
Topfboden 13, 14 bzw. dessen Nähe geführt sind. Sie sind
zur Rotationsachse 23 der Kontaktanordnung bzw. der Kon
taktstücke geneigt. Dadurch entstehen Stege 24, 25 für
den Stromfluß, der immer eine gegenüber der Rotations
achse 23 geneigte Richtungskomponente enthält. Bei dem
dargestellten Verlauf der Stege in den sich gegenüber
stehenden Topfkontaktstücken 11, 12 wird ein zwischen
den Kontaktelementen entstehender Lichtbogen eine Strom
schleife bilden, deren magnetische Kraft den Lichtbogen
zwischen den Kontaktelementen rotieren läßt.
Die Anzahl der Stege sowie deren Neigung zur Rotations
achse ist beliebig wählbar. Beim Einschalten werden sie
mit sehr großen mechanischen Kräften in axialer Richtung
belastet. Diese Kräfte bewirken neben einer Stauchung
auch eine gewisse Verbiegung der einzelnen Stege zu ih
rer über den Topfboden überhängenden Seite hin. Dabei
verkürzen sich die Zylinderwände 17, 18 in axialer Rich
tung und die Stege schließen sich kurz. Zur Verhinderung
dieser schädlichen Auswirkungen ist in die Zylinderwan
dungen 17, 18 jeweils pro Schlitz 22 eine Bohrung 26,
also insgesamt vier Bohrungen, eingebracht. Sie werden
von den Stirnseiten 19 aus in die Zylinderwandungen nie
dergebracht, derart, daß der der Stirn 19 nahegelegene
Stegteil durchbohrt und der darunter liegende, jenseits
des Schlitzes 22 gelegene Stegteil mit einem Sackloch
versehen ist. Zwischen dem Sackloch und dem Topfboden
13, 14 sollte sich in axialer Richtung kein Schlitz mehr
befinden. Das Sackloch kann auch im Topfboden selbst en
den.
Die Bohrungen befinden sich im allgemeinen auf einem
mittleren Kreisdurchmesser der Zylinderwandung (siehe
Fig. 2).
In die Bohrungen sind zylindrische Stifte 27 eingesetzt.
Sie durchdringen jeweils den bzw. die Stegteile, die
zwischen der Stirn 19 sowie dem Stegteil mit dem Sack
loch sich befinden und reichen bis zum Grund des Sacklo
ches. Sie schließen andererseits mit der Stirn 19 der
Zylinderwände bündig ab. Nach Auflötung der Kontaktele
mente 20, 21 auf die Stirn 19 sind die Stifte 27 gegen
Herausfallen gesichert und fest fixiert. Diese Art der
Plazierung hat den Vorteil, daß die Stifte nicht unbe
dingt eine Lötverbindung eingehen müssen, d. h., es kann
auf eine Metallisierung bei Verwendung von Keramikstif
ten verzichtet werden.
Gleichwohl kann es zweckmäßig sein, die Stifte auf jeden
Fall in dem stirnnahen Stegteil mit einzulöten. Dies hat
den Vorteil, daß Bohrungs- und Stiftlänge mit größeren
Toleranzen wählbar sind. Wesentlich ist, daß die Stifte
die Kontaktkraft übertragen und unzulässige Stauchungen
bzw. Verbiegungen der Stege verhindern.
Für größere Kontaktstückdurchmesser können bei entspre
chend langen Stegen pro Schlitz auch zwei Stifte einge
setzt werden. Dabei ist in jedem Falle ein Stift in der
Nähe des Schlitzanfanges zu plazieren. Der andere kann
in der Nähe des Schlitzendes eingesetzt werden.
Als metallischer Werkstoff für die Stifte bietet sich
Edelstahl mit ausreichend geringer elektrischer Leitfä
higkeit an. Dieser Werkstoff ist lötfähig, und der Stift
wird ohne weitere Maßnahmen in die Lötverbindung der
Kontaktelemente 20, 21 mit der entsprechenden Zylinder
wand mit einbezogen. Der durch die in die Stege einge
brachten metallischen Stifte entstehende Leitungsneben
schluß ist aufgrund der geringen elektrischen Leitfä
higkeit des metallischen Werkstoffes in bezug auf die
Funktion des Kontaktes ohne Bedeutung und somit vernach
lässigbar. Metallische Werkstoffe, z. B. Edelstahl, ha
ben gegenüber den keramischen Werkstoffen den Vorteil,
daß sie kostengünstiger sind und bei mechanischer Über
belastung nicht brechen.
Bei Verwendung von keramischen Werkstoffen für die Stif
te sollte insbesondere auf Keramikverbundwerkstoffe mit
einer hohen Bruchzähigkeit zurückgegriffen werden. Kera
mische Werkstoffe können durch Einlagerung von Verstär
kungskomponenten wie Y2O3 (Yttriumoxyd), TiC (Titancar
bid), TiN (Titannitrid), ZrO2 (Zirkonoxyd) zu Verbund
werkstoffen ertüchtigt werden. Als besonders geeignetes
Material hat sich Al2O3 mit dispers eingelagerten SiC
(Siliciumcarbid)-Fasern aufgrund seiner besonders hohen
Bruchzähigkeit herausgestellt.
Keramische Werkstoffe haben gegenüber metallischen Werk
stoffen den Vorteil, daß sie, zumindest im jüngfräuli
chen Zustand, zwischen den einzelnen Stegen keinen Ne
benschluß erzeugen.
Claims (9)
1. Kontaktanordnung für elektrische Vakuumschalt
röhren, mit koaxial zueinander angeordneten Topfkontakt
stücken, deren an den Topfboden sich anschließende, als
Kontaktträger fungierende Zylinderwand durch zur Rotati
onsachse des Kontaktstückes schräg verlaufende Schlitze
in Stege (Strompfade) aufgeteilt und die Stirn der Zy
linderwand mit einem scheiben- bzw. ringförmigen Kon
taktelement abgedeckt ist und daß die Schlitze mittels
einer, gegenüber dem Kontaktträger schlechter leitenden
Stütze überbrückt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stütze von mindestens einem zylindrischen Stift (27) ge
bildet ist, der in eine annähernd parallel zur Rotati
onsachse (23) des Kontaktstückes (11, 12) sich erstrec
kenden Bohrung (26) der Zylinderwand (17, 18) eingesetzt
ist, wobei der Stift (27) - in Einschieberichtung gese
hen - in dem jenseits der bzw. des Schlitzes (22) gele
genen Stegteil in ein Sackloch eingreift und in dem dem
Sackloch in axialer Richtung gegenüberliegenden Steg
teil, in das er zuerst eingreift - den bzw. die Schlitze
mechanisch überbrückend - festgesetzt ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß der Stift von der Stirnseite (19) der Zylinder
wand (17, 18) aus eingesetzt und das Sackloch sich in
einem topfbodennahen Stegteil befindet.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Stift (27) bündig mit der Stinrseite (19)
der Zylinderwand (17, 18) abschließt.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß der Stift (27) in dem Steg
teil, in dem er zuerst eingreift, durch Lötung festge
setzt ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß zwei oder mehrere Stifte (27)
pro Schlitzlänge eingesetzt sind, von denen einer in un
mittelbarer Nähe des Schlitzanfanges an der Stirnseite
(19) der Zylinderwand (17, 18) plaziert ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß ein Edelstahlstift verwendet
ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß ein Stift (27) aus Keramik
verwendet ist.
8. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß der Stift (27) aus einem Keramikverbundwerk
stoff besteht, wobei in die Keramik Verstärkungskompo
nenten wie Y2O3, TiC, TiN, ZrO2 eingelagert sind.
9. Anordnung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß in das Material des Keramikstiftes SiC-Fasern
eingelagert sind.
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