DE4014192C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine mobile Start- und Lenkanlage für Flugkörper,
die auf einem Lastkraftwagen als Trägerfahrzeug angeordnet ist gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Mobile Start- und Lenkanlagen für Flugkörper sind in verschiedenen Ausführungsformen
bekannt. So werden in der Zeitschrlft "Wehrtechnik
- wt 7/86 -" auf den Seiten 90 bis 96 zahlreiche Konfigurationen solcher
Anlagen beschrieben und im Bild gezeigt, wie sie von dem THOMSON-CSF-Kon
zern entwickelt worden sind. In allen Fällen handelt es sich um auf gepanzerten
Fahrzeugen oder auf gesonderten Lafetten montierte Flugabwehrraketen-Batterien.
In einem Ausführungsbeispiel wird auch eine auf der Laderampe
eines Kraftfahrzeuges montierte offene Werferausführungsform gezeigt.
Alle diese Ausführungsformen sind entweder ganz spezielle Systeme
mit großem Aufwand oder es handelt sich um Hilfssysteme, die zwar schnell
an den Einsatzort gebracht werden können, dort aber frei und relativ ungeschützt
im Einsatz stehen.
Durch die DE-OS 23 56 463 ist eine fahrbare Raketenwerferlafette bekannt,
die am Einsatzort abgesetzt und verankert wird. Auch hier ist der Konstruktions-,
Gewichts- und Transportaufwand sehr hoch.
Durch die DE 35 18 551 A1 ist eine Kampfplattform bekannt, die mit einer
sogenannten Elevationsanlage verbunden ist, welche aus einem mehrschübigen,
nach oben schwenkbaren Teleskoparm besteht, wobei dieser Arm
wiederum verbunden ist mit einer absetzbaren, am Fahrzeug befestigten Palette,
welche um die senkrechte Achse eines drehbaren Mastes angeordnet
ist. Abgesehen von den zahlreich erforderlichen Meß-, Schwenk-, Richt-,
Justier- und Koordinierungsvorrichtung, benötigt diese Anlage ein sehr
großes Bauvolumen und erfordert für Montage und Demontage - soweit dies
möglich ist - einen hohen Aufwand, insbesondere auch in zeitlicher Hinsicht.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Flugkörper-Waffensystem
der eingangs genannten Art zu schaffen, das durch eine schnelle
Verladbarkeit seiner Komponenten komplett selbständig agieren kann und
Stellungswechsel in kürzester Zeit erlaubt.
Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 aufgezeigten Maßnahmen gelöst.
Im Unteranspruch ist eine Ausgestaltung und Weiterbildung angegeben
und in der nachfolgenden Beschreibung ist ein Ausführungsbeispiel erläutert
und in den Figuren der Zeichnung dargestellt. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles der mobilen Start-
und Lenkanlage in Transportsellung,
Fig. 1a eine Rückansicht gemäß Fig. 1 in Pfeilrichtung A,
Fig. 1b eine Draufsicht gemäß Fig. 1,
Fig. 2 einen Teilschnitt durch eine Befestigungseinrichtung der Lenkan
lage auf dem Zwischenrahmen,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels gemäß Fig. 1 in Ope
rationsstellung,
Fig. 3a eine Rückansicht gemäß Fig. 3 in Pfeilrichtung A,
Fig. 3b eine Draufsicht gemäß Fig. 3,
Fig. 4 eine Seitenansicht innen von der Lenkanlage gemäß Fig. 1 und 3,
Fig. 4a eine Innenansicht in Pfeilrichtung B gemäß Fig. 4,
Fig. 4b eine Innenansicht in Pfeilrichtung C gemäß Fig. 4.
Das in den Fig. 1 bis 1b gezeigte Ausführungsbeispiel einer mobilen
Start- und Lenkanlage 11, 12 setzt sich aus nachfolgend aufgeführten Bauein
heiten zusammen. Auf einem Geländefahrzeug bekannter Konzeption 10 sind
die als kofferartige Baueinheiten ausgebildeten Start- 11 und Lenkanla
gen 12 mit einem Zwischenrahmen 13 kraftschlüssig durch eine einfache
Schraubverbindung 15 befestigt. Der Formschluß der Anlagen mit dem Fahr
zeug-Chassis 14 wird durch einstellbare Zentrierbolzen 16 erreicht.
Aus den Gründen der besseren Achslastverteilung ist es ratsam, die
Startanlage 11 mit den aufgesetzten Abschußbehältern 11a hinter dem Fah
rerhaus unmittelbar anzuordnen. Für die Radfreigängigkeit ist ein Zwi
schenraum erforderlich, dessen Höhe von der verwendeten Reifengröße ab
hängig ist.
Der kofferartige Aufbau der Startanlage 11 ergibt sich aus vier glei
chen, rechtwinkligen Abschußbehältern 11a, die einen quadratischen Quer
schnitt aufweisen und jeweils vier Abschußrohre 11b umschließen. Alle
vier Abschußbehälter 11a sind miteinander über Verbindungselemente 11c zu
einer Einheit verbunden. Als Verbindungselemente 11c können beispiels
weise die aus der Containertechnik bekannten Zentrier- und Fixier-Kon
zeptionen Verwendung finden. Die so erzielte Abschußbehälter-Einheit ist
über ein Drehgelenk 11d oder ähnliches Element mittels einer Aufricht
einheit 11e über ein Werferstrukturauflager 11f schwenkbar.
Der Aufbau des Koffers der Lenkanlage 12 besteht aus Aluminium-Strang
preß-Profileinheiten 12a, die mittels Randeinfaßprofilen 12b einteilige
Wandplatten bilden, die zu einer formsteifen Kofferstruktur zusammenge
schweißt sind. An der linken und rechten Seite des Koffers - in Fahrt
richtung des Trägerfahrzeuges gesehen - ist je eine Zugangstüre 12c vor
gesehen, die vorzugsweise gepanzert ist und so dem Arbeitsplatz der Be
dienenden bzw. deren Operationsstandort einen gewissen Schutz vor Be
schuß liefert. Wie aus Fig. 4 ersichtlich, tragen diese Zugangstüren 12c an ihrer
Innenseite eine Einstiegsleiter 30, die beim Öffnen der Zugangstüre 12c - in einem
Ausführungsbeispiel automatisch - ausfahren kann. Eine weitere Leiter
30a befindet sich auf der Kofferrückseite der Lenkanlage 12. Auch diese
Leiter 30a ist ausfahrbar. Zusätzlich ist die Kofferstruktur mit Klapptrit
ten 30b versehen. Dadurch ist ein rasches Erreichen der Kofferoberseite
zum Ansetzen des Heißgeschirres möglich oder der Adaption einer Rundum
kennleuchte für den Verkehr auf öffentlichen Straßen. Unter einem Heiß
geschirr versteht man ein Verladegeschirr, beispielsweise zum schnellen
Verladen des Koffers oder zum schnellen Abheben vom Trägerfahrzeug oder
zum Umsetzen auf ein anderes Trägergestell.
In Fahrtrichtung gesehen befindet sich weiterhin an der rechten Koffer
seite vorne im unteren Bereich eine sogenannte Anschaltfeldklappe, durch
die die Kabelverbindung zur Startanlage hergestellt wird. Zusätzlich ist
ein Anschluß zur Fremdeinspeisung sowie eine Batterie-Ladeerhaltungsdose
installiert.
Die Innenwände sind mit Isoliermatten getäfelt, die Decke mit Integral
schaumplatten bestückt und der Boden rutschsicher mit Kunststoff-Riffel
matten ausgelegt.
Die Befestigung der diversen Geräte und diese selbst, sind aus den Fig.
4 bis 4b zu entnehmen, sie erfolgt in dem beschriebenen Ausführungsbei
spiel über horizontalliegende C-Schienen 24. Leichte Komponenten, wie
z. B. Innenbeleuchtungen, Gewehrhalterungen, Feuerlöschhalterungen usw.
werden direkt an in der Struktur eingebrachten, verdrehsicheren Blindein
nietmuttern befestigt.
Für den Einbau der Geräte der Lenkstände 20, 21 sind sogenannte 19-Zoll-
Einschübe vorgesehen, die stoßgedämpft in bestimmten System-Aufnahmege
häusen eingebracht sind. Für jeden der Lenkstände bzw. Arbeits- und Be
dienplätze 20, 21 sind zwei Sichtgeräte - wie aus Fig. 4a ersichtlich -
installiert. Sie können bei Bedarf zum Bediener herangezogen und gedreht
bzw. verschwenkt werden.
Die Bedieneinheiten 29 mit dem Steuerknüppel sind in der Transportstel
lung hochklapp- und arretierbar. Dasselbe gilt für den Kartenauflage
tisch zwischen den beiden Bedieneinheiten 29. In Operationsstellung bil
den die beiden Bedieneinheiten 29 und der Kartenauflagetisch eine Ebene.
An der in Blickrichtung C gesehenen Innenseite der Lenkanlage 12, gegen
über den Sichtgeräten, sind abklappbare Sitze sowie die Klimananlage 26 auf
C-Schienen montiert. Im Umfeld über den Sitzen und der Klimaanlage 26 be
stehen weitere Möglichkeiten Steuer- und Elektronikkomponenten sowie
allgemeine Ausrüstungsgegenstände zu installieren. Sämtliche Kabelver
bindungen zwischen den Geräten werden abgedeckt im Bodenbereich bzw. an
die Innenseite des Anschaltfeldes 31 geführt. Diese C-Schienen weisen
bekanntlich verschiebbare Nutensteine auf, damit die von ihnen geführten
Geräte, Sitze usw. in jeder gewünschten Position geklemmt werden können.
Die Innenraumkonzeption der Lenkanlage 12 ist bei dem beschriebenen Aus
führungsbeispiel so gehalten, daß neben der Schalteinheit je zwölf Über
tragungselektroniken, Bilddatenrechner und Lenkrechner sowie je zwei
Funktionsrechner und Serienspeicher und vier Sichtgeräte problemlos und
überschaubar untergebracht sind. Zu diesen Geräten kommen noch hinzu,
die beiden Lenkstände 20, 21, Video-Bandgeräte, das CCCI-Terminal
(Communication, Command, Control, Intelligence), die Klimaanlage 26, die
abklappbaren Sitze, der zentrale Kabelschacht 27, der Lufteinlaß mit Filter 2B,
der Kabelsatz und sonstige Kleinteile.
Wie bereits ausgeführt, sind Start- und Lenkanlage 11, 12 auf einem Zwi
schenrahmen 13 montiert, dessen maximale Höhe sich nach den verwendeten
Reifengrößen des Trägerfahrzeuges richtet. Der Zwischenrahmen 13 ist eine
Stahlprofilrahmen-Schweißkonstruktion. Die Befestigung der kof
ferartigen Start- und Lenkanlage 11, 12 erfolgt durch Schrauben am Fahrzeug-Chassis 14.
Die Stromerzeugung für den Betrieb der Waffenanlage erfolgt durch einen
Generator, der an einem Nebenantrieb des Trägerfahrzeuges fest instal
liert ist. Insgesamt stehen sechs Neben- bzw. Sonderantriebe zur Verfü
gung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die fahrzeugeigene 24-Volt-An
lage zu verwenden.
Bei dem etwas erhöhen Schwerpunkt der Gesamtanlage ist ein Einbau ver
stärkter Stoßdämpfer zu empfehlen, damit bei Serienschüssen trotz der
Abstützungen 17 evtl. auftretende Nickmomente aufgefangen werden können.
Durch die hier aufgezeigte hohe Vielseitigkeit des Waffensystems, durch
seinen modularen Aufbau sowie durch seine Komplexität ist ein in kürze
ster Zeit überall einsetzbares Verteidigungssystem mit äußerst breitem
Einsatzspektrum geschaffen worden.
Claims (2)
1. Mobile Start- und Lenkanlage für Flugkörper, die auf einem Last
kraftwagen als Trägerfahrzeug angeordnet ist, wobei die Startanlage hinter
dem Fahrerhaus angeordnet ist und mehrere Abschußbehälter für die
Flugkörper aufweist und in vertikale Abschußpositionen schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Startanlage (11) und die Lenkanlage
(12) als kofferartige Baueinheiten ausgebildet sind, die über eine
Schraubverbindung (15) und einstellbare Zentrierbolzen (16) mit einem
Zwischenrahmen (13) verbunden sind, der seinerseits auf dem Fahrzeug-Chassis
(14) über die Zentrierbolzen (16) fixierbar befestigt ist.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gehäusestruktur
der Lenkanlage (12) von Alu-Strangpreß-Profileinheiten (12a)
mit Randeinfaßprofilen (12b) gebildet wird, die formsteif zu einem Koffer
zusammengeschweißt sind.
Priority Applications (1)
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| DE19904014192 DE4014192A1 (de) | 1990-05-03 | 1990-05-03 | Mobile start- und lenkanlage fuer flugkoerper |
Applications Claiming Priority (1)
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Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE4014192A1 DE4014192A1 (de) | 1991-11-07 |
| DE4014192C2 true DE4014192C2 (de) | 1993-09-23 |
Family
ID=6405634
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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Cited By (1)
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