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DE4013799A1 - Behaelter und behaelterverschluss aus kunststoff, insbesondere fuer arznei- und genussmittel - Google Patents

Behaelter und behaelterverschluss aus kunststoff, insbesondere fuer arznei- und genussmittel

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DE4013799A1
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Description

Bei der meist rohrförmigen Verpackung von Tabletten, Dragees, Kapseln oder Perlen wird je nach Art des Füllguts häufig darauf Wert gelegt, daß dieses nicht feucht wird. Ist dies der Fall, muß befürchtet werden, daß trotz eines Schraubverschlusses oder Stopfens, vor allem durch das Öffnen des Behälters, feuchte Luft in das Innere gelangen kann, die ihre Feuchtigkeit an das Füllgut abgibt. Es sind deshalb seit langem so­ genannte "Trockenverschlüsse" bekannt. Diese be­ stehen aus einem im Inneren des Verschlusses ange­ brachten Zylinder, der einen geringeren Durchmesser als der den Behälterrand übergreifende Außen­ zylinder bei einem Schraubverschluß oder in den Be­ hälterrand eingreifende Außenzylinder bei einem Stopfen aufweist und der mit einem Trockenmit­ tel gefüllt und danach dem Behälterinnenraum zu­ gewandt, durch eine Pappscheibe verschlossen ist. Zweck dieser Maßnahme ist es, die im Behälterin­ neren entstehende Feuchtigkeit sozusagen "aufzu­ saugen", d. h. der Wasserdampf dringt durch die Pappscheibe und wird von dem Trockenmittel, z. B. Silikagel oder Tonerde oder Molekularsieb, ab­ sorbiert.
Es sind ferner aus diesen Trockenverschlüssen entwickelte Trockenmittelzylinder bekannt, die wie die für Verschlüsse vorbeschriebenen aufge­ baut sind und dazu dienen, in meist größeren Be­ hältern dem Füllgut zugegeben zu werden.
Der Nachteil dieser Art der Trockenhaltung in einem Arznei- oder Genußmittelbehälter kann in einer sogenannten "Übertrocknung" insbesondere des in der Nähe der im Stopfen zusammengefaßten Trockensubstanz liegenden Füllgutes liegen. Hierunter wird verstanden, daß der Wasserdampf zu schnell durch die Trennung zwischen Trocken­ substanz und Inhalt bildende Pappscheibe diffun­ diert, die den die Substanz aufnehmenden Zylinder verschließt, wodurch die in der Nähe befindli­ chen Tabletten, Dragees oder dergleichen zu trocken werden und dann leicht brechen. Dies wird häufig von dem Zustand begleitet, daß der über der Pappscheibe liegende Anteil der Trockensubstanz sehr schnell und intensiv verbraucht wird, wodurch eine Art Barriereschicht entsteht, die das Ein­ dringen weiteren Wasserdampfs verhindert. Die Fol­ ge ist, daß das oben in der Nähe der Trocken­ substanz liegende Füllgut zu trocken wird und das mehr in der Nähe des Bodens des Behälters liegende Füllgut nicht trocken genug gehalten wird. Beson­ ders nachteilig macht sich dies nach der Erfahrungs­ praxis bei Gelatinekapseln bemerkbar. Außerdem ist die Herstellung derartiger Verschlüsse kompliziert, weil zuerst der Verschluß gespritzt, dann der Innen­ zylinder mit Trockensubstanz gefüllt, danach eine Pappscheibe eingelegt und dann, meist durch Umbörde­ lung des Zylinderrandes, die Pappscheibe befestigt werden muß.
Hier setzt die Erfindung ein, deren Aufgabe es demnach war, einen Arznei- bzw. Genußmittelbehälter für Tabletten, Dragees, Kapseln und dergleichen zu schaffen, der den gesamten Inhalt trocken hält, ohne daß eine stellenweise Übertrocknung zu befürch­ ten ist und der einfach in der Herstellung ist. Diese Aufgabe löst die Erfindung mit den in den An­ sprüchen definierten Mitteln.
Allgemein besteht die Lösung darin, eine gewisse Verzögerung der Wasserdampfaufnahme im Behälter bei gleichzeitiger Vergrößerung der aktiven Oberfläche der Trockensubstanz zu erzielen, wobei die Verzöge­ rung durch die Struktur der Trockensubstanzober­ fläche und die Vergrößerung der aktiven Oberfläche durch die geometrische Formgebung der die Trocknung bewirkenden Oberfläche erreicht wird.
Die Erfindung ist an einigen, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebenden Ausführungsbeispielen in der Zeichnung dargestellt und anhand dieser nachfol­ gend beschrieben.
Es stellen dar:
Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen erfin­ dungsgemäßen Behälter in vergrößertem Maßstab;
Fig. 2 den Vertikalschnitt einer aus Fig. 1 ent­ wickelten Ausführungsform eines Behälters nach der Erfindung;
Fig. 3 einen erfindungsgemäßen Verschlußstopfen im Vertikalschnitt und im Maßstab der Fig. 1 und 2;
Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch eine weiter abgewandelte Ausführungsform eines Behälters;
Fig. 5 einen Vertikalschnitt durch eine abgewan­ delte Ausführungsform eines Verschlußstopfens;
Fig. 6 eine Unteransicht des Verschlußstopfens nach Fig. 5;
Fig. 7 einen Vertikalschnitt durch eine weitere alternative Ausführungsform eines erfin­ dungsgemäßen Verschlußstopfens;
Fig. 8 eine Unteransicht des Verschlußstopfens nach Fig. 7;
Fig. 9 eine aus der Ausführungsform nach den Fig. 7 und 8 entwickelte Alternative eines Ver­ schlußstopfens in der Unteransicht.
Fig. 1 zeigt einen allgemein mit 1 bezeichneten Be­ hälter aus Kuststoff, insbesondere für während der Aufbewahrung trockenzuhaltende Arzneimittel in Ta­ bletten-, Dragee-, Kapsel und Perlenform, der aber auch für Genußmittel, z. B. sog. Brausetabletten geeignet ist. Er besteht aus dem meist aber nicht immer zylindrischen Hauptkörper 2 mit Boden 3 und einer umlaufenden Ringrille 4 im Randbereich für den Eingriff des Dichtungswulstes eines Verschluß­ stopfens. Der Behälter kann aber auch am oberen offenen Rand ein Außengewinde aufweisen und mit einer Verschlußkappe verschlossen werden.
Erfindungsgemäß ist der Hauptkörper 2 des Behäl­ ters 1 innen mit einer Trockenmittelschicht aus­ gekleidet, die aus einem Einsatz in Form eines Hohl­ zylinders 5 besteht.
Der Hohlzylinder 5 ist aus einem Kunststoff, z. B. PS, PE oder PP mit Beimischung von Trockenmittel in Körnerform gespritzt, und zwar derart, daß die Trockenmittelkörner im größtmöglichen Umfang gebun­ den, aber nicht eingebettet sind, d. h. zumindest ein wesentlicher Teil ihrer aktiven Oberfläche dem Innen­ raum 6 des Behälters zugewandt liegt. Hierzu beträgt die Dicke des Hohlzylinders 5 bei einer Körner­ größe des Trockenmittels von 0,5 bis 0,8 mm etwa 1,5 mm, d. h. die Korngröße macht etwa 30 bis 50% der Zylinderdicke aus. Die Gesamtwanddicke des Be­ hälters kann dann etwa 2 mm betragen.
Der Einsatz in Form eines Hohlzylinders 5 kann je nach Inhaltsart und -form, d. h. je nach dem gewünsch­ ten Trocknungsgrad,oben und unten offen sein oder, wie dargestellt, einen Boden 7 aufweisen.
Der Einsatz kann auch aus einem Kunststoff-Trocken­ mittel-Gemisch bestehen, dem ein geringer Prozent­ satz Treibmittel zugemischt wurde.
Das Treibmittel soll also so dosiert zugesetzt wer­ den, daß kein Aufschäumen, sondern nur in gewissem Umfang eine porige Oberflächenstruktur entsteht, d. h. die Trockensubstanz nicht eingebettet, sondern für die Entfaltung ihrer Wirksamkeit für den im Be­ hälter entstehenden Wasserdampf zugänglich bleibt. Damit wird eine direkt zugängliche, das Trockenmit­ tel aufweisende Oberfläche geschaffen, die aber gleichzeitig durch die Tatsache, daß das Trocken­ mittel nicht kompakt, sondern von Kunsstoff gehal­ ten, vorliegt, eine örtliche Übertrocknung vermei­ det.
Die Ausführungsform nach Fig. 2 unterscheidet sich von der nach Fig. 1 dadurch, daß die wirksame aktive Oberfläche der im Raum 8 des Behälters 9 wirkenden Trockensubstanz durch eine sich vom Boden 10 des hohlzylinderförmigen Einsatzes 11 erhebenden Stempel vergrößert ist, der je nach Inhaltsart ver­ schieden hoch sein kann.
Für einen Behälter nach den Fig. 1 und 2 kann ein in Fig. 3 im Vertikalschnitt dargestellter Stopfen 13 mit als Handhabe dienender Deckplatte 14 genügen, dessen in den Behälter eingreifender Zylin­ der 15 einen Dichtwulst 16 aufweist. Wenn die akti­ ve Oberfläche des Trockenmittels so weit wie bei dem Beispiel nach Fig. 1 reicht oder sogar gemäß Fig. 2 noch durch einen Stempel 12 erhöht ist, kann ein Stopfeneinsatz 17 in Form eines Vollzylinders gerin­ ger Höhe bzw. einer Tablette ausreichen.
Der Behälter 18 nach Fig. 4 weist einen hohlzy­ lindrischen Einsatz 19 mit oder ohne Boden auf, der nur einen Teil der Höhe des Hauptkörpers des Behälters einnimmt. In einem solchen Fall kann ein Stopfen 20 nach den Fig. 5 und 6 zweckmäßig sein, dessen Einsatz 21 weiter als der Einsatz 17 des Stopfens 13 nach Fig. 3 in den Innenraum 22 des Behälters 18 nach dem Verschließen eingreift und der über eine große trockenmittelaktive Oberfläche verfügt. Diese wird bei diesem Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, daß der Einstz 21 in Form eines in einer Ausnehmung 23 der Unterseite der Deckplat­ te 24 eingesetzten Zylinders in einzelne aufrecht­ stehende, im Abstand liegende Scheiben 25a, 25b ... aufgeteilt ist, so daß Zwischenkanäle 26 entstehen, in die im Raum 22 entstehender Wasserdampf eindrin­ gen kann.
In den Stopfen kann aber auch, wie in den Fig. 7 und 8 veranschaulicht, ein zylinderförmiger Ein­ satz 27 eingesetzt sein, der aus konzentrischen Ringen 28a, 28b mit Mittelstempel 29 besteht, zwi­ schen deren senkrechte Wände 30 ebenfalls die gege­ benenfalls zu feuchte Luft aus dem Innenraum des Behälters eindringen kann.
Fig. 7 veranschaulicht auch, daß die Ringe 28 und Stempel 29 unterschiedliche Höhen aufweisen kön­ nen, ebenso wie dies die Scheiben 25 des Verschlus­ ses nach den Fig. 5 und 6 tun können.
Die Unteransicht eines dem Aufbauprinzip den Fig. 7 und 8 folgenden Stopfens 31 gemäß Fig. 9 zeigt, daß z. B. die Ringe 32a, 32b auch Zwischenräume 33, 34 bildende Unterbrechungen aufweisen können, um der einströmenden Luft überall Zugang zu verschaffen.
Auch dem trockenzuhaltendem Gut lose beigegebenen Trockenmittelkapseln können nach dem Erfindungs­ prinzip gestaltet sein und werden auch in diesem Fall durch ihre gegenüber bekannten Kapseln we­ sentlich vergrößerte aktive Oberfläche eine bessere Trockenhaltung gewährleisten oder in geringerer Zahl zum Einsatz gelangen können. Hierfür können einfach z. B. Einsätze 21 nach den Fig. 5 und 6 oder nach den Fig. 7 bis 9 verwendet werden.
Die dargestellten und vorstehend beschriebenen Bei­ spiele können nur eine kleine Auswahl der Gestal­ tungsmöglichkeiten wiedergeben, die sich dem Erfin­ dungsgedanken unterordnen. So können selbstver­ ständlich alle dargestellten Behälter mit allen dar­ gestellten Stopfen kombiniert werden, ebenso wie anstelle der dargestellten und beschriebenen Stopfen auch den Behälterrand übergreifende Kappen nach dem Prinzip der Stopfendarstellung erfindungsgemäß mit einem Trockenmitteleinsatz ausgerüstet werden können.
Die Einsätze der Behälter müssen nicht durchgehende Zylinder sein, sondern können in Felder oder Streifen aufgeteilt sein, die nur durch ein oder mehrere Ringe zusammengehalten sind. Die Stopfeneinsätze müssen nicht kreisrund sein, sondern können jede andere Form, z. B. quadratische haben.
Die Herstellung eines Behälters oder Verschlusses nach der Erfindung kann in der Weise erfolgen, daß zunächst ein Einsatz auf einer Maschine gespritzt wird und in derselben oder einer anderen um diesen herum der Be­ hälter vervollständigt wird. Dadurch kann der Arbeits­ aufwand gegenüber dem Füllen eines im Verschluß be­ findlichen Zylinders mit Trockenmittel, Verschließen durch eine Pappscheibe und Befestigen der Scheibe we­ sentlich verringert werden.
Bezugszeichenaufstellung
Fig. 1
 1 Behälter (allgemein)
 2 Hauptkörper
 3 Boden
 4 Ringrille
 5 Hohlzylinder
 6 Innenraum
 7 Boden
Fig. 2
 8 Raum
 9 Behälter
10 Boden
11 Einsatz
12 Stempel
Fig. 3
13 Stopfen
14 Deckplatte
15 Zylinder
16 Dichtwulst
17 Stopfeneinsatz
Fig. 4
18 Behälter
19 Einsatz
Fig. 5 und 6
20 Stopfen
21 Einsatz
Fig. 4
22 Innenraum
Fig. 5 und 6
23 Ausnehmung
24 Deckplatte
25 Scheiben
26 Kanäle
Fig. 7 und 8
27 zylinderförmiger Einsatz
28 Ringe
29 Mittelstempel
30 senkrechte Wände
Fig. 9
31 Stopfen
32 Ringe
33 Zwischenräume
34 Zwischenräume

Claims (11)

1. Behälter und Behälterverschluß, insbesondere für Arznei- und Genußmittel in Form von Tabletten, Dragees, Kapseln und Perlen, mit einem ein körniges Trockenmittel enthaltenden Einsatz, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Einsatz aus die Trockenmittelkörner gebunden aufnehmendem Kunst­ stoff besteht.
2. Behälter und Behälterverschluß nach dem An­ spruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kunststoff-Trockenmittel-Mischung ein Treibmit­ tel, z. B. Hirschhornsalz, zugefügt ist.
3. Behälter nach dem Anspruch 1 oder den An­ sprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeich­ net, daß der Einsatz die Form eines Hohlzylin­ ders (5, 11, 19) mit oder ohne Boden (7, 10) hat.
4. Behälter nach dem Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die aktive Ober­ fläche des Einsatzes durch Vorsprünge, Erhebungen oder dgl. vergrößert ist.
5. Behälter nach dem Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß sich aus der Mitte des Zylinderbodens (10) ein die ganze oder einen Teil der Länge des Behälters einnehmender Stempel (12) erhebt.
6. Behälter nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeich­ net, daß der hohlzylinderförmige Einsatz (5, 11, 19) die ganze für das Füllgut bestimmte Höhe oder einen Teil derselben einnimmt.
7. Behälter nach einem oder mehreren der An­ sprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeich­ net, daß die Dicke des Einsatzes 1,5 bis 3,0 mal der durchschnittlichen Korngröße des Trocken­ mittels entspricht.
8. Behälterverschluß nach den Ansprüchen 1 oder 1 und 2 in Stopfen- oder Kappenform, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz (17, 21, 27) Zylinder- oder Blockform hat.
9. Behälterverschluß nach dem Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Zy­ linder oder Block (21) aus im Abstand parallel nebeneinanderliegenden Scheiben (25) gleicher oder unterschiedlicher Höhe besteht.
10. Behälterverschluß nach dem Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Zy­ linder oder Block (31) aus gegebenenfalls unter­ brochenen konzentrischen Ringen (28) gleicher oder unterschiedlicher Höhe besteht.
11. Trockenmittelkapsel dadurch gekenn­ zeichnet, daß sie die Form eines Einsatzes nach den Ansprüchen 8 bis 10 hat.
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