DE4011039C2 - Verfahren zum Befeuchten und Einfärben eines Plattenzylinders einer Mehrfarben-Offset-Bogenrotationsdruckmaschine - Google Patents
Verfahren zum Befeuchten und Einfärben eines Plattenzylinders einer Mehrfarben-Offset-BogenrotationsdruckmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befeuchten und Einfärben
eines Plattenzylinders gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
Aus der DE-Z Druckprint 6/1987, Seite 54, ist ein kombiniertes
Farb-Feuchtwerk bekannt, bei dem über eine schaltbare Brückenwalze
Feuchtmittel von einer Farb-Feuchtauftragwalze zu der ersten
Farbauftragwalze des Farbwerkes zuführbar ist.
Die DE 28 45 932 A1 beschreibt ein kombiniertes Feucht-Farbwerk für
Offsetdruckwerke sowie ein Verfahren zum schnellen Erreichen des
Farb-Feucht-Gleichgewichts bei der Wiederaufnahme eines Druckbetriebes.
Gemäß diesem bekannten Verfahren erfolgt bei abgestellten
Auftragwalzen zunächst ein Vorbeladen eines Feuchtwerkteils
aus Tauchwalze und Dosierwalze bestehenden. Daraufhin wird durch Anstellen
einer Feuchtauftragwalze an eine Brückenwalze
eine Feuchtmittelsättigung des gesamten Farb-Feuchtwerkes vorgenommen. Dann wird
die Feuchtauftragwalze von der Brückenwalze
abgestellt und an den Plattenzylinder angestellt, so daß die
Platte sowohl gefeuchtet als auch mit einem bestimmten Anteil
frischer Farbe versorgt wird. Durch insbesondere erhöhte Drehzahl
der Tauchwalze erfolgt ein kurzzeitiges Überfeuchten
der Druckplatte, woraufhin die Farbauftragwalzen an den
Plattenzylinder zwecks Fortdruck angestellt und dabei
die Brückenwalze mit der angestellten Feuchtauftragwalze in Kontakt
gebracht wird.
Nachteilig an dieser Verfahrensführung ist aber, daß man bei jedem
Andruck, auch wenn dieser einwandfrei abläuft, verhältnismäßig viel
Makulatur hat. Man rechnet mit etwa 7 Bögen Makulatur pro Andruck.
Beim Druckwerk nach der DE 31 46 223 A1 ist die Brückenwalze
um die Feuchtauftragwalze schwenkbar aufgehängt und setzt
mit dem Anstellen der Feuchtauftragwalze an den Plattenglieder
auf die erste Farbauftragwalze auf.
Die Brückenwalze nach DE-GM 19 32 642 ist sowohl
mit der Feuchtauftragwalze als auch gleichzeitig mit der Farbauftragwalze
in Berührung bringbar und zwar von Hand.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu erweitern, so daß die
Makulatur verringert werden kann, ohne daß darunter die
Druckqualität leidet.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekenn
zeichnet, daß die Feuchtauftragswalze ohne Kontakt mit dem
Plattenzylinder oder mit der oder den Farbauftragswalzen
vorgefeuchtet wird, worauf die immer noch in Kontakt mit der
Tauchwalze, der Übertrag- oder der Verreiberwalze des
Filmfeuchtwerks befindliche, vorgefeuchtete Feuchtauftrags
walze an den Plattenzylinder angestellt wird, der dadurch
vorgefeuchtet wird, ohne daß Feuchtigkeit auf die Farbauf
tragswalze(n) übertragen wird, worauf die Farbauftrags
walze(n) an den Plattenzylinder angestellt werden, der dadurch
vorgefeuchtet und voreingefärbt wird, worauf der Druck
beginnt.
Alle Schaltpunkte (Anstellen an den Plattenzylinder) sollen
dabei im Durchlauf des Kanals des Plattenzylinders liegen,
damit bei dem Kontakt keine Streifenbildung auf dem Druckbild
entsteht, die sonst durch die beim Anstellen zwangsläufig
vorhandene Drehzahldifferenz hervorgerufen würde.
Versuche haben ergeben, daß man bei Verwendung dieses Steu
erungs- bzw. Verfahrensprinzips mit lediglich ein bis zwei
Bogen Makulatur pro Andruck auskommt, und zwar bei unverändert
guter Druckqualität, verglichen mit etwa sieben Bogen
Makulatur beim eingangs geschilderten Stand der Technik.
Bei einer Mehrfarben-Druckmaschine ist es wesentlich, daß die
weiteren Druckwerke so spät wie möglich auf das Drucken
vorbereitet werden, damit auch hier genauso viel Feuchtigkeit
und Farbe wie notwendig, aber nicht mehr, vor dem eigentlichen
Druckvorgang auf den Plattenzylinder übertragen werden.
Versuche haben ergeben, daß, jeweils bezogen auf den Platten
zylinder, optimale Ergebnisse erzielt werden, wenn die
Feuchtauftragswalze über 262° vorgefeuchtet wird und der
Plattenzylinder über 360° vorgefeuchtet wird und über 605°
vorgefärbt wird. Diese Gradzahlen können natürlich noch nach
oben oder unten schwanken und sind von der Geometrie der
Maschine abhängig, wobei Schwankungen um etwa ± 10% ebenfalls
noch gute Ergebnisse liefern, sofern das vorstehend erläuterte
Prinzip dieser Erfindung beibehalten bleibt. Die angegebenen
Gradzahlen sind berechnet nach einem Plattenzylinder, dessen
Drucklänge einen Umfang von ca. 270°-300° hat.
Wesentlich ist es somit, daß durch die erfindungsgemäße
Steuerschaltung bzw. den erfindungsgemäßen Verfahrensablauf
erst dann Farbe nachgefördert wird, wenn ein Bogen die Farbe
abnimmt. Die Platte wird genau mit der richtigen Feuchtig
keitsmenge vorgefeuchtet, wozu etwa eine Umdrehung des Plat
tenzylinders genügt. Erst dann werden die voreingefärbten
Farbauftragswalzen, die bisher nicht in Berührung mit der
Feuchtigkeit des Feuchtwerks gelangt sind, an den Platten
zylinder angestellt und übertragen ihre Farbe auf den Plat
tenzylinder bzw. auf die am Plattenzylinder festgespannte
Druckplatte.
Es ist ersichtlich, daß die Vorteile der erfindungs
gemäßen Verfahrensführung insbesondere darin liegen, daß die
einzelnen Komponenten des Druckwerks so geschaltet werden, daß
der Plattenzylinder für den Druck des ersten Bogens optimal
vorbereitet ist, damit schon der erste Bogen ein Optimum an
Druckqualität erreicht und ein Minimum an Makulatur anfällt.
Alle beteiligten Komponenten lassen sich auch einzeln
schalten. Die Schaltsequenz wurde empirisch ermittelt. Durch
die Variabilität des Systems ist gewährleistet, daß anwender
spezifische Verfahrensanforderungen erfüllt werden können.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbei
spielen näher erläutert.
Die Figuren zeigen schematisch die für die
erfindungsgemäße Steuerung wesentlichen Walzen am Plattenzylinders eines
Druckwerks einer Mehrfarben-Offset-Bogendruckmaschine in ihren
jeweiligen Betriebsstellungen, und zwar zeigt
Fig. 1 den Plattenzylinder mit den verschiedenen
Walzen vor Beginn der eigentlichen Vorbe
reitungsphase, d. h. das Feucht- und Farbwerk
sind abgestellt;
Fig. 2 die Situation nach Fig. 1, wobei die Feuchtauf
tragswalze und die Brückenwalze mit erhöhter
Drehzahl vorgefeuchtet werden;
Fig. 3 die Feuchtauftragswalze, die Brückenwalze und
die Druckplatte des Plattenzylinders werden
vorgefeuchtet;
Fig. 4 die Druckplatte wird vorgefeuchtet und vorein
gefärbt;
Fig. 5 die Brückenwalze stellt den Kontakt vom Feucht
werk zum Farbwerk her;
Fig. 6 als alternative Steuerung zu Fig. 5 den An- bzw.
Fortdruck bei abgestellter Brückenwalze.
Nach Fig. 1 sind mehrere, an
Farbverreiberwalzen 2 anliegende Farbauftragswalzen 1 als Teil
eines Farbwerks des betreffenden
Druckwerks vorgesehen.
Außerdem ist eine Brückenwalze 3 vorgesehen, die hier an einer
Feuchtauftragswalze 4 anliegt.
Eine Tauchwalze 5 taucht in einen Feuchtkasten 8 ein und an
der Tauchwalze 5 liegt eine Dosierwalze 6 an.
Außerdem ist ein Plattenzylinder 7 gezeigt, auf dessen Umfang
eine - zeichnerisch nicht dargestellte - Druckplatte festge
spannt ist. Der Plattenzylinder 7 dreht in Richtung des Pfeiles
9.
In Fig. 1 ist das Feucht- und Farbwerk abgestellt. Dies ist
der Stillstand der Maschine. Wird die Maschine eingeschaltet,
so werden alle Walzen und Zylinder auf Drehung angetrieben,
was zeichnerisch nicht dargestellt ist. Die Tauch- und Dosier
walze 5, 6 sind mit dem Einschalten des Feuchtwerks schon
vorher auf Drehung.
In den folgenden Figuren sind diejenigen Walzen, die bei dem
betreffenden Schritt aktiviert wurden, schwarz gerändert und
schraffiert zeichnerisch hervorgehoben.
In Fig. 2 wird die Feuchtauftragswalze 4 mit erhöhter Dreh
zahl vorgefeuchtet. Zu diesem Zweck ist sie an die Tauchwalze
5 angestellt. Hierfür reichen zwei Umdrehungen der Feuchtauf
tragswalze 4 aus, entsprechend einer Umdrehung des Plattenzylin
ders 7 um etwa 232°.
In Fig. 3 werden die Feuchtauftragswalze 4 und der Platten
zylinder 7 bzw. dessen Druckplatte vorgefeuchtet. Hierzu
wurde die Feuchtauftragswalze 4 an den Plattenzylinder 7
angestellt. Dieses Vorfeuchten erfolgt über eine Umdrehung (=
360°) des Plattenzylinders 7.
In Fig. 4 wird die Druckplatte des Plattenzylinders 7 vorge
feuchtet und voreingefärbt. Hierzu sind die Farbauftragswal
zen 1 an den Plattenzylinder 7 angestellt. Dieses Anstellen
der Farbauftragswalzen 1 erfolgt, bezogen auf den Platten
zylinder 7, 605° vor dem Signal "Druck an".
Nach dem Voreinfärben kann der Druck beginnen und dies zeigt
Fig. 6. Die Brückenwalze 3 bleibt hier von der ersten Farb
auftragswalze 1 abgestellt.
Alternativ kann die Brückenwalze 3 auch an die erste Farbauf
tragswalze 1 angestellt werden und diese Situation zeigt Fig. 5.
Hier stellt die angestellte Brückenwalze 3 also den Kon
takt vom Feuchtwerk zum Farbwerk her. Der Schaltpunkt der
Brückenwalze liegt nach dem Einfärben des Plattenzylinders 7 und
vor dem Druckbeginn.
Der Verfahrensablauf stellt sich bei einer Mehrfarben-Druck
maschine somit wie folgt dar.
Der Bogentransport wird eingeleitet. Die erste Feuchtwalze
wird mit einem bestimmten Vorlauf (= 232°) zur Tauchwalze 5
und dann zum Plattenzylinder 7 geschaltet. Der Plattenzylinder 7
wird über 360° vorgefeuchtet und dann schalten die Farbauf
tragswalzen 1 zum Plattenzylinder 7, so daß diese 605° lang
vor dem Signal "Druck an" voreingefärbt wird.
Das Vorfeuchten wird nach dem Anliegen der Blasluft/Saugluft
der Anlegerkupplung und nach den entsprechenden Umdrehungen
eingeleitet. Eine zusätzliche Bogenerkennung, z. B. ein Sensor,
die im Weg des Bogentransports vor dem ersten Druckwerk
vorgesehen ist, kontrolliert jedoch den Bogenlauf, so daß bei
einer eventuellen Druckunterbrechung nur das erste Druckwerk
und maximal auch das zweite Druckwerk in die beschriebene Vor
feuchtphase eintreten können. Alle üblichen Eingriffe des
Bedieners verhindern nicht, daß beim erneuten Start die
Druckwerke verfahrenstechnisch richtig vorbereitet werden.
Da dieser Vorlauf etwas größer ist als der Abstand von
Druckwerk zu Druckwerk, wird das zweite Druckwerk der Maschine
auch schon in Vorbereitung gebracht, obwohl der erste Bogen
sich noch nicht im Druck befindet.
245° vor dem Signal "Druck-an" schaltet sich die Brückenwal
ze 3 zum Farbwerk und damit ist die Verbindung Wasser - Farbe
hergestellt. Siehe Fig. 5. Mit dem Signal "Druck-an" wird dann
nur noch der - nicht gezeigte - Farbheber des Farbwerks
zugeschaltet.
Die Druckplatte wird mit Feuchtmittel und Farbe optimal
vorbereitet. Bei einer Druckunterbrechung ist ein gewisses
Überfeuchten oder Unterfeuchten nicht vermeidbar und wird dann
aber genau dosiert.
Die nachfolgenden Feuchtwerke werden, wie vorstehend be
schrieben, in Vorbereitung gebracht, sobald sich der erste
Bogen zwischen den betreffenden Druckwerken befindet, d. h. vor
dem jeweiligen Druckwerk und hinter dem vorhergehenden
Druckwerk. Das dritte Feuchtwerk wird also geschaltet kurz
bevor der Bogen das zweite Druckwerk erreicht.
Bei einer Druckunterbrechung bleibt nur das Feuchtwerk bei
niedriger Drehzahl in Kontakt mit dem Plattenzylinder 7. Die
Brückenwalze trennt sich ebenfalls vom Farbwerk, so daß nicht
zu viel Feuchtmittel in die Farbe gelangen kann.
Bei Druckunterbrechungen unterscheidet man allgemein nach
gewollten und ungewollten Unterbrechungen. Bei einer gewoll
ten Unterbrechung wird das Feuchtwerk ebenfalls mit dem Signal
"Druck-Ab" verzögert abgestellt. Bei einer ungewollten Unter
brechung bleiben alle Feuchtwerke noch für etwa 40 Umdrehun
gen mit verringerter Drehzahl am Plattenzylinder 7 angestellt.
Für das Anfahren werden unterschiedliche Überfeuchtdrehzahlen
eingesetzt und diese richten sich danach, aus welcher Situa
tion wieder angefahren wird.
Claims (5)
1. Verfahren zum Befeuchten und Einfärben eines Plattenzylinders einer Mehrfarben-Offset-
Bogenrotationsdruckmaschine mit einer Brückenwalze zwischen einem Feucht- und einem Farb
werk, jeweils mit mindestens einer Auftragwalze, bei dem das Feucht-/Farbwerk vor
Druckbeginn bei abgestelltem Feucht-/Farbauftrag durch Feuchtmittel-Farbzufuhr getrennt
mit Feuchtmittel/Farbe vorbeladen wird, daraufhin durch Anstellen des Feuchtauftrags ein
Vorfeuchten, durch anschließendes Anstellen des Farbauftrages ein Voreinfärben des Plat
tenzylinders und sodann ein Schalten der Brückenwalze erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Brückenwalze beim Vorbeladen des Feuchtwerkes, beim Vorfeuchten und Vorein
farben des Plattenzylinder nur an die Feuchtauftragwalze angestellt ist, und vor Druckbe
ginn bei Kontakt zur Feuchtauftragwalze an die Farbauftragwalze angestellt wird, und daß
die Farbzufuhr bis zur Farbabnahme durch den ersten Bogen unterbrochen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Plattenzylinder zum Vorfeuchten vor dem Voreinfärben eine Umdrehung
zurücklegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorbeladen der Feuchtauftragwalze über zwei Umdrehungen der Feuchtauftrag
walze erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Vorfeuchten des Plattenzylinders im ersten Druckwerke mit der Betätigung der
Anlegerkupplung eingeleitet wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren nach Anspruch 1 im jeweiligen Druckwerk ausgelöst wird, wenn sich
der erste Bogen vor dem vorhergehenden Druckwerk befindet.
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Owner name: MAN ROLAND DRUCKMASCHINEN AG, 63069 OFFENBACH, DE |
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