DE4009763C2 - Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes - Google Patents
Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-LuftschiffesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine einfache Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-
Luftschiffes.
Die schwerfällige Manövrierfähigkeit und verhältnismäßige Gefährdung wegen nicht
auszuschließender Gasentzündungen haben es verhindert, die anfänglichen Erfolge der
mit Leichtgas gefüllten Luftschiffe weiter fortzusetzen.
Die deutsche Offenlegungsschrift DE 31 44 051 A1 und das japanische Patent JP 257689
beschreiben Vakuumluftschiffe, die jedoch in ihrer technischen Konzeption den Anfor
derungen an ein modernes Luftverkehrsmittel für den Transport von Menschen und
Gütern nicht mehr genügen. Trotz ihrer Vorteile hinsichtlich Sicherheit und Umwelt
freundlichkeit erreichen diese Luftschiffe nicht die geforderte Manövrierfähigkeit heutiger
Verkehrsflugzeuge.
Es sind technische Lösungen bekannt für mit Leichtgas gefüllte Luftschiffe zum
Trimmen solcher Flugkörper. So beschreibt z. B. das deutsche Patent DE-PS 2 26 930
eine Vorrichtung, wie durch Preßluftfüllung in starkwandigen Brennstoffbehältern Ballast
zum teilweisen Gewichtsausgleich für verbrauchten Brennstoff geschaffen wird.
Beim amerikanischen Patent US 4 090 682 unterstützen Überdruckluftventile an der
vorderen und hinteren Unterseite die Steig- und Landemanöver eines Luftschiffes mit
Heißluftauftrieb. Bei anderen Lösungen ermöglichen Luftdüsen an Bug- und Heck
kammer eine Lageveränderung.
In den frühen Lagen der Luftschiffahrt beschreibt DE 1 94 166 und AT 35315 ein
Verfahren, die Schräglage eines länglichen Luftschiffes mittels zweier Luftsäcke zu
regeln. Bei dieser Technik wie auch bei der DE 26 35 407 muß die gefundene Lösung
durch geeignete Trennwände ein Vermischen des Traggases mit der Luft verhindern.
Der Vorteil von Vakuum-Luftschiffen, bei denen kein Gas als Trägermedium mehr
erforderlich ist, liegt vor allem auch in der Tatsache, daß auf die Trennung von
Tragkammer und Luftkammer verzichtet werden kann. Die Kammern von Vakuum-
Luftschiffen sind Tragkammern und Luftkammern in einem. Das Umgebungsgasgemisch
Luft bewirkt durch seine Abwesenheit in einer Kammer - also durch ein
Vakuum - den Auftrieb. Seine Anwesenheit in der gleichen Kammer bedeutet eine
Schwerpunktverlagerung dorthin. Diese Tatsache macht sich die hier vorgestellte
Steuertechnik zunutze.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfache und doch wirkungsvolle
Steuerung der Schwerpunktlage von Vakuum-Luftschiffen vorzustellen, die keinen
zusätzlichen Ballast und keine aufwendige Technik erfordert.
Die gestellte Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 enthaltenen Merkmale und Maßnahmen
gelöst. Dabei weist ein evakuierbares Luftschiff mit einem großvolumigen,
gasdichten und außendruckfesten Tragkörper mindestens zwei Steuerluftkammern
auf, die von Lufttauschern je nach Erfordernis individuell ganz oder teilweise entlüftet
werden können.
Eine vordere und eine hintere Steuerluftkammer (10, 11) ermöglichen ein Anheben
des Bugs z. B. dadurch, daß die hintere Steuerluftkammer (11) mit Luft gefüllt bleibt/wird,
während die vordere Steuerluftkammer (10) und evtl. auch die Tragluftkammer
(9) ganz oder teilweise evakuiert sind.
Ein Absenken des Bugs bewirkt eine entlüftete hintere Steuerkammer (11), während
die Bugkammer (10) in diesem Fall mit Luft gefüllt bleibt/wird.
Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die Zeichnungen weiter erläutert.
Die Zeichnungen stellen dar:
Fig. 1: Vakuumluftschiff in Landeposition von vorn.
Fig. 2: Vakuumluftschiff von vorn im Flug
mit eingezogenem Fahrwerk
Fig. 3: Vakuumluftschiff in Landeposition
von der linken Seite (backboard)
Fig. 4: Querschnitt durch den Flugkörper
gemäß Schnittlinie 61-62 in Fig. 6.
Fig. 5: Querschnitt durch den Flugkörper
gemäß Schnittlinie 63-64 in Fig. 6.
Fig. 6: Längsschnitt durch den Flugkörper
gemäß Schnittlinie 11-12 in Fig. 1.
Ein großvolumiger, vorzugsweise zylindrischer Hohlkörper (Fig. 1-6), als selbst
tragende Verbundkonstruktion erstellt, umschließt Luftkammern (Tragluftkammer 9,
Bugkammer 10, Heckkammer 11) (Fig. 6).
Durch Endlosfasern (z. B. Kohlefasern) und kontrollierte Faseranordnung verstärkte
Thermoplaste werden im Mischverbund mit mineralischen und/oder metallischen
Stoffen/Materialien zu hochdruck- und hochbezugsfesten Verbundsystemen (Sandwich-
und/oder Wabenbauweise) verarbeitet und geben einer solchen Konstruktion die
erforderliche hohe Festigkeit bei verhältnismäßig geringem Gewicht.
Die gasdicht und druckfest gebauten Luftkammern (Tragluftkammer 9, Bugkammer 10,
Heckkammer 11) werden zentral von einem Luftaustauscher(n) (12) über ein Leitungssystem
oder jeweils von einzeln zugeordneten Lufttauschern (12) in oder an einer je
weiligen Luftkammer (Tragkluftkammer 9, Bugkammer 9, Heckkammer 10) entlüftet
oder belüftet, d. h., je nachdem, ob das Vakuum-Luftschiff zum Starten/Steigen
leichter gemacht (= entsprechend dem Gesamtgewicht des beladenen Vakuum-
Luftschiffes teilweise oder ganz entlüftet) werden soll oder es zum Landen/Sinken
wieder schwerer (= belüftet) werden soll und die einströmende Luft das Gewicht
erhöhen soll.
Eine vordere (10) und eine hintere (11) Steuerluftkammer ermöglichen bei langsamer
Fahrt oder bei Stillstand des Vakuum-Luftschiffes in der Luft (wenn also die vorderen
(5) und hinteren (6) Höhenruder nicht wirksam werden können) ein Anheben des
Bugs bzw. Absenken des Hecks dadurch, daß z. B. bei leergepumpter Tragluftkammer
(9) und vorderer Steuerluftkammer (10) die hintere Steuerluftkammer (11) mit Luft
gefüllt wird/bleibt. Eine solche Luftkammer mit mehreren tausend cbm Luft entsprechend
mehreren 1000 kg Gewicht auf Meereshöhe wird also auch ein Luftschiff der
beschriebenen Größe an einem Ende absenken können. Die Belüftung der vorderen
Steuerluftkammer (10) bei gleichzeitiger Entlüftung der Tragluftkammer (9) und hinterer
Steuerluftkammer (11) bewirkt ein Absenken des Vakuum-Luftschiffbugs.
Die an beiden Längsseiten des Vakuum-Luftschiffes vorn und hinten angebrachten
Höhenruder (5 und 6) sind als bewegliche Kurzflügel ausgebildet und dienen auch als
Kurzstarthilfen neben ihrer Funktion als Höhenruder während des Fluges.
Die beweglichen Seitenruder (7) am Heck und/oder am Bug ermöglichen Richtungs
änderungen des Vakuum-Luftschiffes zu seiner Längsachse.
Düsentriebwerke (4) oder alternativ Propellermotoren an geeigneten Positionen geben
dem Luftschiff den erforderlichen Antrieb.
Die versenkbaren Fahrwerksvorrichtungen (3) - hier an der Kabinenunterseite und
am Heck - gestatten die Fortbewegung zu Lande, z. B. beim Starten und Landen.
Alternativ ermöglichen Schwimmkörper das Wassern.
Die Personen/Frachtkabinen (2) einschließlich der Pilotenkanzel (1) sind fest und
starr mit dem Tragkörper verbunden.
Durch die beschriebene einfache Technik kann ein Vakuum-Luftschiff ohne mehr
Ballast bei ungleichmäßiger Beladung ausgetrimmt werden und die Manövrierfähigkeit
insbesondere bei Starts und Landungen wird erhöht. Das Zusammenwirken
dieser Technik mit den Höhen- und Seitenleitwerken sowie den Tragflächen ver
schafft solchen Luftschiffen eine Manövrierfähigkeit, die den alten mit Leichtgas
gefüllten Luftschiffen deutlich überlegen ist und den modernen Verkehrsflugzeugen
als ebenbürtig angesehen werden kann.
Hinzu kommt die Sicherheit solcher großvolumiger Vakuum-Luftschiffe gegen Ab
sturzgefahr, da diese Flugkörper anders als alle Düsen- und Propellerflugzeuge oder
Hubschrauber auch bei erheblicher Beschädigung und selbst bei Verlust des Vakuums
langsamer zu Boden sinken. Das Trägermedium Gas ist nicht mehr erforderlich.
Die Bezifferung der Zeichnungen zeigt:
1 Pilotenkanzel
2 Personen/Frachtkabinen
3 Fahrwerksvorrichtungen
4 Düsenantriebsaggregate
5 Höhenruder vorn
6 Höhenruder hinten
7 Seitenruder
8 Selbsttragende Außenwandverbundkonstruktion
9 Tragluftkammer
10 Bugkammer = Steuerluftkammer vorn
11 Heckkammer = Steuerluftkammer hinten
12 Lufttauscher
13 Treibstofftank
14 Raum für Heckfahrwerk, Gepäck/Stauraum
15 Stützringe
2 Personen/Frachtkabinen
3 Fahrwerksvorrichtungen
4 Düsenantriebsaggregate
5 Höhenruder vorn
6 Höhenruder hinten
7 Seitenruder
8 Selbsttragende Außenwandverbundkonstruktion
9 Tragluftkammer
10 Bugkammer = Steuerluftkammer vorn
11 Heckkammer = Steuerluftkammer hinten
12 Lufttauscher
13 Treibstofftank
14 Raum für Heckfahrwerk, Gepäck/Stauraum
15 Stützringe
Claims (6)
1. Vakuum-Luftschiff mit einem evakuierbaren, gasdichten und außendruckfesten
Tragkörper,
dadurch gekennzeichnet, daß der Tragkörper wenigstens zwei einzelne evakuierbare
und belüftbare Steuerluftkammern (10, 11) aufweist, welche Steuerluftkammern
(10, 11) eine vordere Bugkammer (10) und eine hintere Heckkammer (11) bilden.
2. Vakuum-Luftschiff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß von einer zentralen Lufttauschanlage (12) aus die
Höhe des Vakuums und die Luftfüllung in den einzelnen Steuerluftkammern (10, 11)
regelbar ist.
3. Vakuum-Luftschiff nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Erzeugung eines Vakuums und die Luftbefüllung
in allen Steuerluftkammern (10, 11) gleichzeitig erfolgt.
4. Vakuum-Luftschiff nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des Vakuums und die Luftfüllung jeder
einzelnen Steuerluftkammer (10, 11) individuell regelbar ist.
5. Vakuum-Luftschiff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Steuerluftkammer (10, 11) eine Luft
tauschanlage (12) die Höhe des Vakuums und die Luftfüllung der jeweils zuge
ordneten Steuerluftkammern (10, 11) regelt.
6. Vakuum-Luftschiff nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß außer den Steuerluftkammern (10, 11) eine oder
mehrere zwischen den Steuerkammern (10, 11) angeordnete
Tragluftkammern (9) von Lufttauschern (12) einzeln evakuierbar oder belüftbar
sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904009763 DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904009763 DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4009763A1 DE4009763A1 (de) | 1991-10-02 |
| DE4009763C2 true DE4009763C2 (de) | 1994-03-24 |
Family
ID=6403130
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904009763 Expired - Lifetime DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4009763C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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1990
- 1990-03-27 DE DE19904009763 patent/DE4009763C2/de not_active Expired - Lifetime
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| EP1736405A1 (de) | 2005-06-22 | 2006-12-27 | Vladimir Makarov | Halbstarres Luftschiff |
Also Published As
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|---|---|
| DE4009763A1 (de) | 1991-10-02 |
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