DE4009763A1 - Flugboot mit statischer auftriebswirkung durch luftverdraengung mittels grossvolumiger leichter bauweise und entlueftung von in den flugkoerper integrierten grossvolumigen luftkammern - Google Patents
Flugboot mit statischer auftriebswirkung durch luftverdraengung mittels grossvolumiger leichter bauweise und entlueftung von in den flugkoerper integrierten grossvolumigen luftkammernInfo
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Description
Die heutigen Düsenflugzeuge, aber auch Propeller- und Rotorflugzeuge, sind Verbraucher
erheblicher Mengen von Treibstoff und belasten die Umwelt durch Lärm, Luftverschmutzung
und/oder lange Start- und Landebahnen. Solche Verkehrsflugzeuge sind auch praktisch
nicht zu schützen gegen Anschläge in der Luft, z. B. Bombenanschläge. In USA werden seit
geraumer Zeit Versuche durchgeführt, durch große Fallschirme das Absturzrisiko herkömmlicher
Flugzeuge (auch moderner Düsenverkehrsflugzeuge) zu reduzieren. Der Aufwand dafür
ist technisch und kostenmäßig erheblich. Hinsichtlich Treibstoffbilanz und Umweltfreundlichkeit
bietet das Prinzip der mit Leichtgas gefüllten Flugboote (Zeppeline) Vorteile. Durch
deren schwerfällige Manövrierfähigkeit und verhältnismäßige Gefährdung wegen nicht auszuschließender
Gasentzündungen konnten die anfänglichen Erfolge z. B. der deutschen Zeppeline
nicht fortgesetzt werden.
Die Offenlegungsschrift DE 31 44 051 A1 vom 03. 11. 81/26. 05. 83 beschreibt einen "vakuumgepumpten
Hohlkörper", der "in der Atmosphäre einen Auftrieb besitzt". Jedoch läßt die
Beschreibung der erforderlichen Technik zur praktischen Umsetzung des angemeldeten
Prinzips annehmen, daß der dort aufgezeigte Weg nicht zu verwirklichen ist, insbesondere
auch nicht, wie ausgesagt, mit "allen bisher verwendeten Flugmaschinen wie Segelflugzeugen,
Motorflugzeugen, Düsenflugzeugen, Hubschraubern, Luftkissenfahrzeugen und Luftschiffen".
Patentanspruch Nr. 3, letzter Satz, und Anspruch Nr. 5 dieser Schrift verleiten
einen Konstrukteur zu dem Schluß, als ob durch eine Verringerung des Innendrucks in
einem Hohlkörper bzw. durch völlige Beseitigung des Innendrucks ein solcher Körper zum
Schweben in der Atmosphäre gebracht werden kann, so auch jedes Düsenflugzeug, wenn
alle Hohlräume "vakuumgepumpt" werden und dadurch der Innendruck völlig beseitigt wird.
Es gilt jedoch, daß bei einem ruhenden Körper, der also nicht durch seine relative Bewegung
zur Atmosphäre einen Auftrieb erhält, ausschließlich das Verhältnis des Gewichts des
Flugkörpers zum Gewicht der von diesem Flugkörper verdrängten Umgebungsluft für den
Auftrieb maßgeblich ist. Das bedingt unter Berücksichtigung des Gewichtes der verwendeten
Werkstoffe großvolumige Flugkörper, die allein schon wegen ihrer erforderlichen beträchtlichen
Abmessungen sich z. B. kaum - wie DE 31 44 051 A1 aussagt - für Kinderspielzeug eignen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Flugkörper zur Beförderung von Lasten
(Personen und Güter) zu entwickeln, der besser als bisherige Flugzeuge Sparsamkeit im
Treibstoffverbrauch, Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und hohes Tragevermögen in sich
vereinigt.
Die gestellte Aufgabe wird durch ein Flugboot gelöst, dessen großvolumiger, gasdichter und
außendruckfester Hohlkörper einschließlich der Ausrüstung mit Fahrgast- und/oder Gepäckräumen,
Maschinen, Navigationsgeräten und Nutzlast etwa gleich schwer oder leichter ist
als die von diesem Flugkörper verdrängte Umgebungsluft, wobei zum Zwecke des Leichterns
beim Starten abhängig vom Gewicht des startbereiten Flugbootes die in Luftkammern enthaltene
Luft durch Lufttauscher teilweise oder ganz ausgepumpt wird.
Die Größe des Flugbootes wird bestimmt von der beabsichtigten Nutzlastgröße sowie dem
Gewicht der verwendeten Werkstoffe und der Ausrüstung.
Bei einer gewünschten Tragfähigkeit eines solchen Flugbootes von z. B. 10 t Nutzlast und
einem angenommenen Gewicht vom doppelten dieser Nutzlast für das unbeladene und luftleer
gepumpte Flugboot, müßte die gesamte vom Flugkörper zu verdrängende Luft ca. 30 t
wiegen. Entsprechend müßten bei einem cbm-Gewicht der Luft von ca. 1,3 kg auf Meeresniveau
etwa 23 000 cbm Luft verdrängt werden.
Das wäre zu erzielen mit einem Flugboot von ca. 20 m Durchmesser und einer Länge von
ca. 75 m. Je leichter aber das Leergewicht des Flugbootes, umso größer ist bei gleichbleibenden
Abmessungen und damit gleichem Verdrängungsvolumen (= Auftrieb) dieses Flugbootes
die erzielbare Tragkraft.
Wäre also das Gesamtgewicht des gleichen Flugkörpers, luftleer gepumpt, nur etwa 15 t,
so würde sich die Tragfähigkeit von 10 auf 15 t erhöhen.
1. Ein großvolumiger, vorzugsweise zylindrischer Hohlkörper (Fig. 1-6), als selbsttragende
Verbundkonstruktion erstellt, umschließt eine oder mehrere Luftkammern (Fig. 6).
Durch Endlosfasern (z. B. Kohlefasern) und kontrollierte Faseranordnung verstärkte Thermoplaste
werden z. B. im Mischverbund mit mineralischen und/oder metallischen Stoffen/Materialien
zu hochdruck- und hochzugfesten Verbundsystemen (Sandwich- und/oder Wabenbauweise)
verarbeitet und geben einer solchen Konstruktion die erforderliche hohe Festigkeit
bei verhältnismäßig geringem Gewicht.
2. Die gasdicht und druckfest gebauten Luftkammern (9, 10, 11) werden zentral von einem
oder mehreren Lufttauscher(n) (12) über ein Leitungssystem oder jeweils einzeln von Lufttauschern
(12) in oder an einer jeweiligen Luftkammer (9-10-11) entlüftet oder belüftet, d. h.
je nachdem ob das Boot zum Starten/Steigen leichter gemacht (= entsprechend dem Gesamtgewicht
des beladenen Flugbootes teilweise oder ganz entlüftet) werden soll oder es
zum Landen/Sinken wieder schwerer (= belüftet) werden und die einströmende Luft das
Gewicht erhöhen soll.
3. Eine vordere (10) und eine hintere (11) Manövrierluftkammer ermöglichen bei langsamer
Fahrt oder bei Stillstand des Luftschiffes in der Luft (wenn also die vorderen (5) und hinteren
(6) Höhenruder nicht wirksam werden können) ein Anheben des Bugs bzw. Absenken
des Hecks dadurch, daß z. B. bei leergepumpter Hauptluftkammer (9) und vorderer (10)
Manövrierluftkammer die hintere (11) Manövrierluftkammer mit Luft gefüllt wird/bleibt.
Eine solche Luftkammer mit mehreren tausend cbm Luft entsprechend mehreren 1000 kg
Gewicht wird also auch ein Luftschiff der beschriebenen Größe an einem Ende absenken
können. Die Belüftung der vorderen Manövrierluftkammer (10) bei gleichzeitiger Entlüftung
von Hauptluftkammer (9) und hinterer Manövrierluftkammer (11) bewirkt ein Absenken des
Bootsbugs.
4. Die Höhenruder an beiden Längsseiten des Flugkörpers vorn (5) und hinten (6), als
bewegliche Kurzflügel ausgebildet, dienen als Kurzstarthilfen und als eigentliche Höhenruder/Manövrierhilfen
in der Atmosphäre während des Fluges.
5. Die Seitenruder (7) am Heck und/oder am Bug ermöglichen Richtungsänderungen des
Flugbootes zu seiner Längsachse.
6. Das Düsenantriebssystem (4) oder alternativ Propellermotoren geben dem Flugkörper
den erforderlichen Vorschub.
7. Die versenkbaren Fahrwerksvorrichtungen (3) gestatten die Fortbewegung zu Lande,
z. B. beim Starten und Landen. Alternativ ermöglichen Schwimmkörper das Wasser.
8. Die Personen/Frachtkabinen (2) sind fest und starr mit dem Luftkammerhohlkörper
(9-10-11) verbunden.
1. Beträchtliche Treibstoffeinsparung, da der Antrieb nur der Vorwärtsbewegung in der
Luft dient, aber nicht für den Auftrieb erforderlich ist. Hingegen benötigen z. B. Düsenflugzeuge
erhebliche Mengen an Treibstoff, da sie eine rasante Geschwindigkeit erreichen und
beibehalten müssen, um den nötigen Auftrieb zum Aufsteigen oder im Flug zu bekommen
bzw. zu erhalten.
Der hier beschriebene Flugkörper erzielt seinen Auftrieb mittels des Atmosphärendrucks
durch seine großvolumige leichte Bauart und das Entlüften der Luftkammern, was mit
relativ geringem Energieaufwand möglich ist.
2. Infolge des wesentlich geringeren Antriebsbedarfs ergibt sich auch eine geringere
Umweltbelastung durch weniger Lärm, weniger Abgase und damit weniger Luftverschmutzung.
Kurze Start- und Landebahnen bedeuten ferner geringere Umweltzerstörung.
3. Die Flugsicherheit wird deutlich erhöht, da der großvolumige Flugkörper wie sein eigener
Fallschirm wirken kann. Auch bei einer Beschädigung, z. B. durch Explosion, und evtl.
zerstörter und durchlöcherter Außenwand sinkt er langsamer zu Boden.
Selbst bei gänzlichem oder teilweisem Ausfall des Entlüftungssystems, wenn aber Steuerung
und Antrieb noch funktionieren, würde das Flugboot verhältnismäßig langsam und für die
Insassen ohne allzu große Gefahr zu Boden manövriert werden können.
Das bedeutet eine wesentliche Reduzierung, ja nahezu völlige Beseitigung des lebensbedrohenden
Absturzrisikos.
4. Die Gefährdung durch Gasentzündung ist ausgeschaltet, da bei dieser Technik das
Trägermedium Gas nicht mehr erforderlich ist.
5. Die Manövrierfähigkeit ist durch die beschriebene Technik den früheren Zeppelinen
deutlich überlegen und den modernen Flugzeugen als ebenbürtig anzusehen.
Die Zeichnungen stellen dar:
Fig. 1: Flugboot in Landeposition von vorn.
Fig. 2: Flugboot von vorn im Flug mit eingezogenem Fahrwerk.
Fig. 3: Flugboot in Landeposition von der linken Seite (backbord).
Fig. 4: Querschnitt durch den Flugkörper gemäß Schnittlinie 6₁-6₂ in Fig. 6.
Fig. 5: Querschnitt durch den Flugkörper gemäß Schnittlinie 6₃-6₄ in Fig. 6.
Fig. 6: Längsschnitt durch den Flugkörper gemäß Schnittlinie 1₁-1₂ in Fig. 1.
Beschreibung der Zeichnungen
1 Pilotenkanzel
2 Personen/Frachtkabinen
3 Fahrwerksvorrichtungen
4 Düsenantriebssystem
5 Höhenruder vorn
6 Höhenruder hinten
7 Seitenruder
8 Luftkammeraußenwand/Selbsttragende Verbundkonstruktion
9 Hauptluftkammer
10 Manövrierluftkammer vorn
11 Manövrierluftkammer hinten
12 Lufttauscher
13 Treibstofftank
14 Raum für Heckfahrwerk und zusätzlicher Gepäck/Stauraum
15 Stützringe
2 Personen/Frachtkabinen
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8 Luftkammeraußenwand/Selbsttragende Verbundkonstruktion
9 Hauptluftkammer
10 Manövrierluftkammer vorn
11 Manövrierluftkammer hinten
12 Lufttauscher
13 Treibstofftank
14 Raum für Heckfahrwerk und zusätzlicher Gepäck/Stauraum
15 Stützringe
Claims (11)
1. Luftboot gekennzeichnet durch einen großvolumigen, vorzugsweise zylindrischen Hohlkörper
(Fig. 6), als selbsttragende Verbundkonstruktion (8) erstellt, der eine oder mehrere
Luftkammern (9-10-11) gasdicht und außendruckfest umschließt.
2. Luftboot nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Spannringe (15) die Verbundkonstruktion
(8) der Luftkammern (9-10-11) von innen gegen den Außendruck zusätzlich
abstützen.
3. Luftboot nach Ansprüchen 1-2, gekennzeichnet durch eine vordere (10) Manövrierluftkammer
am Bug, eine hintere (11) Manövrierluftkammer am Heck und eine oder mehrere
mittlere (9) Hauptluftkammer(n), sodaß durch eine gezielte Luftverteilung in den Luftkammern
Bug oder Heck des Bootes in der Atmosphäre wahlweise abgesenkt bzw. angehoben
werden kann.
4. Ein oder mehrere Lufttauscher (12) an zentraler Stelle des Luftbootes oder an/in
jeder Luftkammer (9-10-11) werden über ein Leitungssystem so gesteuert, daß die
Luft aus jeder einzelnen Kammer getrennt oder aus allen gleichzeitig ausgepumpt oder
in sie hineingepumpt werden kann.
5. Luftboot nach Ansprüchen 1-4, gekennzeichnet durch bewegliche Höhenruder an beiden
Längsseiten vorn (5) und/oder hinten (6), die als bewegliche Kurzflügel ausgebildet
sein können.
6. Luftboot nach Ansprüchen 1-5, gekennzeichnet durch bewegliche Seitenruder (7)
am Heck des Bootes und/oder am Bug.
7. Luftboot nach Ansprüchen 1-6, gekennzeichnet durch ein Düsenantriebssystem (4)
wie dargestellt an beiden Längsseiten des oberen Hecks oder an anderen geeigneten Positionen
des Flugkörpers.
8. Luftboot nach Ansprüchen 1-6, gekennzeichnet durch andere Antriebssysteme,
z. B. Propellermotoren.
9. Luftboot nach Ansprüchen 1-8, gekennzeichnet durch eine starr und fest mit dem
Luftkammerhohlkörper (9-10-11) verbundene oder darin integrierte Personen/Frachtkabine
(2) einschließlich der Pilotenkanzel (1).
10. Luftboot nach Ansprüchen 1-9, gekennzeichnet durch versenkbare oder starre Fahrwerksvorrichtungen (3) oder Gleitschienen an der Kabinenunterseite und am Heck des Flugbootes.
11. Luftboot nach Ansprüchen 1-9, gekennzeichet durch integrierte Schwimmkörper am
Unterteil der Kabine und am unteren Heckteil, die Landungen auf dem Wasser ermöglichen.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19904009763 DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19904009763 DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE4009763A1 true DE4009763A1 (de) | 1991-10-02 |
| DE4009763C2 DE4009763C2 (de) | 1994-03-24 |
Family
ID=6403130
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19904009763 Expired - Lifetime DE4009763C2 (de) | 1990-03-27 | 1990-03-27 | Steuerung der Schwerpunktlage eines Vakuum-Luftschiffes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE4009763C2 (de) |
Families Citing this family (1)
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Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| FR-Z.: "Aeronautique et l'Astronautique", 1975, S. 44-55 * |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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