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Verfahren zur Herstellung von Gebißplatten aus Kautschuk mit Hilfe
von in Gips eingeschlossenen Wachsmodellen. Künstliche Gebisse werden meist in der
`'eise hergestellt, daß man ein Wachsmodell mit den künstlichen Zähnen in eine zweiteilige
Gipsform einbettet, dann beide Hälften auseInanderninmit (wobei meist Verbiegungen
der "Zahnbefestigung und der Wachsmodelle eintreten), das Wachs durch Aufgießen
von heißem Wasser ausschmilzt, rosa Kautschuk an die vorderen Stellen des Zahnfleisches
in kleinen Stücken in die dann hohle Form einstopft, danach letztere mit gewöhnlichen
roten Kautschukstückchen vollstopft (wobei letzterer sehr schwer gleichmäßig zu
stopfen ist und auch auf der vorderen Zahnfleischfläche stellenweise unschön sichtbar
wird, (la er die Lücken des vorderen rosa Kautschuks in pnschöner "'eise füllt)
und dann in einem @ ulkanisierapparate vulkanisiert. Außer den bereits erwähnten
ilängeln kostet dieses Verfahren viel Zeit, gibt zu Verbiegungen und anderen Defekten
Anlaß, erzielt keine gleichmäßige Kautschukfüllung und macht den Kautschuk brüchig.
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llan hat auch versucht, das Wachsmodell in einem einzigen Gipsblock
einzubetten und durch verschiedene in ihm angebrachte Löcher durch trockene Hitze
auszuschmelzen, was sich aber nicht bewährt hat, weil sich die Gipsform mit Wachs
vollsaugt und letzteres nicht völlig aus der Form beseitigt wird. Ein geringer Fortschritt
wurde durch das Einpressen des Kautschuks mittels einer Presse erzielt, es war aber
letztere nicht genügend an die Gipsform angeschlossen. Die Erfindung hat ein neues
Verfahren zum Gegenstand, bei welchem die Entfernung des Wachses (los von Gips allseitig
in einem Block eingeschlossenen l odelles durch Ausspritzen mittels eines Strahles
gepreßten, heißen Wassers, Dampfes oder Luft erfolgt, der alles dann flüssige Wachs
und auch etwa noch feste' Wachsteilchen mit sich aus der Form reißt und durch die
Gewalt seiner Strömung viel energischer und rascher als das bisherige Erhitzen und
Ausschmelzen wirkt. Einpressen des Kautschuks und Vulkanisieren erfolgt dann wie
üblich in andern Apparaten.
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Eine weitere Vervollkommnung dieses Verfahrens kann auch dadurch erzielt
«-erden, daß man das Einpressen des Kautschuks bei demselben Apparat wie (las Ausspritzen
vornimmt, wobei dann der von einer Presse eingedrückte Kautschuk denselben Weg durch
das hohle Modell nehmen kann, wie die Einspritzflüssigiceit.
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Noch mehr wird das Verfahren vereinfacht, wenn man <las Gipsmodell
in ein heißes Bad (von Wasser, Dampf oder Luft) bringt, das Ausschmelzen und Ausspritzen
des Modells und - nach dem Einpressen des .Kautschuks - auch noch das Vulkanisieren
in einem und demselben Apparat und mit derselben Flüssigkeit vornimmt, wobei man
zur Vulkanisierung nur die Temperatur des Bades zu steigern braucht. Große Ersparnis
an Arbeit, Wärme und an Zeit ist die Folge.
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Das künstliche Gebiß aus rotem Kautschuk leidet an dein Mangel, daß
die Farbe des Zahnfleisches zu dunkel ist; man hat daher bisher in das hohle Modell
kleine Stücke rosa Kautschuk eingestopft, so daß die vordere Ansicht des Gebisses
aus rosa Kautschuk besteht. Dies
Verfahren ist sehr umständlich
und setzt eine zweiteilige Gipsform voraus, welche wieder die großen in der Einleitung
erwähnten Nachteile der Verschiebung der beiden Formhälften gegeneinander besitzt.
Nach der E rfindting wird der rosa Kautschuk in Gestalt eines dünnen Bandes, welches
an den Zahnwurzeln ausgebogen sein kann, über die vordere Fläche des Wachsmodals
und der Zahnhälse übergelegt, in die Form finit eingeformt und einvulkanisiert.
Alle bisherigen Nachteile sind so tiiit einem Schlage durch die Verwendung des rosa
Kautschuks in Bandform beseitigt, vor allem die übermäßige Dicke des sehr brüchigen
rosa Kautschuks und das mühevolle lind die Form schädigende Einstopfen. Auch schon
durch die Vereinigung des Einpressens des Kautschuks mit seiner Vulkanisierung in
einem einzigen Apparat wird eine erhebliche Vereinfachung erzielt.
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Um sicher zu gehen, daß heim Einpressen des Kautschuks letzterer auch
eine genügende Pressung besitzt, um in alle Winkel sicher einzudringen, wird weiter
ein Druckregelungsverfahren angewendet, welches den austretenden Kautschuk etwas
abdrückt, seine Pressting also erhöht und dann durch den Austritt des Kautschuks
die vollständige Füllung anzeigt. Zur Ausübung des Verfahrens dient folgende Vorrichtung,
die in den Abb. i bis .I dargestellt ist und im wesentlichen aus zwei Teilen besteht,
aus dem Gießkasten - dessen einzelne Teile mit a, a, bis an bezeichnet sind - und
einem Erhitzertopf - dessen Teile mit b, b, his b, bezeichnet sind. Am Erhitzertopf
befindet sich rechts die Kautschukpresse f, f, bis f,p, links der Austritt
e, e, his es und g, g, bis g,;.
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Der Gießkasten besteht ,aus dem Deckel a" dem Unterteil a=, mit dem
Einlaß a3, dem Auslaß a,, nebst Hähnen a,, (zum Abschluß nach Herausnahnie des Gießkastens),
drei Vertikalrippen a,, mit Befestigungsschrauben a; für den Deckel a" einem abnehmbaren
Bodenteil a.r, sowie Schlitzen und Vorsprüngen a8, (Abb. -2a) für den zu sichernden
'Deckel. Geeignete Mittel können ferner vorgesehen sein, um den einen oder anderen
Hahn a; von der Außenseite zu drehen, während sich der Gießkasten unter Dampfdruck
befindet. Es kann auch ein einziger Hahnzapfen wagerecht angeordnet wenden, so d.aß
er quer durch die Eimaß- und Auslaßöffnung hindurchgeht und diese gleichzeitig schließt
bzw. öffnet. Endlich kann auch eine andere Vorrichtung vorgesehen sein, um dem heißen
Wasser den Durchfiuß durch die Form zu ermöglichen. Das Verschließen des Gießkastens
kann ferner durch Drehen von Hahnzapfen bewirkt werden, weiche von der Außenseite
des Erhitzers zugänglich sind. Der Erhitzertopf b trägt den Deckel b,, die Dichtungsleiste
b; mit Dichtung b4 und Halteleiste b" für den Gießkasten a. Eine stellbare Druckschraube
b., dient als eViderlager für einen Bügelverschluß mit Exzenteranpressung
d, dl, d.,, d, Der Erhitzertopf enthält heißes Wasser, gespannten Dampf oder
gespannte heiße Luft, welche den Gießkasten umspült und gleichmäßig im Bade erwärmt.
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Der Zapfen c des Deckels b, ist derart angeordnet, daß er mittels
einer oder mehrerer Stellschrauben cl abwärts verstellt werden kann, zu welchem
Zwecke eine Öffnung, in «-elche der Zapfen c einpaßt, wie in punktierten Linien
(Abb.3) bei c, angedeutet ist, eine Vertiefung besitzt. Auf diese Weise kann auch
die dein Bügel entgegengesetzte Seite des Deckels durch Anpreßdruck noch besonders
abgedichtet werden, wenn der Dampf aus ;lein Erhitzer entweichen sollte, so daß
der Deckel auf seineirr ganzen Umfang sicher anliegt.
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Gegenüber der Einlaßöffnung a3 ist die Füllpresse f an dem
Stutzen b" befestigt. Sie ist mit einem Kolben f, und einer schraubenf;',rinigen
Spindel f , versehen, durch welche ihr Inhalt durch Düse f, in die Einlaßöffnung
a; des Gießkastens eingepreßt «-erden kann. Der Kolben f, kann sich an dem Ende
der Spindel frei drehen. Die Spindel f., ist an ihrem Ende mit einem Handrad f",
versehen und in ein Jochstück f; gelagert, welches bei fs angelenkt ist, so daß
es samt der Spindel seitwärts verschwenkt -werden kann, um die Zylinderöffnung
f freizulegen. Der Zylinder f ist außerdem mit einem Mantel oder einer
Hülse f,, versehen, in welche er eingeschraubt ist, wobei ein ringförmiger Raum
zwischen einem rohrförinigen Teil b,; des Erhitzers und der Hülse f,, freigelassen
ist, vermöge dessen der Zylinder möglichst weit erhitzt werden kann. Das Zusammenfügen
erfolgt derart, daß die mit einer kegelförmigen Düse f;, versehene Hülse f,, in
den rolirfFrmigen Vorsprung b,; des Erhitzers eingeschraubt ist, um in ein die Einlaßöffnung
a3 umgebendes, trichterförmiges :Mundstück f,; eingepaßt zu werden. Der Zylinder
mit seinem Kautschukinhalt kann also aus dem Apparat herausgenommen werden, ohne
daß die Flüssigkeit des Bades entweicht: Um die Hülse f., ist ferner eine kräftige
Schraubenfeder f, gelegt, welche gegen die benachbarte Ecke a, des Gießkastens drückt,
um letzteren vom Füllzylinder f fortzuschieben, wenn ein Hohlstutzen g verstellt
wird, wodurch die Einlaßöffnung a3 durch Abdrücken des Mundstückes f,; von den konzentrischen
Düsen f3, f,; freigelegt wird, so daß die Flüssigkeit des Bades aus dem Erhitzer
in den Gießkasten strömen kann.
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An der (entgegengesetzten) Atislaßseite
besitzt der
Erhitzer einen weiteren rohrförmigen Vorsprung b;, in welchem eine Schrauhmuffe
e1 eingeschraubt ist. In diese letztere ist ein Schraubenzapfen g1 eingeschraubt,
von welchem der genannte Hohlstutzen g sich nach einwärts erstreckt. Das Ende des
Hohlstutzens g ist kegelförmig ausgebildet und paßt in ein trichterförmiges -Mundstück
bzw. einen Sitz -ü der Auslaßöffnung a, Eine weitere -Neuerung besteht in der Vorrichtung
zur Ausübung des Kontroll- und Regeltingsverfalirens, welches feststellen soll,
wenn beim Einpressen des Kautschuks die hohle Form v('*)llig mit Kautschuk gefüllt
ist, und welche auch die Pressung des Kautschuks regeln soll. Gegenüber dem Auslaß
a, der Gebißform (Abb. i ) sitzt in einer Büchse e1 mit Grunddichtung E#; ein verschraubharer
Stutzen gl, der gegen die Offnung gü und den Hahn a., durch Handrad g., angepreßt
wird und an den Stellen g4, e; eine Austrittsöffnung hat. Wesentlich ist ein im
Hohlstutzen g vorgeschobener Kolben e, der durch das Stopfmittel e, und den Stopfen
e,; gedichtet ist. Er wird, sobald die Form durch Kautschuk gefüllt ist, von dem
dann austretenden Kautschuk zurückgeschoben, ist also ein äußeres Zeichen dafür,
daß die Form völlig gefüllt ist. Außerdem kann man durch Druck auf den Kolben von
Hand oder durch eine eingeschaltete (nicht gezeichnete) Feder den Druck innerhalb
der Form regeln. Dieser anzeigende Kolben kann abnehmbar eingerichtet sein. Eine
geeignete Einrichtung, z. B. eine StellschKauhe, kann benutzt werden, um den Kolben
e in seiner innersten Lage festzustellen, z. B. um die Auslaßöffnung beim Vulkanisieren
abzuschließen.
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Die Abb. d. zeigt eine Abänderung des Apparates in der Weis, daß der
Austritt g, e und die Füllpresse f im Deckel und nicht an den Seitenwänden angeordnet
sind. Die Feder f,, fällt fort, und die Öffnungen al, a., sind am oberen Ende des
Gießkastens vorgesehen, «-elchen durch Tragstützen b, am Boden des Erhitzers getragen
wird. Der Deckel a1 des Gießkastens wird anstatt durch Schrauben durch die Teile
f,, und g nach abwärts gepreßt, welche durch die entsprechenden Öffnungen des Deckels
hl des Erhitzers hindurchgeschraubt sind. Die Abflußdüse e., ist in dem gleichen
Deckel b1 eingeschraubt. Der obere Rand des Gießkastens a ist mit zwei oder mehreren
Stellschrauben a1" versehen, welche in entsprechende Öffnungen in dem Deckel a1
passen, so daß letzterer stets in der richtigen Lage sitzt. Zwecks Abdichtung rund
um den Auslaßzapfen g ist eine nachgiebige Scheibe g.-. und ein Schraubring
g,, vorgesehen. Bei dieser Einrichtung wird der Kolben mittels eines Hebels eingetrieben.
Diese Hülse fl ist mittels der Stopfbüchse f11 abgedichtet und kann nach abwärts
in dichte Berührung finit dem Trichter oder Sitz f , eingeschraubt werden.
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Die Kontroll- und Regelungsvorrichtung ist bei der Anordnung nach
Abb.4 durch eine Stopfbuchse e,; geführt und derart angeordnet, daß in ihrer tiefsten
Stellung ihr innerer Kolben e die Auslaßöffnung a4 dicht abschließt. Zwecks dessen
Festsetzung in dieser Lage besitzt der Knopf der Kolbenstange einen gekrümmten oder
schraubenfFrmigen Schlitz e;, welcher finit einem Haken eines Schraubenzapfens e"
auf der Stopfbuchse e,; in Eingriff gebracht werden kann.
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Die Wirkungsweise dieser abgeänderten Vorrichtung ist der erstbeschriebenen
ähnlich. Der (nicht dargestellte) Kolben f1 ist über dem abnehmbaren Zylinder f
angeordnet. Nachdein der letztere nach dem Füllen der Form niit Kautschuk abgenommen
worden ist, wird die Einlaßöffnung a. durch einen Schraubenpfropfen verschlossen,
welcher in die Hülse f4 einschraubbar ist, wonach auch die Auslaßöffnung geschlossen
wird. Die Vorrichtung ist dann zum Vulkanisieren gebrauchsfertig, indem man einiiach
die Temperatur auf die erforderliche Höhe steigert.
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Der Gießkasten a kann nicht nur für ,ein sondern auch für mehrere
-Todelle ausgebildet sein, beispielsweise für die obere und die untere Zahnreihe,
wobei z. B. bei zwei Füllungen die Modelle Ende an Ende mittels durch das Gips hindurchgehender
Wachszapfen verbunden sind, so <Maß das geschmolzene Wachs von dem einen Ende
zum andern fließen kann. Die Modelle können. auch parallel mittels eines einfachen
Einlasses und Auslasses miteinander verbunden werden. Da das Einfüllen des Kautschuks
leicht nachgeprüft werden kann, wenn der Gießkasten gleichmäßig erhitzt worden ist,
so ist es möglich, in einem einzigen Gießkasten mehrere Modelle anzuordnen, indem
der .Kautschuk bei entsprechender Temperatur des Gießkastens flüssig genug ist,
um in die entferntesten Teile der Form einzudringen.
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Eine besondere Einrichtung ist getroffen für das Einführen der üblichenWachszapfen
h, so daß diese genau an die Einlaß- und Auslaßöffnungen a3, a4 anschließen (Abb.
.4). Zu diesem Zwecke sind die Wachszapfen an einem Metallstreifen oder einer flachen
Stange hl, welche auf das Kopfende des Gipfblockes für das Gebiß gelegt ist und
mit den genannten festen Öffnungen übereinstimmende Bohrungen besitzt, freitragend
befestigt, wodurch die Zapfen an ihrer Backe in richtiger Lage gehalten werden und
quer zu dem Streifen lil bleiben können. Das freitragende Ende wird j e nach dem
Anschluß an das Modell passend verbogen; (las Wachsmodell, in welches. die
Wachszapfen
lt eingeführt sind, ist durch strichpunktierte Linie li, angedeutet.
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Zwecks entsprechender Begrenzung der Temperatur können xvie üblich
zwei Thermometer benutzt werden, welche wagrecht in Nuten des Erhitzerdeckels angeordnet
werden. Indern die beiden Thermometer den Deckel auf ihrer ganzen Länge berühren,
können sie die Temperatur genauer angeben.
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Die beschriebene Vorrichtung erspart sowohl Arbeitszeit wie die Anwendung
von großen Vulkanisierapparaten und gestattet das Vulkanisieren von zwei oder mehreren
Füllungen unter demselben Druck und den gleichen Arbeitsbedingungen, so daß diese
den gleichen Härtegrad erhalten.
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Die Benutzungsweise des Apparates ist die folgende: Das nach dem Verfahren
fertiggestellte, in Gips eingebettete Modell wird in den Gießlasten eingelegt und
vor dem weiteren Füllen des Gießkastens mit Gips werden Wachszapfen in die beiden
Öffnungen a3, a4 gelegt, so claß sie,die Enden des Wachsmodelles rechts und links
berühren. Der Gießkasten wird dann mit dem Modell in das Bad des Erhitzers gesetzt
und erhitzt, wobei die Wachszapfen schmelzen und die Öffnungen für das Ausfließen
des Wachses, für den freien Durchgang des heißen Wassers (Dampfes oder Luft) und
für den eingepreßten Kautschuk (Zelluloid usw.) freimachen.
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Wenn das Wachsmodell zu schmelzen beginnt, wird der Schraubenzapfen
g1 und auch der Haltezapfen g nach links durch Drehen des Handrades g3 verstellt,
wodurch die Schraubenfeder f, des Füllzylinders den Gießlasten ein wenig nach links
verschiebt, so claß heißes '\@'asser (Dampf oder heiße Luft) in die nunmehr freigelegte
Ofl nung a3 gegebenenialls auch unter Druck einstrFnnen, das resclicnolzene Wachs
aus dem Gießkasten v iillig Herausspritzen, die Form vollständig ausspülen und von
zurückgebliebenen Wachsresten befreien kann. Hierauf wird der Gießkasten durch entgegengesetzte
Verstellung des Schraubenzapfens g, und auch des Hohlstutzens g gegen die Düsen
f3, f ; angepreßt, wodurch die Zwischenräume Für Wasser und Dampf an der
Einlaßöffnung a;; geschlossen werden, so daß durch diese letztere mittels des Preßkolbens
f, der Kautschuk eingepreßt werden kann.
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Die Blöcke und Patronen des Kautschuks besitzen vorzugsweise zylindrische
dem Zylinder angepaßte Gestalt, so daß ein vorheriges l,' oriiien entbehrlich wird.
Diese zviindrischen Blöcke, Patronen oder Füllungen werden zum Schutz gegen atmosphärische
Einflüsse in Hüllen oder Röhrchen aus gewachster Seide, Karton oder Zinn fertig
auf den Markt gebracht. Diese Gestalt bietet ferner den Vorteil, daß die freie Oberfläche
im Vergleich mit den dünnen Blättern, wie sie sonst üblich sind, stark vermindert
wird, so daß die Beeinflußung durch die Luft und deren Feuchtigkeit sowie das Austrocknen
vermieden wird.
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Nach der Beschickung der Form und auch des Gießkastens mit Kautschuk
wird .der Zylinder fabgeschraubt, wobei jedoch die Hülse f,, mit ihrer Düse f3 an
Ort und Stelle bleibt, so daß der Trichter f,, geschlossen und das Entweichen des
Bades aus dem Erhitzer verhindert ist.
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Ein Schießpfropfen, der durch einen in das Gewinde der Hülse f4 einpassenden
Schraubenblock getragen wird, kann an Stelle des Zylinder f., dessen Gestalt er
besitzt, derart eingeführt werden, daß die Einlaßöffnung a3 abgeschlossen wird.
Die Temperatur des Erhitzers kann dann auf die zum Vulkanisieren der in dem Gießkasten
befindlichen Platte erforderlichen Höhe gebracht werden, ohne daß der Gießkasten
aus dein Erhitzer herausgenommen zu werden braucht. Iti diesem Falle können die
Hahnzapfen a" in Fortfall kommen.
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Da es nach vorstehender Beschreibung möglich ist, das Wachs mit starkem
Druck bis auf den letzten Rest auszuspritzen und den Kautschuk dann in der beschriebenen
Weise einzuführen, so kann die Gipsform aus einem Stück oder Block angefertigt werden,
anstatt claß sie aus zwei Hälften - wie sonst meistens - zusammengesetzt wird. Dadurch
wird es möglich, den Kautschuk der Mundplatte stets bis auf die genaue Dicke des
Wachsmodelles zu formen, wobei irgendwelche Störung oder Verschiebung infolge der
sonstigen Zweiteilung vermieden wird, während andernfalls Dickenänderungen bei zweiteiligen
Formen eintreten würden. Ferner werden Kanten oder Nähte vermieden, welche leicht
beim Einpressen des Kautschuks abbrechen würden, so daß die Bruchstücke im Kautschuk
eingebettet bleiben und die Platte schädigen würden.
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Die Anwendung von Sicherheitsventilen in dem Deckel hl gestattet,
Druck und Temperatur leicht und sicher zu regeln.
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Die gleiche Vorrichtung kann für Zelltiloidformung verwendet werden,
wobei die Beseitigung des Wachsmodells in ähnlicher Weise erfolgen kann. Das Weichmachen
des Zelluloids kann entweder durch Dampf oder durch trockne Hitze bewirkt werden,
nachdem die Feuchtigkeit aus dem Erhitzer abgedampft worden ist. Das Zelluloid wird
dann in einem Gießkasten mittels des Füllzylinders in der beschriebenen Weise eingepreßt.
Die Zelltiloidpatr onen oder Blöcke können ebenfalls von derselben Gestalt seiü
wie die Bohrung ,les Füllzylinders.