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Verfahren und Vorrichtungen zur Bestimmung der Viskosität von Flüssigkeiten
unter ununterbrochener und voneinander verschiedenartiger Zu- und Abführung der
Flüssigkeit zu bzw. aus der Meßbüchse. Im physikalischen Laboratorium maßt man die
Viskosität von Flüssigkeiten in Ermangelung eines einfacheren Verfahrens nach dem
von Poisseuille und erhält die Viskositätswerte daraus im absoluten Mali des CGS-Systems;
für die Bedürfnisse der Technik ist das Verfahren aber zu umständlich. Die 1 echnik
braucht für die Viskositätsbestimmung namentlich der Schmiermittel ein leichter
ansführbares Verfahren mit handlichen Apparaten und benutzt deshalb in Deutschland
hierzu den bekannten Englerapparat, der zwar einfach ist, der aber die Viskosität
durch Englergrade maßt, die mit der absoluten Viskosität direkt nichts zii tun haben
und die das Viskositätsgebiet in der Nähe cles Englergrades »i«, das für Schmierzwecke
gerade das wichtigste ist, nicht aufzulösen Vermögen. Zu diesem erheblichen Mangel
des Engler-Viskosimeters kommt noch, daß man in anderen Ländern mit anderen ähnlichen
Apparaten die Viskositäten der Schmiermittel bestiniint, die wieder andere Grade
dafür angeben, die weder mit den 1?nglergr<iden noch mit dei absoluten Viskosität
direkt etwas zii tun haben. 13e) der internationalen wirtschaftlichen Bedeutung
der Schmiermittel entstehen dadurch Verwirrungen und Unzuverlässigkeiten, die vermieden
werden würden, wenn man über einen technisch brauchbaren einfachen Apparat verfügen
würde, der ohne weiteres die Viskosität in absolutem Maß angeben würde. Man versuchte
deshalb mehrfach, technische Viskosime ter herzustellen, die die absolute Viskosität
der Schmiermittel ohne weiteres erkennen lassen und die doch genügend einfach und
betriebssicher sind, um im Öllaboratorium angewendet werden zu können (vgl. z. ß.
die Patentschriften 3)83o8 und 3()4z,;,5). Eine Weiterbildung dieser Viskosimeter
in der Richtung der Einfachheit des Aufbaues und der Messung ist das Viskosiineter
nach dem vorliegenden Verfahren, das insofern selbst einfacher und handlicher als
das Englerviskosimeter ist, als zur Bestimmung der Viskosität bei ihm keine besondere
Messung not-«-endig wird, weil es die Viskosität beim jeweiligen, der augenblicklichen
Temperatur der Flüssigkeit entsprechenden lustanal an einer Skala ohne weiteres
im absoluten llaß ablesen läßt, wie man die Stromstärke oder Spannung an elektrischen
Meßinstrumenten ohne weiteres
abliest. Bei dem vorliegenden Verfahren
durchfließt die zu bestimmende Flüssigkeit dauernd eine -Meßbuchse, wie bei vielen
andern Viskosimetern auch. Der Ausfluß (oder der Einfluß) der Flüssigkeit erfolgt
durch eine gewöhnliche Meßkapillare, während der Einfluß (oder der AusfluM in anderer
\Veise vor sich geht, so daß in der Meßbüchse Druckverhältnisse entstehen, die direkt
abhängig sind von der jeweiligen Viskosität der durchfließenden Flüssigkeit. Während
nun bei den bekannten absoluten Viskosimetern die Strömungsverhältnisse bei den
Meßkapillaren und deren energetische Folgen zum dessen der Viskosität benutzt «Rirden,
sind die Viskosimeter nach dem vorliegenden Verfahren dadurch gekennzeichnet, daß
einfach der jeweilige Druck in der Meßbüchse manometrisch erkennbar gemacht wird
an einer Skala, an der damit gleichzeitig auch die Viskosität der Flüssigkeit vom
Durchströmungszustand abgelesen werden.kann.
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In der Zeichnung sind einige Ausführungsformen solcher Viskosimeter
schematisch verdeutlicht. In Abb. i und 2 ist zunächst ein \ormalzeigerviskosimeter
nach dem - vorliegenden Verfahren dargestellt. Das Wärmbad i enthält Wasser oder
eine andere Heizflüssigkeit, durch die das zu messende (51 auf eine bestimmte Temperatur
gebracht wird; bei 2 wird die Temperatur der Heizflüssigkeit an einem .eingeführten
Thermometer abgelesen. Die Heizung erfolgt durch Flammen oder elektrisch. Das Wärmbad
wird von einem Deckel 3 mit einem Fülloch io verschlossen. Am Deckel 3 hängt die
Meßbüchse, bestehend aus fünf senkrecht stehenden Rohren 4, ö, 6, 7, S, die unten
durch einen Rohrstern miteinander verbunden sind. Abb. 2 zeigt den Deckel von oben
gesehen, Abb. .I den Deckel mit der Meßbüchse von unten gesehen. Der Verbindungsstern
ist mit g bezeichnet. In die Rohre der Meßbüchse wird das eigentliche Meßgeschirr
eingesteckt; in Rohr S wird z. B. ein Thermometer durch Metallschliff usw. druckdicht
eingeführt, in Rohr 7 sei ebenfalls ein. Thermometer, aber besonderer Art für graphische
Registrierungen der Viskositäten einführbar, auf das weiter unten zurückgekommen
wird. In Rohr 6 wird der Öleinlauf eingesteckt, in 4 der Ölauslauf und in 3 wird
die Druckmeßeinr ichtung oder der eigentliche lIeßapparat eingeführt. Das Einlaufaeschirr
dieses Normalviskosimeters besteht aus einem Ölbehälter ii (Abb. i und 2), in den
ein Kolben 12 dichtlaufend eingeschliffen ist. Der Behälter ii wird soweit als notwendig
mit dein zu bestimmenden Öl gefüllt und mit dem Kolben 1a verschlossen. Der Kolben
t2 wird auf den Ölspiegel niedergefülirt, bis aus der Entlüfteröfnung rtr
01 austritt. Da, 1?ntlüftunisrolrr i.q dient auch in Verbindung mit der Klammer
17 zur 'Sicherung des Kolbens gegen Drehen. Per Kolben ra wird mit einer mechanischen
Einrichtung irgendwelcher Art langsam und gleichmäßig nach unten bewegt, so daß
über die Kupplung 13 (las Öl langsam und gleichmäßig, etwa i ccm/sek., durch
das Rohr 14 in die im Wärmbade i befindliche Meßbüchse tritt, zunächst in das Rohrh.
DerZvlinder ii soll so weit vomWärmbade entfernt sein, daß sein Inhalt vom Wärmbade
nicht mit erwärmt wird. Damit das aus 14 in G ein, tretende 01 sich schnell
und gleichmäßig auf die Badtemperatur erwärmt, besteht das Ende von Rohr 14 aus
einem massiven Metallteil, der die Büchse b ganz ausfüllt und der außen ein abgerundetes
Gewinde trägt, durch dessen Windungskanal das 01 an der von i aus beheizten
Wandung von 6 entlang und herunter zur Verbindung 9 mit den übrigen Meßbüchsenrohren
laufen muß. Das 01 tritt nun durch das Sternrohr d zum Sichtthermometer in
Büchsenrohr h evtl. zum @'iskögraphenthermometer in Büchsenrohr 7, zum Skalenrohr
im Rohr 3 -Lind zur Meßkapillare in Büchsenrohr- +. Die Meßkapillare 2o, die in
Abb. R nochmals größer abgebildet ist, befindet sich im Kapillarenrohr ig, das mit
einem Konus in Rohr 4 leicht auswechselbar eingesetzt sein kann, so daß die Kapillare
2o mit samt dem Kapillarenrohr ig augenblicklich ge-uvechselt werden kann. In das
Rohr io tritt also das 01 von unten durch die Kapillare 20 ein, die tief
unten im Bereich des Wärmbades sich befindet, und steigt nach oben bis zum Überlauf
2i. Cber den Oberlauf fließt das 01 in der Rinne ig, die an das Rohr ig angelötet
sein kann, zum Ablaufgefäß 22.
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Dem aus dem Zvlinder ii in die Meßbüchse eindringenden Öl wird also
der Ausweg aus der Meßbüchse durch die Kapillare 2o bis zu einem gewissen Grade
versperrt, wodurch ein gewisser Druck in der Meßbüchse entsteht, der genau so groß
wird, daß bei 2o oder 21: ebensoviel 0I aus der Meßbüchse austritt, als bei 14 eintritt.
Der Druck kann an der Skala 2.4 des Manometerrohrs 23 abgelesen werden. Das Manometerrohr
23 kann'ebenfalls mittels Konus in die Meßbüchse eingesteckt werden. Die Skala 24
ist am Manometefrohr 23 durch die Stellvorrichtung 25 verschiebbar, so daß der Nullpunkt
der Skala auf die Höhe des Überlaufs 21 genau ausgerichtet werden kann, indem man
den Ölzufluß aus ii abstellt und die Ölsäule in 23 auf 'Null nach unten sinken läßt,
worauf man die Skala auf diese Nullhöhe einrichtet. An Stelle des Manometerrohrs
kann man auch ein gewöhnliches Metallmanometer in den Apparat einbauen, an dessen
Skala man die 1>rucke abliest.
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Die Drucke in der Meßbüchse sind nun nach der bekannten Gleichung
von Poisseuille direkt prol;ortional de#n gesuchtere bei sonst gleichbleibenden
Betriebsumständen, also gleichbleibender Kapillare werd gleichwerteng
der
Skalenangaben berücksichtigt werden. Das führt zu Viskosimetern nach der Art der
in Abb.3 angedeuteten Ausführungsform.
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Bei den Viskosimetern nach Abb. i und 2 soll also die jeweilige Steighöhe
la cm im 2lanometerrohr 23 bzw. die jeweilig im @'iskosimeter -zu leistende reine
Viskosimeterarbeit keine Rolle spielen gegenüber der zur Verfügung stehenden Betriebsarbeit,
z. B. beim Elektromotor 26, einer Bedingung, der schon genügt wird, wenn der Elektromotor
o,o2 PS leisten kann. Unter diesen Umständen sind die Viskositäten der den Apparat
durchlaufenden Flüssigkeit proportional den Druckhöhen h. Man kann auch durch Verwendung
relativweiter Kapillaren 2o oder durch sehr kleine Durchflußmengen/sek. die Steighöhen
la cm sehr klein machen und die Unterschiede dann durch Spiegelablesung feststellen.
Man kann auch in dem Manometerrohr auf der Ölsäule Schwimmer anordnen, die Zeigerwerke
auch für Registrierungszwecke betätigen. Man kann ferner an Stelle des Manorneterrolirs
23 einen kleinen Glasballon auf das Meßbü chsenrohr 5 aufsetzen, dessen Luftinhalt
vom' Ü1 mehr oder weniger verdichtet wird, und den jeweiligen Luftdruck zur Bestimmung
der Viskosität mit sehr großer Genauigkeit durch Manometer messen; da man Luftdruckänderungen
sehr genau messen. kann. Dabei -kommt man auch mit außerordentlich kleinen Üldurchflußmengen/sek.
aus. Jedenfalls also kann man die Viskosimeter nach Abb. i und 2 als Normalinstrumente
ansehen, bei denen die. Viskosität in absolutem -Maß geradezu mit einem Metermaß
der Skala 24 gemessen werden kann.
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Bei der Ausführungsform Abb. , Hießt das zu messende 01 dem
@'iskosimeter aus dein Behälter 41 unter einer konstanten Druckhöhe hl cm zu, gemessen
vorn Stand des Öls im Behälter 41 bis zum Überlauf 2i der Kapillare 20. Das dem
Viskosimeter beim Leberlauf 21: entströmende 01 kann in die kleine Zentrifugalpumpe
4.3 einfließen, die es durch den kleinen Elektromotor oder Heißluftmotor .f2 sogleich
wieder in den Behälter 4.r fördert, so daß der Ölstand darin und damit h, wirklich
konstant bleibt. Statt dessen kann man den Ölstand in .4i auch auf andere Weise
konstant halten, z. 13. in der bekannten Weise durch eine inngestülpte Ülvorratsflasche.
Das 01 fließt dein @'iskosimeter wieder beim Meßbüchsenrohr 0 (Abb. @) zu,
das aber hier unten eine verstellbare Öffnung in einer dünnen Wand besitzt (l4.
in Abb. ), durch die das Öl finit einer tTesch«'indigkeit bzw. einer 11enge;'sek.
in das @"iskosiin(,ter tritt, die nicht von der Viskosität des Öls, sondern mir
von der wirksamen Druckhöhe und @-ciu Querschnitt der Öffnung abhängt. In Abb. 6
und 7 ist die Ausführung der Öffnung 44. beispielsweise näher erläutert. In einer
in den Zwischenboden des Büchsenrohrs 0 einzuschraebenden Hülse (:\l>1. li),
die äußerlich aus später erkennbaren Gründen die (Testalt der Kapillaren (Abb. R)
besitzen kann, ist in die Seitenwand des dünn gedrehten Eudes eine schlitzartige
Öffnung 4.4. eingefeilt. In diese Hülse ist das Rohr 45 eingeschliffen (Abb. 7 und
3), das die Öffnung 44 hahnartig mehr oder weniger verschließt, je nach der Stellung
der Aussparung 4.6 des Rohrs 4,5 zur Öffnung 44. Bei 49 kann das Rohr 45 über einer
Skala nach Bedarf verdreht und damit der Öffnung 44. ein bestimmter Austrittsquerschnitt
cl bei der Eichung des Instruments gegeben werden. Das 01 tritt oben in die
Rohrbüchse 6 ein, fließt, vom Verdränger 48 an die beheizte Rohrwandung von h gedrängt,
nach unten, tritt bei 47 in das Rohrinnere oder den Hahn ein und- dann durch die
eingestellte Öffnung .4:4 ins Viskosimeter. Aus der Kapillare 2o verläßt dasselbe
Ölquantiun/sek. wieder das Viskosimeter unter dem üldruck der Ölsäule von der jeweiligen
Hölie h., cm im Manometerrohr 23. Die Viskosität wird auch bei diesen Ausführungsformen
direkt durch die Steighöhe lt., im Manometerrohr angezeigt; da dem Viskosimeter
mir eine Ölmenge zufließt, die von der jeweiligen wirksamen Druckhöhe (Tzi-la_)
abhängt, die also veränderlich ist, so ist bei diesen @'iskosimetern die Viskosität
nicht proportional der Druckhöhe li.=, die man jeweilig abliest. sondern
sie wächst stärker als h.,. in der Weise
absolute Einheiten.
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1Ian kann diese @'iskosime ter w ic-de r in derselben Weise eichen,
mit z. B. U'asser von -2& C, um einen Bezugspunkt auf der Skala 24. zu erhalten,
und dann die @'iskositätsbedeutung der übrigen Skalenwerte rechnerisch in Tabellen
festlegen, oder man kann auch die ganze Skala mit einem Normalinstrument eichen.
Macht man h, groß, evtl. dadurch, daß man Preßluft auf das 01
im Behälter
41 einwirken läßt (man braucht dann auch kein konstantes Niveau mehr), so werden
die Steighöhen h_ mit genügender Genauigkeit wieder proportional den Viskositäten.
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Setzt man beim Viskosimeter nach Abb. 3 die Kapillare 2o an die Stelle
des Einlaufs und den Einlauf an die Stelle des Auslaufs, so werden die @'iskositäten
annähernd umgekehrt proportional den Steigliölicii h_, in der Weise
absolute l?inheitcn. 1hin kann also durch :\ns@@echseln von Einlauf und Auslauf
die @lesstin;heclin"gungen 'indem, evtl. günstiger machen.
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Man kann diese \"isko,iineter finit hegistrier-oder selbsttätigen
\Ieße#inrichtungenausrüsten. Eine einfache und für N'iele Zwecke @e@llkimimi#n
bleibender
7.uflußnien.ge aus ri ; weiui man dies absolute Vi@kositüt kennt, die zii einem
gewissen Druck gehört, so kennt man auch ohne «eitere, die absoluten @'isko#;itätswerte,
die den anderen Drucken entsprechen, so claß man mit den Druck«@erten die absoluten
Viskositä tswerte abliest. Zie .einer derartigen Eichung des Instruments kann man
z.13. Wasser von 2o' C nehmen, das die absolute Viskosität ; = o,oi CGS-Einheiten
oder den Englergrad »i« besitzt. \lan füllt also Wasser in den '/.vlinder i i und
läßt es durch das Instrument laufen, wobei im Wärmbad i die Temperatur auf 2o° C
zti regeln ist. Im Manometer 23 wird sich dann ein gewisser Ueßbüchsendruck bemerkbar
machen. Man regelt nun die Zuflußmenge bzw. die Ganggeschwindigkeit des Kolbens
12 so, oder man wechselt die Kapillare 2o so lange, bis das Mano= meter einen gewissen
bequemen Rechnungsdruckwert erkennen läßt, z. ß. einen Druck von i cm Wassersäule,
wenn man mit dem Viskosimeter vor allein viskosere C51e untersuchen will, oder io
cm, wenn leichter flüssige Stoffe untersucht «-erden sollen. Dann entspricht also
einer Steighöhe von i cm im Manometerrohr. (im ersteren Falle) die absolute Viskosität
o,oi CGS-I?inheiten; einer Steighöhe von io cm würde die absolute Viskosität o,i
CGS-Einlieiten entsprechen oder dem Englergrad etwa z, und bei e inür Steighöhe
von ioo cm im Manometerrohr würde eine absolute Viskosität von i CGS-Einheiten angezeigt
werden oder ein Englergrad, etwa 25. Mit einer andern Kapillare kann man den Meßbereich
sofort wechseln. Entspricht, wie im zweiten Falle, einer Steighöhe von io cm eine
Viskosität von o,oi oder dem Englergrad »i«, so würde eine Steighöhe von i cm eine
absolute Viskosität von o,ooi absolute Einheiten bedeuten, oder einem Englergrad
von etwa 0,94. Bei allen Messungen ist aber noch das spezifische Gewicht der Flüssigkeit
zu berücksichtigen, da ja die Flüssigkeit selbst den Druck im Manometerrohr anzeigt,
so daß allgemein die absolute Viskosität r = cl 1i h absolute Einheiten beträgt,
wenn d das spezifische Gewicht der zti messenden Flüssigkeit, Ii eine Konstante,
die von der eben geschilderten Einstellung des Viskosimeters abhängt, und h die
abgelesene Steighöhe in cm ist. Zur Auswertung der A blesungen für die Viskositätsbestimmung
benutzt man am einfachsten Tabellen, bei denen der Einfluß des Wertes d berücksichtigt
ist.
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Die Einrichtung zur Vc ränderung der Zuflußmenge aus dem Zylinder
ii bei der Eichung des Instruments mit Wasser usw. richtet sich ganz nach der Art
der mechanischen Bewegung des Kolbens 12 im Zvlinder ii. In Abb. -2 ist angenommen,
daß y der Kolben 12 durch einen kleinen Elektromotor gei, den man mit einer konstanten
Spannung aus einem Netz oder einer Akkumulatorenbatterie oder mit \\'ecliselstrom
von lc1>>istaiiter Periodenzahl betreibt, über eine Schnecke #2 j und ein
l'bersetzungszahnr<idgetriebe 28, 2c), =;o bewegt wird. Verändern kann man dann
die fuflußnlenge bzw. die Bewegung,-preschwindigkeit des Kolbens durch
Veränderung der Spannung bzw. Vorschaltwiderstände oder durch Veränderung des Cbersetzungsverhältnisses
beim Zahnradsatz 2S, 2g. Man kann auch andere Motoren benutzen, auch die Bewegung
des Kolbens von einer Transmissionswelle ableiten, wenn inan Regler benutzt. Man
kann den
Kolben auch durch ein Uhrwerk bewegen, wie in Abb. i schematisch
zur Anschauung gebracht ist. Zu diesem Zweck trägt die Kolbenstange 18 ein Gewinde,
in das die Gewindebacken 31 eingreifen. Durch den Verschluß 32 können die Backeis
31 von der Gewindestange 18 gelöst werden; damit der Kolben frei wird und aus dein
Zylinder ii herausnehmbar ist. Die Gewindebacken -31 drehen sich mit der Seilscheibe
33, die durch den Zug des Gewichts 34 umläuft. Die Umlaufgeschwindigkeit von ;;3
wird über ein Uhrwerkszahnradgetriebe 35, ein Steigrad 3(i, den Anker 37
und die Reglerunruhe 35 geregelt. Die Unruhe 38 pendelt hin und her. Die
'Umlaufgeschwindigkeit von 33 bzw. die Bewegungsgeschwindigkeit von 12 ist nun abhängig
vom Trägheitsmoment - der pendelnden Gewichte von 38. In Abb. I besteht die
Unruhe aus zwei Teilen, einem oberen und einem unteren Teil, die durch eine (nicht
sichtbare) Feder auseinandergespreizt werden. Wird die Unruhe durch eine Schraube
bei 39 zusammengedrückt, so gehen die pendelnden Gewichte auseinander, das Trägheitsmoment
wird größer und damit wird die Olzuflußmenge zum Viskosimeter verkleinert. Besteht
der Regler aus einem gewöhnlichen Stangenpendel, so würde man zum gleichen Zweck
die Pendellinse nach unten verschieben. Bei der gezeichneten Ausführungsform gibt
ein Zeiger an einer Skala 40 den Regelstand der Unruhe an, so daß man an dieser
Skala eine gewisse Einstellung immer wieder findet. Auch alle anderen Formen von
Pendeln können verwendet werden, z. B. die bei Metronomen üblichen Stehpendel, deren
Schwingungszeit sich leicht in weiten Grenzen regeln läßt.
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Die Bewegung des Kolbens 12 kann auch direkt durch Wasserdruck erfolgen,
indem man dem Zylinder ii einen anderen Zylinder gegenübersetzt, hinter dessen Kolben
aus einer Wasserhaltung aus einer CSffnung in einer dünnen Wand in dem Maße Wasser
oder eine andere Flüssigkeit tritt, als der Druckhöhe und den Abmessungen der Austrittsöffnung
entspricht. Bei solchen Anordnungen muß die Kolbenfläche des bewegenden Kolbens
oder der Betriebsdruck des Wassers so groß sein, daß die jeweilige Steighöhe It
im Viskosimeter dagegen keine Rolle spielt, oder, wenn das der lall ist, so muß
diese Änderung an der Skala 24 bzw. bei der Aus-
:eisreichende Registriereinrichtung
wäre die, wenn man durch einen elektrischen Bontakt o. dgl. dafür sorgt, daß die
Wärmezufuhr zum Wärmbad i selbsttätig unterbrochen wird, soliald die Viskosität
des Ols bzw. dessen Steighülie im Manontete rrohr #23 mit der zunehmenden Erwärmung
auf einen gewissen Normalbetrag abgenommen hat, so daß an einem Maximumthermometer
erkennbar bliebe, hei welcher Temperatur das 01 diese Normalviskosität besitzt.
'Man kann aber auch von den Viskosimetern vollständige Viskosität-Temperaturdiagraiuine
selbsttätig aufzeichnen lassen, indem man die Druckänderungen in der @leübüchse
dazu benutzt, einen Schreibstift in der einen Richtung durch manoinetrische Einrichtungen
zu bewegen, während der Schreibstift in der anderen Richtung durch ein Fernthermometer
bewegt wird. Hierzu kann der Schreibstift in den Kreuzungspunkt zweier senkrecht
aufeinanderstehender und sich bewegender Schienen gebracht werden, in denen sich
Längsführungsschlitze für den Schreibstift befinden und von denen die eine Schiene
von der Viskosität in der einen Richtung (der Ordinatenrichtung) und die andere
dazu senkrecht in der anderen (Abszissen-) Richtung vom Thernionieter bewegt wird,
sei daß der Schreibstift im Kreuzungspunkt der beiden 1#ültrungsschieneit in dc@r
Kurvenrichtung des aufzunehmenden V zskosität-Temperaturdiagramms über ein daruntergelegtes
Stück Papier gleiten muß. Der temperaturempfindliche Teil des Ec#rntlienu;iineters,
z. B. ein mit 0f uecksilber gefüllter Stahlzylinder, kann in das Büchsenrohr
7 (Abb. q. und 2) des Viskosimeters eingesteckt werden.
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Versuche zeigen, daß die Viskosität einer Flüssigkeit sich bei molekularen
Änderungen stark ändert; die jeweilige. Viskosität ist deshalb ein feines Reagens
auf Änderungen der chemischen Zusammensetzung einer Flüssigkeit. Man kann deshalb
einen Viskographen zur Kontrolle der chemischen Zusammensetzungen laufend verwenden.
Eine Ausführungsform dieser Kontrolle ist in Abb. o und 12 schematisch veranschaulicht.
Die zii kontrollierende Flüssigkeit besitzt im Kasten 7t) ein konstantes Niveau
in bezug auf die \leßbüclise 77 des @ iskosimeters nach Abb. 3. An Stelle des \lanomcterrolirs
a;; besitzt die Meßbüchse nur den Manometerdruckraum 7,9. Der darin entstehende
Viskositätsdruck betätigt das Manoineterrohr75 in bekannter Weise. Durch die 1?inriclittuig
3.1, den temperaturmessenden Zylinder eines Fernthermometers kann auch das Thernioineterrohr
79 betätigt «erden. Die Zeiger mit Schreibwerk spielen über den Registrirrtrornineln
5o in der bekannten Weise. Der Apparat registriert also, ob die Viskosität und damit
das Molekulargewicht der zti kontrollierenden Flüssigkeit konstant geblieben ist,
und die Temperaturkurve hißt erkennen, ob evtl. Änderungen der Viskosität von Änderungen
der Temperatur herrühren. Man kann die Einrichtung auch so treffen, daß die Änderungen
der Temperatur die Registriertrommel für den Viskositätsdruck so verschiebt, daß
die Viskositätskurve eine Gerade bleibt, wenn das 1lolekulargewicht sich nicht ändert.