DE4040785C2 - Eisenbahnoberbau - Google Patents
EisenbahnoberbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Eisenbahnoberbau aus einzeln
angeordneten Betonquerschwellen mit, im verlegten Zustand,
an ihren beiden Enden in Schienenlängsrichtung zueinander
versetzten Auflagerbereichen.
Gemäß der FR-PS 4 34 048 ist ein Eisenbahnoberbau mit
Querschwellen aus Holz, Eisen oder Stahlbeton bekannt,
die an ihren beiden Enden in Schienenlängsrichtung
zueinander versetzte Auflagerbereiche zeigen. Es sollen
hier jedoch die schräggelegten, stabförmigen Schwellen
einander überlappen, idealerweise auch die Auflager sich
überlappen, um der Bestimmung gerecht zu werden, daß die
Last gleichzeitig von zwei Schwellen getragen wird.
Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde,
einen Eisenbahnoberbau und eine für diesen
Eisenbahnoberbau geeignete Schwelle bereitzustellen, der
einen verbesserten Querschiebewiderstand aufweist.
Zur Lösung dieses Problems ist bei einem Eisenbahnoberbau
aus einzeln angeordneten Betonquerschwellen mit im
verlegten Zustand an ihren beiden Enden in
Schienenlängsrichtung zueinander versetzten
Auflagerbereichen vorgesehen, daß die Auflagerbereiche
einer Schwelle insgesamt eine vergrößerte Kopffläche
aufweisen und die entgegengesetzten Enden von zwei
aufeinanderfolgenden Schwellen sich nicht überlappen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen beschrieben.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß Y-
Schwellen prinzipiell bezüglich ihrer Verlegbarkeit und
Betriebsbelastbarkeit für den Eisenbahnoberbau
sowohl in Schotterbettung als auch auf festem Grund
geeignet wären.
Unter Beibehaltung des Systems von in
Schienenlängsrichtung versetzten Auflagern auf den
Schwellenenden wurde ein Mittelweg zwischen üblichen
Betonquerschwellen und Y-Schwellen in Beton gefunden,
in dem die Betonschwellenachse praktisch schräg zum
Fahrweg gelegt wurde. Die Auflagebereiche wurden dabei
so gewählt, daß der bei Y-Schwellen bekannt hohe
Querverschiebewiderstand der Gleisanlage beibehalten
wird. Dies wird unter anderem dadurch erreicht, daß die
versetzten Auflagerbereiche einer Schwelle insgesamt
eine große Kopffläche aufweisen. Die zur Gleismitte hin
versetzten, wirksamen Kopfflächen ermöglichen es zudem,
die Schottermengen, die für einen großen
Verschiebewiderstand erforderlich sind, vor den
Schwellenenden erheblich zu verringern. Dadurch wird
der gesamte Fahrweg schmaler und billiger. Die
Auflagerbereiche können um ein Drittel oder mehr einer
Schwellenteilung zueinander versetzt sein.
In der Praxis steht somit die gesamte seitliche
Projektionsfläche als Widerstandsfläche gegen
Querverschiebung zur Verfügung.
Ein derartiger Eisenbahnoberbau mit gleichförmigen
Betonquerschwellen in Schräglage läßt sich praktisch
nicht mehr quer verschieben, da die von einer
Fahrzeugachse ausgehende Betriebslast, beispielsweise
als Fliehkraft in Kurvenüberhöhungen, unter einem
Winkel zur Schwellenachse wirkt und damit die
resultierenden Querverschiebekräfte mindert.
Die Betonquerschwelle ist universell in jeder Lage
einsetzbar, da sie stets baugleich mit benachbarten
Schwellen ist. Sie ist zwar nicht achsensymmetrisch,
aber relativ zum Flächenschwerpunkt der Schwelle
punktsymmetrisch. In Verbindung mit der bewährten
Doppelauflagertechnik und dem relativ breiten
Auflagerbereich der Schwelle ergibt sich ein steifes
Gleissystem, dessen Einzelelemente aber nicht so schwer
sind, daß sie nicht montagetechnisch relativ einfach
bewältigt werden können.
Ein nachträgliches Korrigieren der Schienenlage, ein
Stopfen der Schwellen, ein Austauschen der Schwellen
oder ähnliche Arbeiten lassen sich ebenso problemlos
ausführen, wie bei herkömmlichen Betonquerschwellen.
Aus fertigungstechnischen Gründen ist die
Betonschwellenform aus geometrisch regelmäßigen
Sektionen zusammengesetzt. Dabei ist das Mittelteil der
Schwelle, die Verbindung zwischen den beiden
Auflagerbereichen, auf das aus Biegebelastung und
Torsion rechnerisch mögliche Mindestmaß hin
dimensioniert worden. Damit wird der Forderung nach
möglichst breiten Auflagerbereichen unter den Schienen
und möglichst geringen Gewichten der Betonschwellen
Rechnung getragen. Durch Verwendung geeigneter
Materialien wie z. B. Polymerbeton, Kompositionen aus
Beton mit torsionsversteifenden Mitteln wie GFK-Fasern
und unter Verwendung von kolloidalem Zement läßt sich
die Elementsteifigkeit erhöhen und weiteres Gewicht
einsparen.
Anhand schematischer Zeichnungen soll die Erfindung
näher erläutert werden. Es zeigen
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Gleisanlage mit vier
erfindungsgemäßen Betonquerschwellen,
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform mit zwei
erfindungsgemäßen Betonquerschwellen,
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Betonquerschwelle.
In Fig. 1 sind zwei Schienen 1, 2 auf vier Schwellen 3
eines Eisenbahnoberbaus gelagert. Die Schwellen 3
weisen trapezförmige Auflagerbereiche 4, 6 auf, die
punktsymmetrisch zum Flächenschwerpunkt M der Schwelle
auf dem schmaleren Mittelteil 5 ausgebildet sind. Jedem
Auflagerbereich 4, 6 ist ein Doppelauflager 8, 9 für
die Lagerung der Schienen 1, 2 zugeordnet. Der
Schienenfuß ist durch mittig zwischen den
Doppelauflagern 8, 9 angeordnete Befestigungselemente
10 in bewährter Spannung fixiert. Bei den dargestellten
Schwellenformen sind die Schienenbefestigungen um ein
Halb mal Schwellenteilung (T/2) in
Schienenlängsrichtung versetzt. Die Gesamtbreite der
Schwelle 3 entspricht der Schwellenteilung T.
Für die Berechnung der Lastverteilung im
Eisenbahnoberbau ist das Verhältnis der Auflage-Längen
L1, L2 zur Gesamtlänge L der Schwelle wichtig. Durch
die schräge Achslage der Schwelle erhöht sich auch die
wirksame Schwellenlänge. Die trapezförmige Ausbildung
der Auflagerbereiche unterstützt die Forderung nach
möglichst geringer Flächenbelastung durch die
Betriebsbelastung der Gleisanlage.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Draufsicht auf zwei in
der Gleisanlage liegende erfindungsgemäße
Betonquerschwellen 12 bei denen speziell die
Auflagerbereiche 11, 13 beidseits des Mittelteiles 14
unter den Schienen 1, 2 extrem breit ausgebildet sind.
Auch hierbei entspricht die Schwellenteilung T der
rechnerischen Gesamtbreite der Schwelle 12.
Eine ähnliche günstige Breite der Auflager 16, 17 für
die Schienen 1, 2 läßt sich erreichen, wenn gemäß in
Fig. 3 die Schwelle 18 aus einzelnen sich teils
überlappenden quader- oder pyramidenstumpfförmigen
Segmenten mit integriertem Mittelteil 15
zusammengesetzt wird.
Claims (7)
1. Eisenbahnoberbau aus einzeln angeordneten
Betonquerschwellen (3, 12, 18) mit, im verlegten
Zustand an ihren beiden Enden in
Schienenlängsrichtung zueinander versetzten
Auflagerbereichen (4, 6; 11, 13; 16, 17), dadurch
gekennzeichnet, daß die Auflagerbereiche (4, 6; 11,
13; 16, 17) einer Schwelle insgesamt eine vergrößerte
Kopffläche aufweisen und die entgegengesetzten Enden
von zwei aufeinanderfolgenden Schwellen sich nicht
überlappen.
2. Eisenbahnoberbau nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auflagerbereiche um jeweils
ein Drittel bis zur Hälfte einer Schwellenteilung (T)
versetzt sind.
3. Eisenbahnoberbau nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die in Schienenlängsrichtung
gemessene Gesamtbreite der Betonquerschwellen (3, 12,
18) etwa der Schwellenteilung (T) entspricht.
4. Betonquerschwelle, insbesondere nach einem der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auflagerbereiche (4, 6; 11, 13; 16, 17) durch ein
schmaleres Mittelteil (5, 14, 15) achsenunsymmetrisch
und zum Flächenschwerpunkt (M) symmetrisch verbunden
sind.
5. Betonquerschwellen nach Anspruch 4, gekennzeichnet
durch zwei Auflager (8, 9) je Auflagerbereich mit
zwischen den Auflagern angeordneter Befestigung (10)
für die Schiene (1, 2).
6. Betonquerschwelle nach Anspruch 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auflagerbereiche (4, 6)
trapezförmig ausgebildet sind.
7. Betonquerschwelle nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Form (18)
versetzt aneinandergereihter Quader oder
Pyramidenstümpfe aufweist.
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