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DE393803C - Verfahren zur Herstellung von Kunstwolle aus Zellulose - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Kunstwolle aus Zellulose

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Publication number
DE393803C
DE393803C DEP43498D DEP0043498D DE393803C DE 393803 C DE393803 C DE 393803C DE P43498 D DEP43498 D DE P43498D DE P0043498 D DEP0043498 D DE P0043498D DE 393803 C DE393803 C DE 393803C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
cellulose
production
acetylation
acetic anhydride
synthetic wool
Prior art date
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Expired
Application number
DEP43498D
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
PLAUSONS FORSCHUNGSINSTITUT
Original Assignee
PLAUSONS FORSCHUNGSINSTITUT
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by PLAUSONS FORSCHUNGSINSTITUT filed Critical PLAUSONS FORSCHUNGSINSTITUT
Priority to DEP43498D priority Critical patent/DE393803C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE393803C publication Critical patent/DE393803C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F2/00Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
    • D01F2/24Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives
    • D01F2/28Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from cellulose derivatives from organic cellulose esters or ethers, e.g. cellulose acetate

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Kunstwolle aus Zellulose. Es sind Verfahren bekannt, welche gest2Ltten, Zellulose vermittels Essigsäureanhydrids, gegebenenfalls unter Zusatz von Katalysatoren, wie Schwefelsäure us-,N., aufzulösen und in Azetylzellulose überzuführen. Diese Verfahren haben den Nachteil, daß ein sehr großer 1;Jberschuß an Essigsäureanhydrid verwendet werden muß, um einheitliche Azetylierungsprodukte zu gewinnen. Schon um die stark aufsaugende Zellulose überhaupt nur zu benetzen, benötigt man sehr große Mengen Anhydrid. Der größte Teil dieser teuren Substanz tritt dabei gar nicht mit der Zellulose in Reaktion, ist aber, wenn nachher mit Wasser verdünnt wird, verloren. Infolgedessen hat die lösliche Azetvlzellulose bisher nicht mit der Viskose oder Nitrozellulose konkurrieren können und ist demgemäß auch nicht für die Herstellung einer der tierischen ähnlichen Faser in Frage gekommen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man aus Baumwolle oder einer anderen zelluloseartigen Faser auch eine Art Kunstwolle herstellen kann, wenn man sie mit einem Gemisch von dampfförmigem Essigsäureanhydrid und Schwefeltrioxyd oder Salzsäuregas bei einer unterhalb liegenden Temperatur behandelt. Dadurch wird die Oberfläche der Faser je nach der Einwirkungsdauer mehr oder weniger tief azetyliert, ohne daß die faserige Struktur verändert wird. Im Anschluß an die Azetylierung leitet man Wasserdampf bei möglichst niedriger Temperatur durch das erhaltene Produkt, gegebenenfalls unter Zusatz geringer Mengen Ammoniak, und zwar so lange, bis keine Säure mehr nachgewiesen werden kann. Bei Stapelfasern wird man zweckmäßig ein Gemisch von Essigsäurean-liydri(ddampf, Salzsäuregas und SOS anwenden, das Schwefelsäureanhydrid kann man aucli durch gasförmige schweflige -Säure (SO,) ersetzen. Bei reinem Zellstoff oder Watte genügt eine Mischung von Essigsäureanhydrid und SOS oder von Essigsäureanhydrid und trockenem Salzsäuregas und eine Einwirkungsdauer von bis 2 Stunden.
  • Zweckmäßig ist es, dem Dampfgemisch noch ein Lösungsmittel für die gebildeten Azetylierungsprodukte beizufügen, z. B. einen Chlorkohlenwasserstoff oder ein Chlorhydrin oder Azeton usw. Dadurch wird erreicht, daß die Azetylierung rascher vor sich geht und tiefer in die Faser eindringt.
  • Die Ausführung in der Praxis geschieht am besten in der Weise, daß die Zellulose in einem säurebeständigen Gefäß auf netzartigen Horden in mehreren Lagen übereinander ausgebreitet wird, und das Dampfgemisch von oben nach unten oder umgekehrt bei möglichst niedriger Temperatur durchgesaugt oder durchgedrückt wird. Ist die Zellulose dann im Verlauf von einer Stunde oder mehr bis zu einer genügenden Tiefe azetyliert, so wird sie, wie oben beschrieben, mit Wasserdampf nachbehandelt. Ihr Aussehen ist dein der echten Wolle ähnlich geivor den, und man kann sie entweder unvermischt oder unter Zusatz von Wolle oder anderen Faserstoffen verspinnen.
  • In ähnlicher Weise läßt sich auch Torffaser, gegebenenfalls nach Vornahme eines Bleichprozesses, veredeln.
  • Die vorliegende Erfindung bedeutet einen wesentlichen Vorteil gegenüber den bisherigen Verfahren, denn es wird erheblich an dem teuren Essigsäureanhydrid gespart; das etwa überschüssig angewandte kann stets in unveränderter Form wiedergewonnen und dem Prozeß von neuem zugeführt werden.
  • Von einer Reihe ähnlic'ier Verfahren unterscheidet sich die Erfindung wesentlich in verschiedener Hinsicht.
  • Es ist vorgeschlagen worden, die Zellulose. vor der Azetylierung mit verdünnter Schwefelsiitire zu behandeln. Diese Arbeitsweise hat den Nachteil, daß die Schwefelsäure selbst in geringer Konzentration in die Zellulosefaser eindringt und sie angreift. Diese Wirkungsweise ist mit ebensoviel Nachteil verbunden wie bekannte Verfahren, bei denen zwar gasförmige Katalysatoren, wie Salzsäuregas, diese aber in Gegenwart von Wasser, angewendet «-erden. Es wurde ferner vorgeschlafen, «-asserfreie Substanzen zur Azetylierung zii benutzen, aber diese sollen in Gemeinschaft mit Wasser die Hydrolvse der Zellulose be-«irken. Als Katalysator sind schließlich bereits Schwefelsäurechloride empfohlen worden, die jedoch ebenfalls in flüssigem Medium die Azetylierung beeinflussen sollen. Allen diesen Methoden gegenüber verwirklicht das neue Verfahren zum erstenmal den Gedanken, trockne Zellulose ausschließlich mit Gasen zu behandeln, wodurch jede unliebsame Nebenwirkung ausgeschaltet und ein möglichst reines Azetylierungsprodukt erhalten wird.
  • Was die neuartige sofortige Behandlung der azetylierten Faser mit Wasser, gegebenenfalls in Mischung mit Ammoniak, betrifft, so ist es zwar eine bekannte Maßnahme, in Lösung befindliche Azetylzellulose zu neutralisieren. Indessen besteht ein bedeutender Unterschied insofern, als die Neutralisation hier mit Gasen und nicht in Lösung vorgenommen wird, ganz abgesehen davon, daß die Endprodukte, die nach dem neuen und bekannten Verfahren nachbehandelt werden, ihrer Natur nach verschieden sind.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Kunstwolle aus Zellulose, dadurch gekenii7eielinet, daß man die Zellulose oder die zelltiloseartigen Produkte mit einem Gemisch von Essigsäureanhy driddampf mit Salzsäuregas oder Schwefeltrioxyd oder schwefliger Säure bei Temperaturen unter 8o°, gegebenenfalls unter Zusatz von Lösungsmitteln in Dampfform für die gebildeten Azetylierungsprodukte bearbeitet, worauf die Fasern sofort mit Wasserdampf, gegebenenfalls im Gemisch mit Ammoniak, so lange nachbehandelt werden, bis (las Erzeugnis säurefrei ist.
DEP43498D 1922-01-15 1922-01-15 Verfahren zur Herstellung von Kunstwolle aus Zellulose Expired DE393803C (de)

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