DE3929492A1 - Bremsanlage fuer kraftfahrzeuge, insbesondere ackerschlepper - Google Patents
Bremsanlage fuer kraftfahrzeuge, insbesondere ackerschlepperInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Bremsanlage für Kraft
fahrzeuge, insbesondere Ackerschlepper, mit einer mecha
nischen Hinterradbremseinrichtung, die zur Betätigung der
beiden Hinterradbremsen jeweils eigene, miteinander ver
riegelbare Pedale und Gestänge aufweist.
Solche Bremsanlagen haben sich wegen ihrer Einfachheit,
Robustheit und Wirtschaftlichkeit bereits seit langem be
währt und ergeben sowohl eine Betriebsbremse mit gleich
zeitiger Bremsung beider Hinterräder als auch eine Lenk
bremse mit jeweils nur einem bremsbaren Hinterrad, da durch
eine Verriegelung beider Pedale beide Hinterradbremsen
gemeinsam betätigt werden, bei entriegelten Pedalen mit
jedem Pedal immer nur eines der Hinterräder bremsbar ist.
Allerdings sind auf Grund der gesetzlichen Vorschriften
diese Bremsanlagen nur für langsam fahrende Fahrzeuge
zugelassen, so daß ihr Anwendungsbereich auf kleinere
Ackerschlepper u. dgl. beschränkt bleibt.
Ackerschlepper und andere Kraftfahrzeuge, die für eine
Straßenfahrt mit höherer Fahrgeschwindigkeit ausgelegt
sind, bedürfen einer Vierradbremse, wozu es die unterschied
lichsten hydraulischen oder pneumatischen Bremssysteme
gibt, die jedoch recht aufwendig sind und vor allem von
vornherein als Vierradbremsanlage konzipiert werden und
daher eine Verbindung mit einer mechanischen Hinterrad
bremseinrichtung ausschließen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, diese Mängel
zu beseitigen und eine Bremsanlage der eingangs geschilder
ten Art auf rationelle Weise so zu verbessern, daß ohne
Beeinträchtigung des einfachen, durch die mechanische Hin
terradbremseinrichtung gegebenen Lenkbremsverhaltens eine
auch höhere Fahrgeschwindigkeiten erlaubende Betriebsbremse
entsteht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe dadurch, daß die Hinterrad
bremseinrichtung durch eine Vorderradbremseinrichtung erwei
tert ist, die eine hydraulisch oder pneumatisch betätigbare
Fremdkraftbremsvorrichtung als Vorderradbremsen und eine
über ein hydraulisch ansteuerbares Bremsventil von einer
Druckmittelleitung abzweigende Bremsleitung umfaßt, wobei
in die Gestänge zur Hinterradbremsbetätigung hydraulische
Druckgeber eingebunden sind, deren Druckräume einerseits
über eine Druckleitung miteinander und über eine gemeinsame
Steuerleitung mit einem Steuerkopf des Bremsventiles und
anderseits über eine Ausgleichsleitung und jeweils ein
bei Pedalbetätigung schließendes Ventil od. dgl. mit einem
Ausgleichsbehälter in Verbindung stehen.
Diese Kombination aus mechanischer Hinterradbremseinrichtung
und hydraulischer oder pneumatischer Vorderradbremseinrich
tung führt auf rationelle Weise zu einer Vierrad-Betriebs
bremse, die eine entsprechende Fahrgeschwindigkeit ermög
licht, wobei durch die in den Kraftfluß zwischen Pedal
und Hinterradbremse eingesetzten Druckgeber ein der Pedal
kraft und damit der Hinterradbremskraft proportionale Vor
derradbremskraft erzeugt werden kann, da das Bremsventil
in Abhängigkeit von der Steuerdruckbeaufschlagung eine
mehr oder weniger starke Bremsdruckbeaufschlagung der Brems
leitung für die Vorderradbremsen über den Druck in der
Druckmittelleitung, beispielsweise den Pumpendruck der
Fahrzeughydraulik, erlaubt. Es kommt zu einer kraftgesteuer
ten Vorderradbremsung, die auf Grund ihrer Fremdkraftbetäti
gung allerdings nur bei entsprechender Beaufschlagung der
Druckmittelleitung, also meist nur bei laufendem Motor
wirksam werden kann, was aber in der Praxis keine Rolle
spielt. Sind also beide Pedale verriegelt und dient die
Bremsanlage als Betriebsbremse, wird bei Betätigen der
Pedale das Gestänge der Hinterradbremseinrichtung auf Zug
belastet und dadurch in den Druckgebern ein Hydraulikdruck
aufgebaut, über den daher pedalkraftabhängig das Bremsventil
angesteuert und die Vorderradbremseinrichtung zugeschaltet
wird. Da beim Betätigen beider Pedale die Ventile beider
Druckgeber schließen, gibt es keine Verbindung zum Aus
gleichsbehälter und auch keinen Druckverlust. Die gegensei
tige Verbindung der Druckräume über die Druckleitung bringt
hingegen einen einfachen Wegausgleich im mechanischen
Bremsgestänge der Hinterradbremse mit sich, so daß tat
sächlich eine gleichmäßige Vierradbremsung mit über das
Bremsventil abstimmbarer Bremskraftverteilung zwischen
Vorder- und Hinterachse gewährleistet ist. Sind die Pedale
für eine Lenkbremsung entriegelt und wird daher nur ein
Pedal betätigt, geht der Kraftfluß über das eine zugehörende
Gestänge zur betreffenden Hinterradbremse und nur der in
diesem Gestänge eingebundene Druckgeber wird belastet.
Nur das Ventil dieses Druckgebers schließt, das Ventil
des anderen bleibt jedoch offen, so daß auch die Druckräume
über die Druckleitung und die Ausgleichsleitung mit dem
Ausgleichsbehälter verbunden bleiben und es nicht zu einem
Druckaufbau im Druckgeber, sondern nur zu einem Verdrängen
des Hydraulikmittelvolumens kommt. Die eine Hinterradbremse
wird daher ohne eine gleichzeitige Ansteuerung des Brems
ventiles der Vorderradbremseinrichtung betätigt und die
volle Funktionstüchtigkeit der Lenkbremsung für die Hin
terräder ist gegeben. Die Vorderradbremseinrichtung läßt
sich dabei aufwandsarm einbauen und eignet sich auch bestens
für eine Nachrüstung bereits bestehender Kraftfahrzeuge
mit mechanischer Hinterradbremseinrichtung.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispiels
weise veranschaulicht, und zwar zeigen
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Bremsanlage an Hand eines
Anlagenschemas und
Fig. 2 einen Druckgeber dieser Bremsanlage im Schaltbild.
Um ein nicht weiter dargestelltes Kraftfahrzeug, das eine
mechanische Hinterradbremseinrichtung 1 aufweist, mit einer
Vierradbremsanlage ausrüsten zu können, ist die Hinterrad
bremseinrichtung 1 durch eine hydraulische Vorderradbrems
einrichtung 2 erweitert. Die Hinterradbremseinrichtung
1, die auch als Lenkbremse dient, besteht aus den beiden
Hinterradbremsen 3 und ihnen jeweils zugeordneten eigenen
Pedalen 4 und Gestängen 5, so daß die Hinterradbremsen
3 für eine Lenkbremsung getrennt bremsbar sind und nur
durch Kopplung der beiden Pedale 4 mittels einer Pedalver
riegelung 6 gemeinsam betätigt werden können.
Die Vorderradbremseinrichtung 2 umfaßt eine hydraulisch
betätigbare Fremdkraftbremsvorrichtung mit zwei Lamellen
bremsen 7 als Vorderrad- bzw. Vorderachsbremsen und ein
Bremsventil 8 zur Abzweigung einer Bremsleitung 9 von einer
Druckmittelleitung 10, beispielsweise die Pumpendruckleit
tung der Fahrzeughydraulik. Dieses Bremsventil 8, das einem
üblichen Anhängerbremsventil, beispielsweise dem Bosch
Anhängerbremsventil Nr. 0 53 80 08 300 entspricht, weist einen
Steuerkopf 11 zur hydraulischen Ansteuerung eines nicht
weiter dargestellten Steuerkolbens auf und erlaubt eine
vom Steuerdruck abhängige und daher kraftgesteuerte Druck
beaufschlagung der Bremsleitung 9 von der Druckmittellei
tung 10 her, so daß auch die Lamellenbremsen 7 für die
Vorderräder mehr oder weniger stark betätigt werden können.
Die funktionelle Verbindung zwischen Hinterradbremseinrich
tung 1 und Vorderradbremseinrichtung 2 wird durch zwei
in den Gestängen 5 zur Hinterradbremsbetätigung eingebaute
hydraulische Druckgeber 12 erreicht, deren Druckräume 13
miteinander über eine Druckleitung 14 und über eine von
dieser Druckleitung 14 ausgehende gemeinsame Steuerleitung
15 mit dem Steuerkopf 11 des Bremsventiles 8 in Verbindung
stehen. Außerdem sind die Druckgeber 12 über eine Aus
gleichsleitung 16 an einen Ausgleichsbehälter 17 angeschlos
sen, wobei jeweils ein in den Druckgebern 12 integriertes
Ventil 18 die Verbindung zwischen Ausgleichsleitung 16
und Druckleitung 14 kontrolliert und bei Betätigung des
zugehörenden Pedals 6 schließt. Diese Druckgeber, beispiels
weise der Bosch Druckgeber Nr. 05 80 08 002, ist problemlos
in die Gestänge 5 einzubauen und erlaubt die von der Stärke
der Hinterradbremsbetätigung abhängige Druckbeaufschlagung
des Bremsventiles 8.
Werden Hinterrad- und Vorderradbremseinrichtung 1, 2 als
Vierrad-Betriebsbremse genutzt, sind die Pedale 4 miteinan
der verriegelt und durch ein Betätigen der Pedale 4 kommt
es zu einer gemeinsamen Betätigung der beiden Hinterrad
bremsen 3. Gleichzeitig damit werden auch die beiden in
den Gestängen 5 sitzenden Druckgeber 12 belastet, wobei
durch die Pedalbetätigung beide Ventile 18 schließen und
jede Verbindung zum Ausgleichsbehälter 17 unterbrechen.
In den Druckräumen 13 der Druckgeber 12 baut sich daher
ein der Pedalkraft entsprechender Steuerdruck auf, der
über die Druckleitung 14 und die Steuerleitung 15 den
Steuerkopf 11 zum Ansteuern des Bremsventiles 8 beauf
schlagt. Das Bremsventil 8 gibt daher dementsprechend die
Bremsleitung 9 dosiert für eine Druckbeaufschlagung von
der Druckmittelleitung 10 her frei und die Lamellenbremsen
7 werden in Abhängigkeit von der Pedalkraft und dem Über
setzungsverhältnis des Bremsventiles 8 betätigt. Es kommt
zu einer gleichzeitigen Vierradbremsung.
Da die beiden Druckgeber 12 über die Druckleitung 14 mit
einander in Leitungsverbindung stehen, wird außerdem ein
Wegausgleich für die mechanische Hinterradbremseinrichtung
1 und damit ein gleichmäßiges Anziehen der Hinterradbremsen
3 gewährleistet.
Soll die Bremsanlage zur Lenkbremsung eingesetzt werden,
ist die Pedalverriegelung 6 zu lösen, so daß die Pedale
4 und damit über die zugehörenden Gestänge 5 auch die Hin
terradbremsen 3 einzeln betätigt werden können. Da jeweils
nur ein Pedal 4 betätigt und daher auch nur ein Druckgeber
12 belastet wird, bleiben wegen der vorhandenen Rückzugs
federn 19 das andere Pedal und der andere Druckgeber in
Ausgangsstellung, so daß auch über diesen nicht belasteten
Druckgeber und das zugehörige Ventil 18 eine Verbindung
der Druckleitung 14 mit der Ausgleichsleitung 16 und dem
Ausgleichsgefäß 17 geöffnet bleibt. Das Hydraulikmittel
im belasteten Druckgeber 12 kann demnach ohne Druckaufbau
verdrängt werden und es kommt zu keinem Ansteuern des
Bremsventiles 8 und zu keiner Betätigung der Vorderrad
bremsen. Das Betätigen des einen Pedals 4 führt daher allein
zur Bremsung des zugehörenden Hinterrades, wobei sich
lediglich der Pedalweg um den Hub des Druckgebers
vergrößert.
Ein Entlasten des oder der Pedale 4 bringt diese auf Grund
der Rückzugsfedern 19 in die Ausgangsstellung zurück, wobei
Anschläge 20 für eine schonende Entlastung der Druckgeber
12 in dieser Ausgangsstellung sorgen. Je nach Ein- oder
Ausrasten der Pedalverriegelung 6 läßt sich somit die
Bremsanlage als rein mechanische Hinterrad-Lenkbremse oder
als mechanisch-hydraulische Vierrad-Betriebsbremse nutzen.
Claims (1)
- Bremsanlage für Kraftfahrzeuge, insbesondere Ackerschlepper, mit einer mechanischen Hinterradbremseinrichtung, die zur Betätigung der beiden Hinterradbremsen jeweils eigene, miteinander verriegelbare Pedale und Gestänge aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hinterradbremseinrichtung (1) durch eine Vorderradbremseinrichtung (2) erweitert ist, die eine hydraulisch oder pneumatisch betätigbare Fremdkraftbremsvorrichtung als Vorderradbremsen (7) und eine über ein hydraulisch ansteuerbares Bremsventil (8) von einer Druckmittelleitung (10) abzweigende Bremslei tung (9) umfaßt, wobei in die Gestänge (5) zur Hinterrad bremsbetätigung hydraulische Druckgeber (12) eingebunden sind, deren Druckräume (13) einerseits über eine Drucklei tung (14) miteinander und über eine gemeinsame Steuerlei tung (15) mit einem Steuerkopf (11) des Bremsventiles (8) und anderseits über eine Ausgleichsleitung (16) und jeweils ein bei Pedalbetätigung schließendes Ventil (18) od. dgl. mit einem Ausgleichsbehälter (17) in Verbindung stehen.
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