DE3927365A1 - Auftragswerk zum auftragen von beschichtungen - Google Patents
Auftragswerk zum auftragen von beschichtungenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Auftragswerk zum kontinuierlichen
Auftragen von flüssiger Beschichtungsmaterie auf Folien nach
Oberbegriff von Anspruch 1.
Solche Auftragswerke zur kontinuierlichen Beschichtung von
Folien sind bekannt, in denen eine drehende Auftragswalze die
flüssige Beschichtungsmaterie aus einer Wanne aufnimmt und
als auf der Walze gleichmäßig verteilte Schicht auf eine von
mindestens einer Gegenwalze zugeführte Folie durch Adhäsion
überträgt.
Dabei dient die Gravur in der Auftragswalzen-Oberfläche dazu,
die Übertragungsfähigkeit der Walze und damit auch den Auf
trag auf die zu beschichtende Folie zu erhöhen und die
Gleichmäßigkeit der aufzutragenden Schicht zu verbessern.
Der Nachteil bekannter Auftragswerke besteht nun darin, daß
es nicht gelingt bei Beschichtungsmaterien mit einer dynami
schen Viskosität von weniger als 100 mPa · s (cP), in einem
Arbeitsgang eine für gewisse Verwendungen der Folie, z. B.
zur Herstellung von Klebe- oder Umreifungsband, genügend
dicke und gleichmäßig verteilte Schicht auf die Auftragswal
ze zu transferieren und auf die Folie aufzutragen. Zum Bei
spiel bei der Herstellung von Klebefolien mit einem in Wasser
dispersierten oder emulgierten Kleber von einer Viskosität
von 40-70 mPa.s (cP), muß zur Erreichung der gewünschten
Eigenschaften eine im Naßzustand etwa 0,04 mm dicke
Schicht auf die Folie übertragen werden, was je nach Drehge
schwindigkeit der Auftragswalze und der Laufgeschwindigkeit
der Folie einer theoretischen Auftragsschicht auf der Auf
tragswalze von bis zu 0,4 mm entsprechen würde.
Bisher war es nicht möglich, solche Mengen dünnflüssiger
Beschichtungsmaterien auf eine Folie in einem Arbeitsgang
aufzutragen, ohne daß dabei Unregelmäßigkeiten in der
Schicht auftreten.
Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht deshalb die
Aufgabe darin, ein Auftragswerk zum kontinuierlichen Auftrag
von Beschichtungsmaterie auf Folien bereitzustellen, bei dem
niedrig-viskose Beschichtungsmaterien in genügender Menge und
gleichmäßig verteilt in einem Arbeitsgang aufgetragen werden
können.
Im speziellen, wird ein Auftragswerk gesucht, mit dem in
Wasser dispersierte oder emulgierte Klebermaterie mit einer
Viskosität von etwa 40-70 mPa.s (cP) in einer Schichtdicke
von bis zu 0,04 mm gleichmäßig verteilt auf eine Folie
aufgetragen werden kann.
Die Lösung der gestellten Aufgabe wird durch die Merkmale von
Anspruch 1 gekennzeichnet.
Durch die Gegenläufigkeit der zwei Gruppen von mehrstufig-
schraubenförmigen Gravurrillen werden die Unregelmäßigkeiten
in der Auftragsschicht fortlaufend in zwei entgegengesetzte
Richtungen auseinandergezogen und dadurch reduziert. Zudem
wird die zu übertragende Beschichtungsmaterie im wesentlichen
in den Rillen transportiert und durch deren Auffangeffekt
weitgehend am Wegfließen gehindert.
In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Gravurrillen
mindestens eine Tiefe von 0,4 mm und eine Breite von minde
stens 1 mm auf. Der Rillenquerschnitt ist bevorzugterweise der
eines invertierten Trapezes.
Der Steigwinkel der Gravurschraubenlinien kann zwischen 10
und 30 Grad betragen.
In weiteren Ausführungsformen ist das Auftragswerk mit regel
baren Abstreifern versehen, wobei ein erster Abstreifer als
regelbarer Grobdosierer mit stumpfem Anstellwinkel und ein
zweiter Abstreifer als regelbarer Feindosierer mit spitzem
Anstellwinkel ausgebildet sind.
Dabei können zur besseren Dosierung und Verteilung der Be
schichtungsmaterie bei beiden Abstreifern der Anstellwinkel
und der Auftragswalzenabstand unabhängig voneinander regelbar
ausgebildet sein.
Zur besseren Verteilung der Schicht ist der Feindosierer in
einer Ausführungsform als changierbar ausgebildet, wobei er
regelbar parallel zur Walzenachse hin- und her changiert.
Changiergeschwindigkeit und Changierweg sind entsprechend der
Laufgeschwindigkeit der zu beschichtenden Folie und der ge
wünschten Auftragsmenge einstellbar. Dies erlaubt, die
dünnflüssige Schicht kurz vor der Übertragung auf die Folie
nochmals auszugleichen und in die Gravurrillen hineinzupres
sen.
Der regelbare Walzenabstand des Grob- und des Feindosierers
erlaubt, in Funktion der Auftragswalzendrehzahl und der Fo
liengeschwindigkeit die zu übertragende Masse zu regulieren.
Dabei wird mit zunehmender Foliengeschwindigkeit der Grobdo
sierer mit einem größeren Abstand, der Feindosierer mit
einem kleineren Abstand und höherer Changierfrequenz einge
stellt.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfinderischen Auftrag
werkes wird nun anhand der Figuren ausführlicher beschrieben.
Fig. 1 zeigt das Auftragswerk in Seitensicht.
Fig. 2 zeigt die Auftrags- und die Gegenwalze entlang dem
Schnitt A-B in Fig. 1.
Fig. 3 zeigt die Changiervorrichtung des Feindosierers.
Wie in Fig. 1 ersichtlich ist, dreht die Auftragswalze 3 des
Auftragswerkes 1 in einer mit einem Zufluß 12 und einem
Ablauf 13 ausgestatteten Wanne 14, in der sich die Beschich
tungsmaterie 2, hier ein wässeriger Dispersions- oder Emul
sionskleber, befindet. Ein erster Abstreifer 21 zur Grob
dosierung der auf der Auftragswalze aufgetragenen Kleber
schicht 11, sowie ein zweiter Abstreifer 31 zur Feindosierung
der Kleberschicht 11 sind drehbar gelagert an der Wanne 14
befestigt, was durch Änderung des Anstellwinkels erlaubt,
den Abstand des Abstreifblattes zur Walze regelbar einzustel
len. Obwohl hier fest ausgebildet, kann die Lagerung der
Drehachse auch mit einstellbarem Abstand zur Walzenoberfläche
ausgebildet sein, um den Abstand des Abstreifblattes
unabhängig vom Anstellwinkel regeln zu können. Der Feindosie
rer 31 ist zudem entlang der Drehachse in Achsrichtung beweg
bar, wie in Fig. 3 ersichtlich ist und weiter unten beschrie
ben wird.
Die Kleberschicht 11 auf der Auftragswalze 3 wird im Uhrzei
gersinn drehend der zu beschichtenden Folie 4 zugeführt, die
um eine ebenfalls im Uhrzeigersinn drehende, direkt oberhalb
der Auftragswalze angeordneten Gegenwalze 5 durch den Wal
zenspalt 6 hindurch zugeführt wird. Im Walzenspalt 6 wird ein
großer Teil der zugebrachten Kleberschicht 11 auf die Folie
4 übertragen, wobei die Zubringgeschwindigkeit der Kleber
schicht 11 im allgemeinen verschieden, und normalerweise
kleiner ist als die Zuführgeschwindigkeit der Folie 4.
Fig. 2 zeigt schematisch das Muster der auf der Auftragswal
zenoberfläche 111 angebrachten Gravur 112.
Die Gravur 112 besteht aus zwei Gruppen von gegenläufigen,
mehrstufigen schraubenförmigen Gravurrillen 113, die über die
ganze Manteloberfläche der Walze 3 in gleichmäßigen Abstän
den angeordnet sind. Der Querschnitt ist der eines invertier
ten Trapezes, mit einer minimalen Tiefe T von 0,4 mm und
einer minimalen Basis B von 1 mm. Der Steigwinkel liegt bei
ungefähr 20 Grad.
Fig. 3 zeigt in Aufsicht den zum Feindosieren vorgesehenen
zweiten Abstreifer 31 mit Drehachse 311 und Antriebsmittel
312 zum Changieren der Drehachse 311 in Richtung des Pfeiles
313. Die Antriebsmittel können nach Bedarf hydraulisch, pneu
matisch, mechanisch oder elektromagnetisch ausgeführt sein.
Sie changieren die Achse 311 mit regelbarer Frequenz und mit
einer Amplitude, die ein Mehrfaches des Gravurrillen-Ab
standes beträgt. Zudem regeln sie den Anstellwinkel und damit
den Walzenabstand des Feinabstreifblattes 314, so daß die
Kleberschicht in die Gravurrillen 113 hineingepreßt wird und
durch die Changierbewegung die Oberfläche der Kleberschicht
11 nochmals gleichmäßig verteilt wird.
Die Übertragung der Kleberschicht 11 auf die Folie 4 erfolgt
im Walzenspalt 6, wobei der größte Teil der Kleberschicht
11, inbegriffen den in den Gravurrillen 113 befindlichen
Teil, auf die gegenläufig vorbeigeführte Folie 4 übertragen
wird.
Als Beispiel einer Verwendung des Auftragswerkes sei die kon
tinuierliche Beschichtung einer PVC- oder Polyolefin-Folie,
im besonderen einer mono- oder biaxial orientierte Polypropy
lenfolie, erwähnt, bei der die Beschichtungsmaterie eine
wäßrige Dispersion oder Emulsion eines Akrylharzklebers mit
einer Viskosität von 40-70 mPa.s (cP) mit einem Festkörperan
teil von 48-54% ist. Die auf die Folie aufgetragene Schicht
hat im Naßzustand ungefähr eine Dicke von 0,04 mm und
resultiert im Trockenzustand in einem Festkörperanteil von
mehr als 14 g/m2 und bis zu 28 g/m2.
Die Foliengeschwindigkeit beträgt zwischen 70 und 200 m/min,
die Kleberschicht 11 auf der Auftragswalzen-Oberfläche hat
ungefähr eine Geschwindigkeit von 20 bis 30 m/min.
Claims (8)
1. Auftragswerk (1) zum kontinuierlichen Auftragen von
flüssiger Beschichtungsmaterie auf Folien, mit einer die
flüssige Beschichtungsmaterie (2) enthaltenden Wanne (14),
einer darin drehenden, mit einer Gravur versehenen Auftrags
walze (3) sowie mindestens einer achsen-parallel angeordneten
Gegenwalze (5) zur Zuführung der zu beschichtenden Folie (4)
in zur Drehrichtung der Auftragswalze (3) gegenläufigen Rich
tung und zur Anpressung an die Auftragswalze (3), dadurch
gekennzeichnet, daß die Auftragswalze (3) auf der Walzen
oberfläche (111) zwei gegenläufige Gruppen von gleichmäßig
über die Breite der Walze angeordneten, mehrstufig-schrauben
förmigen Gravurrillen (113) aufweist.
2. Auftragswerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Gravurrillen (113) mindestens eine Tiefe (T) von 0,4 mm
und eine Breite (B) an der Walzenoberfläche von 1 mm aufwei
sen.
3. Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1-2, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Querschnitt der Gravurrillen (113) ein
invertiertes Trapez ist.
4. Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Steigwinkel der Gravurrillen (113)
zwischen 10 und 30 Grad beträgt.
5. Auftragswerk nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Auftragswalze mit einem ersten Ab
streifer (21) mit stumpfem Anstellwinkel als regelbarem Grob
dosierer und einem zweiten Abstreifer (31) mit spitzem An
stellwinkel als regelbarem Feindosierer ausgestattet ist.
6. Auftragswerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
Anstellwinkel und Abstand zur Auftragswalze des ersten und
zweiten Abstreifers (21, 31) zur Dosierung der aufzutragenden
Beschichtungsmaterie unabhängig voneinander regelbar ausgebil
det sind.
7. Auftragswerk nach einem der Ansprüche 5-6, dadurch ge
kennzeichnet, daß der zweite Abstreifer (31) zur gleichmä
ßigen Verteilung der Auftragsschicht als parallel zur Auf
tragswalzenachse regelbar changierend ausgebildet ist.
8. Verwendung des Auftragswerks nach einem der Ansprüche 1-7
zur Beschichtung einer Folie, dadurch gekennzeichnet, daß die
Folie eine PVC- oder Polyolefin-Folie, im besonderen eine
Polypropylenfolie ist, und daß die Beschichtungsmaterie eine
wäßrige Dispersion oder Emulsion eines Acrylharzklebers mit
einer Viskosität von 40-70 mPa.s und einem Festkörperanteil
von 48-54% ist.
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|---|---|---|---|
| DE19893927365 DE3927365A1 (de) | 1989-08-19 | 1989-08-19 | Auftragswerk zum auftragen von beschichtungen |
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Publications (1)
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|---|---|
| DE3927365A1 true DE3927365A1 (de) | 1991-02-21 |
Family
ID=6387405
Family Applications (1)
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| DE19893927365 Ceased DE3927365A1 (de) | 1989-08-19 | 1989-08-19 | Auftragswerk zum auftragen von beschichtungen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3927365A1 (de) |
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