DE3920305A1 - Durchlaufbrecher - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Durchlaufbrecher gemäß
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Erfindungsgemäße Durchlaufbrecher unterscheiden sich
von sogenannten Einlaufbrechern u.a. durch die Anord
nung und Ausbildung ihres Widerlagers. Da Ein
laufbrecher oberhalb einer Förderrinne angeordnet
sind und einen eigenen Brechbalken benutzen, verlangen
sie eine bestimmte Durchgangshöhe, über die das Brech
gut nach unten gefördert wird. Durchlaufbrecher benutzen
dagegen als Brechwiderlager die stationäre Konstruktion
eines Förderers und verbrauchen daher keine Fallhöhe.
Sie eignen sich daher besonders für den Untertage
betrieb, dessen unterirdische Räume meistens eine
geringe Höhe aufweisen. Die bekannten Durchlaufbrecher
dieser Art werden daher überwiegend zur Zerkleinerung
des Fördergutes verwendet, das aus einer Mischung von
Kohlen und Bergen besteht.
Die Schlagwalze, welche das bewegliche Brechorgan des
erfindungsgemäßen Durchlaufbrechers bildet, läuft in
Förderrichtung des mit seiner Rinne das Brechwider
lager bildenden Förderers um. Darin unterscheidet sich
der erfindungsgemäße Durchlaufbrecher von anderen
Durchlaufbrechern, deren Schlagwalze entgegen der
Förderrichtung umläuft. Bei den letztgenannten Durch
laufbrechern ergibt sich daraus eine abweichende
Zerkleinerungswirkung. Die gegen die Förderrichtung
umlaufende Schlagwalze läßt die Schlagwerkzeuge in das
Brechgut eintauchen, die aus diesem das Überkorn im
Brechspalt herausgraben und nach oben schleudern, das
dann auf einen stationären Brechbalken prallt und dabei
zerbrochen wird.
Dagegen wird bei dem erfindungsgemäßen Durchlauf
brecher das Überkorn von einem oder mehreren der schnell
umlaufenden Schlagwerkzeuge aufgeschlagen und gespalten
und nicht zwischen den Brechwerkzeugen und der Förder
rinne zerdrückt bzw. auf die Förderrinne geschleudert.
Erst nach der Zerkleinerung des Überkorns wird das
Brechgut in den hinter der Schlagwalze liegenden Raum
geschleudert und von dem Förderer weitertransportiert.
Diese Betriebsart, die die Förderung unterstützt, ist
vorteilhaft, setzt allerdings voraus, daß die Schlag
werkzeuge genügend Schlagenergie aufbringen.
Die Erfindung geht von einem vorbekannten Durchlauf
brecher aus (DE-PS 25 54 111). Dessen Besonderheit
besteht darin, daß die Brechwalze eine kompakte Einheit
aus miteinander durch Schweißkehlnähte verbundenen,
abwechselnden und deckungsgleichen Kreisplatten und
nabenförmigen Scheiben aufgebaut, sowie außerdem dreh
fest auf beiden Seiten mit der Antriebswelle verbunden
ist. Hierdurch werden die Schlagwalze und die Welle
geschont, sowie ein energieverzehrender, unruhiger
Umlauf der Walze vermieden, so daß hohe Brechleistungen
erzielt werden.
Bei dem vorbekannten Durchlaufbrecher sind jedoch die
Halter der Schlagwerkzeuge, welche dadurch unbeweglich
auf den Scheiben festgelegt sind, auf Schlagarmen
angeordnet, welche einstückig und paarweise an jeder
Scheibe ausgebildet sind. Die Scheiben bilden daher
Naben, von denen die Schlagarme wie Speichen radial
vorstehen. Die beiden Schlagarme jeder Scheiben sind
um einen Halbkreis gegeneinander versetzt. Die Scheiben
anzahl ist geradzahlig und der Scheibenversatz jeweils
um einen Viertelkreis versetzt. Das bewirkt die Auswuchtung
der Schlagwalze, die für hohe Drehzahlen Voraussetzung
ist.
Ein solcher Durchlaufbrecher kann zwei hintereinander
angeordnete Walzen aufweisen und hat bei einem aus Kohle
und begleitendem Gestein bestehenden Fördergut eine
Durchsatzleistung von ca. 350 t/h, wobei die Schlagwalze
mit ca. 350 U/min umläuft. Das zerkleinerte Brechgut hat
ein oberes Grenzkorn von ca. 250 bis 300 mm. Dabei hat
das Brechgut eine Stückgröße von ca. 800×600×1500 mm.
Diese Werte reichen jedoch häufig nicht aus. Das ist
u.a. der Fall, wenn Berge hydraulisch gefördert werden
sollen, weil hierfür das Brechgut auf maximale Korngrös
sen von 120 bis 180 mm heruntergebrochen werden muß.
Wenn derartige Berge aus hartem Gestein, etwa aus
Sandschiefer oder Sandstein bestehen, können sie
außerdem nur schwer zerkleinert werden, weil sie beim
Auftreffen eines Schlagwerkzeuges nicht in den Brech
spalt, sondern in Gegenrichtung herausgeschleudert
werden und dann eine erhebliche Gefahr für die Umgebung
des Durchlaufbrechers darstellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Durch
laufbrecher der beschriebenen Art zu schaffen, welcher
ein insbesondere aus Bergen bestehendes Brechgut auf
geringere Korngrößen herunterbricht und dabei
bestimmungsgemäß wie geschildert arbeitet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen
des Anspruches 1 gelöst. Weitere Merkmale der Erfindung
sind Gegenstand der Unteransprüche.
Gemäß der Erfindung ist die Anzahl der Brechwerkzeuge
wesentlich vermehrt, die auf einer Scheibe mit Haltern
befestigt sind, so daß sich eine Vervielfachung der
Schlagwerkzeuge über die ganze Brechwalze gesehen
ergibt. Außerdem wird durch die gegenüber den vorbekann
ten Naben durch den Wegfall der Brecharme wesentlich
vergrößerten Scheibendurchmesser erreicht, so daß bei
jedem Auftreffen eines Brechwerkzeuges auf ein Überkorn
des Brechgutes die dabei auftretende Abbremsung ausge
glichen wird. Entgegen der Erwartung, daß eine derart
gestaltete Brechwalze, insbesondere dann, wenn sie nur
Berge und auch noch harte Berge z.B. aus Sandschiefer
zerkleinern muß, das Überkorn aus dem Brechspalt her
ausschleudert, ergibt sich das Gegenteil. Die Brechwalze
läuft vielmehr in ruhigem Lauf um und schleudert das
zerbrochene Überkorn in den Raum hinter der Schlagwalze.
Die Vergrößerung der Kreisplatten im Durchmesser auf
Durchmesser, der größer als das Vieleck der Scheiben
ränder ist, vergrößert ihrerseits die Masse der Schlag
walze und macht diese unempfindlich gegen die Verviel
fachung der auftretenden Abbremsvorgänge beim Zer
brechen und Spalten des Überkorn. Sie verhindert außer
dem das Auftreten von Überkorn im Brechgut hinter der
Schlagwalze, so daß der erfindungsgemäße Durchlauf
brecher ein gleichmäßig heruntergebrochenes Gut
liefert.
Die Erfindung hat den Vorteil, daß sie grobes Brechgut
in einem Durchlauf auf wesentlich geringere Korngrößen
z.B. auf die geforderten 120 bis 180 mm herunterbricht,
wobei ein ruhiger Lauf der Schlagwalze gewährleistet
ist, der die Schlagwalze und ihre Welle schont. Die
Schlagwalze kann daher auch über Keilriemen angetrieben
werden, ohne daß ein übermäßiger Schlupf im Antrieb
auftritt. Keilriemenantriebe sind bei Durchlaufbrechern
besonders zweckmäßig, um die geforderten Antriebs
energien elastisch übertragen zu können. Tatsächlich
hat sich herausgestellt, daß mit den erfindungsgemäßen
Durchlaufbrechern unter vergleichbaren Bedingungen die
Durchsatzleistungen auf ca. 2000 t/h gesteigert werden
können.
Mit den Merkmalen des Anspruches 2 wird eine Form der
Schlagwalze geschaffen, welche das zuvor geschilderte
Brechergebnis ermöglicht.
Zweckmäßig ist ferner die Verwirklichung der Merkmale
des Anspruches 3, weil hierdurch ein fester Sitz der
Schlagwerkzeuge auf dem Scheibenrand gewährleistet
wird.
Die Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform anhand
der Figuren in der Zeichnung; es zeigen
Fig. 1 eine teilweise im Längsschnitt gehaltene Ansicht
der Schlagwalze gemäß der Erfindung und ihre
Antriebswelle unter Weglassung der übrigen Teile
des Durchlaufbrechers und
Fig. 2 eine Stirnansicht einer der Scheiben, die zu
mehreren die Schlagwalze bilden.
Die in Fig. 1 dargestellte Welle (1) kann auf jedem
ihrer abgedrehten Enden (2, 3) eine drehfeste Antriebs
scheibe für einen Riementrieb aufnehmen, welche die
Energie eines nicht dargestellten Antriebes auf die
Welle (1) überträgt. Der Antrieb sitzt stationär auf
einer nicht dargestellten Förderrinne, welche als
Brechwiderlager dient. In Förderrichtung des Förderers,
zu dem die Förderrinne gehört, läuft die Schlagwalze
(4) um. Sie ist aus drei Kreisplatten (5, 6 und 7),
sowie aus vier Scheiben (8-11) zusammengesetzt. Der
Ausdruck zusammengesetzt bedeutet im vorliegenden
Zusammenhang, verschiedene form- oder kraftschlüssige
Verbindungen, z.B., daß die Kreisplatten (5-7) und die
kongruenten Scheiben (8-11) an ihren Rändern durch
Kehlnähte miteinander verschweißt sind, was im
Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 angenommen
worden ist, oder daß die deckungsgleichen Kreisplatten
(5-7) und die kongruenten Scheiben (8-11) einen Guß
körper bilden, der die aus den Fig. 1 und 2 ersicht
liche Form aufweist, jedoch einteilig ausgebildet ist.
Die Brechwalze weist außen an beiden Enden je eine
Scheibe (12 bzw. 13) auf, die im Durchmesser gegenüber
den deckungsgleichen Kreisplatten (5-7) vergrößert
ist. Diese Außenscheiben (12, 13) sind ihrerseits
deckungsgleich und außen mit einer Aussparung (14)
versehen. In der Aussparung ist ein Flansch (15)
versenkt, den Schrauben (16), welche auf einem Teil
kreis angeordnet sind, durchdringen und auf dem sich
die Schrauben mit ihren Köpfen abstützen. Die
Schrauben (16) dienen dazu, die Scheiben (12 und 13)
mit der Anordnung aus den deckungsgleichen Kreis
platten (5-7) und den kongruenten Scheiben (8-11), sowie
mit einem Ringflansch (17) auf jeder Seite der Welle
(1) zu verspannen. Im Inneren der außenliegenden
Kreisplatten und Scheiben ist die Welle außerdem mit
der Schlagwalze (4), wie bei (18) dargestellt, ver
keilt. Demzufolge ist eine absolut drehfeste Verbindung
der Schlagwalze (4) mit der Welle (1) gewährleistet.
Die in Stirnansicht in Fig. 2 wiedergegebene Scheibe
(8) ist mit Haltern (19-24) versehen, welche einstückig
mit dem Scheibenkörper (8) verbunden sind. Dieser weist
in der Mitte eine kreisförmige Aussparung (25) für die
Welle (1) auf. Jeder Halter trägt ein Schlagwerkzeug
(26), wobei aus Gründen der Übersicht in Fig. 2 nur das
in dem Halter (24) gelagerte Schlagwerkzeug (26) wieder
gegeben ist. Das Schlagwerkzeug hat eine nach vorn, d.h.
in Umlaufrichtung konvex gewölbte Schlagnase (27) und
einen Schaft (28). Es ist mit einer Rückseite an einen
Zapfen (29) angeschweißt, der ein mit Gewinde versehenes
Ende (30) aufweist. Eine Spannmutter (31) legt über
einen oder mehrere Federringe (32) den Zapfen (29) in
einer Bohrung bzw. zylindrischen Aussparung (33) im
Halter (24) fest.
Die Scheibe (8) weist einen polygonalen Rand (34) auf.
Das dadurch gebildete Vieleck besitzt sechs Seiten
(35-40), dem die Anzahl von sechs Haltern (24) und
sechs Schlagwerkzeugen (26) entspricht. Da die Halter
(26) jeweils einer Polygonseite (35-40) zugeordnet sind,
ergibt sich eine sternförmige Anordnung der Schlag
werkzeuge (26).
Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind die insgesamt
vier Scheiben (8-11), welche kongruent ausgebildet
sind, um jeweils 30 Grad gegeneinander versetzt ange
ordnet. Der Versatz erfolgt dabei stets in einer
Richtung. Das hat zur Folge, daß die Schlagwalze ins
gesamt ausgewuchtet ist. Es führt ferner dazu, daß jedes
Schlagwerkzeug (26) für sich auf das Überkorn im
Brechgut einwirkt. Die zwischen den Scheiben (8-11)
angeordneten Kreisplatten (5-7) sind im Durchmesser so
bemessen, daß ihre Randkanten (41) innerhalb des von den
Seiten (35-40) des Polygonzuges umschriebenen Vielecks
liegen.
Zur Abstützung der Schlagwerkzeuge (26) sind die
Scheibenränder an jeder Polygonseite (35-40) mit einer
rechtwinkligen, zweiseitigen Aussparung (44) versehen,
in der sich das Brechwerkzeug (26) mit der Rückseite
seines Teiles (28) abstützt.
Die Brechwalze (4) läuft in Richtung des gekrümmten
Pfeiles (44) um, während der in den Brechspalt defi
nierende Förderer in Richtung des geraden Pfeils (45)
fördert. Hierdurch wird erreicht, daß das zerbrochene
Überkorn in den Raum hinter der Brechwalze (4)
geschleudert wird.
Claims (4)
1. Durchlaufbrecher, bei dem über einem als
Brechwiderlager ausgebildeten Förderrinnen
abschnitt eine in Förderrichtung umlaufende
Schlagwalze mit hoher Drehzahl rotiert,
welche auf einer auf beiden Seiten gelager
ten Welle eine an ihren Enden mit der Welle
drehfest verbundene Walze aufweist, die aus
miteinander verbundenen, abwechselnden,
deckungsgleichen Kreisplatten und kongruenten
Scheiben gebildet ist, welche mit Haltern für
Schlagwerkzeuge bestückt und so angeordnet
sind, daß benachbarte Scheiben jeweils um den
halben Bogen des Abstandes ihrer Brechwerk
zeuge gegeneinander versetzt angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Scheiben
(8-11) einen polygonalen Rand (34) aufweisen,
auf dem eine Vielzahl von Schlagwerkzeugen
(26) sternförmig angeordnet ist, wobei jedem
Schlagwerkzeug (26) eine Polygonseite (35-40)
zugeordnet ist und die Halter auf den
Polygonseiten (35-40) angebracht sind, und
daß die Randkante (41-43) der zwischen den
Scheiben (8-11) angeordneten Kreisplatten
(5-7) innerhalb des von den Polygonzügen der
Scheiben (8-11) umschriebenen Vielecks
angeordnet sind.
2. Durchlaufbrecher nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Scheibenränder (34)
einen sechseckigen Polygonzug (35-40) dar
stellen und die Scheiben um 30 Grad gegen
einander in der Schlagwalze (4) versetzt
angeordnet sind.
3. Durchlaufbrecher nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Polygonseiten (35-40) des Scheiben
randes (34) an ihrem in Drehrichtung vorlau
fenden Ende und an den Haltern (24) zur
Abstützung der Schlagwerkzeuge (26) ausge
spart sind.
4. Durchlaufbrecher nach einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aussparung (44) zweiseitig und recht
winklig sind und zur Aufnahme des Schaftes
(28) des Schlagwerkzeuges (26) dienen.
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