DE3911152A1 - Niederschlagsmessgeraet - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Niederschlagsmeßgerät mit einem Auf
fangbehälter und einer Meßeinrichtung für die Menge des mit dem
Auffangbehälter angesammelten Niederschlags.
Übliche Niederschlagsmeßgeräte, wie sie in Wetterwarten o. ä.
Verwendung finden, bestehen aus einem Auffangbecher mit einer
genormten Querschnittsfläche. Der Becher weist eine Skala auf, an
der sich die Höhe des Wasserstandes des aufgefangenen Niederschlages
ablesen läßt.
Für viele Niederschlagsmessungen, beispielsweise in Wäldern, sind
diese Niederschlagsmeßgeräte nicht brauchbar, weil sie eine Ablesung
durch eine Bedienperson erfordern. In vielen Fällen reicht nämlich
nur eine Meßstelle nicht aus. So sind Niederschläge beispielsweise
im Wald durch den Einfluß der Baumkronen sehr heterogen verteilt.
Es werden daher relativ große Auffangflächen pro Regensammler
oder viele einzelne Regensammler für die Erfassung des Nieder
schlags unter dem Bestand benötigt.
Für diese Anwendungsfälle ist es bekannt, übliche Regenrinnen als
Auffangflächen zu verwenden und den aufgefangenen Niederschlag in
Wassertonnen zu sammeln. Die Veränderung des Wasserspiegels in
der Tonne kann über einen Schwimmer mechanisch auf einem Schreib
streifen registriert werden. Hierdurch werden zwar große Auffang
flächen realisiert, diese bedingen jedoch auch einen hohen Ver
dunstungsgrad des Niederschlags aus den Rinnen. Darüber hinaus
sind die Rinnen und die Schwimmermechanik sehr wartungsintensiv,
da sie regelmäßig gereinigt und überprüft werden müssen. Da in
der Regel nur Edelstahlrinnen verwendet werden können, stellen
sie auch einen erheblichen Kostenfaktor dar.
Es ist ferner bekannt, genormte Auffangbehälter zu verwenden und
diese mit einer Wägeeinrichtung zu koppeln, so daß das Gewicht
des - ggf. in mehreren Auffangbehälter - eingefangenen Nieder
schlags festgestellt wird. Die Veränderung des Gewichts wird
mechanisch auf Schreibstreifen aufgezeichnet. Bei dieser Anordnung
ist die Verfälschung der Meßwerte durch Verdunstungen nicht so
groß. Dafür steht auch nur eine geringere Auffangfläche zur Ver
fügung. Das mechanisch aufwendige Wäge- und Registriergerät ist
anfällig, wartungsintensiv und teuer. Von Zeit zu Zeit muß der
Auffangbehälter manuell entleert werden.
Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Nieder
schlagsmeßgerät der eingangs erwähnten Art so auszubilden, daß
die Verdunstung bei zunehmender Größe des Auffangsbehälters nicht
wesentlich erhöht wird und eine bequeme Fernregistrierung der
gemessenen Niederschlagsmenge möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Niederschlagsmeß
gerät der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß der Auffang
behälter eine Ablauföffnung aufweist, die mit einer Öffnung eines
unter dem Auffangbehälter angeordneten, geschlossenen Sammelraums
fluchtet und daß im Boden des Sammelraums ein Druckmeßelement
angeordnet ist.
Auf den Sammelraum können Auffangbehälter einer beliebigen, für
den akuten Meßfall geeigneten Durchmesser aufgesetzt werden. Da
das vom Auffangbehälter aufgefangene Wasser sofort in den Sammel
raum gelangt, der im wesentlichen geschlossen ist, findet praktisch
keine Verdunstung des im Sammelraum angesammelten Wassers statt.
Die Messung der aufgefangenen Wassermenge erfolgt durch die Fest
stellung der Höhe der Wassersäule über den Druck, den die Wasser
säule auf das im Boden des Sammelbehälters angeordnete Druckmeß
element ausübt.
Die erfindungsgemäße Anordnung läßt sich besonders variabel ge
stalten, wenn in den Sammelraum ein auf dem Boden abdichtend
angeordnetes Rohr auswechselbar eingesetzt ist. Das Rohr bestimmt
das Verhältnis der Höhe der Wassersäule zum Volumen des aufge
fangenen Niederschlages und damit die jeweilige Meßgenauigkeit.
Sind nur kleine Niederschlagsmengen zu erwarten und ist eine hohe
Meßgenauigkeit angestrebt, wird ein relativ dünnes Rohr in den
Sammelraum eingesetzt werden, während bei einer hohen Niederschlags
menge ein Rohr mit einem vergleichsweisen großen Durchmesser zur
Anwendung gelangt. Das Rohr ist vorzugsweise sowohl an seinem
unteren als auch an seinem oberen Ende mit einer stirnseitigen,
elastischen Dichtung versehen und kann so zwischen Deckel und
Boden des Sammelraums unter elastischer Vorspannung eingesetzt
werden, so daß es mit einer oberen elastischen Dichtung auch am
Deckel des Sammelraums anliegt.
Das erfindungsgemäße Niederschlagsmeßgerät läßt sich besonders
vorteilhaft verwenden, wenn in den Sammelraum ein bis kurz über
den Boden ragendes Absaugrohr eingesetzt ist, an das eine Absaug
vorrichtung anschließbar ist. Auf diese Weise kann der Sammelraum
automatisch, beispielsweise in vorgegebenen Zeitintervallen mittels
einer Zeitschalteinrichtung, ggf. aber auch in Abhängigkeit von
den festgestellten Meßwerten, automatisch entleert werden, so daß
die Meßwertgewinnung über lange Zeit ohne ein Eingreifen einer
Bedienperson möglich ist. Zweckmäßigerweise findet beim Absaugen
keine vollständige Entleerung des Sammelraums statt sondern es
verbleibt eine Anfangs-Wassersäule, die von der Auswertungsein
richtung als Ausgangslage erkannt und einem Nullpunkt zugeordnet
wird.
Zweckmäßigerweise weist der Boden des Auffangbehälters konisch
zueinander geneigte Flächen auf, an deren tiefster Stelle die
Ablauföffnung angeordnet ist. Diese ist wiederum sinnvoll durch
ein in den Sammelraum ragendes Rohr mit einem geringen Durchmesser
gebildet.
Auch der Boden des Sammelraums weist vorzugsweise konisch geneigte,
symmetrisch zur Mitte angeordnete Flächen auf, unter deren tiefsten
Punkten das Druckmeßelement angeordnet ist. Das Druckmeßelement
ist vorzugsweise auswechselbar an dem Sammelraum befestigt, so
daß ggf. für verschiedene Anwendungsfälle verschiedene Druckmeß
elemente, die verschiedene Meßempfindlichkeiten repräsentieren,
eingesetzt werden können.
Uber dem Druckmeßelement ist zweckmäßigerweise ein zylindrischer
Teilraum des Sammelraum angeordnet, der durch einen nach unten
ragenden, offenen Rohransatz gebildet sein kann, auf den eine
Kappe aufsetzbar ist, die den Rohransatz verschließt und durch
deren Boden das Druckmeßelement ragt.
Das Druckmeßelement befindet sich dabei in einem Gehäuse, in dem
vorzugsweise auch eine kleine Signalverarbeitungsplatine unter
gebracht ist, so daß die elektrischen Meßsignale eine erste Vor
verstärkung erfahren können, bevor sie über eine aus dem Gerät
herausgeführte Datenleitung zu einer Registriereinrichtung über
tragen werden. Die Kappe ist zweckmäßigerweise auf den Rohransatz
aufgeschraubt, so daß dadurch die lösbare Verbindung des Druck
meßelements mit dem Boden des Sammelraums realisiert ist.
Die Erfindung soll im folgenden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert werden.
Die Zeichnung läßt einen zylindrischen Auffangbehälter 1 erkennen,
der auf eine entsprechende zylindrische Aufnahmeplatte 2 mit den
unteren Enden seiner zylindrischen Seitenwände aufgesetzt ist.
Der Auffangbehälter weist einen hochgesetzten Boden 3 auf, der
von außen zur Mitte hin schräg nach unten verläuft und in eine
Ablauföffnung 4 mündet, die sich als Rohr 5 durch eine zentrale
Öffnung 6 der Aufnahmeplatte 2 hindurch in einen darunter befind
lichen Sammelraum 7 erstreckt. Der Sammelraum 7 ist durch zylin
drische Außenwandungen 8 und einen Boden 9 begrenzt. In den Sam
melraum ist ein Rohr 10 eingesetzt, das mit einer unteren elasti
schen stirnseitigen Dichtung 11 auf dem Boden 9 und mit einer
oberen stirnseitigen elastischen Dichtung an der den Deckel des
Sammelraums 7 bildenden Aufnahmeplatte 2 unter einer elastischen
Vorspannung anliegt.
Der Boden des Sammelraums 7 ist ebenfalls konisch nach unten zur
Mitte hin geneigt und mündet in einen zylindrischen Teilraum 13,
der durch einen nach unten ragenden Rohrstutzen 14 mit einem
Außengewinde gebildet ist. Auf das Rohrstück 14 ist eine Kappe 15
mit einem Innengewinde aufgeschraubt, so daß der Teilraum 13 durch
den Boden der Kappe 15 nach unten abgeschlossen wird. Durch den
Boden der Kappe 15 ragt ein Druckmeßelement 16 in den Teilraum 13
hinein. An die Kappe 15 ist ein zylindrisches Gehäuse 17 ange
schlossen, das das Druckelement 16 sowie eine parallel dazu ange
ordnete Signalverarbeitungsplatine 18 beherbergt. Durch eine Öffnung
der stirnseitigen Abschlußwand 19 des Gehäuses 17 ist ein Signal
kabel 20 mit einer Kabeldurchführung 21 aus dem Gehäuse 17 heraus
geführt.
Nahe der Mitte des Sammelraums 7 ragt in diesen bis nahe über den
Boden ein Absaugrohr 22, das durch die Aufnahmeplatte 2 hindurch
geführt und oberhalb sofort abgewinkelt ist und einen Schlauchauf
nahmestutzen 23 bildet. Ein auf den Schlauchaufnahmestutzen 23
geschobener Schlauch 24 ist mit einer Absaugvorrichtung verbindbar.
Diese ermöglicht eine automatische Absaugung des im Sammelraum 7
innerhalb des Rohres 10 angesammelten Wassers bis auf einen Aus
gangs-Wasserpegel 25, der in der Zeichnung gestrichelt dargestellt
ist. Diesem Wasserpegel 25 wird der Nullpunkt der Druckmeßvorrich
tung 16 zugeordnet.
Zur Anpassung der Meßbereiche und Meßgenauigkeiten kann das Rohr
10 mit einfachen Handgriffen ausgewechselt werden und in seinem
Durchmesser der erwarteten Niederschlagsmenge angepaßt werden.
Hierzu ist die Aufnahmeplatte 2 nur in einem Stecksystem mit der
zylindrischen Wandung 8 des Sammelraums 7 verbunden. Hierzu ist
auf die zylindrische Wandung 8 ein Ring 26 aufgesetzt, der mit
einem ringförmigen Zentriersteg 27 an der Außenseite der zylin
drischen Wandung 8 anliegt. Die Aufnahmeplatte 2 umgreift den
Ring 26 radial außen mit einem weiteren ringförmigen Steg 28, der
in eine Auflagefläche 29 für den Behälter 1 übergeht.
Unterhalb des Bodens 9 des Sammelraums 7 bilden zylindrische Wän
de 30 eine Aufnahmekammer 31 für das Gehäuse 17 des Druckmeßele
ments 16. Die Kammer ist an ihrem unteren Ende durch eine abnehmbare
Platte 32 abgeschlossen, so daß ein schneller Zugriff zu dem Ge
häuse 17 des Druckmeßelements 16 möglich ist. Durch Abschrauben
der Kappe 15 kann das Druckelement 16 mitsamt seinem Gehäuse 17
schnell ausgewechselt und, falls gewünscht, durch ein Druckmeßele
ment mit einer anderen Empfindlichkeit ersetzt werden.
Das erfindungsgemäße Niederschlagsmeßgerät ist somit sehr flexibel
einsetzbar, kann die gewünschten Auffangflächen ohne wesentliche
Zunahme der Verdunstungsgefahr bereitstellen und auf unterschied
lichste Niederschlagsmengen durch Variation der Rohre 10 bzw. der
Druckmeßelemente 16 eingestellt werden.
Claims (13)
1. Niederschlagsmeßgerät mit einem Auffangbehälter (1) und
einer Meßeinrichtung für die Menge des mit dem Auffangbehäl
ter angesammelten Niederschlags, dadurch gekennzeichnet, daß
der Auffangbehälter (1) eine Ablauföffnung (4) aufweist, die
mit einer Öffnung eines unter dem Auffangbehälter (1) ange
ordneten, geschlossenen Sammelraums (7) fluchtet und daß im
Boden (9) des Sammelraums (7) ein Druckmeßelement (16)
angeordnet ist.
2. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß in den Sammelraum (7) ein auf dem Boden (9) bedich
tend angeordnetes Rohr (10) auswechselbar eingesetzt ist.
3. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeich
net, daß das Rohr (10) mit einer oberen elastischen Dichtung
(12) auch am Deckel (2) des Sammelraums (7) anliegt.
4. Niederschlagsmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß in den Sammelraum (7) ein bis
kurz über den Boden (9) ragendes Absaugrohr (22) eingesetzt
ist, an das eine Absaugvorrichtung anschließbar ist.
5. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß die Absaugvorrichtung durch eine Zeitschaltein
richtung ein- und ausschaltbar ist.
6. Niederschlagsmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (3) des Auffangbehäl
ters konisch zueinander geneigte Flächen aufweist, an deren
tiefster Stelle die Ablauföffnung (4) angeordnet ist.
7. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Ablauföffnung (4) durch ein in den Sammel
raum (7) ragendes Rohr (5) gebildet ist.
8. Niederschlagsmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Boden (9) des Sammel
raums (7) konisch geneigte, symmetrisch zur Mitte ange
ordnete Flächen aufweist, unter deren tiefsten Punkten das
Druckmeßelement (16) angeordnet ist.
9. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß das Druckmeßelement (16) auswechselbar an dem
Sammelraum (7) befestigt ist.
10. Niederschlagsmeßgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß über dem Druckmeßelement (16)
ein zylindrischer Teilraum (13) des Sammelraums (7)
angeordnet ist.
11. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 10, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zylindrische Teilraum (13) durch einen
nach unten ragenden, offenen Rohransatz (14) gebildet ist,
der durch eine auf den Rohransatz (14) aufgesetzte Kappe
(15) verschließbar ist, durch deren Boden das Druckmeß
element (16) ragt.
12. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, daß sich das Druckmeßelement (16) in einem den
Außenrand der Kappe (15) fortsetzenden Gehäuse (17)
befindet, in dem eine kleine Signalverarbeitungplatine (18)
untergebracht ist.
13. Niederschlagsmeßgerät nach Anspruch 11 oder 12, dadurch
gekennzeichnet, daß der Rohransatz (14) ein Außengewinde
trägt, auf das die Kappe (15) mit einem Innengewinde auf
schraubbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893911152 DE3911152A1 (de) | 1989-04-06 | 1989-04-06 | Niederschlagsmessgeraet |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893911152 DE3911152A1 (de) | 1989-04-06 | 1989-04-06 | Niederschlagsmessgeraet |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3911152A1 true DE3911152A1 (de) | 1990-10-11 |
Family
ID=6378001
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893911152 Withdrawn DE3911152A1 (de) | 1989-04-06 | 1989-04-06 | Niederschlagsmessgeraet |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3911152A1 (de) |
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- 1989-04-06 DE DE19893911152 patent/DE3911152A1/de not_active Withdrawn
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