DE3910566A1 - Vorrichtung zum beschleunigen eines projektils mittels eines plasmas - Google Patents
Vorrichtung zum beschleunigen eines projektils mittels eines plasmasInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschleunigen
eines Projektils mittels eines über einen elektrischen
Ladekreis erzeugten Plasmas in einem bodenseitig
verschlossenen, metallischen Rohr, wobei der eine Pol des
Entladekreises an einer ersten Elektrode liegt, die am
Rohr hinter dem Projektil ausgebildet ist, und der andere
Pol des Entladekreises mit dem Rohrmantel verbunden ist.
Eine derartige Vorrichtung ist in der DE-OS 36 13 260
beschrieben. Die erste Elektrode ist vom Rohrboden
gebildet. Die zweite Elektrode bildet der Rohrmantel.
Beim Schalten des Entladekreises entsteht ein Lichtbogen
zwischen dem Rohrboden und dem Rohrmantel. Dadurch wird
ein Plasma erzeugt, welches das Projektil im Rohr
beschleunigt.
Bei der DE-OS 36 13 260 ist die Lichtbogenentwicklung und
damit auch der zeitliche Verlauf des Druckanstiegs nicht
von der Lage des Projektils im Rohr bestimmt.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der
eingangs genannten Art vorzuschlagen, bei der zur
Verbesserung des Druckverlaufs bei der Entwicklung des
Plasmas eine einfache Stromzuführung zum Projektil
erreicht ist.
Erfindungsgemäß ist obige Aufgabe bei einer Vorrichtung
der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß das
Projektil, das die zweite Elektrode ist, einen
Stromabnehmer bildet, der im Rohrmantel anliegt und in
diesem beim Beschleunigen des Projektils gleitet.
Der Stromabnehmer wirkt wie ein Schleifkontakt, der bei
der Beschleunigung des Projektils mit dem Rohr in
elektrischem Kontakt bleibt. Die Lichtbogenbildung
erfolgt zwischen der vom Projektil gebildeten Elektrode
und der am Rohr ausgebildeten Elektrode. Dadurch wird bei
der Bewegung des Projektils der Lichtbogen mitgezogen.
Der Lichtbogen wird also verlängert. Dies führt zu einer
Verbesserung des Druckverlaufs und damit zu einer
Erhöhung der Leistung.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung bildet ein
Boden des Projektils die zweite Elektrode, der von dem
Stromabnehmer in Längsrichtung des Projektils beabstandet
ist. Vorzugsweise liegt dabei in Ausgangsstellung des
Projektils der Stromabnehmer im metallischen Rohrmantel
vor einem hülsenartigen Isolator, der sich zum Rohrboden
hin erstreckt. Dadurch ist erreicht, daß sich der
Lichtbogen nur zwischen dem Boden des Projektils und dem
Rohrboden bildet, solange sich die zweite Elektrode längs
des Isolators bewegt. Durch die Gestaltung der Länge des
Isolators läßt sich die Lichtbogenbildung und damit der
Druckverlauf bestimmen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels. Die Figur zeigt
eine Vorrichtung zum Beschleunigen eines Projektils
schematisch im Schnitt.
Ein metallisches Rohr (1) weist einen Rohrboden (2) auf, an
den ein erster Pol (3) eines Entladungskreises (4)
angeschlossen ist. Ein zweiter Pol (5) des
Entladungskreises (4) ist mit dem metallischen Rohr (1)
verbunden.
In dem Rohr (1) ist ein hülsenartiger Isolator (6),
beispielsweise aus Keramik, angeordnet. Dieser erstreckt
sich vom Rohrboden (2) in Längsrichtung des Rohres (1) bis
zu einer Länge (L). Mit einem Bund (7) des Isolators (6) ist
eine elektrische Isolation zwischen dem Rohrboden (2) und
dem Rohr (1) hergestellt. Der Isolator (6) und das Rohr (1)
sind kalibergleich.
Ein für das Rohr (1) vorgesehenes Projektil ist von einem
Geschoß (8) in einem Treibspiegel (9) gebildet, der ein
vorderes Teil (10) und ein hinteres Teil (11) aufweist. Die
Teile (10, 11) sind elektrisch leitend und elektrisch
leitend miteinander verbunden. Das vordere Teil (10)
bildet einen Stromabnehmer, der das Rohr (1) innen
elektrisch kontaktiert. Das hintere Teil (11) bildet die
zweite Elektrode der Vorrichtung. Das vordere Teil (10)
weist vom hinteren Teil (11) einen Abstand (A) auf. Der
Abstand (A) und die Länge (L) sind so aufeinander
abgestimmt, daß dann, wenn das Geschoß in seiner
Ausgangsstellung steht, der Stromabnehmer (10) nicht am
Isolator (6), sondern schon am metallischen Rohr (1)
anliegt. In der Figur ist das Geschoß (8) bzw. der
Treibspiegel (9) in einer Stellung kurz nach dem Abschuß
gezeigt.
Die Funktionsweise der beschriebenen Vorrichtung ist etwa
folgende:
Schon vor dem Abschuß liegt der Stromabnehme (10) am
metallischen Rohr (1) an. Bei der Entladung des
Entladekreises (4) bildet sich ein Lichtbogen zwischen dem
Rohrboden (2) und dem hinteren Teil (11) des
Treibspiegels (9) aus. Dadurch entsteht in der
Druckkammer (12) ein Plasma, das den Treibspiegel (9) mit
dem Geschoß (8) beschleunigt. Bei der Bewegung des
Treibspiegels (9) bleibt weiterhin der Stromabnehmer (10)
in elektrischem Kontakt mit dem Rohr (1). Der Lichtbogen
zwischen dem Rohrboden (2) und dem hinteren Teil (11) wird
in die Länge gezogen. Wegen des Isolators (6) bildet sich
kein Lichtbogen zwischen dem Rohr (1) und dem Rohrboden (2)
aus.
Wenn dann das hintere Teil (11) des Treibspiegels (9) den
Isolator (6) verläßt, wird spätetens der Lichtbogen
zwischen dem Rohrboden (2) und dem hinteren Teil (11)
abreißen.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Beschleunigen eines Projektils mittels
eines über einen elektrischen Entladekreis erzeugten
Plasmas in einem bodenseitig verschlossenen, metallischen
Rohr, wobei der eine Pol des Entladekreises an einer
ersten Elektrode liegt, die am Rohr hinter dem Projektil
ausgebildet ist, und der andere Pol des Entladekreises
mit dem Rohrmantel verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Projektil (8, 9), das die zweite Elektrode ist,
einen Stromabnehmer (10) bildet, der im Rohrmantel (1)
anliegt und in diesem beim Beschleunigen des
Projektils (8, 9) gleitet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Boden (11) des Projektils (8, 9) die zweite
Elektrode bildet, der von dem Stromabnehmer (10) in
Längsrichtung des Projektils (8, 9) beabstandet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, insbesondere nach
Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Ausgangsstellung des Projektils (8, 9) der
Stromabnehmer (10) im metallischen Rohrmantel (1) vor einem
hülsenartigen Isolator (6) anliegt, der sich zum
Rohrboden (2) hin erstreckt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die erste Elektrode
am Rohrboden (2) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Isolator (6) an den Rohrboden (2) anschließt und
den Rohrboden (2) gegenüber dem Rohr (1) elektrisch
isoliert.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge (L) des elektrischen Isolators (6) und der
Abstand (A) des Bodens (11) des Projektils (8, 9) vom
Stromabnehmer (10) so aufeinander abgestimmt sind, daß
sich ein Lichtbogen zwischen dem Rohrboden (2) und dem
Boden (11) des Projektils (8, 9) über eine bei der
Beschleunigung zunehmende, gewünschte Länge einstellt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Isolator (6) und das Rohr (1) kalibergleich sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Projektil ein Geschoß (8) mit einem
Treibspiegel (9) ist, der den Stromabnehmer (10) bildet.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Treibspiegel (9) mit einem vorderen Teil (10) den
Stromabnehmer und mit einem von diesem in Längsrichtung
beabstandeten hinteren Teil (11) die zweite Elektrode
bildet.
Priority Applications (4)
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