DE3902649A1 - Bleiakkumulator - Google Patents
BleiakkumulatorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Bleiakkumulator mit positiven PbO2-Elektroden,
negativen Pb-Elektroden und zwischenliegenden Separatoren in wässriger
Schwefelsäure als Zellenelektrolyt und mit einem Gehalt an Zinn.
In bekannten Akkumulatoren dieser Art ist die Anwesenheit von Zinn in der
Regel durch die Verwendung zinnhaltiger Bleigitterlegierungen bedingt. Insbe
sondere können die in wartungsfreien Bleibatterien vorzugsweise eingesetzten
Legierungen des PbCa-Typs nennenswerte Mengen an Zinn aufweisen.
Von den herkömmlichen PbSb-Legierungsgittern, die etwa 2% bis 5% Antimon
enthalten, weiß man aus Erfahrung, daß Zusätze von Zinn die Korrosionsanfäl
ligkeit der Gitter verringern. Der günstige Einfluß des Zinns wird damit er
klärt, daß es das Herauslösen des Antimons aus dem Gitter der positiven
PbO2-Elektrode hemmt und so dessen Wanderung zur negativen Pb-Elektrode
verhindert. Auf diese Weise bleibt die Batterie vor der Bildung schädlicher
Lokalelemente, welche den beschleunigten Korrosionsabtrag der Gitteroberfläche
zur Folge haben, weitgehend geschützt.
Diese unerwünschte Antimon-Auswanderung aus dem Gitter der positiven Blei
elektrode ist zugleich Ursache für die Selbstentladung von Bleibatterien, die
im gefüllten und geladenen Zustand in Bereitschaft stehen. Von der Selbst
entladung betroffen sind insbesondere auch solche Batterien, die als ge
brauchsfertig vom Lager genommen und nur mit Elektrolyt gefüllt zu werden
brauchen, aus denen nach einer ersten Ladung der Elektrolyt jedoch nur durch
Ausgießen oder Abzentrifugieren entfernt worden ist, so daß sie im feuchten
Zustand der Lagerhaltung unterworfen waren.
Als ein Mittel, um die Lagerfähigkeit solcher im nassen Zustand belassener,
geladener Batterien zu verbessern, wurde in der JP-A-60 429 und JP-A-54-50 839
bereits SnSO4 bzw. SnO2 als Zusatz zum Aktivmaterial der positiven
Elektrode vorgeschlagen. Die Anwendungskonzentrationen für die Zinnverbin
dungen überdecken dabei einen Bereich von 0,05% bis 5%, bezogen auf die
positive Bleipaste.
Aus der JP-A-54-49 538 ist auch die Möglichkeit einer Verbesserung der
Hochstromleistung in der Kälte (bei -1°C) durch Zusätze von SnSO4 oder SnO
zum positiven Elektrodenmaterial sowohl bei frisch in Gebrauch genommenen
als auch bei naß gelagerten Batterien bekannt.
Gemäß JP-A-62-51 161 schließlich kann die Bildung einer entla
dungshemmenden Passivschicht zwischen dem positiven Aktivmaterial und ei
nem zinnhaltigen PbCa-Legierungsgitter vermieden werden, wenn man ein Sn-
freies PbCa-Legierungsgitter vorsieht und dieses mitsamt dem einpastierten
Massepulver in eine ein Zinnsalz enthaltende schwefelsaure Lösung taucht. Der
Erfolg dieser Maßnahme soll in einer Anhebung der Mindestlebensdauer der
Batterie bestehen.
Den Anlaß zu der vorliegenden Erfindung gaben bestimmte Verhaltensmängel
der PbO2-Elektrode, die sich beim zyklischen Lade/Entladebetrieb in einem
empfindlichen Absinken des Kapazitätsniveaus äußern, sobald die Lade- und
Entladeparameter eine Änderung erfahren. Dabei können Verschiebungen des
Kapazitätsniveaus von bis zu 40% auftreten.
Der Hauptgrund für dieses Phänomen liegt in der Sensibilität der positiven
Elektrode, mit der sie insbesondere hinsichtlich der Masseausnutzung auf
Veränderungen beim Lade-/Entladeverfahren reagiert. In der Praxis konnten die
speziellen Bedingungen, die für ein hohes Kapazitätsniveau eingehalten werden
müssen, bisher nur von speziellen Ladegeräten, die entsprechend aufwendig
und teuer sind, realisiert werden.
Somit liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die erwähnte Sensibilität der
positiven PbO2-Elektrode abzubauen und nach Möglichkeit ganz zu unter
drücken.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Bleiakkumulator gelöst, wie er im
Patentanspruch 1 angegeben ist, bzw. durch ein Verfahren zum Herstellen ei
nes solchen Bleiakkumulators, wie es im Patentanspruch 4 definiert ist.
Danach hat sich überraschenderweise gezeigt, daß ein Bleiakkumulator nach
dem eingangs formulierten Gattungsbegriff positive Elektroden mit der ge
wünschten Stabilität aufweist, wenn das enthaltene Zinn im wesentlichen im
Zellenelektrolyten vorliegt, in dem es als Zinnsulfat gelöst ist.
In dem frisch hergestellten und geladenen Akkumulator soll das Zinnsulfat
dabei in einer Menge vorliegen, die durch ein Molverhältnis SnSO4 : H₂SO4 in
den Grenzen 2 × 10-5 : 1 und 3 × 10-2, vorzugsweise in den Grenzen
1 × 10-4 : 1 und 2 × 10-3, bestimmt ist. während PbO2 und H2SO4 in einem
Molverhältnis 0,08 : 1 bis 1 : 1 zueinander stehen sollen.
Besonders günstig ist es, wenn soviel Zinnsulfat im Elektrolyten vorliegt, daß
alles im geladenen Zustand des Akkumulators vorhandene PbO2 und das gelö
ste Zinn in einem Molverhältnis PbO2 : SnSO4 zueinander stehen, welches in
einem Bereich von 3000 : 1 bis 30 : 1, vorzugsweise in einem Bereich von
700 : 1 bis 50 : 1, liegt. Ferner soll der Zeilenelektrolyt 3- bis 5molar an
H₂SO4 sein.
Bei der Herstellung des Akkumulators gemäß der Erfindung verfährt man so,
daß die erforderliche Menge an Zinn in Form von SnSO4, SnO, SnO2 oder als
Metallpulver in einem kleineren Volumen Schwefelsäure etwa der gleichen
Konzentration wie die des Zellenelektrolyten vorgelöst wird, wobei das Flüs
sigkeitsvolumen so bemessen ist, daß eine ca. 1%ige Lösung an SnSO4 ent
steht.
Diese Lösung wird dem Zellenelektrolyten in einem Zuge zugesetzt, wenn der
Akkumulator kurze Zeit - ca. 0,1 bis 1 h - vor einem Ladungsende steht oder
während einer Pause nach der beendeten Ladung. Im letzteren Fall ist ein
kurzzeitiges Verrühren der Zusatzflüssigkeit mittels N2-Gas erforderlich.
Es ist aber auch möglich, daß die Zugabe der Zusatzflüssigkeit portionsweise
über mehrere aufeinanderfolgende Ladezyklen erfolgt.
In einer besonders vorteilhaften Abwandlung der Dotierung des Zel
lenelektrolyten mit Zinn ist eine Ergänzung der zu Anfang eingebrachten
Menge durch Zufließenlassen von weiterer Zusatzflüssigkeit vorgesehen, die
kontinuierlich oder in Zeitinterwallen erfolgen kann. Diese Zusatzflüssigkeit
wird zweckmäßig in einem Behälter bevorratet, welcher über eine Austritts
öffnung, die z.B. von einer Kapillare gebildet sein kann, mit dem Zellen
elektrolyten kommuniziert.
Die Einspeisung der schwefelsauren Zinnsalz-Lösung kann eine gemäß
deutscher Patentanmeldung P 37 02 137 vorgeschlagene gasentwickelnde Zelle
übernehmen, die immer dann in Betrieb gesetzt wird, wenn der Akkumulator
durch ein von normalen Betriebszuständen abweichendes Spannungs- oder Ka
pazitätsverhalten die Notwenditgkeit einer Nachlieferung des "Wirkstoffes"
Zinnsulfat signalisiert, und die darauf mittels erzeugtem Wasserstoffgas, das
auf ein bewegliches Wandteil des erwähnten Behälters drückt, ein entspre
chendes Volumen der Vorratslösung ausstößt. Auf diese Weise regelt sich die
Nachlieferung von Zinnfulfat an den Elektrolyten und über diesen zu den
Oberflächen der positiven PbO2-Elektroden ohne umständliche Konzentrations
messungen und nach Maßgabe des tatsächlichen Bedarfs.
Elektrische Versuche an Bleizellen mit erfindungsgemäß dotierten Zellen
elektrolyten bestätigen die vorteilhafte Wirkung eines SnSO4-Zusatzes. So
wurde gefunden, daß sich die Zellenkapazität, von den positiven Elektroden
begrenzt, um ca. 10% weiter erhöhte, nachdem sie durch günstige Ladebedin
gungen (Gutladung) bereits ein hohes Niveau erreicht hatte.
Andererseits hob der gleiche SnSO4-Zusatz bei einer Zelle, deren Kapazitäts
niveau aufgrund einer Schlechtladung abgefallen war, wieder auf das ur
sprüngliche Niveau an.
Diese Befunde sprechen eindeutig dafür, daß die PbO2-Elektroden im Kontakt
mit dem SnSO4-haltigen Elektrolyten stabilisiert werden.
Da positive PbO2-Elektroden, wie eingangs erwähnt, auf Parameter-Änderun
gen im Ladeverfahren gewöhnlich empfindlich reagieren, ist für die Wirkung
der erfindungsgemäßen Maßnahme auch der Ausdruck "Desensibilisierung" an
gebracht. Eine durch SnSO4-Zusatz auf ein hohes Kapazitätsniveau gebrachte
Bleizelle fiel durch Schlechtladung nicht auf ein niedrigeres Kapazitätsniveau
zurück, d.h. sie war im Kontakt mit dem gelösten Zinn gegen ungünstige
Ladebedingungen widerstandsfähig (desensbilisiert) geworden.
Claims (4)
1. Bleiakkumulator mit positiven PbO2-Elektroden, negativen Pb-Elektroden
und zwischenliegenden Separatoren in wässriger Schwefelsäure als Zel
lenelektrolyt und mit einem Gehalt an Zinn, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zinn im wesentlichen im Zellenelektrolyt enthalten ist, in dem
es als Sulfat gelöst ist, wobei die Zinnsulfat-Konzentration im Säure
elektrolyten des frisch hergestellten und geladenen Akkumulators einem
Molverhältnis SnSO4 : H2SO4 im Bereich 2 × 10-2 bis 3 × 10-2, vorzugs
weise im Bereich 1 × 10-4 bis 2 × 10-3, entspricht und das Molver
hältnis PbO2 : H2SO4 in den Grenzen 0,08 : 1 und 1 : 1 liegt.
2. Bleiakkumulator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die im
geladenen Akkumulator vorhandenen Mengen PbO2 und SnSO4 in einem
Molverhältnis 3000 : 1 bis 30 : 1, vorzugsweise 700 : 1 bis 50 : 1, zu
einander stehen.
3. Bleiakkumulator nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die H2SO4-Konzentration des Säureelektrolyten 3- bis 5molar ist.
4. Verfahren zur Herstellung eines Bleiakkumulators nach den Ansprüchen
1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Zinn als SnSO4, SnO, SnO2 oder
als Metallpulver in der erforderlichen Menge in Schwefelsäure, deren
Konzentration etwa derjenigen des Zellenelektrolyten entspricht, vorge
löst wird, bis eine ca. 1%ige Sn2+-Lösung entsteht und daß die Lösung
entweder kurz vor einem Ladeschluß oder während einer Pause nach dem
Ladeschluß unter kurzzeitiger Rührung mit einem Inertgas dem Zellen
elektrolyten zugegeben wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3902649A DE3902649A1 (de) | 1989-01-30 | 1989-01-30 | Bleiakkumulator |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE3902649A DE3902649A1 (de) | 1989-01-30 | 1989-01-30 | Bleiakkumulator |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3902649A1 true DE3902649A1 (de) | 1990-08-02 |
Family
ID=6373052
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE3902649A Ceased DE3902649A1 (de) | 1989-01-30 | 1989-01-30 | Bleiakkumulator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3902649A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN1332471C (zh) * | 2005-09-23 | 2007-08-15 | 周明明 | 一种铅酸蓄电池胶体电解液 |
| CN100353605C (zh) * | 2005-07-13 | 2007-12-05 | 江苏华富能源股份有限公司 | 铅酸蓄电池用纳米氧化硅胶体电解液及其制备方法 |
| CN100367557C (zh) * | 2005-07-13 | 2008-02-06 | 江苏华富能源股份有限公司 | 一种铅酸蓄电池用混合胶体电解液及其制备方法 |
| CN100439438C (zh) * | 2006-11-24 | 2008-12-03 | 江苏福力特电源有限公司 | 铅酸蓄电池用高分子纳米聚合物电解液及其配制方法 |
-
1989
- 1989-01-30 DE DE3902649A patent/DE3902649A1/de not_active Ceased
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| JP 63-2 02 862 (A) in Patents Abstracts of Japan, E-695, December 19, 1988, Vol. 12, No. 486 * |
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Legal Events
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