DE3900088A1 - Verfahren zum betrieb einer spinnmaschine sowie eine ueberwachungsvorrichtung hierfuer - Google Patents
Verfahren zum betrieb einer spinnmaschine sowie eine ueberwachungsvorrichtung hierfuerInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum
Betrieb einer Spinnmaschine mit einer Vielzahl von
Spinnstellen, beispielsweise einer Ringspinnmaschine,
eines Flyers oder anderer Spinnmaschinenarten, bei
denen Doffvorgänge vorkommen, bei dem mittels jeweili
ger an den einzelnen Spinnstellen vorgesehener Faden
wächter Fadenbrüche festgestellt und anschließend be
hoben werden, und bei vollen Hülsen ein Doffvorgang
durchgeführt wird, sowie eine Überwachungsvorrichtung
zur Anwendung bei diesem Verfahren.
Heutzutage weisen Ringspinnmaschinen eine hohe Zahl von
einzelnen Spinnstellen, beispielsweise 1000 oder 1200,
auf, an denen ein von einem Streckwerk kommender Faden
durch einen Ringläufer geführt und an einer Hülse aufge
wickelt wird. Eine ausreichende Produktivität der Ring
spinnmaschine läßt sich heutzutage nur dann erreichen,
wenn man einen Fadenbruch an den einzelnen Spinnstellen
feststellt und diese umgehend behebt. Auch bei einem
Flyer sind üblicherweise 100 bis 200 Spinnstellen vor
handen, wobei es auch hier wichtig ist, Fadenbrüche,
d.h. Vorgarnbrüche umgehend zu erfassen und zu korrigie
ren. Zur Überwachung der einzelnen Spinnstellen sind
häufig sog. Wanderautomaten eingesetzt worden, die sich
von Spinnstelle zu Spinnstelle bewegen und überprüfen,
ob ein Fadenbruch dort vorliegt, was dann unmittelbar
an eine Zentrale gemeldet wird, so daß der Fadenbruch
umgehend behoben werden kann. Beispiele für derartige
Wanderautomaten sind der US-PS 34 30 426 bzw. der DE-PS
27 31 019 zu entnehmen. Der Vorteil bei diesen Vorschlä
gen liegt darin, daß man nur einen Fadenbruchsensor
braucht, um alle Spinnstellen bzw. alle Spinnstellen
auf der einen Seite einer Maschine auf Fadenbruch zu
überprüfen, dieser Fadenbruchsensor bewegt sich mit dem
Wanderautomat. Zwar haben solche Wanderautomaten den
Vorteil, daß man nur einen Fadenbruchsensor benötigt,
doch sind Fadenwächter zwischenzeitlich preisgünstig
herzustellen, so daß man auch Anordnungen trifft, bei
denen einer Spinnstelle ein jeweiliger Fadenbruchwäch
ter zugeordnet ist. Die vorliegende Erfindung geht von
einer solchen Ringspinnmaschine aus.
In der Tat ist ein Fadenbruch an einer Ringspinnma
schine heutzutage ein seltenes Ereignis. Statistisch
ergeben sich zwischen 10 und 50 Fadenbrüche pro 1000
Spindelbetriebsstunden.
Wenn man eine lineare Verteilung der Fadenbrüche
annimmt (was eigentlich nie zutrifft), ergibt dies
einen Fadenbruch pro Spindel je 20 bis 100 Betriebs
stunden.
Nachdem das Ereignis eines Fadenbruches relativ selten
ist und Fehler der Fadenbruchwächter ebenfalls vorkom
men, zwingt sich eine Funktionsüberprüfung der Faden
wächter auf, d.h. es sollte periodisch untersucht wer
den, ob jeder Fadenwächter tatsächlich funktionsfähig
ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art bzw.
eine Überwachungsschaltung vorzusehen, das bzw. die
ohne großen zusätzlichen Aufwand eine Funktionsüberprü
fung der Fadenwächter ermöglicht und ein zuverlässiges
Ergebnis liefert.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß so vorge
gangen, daß bei jedem Doffvorgang geprüft wird, ob alle
Fadenwächter, welche vor dem Doffen keinen Fadenbruch
gemeldet haben, während des Doffens Fadenbruch melden.
Die vorliegende Erfindung beruht zunächst auf der
Erkenntnis, daß ein Fadenbruchwächter zwar eine Aussage
trifft, ob ein Faden gebrochen ist oder nicht, aber
eigentlich nicht auf die Frage "ist der Faden vorhan
den", sondern auf die Frage "bewegt sich der Faden"
antwortet.Weiterhin beruht die Erfindung auf der
Erkenntnis, daß beim Doffvorgang der Faden nicht mehr
bewegt ist. Somit müssen alle funktionsfähigen Faden
wächter, die bisher Faden vorhanden gemeldet haben,
während eines Doffvorgangs "Faden gebrochen" melden, da
während eines Doffvorganges die Fäden nicht bewegt wer
den. Damit nutzt die Erfindung die Erkenntnis aus, daß
bei einem funktionsfähigen Wächter das Ausgangssignal
während des Doffvorganges sich ändern muß. Falls dies
nicht eintritt, so hat man einen eindeutigen Hinweis,
daß der Fadenwächter nicht mehr ordnungsgemäß arbeitet
und ausgewechselt werden muß.
Nachdem ein Doffvorgang alle 1 bis 24 Stunden je nach
Lieferung und Garnnummer stattfindet, eignet sich
gerade dieser Doffvorgang dafür, die Fadenwächter zu
überprüfen. Auch beeinträchtigt diese Art der Überprü
fung nicht die Produktivität der Maschine insgesamt.
Vorrichtungsmäßig zeichnet sich eine erfindungsgemäße
Überwachungsvorrichtung durch eine Überwachungsschal
tung aus, die bei jedem Doffvorgang prüft, ob die ein
zelnen Fadenwächter Fadenbrüche melden und durch eine
das Ausbleiben der Fadenbruchmeldung bei einer Spinn
stelle oder mehreren Spinnstellen anzeigende Einrich
tung.
Die Fadenwächter können jede beliebige Form aufweisen,
sie können beispielsweise aus jeweiligen Lichtschran
ken, die für sich aus der US-PS 34 30 426 bekannt sind,
oder aus induktiven Sensoren, so wie aus der DE-AS
27 31 019 bekannt, oder aus kapazitiven Sensoren
bestehen. Die Fadenwächter können auch aus Piezoelemen
ten bestehen, beispielsweise solchen, die beim Vorbei
laufen des Garnes jedesmal vom Garn einen Schlag erhal
ten, was zur Erzeugung von Spannungsimpulsen dient.
Diese Spannungsimpulse bilden ein Frequenzsignal des
Piezoelementes, dessen Frequenz gleich der Fadendreh
zahl ist. Der Fadenbruch läßt sich aus diesem Signal
leicht erkennen, beispielsweise durch Zählen oder
Integration.
Auch können die Fadenwächter Fadenspannungsüberwachungs
einrichtungen sein, da beim Doffvorgang die Fadenspan
nung sich ändert, obwohl der Faden erst nach Beendigung
des Doffvorganges und Anspinnen auf der neuen Hülse ge
brochen wird. Schließlich kann erfindungsgemäß jede Art
von Fadenwächter zur Anwendung gelangen, sofern das zu
geordnete Ausgangssignal sich während des Doffvorganges
ändert, und zwar auch dann, wenn der zugeordnete Faden
intakt ist.
Die Erfindung wird nachfolgend näher erläutert anhand
eines Ausführungsbeispiels, welches in der Zeichnung
schematisch dargestellt ist, und zwar in Form eines
Blockschaltbildes einer Überwachungsvorrichtung.
Für dieses Beispiels wird angenommen, daß die Ringspinn
maschine lediglich acht Spinnstellen aufweist, wovon
die an den Stellen A, B, C und H vorgesehenen Fadenwäch
ter in der Zeichnung in den Quadraten 10 schematisch
dargestellt sind. Die gestrichelte Linie zwischen der
Ringspinnstelle C und der Ringspinnstelle H deutet an,
daß mehrere gleichartige Fadenwächter hier für die
Spinnstellen D bis G vorgesehen sind. In der Tat ist
die Erfindung jedoch für weitaus mehr Spinnstellen ge
dacht. Die Fadenwächter 10 der einzelnen Spinnstellen
sind über einen Bus 11 mit einem Computer 12 gekoppelt,
wobei in diesem Beispiel der Bus 11 die Form einer Ein
zeldrahtringleitung aufweist. Im Betrieb fragt der
Computer 12 die in Reihe geschalteten Fadenwächter 10
der Reihe nach ab, ob dort ein Fadenbruch vorliegt. Die
Meldungen der einzelnen Fadenwächter werden vom
Computer 12 erfaßt und gespeichert. Dies kann beispiels
weise derart erfolgen, wie dies in der deutschen Patent
anmeldung P 37 44 208.2 der gleichen Anmelderin be
schrieben ist. Auch sind eine Reihe von anderen Vor
schlägen gemacht worden, wie man einzelne Fadenbruch
wächter der Reihe nach abfragen kann, so daß dieses Ver
fahren hier nicht weiter beschrieben wird.
Bei der weiteren Betrachtung gehen wir nun davon aus,
daß ein Doffvorgang eingeleitet werden soll, was dem
Computer 12 über eine Leitung 13 gemeldet wird.
Handelt es sich bei dem Computer 12 um einen Computer,
der für die Steuerung bzw. Regelung der gesamten Spinn
maschine eingesetzt wird, so kann das Signal 13 intern
erzeugt werden, sofern der Doffvorgang nicht von einer
Betriebsperson eingeleitet wird.
Beim Erscheinen des Signals 13 speichert nun der
Computer 12 unter Zuhilfenahme der eingebauten Takt
quelle 14 den aktuellen Stand der Fadenbruchmeldungen
für die einzelnen Spinnstellen A bis H in einem Schiebe
register 15, welches soviele Stellen aufweist wie es
Spinnstellen gibt. Die Taktleitung 16 sorgt dafür, daß
die in das Schieberegister 15 eingelesenen Signale der
Reihe nach vorgeschoben werden, bis alle Stellen des
Schieberegisters voll sind.
Danach wird der Doffvorgang eingeleitet. Unter Verwen
dung des Computers 12 werden die einzelnen Spinnstellen
A bis H über die jeweiligen Fadenwächter nochmals da
raufhin überprüft, ob ein Fadenbruchsignal vorliegt.
Das Ergebnis dieser Überprüfung wird in das Schiebe
register 17 eingelesen, und zwar in der gleichen Art
und Weise wie die bisherigen Informationen in das Schie
beregister 15 eingelesen werden, d.h. wiederum unter
Zuhilfenahme der Taktsignale von der Taktquelle 14.
Die Schieberegister enthalten in jeder Speicherzelle
eine binäre Information darüber, ob bei der jeweils
zugeordneten Spinnstelle ein Fadenbruch vorliegt. Für
die Spinnstellen A bis H sind im Schieberegister 15
nach Aussage der Fadenwächter Fadenbrüche an den
Spinnstellen C und F angezeigt, während die anderen
Zellen die Information Y enthalten, was bedeutet: ja,
Faden intakt.
Vergleicht man nun die Information in den Speicherzel
len des Schieberegisters 17, so sieht man, daß bei
allen Spinnstellen außer der Spinnstelle E die gleiche
Information "nein, Fadenbruch" vorliegt, was zu erwar
ten ist, weil während des Doffvorgangs die Fäden nicht
bewegt werden, so daß die Fadenwächter einen Fadenbruch
annehmen müssen. Lediglich bei der der Spinnstelle E
zugeordneten Speicherzelle liegt die Meldung "ja, Faden
bewegt" vor, was als eindeutiger Hinweis dafür gewertet
werden kann, daß der Fadenwächter bei der Spinnstelle E
defekt ist.
Sobald auch das Schieberegister 17 voll ist, wird Zelle
für Zelle ein Vergleich der beiden Schieberegister 15
und 17 durchgeführt, und zwar wie folgt: Das Ausgangs
signal des Schieberegisters 15 wird zunächst an einen
Eingang 19 eines UND-Gatters 20 angelegt. Der Kompara
tor bzw. das UND-Gatter 20 hat einen weiteren Eingang
21, welcher mit dem Ausgang des Schieberegisters 17
verbunden ist. Nur wenn an beiden Eingängen 19, 21 des
UND-Gatters 20 jeweils ein Y-Signal vom jeweiligen
Register 15 bzw. 17 anliegt, wird am Ausgang 22 des
Gatters 20 ein Y-Signal erzeugt.
Das Ausgangssignal des Gatters 20 wird dann an eine
Anzeigeeinrichtung beispielsweise eines Bildschirmes 28
angelegt, der ebenfalls vom Computer 12 aus gesteuert
wird und von der Taktquelle 14 und dem Zähler 23 eine
Information darüber erhält, bei welcher Spinnstelle
(Stellen) ein Fadenwächter vorliegt, der sowohl vor als
auch nach dem Doffvorgang keinen Fadenbruch gemeldet
hat. Diese Information wird dann bildlich angezeigt, so
daß die Betriebsperson die Auswechslung des defekten
Fadenwächters, hier an der Spinnstelle E, vornehmen
bzw. vornehmen lassen kann.
Obwohl an den Spinnstellen C und F Fadenbrüche gemeldet
sind, geht man davon aus, daß hier die Fadenwächter in
Ordnung sind. Sollte jedoch die Betriebsperson bei
einer Überprüfung feststellen, daß an diesen Spinnstel
len in der Tat kein Fadenbruch vorliegt, so ist auch
hier das Vorliegen eines defekten Fadenbruchwächters
erkennbar.
Obwohl beim vorliegenden Beispiel die Überwachungsvor
richtung mit elektronischen Bausteinen realisiert wor
den ist, können die Funktionen dieser Bausteine auch
vom Computer durchgeführt werden, sofern dieser ent
sprechend programmiert ist. In einem solchen Fall
bildet der Computer selbst die erfindungsgemäße Über
wachungsvorrichtung und in der Praxis wird wohl auch
diese Lösung häufiger getroffen werden, da es eine
rationelle weitere Ausnutzung des sowieso vorhandenen
Computers darstellt.
Claims (7)
1. Verfahren zum Betrieb einer Spinnmaschine mit einer
Vielzahl von Spinnstellen, beispielsweise einer Ring
spinnmaschine, eines Flyers oder anderer Spinnmaschi
nenarten, bei denen Doffvorgänge vorkommen, bei dem
mittels jeweiliger an den einzelnen Spinnstellen
vorgesehener Fadenwächter Fadenbrüche festgestellt
und anschließend behoben werden, und bei vollen
Hülsen ein Doffvorgang durchgeführt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß bei jedem Doffvorgang geprüft
wird, ob alle Fadenwächter, welche vor dem Doffen
keinen Fadenbruch gemeldet haben, während des
Doffens Fadenbruch melden.
2. Überwachungsvorrichtung für eine Ringspinnmaschine
mit einer Vielzahl von Spinnstellen, insbesondere
zur Anwendung mit dem Verfahren nach Anspruch 1, bei
der jeder Spinnstelle ein jeweiliger Fadenwächter zu
geordnet ist, der die Bewegung oder die Anwesenheit
oder Spannung des Fadens feststellt, gekennzeichnet
durch eine Überwachungsschaltung, die bei jedem
Doffvorgang prüft, ob die einzelnen Fadenwächter
Fadenbruch melden und durch eine das Ausbleiben der
Fadenbruchmeldung bei einer Spinnstelle oder
mehreren Spinnstellen anzeigende Einrichtung.
3. Überwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenwächter aus jeweiligen
Lichtschranken bestehen.
4. Überwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenwächter aus induktiven
Sensoren bestehen, die auf das Vorbeilaufen des
Ringläufers der zugeordneten Spinnstellen reagieren.
5. Überwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenwächter kapazitive
Sensoren sind, welche aufgrund des Vorbeilaufens des
Fadens bzw. des Ringläufers eintretende Änderungen
der elektrischen Ladung erfassen.
6. Überwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenwächter aus Piezoelemen
ten bestehen.
7. Überwachungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Fadenwächter Fadenspannungs
überwachungseinrichtungen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893900088 DE3900088A1 (de) | 1989-01-03 | 1989-01-03 | Verfahren zum betrieb einer spinnmaschine sowie eine ueberwachungsvorrichtung hierfuer |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19893900088 DE3900088A1 (de) | 1989-01-03 | 1989-01-03 | Verfahren zum betrieb einer spinnmaschine sowie eine ueberwachungsvorrichtung hierfuer |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3900088A1 true DE3900088A1 (de) | 1990-07-05 |
Family
ID=6371556
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19893900088 Withdrawn DE3900088A1 (de) | 1989-01-03 | 1989-01-03 | Verfahren zum betrieb einer spinnmaschine sowie eine ueberwachungsvorrichtung hierfuer |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3900088A1 (de) |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
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