DE3807812A1 - Metallisches kuehlmittel fuer ein metallurgisches bad und verfahren zur herstellung des kuehlmittels - Google Patents
Metallisches kuehlmittel fuer ein metallurgisches bad und verfahren zur herstellung des kuehlmittelsInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein metallisches Kühlmittel
für ein metallurgisches Bad, wobei die Zusammensetzung von
Kühlmittel und Bad hauptsächlich übereinstimmen, sowie auf
ein Verfahren zur Herstellung des Kühlmittels.
Bei metallurgischen Prozessen wird gewöhnlich die
gewünschte Zusammensetzung des Metallbades bei einer
Temperatur erreicht, die diejenige überschreitet, bei der
das Metall weiterverarbeitet werden soll oder bei der es
abgegossen werden muß. Um dann die richtige Gießtemperatur
zu erreichen, wird dem Bad ein Kühlmittel in einer Menge
beigegeben, die dem gewünschten Temperaturrückgang
entspricht.
An dieses Kühlmittel werden verschiedene Anforderungen
gestellt, und zwar:
- - die Zusammensetzung muß bekannt sein und zwischen den gewünschten Normen liegen, um denen des Bades zu genügen und die Analyse dieses Bades nicht wieder zu verändern.
- - das Schüttgewicht des Kühlmittels muß hoch genug sein, um unerwünschte Einschlüsse zu vermeiden.
- - die Abmessungen müssen zwischen den gestellten Normen liegen, um ausreichende Hantierbarkeit zu gewährleisten.
- - das Kühlmittel muß problemlos beizugeben und genau zu dosieren sein.
- - das Kühlmittel muß frei von Fett, Staub, Oxiden und anhaftendem Schmutz sein.
Gewöhnlich wird beispielsweise für Stahlbäder gehackter
Schrott verwendet, der mehr oder weniger umgeformt wurde,
um die Hantierbarkeit zu vereinfachen. Herausgestellt hat
sich jedoch der Bedarf an einem metallischen Kühlmittel,
das schneller und genauer dosiert werden kann und daß eine
zuverlässige Kühlwirkung hat. Bei letzterem ist zu
bemerken, daß bei Kühlmitteln mit zu vielen Metallstücken
die Gefahr besteht, daß sie auf dem Bad schwimmen und die
Kühlwirkung ungünstig beeinflussen. Schrott aus zu großen
Metallstücken haben hingegen unter anderem den Nachteil,
daß sie Zuleitungssysteme blockieren können, sie verstopfen
und somit nicht gekühlt werden können. Hierdurch können
auch andere, für den Prozeß wichtige Zusatzstoffe dem Bad
nicht beigegeben werden. Dadurch erhält das Bad nicht die
richtige Zusammensetzung mit der Folge, daß die betreffende
Charge ausgesondert werden muß. Bemerkt sei auch, daß die
Abmessungen des Zuleitungssystems in bestimmten Grenzen
gehalten werden müssen, wenn das Kühlmittel einer Anlage
zugegeben wird, in der das Bad unter Vakuum behandelt wird.
Die Anfälligkeit der Anlage für Verstopfung wird damit
vergrößert.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines metallischen
Kühlmittels, dem die vorgenannten Nachteile nicht anhaften.
Die Erfindung besteht darin, daß das eingangs genannte
Kühlmittel aus annähernd kugelförmigen Metallstücken mit
Größen zwischen 12 und 60 mm besteht und einen
Kugelformfaktor B mit einem Mindestwert von 0,57 hat.
Unter dem Kugelformfaktor B ist in diesem Fall der Quotient
zu verstehen zwischen dem Volumen, das vom in einer
Schüttung vorliegenden Kühlmittel eingenommen wird, und dem
Volumen, das von untereinander identischen, ebenfalls in
einer Schüttung vorliegenden Kugeln eingenommen wird,
jeweils bezogen auf eine bestimmte, gleiche Volumeneinheit.
Dabei ist unter einer Schüttung die dichtest mögliche
Packung der Teile zu verstehen. Es hat sich herausgestellt,
daß der Kugelformfaktor B eine Größe für die
Geschlossenheit und zugleich für das Strömungsverhalten und
die genaue Dosierbarkeit des Kühlmittels ist. Ein Wert für
B von mehr als 0,57 hat sich als notwendig erwiesen, damit
das Kühlmittel von allzu großen Öffnungen frei bleibt.
Zudem ist festgestellt worden, daß sich das Kühlmittel bei
derartigen Werten sehr genau dosieren läßt und äußerst
regelmäßig und reproduzierbar aus Bunkeröffnungen fließt.
Gute Ergebnisse sind bei einem Kugelformfaktor zwischen 0,60
und 0,65 zu erzielen.
Bei Kühlmitteln aus ultrakohlenstoffarmen Stahl hat sich
herausgestellt, daß eine bessere Annäherung an die
Kugelform möglich ist. Für solches Material hat sich ein
Schüttgewicht zwischen 3,5 und 4,0 t/m3 als zweckmäßig
erwiesen. Gute Ergebnisse wurden auch mit einem
Stahlkühlmittel erzielt, bei dem der Wert des
Kugelformfaktors zwischen 0,58 und 0,62 liegt in
Kombination mit zwischen 20 und 60 mm liegenden Größen für
die Metallstücke. Bemerkt wird, daß metallische Kühlmittel
des beschriebenen Typs nicht nur für Stahlbäder, sondern
auch für die Temperaturbeeinflussung von beispielsweise
Aluminiumbädern verwendet werden können. Vorzugsweise ist
dann von einer mindestens niedriglegierten Aluminiumgüte
auszugehen.
Die Erfindung bezieht sich nicht nur auf ein metallisches
Kühlmittel, sondern auch auf ein Verfahren zur Herstellung
eines Stahlkühlmittels des obengenannten Typs. Obwohl
verschiedene Arbeitsweisen denkbar sind, Stahlstücke von
ausreichender Dichte und von annähernd ausreichender
Kugelform zu bekommen, hat sich herausgestellt, daß keine
dieser Verfahren zu einer billigen und reproduzierbaren
Produktion von Metallstücken führt. Das Verfahren gemäß der
Erfindung hat jedoch unter Verwendung an sich bekannter
Mittel eine preiswerte und reproduzierbare Produktion des
obenbeschriebenen Kühlmittels zur Folge. Die Erfindung
besteht darin, daß streifen- und/oder stabförmiger
Blechschrott mehrmals in einer Hammermühle mit
Viereck-Rostöffnungen von ca. 50 × 50 mm bearbeitet wird.
Die Hammermühle wird beim Zerkleinern auf einer Füllhöhe
gehalten, bei der von den Antriebsmitteln für die Mühle
mindestens 90% der Höchstleistung aufgenommen werden.
Hammermühlen mit Rosten dieses Typs sind allgemein bekannt.
Sie werden auch zur Zerkleinerung und leichten Verdichtung
von plattenförmigem Schrott verwendet. Bis jetzt konnten
damit jedoch noch keine annähernd kugelförmigen
Metallstücke mit der erforderlichen Dichte und
entsprechendem Kugelformfaktor realisiert werden. Es
stellte sich heraus, daß ein Großteil des bearbeiteten
streifenförmigen Blechschrotts als streifenförmige oder
verdrillte Stücke durch die Rostöffnungen fiel. Dadurch
erhielt man ein zerkleinertes Material, daß nicht genau
genug dosiert werden kann und unregelmäßig fällt.
Es wurde nun festgestellt, daß bei mehrmaliger Bearbeitung
mit der Hammermühle unter obengenannten Umständen ein
durchaus befriedigendes Produkt erhalten werden kann.
Überraschenderweise ist dieses Material auch hinreichend
fett-, schmutz- und oxidfrei geworden. Wichtig ist dabei,
daß die Füllhöhe der Mühle immer ausreichend ist. Bei einer
geringeren Füllhöhe hat sich nämlich selbst nach
mehrmaliger Zerkleinerung gezeigt, daß ein bedeutender Teil
der Füllung nur unzureichend verdichtet ist.
Eine weitere Verbesserung des neuen Verfahrens besteht
darin, daß das zerkleinerte Material nach jedem Durchgang
durch die Hammermühle zwecks Entfernung von Feinmaterial
abgesiebt wird und daß nach dem zweiten und dritten
Durchgang zum Sortieren der gewünschten Größen für die
Metallstücke zwischen 12 und 60 mm gesiebt wird. Das
Feinmaterial besteht aus Teilchen in der Größenordnung von
1 bis 12 mm, die während der Zerkleinerung mehr oder
weniger vom Schrott abgerieben werden. Bei der
abschließenden Sortierung ist es denkbar, das Kühlmittel
innerhalb genauer Abmessungsgrenzen zu sieben, falls dies
gewünscht wird. Bei dem weitaus größten Teil der
Anwendungen hat sich jedoch herausgestellt, daß
Metallstückgrößen zwischen 12 und 50 mm zu einem durchaus
befriedigenden Ergebnis führen.
Für die Herstellung des oben beschriebenen Kühlmittels mit
einem Kugelformfaktor zwischen 0,58 und 0,62 in Kombination
mit Größen zwischen 20 und 60 mm hat sich ein
plattenförmiges Material mit einer Dicke zwischen 1 und 8
mm als günstiges Ausgangsmaterial erwiesen. Dieses Material
kann Oberflächen-Abmessungen von beispielsweise 0,5 × 1 m
haben.
Bemerkt wurde bereits, daß die Hammermühle für eine
zufriedenstellende Arbeitsweise auf einer guten Füllhöhe
gehalten werden muß. Dies kann durch Ausstattung mit einem
automatisch dosierenden Nachfüllsystem realisiert werden,
das aktiviert wird, wenn die aufgenommene Leistung unter 90
% der Höchstleistungen der Antriebsmittel absinkt.
Hammermühlen weisen eine Trommel auf einer Antriebsachse
auf. Diese Trommel weist über ihren Umfang verteilt eine
Anzahl von Hammerachsen auf, an denen schwenkbare
Hammerköpfe angelenkt sind. Beim Drehen der Trommel
schwingen die Hammerköpfe entlang einer Prallfläche.
Herausgestellt hat sich, daß die Arbeitsweise gemäß der
Erfindung obendrein durch die Ausführungsart der
Hammermühle und deren Betriebsweise beeinflußt werden kann.
Dabei hat sich vor allem gezeigt, daß Hammerachsen mit 18
Hammerköpfen je 10 m2 Trommelfläche zu empfehlen sind,
wobei die Mühle bei einer Tourenzahl von ca. 600 U/min
betrieben wird. Zu bemerken ist hier, daß es bei
Hammermühlen meistens möglich ist, die Anzahl der
Hammerköpfe je Hammerachse zu variieren. In vielen Fällen
empfiehlt es sich, die Hammerachsen nicht voll mit
Hammerköpfen zu besetzen. Bei der vorliegenden Arbeitsweise
werden die Hammerachsen jedoch meistens mit Hammerköpfen
voll besetzt.
Gute Ergebnisse wurden durch Verwendung einer Hammermühle,
Marke Lindemann, Typ "Zerdirator", erzielt. Diese Mühle
wurde mit 14 Hammerköpfen, verteilt auf einer Trommelfläche
von 7,7 m2, betrieben, wobei 6 Hammerachsen in der Trommel
mit einem Antriebsachsenradius von 57,5 cm montiert sind.
Die Mühle wurde mit einer Geschwindigkeit von 585
Umdrehungen je Minute betrieben.
Als Ausgangsmaterial wurde Blechschrott verwendet, der vom
Kantenscheren aus einem Warmbandwalzwerk stammte. Die Dicke
dieses Materials variierte zwischen ca. 2 und 12 mm,
während die Kanten in Längen von ca. 10-20 cm abgeschert
waren.
Unter den beschriebenen Umständen konnte hiermit ein sehr
gutes Kühlmittel mit einem Kugelformfaktor B von ca. 0,63
und einem Schüttgewicht erzielt werden, das zwischen 3,6
und 3,8 t/m3 variierte.
Durch die beim Zerkleinern entwickelte Wärme und die auf das
Material ausgeübte Bearbeitung waren die Kühlmittelelemente
völlig frei von anhaftendem Fett und Schmutz sowie
Walzhautrückständen.
Claims (9)
1. Kühlmittel aus Metallstücken für ein metallurgisches
Bad, bei dem die Zusammensetzung von Kühlmittel und Bad
im wesentlichen übereinstimmt,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlmittel aus annähernd
kugelförmigen Metallstücken mit Größen zwischen 12 und
60 mm besteht und einen Kugelformfaktor B mit einem
Mindestwert von 0,57 aufweist.
2. Kühlmittel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kugelformfaktor einen
Wert von 0,60 bis 0,65 hat.
3. Kühlmittel nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlmittel aus
ultrakohlenstoffarmem Stahl mit einem Schüttgewicht
zwischen 3,5 und 4,0 t/m3 besteht.
4. Kühlmittel nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kugelformfaktor einen
Wert zwischen 0,58 und 0,62 hat und daß die Größen der
Metallstücke zwischen 20 und 60 mm liegen.
5. Verfahren zur Herstellung eines Stahlkühlmittels nach
Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß streifen- oder stabförmiger
Blechschrott mehrmals in einer Hammermühle mit einem
Rost mit Vierecköffnungen von ca. 50 × 50 mm bearbeitet
wird, wobei die Füllhöhe der Mühle bei der Zerkleinerung
derart ist, daß mindestens 90% der Höchstleistung von
den Antriebsmitteln für die Hammermühle aufgenommen
wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß das zerkleinerte Material
nach jedem Durchgang durch die Hammermühle zur
Entfernung von Feinmaterial abgesiebt wird und daß nach
dem zweiten und dritten Durchgang zur Sortierung der
gewünschten Größen der Metallstücke im Bereich
zwischen 12 und 60 mm gesiebt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 5 für die Herstellung des
Kühlmittels nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß selektiertes,
plattenförmiges Material mit einer Dicke zwischen 1 und
8 mm und maximalen Größen von 120 × 50 cm verwendet
wird.
8. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hammermühle automatisch
und dosiert nachgefüllt wird, wenn die aufgenommene
Leistung unter 90% der Höchstleistung der
Antriebsmittel abfällt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Hammermühle mit 18
Hammerköpfen je 10 Quadratmeter Trommeloberfläche pro
Hammerachse verwendet und die Hammermühle bei einer
Tourenzahl von ca. 600 U/min betrieben wird.
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8364 | No opposition during term of opposition | ||
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Owner name: HECKETT MULTISERV PLC, LEATHERHEAD, SURREY, GB |
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Representative=s name: DIEHL, GLAESER, HILTL & PARTNER, 80333 MUENCHEN |
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