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DE939537C - Verfahren zur Herstellung von Aluminiumsinterkoerpern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Aluminiumsinterkoerpern

Info

Publication number
DE939537C
DE939537C DEA15628A DEA0015628A DE939537C DE 939537 C DE939537 C DE 939537C DE A15628 A DEA15628 A DE A15628A DE A0015628 A DEA0015628 A DE A0015628A DE 939537 C DE939537 C DE 939537C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
powder
aluminum
fat
sintered bodies
flake powder
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEA15628A
Other languages
English (en)
Inventor
Roland Dr Irmann
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Aluminium Industrie AG
Original Assignee
Aluminium Industrie AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Aluminium Industrie AG filed Critical Aluminium Industrie AG
Application granted granted Critical
Publication of DE939537C publication Critical patent/DE939537C/de
Expired legal-status Critical Current

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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C32/00Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ
    • C22C32/001Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ with only oxides
    • C22C32/0015Non-ferrous alloys containing at least 5% by weight but less than 50% by weight of oxides, carbides, borides, nitrides, silicides or other metal compounds, e.g. oxynitrides, sulfides, whether added as such or formed in situ with only oxides with only single oxides as main non-metallic constituents
    • C22C32/0036Matrix based on Al, Mg, Be or alloys thereof
    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01NINVESTIGATING OR ANALYSING MATERIALS BY DETERMINING THEIR CHEMICAL OR PHYSICAL PROPERTIES
    • G01N27/00Investigating or analysing materials by the use of electric, electrochemical, or magnetic means
    • G01N27/26Investigating or analysing materials by the use of electric, electrochemical, or magnetic means by investigating electrochemical variables; by using electrolysis or electrophoresis
    • G01N27/28Electrolytic cell components
    • G01N27/30Electrodes, e.g. test electrodes; Half-cells
    • G01N27/32Calomel electrodes

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Description

  • Verfahren zur Herstellung von Aluminiumsinterkörpern Es ist ein Verfahren bekannt, nach welchem oberflächlich oxydiertes, fettarme Aluminiumblättchenpulver, dessen Teilchen mindestens zu 50 0/o in einer Dimension weniger als 2y messen, bei hoher Temperatur, aber unterhalb des Schmelzpunktes des Metalls, z. B. bei 500° C, zusammengepreßt oder warmverformt wird, wobei ein Sintern stattfindet. Auf diese Weise kann man mit Reinaluminiumpulver Sinterkörper erhalten, welche etwa folgende Festigkeiten mindestens in einer Richtung haben: Streckgrenze ... .. 25 bis 30 kg/mm2 Zugfestigkeit .... . 30 bis 35 kg/mm2 Dehnung (<3 Io) . .. 5 bis 8 ovo Brinellhärte . . . 80 bis IOO kg/mm2 Durch eine Glühung auf beispielsweise 200 bis 500° C werden diese Eigenschaften nicht beeinträchtigt, während kaltgerecktes Aluminium oder durch Wärmebehandlung vergütete Aluminiumlegierungen unter diesen Umständen eine starke Herabsetzung der Streckgrenze, der Zugfestigkeit und der Brinellhärte erfahren.
  • Für die Herstellung dieser Aluminiumsinterkörper eignet sich das im wesentlichen fettfreie, blättchenförmige Aluminiumpulver des Handels, das meistens genügend fein und ohne weiteres Zutun schon genügend oxydiert ist. An Stelle von Reinaluminiumblättchenpulver kann auch Blättchenpulver aus legiertem Aluminium benutzt werden, sofern die hohen Festigkeiten auch nach einem Glühen erhalten werden und das spezifische Gewicht höchstens 5, vorzugsweise aber unter 3 g/cm3 beträgt. Man kann auch Fremdmetallpulver oder andere Substanzen zusetzen, vorausgesetzt, daß das Ergebnis nicht in nennenswerter Weise beeinträchtigt wird. Das Verfahren ist beispielsweise in folgenden Patenten beschrieben: Deutsche Patentschrift 837 467, schweizerische Patentschriften 250 II8 und 259 878, britische Patentschrift 625 364, französische Patentschrift 949 389, holländische Patentschrift 66 566, italienische Patentschriften 43r 577 und 435 OIO.
  • Das Verfahren läßt sich mit dem sogenannten »atomisierten«, durch Zerstäubung aus dem flüssigen Zustand erhaltenen Aluminiumpulver sowie aus Aluminiurugrieß nicht durchführen, d. h., die durch Sintern von atomisiertem Aluminiumpulver oder von Aluminiumgrieß erhaltenen Leichtmetallkörper weisen bei weitem nicht die oben angegebenen hohen Festigkeiten auf; sie erreichen nämlich mit atomisiertem Pulver eine Streckgrenze von beispielsweise x2kg/mm2, eine Zugfestigkeit von I8 kglmm2 und eine Brinellhärte von 44 kg/mm2, mit Aluminiumgrieß eine Streckgrenze von etwa 7 kg/mm2, eine Zugfestigkeit von 12 kg/mm2 und eine Brinellbärte von 32 kg/mm2. Bei Verwendung von atomisiertem Pulver oder von Grieß aus Aluminiumlegierungen statt aus Reinaluminium kann man zwar höhere Werte als diejenigen der auf dem normalen Wege hergestellten Legierungen in weichgeglühtem Zustand erreichen, bei weitem aber nicht die eingangs angegebenen hohen Werte.
  • Das Verfahren läßt sich auf verschiedene Weise durchführen, z. B. a) Kaltvorpressen, Sintern, Warmnachpressen; b) Kaltvorpressen, Warmnachpressen und Sintern; c) Warmpressen und Sintern.
  • Selbstverständlich können andere Arbeitsvorgänge eingeschaltet werden.
  • Beim Kaltvorpressen wendet man zweckmäßig einen Druck von über 2 t/cm2 an. Beim Warmpressen kann man bis zu dem für die Preßwerkzeuge noch zulässigen Druck gehen.
  • Beim Warmpressen und Sintern wird die Temperatur zweckmäßigerweise so hoch sein, daß die gewünschte Beschaffenheit des Leichtmetallkörpers in wirtschaftlich tragbarer Zeit erhalten wird. Anderseits darf die Temperatur nicht so hoch sein, daß schließlich ein Gußstück statt ein Sinterkörper erhalten wird, denn Gußstücke können die angegebenen hohen Festigkeiten nicht erreichen.
  • Die nach dem bekannten Verfahren hergestellten Leichtmetallkörper lassen sich bei erhöhter Temperatur, z.B. 4500 G, warm verformen, z. B. durch Strangpressen. Eine solche nachträgliche Warmverformung hat auch den Vorteil, daß infolge der starken Durchknetung die Dichte des Körpers in den meisten Fällen noch erhöht wird, und zwar auf einen Wert, der ohne Verformung nur durch übermäßig lange Warmpressung erzielt werden kann.
  • Man kann durch Kaltpressen und nachfolgendes Warmverformen von oberflächlich oxidiertem Leichtmetallpulver bei Temperaturen von über 350°, die 500" nicht zu überschreiten brauchen, Leichtmetallkörper mit einer Zugfestigkeit von über 25, vorzugsweise von mindestens 30 kglmm2 wenigstens in einer Richtung, und mit einer Brinellhärte von mindestens 75 kg/mm2 auch im geglühten Zustand erhalten, ohne daß ein Sintern und ein besonderes Warmpressen notwendig sind.
  • Das obenerwähnte Warmpressen zur Verdichtung des Leichtmetallkörpers darf mit dem Warmverformen nicht verwechselt werden. Ein Warmpressen liegt vor, wenn die Pulverteilchen einfach ohne eigentlichen Fließvorgang gegeneinandergepreßt werden, was üblicherweise in einem hohlen Zylinder erfolgt, während beimWarmverformen (Strangpressen, Warmpressen im Gesenk u. dgl.) ein Fließen, d. h. ein Aufeinandergleiten der Pulverteilchen, stattfindet. Unter Warmverformen ist also ein Warmpressen zu verstehen, das mit einem Kneten verbunden ist.
  • Das feine Aluminiumblättchenpulver, das für die Ausführung des erwähnten Verfahrens zur Herstellung von Leichtmetallsinterkörpern im Handel zur Verfügung steht, hat den großen Nachteil eines sehr geringen Schüttgewichteg. Das handelsübliche feine Aluminiumblättchenpulver, das für Anstriche benutzt wird und fetthaltig ist (z. B. 2 bis 3 0/o Schmiermittel), hat ein Schüttgewicht von rund 0,27 bis 0,35 kg/l.
  • Das entsprechende, unter gleichen Bedingungen hergestellte, aber unpolierte und fettfreie (schmiermittelfreie) oder nahezu fettfreie Aluminiumblättchenpulver, das in der Pyrotechnik verwendet wird, hat ein Schüttgewicht von rund o,og bis 0,2 kg/l, was bedeutet, daß zur Herstellung eines zylindrischen Sinterkörpers von IO cm Höhe und eines spezifischen Gewichtes von 2,7 glcm3 eine zylindrische Säule von Reinaluminiumblättchenpulver von 300 bis I35 cm zusammengepreßt werden muß. Dies verursacht Schwierigkeiten, da Pressen mit sehr großen Hüben erforderlich sind.
  • Werden zusammenhängende Sinterkörper von verhältnismäßig großer Höhe erwünscht, so muß man mehrere Vorpreßlinge, die man durch Kaltvorpressen erhalten kann, übereinanderlegen und dann gemeinsam bei hoher Temperatur zusammenpressen oder warm verformten, wobei auch ein Sintern stattfindet. Dadurch können sich aber an den Verbindungsstellen der Vorpreßlinge schwächere Stellen ergeben, welche die Festigkeit des fertigen Stückes beeinträchtigen. Dies dürfte darauf zurückzuführen sein, daß diese Verbindungsstellen infolge des Aufheizens einen wesentlich höheren Oxydgehalt aufweisen und sich nicht so gut verbinden als die Pulverteilchen an den übrigen Stellen des Preßlings untereinander. Bekanntlich ist es möglich, das Schüttgewicht von handelsüblichem Alumlniumblättchenpulver durch Rütteln oder Abklopfen der Behälterwand leicht zu erhöhen, wobei aber nach dem Rütteln oder Klopfen nicht mehr von einem eigentlichen Schüttgewicht gesprochen werden kann, sondern eher von einem »scheinbaren spezifischen Gewicht«. Es gibt schmiermittelhaltige Aluminiumblättchenpulver im Handel, deren scheinbares spezifisches Gewicht nach Rütteln oder Klopfen rund 0,55 kg/l beträgt; das ist das Höchste, was unseres Wissens mit im Handel befindlichem feinem, poliertem und schmiermittelhaltigem Aluminiumblättchenpulver erhalten werden kann.
  • Im Buche »Aluminium Bronze Powder and Aluminium Paintv von Junius David Edwards, erschienen I927 im Verlag »The Chemical Catalog Company, In. «, New York, USA., ist für Aluminiumblättchenpulver ein Schüttgewicht vono,7kg/l und darunter angegeben.
  • Bei dem Produkt mit einem Schüttgewicht von 0,7 kg/l handelt es sich ohne Zweifel um ein Pulver für Farbanstriche, das poliert war und einen nennenswerten Schmiermittelgehalt aufwies. Ein entsprechendes fettfreies (schmiermittelfreies) oder nahezu fettfreies Aluminiumblättchenpulver hätte ein Schüttgewicht von nur 0,2 bis 0,3 kg/l gehabt. Vermutlich waren die Blättchen dieses Pulvers verhältnismäßig dick und daher der Oxydgehalt wegen zu geringer Oberfläche im Verhältnis zum Blättchenvolumen ungenügend für die Herstellung von Aluminiumsinterkörpern mit den hohen, weiter oben angegebenen Festigkeiten. Ein solches fetthaltiges Aluminiumblättchenpulver mit einem Schüttgewicht von 0,7 kg/l findet sich schon deshalb seit langem nicht mehr im Handel, weil es ein viel niedrigeres Deckvermögen hat als die heute hergestellten feineren und leichteren Sorten.
  • Erfindungsgemäß werden die obenerwähnten Nachteile der Herstellung von Sinterkörpern aus Aluminiumpulver mit niedrigem Schüttgewicht durch Verwendung eines Aluminiumpulvers beseitigt, dessen Teilchen lamellare Struktur (Schieferstruktur) aufweisen, das trotz einem Schmiermittelgehalt von unter 0,3 O/o ein Schüttgewicht von mindestens 0,7 kg/l, vorzugsweise von o,8 kg/l und mehr, aufweist. Dieses Aluminiumblättchenpulver hat einen Aluminiumoxydgehalt von mindestens 60/o, vorzugsweise IO bis 120/0.
  • (Unter Aluminiumoxydgehalt ist derjenige gemeint, der durch den Oxydfilm, mit dem die einzelnen Blättchen überzogen sind, gebildet ist, nicht etwa durch nachträglich zugesetztes Aluminiumoxyd; nachträglich zugesetztes Aluminiumoxyd, z. B. in Form von gemahlenem Aluminiumoxydpulver, trägt nicht zur Festigkeit des Sinterkörpers bei.) Ein Pulver mit weniger als 60/o Aluminiumoxyd ergibt Sinterkörper mit ungenügender Festigkeit. Bei Sinterkörpern aus Pulver mit einem Oxydgehalt von über I5 0/o ist die Verformbarkeit schlecht. Das mehr als 15 0/o Aluminiumoxyd enthaltende Pulver kommt aber noch immer in Frage, wenn Sinterkörper durch einfache Verformungsvorgänge hergestellt werden sollen.
  • Das Aluminiumblättchenpulver mit höherem Schüttgewicht, das für die Ausführung der vorliegenden Erfindung verwendet wird, war bisher unbekannt, besonders weil kein Bedürfnis für eine solche Qualität vorhanden war. Das Verfahren zur Herstellung dieses Pulvers wurde auf unsere Veranlassung erfunden und besteht darin, daß bei der Herstellung durch Schläge (in Stampfern oder in der Kugelmühle) der Rohstoff so behandelt wird, daß man wohl Einzelteilchen derselben oder ungefähr derselben Feinheit wie beim handelsüblichen Aluminiumblättchenpulver erhält, daß aber diese Einzelteilchen zu mehreren derart miteinander verschweißt sind, daß ein Blättchenpulver des gewünschten höheren Schüttgewichtes entsteht.
  • Dieser Zweck kann dadurch erreicht werden, daß die Zerkleinerung durch Schläge (durch Stampfen oder in der Kugelmühle) in Gegenwart einer Fett- oder Ölmenge (Schmiermittel) vorgenommen wird, die niedriger ist als diejenige, die man üblicherweise zusetzt, um ein leichtes Aluminiumblättchenpulver mit guter Schwimm- und Deckfähigkeit zu erhalten und das Verschweißen der Aluminiumteilchen untereinander bei der Zerkleinerung zu verhindern. Üblicherweise setzt man I,5 bis 5 Gewichtsprozent Stearinsäure, Rizinusölsäure, Specköl, Talg oder andere Schmiermittel mit ähnlichen Eigenschaften zu. Nach der USA.-Patentschrift 2 OI7 85I wird vorzugsweise eine Fettmenge von 4°/0 verwendet. Es heißt in dieser Veröffentlichung, daß man bei der Produktion von groben Pulvern bis auf 20/o Schmiermittel in bezug auf das Metallgewicht hinuntergehen kann.
  • Es ist nun gelungen, ein für die Herstellung von Aluminiumsinterkörpern hoher Warmfestigkeit sehr gut geeignetes Aluminiumblättchenpulver mit einem Schüttgewicht von mindestens 0,7 kg/l unter Verwendung einer Fettmenge von unter 1 Gewichtsprozent, vorzugsweise höchstens o,8 0/o, zu erhalten.
  • Die einzelnen Teilchen werden dabei trotz geringem Fettzusatz genügend zerkleinert; sie schweißen sich zum größten Teil zu mehreren zu etwas größeren Teilchen mit lamellarer Struktur (Schieferstruktur) zusammen, die trotz ihrer Größe genügend Aluminiumoxyd (mindestens 60/o) enthalten. Dieser erhöhte Oxydgehalt, dessen Größe für die Herstellung der warmfesten Aluminiumsinterkörper notwendig ist, ist eben darauf zurückzuführen, daß die einzelnen Blättchen des fertigen Aluminiumpulvers hohen Schüttgewichtes nicht homogen sind, sondern schiefrige Struktur aufweisen, d. h. aus einer Mehrzahl von sehr feinen, stellenweise zusammengeschweißten Lamellen bestehen, die alle mit einem äußerst dünnen, unter O,OI ju dicken Film von amorphem Aluminiumoxyd überzogen sind. Es handelt sich hier um eine überraschende Feststellung, die bisher schon deshalb nicht gemacht werden konnte, weil man von vornherein, d. h. zu Beginn der Zerkleinerung in den Stampfern oder in der Kugelmühle, ein Zusammenschweißen der Teilchen verhinderte.
  • Fig. I zeigt in Iooofacher Vergrößerung ein handelsübliches, für pyrotechnische Zwecke weitgehend entfettetes Aluminiumblättchenpulver mit 0,2 0/o Fett (Stearinsäure) und einem Aluminiumoxydgehalt von II°/o. Das Pulver ist in Kunstharz eingebettet; die sichtbaren Blättchen sind senkrecht oder nahezu senkrecht geschnitten. Dieses Pulver hat ein Schüttgewicht von O,I2 kg/l.
  • Fig. 2 zeigt in einem in gleicher Weise genommenen Schliffbild und in Iooofacher Vergrößerung ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestelltes Aluminiumblättchenpulver, das 0,2 0/o Stearinsäure und 110/o Aluminiumoxyd enthält und ein Schüttgewicht von o,85 kg/l aufweist. Die einzelnen Blättchen sind flächenmäßig ungefähr gleich groß und auch gleich dick wie im Pulver nach Fig. I; da sie aber zum größten Teil zu mehreren miteinander verschweißt sind, sind die Pulverteilchen viel größer als in Fig. I. Durch das Verschweißen ergibt sich das höhere Schüttgewicht.
  • Fig. 3 zeigt vom selben Pulver wie in Fig. 2 einige noch gröbere Pulverteilchen. Die Aufnahmebedingungen waren die gleichen wie für Fig. I und 2.
  • Der angegebene Fettgehalt(Stearinsäuregehalt) umfaßt die freie Stearinsäure und das Aluminiumstearat, das sich immer in gewissem Umfang während der Herstellung des BIättchenpulvers bildet.
  • Wenn man unter den gleichen Bedingungen handelsübliches, fetthaltiges Aluminiumblättchenpulver für Anstrichfarben betrachtet, kann man auch Gebilde wahrnehmen, die auf den ersten Blick ähnlich aussehen wie die aus zusammengeschweißten Einzelblättchen bestehenden, gröberen Pulverteilchen von Fig. 2 und 3.
  • Bei diesem handelsüblichen Aluminiumblättchenpulver sind die einzelnen Blättchen nicht zusammengeschweißt, sondern durch das Schmiermittel zusammengeklebt; sie trennen sich voneinander, sobald man sie in ein Fettlösungsmittel, wie Lackbenzin, einführt. Dieses fetthaltige Pulver ist für die Herstellung von Aluminiumsinterkörpern hoher Warmfestigkeit völlig unbrauchbar.
  • Während der Herstellung des Aluminiumblättchenpulvers mit höherem Schüttgewicht ist es vorteilhaft, mindestens eine Lagerung von mehreren Wochen, zweckmäßig von 4 oder mehr Wochen, einzuschalten, was die Erzielung eines garantierten Oxydgehaltes-und die Vermeidung einer wesentlichen Nachoxydation gewährleistet. Dadurch wird auch die Gefahr einer Explosion mit ziemlicher Sicherheit vermieden. Es muß selbstverständlich ein für die Herstellung von Aluminiumsinterkörpern hoher Warmfestigkeit. bestimmtes Aluminiumblättchenpulver angestrebt werden, das sich durch lange Lagerung nicht oder praktisch nicht ändert. Wird die mehrwöchige Zwischenlagerung nicht eingehalten, so kann ein praktisch unveränderliches Aluminiumblättchenpulver nicht mit Sicherheit erhalten werden. Wenn dann ein solches Pulver nicht auf einmal verbraucht wird, so werden Sinterkörper erhalten, die in ihren Eigenschaften voneinander mehr oder weniger abweichen. Aber auch wenn die Gesamtmenge des Pulvers auf einmal aufgebraucht werden soll, ist es wünschenswert, daß der Erfolg nicht davon abhängig ist, ob das Pulver mehr oder weniger lang in der Fabrikationsstätte aufbewahrt worden ist.
  • Wie bei der Herstellung des leichten Aluminiumblättchenpulvers für die Fabrikation der eingangs erwähnten Aluminiumsinterkörper hoher Warmfestigkeit ist es möglich, schwach legiertes Aluminium an Stelle von Reinaluminium zu benutzen, ohne das Ergebnis in nennenswerter Weise zu beeinträchtigen.
  • Die Herstellung des schweren Aluminiumblättchenpulvers kann in den üblichen Maschinen erfolgen, z. B. in Stampfern oder in einer Kugelmühle, wie sie beispielsweise in den schweizerischen Patentschriften 105 987 und 176 695, in der USA.-Patentschrift I 785 283 und in der britischen Patentschrift 430 777 beschrieben ist.
  • Die bei der Herstellung des schweren Aluminiumblättchenpulvers benutzte Fettmenge richtet sich nach dem gev. ünschten Erfolg und auch nach den Ausgangsstoffen und nach der Arbeitsweise.
  • Sie muß geringer als IO/o sein und kann beispielsweise o,2 bis o,8 0/o betragen. (Es handelt sich hier wie an allen anderen Stellen der Beschreibung und- der Ansprüche um Gewichtsprozente, in keinem Fall um Volumprozente.) Die am meisten verwendeten Fettsäuren, z. B. Stearinsäure, wandeln sich während-der Herstellung desAluminiumblättchenpulvers zum Teil in entsprechende Aluminiumsalze und bleiben als solche an der Aluminiumoberfläche haften. Dies läßt sich beispielsweise bei der Behandlung des fertigen Pulvers durch organischeFettlösungsmittel, z. B. Äthyläther, nachweisen, indem die noch unveränderten Fettsäuren in Lösung gehen, die fettsauren Aluminiumsalze dagegen ungelöst bleiben.
  • AlsAusgangsstoff für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens eignen sich die durch Auftropfenlassen von flüssigem Aluminium auf eine um eine vertikale Achse rotierende Scheibe erhaltenen flachen Gebilde sehr gut. Man kann aber auch von Folienabfällen ausgehen, ebenso von anderen mehr oder weniger feinverteilten Ausgangsstoffen, wie sie bei der Herstellung von Aluminiumblättchenpulver für Anstrichzwecke benutzt werden.
  • Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erwindung. Selbstverständlich sind im Rahmen derselben andere Ausführungsformen möglich.
  • Beispiel I Als Ausgangsmaterial werden Aluminiumfolienabfälle mit einem Reinheitsgrad von 99,2 bis 99,5 0/o verwendet. Sie werden zunächst in sogenannten Rundstampfern, die den Fachleuten bekannt sind und beispielsweise im Buche »Technologie des Aluminiums und seiner Legierungen« von A. von Zeerleder, Akademische Verlagsgesellschaft, Leipzig, 5. Aufl., S. 4I7, abgebildet sind, nach Zugabe von 0,4°/0 Stearinsäure zerkleinert, und zwar zunächst zur Teilchengröße o bis 3,3 mm und dann zur Teilchengröße orbis 0,7 mm. Hierauf wird die erhaltene Masse in Mengen von 30 bis 40 kg und ohne weitere Fettzugabe in eine Kugelmühle der bereits erwähnten Art eingeführt und IO Stunden unter Schutzgas darin gemahlen. Das erhaltene Aluminiumblättchenpulver weist einen Fettgehalt von etwa 0,2 0/o, einen Oxydgehalt von etwa In 01, und ein Schüttgewicht von etwa I kg/l auf. Ähnliche Ergebnisse lassen sich erzielen, wenn man die Fettzugabe etwas steigert, so auf o,6, 0,7 oder o,8 O/o. Größere Chargen erfordern ein längeres Mahlen in der Kugelmühle. Durch Variation der Feinheit des in die Kugelmühle eingebrachten Materials, der Mahldauer, des Beschickungsgewichtes und des Fettzusatzes können Oxydgehalt, Fettgehalt und Schüttgewicht geändert werden. So kann der Oxydgehalt des fertigen Pulvers 8 bis I5 0/o oder noch mehr betragen. Das Schüttgewicht kann bis auf r,5 kg/l gebracht werden und der Fettgehalt zwischen 0,15 und 0,3 ovo varieren.
  • Beispiel 2 Als Ausgangsmaterial wird Aluminium von 99,6 OJo Reinheit verwendet, das 0,22 bis 0,28 0/o Eisen und 0,I2 bis o,I4°/o Silizium enthält. Die Verarbeitung zum gewünschten Blättchenpulver höheren Schüttgewichtes für die Sinterung erfolgt in acht Stufen.
  • In der ersten Verarbeitungsstufe werden Streifen von IO bis 15 cm Länge, I bis 2 cm Breite und O,I bis 0,2 mm Dicke in einer besonderen Gießvorrichtung hergestellt. Diese Vorrichtung weist eine Pfanne mit Öffnungen im Boden auf; das in der Pfanne befindliche geschmolzene Aluminium fließt aus und fällt auf eine wassergekühlte, um eine vertikale Achse rotierende Metallplatte. Die entstehenden, erstarrten Streifen werden infolge der Zentrifugalkraft seitlich weggeschleudert und aufgefangen.
  • In der zweiten Verarbeitungsstufe werden die erhaltenen Streifen in Stampfwerken (Rundstampfern) unter Zugabe von 0,40/0 pulverisierter Stearinsäure zu Schuppen (Blättchen) von einer Größe von o bis 3,3 mm verarbeitet. Das Stampfwerk besteht aus der Stampfwanne und zwölf im Kreis angeordneten Stösseln von je 45 kg Gewicht. Der Hub der Stössel beträgt go mm, die Tourenzahl der Hubschnecke 80 je Minute. Die Produktion eines solchen Stampfwerkes beträgt ungefähr 3,6 kg Schuppen je Stunde; von Zeit zu Zeit wird Material nachgefüllt. Die Schuppengröße wird durch Siebe, die in den Auswurföffnungen eingesetzt sind, bestimmt.
  • In der dritten Verarbeitungsstufe werden die erhaltenen Schuppen in einem zweiten, gleichen Stampfwerk auf eine Größe von o bis 0,7 mm nach nochmaligem Zusetzen von 0,40/0 Stearinsäure weiter zerkleinert.
  • Die Maschinenleistung beträgt etwa 4 kg Schuppen je Stunde.
  • In der vierten Verarbeitungsstufe werden die Schuppen der Größe von o bis 0,7 mm in einer Kugelmühle zu Pulverteilchen der Feinheit o bis 0,057 mm weiter verarbeitet. Die Kugelmühle hat einen inneren Durchmesser von 60 cm, eine Länge von 3,5 m und weist innen sechs Längsrippen auf. Die Tourenzahl beträgt 38 je Minute. Die Kugelfüllung besteht aus 1500 kg Stahlkugeln eines Durchmessers von 5,6 mm.
  • Der Austrag des Pulvers erfolgt kontinuierlich und pneumatisch. Das Pulver gelangt auf einen Sichter aus Bronzegewebe, dessen Maschenweite o,o57 mm beträgt. Das nicht durchgelassene gröbere Material wird in die Kugelmühle zurückgeführt. Das Mahlen erfolgt hier in bekannter Weise unter Schutzgas mit geringem Sauerstoffzusatz, wie beispielsweise in folgenden Patenten beschrieben: schweizerische Patentschrift 158 013, französische Patentschrift 716 707, deutsche Patentschrift 6I9 624, italienische Patentschrift 299 324. In dieser Verarbeitungsstufe wird keine Stearinsäure mehr zugesetzt. Die Produktion der Kugelmühle beträgt ungefähr In kg je Stunde. Das erhaltene Pulver hat einen Fettgehalt von 0,4 bis o,6% und einen Oxydgehalt von 4,5 bis 5,5 °/0 Ein Teil des im Stampfwerk zugesetzten Schmiermittels (im ganzen o,8 0/o in bezug auf die zu verarbeitende Metallmenge) wird durch Oxydation und Umsetzung zu Aluminiumsalzen bei der Verarbeitung aufgebraucht. Bei der Siebeprobe erhält man folgenden Rückstand:
    Tyler Sieb Nr. Teilchengröße
    I70 0,4 bis 2,0%
    250 3,2 - I6,4
    270 5,1 - 4,60/0
    325 32,5 - 17,80/0
    400 20,0 - 20,40/e
    Durchgang: 400 37,0 - 39,40/0
    Es wird nun eine fünfte Verarbeitungsstufe eingeschaltet, die darin besteht, daß das Pulver unter freiem Luftzutritt so lange trocken gelagert wird, bis der Fettgehalt auf 0,35 bis 0,40/0 gesunken ist. Diese Lagerung nimmt 4 bis 8 Wochen in Anspruch.
  • In der sechsten Verarbeitungsstufe wird das ausgelagerte Material in der Kugelmühle, selbstverständlich wieder unter leicht sauerstoffhaltigem Schutzgas (Zusammensetzung beispielsweise 92 bis 95% Stickstoff, 8 bis 5 0/0 Sauerstoff), weiterverarbeitet, bis ein Pulver der Feinheit von o bis 0,035 mm erhalten wird Die Verarbeitung erfolgt in Chargen von etwa 35 kg Die Mahlzeit beträgt 5 Stunden. Am Schluß des Mahlvorganges wird das Pulver pneumatisch ausgetragen. Das erhaltene, blättchenförmige Pulver hat folgende Charakteristiken: Fettgehalt .............. 0,2 bis 0,25% Oxydgehalt ............. 9,0 bis 10,5% Schüttgewicht etwa ...... o,85 kg/l Die siebente Verarbeitungsstufe besteht darin, daß das von der Kugelmühle kommende Pulver mit Hilfe eines Siebes der Maschenweite 0,I3 mm nachgesiebt wird, und zwar zur Entfernung fremder Teilchen, so z. B. von Kugelteilchen (es kommt ab und zu vor, daß eine Kugel der Mühle zertrümmert wird).
  • Als achte Verarbeitungsstufe wird eine Lagerung von etwa 2 bis 3 Monaten angeschlossen, wobei der Fettgehalt noch um etwa 0,05 0/o sinkt. Der Oxydgehalt steigt um I bis 1,50/0 an; ohne Zwischenlagerung würde er in viel größerem Maße steigen. Das erhaltene Pulver hat folgende Charakteristiken: Fettgehalt .............. 0,I5 bis 0,20 0/e Oxydgehalt .............. IO,O bis I2,0°/o Schüttgewicht ........... o,85 kg/l Das auf die beschriebene Art und Weise gewonnene, noch unbekannte, nahezu fettfreie Aluminiumpulver mit höherem Schüttgewicht eignet sich nicht für Anstrichfarben, da es eine nur sehr geringe Schwimmfähigkeit (»leafing property«) aufweist. Es ist aber ein vorzüglicher Ausgangsstoff für die Herstellung von Leichtmetallsinterkörpern hoher Warmfestigkeit Will man einen zylindrischen Sinterkörper von 10 cm Höhe und eines spezifischen Gewichts von 2,7 g/cm3 aus diesem Pulver herstellen, so muß nur noch eine Säule von beispielsweise 27 bis höchstens rund 40 cm statt (wie bei dem handelsüblichen Aluminiumblättchenpulver) von I35 bis 300 cm zusammengepreßt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Es sind viel kleinere Hübe erforderlich als bei Verwendung von normalem fettarme Aluminiumblättchenpulver, so daß man auch hohe Körper ohne Zusammenschichtung und daher ohne inhomogene, schwächere Stellen erzeugen kann. Auch beim Transport und bei der Lagerung ist ein solches Aluminiumblättchenpulver mit höherem Schüttgewicht viel vorteilhafter als das leichte, handelsübliche, entfettete Aluminiumblättchenpulver, da der Platzbedarf bedeutend kleiner ist. Hinzu kommt, daß beim Verpressen weniger Pulver zwischen Rezipienten und Preßstempel entweicht.
  • Nach der vorliegenden Erfindung lassen sich Aluminiumsinterkörper herstellen, welche die eingangs erwähnten Festigkeiten mindestens in einer Richtung haben, nämlich: Streckgrenze .. . 25 bis 30 kg/mm2 Zugfestigkeit .... . 30 bis 35 kg/mm2 Dehnung (d IO) . . 5 bis 80/0 Brinellhärte . . . 80 bis IOO kg/mm2 Dabei werden die erhaltenen Eigenschaften durch eine Glühung auf beispielsweise 200 bis 500° C nicht beeinträchtigt; darüber hinaus besitzen diese Sinterkörper eine nennenswerte Warmfestigkeit, d. h. eine nennenswerte mechanische Festigkeit in der Wärme.
  • Man kann selbstverständlich auch Sinterkörper mit etwas niedrigerer mechanischer Festigkeit erzeugen, z. B. mit einer mechanischen Festigkeit von etwa 25 kg/mm2 und einer Brinellhärte von 75 kg/mm2.
  • PATENTANSPRSCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Aluminium sinterkörpern mit einem spezifischen Gewicht von höchstens 3 g/cm2, einer Zugfestigkeit von über 25 kg/mm2 wenigstens in einer Richtung und einer Brinellhärte von mindestens 75 kg/mm2 auch im geglühten Zustand durch Zusammenpressen oder Warmverformen und Sintern von fettarmem oder fettfreiem, oberflächlich oxydiertem Aluminiumblättchenpulver, dadurch gekennzeichnet, daß ein oberflächlich oxydiertes Aluminiumblättchenpulver mit einem Schüttgewicht von mindestens 0,7 kg/l, einem Oxydgehalt von mindestens 60/0 und einem Gesamtfettgehalt von weniger als 0,30/0 verwendet wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sintern während des Warmpressens stattfindet.
    3. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß das Sintern während der Warmverformung stattfindet.
    4. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß ein Aluminiumbläftchenpulver mit einem Schüttgewicht von mindestens o,8 kg/l verwendet wird.
    5. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß Aluminiumblättchenpulver mit einem Aluminiumoxydgehalt von mindestens In01, verwendet wird.
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