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Verfahren zur Herstellung von gemustertem Papier. Die Herstellung
von Papier mit achatartigen oder marmorierten Effekten erfolgt bisher in der Weise,
daB die Farbe in Klecksen, und zwar unmittelbar oder durch eine entsprechende Verteilervorrichtung,
auf das Papier gespritzt wird oder dadurch, daß die Farbe auf eine Gummilösung gespritzt
und das Papier dann auf diese gedrückt wird. Im ersteren Fall wird die Feuchtigkeit
in der Farbe rasch aufgesaugt, so daß die Farbenkleckse keine Gelegenheit haben,
sich auszubreiten und zu vermischen. Die bemusterte Fläche erhält daher kein gefälliges
Aussehen. Im anderen Fall ist es dagegen unmöglich, das Ausbreiten der Farben auf
der Gummilösung entsprechend zu beeinflussen.
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Die Erfindung besteht demgegenüber darin, daB man das Papier zunächst
mit einem Feuchtigkeitsüberzug versieht und danach die Farben auf diesen spritzt,
wobei die Farbenkleckse durch eine besondere Einrichtung so miteinander vermischt
werden, dafi sie die gewünschte Marmorierung ergeben, wonach dann das Papier rasch
getrocknet wird. Der Feuchtigkeitsüberzug kann aus Wasser oder einer Farblösung
bestehen, je nach dem Untergrund, welchen die Marmorierung haben soll, für welche
beliebig viele Farben zur Verwendung kommen können. Das rasche Trocknen des gefärbten
Papieres ist nötig, damit das Ineinanderlaufen der Farbenkleckse nur bis zur Erzielung
der gewünschten Effekte geschieht.
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Zur Ausführung des neuen Verfahrens dient eine Maschine, welche eine
ununterbrochen fortlaufende Papierbahn nacheinander den Vorrichtungen zum Auftragen
des Feuchtigkeitsüberzuges, zum Aufspritzen der Farbenkleckse und zum raschen Trocknen
zuführt. Der Feuchtigkeitsüberzug hindert die Absorption der Feuchtigkeit in den
Farben, so daß die Kleckse genügend Zeit haben, sich auszubreiten und entsprechend
zu vermischen, L"nd erleichtert zugleich diesen Vorgang. Eine solche Maschine ist
in der Zeichnung dargestellt.
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Abb. i und 2 zeigen im Querschnitt je einen Teil der Maschine; Abb.3
zeigt eine verkleinerte Draufsicht des Maschinenteiles nach Abb. i ; Abb. 4. zeigt
.einen Schnitt nach Linie 4-4 der Abb. 3, Abb. 5 einen Schnitt nach Linie 5-5 der
Abb. 3 und Abb. 6 die Vorrichtung zur Verteilung der Farbenkleckse: Abb. 7 zeigt
einen Schnitt nach Linie 7-7
und Abb. 8 einen Schnitt nach Linie 8-8 der Abb.
2.
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Die von der Rolle i abgezogene Papierbahn geht über Walzen 2 und 4.
zu der Bestreichungsvorrichtung, welche die Papierbahn finit dem Flüssigkeitsüberzug
versieht. Diese Vorrichtung besteht aus einem Behälter g mit Walzen 5, 6, 7 und
8, von denen die Walzen 7 und 8 in die Flüssigkeit tauchen, die sie durch die Walzen
6 und 7 auf die über sie laufende Papierbahn übertragen. Die Papierbahn läuft sodann
über eine Trommel io, wo die Feuchtigkeit, unter Entfernung etwaigen Überschusses
durch Abstreifer i i, gleichmäßig über die Papierfläche durch einen .Verteiler 17
verteilt wird und geht von da weiter zur Trockenvorrichtung. Auf dem Wege dahin
und 'bevor sie die Trockenvorrichtung erreicht, wird die Papierbahn aus Farbschalen
(bei der dargestellten Ausführung sind zwei solcher Schalen 28 und 3o angenommen)
mit Farbenklümpchen oder -klecksen bespritzt. Zu diesem Zweck ist über jeder Farbschale
eine Welle 32 mit Bürsten 33 vorgesehen, welche von einer in die Farbschale tauchenden
Walze 29 bzw. 31, zu der sie sich in entgegengesetzter Richtung drehen, die Farbe
abnehmen und in kleinen Klümpchen in der Richtung der Pfeile .,1 (Abb. i) auf die.
"Papierbahn schleudern. @,orteilhaft werden Anilinfarben verwendet. Die Walzen und
Bürstenwellen sind in auf den Seitengestellen der Maschine befestigten Lagern 34
gelagert und werden in irgendeiner Weise angetrieben. Hinter der Farbauftragvorrichtung
ist die Vorrichtung zum Vermischen der Farben vorgesehen. Diese Vnrrichtung besteht
aus Düsen 38 an quer
zur Papierbahn bewegten Rohren 35, durch welche
Luftstrahlen auf die nassen Farben geblasen und die Kleckse anisgebreitet werden,
so daß sie einander berühren und ineinander übergehen können. Die Rohre 35 werden
zwischen Führungsrollen 36, 36 (Abb. 5) gehalten und geführt, die in vertikalen,
auf dem Maschinenrahmen befestigten Stützen 37 sitzen und an eine Druckluftleitung
4i angeschlossen sind. Sie können miteinander durch eine Gabe139 verbunden sein,
sie sind mit Ventilen 4o versehen und mit elastischen Einsatzstücken 44 welche eine
hin und her gehende Bewegung über die Papierbahn ermöglichen. Diese Bewegung wird
durch Lenkstangen 42 und Kurbeln .43 bewirkt, die auf einer an einer Maschinenseite
gelagerten Welle 26 sitzen. Die Welle26 treibt mittels Riemen 27 eine zweite Welle25,
die ihrerseits wieder den Verteiler 17 antreibt, welcher den Feuchtigkeitsüberzug
an der Trommel io gleichmäßig über die Papierbahn verteilt. Dieser Verteiler ist
ein konkaver Kopf, dessen Arbeitsfläche mit einer Filzschicht 18 belegt ist und
auf seiner Rückseite eine Lagerkonsole i9 (Abb. 4.) trägt, an welche eine horizontale
Querstange 2o angreift, die mit ihren Enden in auf im oberen Teile des Maschinenrahmens
befestigten Lagern 21 ruht, welche ein gewisses Spiel besitzen und mittels Schraubenspindeln
22 angestellt werden können. Das Rückenlager i9 des Kopfes 17 ist durch eine Lenkstange
23 (A.bb. i und 4) an eine Kurbel 24 auf der Welle 25 angeschlossen und setzt den
Verteiler in bezug auf die Trommel io in hin und her gehende Bewegung, wodurch mittels
des Filzüberzuges 18 die gleichmäßige Verteilung der Feuchtigkeit auf der Papierbahn
bewirkt wird.
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Wenn die Bahn unter den Düsen 38 hindurchgegangen ist, hat sie den
angestrebten Farbenauftrag, und es folgt nunmehr ein rasches Trocknen durch eine
Platte 44 mit aufgelegtem Drahtgewebe 45, auf welchem die Papierbahn einer beträchtlichen,
mit Hilfe einer Anzahl Gasbrenner 47 unterhaltenen Hitzeeinwirkung unterworfen wird.
Die Papierbahn wird dabei unter kräftigem Zug über die Platte 44 geführt, so daß
sie sich weder werfen kann noch sich Blasen bilden können. Damit das über den Brennern
47, welche quer über die ganze Maschine reichen, befindliche Papier beim etwaigen
Anhalten der Maschine nicht überhitzt wird, ist eine Abhebevorrichtung angeordnet,
bestehend aus unter der Papierbahn vorgesehenen Quer-Stäben 48 (Abb. 7), welche
an miteinander durch Stangen So verbundenen Armen 49 hängen, die mit ihrem oberen
Ende an Stützen 51 angelenkt sind. Wenn Zug in der Längsrichtung auf eine der Stangen
So ausgeübt wird, schwingen die Arme 49 um ihre Drehpunkte und die Querstäbe 48
heben die Papierbahn von ihrer Unterlage ab. Um die Längsbewegung der Stangen So
hervorzurufen, sind zwei Glieder 52 (Abb. 2) an einem gemeinschaftlichen Zapfen
53 angelenkt und an eine vertikale Gleitstange 54 angeschlossen, so daß beim Auf-
und Abbewegen der Stange 54 die an die Stangen So angelenkten Enden der Glieder
52 die für das Anheben d(r Papierhahn erforderliche horizontale Bewegung ausführen.
Feststellbare Anschläge 5, besorgen das Festhalten der Hebevorrichtung in
jeder gewünschten Stellung.
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ach dem Verlassen der Trommel 46 wird <<ie Papierbahn zwischen
Bändern 66 und 67, von denen die unteren festliegend, die oberen dagegen endlose,
über Rollen 68 und 69 laufende sind, an Ventilatoren 63 vorübergeführt, die mittels
Scheiben 64 und Riemen 65 angetrieben «-erden, das Papier kühlen und jede -etwa
noch vorhandene Feuchtigkeit entfernen. Die Papierbahn geht dann über eine Trommel
70 und wird schließlich über Spannwalzen 74 auf der Wickelwalze 75 aufgerollt.
Die Trommeln 4o und 70 können z. B. durch Gasbrenner 61, 7 1 in ihrem Innern
geheizt werden. Der von der Walze 75 ausgeübte Zug setzt die gesamte Papierbahn
in Bewegung.