DE3733590A1 - Verfahren und schaltungsanordnung zum anwerfen von mit einem elektrischen hauptantrieb ausgeruesteten webmaschinen - Google Patents
Verfahren und schaltungsanordnung zum anwerfen von mit einem elektrischen hauptantrieb ausgeruesteten webmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anwerfen von mit
einem elektrischen Hauptantrieb ausgerüsteten Webmaschi
nen, bei denen die Anwerfenergie im wesentlichen von
elektrisch antreibbaren, an die Webmaschine kuppelbaren
Schwungmassen aufgebracht wird.
Üblicherweise werden Webmaschinen durch einen elektri
schen Motor angetrieben, der an das Wechselstrom- bzw.
Drehstromnetz angeschlossen ist. Aus der Frequenz des
Netzes ergibt sich unter Berücksichtigung der Motor
bauart, z.B. der Polzahl, eine bestimmte Drehzahl für den
Hauptantriebsmotor. Von diesem Hauptantriebsmotor aus
werden über getriebliche Mittel, z.B. über einen Riemen
antrieb, mit der Hauptantriebswelle der Webmaschine ge
kuppelte Schwungmassen angetrieben. Nach Einschalten des
Hauptantriebes wird zunächst durch den Motor die Schwung
masse auf die zugeordnete Drehzahl beschleunigt. Zum
Starten der Webmaschine selbst wird über eine Kupplungs-
Brems-Einheit die Schwungmasse auf die Hauptantriebswelle
der Webmaschine gekuppelt, sodaß die Schwungmasse die
Webmaschine vom Stillstand aus in Bewegung setzt. Die
Charakteristik der Kupplung, die Steifheit des Motors und
die Größe der einwirkenden Schwungmassen, sowie Reibwi
derstände, ergeben für den Anlaufvorgang der Webmaschine
einen ganz bestimmten Drehzahlverlauf, und zwar einer
seits für die Schwungmassen und andererseits für die
Hauptwelle der Webmaschine. Dabei erfährt die Drehzahl
der Schwungmassen nach Einschaltung der Kupplung einen
erheblichen Drehzahlabfall, bis sie mit der vom Still
stand aus hochlaufenden Hauptwellendrehzahl der Webma
schine synchron ist.
An derartige Anwerfeinrichtungen für Webmaschinen werden
in der Praxis besondere Anforderungen gestellt, so muß
z.B. die Webmaschine bis zum ersten Blattanschlag völlig
eingekuppelt sein. Bei einem derartigen Einkuppelvorgang
an der Webmaschine kann es vorkommen, daß zwar die Webma
schine bis zum ersten Blattanschlag vollständig eingekup
pelt sein kann, daß jedoch die momentane Drehgeschwindig
keit beim ersten Blattanschlag zu gering ist und daß da
durch im Gewebe sogenannte Anlaufstellen entstehen, d.h.
Stellen, bei denen der eingetragene Schußfaden nicht in
die richtige Position angeschlagen wird und dabei ein
vergrößerter Schußfadenabstand entsteht. Eine so entstan
dene Folge von weniger dicht angeschlagenen Schußfäden
kann bei Überschreiten eines gewissen Grenzwertes als
streifenartiger Gewebefehler sichtbar werden. Um beim An
laufen der Webmaschine die genannten, aus zu geringer
Drehgeschwindigkeit resultierenden Auswirkungen geringzu
halten, war man bisher darauf bedacht, den Antrieb so
auszubilden, daß er nach möglichst wenig Blattanschlagen,
d.h. so frühzeitig wie möglich, eine momentane Drehge
schwindigkeit von mehr als 96% der erwünschten Enddrehge
schwindigkeit erreicht, sonst entstehen durch eine Folge
von ungenügend angeschlagenen Schußfäden die oben genann
ten qualitätsmindernden Streifen im Gewebe. Aus der Pra
xis ergeben sich beispielsweise als Werte für die er
reichbare Momentandrehzahl beim ersten Blattanschlag et
was über 80% und etwa nach dem dritten Blattanschlag eine
Momentandrehgeschwindigkeit von über 96% der erstrebten
Nenndrehgeschwindigkeit. Um diese Werte zu erhalten, ver
sucht man immer größere und steifere Motoren einzusetzen,
sowie eine leichtere und steife Bauweise des Blattantrie
bes zu erreichen. Dieser Tendenz sind aber durch das An
wachsen der Schwungmassen für Motor, Kupplung und auch
der Webmaschine und durch Wirtschaftlichkeitsüberlegungen
bei der Leichtbauweise deutliche Grenzen gesetzt.
Ähnliche Probleme treten auch auf bei Webmaschinen mit
durch das Webfach frei fliegenden Schußeintragorganen,
z.B. Greiferschützen. Die Abschußgeschwindigkeit des
Greiferschützen muß dabei so groß sein, daß der Schützen
sicher das Webfach durchläuft und innerhalb enger zeitli
cher Grenzen aus dem Fach austritt. Auch hier soll beim
Anwerfen der Webmaschine die Betriebsdrehzahl sehr früh,
möglichst noch vor dem ersten Abschuß eines Greiferschüt
zen erreicht werden. Für diesen Fall ist aus der DE-PS 15
35 525 eine Anlaßvorrichtung für Webmaschinen bekannt,
bei der zum Anwerfen der Webmaschine das zu kuppelnde
Schwungrad vor dem Einrücken der Kupplung so angetrieben
wird, daß es mit größerer Drehzahl als normalerweise wäh
rend des Webens umläuft. Um das Schwungrad vor dem Anwer
fen der Webmaschine mit einer höheren Drehzahl als der
Betriebsdrehzahl anzutreiben, kann ein mit gleichbleiben
der Drehzahl laufender Antriebsmotor vorgesehen sein, der
über ein Planetengetriebe die erhöhte Drehgeschwindigkeit
des Schwungrades bewirkt.
Diese bekannte Anordnung erfordert aber durch das Plane
tengetriebe einen zusätzlichen Aufwand. Da außerdem der
Umschalt- bzw. Anwerfvorgang für die Webmaschine von der
Stellung der Kupplung abhängig ist, muß für die gesamte
Zeit, in der die Kupplung ausgerückt ist, das Schwungrad
mit erhöhter Drehzahl angetrieben werden. Das bedeutet
auch für den Fall, daß die Webmaschine beim Auftreten ei
nes Fehlers selbsttätig abgestellt und die Kupplung daher
ausgerückt wurde, einen Antrieb des Planetengetriebes mit
erhöhter Drehzahl während der ganzen Zeit der Fehlerbehe
bung.
In der genannten Patentschrift ist auch noch auf eine an
dere Möglichkeit, nämlich auf die Verwendung eines zwei
tourigen Elektromotors hingewiesen, der bei ausgerückter
Kupplung mit einer höheren Drehzahl umläuft. Dadurch
sollte der Aufwand des Planetengetriebes entfallen und
statt dessen die erforderliche Schwungmasse in den vom
Elektromotor angetriebenen Rädern angeordnet werden. Auch
dieser Vorrichtung haftet noch der genannte Mangel einer
längerdauernden erhöhten Antriebsdrehzahl an. Um beim
Kuppelvorgang zu verhindern, daß die im rasch umlaufenden
Schwungrad gespeicherte kinetische Energie vom elektromo
torischen Antrieb in dem Augenblick aufgenommen wird, in
dem er mit niedriger Drehzahl umläuft, ist zwischen
Schwungrad und Antriebsmotor eine Freilaufkupplung vorge
sehen, was jedoch einen zusätzlichen baulichen Aufwand an
mechanischen Gliedern zur Folge hat.
Die DE-OS 35 42 650 befaßt sich ebenfalls mit dem Problem
des Anfahrvorganges von Webmaschinen. Auch dort findet
sich der Vorschlag, vor dem Anfahrvorgang bei geöffneter
Kupplung die Drehzahl des elektrischen Antriebsmotors
über die normale Betriebsdrehzahl zu erhöhen. Dazu ist
eine Reihe von Möglichkeiten aufgeführt, auf welche Weise
die erhöhte Drehzahl eingestellt oder geregelt werden
kann. Im Prinzip gehen die in der DE-OS offenbarten Merk
male nicht über den oben im Zusammenhang mit der DE-PS 15
35 525 genannten Stand der Technik hinaus. Ein weiterer
Vorschlag der DE-OS nennt als Antriebsmaschine die Ver
wendung eines frequenzgesteuerten Elektromotors, mit dem
auf einfache Weise die in der oben genannten DE-PS 15 35
525 erwähnte Verwendung eines zweitourigen Elektromotors
realisiert werden kann. Nähere Ausführungen darüber sind
in der DE-OS nicht gemacht. Vielmehr beschränkt sich die
Offenbarung der DE-OS ausschließlich auf die Steuerung
des Hochlaufens und Regelung der erhöhten Drehzahl der
Antriebsmaschine. Von den Vorgängen beim Ankuppeln der
Webmaschine an die höher drehende Antriebsmaschine ist
lediglich im Zusammenhang mit einem Drehzahldiagramm ein
Zeitabschnitt erwähnt, in dem die Webmaschine vom Still
stand zur Betriebsdrehzahl hochläuft, während die An
triebsmaschine von ihrer erhöhten Drehzahl zunächst unter
die Betriebsdrehzahl absinkt und dann gemeinsam mit der
Webmaschine wieder zur Betriebsdrehzahl hochläuft. In der
DE-OS wird noch darauf hingewiesen, daß bei einer ent
sprechend hoch gewählten Leerlaufdrehzahl der genannte
Drehzahleinbruch unter die Betriebsdrehzahl verringert
oder vermieden werden kann.
Dieser Umstand zeigt neue Probleme auf, denn eine be
trächtliche Erhöhung des Drehzahlbereichs erfordert auch
erhöhten Aufwand und Leistung, was tunlichst vermieden
werden soll. Mit diesem Problem setzt sich aber die DE-OS
nicht auseinander. Auch die Frage des eventuellen Ein
satzes von Freilaufeinrichtungen wie bei der genannten
DE-PS ist hier übergangen. Es ist kein Weg aufgezeigt,
wie etwa auf einfachere Weise die oben genannte Zeit
spanne verkürzt und auch bei weniger starker Drehzahler
höhung ein störender Einbruch der Drehzahl während des
Kupplungsvorganges vermieden werden kann.
Ausgehend von der DE-PS 15 35 525 lag der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, den durch Planetengetriebe und Freilauf
bedingten baulichen Aufwand möglichst zu vermeiden und
außerdem in einem zweiten Schritt die Einschaltdauer des
Antriebes mit erhöhter Drehzahl möglichst zu kürzen. Die
Aufgabe wird durch das im Patentanspruch 1 genannte Ver
fahren gelöst. Wesentliches Merkmal der Erfindung ist,
daß beim Start der Webmaschine für den Zeitabschnitt des
Angleichens der Drehgeschwindigkeiten von Schwungmasse
und Maschinenhauptwelle der Antriebsmotor vom Netz frei
geschaltet ist und die Webmaschine ausschließlich mit der
gespeicherten mechanischen Energie der Schwungmasse ange
trieben wird. Durch ein vorübergehendes Freischalten des
elektromotorischen Antriebes, d.h. dadurch daß der Motor
für eine Übergangszeit nicht an das Netz angeschlossen
ist und weder mit erhöhter Drehzahl noch mit niederer
Drehzahl angetrieben wird, sind mechanische Freilaufglie
der und ein Planetengetriebe nicht erforderlich. Dieses
Verfahrensmerkmal ist bei unterschiedlichen Antriebsma
schinen mit Betrieb in höherem und niederem Drehzahlbe
reich einsetzbar, z.B. bei frequenzgesteuerten Motoren
ebensogut, wie etwa bei polumschaltbaren Elektromotoren
oder bei einem bürstenlosen Gleichstrommotor. Da ein pol
umschaltbarer Motor eine einfache Umschaltmöglichkeit
zwischen zwei verschiedenen Drehzahlen bietet, kann auch
gegebenenfalls das Planetengetriebe entfallen, es bleibt
jedoch die Forderung nach einem Freilaufverhalten beste
hen und unabhängig davon vor allem auch die Forderung,
die Einschaltdauer für den Betrieb mit erhöhter Drehzahl
zu kürzen. Auch diese zweite Teilaufgabe wird erfindungs
gemäß unter Verwendung eines polumschaltbaren Motors mit
den im Patentanspruch 4 angegebenen Verfahrensschritten
gelöst.
Bei einem polumschaltbaren Motor verhalten sich üblicher
weise die einstellbaren Drehzahlen wie 1:2. Eine Erhöhung
der Drehzahl auf das Doppelte der Betriebsdrehzahl ist
jedoch für das Anwerfen von Webmaschinen im Allgemeinen
nicht erforderlich, sondern es ist z.B. eine Erhöhung von
15-20% ausreichend. Wenn nun gemäß der Erfindung der
Schaltbefehl zur Umschaltung auf erhöhte Drehzahl eines
polumschaltbaren Motors erst gegeben wird unmittelbar be
vor die Webmaschine wieder angeworfen werden soll, dann
ist während des Hochlaufens des Motors die für das Ein
kuppeln der Webmaschine erwünschte höhere Drehzahl inner
halb kürzester Zeit erreicht und es muß nicht bis zum Er
reichen der Enddrehzahl gewartet werden. Vielmehr kann
der Hochlaufvorgang frühzeitig unterbrochen und das Kup
peln der Schwungmassen eingeleitet werden. Der Zeitpunkt
für die Unterbrechung des Hochlaufens kann in beliebiger
Weise überwacht bzw. festgelegt werden, z.B. durch Dreh
zahl- oder Drehgeschwindigkeitsmessung oder z.B. einfach
durch eine Zeitschaltung, der ein Erfahrungswert zugrunde
liegt. Auf jeden Fall ist ein länger dauernder Lauf mit
erhöhter Drehzahl während der Zeit der Fehlerbeseitigung
vermieden. Mit der Unterbrechung des Hochlaufens des
polumschaltbaren Motors auf erhöhte Drehzahl wird das An
kuppeln der Webmaschine an die Schwungmassen in an sich
bekannter Weise in die Wege geleitet. Der Motor selbst
wird aber nicht etwa sofort auf seine niedrigere Drehzahl
umgeschaltet, sondern erst vorübergehend freigeschaltet,
d.h. der Motor wird vom Netz abgetrennt und seine Wick
lungen werden kurzgeschlossen.
Bei allen Ausführungsformen der Erfindung erfolgt für
eine Übergangszeit das Angleichen der Drehgeschwindigkei
ten von Schwungmasse und Webmaschinenhauptwelle, wobei
die Webmaschine ausschließlich mit der gespeicherten me
chanischen Energie der Schwungmasse angetrieben wird. Ein
besonderer mechanischer Freilauf zwischen Motor und
Schwungmasse ist daher nicht erforderlich. Erst mit einer
gewissen Verzögerung wird der elektrische Motor wieder an
das Netz und auf niedere Drehzahl umgeschaltet, um die
Webmaschine für den anschließenden laufenden Betrieb an
zutreiben. Die Verzögerungszeit wird vorteilhafterweise
so gewählt, daß die Verbindung zwischen Drehstromnetz und
Motor kurz nach dem ersten Blattanschlag hergestellt
wird. Die Zeitverzögerung vom Freischalten des Motors bis
zu seinem Wiedereinschalten kann selbsttätig in Abhängig
keit von verschiedenen Größen durchgeführt werden. So
läßt sich z.B. die Momentandrehgeschwindigkeit von
Schwungmasse bzw. Webmaschinenhauptwelle oder auch der
Webmaschinendrehwinkel leicht ermitteln und zur Durchfüh
rung von Schaltbefehlen für die Zeitverzögerung auswer
ten. Es ist aber auch möglich, einen Erfahrungswert als
feste Zeitverzögerung am Umschalter für den Antrieb des
Motors einzustellen. Auf diese Weise kann die Momentan
drehgeschwindigkeit der soeben an die Schwungmassen ge
kuppelten Webmaschine innerhalb kürzester Zeit auf einen
Wert von mehr als 96% der Nenndrehgeschwindigkeit ge
bracht werden, damit im Gewebe keine Streifen durch eine
Folge von ungenügend angeschlagenen Schußfäden entstehen
können. Die Erfindung läßt sich jederzeit in bereits vor
handene Antriebsanlagen ohne großen Aufwand nachträglich
einbauen. Auch ein vollautomatischer Betrieb, z.B. mit
Mikroprozessorsteuerung ist durchführbar. So ist es z.B.
möglich, eine Webmaschine im Störfall nicht nur abzu
schalten, sondern so vorzubereiten, daß Hochlaufen, Frei
schalten und Umschalten des Motors, sowie Kuppeln der
Schwungmassen nach Beseitigung der Störung voll selbsttä
tig ablaufen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sei nachstehend an
hand der Zeichnung erläutert. Es zeigen
Fig. 1 ein Blockschaltbild für den Antrieb einer Webma
schine mittels eines frequenzgesteuerten Motors,
Fig. 2 das der Fig. 1 zugeordnete Drehzahldiagramm,
Fig. 3 ein Blockschaltbild für den Antrieb einer Webma
schine mittels eines polumschaltbaren Motors und
Fig. 4 schematisch das der Fig. 3 zugeordnete Drehzahldia
gramm im Vergleich mit Fig. 2.
Zunächst sei anhand des Blockschaltbildes der Fig. 1 der
allgemeine Aufbau beschrieben. Mit W ist eine Webmaschine
bezeichnet, von der lediglich ihre Hauptwelle H angedeu
tet ist. Der Antrieb dieser Webmaschine W soll in übli
cher Weise während des Betriebes durch einen netzge
speisten Hauptantrieb A erfolgen. Als Netz ist ein Dreh
stromnetz N vorgesehen, dessen Frequenz mit f1 angegeben
ist. Über einen Umschalter U kann das Netz N entweder in
Stellung 1 des Umschalters U über einen Frequenzwandler
F, oder in Stellung 3 des Umschalters U direkt auf den
Hauptantrieb A geschaltet werden. Der Frequenzwandler F
formt dabei die Netzfrequenz f 1 in eine andere höhere
Frequenz f 2 um. Frequenzwandler sind an sich bekannt und
daher hier nicht näher beschrieben. Die jeweils gewünsch
te Frequenz f 2 kann am Frequenzwandler F eingestellt wer
den. Der Umschalter U ist von einem Schaltschütz S betä
tigbar. Der Umschalter enthält drei Betriebsstellungen,
und zwar die Stellung 1, in der der Frequenzwandler F mit
dem Netz verbunden ist, eine Zwischenstellung 2 ohne An
schlüsse und eine andere Endstellung 3, in der eine di
rekte Verbindung zum Netz N zum Hauptantrieb A herge
stellt ist. Den drei Schalterstellungen entsprechend lie
gen im hier beschriebenen Beispiel beim Umschaltvorgang
auch drei Betriebsphasen vor, nämlich I) gesonderter
elektromotorischer Antrieb der Schwungmassen mit gegen
über der Nenndrehgeschwindigkeit erhöhter Drehgeschwin
digkeit, II) durch einen Startbefehl einzuleitendes Ab
trennen und Freischalten der Schwungmassen von ihrem An
trieb und Ankuppeln der Webmaschine an die Schwungmassen
und III) mit Verzögerung anschließende reguläre Speisung
des Antriebes wenn die momentane Drehgeschwindigkeit der
Schwungmassen in den Bereich der Nenndrehgeschwindigkeit
abgesunken ist.
Vom Hauptantrieb A aus wird über ein Getriebe G, das hier
z.B. als Riemenantrieb angedeutet ist, eine Schwungmasse
M angetrieben. Diese Schwungmasse M ist über eine Kupp
lungs-Brems-Einheit K auf die Hauptwelle H einer Webma
schine W kuppelbar. Die Ausbildung des Hauptantriebes A
und der Aufbau der Antriebsstrecke vom Motor des Hauptan
triebes bis zum Anschluß an die Webmaschine W ist an sich
bekannt und braucht hier nicht näher beschrieben zu wer
den. Bei direktem Anschluß des Hauptantriebes A an das
Netz N wird durch die Netzfrequenz f 1 unter Berücksichti
gung der konstruktiven Gegebenheiten von Motor, Getriebe
usw. die Schwungmasse mit einer Drehzahl n 1 angetrieben.
Diese Drehzahl entspricht der Nenndrehzahl der Webmaschi
ne während des Betriebes. Bei Speisung des Hauptantriebes
A über den Frequenzwandler F mit der Frequenz f 2 ergibt
sich für die Schwungmasse dagegen eine zugeordnete Dreh
zahl n 2. Da die Frequenz f 2 größer gewählt ist als die
Netzfrequenz f 1, ist auch die Drehzahl n 2 größer als die
Nenndrehzahl n 1. Für das Anwerfen der Webmaschine W aus
dem Stillstand heraus ist ein Schalter E vorgesehen,
durch den einerseits der Schaltschütz S und andererseits
die Kupplungs-Brems-Einheit K betätigt werden. Ergänzend
sei noch angeführt, daß auf der Hauptwelle H der Webma
schine ein Signalgeber angeordnet sein kann, z.B. ein
Drehwinkelgeber D. Wie aus der gestrichelt eingezeichne
ten Verbindung zu ersehen ist, wirkt diese Signaleinrich
tung auf den Schaltschütz S ein.
Für die Beschreibung der Wirkungsweise der Anordnung sei
angenommen, daß z.B. durch einen Störfall die Webmaschine
selbsttätig abgestellt und die gesamte Anlage in die Be
triebsphase I) geschaltet wurde. Die Webmaschine W ist
dabei durch die Kupplungs-Brems-Einheit K von der
Schwungmasse M und vom Hauptantrieb A abgekuppelt und be
findet sich im Stillstand. Über den Umschalter U in sei
ner Stellung 1 wird über den Frequenzwandler F der Haupt
antrieb A mit der höheren Frequenz f 2 gespeist. Dadurch
dreht die Schwungmasse M im Leerlauf mit der zugeordneten
erhöhten Drehzahl n 2. Dieser Betriebszustand der Phase I)
ist im linken Teil der Fig. 2 dargestellt.
Zum Anwerfen der Webmaschine W nach Beseitigung des Feh
lers wird zum Zeitpunkt E 1 der Einschalter E betätigt und
dadurch die für einen vorteilhaften Umschaltvorgang sehr
wichtige Betriebsphase II) eingeleitet. Hierbei wird der
Umschalter U in seine Zwischenstellung 2 gebracht, in der
der Hauptantrieb A weder direkt, noch über den Frequenz
wandler F gespeist wird. Es ist also nur noch die in der
Schwungmasse M gespeicherte mechanische Energie wirksam.
Durch den Einschalter E wird aber auch die Kupplungs-
Brems-Einheit K betätigt und die Schwungmasse M mit der
Antriebswelle H der Webmaschine gekuppelt. Wie das Dia
gramm der Fig. 2 zeigt, nimmt die gestrichelt eingezeich
nete Drehzahl bzw. Drehgeschwindigkeit n′ der Schwung
masse von ihrem Leerlaufwert n 2 ab, während die strich
punktiert eingezeichnete Drehzahl oder Dreh
geschwindigkeit n der Hauptwelle H der Webmaschine zu
nimmt. Nach vollständiger Einkupplung haben die beiden
Drehgeschwindigkeiten n und n′ gleiche Werte erreicht.
Wegen der höher gewählten Leerlaufdrehzahl n 2 erfolgt
dieser Angleich etwa im Bereich der für den Betrieb ge
wünschten Nenndrehzahl n 1, z.B. nur wenig unterhalb die
ses Nennwertes. Auf diese Weise ist die Dreh
geschwindigkeit der Webmaschine bis zum ersten Blattan
schlag schon so hoch, daß der erste Schußfaden praktisch
bereits mit voller Kraft angeschlagen wird und somit un
schöne Anlaufstellen im Gewebe vermieden sind. Während
des Zeitraumes der Betriebsphase II) ist, wie schon er
wähnt, außer der gespeicherten mechanischen Energie der
Schwungmassen kein Antrieb wirksam.
Mit geringer Zeitverzögerung T 1 wird vorzugsweise kurz
nach dem ersten Blattanschlag zum Zeitpunkt E 2 die Be
triebsphase II) beendet und die Betriebsphase III)
eingeleitet. Hierzu wird der Umschalter U von seiner
Stellung 2 in die Stellung 3 geschaltet und der Hauptan
trieb A direkt mit dem Netz N verbunden. Dadurch werden
in dieser Betriebsphase Schwungmasse M und Hauptwelle H
mit der Nenndrehzahl n 1 betrieben. Der folgende zweite
Blattanschlag erfolgt bereits mit unverminderter Kraft.
Wie schon erwähnt, kann die Zeitverzögerung T 1 als Erfah
rungswert fest eingestellt werden. Hierzu ist in der
Fig. 1 im Schaltschütz S ein Zeitverzögerungsglied Z ange
deutet. Wenn zum Einschaltzeitpunkt E 1 durch den Ein
schalter E der Schaltschütz S betätigt wird, so wird
gleichzeitig das Zeitverzögerungsglied Z eingeschaltet
und wirkt nach Zeitablauf auf den Schaltschütz ein, um
den Umschalter U von Stellung 2 nach Stellung 3 weiterzu
schalten. Es sei noch kurz auf die andere, in Fig. 1 ge
strichelt eingezeichnete Möglichkeit eingegangen. Durch
einen Signalgeber D kann z.B. die momentane Drehgeschwin
digkeit oder der Drehwinkel der Hauptwelle H festgestellt
und als Signal zum Schaltschütz S gegeben werden. Durch
dieses Signal kann dann in Abhängigkeit vom Drehwinkel
oder der Drehgeschwindigkeit der Hauptwelle der Umschal
ter U zwischen Stellung 2 und Stellung 3 weitergeschaltet
werden. Die notwendige Verzögerungszeit ist leicht zu er
mitteln und kann den Erfordernissen entsprechend einge
stellt werden. Die in der Fig. 2 eingezeichneten Betriebs
phasen I), II) und III) entsprechen den Stellungen 1, 2
und 3 des Umschalters U.
In der Fig. 3 ist als Beispiel der Einsatz eines polum
schaltbaren Motors gezeigt. Auf die Darstellung der
Schwungmassen und der Kupplungs-Brems-Einheit ist der
Einfachheit halber hier verzichtet. Ihr Aufbau und ihre
Wirkungsweise ist analog zur Fig. 1. Polumschaltbare Moto
ren sind an sich mit einer Reihe von unterschiedlichen
Schaltungsmöglichkeiten bekannt. Von den verschiedenen
Schaltungen sei hier im Ausführungsbeispiel die soge
nannte Dahlander-Schaltung gewählt. Der vereinfacht dar
gestellte Motor ist mit P bezeichnet. Sein Betrieb mit
unterschiedlichen Drehzahlen ist durch die Bezeichnung 2 p
entsprechend einer 2-poligen Schaltung für höhere Dreh
zahl und durch die Bezeichnung 4 p entsprechend einer 4
poligen Schaltung für niederen Drehzahlbereich angedeu
tet. Für den 2p-Betrieb erfolgt der Anschluß des Motors
an das Netz L 1, L 2, L 3 über den Schalter S h und die Wick
lungsanschlüsse 2 u, 2 v, 2 w. Für einen 4p-Betrieb im nie
deren Drehzahlbereich ist ein Schalter S n vorgesehen und
die Wicklungsanschlüsse sind mit 1u, 1v, 1w bezeichnet.
Die beiden Schalter S h für höhere Drehzahlen und S für
niedere Drehzahlen werden bedarfsweise über ein Schalt
schütz S betätigt, das seinerseits von einer Steuerein
heit St gesteuert wird. Die Anordnung ist so getroffen,
daß der 4p-Betrieb mit niederer Drehzahl dem Nennbetrieb
der Webmaschine mit einer Drehzahl n 1 angepaßt ist. Zum
Hochlaufen des Motors auf die höhere Drehzahl im 2p-Be
trieb wird durch das Schaltschütz S der Schalter S h ge
schlossen, jedoch nach einer kurzen Zeitspanne T 2 wieder
abgeschaltet. Die Zeit T 2 ist so gewählt, daß der Motor P
nicht auf seine volle Enddrehzahl hochläuft, sondern beim
Erreichen einer momentanen Drehzahl n 2, die etwa 10-20%
über der Nenndrehzahl n 1 liegt, das Hochlaufen unterbro
chen und der Motor vom Netz abgetrennt und freigeschaltet
wird. In diesem Augenblick wird auch die Schwungmasse in
der eingangs erwähnten Weise wieder vom Antriebsmotor P
abgetrennt und an die Webmaschine gekuppelt. Nach einer
ebenfalls oben schon genannten Verzögerungszeit T 1 wird
dann der polumschaltbare Motor P wieder ans Netz geschal
tet, wobei der Schalter S n schließt und der Motor in 4p-
Betrieb mit normaler Betriebsdrehzahl n 1 gespeist wird.
Die beiden Verzögerungszeiten T 1 und T 2 können - wie oben
anhand der Fig. 1 schon erläutert wurde - als Erfahrungs
werte fest eingespeichert sein, oder aber aus Meß- und
Übertragungswerten gewonnen und vom Steuergerät St verar
beitet werden. Das Steuergerät St steht außerdem in Ver
bindung mit der Webmaschine W, um in nicht näher be
schriebener Weise deren Zustand zu erfassen bzw. zu be
einflussen. Als Beispiel hierfür seien nur kurz folgende
Fälle angedeutet:
- a) wenn z.B. im Störungsfall ein zweiter Kettfadenbruch versehentlich nicht behoben wurde, wird ein Anwerfen der Webmaschine verhindert;
- b) auch bei einem mehrmaligen Tippen auf den Anlauf schaltknopf wird ein Hochlaufen auf die volle 2p-Drehzahl verhindert;
- c) wenn ein Motorschütz nicht angezogen hat, kann kein Start der Webmaschine erfolgen.
Während des Normalbetriebes läuft der Motor P entspre
chend der Betriebsdrehzahl der Webmaschine im 4p-Betrieb
im niederen Drehzahlbereich mit einer Nenndrehzahl n 1.
Diese Drehzahl bleibt auch dann erhalten, wenn die Webma
schine in einem Störungsfall vom Antrieb abgetrennt und
stillgesetzt ist.
Die Drehzahldiagramme a und b der Fig. 4 zeigen nicht nur
die kurze Zeitspanne für das Anwerfen der Webmaschine,
d.h. für den eigentlichen Kupplungsvorgang, wie er in der
Fig. 2 beschrieben ist, sondern sollen einen Überblick
über den etwas längeren Zeitraum einer Störung und deren
Behebung mit nachfolgendem Wiederanwerfen der Webmaschine
geben. In den Diagrammen sind die Vorgänge nur zum Ver
gleich grob schematisch dargestellt und sind nicht als
maßstäbliche Angaben zu bewerten.
Das Drehzahldiagramm Fig. 4a zeigt die Vorgänge bei Ver
wendung eines frequenzgesteuerten Motors nach Art der
Fig 1. Der Verlauf der Drehzahl n ist über der Zeit t
dargestellt. Mit n 1 sind die einander entsprechenden
Nenndrehzahlen von Webmaschine bzw. Motor während des Be
triebes bezeichnet. n2 soll die erhöhte Drehzahl für den
Anwerfvorgang der Webmaschine bezeichnen. Mit einer aus
gezogenen Linie ist der Drehzahlverlauf des frequenzge
steuerten Motors, mit einer strichpunktierten Linie der
Drehzahlverlauf der Webmaschine eingezeichnet. Links vom
Zeitpunkt E 0 befindet sich die Webmaschine im Normalbe
trieb und Webmaschine sowie Antriebsmotor arbeiten mit
ihrer Nenndrehzahl n 1. Zum Zeitpunkt E 0 ist der Beginn
einer Störung angenommen, wodurch automatisch die Webma
schine vom Antriebsmotor abgetrennt und stillgesetzt
wird. Im nachfolgenden, zwischen den Zeitpunkten E 0 und
E 1 liegenden Zeitabschnitt I wird die aufgetretene Stö
rung bzw. der Fehler beseitigt. Währenddessen wird
selbsttätig der frequenzgesteuerte Motor auf die erhöhte
Frequenz f 2 umgeschaltet und so gespeist, daß er auf die
erhöhte Drehzahl n 2 in einem Zeitraum T 2′ hochläuft und
diese Drehzahl weiterhin beibehält. Nach der Fehlerbesei
tigung wird zum Zeitpunkt E 1 in der oben beschriebenen
Weise ein Einschaltbefehl gegeben, der Motor von der hö
heren Frequenz abgetrennt und vom Netz freigeschaltet.
Gleichzeitig werden die Schwungmassen zum Anwerfen an die
Webmaschine gekuppelt, wie oben beschrieben. Während die
ser Betriebsphase II, die bis zum Zeitpunkt E 2 dauert,
läuft die Webmaschine an und erreicht wieder ihre Nenn
drehzahl, während der Antriebsmotor von der erhöhten
Drehzahl n 2 absinkt und schließlich ebenfalls wieder in
den Bereich der Nenndrehzahl n 1 gelangt. In dieser Be
triebsphase II, deren Zeitdauer mit T1 angegeben ist,
bleibt der Motor vom Netz freigeschaltet. Dieser Umstand
ist durch punktierte Darstellung des Drehzahlverlaufes
anstelle der ausgezogenen Linie kenntlich gemacht. Zum
Zeitpunkt E 2 wird der Motor wieder mit niederer Frequenz
an das Netz geschaltet und regulär gepeist. Die bei E2
beginnende Betriebsphase III entspricht dem normalen Be
trieb, bei dem Webmaschine und Motor wieder mit ihrer
Nenndrehzahl n 1 arbeiten.
Das untere Drehzahldiagramm der Fig. 4b zeigt die Vorgänge
in entsprechender Weise bei einem polumschaltbaren Motor
nach Fig. 3. Auch hier ist der Drehzahlverlauf des An
triebsmotors durch eine ausgezogene Linie und der Dreh
zahlverlauf der Webmaschine durch eine strichpunktierte
Linie dargestellt. Der gepunktet in einem Teilabschnitt
eingezeichnete Verlauf der Motordrehzahl soll wiederum
zum Ausdruck bringen, daß in diesem Teilabschnitt der Mo
tor freigeschaltet ist. Auch in diesem Beispiel ist ange
nommen, daß zum Zeitpunkt E 0 der Störungsfall auftritt
und die Webmaschine stillgesetzt wird. Der polumschalt
bare Antriebsmotor verbleibt in seiner Betriebsart und
läuft weiterhin mit seiner Nenndrehzahl n 1, d.h. er ar
beitet im 4p-Betrieb im niederen Drehzahlbereich. Über
die ganze Zeit der Störung und ihrer Beseitigung tritt in
der Drehzahl des Antriebsmotors keine Änderung auf. Wenn
zum Zeitpunkt E 1 der Einschaltbefehl gegeben wird, er
folgt hier - im Gegensatz zur Fig. 4a - eine Umschaltung
im polumschaltbaren Motor auf 2p-Betrieb, so daß in der
zwischen den Zeitpunkten E 1 und Ex liegenden Betriebs
phase a der Motor hochzulaufen beginnt. Dieser Vorgang
wird jedoch, wie oben erwähnt, nach Erreichen der momen
tanen Drehzahl n 2 oder nach einer vorbestimmten Verzöge
rungszeit T 2 vor Erreichen der Enddrehzahl abgebrochen.
Zu diesem, mit Ex bezeichneten Zeitpunkt wird in der hier
beginnenden Betriebsphase b der Anwerfvorgang für die
Webmaschine in die Wege geleitet und, wie oben schon
mehrfach beschrieben, die Schwungmasse mit der Webma
schine gekuppelt. Außerdem wird der Antriebsmotor freige
schaltet und nimmt in seiner Drehzahl gemäß dem punktier
ten Verlauf wieder ab. Nach dieser Betriebsphase b, deren
Dauer mit T 1 bezeichnet ist und entweder als festeinge
stellte Verzögerungszeit oder nach ermittelten Meßwerten
gesteuert wird, beginnt zum Zeitpunkt E 2 die Betriebs
phase c, in der der Antriebsmotor wieder regulär vom Netz
gespeist wird und mit seiner Nenndrehzahl n 1 läuft und
auch die Webmaschine mit ihrer Betriebsnenndrehzahl ar
beitet. Diese Betriebsphase c entspricht der normalen Be
triebsweise.
Der wesentliche Unterschied zwischen den Drehzahlverläu
fen der Fig. 4a und 4b liegt darin, daß bei einem fre
quenzgesteuerten Antriebsmotor der Fig. 4a ein verhältnis
mäßig langer Zeitabschnitt T 2′ benötigt wird, um den Mo
tor auf die erhöhte Drehzahl n 2 hochlaufen zu lassen. Die
Erfahrung hat gezeigt, daß in der Praxis der Zeitab
schnitt T 2′ bei einem frequenzgesteuerten Motor um mehr
als eine Größenordnung länger ist, als der Zeitabschnitt
T 2 bei einer polumschaltbaren Maschine. Es ist daher
nicht ratsam, einen frequenzgesteuerten Motor erst nach
behobener Störung zum Zeitpunkt E 1 hochlaufen zu lassen,
sondern dies gleich zu Beginn der Störungsphase I durch
zuführen, da hier genügend Zeit zur Verfügung steht. Al
lerdings ist damit auch der eingangs angeführte Nachteil
verknüpft, daß ein frequenzgesteuerter Motor über die
ganze Dauer der Störung und ihrer Beseitigung mit erhöh
ter Drehzahl laufen muß. Der Einsatz von polumschaltbaren
Motoren mit außerordentlich kurzer Hochlaufzeit im Sekun
denbereich bringt dagegen erhebliche Vorteile mit sich.
Das Verfahren zum Anwerfen von Webmaschinen mit vorüber
gehendem Freischalten des Motors ist unabhängig davon,
aus welchem Grunde die Webmaschine eingeschaltet werden
soll, einsetzbar, und zwar sowohl beim ersten Anlaufen
der Webmaschine, als auch bei einem Wiederingangsetzen
nach einem Störungsfall, bei dem die Webmaschine automa
tisch abgestellt und der Antriebsmotor je nach seiner
Bauart über die Zeit der Störung auf erhöhte Drehzahl ge
schaltet war oder mit Nenndrehzahl weiterlief.
Claims (12)
1. Verfahren zum Anwerfen von mit einem elektro
motorischen Hauptantrieb ausgerüsteten Webmaschinen, bei
denen die Anwerfenergie im wesentlichen von elektrisch
antreibbaren, an die Webmaschine kuppelbaren Schwungmas
sen aufgebracht wird, wobei vor dem durch einen Schaltbe
fehl einzuleitenden Einrücken der Kupplung die Schwung
massen mit einer gegenüber der für den Betrieb der Webma
schine vorgesehenen Nenndrehgeschwindigkeit erhöhten
Drehgeschwindigkeit umlaufen und nach dem Einrücken der
Kupplung für eine Übergangsphase die Schwungmassen vom
elektromotorischen Antrieb getrennt sind, dadurch ge
kennzeichnet, daß durch den das Einkuppeln steuernden
Schaltbefehl der elektromotorische Antrieb vorübergehend
freigeschaltet wird und anschließend die reguläre Spei
sung des elektromotorischen Antriebes mit Verzögerung
beim Absinken der momentanen Drehgeschwindigkeit der
Schwungmassen in den Bereich der Nenndrehgeschwindigkeit
der Webmaschine erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
eine einstellbare Zeitverzögerung für einen den Umschalt
vorgang zur regulären Speisung steuernden Schalter.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß bei einem Abstellen der Webma
schine in einem Störfall eine selbsttätige Umschaltung
auf erhöhte Drehzahl des elektromotorischen Antriebes er
folgt.
4. Verfahren zum Anwerfen von mit einem elektromo
torischen Hauptantrieb ausgerüsteten Webmaschinen, bei
denen die Anwerfenergie im wesentlichen von elektrisch
antreibbaren, an die Webmaschine kuppelbaren Schwungmas
sen aufgebracht wird, wobei vor dem durch einen Schaltbe
fehl einzuleitenden Einrücken der Kupplung die Schwung
massen mit einer gegenüber der für den Betrieb der Webma
schine vorgesehenen Nenndrehgeschwindigkeit erhöhten
Drehgeschwindigkeit umlaufen und nach dem Einrücken der
Kupplung für eine Übergangsphase die Schwungmassen vom
elektromotorischen Antrieb getrennt sind, gekennzeichnet
durch Verwendung eines polumschaltbaren Elektromotors als
Hauptantrieb der Webmaschine, wobei dessen niederer Dreh
zahlbereich der Nenndrehzahl der Webmaschine entspricht,
mit nachstehenden Betriebsphasen:
- a) durch einen Startbefehl einzuleitendes Umschalten des Motors auf Betrieb mit höherer Drehzahl,
- b) Unterbrechung des Hochlaufvorganges des Motors durch Abtrennen des Motors vom Netz und Ankuppeln der Webma schine an die Schwungmassen in an sich bekannter Weise bei gleichzeitigem vorübergehenden Freischalten des Motors und
- c) mit Verzögerung anschließende Umschaltung des Motors auf den für den Betrieb erforderlichen niederen Dreh zahlbereich und Anschaltung an die reguläre Speisung.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Umschaltvorgang von Betriebsphase a) zur Be
triebsphase b) mit einstellbarer Zeitverzögerung nach dem
auslösenden Schaltbefehl erfolgt.
6. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfah
rens nach Anspruch 1 bei einer über eine Schwungmasse und
eine Kupplungs-Brems-Einheit an einen elektrischen Haupt
antrieb gekuppelten Webmaschine, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hauptantrieb (A) durch einen Umschalter (U) be darfsweise entweder über einen Frequenzwandler (F) oder unmittelbar an ein speisendes Netz (N) anschaltbar ist,
und daß der mit der Kupplungs-Brems-Einheit (K) gekuppel te Umschalter (U) eine Zwischenstellung (2) aufweist, in der vorübergehend beide Speisestromwege für den Hauptan trieb (A) unterbrochen sind, und daß ferner der Umschal ter (U) aus seiner einen Endstellung (1) durch eine will kürliche Steuermaßnahme (E) in die Zwischenstellung (2) einstellbar und aus ihr mit Verzögerung (T 1) selbsttätig in die andere Endstellung (3) weiterschaltbar ist.
daß der Hauptantrieb (A) durch einen Umschalter (U) be darfsweise entweder über einen Frequenzwandler (F) oder unmittelbar an ein speisendes Netz (N) anschaltbar ist,
und daß der mit der Kupplungs-Brems-Einheit (K) gekuppel te Umschalter (U) eine Zwischenstellung (2) aufweist, in der vorübergehend beide Speisestromwege für den Hauptan trieb (A) unterbrochen sind, und daß ferner der Umschal ter (U) aus seiner einen Endstellung (1) durch eine will kürliche Steuermaßnahme (E) in die Zwischenstellung (2) einstellbar und aus ihr mit Verzögerung (T 1) selbsttätig in die andere Endstellung (3) weiterschaltbar ist.
7. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfah
rens nach Anspruch 4 bei einer über eine Schwungmasse und
eine Kupplungs-Brems-Einheit an einen elektrischen Haupt
antrieb gekuppelten Webmaschine, dadurch gekennzeichnet,
daß ein polumschaltbarer elektromotorischer Hauptantrieb
(P) durch einen Umschalter (S h , S n ) bedarfsweise entweder
zweipolig (2p) oder vierpolig (4p) an ein speisendes Netz
(L 1, L 2, L 3) anschaltbar ist, und daß der mit der Kupp
lungs-Brems-Einheit gekuppelte Umschalter eine Zwischen
stellung aufweist, in der vorübergehend der zweipolige
und auch der vierpolige Speisestromweg für den Hauptan
trieb unterbrochen ist, und daß ferner der Umschalter aus
seiner vierpoligen Endstellung durch eine willkürliche
Steuermaßnahme in die zweipolige Endstellung einstellbar
und aus ihr in zwei selbsttätig aufeinanderfolgenden
Schritten mit jeweils einstellbarer Verzögerung über eine
freigeschaltete Zwischenstellung in die vierpolige End
stellung zurückschaltbar ist.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6 oder 7, ge
kennzeichnet durch einen den Umschalter (U) steuernden
Schaltschütz (S) mit Zeitverzögerungsglied (Z).
9. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6 oder 7, ge
kennzeichnet durch einen den Umschalter (U) steuernden
Drehgeschwindigkeitsmesser.
10. Schaltungsanordnung nach Anspruch 6, gekenn
zeichnet durch einen in Abhängigkeit von einem der Web
maschinenhauptwelle (H) zugeordneten Signalgeber (D) be
einflußten und den Umschalter (U) steuernden Schaltschütz
(S).
11. Schaltungsanordnung nach Anspruch 7, gekenn
zeichnet durch einen in Abhängigkeit von einem der Welle
des elektromotorischen Hauptantriebes zugeordneten Sig
nalgeber beeinflußten und den Umschalter steuernden
Schaltschütz.
12. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Ver
fahrens nach Anspruch 1 bei einer über eine Schwungmasse
und eine Kupplungs-Brems-Einheit an einen elektrischen
Hauptantrieb gekuppelten Webmaschine, dadurch gekenn
zeichnet, daß als Hauptantrieb ein in seiner Drehzahl re
gelbarer und vorübergehend vom Netz abtrennbarer bürsten
loser Gleichstrommotor vorgesehen ist.
Priority Applications (7)
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Publications (2)
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ID=25850909
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