DE3542650A1 - Verfahren und vorrichtung zur steuerung und/oder regelung des anfahrvorganges einer webmaschine - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur steuerung und/oder regelung des anfahrvorganges einer webmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung und/oder
Regelung des Anfahrvorganges einer Webmaschine, bei dem eine
Webmaschine über eine Kupplung mit einer Antriebsmaschine
verbunden wird.
Derartige Verfahren sind allgemein bekannt. Beispielsweise wird
dort ein auf eine bestimmte Betriebsdrehzahl eingestellter
Motor über eine Kupplung mit dem Getriebe einer Webmaschine
verbunden. Während des Anfahrvorgangs der Webmaschine, der
durch das Einkuppeln der Kupplung bewirkt wird, fällt die
Drehzahl des Antriebs-Motors unter die Betriebsdrehzahl ab.
Erst nach Ablauf einer bestimmten Anfahrzeit hat der Motor die
Webmaschine wieder auf die vorgegebene Betriebsdrehzahl be
schleunigt. Nachteilig ist, daß während dieser Anfahrzeit die
Webmaschine nicht mit ihrer Betriebsdrehzahl läuft. Das herge
stellte Produkt weicht daher in diesem Betriebsbereich von
anderen Stellen ab.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Anfahrzeit, also die Zeit
zum Beschleunigen der Webmaschine auf die vorgegebene Betriebs
drehzahl zu verkürzen, um damit Fehlerbildungen am Produkt
weitgehend auszuschließen.
Gelöst wird die Aufgabe dadurch, daß bei einem Verfahren der
eingangs genannten Art vor dem Anfahrvorgang bei geöffneter
Kupplung die Drehzahl der Antriebsmaschine über die Betriebs
drehzahl erhöht wird.
Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß die Drehzahl der
Antriebsmaschine nur unwesentlich oder gar nicht unter die
gewünschte Betriebsdrehzahl abfällt. Der durch den Anfahrvor
gang der Webmaschine hervorgerufene Drehzahleinbruch der An
triebsmaschine hat also nur die Folge, daß die Drehzahl der
Antriebsmäschine von dem erhöhten Wert auf die gewünschte Be
triebsdrehzahl abgesenkt wird. Die Webmaschine selbst wird
wesentlich schneller auf die gewünschte Betriebsdrehzahl
gebracht. Das wird auch aufgrund des von der Antriebsmaschine
her zur Verfügung stehenden größeren Drehmoments gefördert.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung wird die Erhöhung der
Drehzahl der Antriebsmaschine entweder direkt vom Benutzer
eingestellt oder indirekt in Abhängigkeit von Betriebskenn
größen der Webmaschine und/oder der Antriebsmaschine vorge
nommen. Damit die Webmaschine beim ersten Arbeitstakt ihre
Betriebsdrehzahl aufweist ist es im zweiten Fall zweckmäßig,
die Drehzahl der Antriebsmaschine automatisch beispielsweise in
Abhängigkeit vom Arbeitswinkel der Webmaschine zu erhöhen.
Durch diese Ausgestaltung ist es möglich, die Erhöhung der
Drehzahl der Antriebsmaschine vor dem Anfahrvorgang zu
verändern. Sie kann also entweder vom Benutzer oder von einer
entsprechenden beispielsweise elektronischen Steuereinheit an
die jeweiligen momentanen Betriebsbedingungen der Webmaschine
und/oder der Antriebsmaschine angepaßt werden. Bei einer
automatischen Drehzahlerhöhung mittels der genannten
Steuereinheit ist es zweckmäßig, verschiedene
Betriebskenngrößen der Webmaschine und ggf. auch der
Antriebsmaschine zu verarbeiten. Dadurch kann die Erhöhung der
Antriebsdrehzahl so gewählt werden, daß in jedem
Betriebszustand der Anlage die kürzest mögliche Anfahrzeit er
reicht wird.
Bei einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist eine mit der Webmaschine gekoppelte Welle über
eine Kupplung mit der Antriebsmaschine verbunden, wobei die
Antriebsmaschine an einen Anfahrsollwertgeber angeschlossen
ist, dessen Ausgangssignale wenigstens die Antriebsmaschine
ansteuern. Als Anfahrsollwertgeber kann beispielsweise ein
elektronisches Rechengerät verwendet werden, das das die An
triebsmaschine ansteuernde Ausgangssignal in Abhängigkeit von
Eingangssignalen bildet, die dem Anfahrsollwertgeber zugeführt
sind.
Bei einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist
zur Erhöhung der Drehzahl der Antriebsmaschine eine Einstell
vorrichtung vorgesehen, deren Ausgangssignale auf den Anfahr
sollwertgeber einwirken. Zweckmäßig ist es, den Anfahrsoll
wertgeber mit vom Betriebszustand der Webmaschine und/oder der
Antriebsmaschine abhängigen Eingangssignalen zu beaufschlagen.
Durch diese Ausgestaltungen ist es möglich, dem Anfahrsollwert
geber Eingangssignale zuzuführen, aus denen er das die An
triebsmaschine ansteuernde Ausgangssignal bildet. Im ersten
Fall kann ein Benutzer durch Verstellung der Einstellvorrich
tung die Drehzahl der Antriebsmaschine beliebig verändern. Im
zweiten Fall wird diese Veränderung automatisch durchgeführt,
wobei der Anfahrsollwertgeber zu diesem Zweck den Betriebszu
stand der Webmaschine und/oder den Betriebszustand der An
triebsmaschine charakterisierende Signale verarbeitet.
In Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird als
Antriebsmaschine ein frequenzgesteuerter Elektromotor verwen
det. Die erfindungsgemäße Erhöhung der Drehzahl der Antriebs
maschine erfordert eine Antriebsmaschine, deren Drehzahl in
einfacher Weise verändert werden kann. Dies ist bei einem
frequenzgesteuerten Elektromotor der Fall.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung des in den Zeichnungen dar
gestellten Ausführungsbeispieles. Es zeigt:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Anwendung der Erfindung
bei einer Webmaschine und
Fig. 2 ein Drehzahl-Zeit-Diagramm für verschiedene Dreh
zahlverläufe der Webmaschine und einer Antriebs
maschine.
In der Fig. 1 ist eine Webmaschine schematisch als Block dar
gestellt und mit der Bezugsziffer 13 gekennzeichnet. An die
Webmaschine 13 ist ein regelbarer Drehzahlantrieb angeschlos
sen, dessen Welle 14 mit einem axial verschiebbaren, aber
drehfest mit ihr verbundenen Wellenteil, vorzugsweise einem
Hohlwellenteil 15 versehen ist, wobei des weiteren auf der
Welle 14 noch eine kombinierte Kupplungs-Bremseinheit mit einer
Bremsscheibe 17 und eine Kupplungsscheibe 16 angebracht ist.
Die Kupplungsscheibe 16 wirkt mit einer zweiten Kupplungs
scheibe 18 zusammen, die auf der Antriebswelle eines beispiels
weise frequenzgesteuerten Antriebsmotors 20 drehfest befestigt
ist. Die Kupplungsscheibe 16 und die Bremsscheibe 17 sind
drehfest mit der Welle 14 verbunden. Die Bremsscheibe 17 kann
mit einer ortsfesten Bremsfläche 19 zusammenwirken, wenn sie
durch eine, z.B. in bekannter Weise elektromagnetisch ausge
löste Axialbewegung des Hohlwellenteiles 15 gegen die Brems
fläche 19 gedrückt wird. Dies wird in der Regel dann der Fall
sein, wenn die Kupplungsscheibe 16 von ihrer Gegenkupplungs
scheibe 18 gelöst wird. Die Funktion einer Kupplungs-Bremsein
heit ist jedoch bekannt und nicht Gegenstand dieser Erfindung.
Gesteuert wird die Kupplungs-Bremseinheit durch elektrische
Signale 26 und 25. Die beiden, die Elektromagnete der Kupplungs-
Bremseinheit beeinflussenden Signale 25 und 26 werden von
jeweils einem Verstärker 23 verstärkt, wobei diese an eine
Verknüpfungseinrichtung 22 angeschlossen sind. Ein Tachometer
30 mißt die Drehzahl der Welle 14, erzeugt in Abhängigkeit
davon ein Ausgangssignal auf einer Leitung 24, das auf die Ver
knüpfungseinrichtung 22 einwirkt. Schließlich beaufschlagt ein
Ausgangssignal eines Anfahrsollwertgebers 27 noch die Ver
knüpfungseinrichtung 22. Dadurch ergibt sich ein Steuer
und/oder Regelkreis, der aus dem Anfahrsollwertgeber 27, der
Verknüpfungseinrichtung 22, den beiden Verstärkern 23, der
Bremse und der Kupplung des regelbaren Drehzahlantriebs, dem
Tachometer 30 und der Rückkoppelleitung 24 besteht.
Der Anfahrsollwertgeber 27 erhält von einer Einstellvorrichtung
55 ein Signal auf der Leitung 52 und von der Webmaschine 13
zugeordneten Sensoren 56 ein Signal über die Leitung 51. Als
weiteres Ausgangssignal erzeugt der Anfahrsollwertgeber 27 ein
Signal, das über die Leitung 50 die Antriebsmaschine 20
ansteuert.
In der Fig. 2 ist der Anfahrvorgang der Webmaschine 13 darge
stellt. Zu diesem Zweck ist auf der Abszisse die Zeit t und auf
der Ordinate die Drehzahl n aufgetragen. Mit T 1 und T 2 sind
zwei bestimmte Zeitpunkte gekennzeichnet, während N 0 die ge
wünschte Betriebsdrehzahl der Webmaschine 13 ist. Vor dem
Zeitpunkt T 1 ist die Drehzahl der Webmaschine 13 gleich Null.
Der Drehzahlverlauf der Webmaschine 13 nach dem Zeitpunkt T 1
ist mit der Bezugsziffer 61 gekennzeichnet. Zum Zeitpunkt T 2
hat die Drehzahl der Webmaschine 13 die gewünschte Betriebs
drehzahl N 0 erreicht, der Anfahrvorgang ist also beendet. Der
Drehzahlverlauf der Antriebsmaschine 20 ist mit der Bezugs
ziffer 60 gekennzeichnet. Vor dem Zeitpunkt T 1, also vor dem
Anfahrvorgang, weist die Antriebsmaschine 20 eine über die
Betriebsdrehzahl N 0 erhöhte Drehzahl auf, die mit der Bezugs
ziffer 80 gekennzeichnet ist. Nach dem Zeitpunkt T 1, also
während des Anfahrvorgangs der Webmaschine 13, sinkt gemäß des
Drehzahlverlaufs 60 der Antriebsmaschine 20 zuerst die Drehzahl
der Antriebsmaschine 20 auf einen Wert unter der Betriebsdreh
zahl N 0 ab, um danach kurz vor dem Zeitpunkt T 2 die Betriebs
drehzahl N 0 wieder zu erreichen. Der Drehzahleinbruch entsteht
dabei aufgrund des Beschleunigungsvorgangs der Webmaschine 13.
Die Zeitdauer zwischen den beiden Zeitpunkten T 1 und T 2 ist die
Anfahrzeit der Webmaschine 13.
Zum Vergleich ist in der Fig. 2 auch noch ein Drehzahlverlauf
70 eingezeichnet, der dem Drehzahlverlauf einer Antriebs
maschine entspricht, deren Drehzahl vor dem Anfahrvorgang nicht
erhöht wird, sowie ein Drehzahlverlauf 71, der demjenigen einer
gemäß des Drehzahlverlaufs 70 angetriebenen Webmaschine
entspricht. Aufgrund der nicht überhöhten Drehzahl vor dem
Anfahrvorgang ist die Anfahrzeit der Webmaschine wesentlich
länger als bei einer erfindungsgemäßen Überhöhung der Drehzahl
der Antriebsmaschine vor dem Anfahrvorgang.
Die Erhöhung der Drehzahl der Antriebsmaschine vor dem Zeit
punkt T 1 kann verschieden gewählt werden. Mit der Bezugsziffer
90 ist der Drehzahlverlauf einer Antriebsmaschine dargestellt,
deren Drehzahl vor dem Anfahrvorgang der angetriebenen Web
maschine auf einen Wert erhöht war, der in der Fig. 2 mit der
Bezugsziffer 81 gekennzeichnet ist. Dieser Wert 81 ist dabei
gerade so gewählt, daß die Drehzahl der Antriebsmaschine 20
gemäß des Drehzahlverlaufs 90 nicht kleiner wird als die ge
wünschte Betriebsdrehzahl N 0.
Die Größe der Überhöhung der Drehzahl der Antriebsmaschine 20
vor dem Anfahrvorgang, also vor dem Zeitpunkt T 1 kann, wie er
wähnt, beliebig gewählt werden, und zwar insbesondere in Ab
hängigkeit vom Betriebszustand und/oder von Betriebskenngrößen
der angetriebenen Webmaschine und/oder der Antriebsmaschine.
Dies ist in der Fig. 1 mit Hilfe der Sensoren 56 möglich, deren
Ausgangssignale über die Leitung 51 dem Anfahrsollwertgeber 27
zugeführt sind. Ebenfalls ist es möglich, die Erhöhung der
Antriebsdrehzahl der Antriebsmaschine 20 von Hand einzustellen,
was in der Fig. 1 mittels der Einstellvorrichtung 55 bewerk
stelligt werden kann, deren Ausgangssignal über die Leitung 52
den Anfahrsollwertgeber 27 beeinflußt. Dieser Anfahrsollwert
geber, der beispielsweise in der Form eines elektronischen
Rechengeräts vorliegen kann, bildet dann in Abhängigkeit von
seinen Eingangssignalen wenigstens ein Ausgangssignal, das über
die Leitung 50 die Drehzahl der Antriebsmaschine beeinflußt.
Dadurch ist es möglich, mit Hilfe des Anfahrsollwertgebers 27
die Drehzahl der Antriebsmaschine vor dem Anfahrvorgang zu
erhöhen. Für den eigentlichen Betrieb der gesamten Anlage ist
dann der im Zusammenhang mit der Fig. 1 erwähnte Steuer- bzw.
Regelkreis zuständig, der mittels Kupplung und Bremse die
Drehzahl der Webmaschine 13 auf die gewünschte Betriebsdrehzahl
N 0 steuert und/oder regelt. Dabei kann, wie dies auch in der
Fig. 1 dargestellt ist, die Drehzahl der Welle 14 als Ist-Wert
für diese Regelung verwendet werden.
Claims (7)
1. Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung des Anfahr
vorganges einer Webmaschine, bei dem eine Webmaschine über eine
Kupplung mit einer Antriebsmaschine verbunden wird, dadurch
gekennzeichnet, daß vor dem Anfahrvorgang (t kleiner T 1) bei
geöffneter Kupplung die Drehzahl (60, 90) der Antriebsmaschine
(20) über die Betriebsdrehzahl (N 0) erhöht wird (80, 81).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Erhöhung der Drehzahl (60, 90) der Antriebsmaschine (20)
vom Benutzer eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Erhöhung der Drehzahl (60, 90) der Antriebs
maschine (20) in Abhängigkeit von Betriebskenngrößen der
Webmaschine und/oder der Antriebsmaschine vorgenommen wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anfahr
sollwertgeber (27) vorgesehen ist, der mit seinen Ausgangs
signalen (50) wenigstens die Antriebsmaschine (20) ansteuert.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Erhöhung der Drehzahl (60, 90) der Antriebsmaschine
(20) eine Einstellvorrichtung (55) vorgesehen ist, deren Aus
gangssignale (52) auf den Anfahrsollwertgeber (27) einwirken.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß zur Erhöhung der Drehzahl (60, 90) der Antriebs
maschine (20) der Anfahrsollwertgeber (27) mit vom Betriebszu
stand der Webmaschine und/oder der Antriebsmaschine abhängigen
Eingangssignalen (51) beaufschlagt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß als Antriebsmaschine (20) ein frequenz
gesteuerter Elektromotor verwendet wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19853542650 DE3542650A1 (de) | 1985-12-03 | 1985-12-03 | Verfahren und vorrichtung zur steuerung und/oder regelung des anfahrvorganges einer webmaschine |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE19853542650 DE3542650A1 (de) | 1985-12-03 | 1985-12-03 | Verfahren und vorrichtung zur steuerung und/oder regelung des anfahrvorganges einer webmaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3542650A1 true DE3542650A1 (de) | 1987-06-04 |
Family
ID=6287446
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19853542650 Withdrawn DE3542650A1 (de) | 1985-12-03 | 1985-12-03 | Verfahren und vorrichtung zur steuerung und/oder regelung des anfahrvorganges einer webmaschine |
Country Status (1)
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