DE3731967A1 - Spannungsmultipliziervaristor - Google Patents
SpannungsmultipliziervaristorInfo
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- H01C—RESISTORS
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Description
Die Erfindung bezieht sich allgemein auf Varistoren und insbe
sondere auf solche Varistoren mit Spannungscharakteristiken,
die verändert werden können, ohne die Dicke des Varistorkörpers
zu verändern.
Varistoren, insbesondere Metalloxid-Varistoren, haben eine breite
Akzeptanz gefunden als Vorrichtungen zur Ausbildung einer nicht
linearen Widerstandsfunktion. Die elektrischen Eigenschaften der
artiger spannungsabhängiger Widerstände können teilweise durch
die folgende Gleichung ausgedrückt werden:
I = (V/C) n
wobei V die Spannung über dem Varistor ist, I ist der durch den
Varistor fließende Strom, C ist eine Konstante, die der Spannung
bei einem gegebenen Strom entspricht, und der Exponent n hat
einen numerischen Wert größer als 1. Der Wert von n kann nach
der folgenden Gleichung berechnet werden:
wobei V 1 und V 2 die Spannungen bei Strömen I 1 bzw. I 2 sind. Der
gewünschte Wert für C hängt von der Anwendungsart ab, in der der
Varistor verwendet werden soll. Es ist üblicherweise wünschens
wert, daß der Wert von n so groß wie möglich ist, da dieser Expo
nent den Grad bestimmt, bis zu dem der Varistor von Ohmschen
Eigenschaften abweicht.
Obwohl große Anstrengungen unternommen worden sind, um das Ver
ständnis der Eigenschaften und der Betriebsmethoden von Metall
oxid-Varistoren zu vergrößern, ist die Vorrichtung trotzdem
immer noch nicht vollständig verstanden. Aus diesem Grund sind
viele signifikante Verbesserungen im Varistorbetrieb auf mehr
oder weniger heuristische Weise gemacht worden, und die Gründe
für die Verbesserung oder den Mechanismus oder deren Erreichung
sind nicht immer vollständig gewiß.
Es ist jedoch bekannt, daß die elektrischen Eigenschaften eines
Varistors vorwiegend durch die physikalischen Abmessungen des
Varistors bestimmt sind. Die zulässige oder Nenn-Energie eines Varistors
wird durch das Volumen des Varistorkörpers bestimmt, die zulässige
oder Nenn-Spannung eines Varistors wird durch die Dicke oder die
Strompfadlänge durch den Varistorkörper bestimmt, und das Strom
führungsvermögen des Varistors wird durch die Fläche des Vari
storkörpers bestimmt, gemessen senkrecht zur Richtung des Strom
flusses.
Der Varistorkörper selbst ist im wesentlichen aus einem polykri
stallinen Material aufgebaut. Jede Kristallkorngrenze innerhalb
des polykristallinen Varistorkörpers arbeitet im wesentlichen in
ähnlicher Weise wie diejenige einer Diode.
Die zulässige Span
nung eines derartigen Varistors kann deshalb dadurch gesteuert
werden, daß die Anzahl der Korngrenzen zwischen den Elektroden
verändert wird, die auf der Oberfläche des Varistorkörpers ange
ordnet sind. Die zulässige Spannung eines derartigen Varistors
wird typisch einfach dadurch vergrößert, daß der Varistorkörper
dicker gemacht wird, da dies die Anzahl der Kristalle und infolge
dessen die Anzahl der Kristallkorngrenzen zwischen den Elektroden
auf der Oberfläche des Varistorkörpers vergrößert.
Dieses Verfahren der Erhöhung der Spannung des Vari
stors hat jedoch mehrere Nachteile. Das Vergrößern der Dicke des
Varistorkörpers, allein um die Spannung der Varistor
vorrichtung zu erhöhen, ist keine effiziente Ausnutzung des Va
ristorkörpermaterials. Zusätzlich hat die Vergrößerung der Dicke
des Varistorkörpers die Neigung, den Reihenwiderstand zwischen
den Elektroden zu vergrößern, was eine unerwünschte Charakteri
stik bei gewissen Anwendungsfällen zur Folge hat. Darüber hinaus
ist es bei denjenigen Anwendungsfällen, in denen der Varistor
oberflächenmontierbar (d.h. die Eingangs- und Ausgangsanschlüsse
des Varistors sind auf der gleichen Oberfläche der Vorrichtung
angebracht) sein soll, im allgemeinen wünschenswert, daß die
Varistorvorrichtung flach aufliegt. Das bedeutet, daß oberflä
chenmontierte Varistoren (SMV) vorzugsweise so gestaltet sind,
daß sie in einer Position auf einer gedruckten Schaltkarte oder
ähnlichem angeordnet werden können und, wenn sie angeordnet sind,
in dieser Position bleiben und nicht wegrollen. Wenn die verti
kale Dicke der Varistorvorrichtung groß ist, kann der Varistor
keine stabile Position auf der Schaltkarte beibehalten und hat
stattdessen eine Tendenz zum Umfallen.
Varistoren, bei denen sowohl die Eingangs- als auch Ausgangsan
schlüsse auf der gleichen Hauptoberfläche des Varistorkörpers
angeordnet sind, werden im allgemeinen als "oberflächenmontier
bare" Varistoren bezeichnet. Die zulässige Spannung derartiger
oberflächenmontierbarer Varistoren ist hauptsächlich eine Ober
flächeneigenschaft der Varistorvorrichtung (d.h. sie ist vor
wiegend von dem entlang der Oberfläche der Vorrichtung fließen
den Strom abhängig), und sie ist keine Masse-Eigenschaft (d.h.
abhängig vorwiegend von dem durch die Dicke des Varistorkörpers
fließenden Strom). Die zulässige Spannung derartiger oberflächen
montierbarer Varistoren kann erhöht werden, ohne die Dicke des
Varistorkörpers zu vergrößern. Dies kann typisch allein dadurch
erreicht werden, daß der Abstand vergrößert wird, der die Elek
troden auf der gleichen Hauptoberfläche des Varistors trennt.
Es gibt jedoch gewisse Nachteile, die bei oberflächenmontierbaren
Varistoren auftreten und die die Verwendung derartiger Varistoren
in gewissen Anwendungsfällen einschränken. Ein derartiger Nach
teil ist die Tatsache, daß oberflächenmontierbare Varistoren
im allgemeinen keine relativ großen Energiemengen absorbieren
können. Oberflächenmontierbare Varistoren sind auch anfällig
für eine Anzahl ungewollter Oberflächendefekte. Beispielsweise
sind Wasser, Feuchtigkeit oder Fingerabdrücke, die auf die Ober
fläche des Varistors aufgebracht werden, bekannt dafür, daß sie
nachteilige Wirkungen auf die Arbeitsweise der Vorrichtung ha
ben. Diese nachteiligen Wirkungen treten im allgemeinen nicht
bei Masse-Varistorvorrichtungen auf.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Varistor mit einer zu
lässigen Spannung zu schaffen, die verändert werden kann, ohne
die Dicke des Varistorkörpers zu ändern. Ferner soll ein ober
flächenmontierbarer Varistor mit einer Spannung ge
schaffen werden, die nicht hauptsächlich eine Oberflächeneigen
schaft der Vorrichtung ist. Ferner soll ein Varistor geschaffen
werden, der das Varistorkörpermaterial effizienter ausnutzt.
Erfindungsgemäß wird ein Varistorkörper mit einer ersten Haupt
oberfläche und einer gegenüberliegenden, zweiten Hauptoberfläche
geschaffen. Ein oder mehrere leitfähige Bereiche sind auf jeder
der gegenüberliegenden Hauptoberflächen angeordnet. Diese leit
fähigen Bereiche sind so angeordnet, daß die Strecke bzw. der
Abstand, der jeden leitfähigen Bereich und den nächstgelegenen
benachbarten leitfähigen Bereich auf der gleichen Oberfläche des
Varistorkörpers trennt, größer ist als die Strecke bzw. der Ab
stand, der den leitfähigen Bereich und den nächstgelegenen leit
fähigen Bereich auf der gegenüberliegenden Oberfläche des Vari
storkörpers trennt. Ein durch die Varistorvorrichtung fließender
Strom hat deshalb die Tendenz, durch die Dicke des Varistorkör
pers zwischen leitfähigen Bereichen auf gegenüberliegenden Haupt
oberflächen zu fließen, anstatt entlang der Oberfläche des Vari
storkörpers zum nächstgelegenen benachbarten leitfähigen Bereich
auf der gleichen Oberfläche des Varistorkörpers. Bei jedem Durch
tritt des Stroms durch die Dicke des Varistorkörpers erfährt der
Strom einen Spannungsabfall. Die zulässige Gesamtspannung der Va
ristorkörper ist dann im wesentlichen gleich der Summe der ein
zelnen Spannungsabfälle, die bei dem durch die Dicke der Vor
richtung fließenden Strom auftreten. Die Anzahl der Spannungs
abfälle und demzufolge die zulässige Gesamtspannung der Vorrich
tung kann vergrößert werden, indem zusätzliche leitfähige
Schichten auf den gegenüberliegenden Oberflächen der Vorrichtung
hinzugefügt werden.
Die Erfindung wird nun mit weiteren Merkmalen und Vorteilen an
hand der Beschreibung und Zeichnung von Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt eines oberflächenmontierbaren
Varistors.
Fig. 2 ist ein Längsschnitt eines oberflächenmontierbaren
Varistors gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfin
dung, bei dem eine Schicht aus leitfähigem Material
auf einer Hauptoberfläche eines Varistorkörpers ge
genüber den Varistor-Elektroden vorgesehen ist.
Fig. 3 ist ein Längsschnitt eines anderen Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem mehrere Schichten aus
leitfähigem Material abwechselnd und überlappend auf
gegenüberliegenden Hauptoberflächen eines Varistor
körpers angeordnet sind.
Fig. 4 ist ein Längsschnitt eines anderen Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem Isoliermaterial die
nicht-leitenden Oberflächenbereiche des Varistorkör
pers überdeckt.
Fig. 5 ist ein Längsschnitt eines weiteren Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem eine Metallisierung ent
lang den Rändern des Varistors vorgesehen ist.
Fig. 6 ist ein Längsschnitt eines weiteren Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem eine Metallisierung
entlang den Rändern eines Varistors vorgesehen ist,
die mehrere Schichten aus leitfähigem Material auf
weist, die abwechselnd und überlappend auf gegenüber
liegenden Oberflächen des Varistorkörpers angeordnet
sind.
Fig. 7 ist ein Längsschnitt eines anderen Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem Isoliermaterial auf
den leitenden Oberflächen angeordnet ist.
Fig. 8 ist ein Längsschnitt eines weiteren Ausführungsbei
spiels der Erfindung, bei dem Isoliermaterial auf
den leitenden Oberflächen angeordnet ist.
Fig. 1 zeigt einen Varistor 10 mit einem Körperabschnitt 12,
der eine erste Hauptoberfläche 14 und eine gegenüberliegende,
zweite Hauptoberfläche 16 aufweist. Der Körperabschnitt 12 ist
vorzugsweise ein gesinterter Körper, der im wesentlichen aus
einem Metalloxid, wie beispielsweise Zinkoxid, und mehreren aus
gewählten Additiven zusammengesetzt ist. Verfahren zur Herstel
lung des Varistorkörpers 12 sind allgemein bekannt und werden
deshalb an dieser Stelle nicht näher erläutert. Im allgemeinen
wird der Varistorkörper 12 dadurch hergestellt, daß die Hauptbe
standteile gemischt, sprühgetrocknet und zu einem kompakten
"grünen" Varistorpellet gepreßt werden. Der Pellet wird dann bei
einer hohen Temperatur gesintert, um einen Körper mit den ge
wünschten Varistoreigenschaften zu erzeugen.
Der Varistor 10 enthält ferner erste und zweite Elektroden 18 und
20, die auf die erste Hauptoberfläche 14 des Varistorkörpers 12
aufgebracht sind. Zweckmäßigerweise können die Elektroden 18 und
20 Silberfarben-Elektroden sein, die auf die erste Hauptober
fläche 14 des Varistorkörpers 12 durch Siebdruck oder ähnliches
aufgebracht und bei einer relativ hohen Temperatur von beispiels
weise 800°C gebrannt sind, um für den elektrischen Kontakt mit
dem Varistorkörper 12 zu sorgen. Elektrisch leitfähige Leiter
(nicht gezeigt) können beispielsweise durch Löten an den Elek
troden 18 und 20 befestigt sein.
Eine Varistorvorrichtung 10, wie sie in Fig. 1 gezeigt ist,
hat eine Charakteristik der zulässigen Spannung, die linear pro
portional zu dem Abstand zwischen den Elektroden 18 und 20 ist.
Die Messungen, die folgen, wurden experimentell ermittelt, wobei
ein Varistor 10 mit einer Dicke T von 1,5 mm und einem Durch
messer von 20 mm und mit Elektroden 18 und 20 verwendet wurde,
die etwa 1,75 mm breit und 6 mm lang waren. Die Spannung zwi
schen den Elektroden 18 und 20 wurde bei einem Standardstrom
von 1 Milliampere (mA) gemessen. Die Spannung betrug etwa 55
Volt, wenn die Elektroden 18 und 20 in einem Abstand von 1,5 mm
angeordnet waren. Für Elektroden 18 und 20, die durch einen Ab
stand von etwa 3,0 mm getrennt waren, betrug die Spannung etwa
113 Volt. Ein Abstand von etwa 4,5 mm zwischen den Elektroden
18 und 20 hatte eine Spannung von etwa 167 Volt zur Folge. Diese
gemessenen Spannungen sind unten in der ersten Zeile von Tabelle
A zusammengestellt.
Fig. 2 zeigt einen Varistor 110 gemäß einem bevorzugten Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung. Ein Varistorkörper 112 hat erste
und zweite Elektroden 118 und 120, die an der ersten Hauptober
fläche 114 des Varistorkörpers 112 befestigt sind. Die Herstel
lung des Varistorkörpers 112 und auch die Befestigung der Elek
troden 118 und 120 daran kann in der gleichen Weise erfolgen, wie
es vorstehend in Verbindung mit Fig. 1 beschrieben wurde.
Erfindungsgemäß enthält der Varistor 110 eine Schicht oder einen
Bereich aus leitfähigem Material 124, das auf die zweite Haupt
oberfläche 116 des Varistorkörpers 112 aufgebracht ist. Diese
leitfähige Schicht 124 kann aus einem ähnlichen Material herge
stellt sein wie die ersten und zweiten Elektroden 118 und 120 und
es kann auf die zweite Hauptoberfläche 116 des Varistorkörpers
112 in ähnlicher Weise aufgebracht sein wie die Elektroden 118
und 120. Im Gegensatz zu den Elektroden 118 und 120 sollen jedoch
die leitfähigen Leiter nicht an der leitfähigen Schicht 124 be
festigt sein, und somit kann die leitfähige Schicht 124 als ein
"nicht vorgespannter" leitfähiger Bereich bezeichnet werden.
Wenn die leitfähige Schicht 124 vorhanden ist, dann, so wurde
gefunden, ist die zwischen den Elektroden 118 und 120 gemessene
Spannung kleiner als zuvor für Elektrodenabstände, die größer
als die Dicke T des Varistorkörpers 112 sind. Die Messungen, die
folgen, wurden experimentell ermittelt unter Verwendung eines
Varistors 10, der bezüglich der Abmessungen identisch zu dem zu
vor beschriebenen Varistor 10 war. Jedoch enthält der Varistor
110 eine leitfähige Schicht 124 entlang seiner zweiten Hauptober
fläche 116 gemäß der Erfindung. Für Elektroden 118 und 120, die
in einem Abstand von 1,5 mm angeordnet waren, wurde die Spannung
mit 56 Volt gefunden, etwa die gleiche Spannung, wie sie in dem
Varistor 10 gemäß Fig. 1 für einen identischen Elektrodenabstand
gemessen wurde. Wenn jedoch die Spannung des Varistors 110 bei
einem Elektrodenabstand von 3,0 mm gemessen wurde, betrug die
Spannung 78 Volt oder etwa die Hälfte des Varistors 10 für einen
identischen Elektrodenabstand. In ähnlicher Weise erzeugte ein
Elektrodenabstand von 4,5 mm im Varistor 110 eine gemessene Span
nung von etwa 80 Volt. Diese Messungen sind in der folgenden Ta
belle A in der zweiten Zeile zusammengestellt.
Wie in Tabelle A angegeben ist, steigt in dem Varistor 10, d.h.
bei Fehlen der leitfähigen Schicht 124, die Spannung proportio
nal zu dem Oberflächenabstand zwischen den Elektroden 18 und 20
an. In dem Varistor 110, bei dem die leitfähige Schicht 124 vor
handen ist, weicht die Spannung zwischen den Elektroden 118 und
120 bei etwa 78 bis 80 Volt ab und wird unabhängig von dem Ab
stand zwischen den Elektroden bei Elektrodenabständen von etwa
dem Doppelten der Dicke des Varistorkörpers 112. Diese "abfla
chende" Spannung von etwa 78 bis 80 Volt ist etwa gleich der
doppelten Spannung, die durch Vorspannen entweder der Elektrode
118 oder der Elektrode 120 gegen die leitfähige Schicht 124 er
halten würde. Diese Tatsache scheint anzudeuten, daß in dem Vari
stor 110 bei Elektrodenabständen von etwa dem zwei- oder drei
fachen der Dicke T des Varistorkörpers 112 der Strompfad die
Tendenz hat, durch den Varistorkörper anstatt entlang der Ober
fläche zu fließen.
Zwar ist die präzise Natur der Varistor-Eigenschaften der Vari
storvorrichtung 110 gemäß Fig. 2 noch nicht voll verstanden, es
wird aber theoretisiert, daß der Stromfluß durch die Vorrichtung
die Tendenz hat, einer Bahn des "kleinsten Widerstandes" zu fol
gen. Mit anderen Worten neigt der Strom dazu, von dem einen Lei
ter zum nächst benachbarten Leiter zu fließen, unabhängig davon,
ob der nächst benachbarte Leiter sich auf der gleichen Hauptober
fläche oder auf der gegenüberliegenden Hauptoberfläche des Vari
storkörpers befindet. Wenn also die Dicke T des Varistorkörpers
112 kleiner als der Abstand zwischen den Elektroden 118 und 120
ist, wird der Strom von den Elektroden 118 und 120 zu der relativ
näheren Leiterschicht 124 fließen, anstatt direkt zwischen den
Elektroden 118 und 120 zu fließen.
Die Spannung einer derartigen Vorrichtung wird deshalb entlang
einer im allgemeinen U-förmigen Strombahn ermittelt, und zwar von
der ersten Elektrode 118 auf der ersten Hauptoberfläche 114, durch
die Dicke des Varistorkörpers 112 zu dem gegenüberliegenden Lei
termaterial 124 auf der zweiten Hauptoberfläche 116 und dann wie
der zurück durch die Dicke des Varistorkörpers 112 zur zweiten
Elektrode 120.
Bei dem Fluß durch die Dicke des Varistorkörpers von der ersten
Elektrode 118 zur Leiterschicht 124 erfährt der Strom einen
ersten Spannungsabfall V 1. Der Strom erfährt in ähnlicher Weise
einen zweiten Spannungsabfall V 2 bei der Wanderung durch die
Dicke des Varistorkörpers von der Leiterschicht 124 zurück zur
zweiten Elektrode 120. Es tritt jedoch kein wesentlicher Span
nungsabfall auf, während der Strom entlang der Leiterschicht 124
fließt. Wenn also der Abstand zwischen den Elektroden 118 und 120
etwa gleich oder größer als die Summe der Abstände zwischen der
Elektrode 118 und der Leiterschicht 124 und der Elektrode 120
und der Leiterschicht 124 ist, folgt die Gesamtspannung V t , die
zwischen den Elektroden 118 und 120 gemessen wird, der folgenden
Gleichung:
V t = V₁ + V₂ .
Da darüber hinaus die Spannung der Varistorvorrichtung 110 haupt
sächlich von dem Durchtritt des Stroms durch die Dicke T des Va
ristorkörpers 112 abhängt, ändert sich die Gesamtspannung V t zwi
schen den Elektroden 118 und 120 nicht wesentlich, wenn der Ab
stand zwischen den Elektroden 118 und 120 verändert wird (für
Elektrodenabstände größer als T). Dies liefert eine theoretische
Erklärung für die relative Beständigkeit der Spannungen, wie sie
in der vorstehenden Tabelle A zusammengestellt sind, für Elektro
denabstände, die größer als die doppelte Dicke T des Varistorkör
pers 112 sind.
Fig. 3 zeigt einen Varistor 210 gemäß einem anderen Ausführungs
beispiel der Erfindung. Ein Varistorkörper 212 hat erste und zwei
te Elektroden 218 und 220, die an dessen erster Hauptoberfläche
214 befestigt sind. Die Herstellung des Körpers 212 und auch die
Befestigung der Elektroden 218 und 220 daran kann in der gleichen
Weise geschehen, wie es in Verbindung mit Fig. 1 beschrieben
wurde.
Der Varistor 210 enthält eine leitfähige Schicht 224, die auf
die erste Hauptoberfläche 214 des Varistorkörpers 212 an einer
Stelle auf der Oberfläche 214 zwischen den Elektroden 218 und
220 aufgebracht ist. Der Varistor 210 enthält auch Leiter
schichten 222 und 226, die auf die zweite Hauptoberfläche 216
des Varistorkörpers 212 aufgebracht sind. Die Leiterschichten
222, 224 und 226 können vorteilhafterweise in einer abwechseln
den, überlappenden Relation angeordnet sein, wie es in Fig. 3
gezeigt ist, so daß, aus einer Ebene betrachtet, die parallel
zu den Hauptoberflächen 214 und 216 ist, ein Teil der leitfähi
gen Schicht 224 einen Teil von beiden leitfähigen Schichten
222 und 226 zu überlappen scheint.
Es wird angenommen, daß der Stromfluß durch die Vorrichtung ge
mäß Fig. 3, wie bei derjenigen gemäß Fig. 2, einer Bahn des
"geringsten Widerstandes" zu folgen scheint und deshalb zum
nächst benachbarten Leiter fließt. Wenn die Dicke T des Vari
storkörpers 212 kleiner als etwa der halbe Abstand zwischen der
leitfähigen Schicht 224 und den Elektroden 218 und 220 ist,
fließt der Strom durch eine derartige Vorrichtung entlang der
folgenden Bahn: 1) von der ersten Elektrode 218 durch die Dicke
des Varistorkörpers 212 zur gegenüberliegenden Leiterschicht
222, 2) von der Leiterschicht 222 durch die Dicke des Varistor
körpers zu der Leiterschicht 224, 3) von der Leiterschicht 224
durch die Dicke des Varistorkörpers zur Leiterschicht 226 und
4) von der Leiterschicht 226 durch die Dicke des Varistorkörpers
zur Elektrode 220.
Wiederum erfährt wie bei der Vorrichtung 110 gemäß Fig. 2 der
durch die Vorrichtung 210 gemäß Fig. 3 fließende Strom einen
Spannungsabfall während jedes Durchtrittes des Stromes durch die
Dicke T des Varistorkörpers 212. Diese Spannungsabfälle können
mit V 1, V 2, V 3 und V 4 bezeichnet werden entsprechend den Span
nungsabfällen, die auf den folgenden Strombahnen auftreten:
- 1) von der Elektrode 218 zur Leiterschicht 222,
- 2) von der Leiter schicht 222 zur Leiterschicht 224,
- 3) von der Leiterschicht 224 zur Leiterschicht 226 und
- 4) von der Leiterschicht 226 zur Elek trode 220.
Wenn der Strom entlang den Leiterschichten 222, 224 und 226
fließt, tritt kein wesentlicher Spannungsabfall auf. Somit
kann folgende Gleichung aufgestellt werden:
V t = V₁ + V₂ + V₃ + V₄.
Es wird deshalb deutlich, daß die Gesamtspannung V t einer Vari
storvorrichtung gemäß der Erfindung auf einen eine Anzahl ver
schiedener Werte vergrößert werden kann, ohne daß die Dicke T
des Varistorkörpers vergrößert wird, indem einfach zusätzliche
Bereiche leitfähigen Materials zu den gegenüberliegenden Haupt
oberflächen des Varistorkörpers hinzugefügt werden derart, daß
der Abstand, der irgendeinen leitfähigen Bereich und den nächst
benachbarten leitfähigen Bereich auf der gleichen Oberfläche des
Varistorkörpers trennt, größer ist als der Abstand, der diesen
leitfähigen Bereich und den nächst gelegenen leitfähigen Bereich
auf der gegenüberliegenden Oberfläche des Varistorkörpers trennt.
Allgemein ist für einen Varistor, bei dem der Abstand zwischen
Elektroden auf der gleichen Oberfläche etwa gleich oder größer
als die doppelte Dicke des Varistorkörpers ist, die Gesamtspan
nung V t einer derartigen Vorrichtung durch die folgende Glei
chung angegeben:
wobei T n die Dicke oder der Abstand zwischen den gegenüberliegenden
leitfähigen Bereichen bei dem n-ten Stromdurchgang ist und V n /mm n
der Spannungsgradient durch die Dicke des Varistorkörpers bei
dem n-ten Stromdurchgang ist.
Fig. 4 zeigt einen Varistor 310 gemäß einem anderen Ausführungs
beispiel der Erfindung. Ein Varistorkörper 312 hat erste und zwei
te Elektroden 318 und 320, die an dessen erster Hauptoberfläche
314 befestigt sind. Der Varistor 310 enthält ferner eine leit
fähige Schicht 324, die auf die zweite Hauptoberfläche 316 des
Varistorkörpers 312 aufgebracht ist. Die relative Positionie
rung der leitfähigen Schicht 324 und der Elektroden 318 und 320
des Varistors 310 sind deshalb sehr ähnlich denjenigen des
Varistors 110 gemäß Fig. 2.
In der Vorrichtung 310 gemäß Fig. 4 sind jedoch die Bereiche
zwischen den leitfähigen Elementen 318, 320 und 324 auf der
Oberfläche des Varistorkörpers 312 mit einem isolierenden oder
passivierenden Material 330 überdeckt. Dieses isolierende Mate
rial kann beispielsweise ein Glas oder dielektrisches Polymer
sein. Es kann auch ein passivierender Überzug, wie er in der
US-PS 38 57 174 beschrieben ist, zu diesem Zweck verwendet wer
den. Das isolierende oder passivierende Material 330 verhindert,
daß Streuströme den Betrieb des Varistors 310 stören, und es
gestattet ferner, daß der Varistor 310 in einer relativ "schmut
zigen" Atmosphäre verwendet werden kann. Das bedeutet, daß die Gegen
wart des isolierenden oder passivierenden Materials 330 ge
stattet, daß der Varistor 310 ohne Fluß gelötet wird und ohne
daß mobile Ionen die aktive Oberfläche 314 des Varistorkörpers
312 zwischen den Elektroden 318 und 320 stören. Somit dient das
passivierende oder isolierende Material 330 dazu, die Stabilität
der Vorrichtung zu verbessern und Streu- bzw. Leckströme zu ver
mindern, wodurch die Leistungsfähigkeit der Vorrichtung wesent
lich verbessert wird.
Fig. 5 zeigt einen Varistor 410 gemäß einem weiteren Ausführungs
beispiel der Erfindung. Ein Varistorkörper 412 hat erste und
zweite Elektroden 418 und 420, die an der ersten Hauptoberfläche
414 des Varistorkörpers 412 befestigt sind, und er hat ferner
eine leitfähige Schicht 424, die auf die zweite Hauptoberfläche
416 des Varistorkörpers 412 in einer ähnlichen Konfiguration auf
gebracht ist, wie bei dem Varistor 310 gemäß Fig. 4. Die Ober
flächen des Varistorkörpers 412 zwischen den leitfähigen Elemen
ten 418, 420 und 424 sind mit einem isolierenden oder passivie
renden Material 430 in ähnlicher Weise überdeckt wie die Vor
richtung gemäß Fig. 4. In der Vorrichtung 410 gemäß Fig. 5
ist jedoch eine Metallisierungsschicht 440, 442 auf jedem Rand
des Varistors 410 vorgesehen. Die Metallisierungsschichten 440
und 442, die vorzugsweise aus Silber hergestellt sind, sind
auf entsprechende Weise in elektrischem Kontakt mit den Elektro
den 418 und 420 und erstrecken sich entlang dem Rand des Vari
stors 410 von den Elektroden nach einem Bereich neben der zwei
ten Hauptoberfläche 416. Um einen Kurzschluß zu verhindern, sind
die Metallisierungsschichten 440 und 442 sowohl von dem Vari
storkörper 412 als auch der leitenden Schicht 424 durch das
isolierende oder passivierende Material 430 isoliert.
Der Varistor 410 ist besonders geeignet für solche Anwendungs
fälle, bei denen der Varistor auf einer gedruckten Schaltkarte
angeordnet werden soll. Bei derartigen Anwendungsfällen sind
die leitfähigen Oberflächen der Elektroden typisch direkt über
den leitfähigen Leiterbahnen der Schaltkarte angeordnet. Eine
Lötpaste ist zwischen jeder Oberfläche der leitfähigen Elektrode
und der entsprechenden Leiterbahn angeordnet, und die gesamte
Anordnung wird erwärmt, wodurch das Lot schmilzt und einen
elektrischen Kontakt zwischen den Elektroden und den Leiterbah
nen auf der Schaltkarte erzeugt.
Die Qualität dieses Lötkontaktes wird weitgehend ermittelt durch
eine visuelle Inspektion der Lötstelle nach der Erwärmung. Die
Anordnung von Metallisierungsschichten 440 und 442 entlang den
Rändern des Varistors 410 erleichtert die Betrachtung der Löt
stelle. Wenn die Metallisierungsschichten 440 und 442 nicht vor
handen wären, würde die Lötstelle im wesentlichen unterhalb des
Varistorkörpers 412 angeordnet und deshalb gegenüber einer leich
ten Betrachtung verdeckt sein. Es wurde auch experimentell ge
funden, daß die Anordnung der Metallisierungsschichten auch die
Leistungscharakteristiken der Varistorvorrichtung verbessert.
Fig. 7 zeigt einen Varistor 610 mit ersten und zweiten Elektro
den 618 und 620 und einer leitfähigen Schicht 624, die auf den
ersten und zweiten Hauptoberflächen 614 und 616 des Varistor
körpers 612 in ähnlicher Weise angeordnet sind wie bei dem Va
ristor 410 gemäß Fig. 5. In der Varistorvorrichtung 610 gemäß
Fig. 7 sind jedoch die Oberflächen der leitfähigen Bereiche
618, 620 und 624 mit einem isolierenden dielektrischen Material
650 überzogen. Dieses isolierende Material 650 kann beispiels
weise in Glas oder Polymer sein.
Fig. 6 zeigt einen Varistor 510 gemäß einem weiteren Ausfüh
rungsbeispiel der Erfindung. Ein Varistorkörper 512 hat erste
und zweite Elektroden 518 und 520, die an dessen erster Haupt
oberfläche 514 befestigt sind. Der Varistor 510 enthält ferner
leitfähige Schichten 522, 524 und 526, die abwechselnd auf die
ersten und zweiten Hauptoberflächen des Varistorkörpers 512
in einer Konfiguration aufgebracht sind, die der Vorrichtung
gemäß Fig. 3 ähnelt. Der Varistor 510 enthält weiterhin Metal
lisierungsschichten 540 und 542, die in ähnlicher Weise wie die
Schichten in Fig. 5 aufgebracht sind und für die gleichen Vor
teile sorgen, die in bezug auf den Varistor 410 gemäß Fig. 5
erläutert wurden.
Fig. 8 zeigt eine Varistorvorrichtung 710 mit ersten und zweiten
Elektroden 718 und 720 und leitfähigen Bereichen 722, 724 und
726, die auf den ersten und zweiten Hauptoberflächen 714 und 716
des Varistorkörpers 712 in ähnlicher Weise aufgebracht sind, wie
bei dem Varistor 510 gemäß Fig. 6. Bei der Varistorvorrichtung
710 gemäß Fig. 8 sind jedoch die Oberflächen der Elektroden 718
und 720 und die leitfähigen Bereiche 722, 724 und 726 mit einem
isolierenden dielektrischen Material 750 überdeckt.
Claims (4)
1. Varistor mit einem Varistorkörper, der eine erste Haupt
oberfläche und eine gegenüberliegende, zweite Hauptober
fläche aufweist,
gekennzeichnet durch :
mehrere leitfähige Bereiche, die im Abstand auf der ersten Hauptoberfläche (114) angeordnet sind,
mehrere leitfähige Bereiche, die im Abstand auf der zweiten Hauptoberfläche (116) angeordnet sind,
wobei die leitfähigen Bereiche derart angeordnet sind, daß der Abstand, der irgendeinen leitfähigen Bereich (118) von dem nächst benachbarten leitfähigen Bereich (120) auf der gleichen Hauptoberfläche des Varistor körpers trennt, größer ist als der Abstand (T), der den leitfähigen Bereich und den nächst gelegenen leitfähigen Bereich auf der gegenüberliegenden Oberfläche des Vari storkörpers trennt, und wobei der Strom von einem der leitfähigen Bereiche durch die Dicke des Varistorkörpers nach einem der leitfähigen Bereiche auf der gegenüber liegenden Oberfläche des Varistorkörpers fließt.
mehrere leitfähige Bereiche, die im Abstand auf der ersten Hauptoberfläche (114) angeordnet sind,
mehrere leitfähige Bereiche, die im Abstand auf der zweiten Hauptoberfläche (116) angeordnet sind,
wobei die leitfähigen Bereiche derart angeordnet sind, daß der Abstand, der irgendeinen leitfähigen Bereich (118) von dem nächst benachbarten leitfähigen Bereich (120) auf der gleichen Hauptoberfläche des Varistor körpers trennt, größer ist als der Abstand (T), der den leitfähigen Bereich und den nächst gelegenen leitfähigen Bereich auf der gegenüberliegenden Oberfläche des Vari storkörpers trennt, und wobei der Strom von einem der leitfähigen Bereiche durch die Dicke des Varistorkörpers nach einem der leitfähigen Bereiche auf der gegenüber liegenden Oberfläche des Varistorkörpers fließt.
2. Varistor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf der ersten Hauptoberfläche (114) des Varistor körpers (112) Elektroden (118, 120) im Abstand angeord net sind,
eine Schicht (124) aus leitfähigem Material auf der zweiten Hauptoberfläche (116) des Varistorkörpers (112) gebildet ist,
wobei die ersten und zweiten Elektroden durch eine Strecke getrennt sind, die größer ist als der Abstand, der die erste Hauptoberfläche von der zweiten Haupt oberfläche trennt.
daß auf der ersten Hauptoberfläche (114) des Varistor körpers (112) Elektroden (118, 120) im Abstand angeord net sind,
eine Schicht (124) aus leitfähigem Material auf der zweiten Hauptoberfläche (116) des Varistorkörpers (112) gebildet ist,
wobei die ersten und zweiten Elektroden durch eine Strecke getrennt sind, die größer ist als der Abstand, der die erste Hauptoberfläche von der zweiten Haupt oberfläche trennt.
3. Varistor nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der unmittelbare bzw. kürzeste Abstand zwischen den
ersten und zweiten Elektroden größer ist als der unmit
telbare oder kürzeste Abstand zwischen der ersten Elek
trode und der leitfähigen Schicht und dem unmittelbaren
bzw. kürzesten Abstand zwischen der zweiten Elektrode
und der leitfähigen Schicht und der Strom zwischen der
ersten Elektrode und der leitfähigen Schicht und zwi
schen der zweiten Elektrode und der leitfähigen Schicht
fließt.
4. Varistor mit einem Varistorkörper und gegenüberliegen
den Hauptoberflächen,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere leitfähige Bereiche im Abstand auf jeder der
gegenüberliegenden Hauptoberflächen angeordnet sind und
daß jeder der leitfähigen Bereiche derart angeordnet
ist, daß wenigstens ein leitfähiger Bereich auf der
gegenüberliegenden Hauptoberfläche des Varistorkörpers
näher an dem leitfähigen Bereich ist als irgendein leit
fähiger Bereich auf der gleichen Oberfläche.
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