-
Verfahren zum Auslaugen von zerkleinerten löslichen Gerbstoffen. Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und ehre Vorrichtung zum Auslaugen von
zerkleinerten löslichen Gerbstoffen mittels in Wasser eingeführter Preßgase und
Verteilen der ersten Gerbstofflauge auf mehrere hinter- oder nebeneinander geschaltete
weitere Laugenbehälter. Gemäß der Erfindung wird der Gerbstoff nur in einem Hauptbehälter
eingegeben und jeweilig zu dem die stärkste Gerblösüng enthaltenden Zusatzbehälter
in dem, der frischen Zugabe im Hauptbehälter entsprechenden Maße abgelassen. Der
frische Gerbstoff wird daher nicht auf einmal in einen bestimtnben Behälter gegeben,
sondern auf eine Reihe von Behältern nach-.einander verteilt, so daß das Auslaugen
durchgreifender als bisher erfolgen kann, und der Betrieb ein ununterbrochener ist,
was bei den bekannten Verfahren nicht der Fall ist, da, wenn -der erschöpfte Behälter
entleert wird, der Betrieb der anderen ruhen muB.
-
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einer Ausführung
veranschaulicht. Es zeigen Abb. z eine Daufsicht der Vorrichtung, Alb. 2 einen lotrechten
Schnitt. und Abb. 3 'bis 5 schematisch die Reihenfolge der Arbeitsstufen.
-
Die Vorrichtung enthält einen mittleren. Hauptbehälter A und eine
Reihe z. B. acht von Zusatzbehältern z bis B. Der mittlere Behälter dient zum. Benetzen
und Tränken der Gerbstoffe mit Wasser und besteht aus einer hölzernen Kufe, die
aus durch Eisenringe zusamm,
engehaltenen Dauben gebildet ist. Der
Behälter A ruht auf einem Mauerwerk F, an welchem er durch Bolzen und Ankerplatten
in einem kreisförmigen Ausschnitt befestigt ist. Innerhalb dieses Behälters sind
vier Heberohre B1, B1, B1, Bz angeordnet, die außen einen quadratischen und innen
einen kreisrunden Querschnitt besitzen. Die unteren Endteile dieser Rohre sind mit
Öffnungen versehen. In jedem der Rohre erstreckt sich ein Gasrohr H, welches bis
zum unteren Ende der Rohre geführt ist und ein Ventil besitzt, durch welches die
Zuleitung des Gases oder anderer Preßmittel gesteuert werden kann.
-
Die oberen Enden der Heberohre sind mit abnehmbaren und auswechselbaren
Übergußrinnen ausgestattet, von denen drei Rinnen b3 den gehobenen Strom zurück
in den Behälter A ergießen, während die vierte Übergußrinne b4 so lang ausgestaltet
ist, d@aß sie sich über den Hauptbehälter A hinaus erstreckt und bis zu einem der
Zusatzbehälter reicht. Die Übergußrinne b4 kann an jedes der Heberohre angeschlossen
werden, so daß jeder der Zusatzbehälter einen Zufluß von dem Hauptbehälter erhalten
kann. An dem Übergangsteil zum Heberohr besitzt die Übergußrinne b' einen durchlochten
Teil D,
so daß ein Teil der überfließenden Flüssigkeit sich auf eine Rinne
E ergießen kann und von dieser letzteren in einen zweiten Abteil J des Hauptbehälters
gelangt, während ein. anderer Teil der überfließenden Flüssigkeit, welcher mit den
Gerbstoffen beladen ist, zu dem Zusatzbehälter fließt.
-
Die Heberohre sind durch ein Holzgestell gemeinsam verbunden, so daß
sie ein Ganzes bilden, das auf den Boden des Behälters A aufgestellt werden kann.
Die Außenseite des Gestelles ist mit Jutegewebe j1 oder anderem undurchlässigen
oder nur wenig durchlässigem Stoff bedeckt, so daß eine innere Hülle gebildet wird,
durch welche Schlamm: u. dgl. gehindert wird, wagerecht von der Innenseite nach
außen zu treten. Diese beiderends offene Hülle erstreckt sich bis auf einen gewissen
Abstand vom Behälterboden, während ihr oberes Ende bis zu der Unterseite der Übergußrinnen
b3 reicht. Dadurch wird im Behälter A ein innerer Abteil Al gebildet, in dem die
Gerbstoffe mit Wasser durchgerührt und benetzt werden.
-
Im Abstand von dieser inneren Hülle f ist an der Behälterwandung,
durch Arme befestigt und an einem Bambusring aufgehängt, eine zweite Hülle k1 aus
Jutegewebe angebracht, deren oberes Ende sich zu einer Stelle erstreckt, welche
etwas tiefer liegt, als das obere Ende der Behälterwandung, so daß die Rinne E hinter
die Hülle k1 greifen kann, und die Flüssigkeit aus der Rinne E in den Raum: T abfließen
kann. Das untere Ende der Hülle k1 erstreckt sich bis auf einen kurzen Abstand von
dem Behälterboden, wobei die Hülle parallel, d. h. in gleichem Abstand zu der Behälterwandung
verläuft. Sie könnte aber auch derart verlaufen, daß sie von dem oberen Teil der
Behälterwandung mehr absteht, als von dem unteren, so daß der ringförmige Raum K
zwischen der Hülle hl und dem Behälter oben breiter und unten schmäler sein würde.
Die Hülle k1 ist mit einem Sieb an dem Unterteil versehen, so daß dadurch das Aufsteigen
der schwer zu benetzenden Gerbstoffteile verhindert ist. Der Abteil K kann mit Stoffen
gefüllt werden, die Farbstoff aufzusaugen vermögen. Der äußere ringförmige Raurn
K bildet einen Absetzabteil, in dem die Flüssigkeit ruhig und langsam aufsteigt,
bis sie die an der Behälterwandung befestigte Übergußkante L erreicht. Diese Übergußkante
L ist genau wagerecht eingestellt, so daß nur die vollständig geklärte Schicht der
Flüssigkeit sich aus dem Absetzteil K nach außen ergießen kann.
-
Die Reihe der Zusatzbehälter ist in einer geringeren Höhe aufgestellt,
als. der mittlere Hauptbehälter A, und zwar derart, daß der Unterschied zwischen
den Flüssigkeitsspiegeln in dem Hauptbehälter A einerseits und den Zusatzbehältern
andererseits etwa 1,35 M beträgt. Jeder der Zusatzbehälter besteht aus einer
Holzkufe, welche in einem Ausschnitt des Mauerwerks F eingelagert ist. In jedem
Zusatzbehälter ist ein mittleres Heberohr M aus Holz angeordnet, das innen kreisrund
und außen quadratförmig ist und sich unten bis nahe an die Spitze einer kegelförmigen
Versenkung in dem Mauerwerk F erstreckt. Durch die Heberohre M erstrecken sich Gaszuleitungsrohre
mil, welche mit Austrittsventilen na= versehen. sind. Zwischen den Heberohren in'
und der Zusatzbehälterwandung ist eine zylindrische Hülle m3 aus Jutegewebe angeordnet,
die durch die Gerbstofflösung und Schleimstoffe undurchdringlich gemacht worden
ist. Das obere Ende der Hülle ms erstreckt sich über das obere Ende der Zusatzbehälterwandung.
Ihr unteres Ende ist an der kegelförmigen Versenkung mit einem Sieb ausgestattet,
welches die nicht benetzten Gerbstoffe am Aufsteigen durch den äußeren Absetzabteil
m4 verhindert, welcher durch den Raum zwischen der Hülle in' und der Zusatzbehälterwandung
gebildet ist. Anstatt nur einer Hülle in' könnten deren mehrere angeordnet sein.
Jeder der Zusatzbehälter ist mit einer Zuflußröhre N versehen, welche durch die
Zusatzbehälterwandung und die Hülle m3 hindurchtritt und die Flüssigkeit zu dem
inneren Rührraum zuführen kann. Die Flüssigkeit kann aus diesen Zusatzbehältern
in ähnlicher
Weise ausfließen, bis dies bei dem mittleren Behälter
A der Fall ist, nämlich durch eine ringförmige, nicht dargestellte Übergußkante.
Der Teil an der Übergtußkante ist durch ein biegsames Rohr mit der Zuflußröhre N
des nächsten Zusatzbehälters in Verbindung gebracht, so daß auf diese Weise eine
hintereinander geschaltete Reihe der Zusatzbehälter gebildet wird.
-
Das untere Ende .der kegelförmigen Versenkung ist mit einem Entladeventil
P versehen, das den Inhalt des Zusatzbehälters in einen Tunnel R entladen kann.
Auch kann der Inhalt des Zusatzbehälters durch Gasdruck aus diesem entleert werden,
indem eine besondere Austrittsröhre an das Heberohr angeschlossen wird.
-
Es ist ferner eine Pumpe vorgesehen, welche an irgend einen Zusatzbehälter
angeschlossen werden kann und die Flüssigkeit aus diseem in den mittlerem Hauptbehälter
A, und zwar in, den inneren Rührabteil Al zuführt.
-
Die Wirkungsweise der beschriebenen Vorrichtung ist folgende: Angenommen,
daß die ganze Vorrichtung mit nassen Gerbstoffen und Flüssigkeit gefüllt ist und
daß das Gas zugeleitet wird, so d@aß der Inhalt sämtlicher Behälter durchgeführt
wird, wobei der eine der Zusatzbehälter mit vollständig erschöpften Gerbstoffen
und einer sehr schwachen Gerbstofflösung oder nur Wasser gefüllt ist, so wird zunächst
das Entladeventil P unterhalb dieses Zusatzbehälters geöffnet, so (`aß der ganze
Inhalt dieses Behälters in den Tunnel. R herabfällt. Mit Bezug auf Abb. i sei angenommen,
d'aß dieser nunmehr entleerte Behälter Nr. 8 trägt. Sobald dieser Behälter leer
ist, wird die Flüssigkeit aus dem Zusatzbehälter Nr. 7 durch die Zuflußröhre N,
da die Zusatzbehälter in Reihe geschaltet sind, in den Behälter Nr.8 fließen. Diese
Flüssigkeit ist bereits stark mit Gerbstoff angereichert. Zu gleicher Zeit lä,ßt
man reines erwärmtes Wasser in den Zusatzb'ehäjlter Nr. i einfließen, was dadurch
möglich ist, daß in dem Zusatzbehälter Nr. i ein freier Raum durch den Abfluß der
Flüssigkeit aus dem Behälter i nach dem Behälter z entstanden ist, während gleichzeitig
die Flüssigkeit aus dem: Behälter :2 in den Behälter 3 geflossen ist usw., bis die
am stärksten mit Gerbstoff beladene Flüssigkeit in den Behälter Nr.8 eingeflossen
ist. Während noch der Behälter Nr. 8 nicht ganz voll gefüllt worden ist, wird die
übergußrinne b4 an einem Heberohr BI im Behälter A angesetzt, und zwar an
demjenigen Heberohr, das sich am nächsten des Behälters 8 befindet, so daß frischer
benetzter und durchgerührter Gerbstoff und etwas starke Gerblösung in den Behälter
Nr. 8 zufließt. Nach dem Füllen des letzteren wird die Rinne b4 zurück in den Behälter
A verschwenkt. Der Zusatzbehälter Nr.8 ist mit dem Hauptbehälter A verbunden und,
da von dem Zusatzbehälter Nr.7 noch: weiter die Flüssigkeit in den Zusatzbehälter
Nr. 8 fließt, so wird dieser Überfluß durch die Pumpe in den Hauptbehälter A gefördert
und verdrängt die darin enthaltene stärkste Gerbl'ösung nach dem Abflußraum K. Nunmehr
wird der Zusatzbehälter Nr. i, welcher mit dem, am meisten: ausgelaugten Gerbstoff
gefüllt ist, nachdem das Wasser den Rest des Gerbstoffes in den Behälter Nr. a geführt
hat, entleert.
-
Es wird schon vorher zu dem Hauptbehälter A frischer Gerbstoff zugegeben,
und zwar auf folgende Weise: Oberhalb der Mitte des Behälters A sind ein Sauggebläse
und ein Verteiler für den Gerbstoff vorgesehen, die auf der Zeichnung nicht veranschaulicht
sind. Von einem Vorratsbehälter für die zerkleinerten Gerbstoffe führt eine Röhre
zu dem . Verteiler, so daß die Gerbstoffe durch das Gebläse in ein Rohr eintreten
können, welches unterhalb der Flüssigkeit im Hauptbehälter eintaucht. In diesem
Behälter A entsteht durch das Arbeiten der Heberohre ein ununterbrochen kreisender
Strom von -dem Bodenteil durch: die Heberohre nach oben, wobei etwa drei Viertel
dieses Stromes zurück in den Behälter abfließen und die frisch zugeführten trockenen
Gerbstoffe nach abwärts ziehen. Gleichzeitig wird der gesamte Inhalt des mittleren
Rührabteils des Behälters A energisch durchgeführt und gemischt, wodurch ein durchgreifendes
Auslaugen erfolgen kann. Sowohl das zu Beginn des Auslaugens benutzte Wasser wie
auch die Flüssigkeiten während des Betriebes können erwärmt werden, bevor die letzteren
aus dem Zusatzbehälter, welcher die stärkste Flüssigkeit .enthält, dem! Rührabteil
Al des, Hauptbehälters A zufließen.. Für jeden Gerbstoff ist ein bestimmter
Wämegrad notwendig, uni Tannin an das Wasser oder tanninhaltige Flüssigkeit abzugeben.
-
Arbeiten die vier Heberohre B1, B2, so wird etwa ein Viertel des im
B@ehä>r A strömenden Gemisches durch das Heberohr BZ und -die Übergußrinne b4 zu
einem der Zusatzbehälter geführt. Eine geringe Menge.Flüssigkeit fällt hierbei von
der Rinne b4 durch den durchlöcherten Teilt D und die Rinne E in den zweiten Abteil
l des Hauptbehälters zurück. Diese Flüssigkeit sowie die in den- 75us.atzbehälter
fließende enthält beträchtliche Mengen von schleimartigen Stoffen, welche von der
Hülle k'- in dem Hauptbehälter A und der Hülle ire in dem Zusatzbehälter zurückgehalten
werden.
-
Die nicht geklärte angereicherte Flüssigkeit,
welche
in das zweite ringförmige Abteil I einfließt, gelangt zu dein Boden des Debälters
A und hebt sich langsam; in dem ringförmigen Absetzteil K, wobei die aufgelösten
Stoffe sich allmählich absetzen, bis die vollständig klare Flüssigkeit die Kante
I erreicht, aus welcher sie sich nach auswärts ergießen kann. Diese Flüssigkeit
gelangt dann zu den Verdampfkesseln, wie sie eingedickt wird.
-
Nachdem der Zusatzbehälter Nr. 8 in beschriebener Weise mit frisch
benetzten Gerbstoff gefüllt worden ist und der LTberfluß an Gerblösung an den Behälter
A abgegeben hat, wird der bereits entleerte Zusatzbehälter Nr. i mit dem Behälter
N r. 8 verbunden, so daß die Flüssigkeit aus dem letzteren zu dem Behälter Nr. i
fließt, dessen Arbeitsweise wie für Nr. 8 beschrieben erfolgt, während frisches
Wasser zu dem Behälter N r. a zugeleitet wird und eine Strömung in den miteinander
verbundenen Behältern 3, d. usw. verursacht, infolge der die starke Flüssigkeit
in den Behälter N r. i einfließen kann.
-
Während des zeitweisen Entleerens der Zusatzbehälter wird der Zutritt
von frischen trockenen Gerbstoffen zum Hauptbehälter und die Verbindung der Zusatzbehälter
untereinander und mit dem Hauptbehälter unterbrochen, wobei jedoch das Durchrühren
des Inhalts mit Gas in sämtlichen Behältern weiter fortgesetzt wird.
-
Somit besteht das Verfahren gemäß der Erfindung darin, daß man einen
Teil der im Hauptbehälter enthaltenden Flüssigkeit zu demjenigen Zusatzbehälter
führt, der jeweilig die stärkste Gerblösung enthält, und daß der Überfluß aus diesem
letzteren, vorzugsweise nachdem er noch erhitzt worden ist, zurück zu dem Hauptbehälter
geleitet wird. Der Durchfluß der Flüssigkeit durch die Reihe der Zusatzbehälter
erfolgt absatz"veise, jedoch stets in ein und derselben Richtung, und zwar ausgehend
von reinem Wasser, welches finit dem am meisten ausgelaugten Gerbstoff in Berührung
gebracht wird, stufenweise durch die Reihe der Zusatzbehälter, bis zu dein jeweilig
letzten Zusatzbehälter der Reihe, welcher gerade mit dem Hauptbehälter verbunden
ist. Auf diese Weise reichert sich die Flüssigkeit nach und nach mit Gerbstoff an,
geht zum Schluß noch durch die frischen Gerbstoffe im Hauptbehälter hindurch und
gelangt in geklärtem Zustande nach außen.
-
Dieser Arbeitsgang ist in den Abb. 3 bis 5 in schematischer Weise
veranschaulicht.
-
Die erste Arbeitsstufe ist in Abb.3 gezeigt. Der Zusatzbehälter i
erhält gemäß dem Pfeil W den Zufluß von reinem Wasser, indem angenommen wird, daß
dieser Zusatzbehälter die am meisten erschöpften Gerbstoffe enthält. Dieses reine
Wasser verdrängt die Flüssigkeit in. dem Behälter, die bereits Gerbstoff enthaltende
Flüssigkeit in dem Abteil 2, so daß sie nacheinander durch die Zusatzbehälter 3,
.4, 5, 6, 7 fließt und in diesen Behältern enthaltenden Flüssigkeiten nacheinanrler
zu den nächstfolgenden verdrängt, derart, daß die im Behälter 7 enthaltene, bereits
stark mit Gerbstoff angereicherte Flüssigkeit zu dein Behälter 8 fließt, welcher
die stärkste Gerblösung enthält. Während dieses Durchflusses der Flüssigkeiten durch
die Reihe von Zusatzbehältern sind die Übergußrinnen im Hauptbehälter sämtlich nach
einwärts gerichtet. Die Flüssigkeit aus dem Zusatzbehälter 8 ist mittlerweile in
den Hauptbehälter gepumpt worden, welcher rnlit einer zusätzlichen Menge von frischem
Gerbstoff gemäß dein Pfeil T beschickt worden ist, während die bereits durchgerührte
Gerbstoffmenge zurück zum Behälter 8 gelangt, hier nochmals durchgerührt wird und
die darin enthaltene Gerblösung noch verstärkt. Durch die Zugabe von frischem Gerbstoff
und den Rückfluß der stärksten Gerblösung aus dem Zusatzbehälter 8 wird firn Hauptbehälter
ein Überdruck erzeugt, so daß die geklärte Gerblösung gemäß dem Pfeil S aus dem
Absetzabteil K nach außen gelangt.
-
Mit Bezug auf Abb. q., welche die zweite Arbeitsstufe veranschaulicht,
wird der Wasserzufluß gemäß dem Pfeil W zu dem Zusatzbehälter 2 geleitet, während
der vollständig erschöpfte Gerbstoff aus dem Behälter i gemäß dein Pfeil Y entleert
wird. Das Wasser im Behälter 2 verdrängt die darin enthaltene schwache Gerblösung
zu dem Behälter 3, von diesem zu dem Behälter d. usw. bis zu dem Behälter 8, welcher
noch mit dem Hauptbehälter in Verbindung steht, und zwar so lange, bis der Zusatzbehälter
i vom Gerbstoff entleert worden ist. Die Übergußrinnen sind dabei, trotzdem eine
frische Gerbstoffzugabe nicht mehr erfolgt, sämtlich nach einwärts gerichtet und
bewirken einen ununterbrochenen Durchfluß des Gerbstoffes mit Flüssigkeit im Hauptbehälter.
Es besteht noch ein Überdruck in dem Hauptbehälter, so daß die klare Gerblösung
gemäß dein Pfeil S nach außen zu fließen fortfährt.
-
Mit Bezug auf die Abb. 5 fließt das Wasser noch zu dem Behälter -=
und treibt die Flüssigkeit durch die Reihe der Zusatzbehälter zu dem Zusatzbehälter
8, welcher einerseits noch mit dein Hauptbehälter in Verbindung steht und andererseits
an dem, Zusatzbehälter i angeschlossen wird, so daß dieser letztere die stärkste
Gerblösung aus dem, Behälter 8 erhält. Es wird nun die dem Zusatzbehälter t benachbarte
Übergußrinne zu diesem letzteren
gerichtet, so daß durchgerührter
Gerbstoff zu dem Behälter i fließt und sich hier mit der stärksten Gerblösung aus
dem Behälter 8 vermischt. Die Wirkungsweise des Behälters i erfolgt in gleicher
Weise, wie gemäß Abb. 3 in bezug auf Behälter 8 beschrieben worden ist.
-
Während bisher angenommen wurde, daß die Übergußrinnen auswechselbar
sind, so daß jeweilig die lange Übergaußrinne an einem der Zusatzbehälter angeschlossen
werden kann, so können die Übergußrinnen auch derart ausgebildet sein, daß sie ohne
Auswechselung nach einwärts oder nach auswärts gerichtet werden können, um den Gerbstoff
und die Flüssigkeit, sei es nur durch den Hauptbehälter, sei es zu dem. entsprechenden
Zusatzbehälter, gelangen zu lassen.
-
Ferner ist angenommen worden, daß die Hülle j1 mit Bodenteil allseitig
offen ist. Es kann jedoch dieselbe auch so ausgebildet sein, daß sie bis .an den
Boden heranreicht und sich auf diesen stützt, so daß der Gerbstoff nicht am Bodenteil
austreten kann, wobei sie an diesem Teil flüss;ibieitsdurchlässig gemacht wird,
so daß nur die Flüssigkeit hindurchgeht und der Gerbstoff zurückgehalten wird.
-
Die Zusatzbehälter können in beliebiger Anzahl vorgesehen sein, vorzugsweise
in einer geraden Zahl. Die Anzahl der Übergußrinnen wird vorzugsweise die Hälfte
der Zusatzbehälter ausmachen.
-
Obwohl der Hauptbehälter als in der Mitte einer um ihn angeordneten
Zusatzbehälterreihe gezeigt worden ist, können die letzteren auch in anderer Gruppierung
verlaufen und die übergußrinnen können zu den unterschiedlichen Gliedern der Zusatzbehälterreihen
führen.
-
Anstatt daß der Hauptbehälter mit demjenigen Zusatzbehälter verbunden.
wird, welcher jeweilig die stärkste Gerblösung enthält, ist es manchmal vorteilhaft,
zu dem Hauptbehälter die Gerblösung aus dem nächst vorangehenden Zusatzbehälter
der Reihe zu führen, in dem die Gerblösung nicht wesentlich schwächer als diejenige
ist, welche in dem: nächstfolgenden Zusatzbehälter gerade mit dem Gerbstoff aus
dem Hauptbehälter versehen wird. (A') eines Hauptbehälters (A) mit
Wasser unter Gasdruck durchgerührt, ein Teil der °Laugenflüssigkeit in einem zweiten
Abteil (J) desselben sowie ein Teil der Laugenflüssigkeit samt dem Gerbstoff in
das Rührabteil des jeweilig letzten die stärkste Gerblösung enthaltenden- Zusatzbehälters
einer hintereinander geschalteten Zusatzbehälterreihe (i bis 8) geleitet wird, in
denen die Flüssigkeit ausgehend von reinem Wasser aus einem Absetzabteil (M4) des
einen Zusatzbehälters zu denn Rührabteil (m3) des nächstfolgenden und so fort zum,
letzten Zusatzbehälter und vorzugsweise nach vorheriger Erwärmung zurück zu dem
Rührabteil des inzwischen mit frischem Gerbstoffzusatz versehenen Hauptbehälters
geführt wird, aus denn die Lauge nach Durchgang eines Absetz- und Klärabteils abgezogen
wird.
-
2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch
gekennzeichnet, daß der Hauptbehälter (A) mit mehreren von einem Preßmittel durchströmten
und mit Übergußrinnen (b3) versehenen Heberohren (Bl, Bz) ausgestattet ist, und
sein mittleres Rührabteil (Al) durch ein unteres Sieb mit dem zweiten Abteil (J)
und dieses letztere durch ein. unteres Sieb mit dem Absatz-und Klärabteil (K) in
Verbindung steht, daß ferner eines der Heberohre (B') durch eine mit einem durchlochten
Abschnitt (D) versehene Übergußrinne (b4) mit dem einen der Zusatzbehälter (i bis
8) so verbunden werden kann, daß ein Teil der Flüssigkeit in das zweite Abteil (J)
und ein Teil der Flüssigkeit samt dem Gerbstoff in diesen Zusatzbehälter fließt,
und daß weiterhin sämtliche Zusatzbehälter (i bis 8) mit Heberohren (M) ausgestattet
und in Reihe geschaltet sind und aus einem Rührabteil und einem durch ein Sieb von
dem letzteren getrennten Absetzabteil (zn4) bestehen, von denen das Absetzabteil
(in4) des letzten: Zusatzbehälters der Reihe (i bis 8) mit dem Rühr- und Benetzabteil
(A') des Hauptbehälters (A) in Verbindung gesetzt werden kann.
-
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen
Abteile der Haupt- und Zusatzbehälter durch freihängende Hüllen (jl, k1 und eia')
aus undurchlässigem Stoff und untere Siebe gebildet werden.