DE3713190A1 - Vorderteil zur herstellung von schuhen - Google Patents
Vorderteil zur herstellung von schuhenInfo
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Classifications
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein vorgeformtes Vorderteil
zur Herstellung von Schuhen, sowie unter Verwendung derartiger
Vorderteile hergestellte Schuhe.
Kappen aufweisende Schuhe sind insbesondere als Unfall
verhütungsstiefel seit langer Zeit in Gebrauch. Zum Schutz gegen
Fußverletzungen enthalten solche Schuhe entweder - zwischen
Oberleder und Futter eingearbeitet - eine Vorderkappe aus Stahl
oder aufgesetzt auf das Oberleder eine zusätzliche Kappe aus
starkem Rindleder. Diese den Fuß bzw. Schuh von oben umgreifenden
Kappen sind zwar gut geeignet den Fuß gegen einen Druck von oben
zu schützen, weisen andererseits aber den Nachteil auf, daß die
Kappe selbst unflexibel ist, so daß sich der Schuh erst an ihrem
Ende biegen kann und an dieser Stelle dadurch das Oberleder
verstärkt auf den Fuß drückt. Ferner muß diese Kappe zusätzlich
in den Schuh eingearbeitet werden, wobei das Oberleder in seiner
Form genau der Kappe anzupassen ist, was einen zusätzlichen,
insbesondere bei der Ausarbeitung der Spitze, aufwendigen
Arbeitsschritt und zusätzliche Maschinen und Materialeinsatz
erfordert.
Die vorliegende Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt,
die Herstellung von Schuhen insbesondere die Herstellung von
Schuhen mit verstärkter Vorderkappe, einerseits zu vereinfachen
und andererseits Schuhe herzustellen, welche, obwohl sie einen
verstärkten Schutz des Zehenbereiches gewährleisten, angenehmer
zu tragen sind.
Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit Hilfe eines vorgefertigten
Vorderteils welches zugleich die Funktion einer Kappe, die in den
Schuh eingebaut wird, hat und welches folgende Merkmale aufweist:
- a) es ist der Form der Fußspitze nachgebildet und besteht aus einem Oberteil, welches die Fußspitze abdeckt und einer Flanke, die die Spitze und die Seiten umgibt,
- b) es besteht aus einem elastischen Material,
- c) das Oberteil weist auf seiner Ober- oder Unterseite eine Ausnehmung zur Befestigung des Oberleders auf,
- d) das Oberteil ist in seinem vorderen Teil dicker und/oder fester ausgeführt und läuft nach hinten zu einer weichen, dünnen Lippe aus,
- e) um die Flanke herum ist eine weitere Ausnehmung zur Aufnahme eines Rahmens oder Bezugsstreifens oder der Sohle vorge sehen.
In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist dieses
Vorderteil zusätzlich noch eine Zunge auf, welche in etwa
senkrecht nach außen oder innen abstehend an der Unterkante der
Flanke angeformt ist.
Dieses Vorderteil ist aus einem festen, aber elastischen
Material, beispielsweise einem Kunststoff, und insbesondere
Weich-Polyvinylchlorid, Thermoplastic Rubber, Polyurethan,
Polystyrol oder Ethylvinylacetat, gebildet. Das Material muß so
fest und formstabil sein, daß es die Form des Schuhes bewahrt und
gegebenenfalls auch imstande ist, den Fuß gegen mechanische
Einwirkungen zu schützen, andererseits so flexibel sein, daß es
der Bewegung des Fußes und der dadurch bedingten Verformung des
Schuhwerkes nachgeben kann. Diese Ziele werden durch die
entsprechende Anpassung der Wandstärken und durch die Auswahl des
Materials erreicht.
Die richtige Form des Vorderteils kann durch Pressen oder durch
Spritzgußverfahren unter Verwendung geeigneter Formen her
gestellt werden.
Das üblicherweise einstückige Vorderteil kann selbstverständlich,
soweit die Materialeigenschaften, die Herstellungsweise und die
dekorativen Eigenschaften es verlangen auch in einzelnen Teilen,
z.B. Oberseite, Ringwulst und Flanke, getrennt gefertigt und erst
zum Einbau in den Schuh zusammengeklebt, verschweißt oder vernäht
werden. Da dies zusätzliche Arbeitsschritte erfordert, ist diese
Fertigungsweise weniger vorteilhaft.
Zur Herstellung von Schuhen wird das erfindungsgemäße Vorderteil
mit dem Schaft bzw. Oberleder so verbunden, daß dieses in die
Ausnehmung auf dem Oberteil zu liegen kommt. Je nach dem
gewünschten optischen Effekt befindet diese sich auf der Ober-
oder Unterseite. Das Leder kann entweder festgeklebt oder mit
einer oder mehreren Nähten aufgenäht werden. Mit der Ausnehmung
in der Flanke des Oberteils wird dieses entweder in einen
entsprechenden umlaufenden Rahmen des Schuhes eingepaßt bzw. ein
Bezugsstreifen in dieser Ausnehmung befestigt. Eine an den Rahmen
oder die Kappe selbst angeformte, nach außen oder innen weisende
Zunge, dient zum Befestigen der Sohle und/oder Brandsohle, wobei
diese in bekannter Weise aufgeklebt oder aufgenäht werden. Soweit
diese Zunge eine gewisse Dicke überschreitet und zwischen
Brandsohle und Sohle ein Hohlraum entsteht, muß dieser noch mit
einer Zwischensohle oder geeignetem Ausfüllmaterial gefüllt
werden.
Durch die erfindungsgemäße Herstellung des Schuhes verbleibt
zwischen Oberleder in der Ausnehmung und Rahmen bzw. Bezugs
streifen in der Ausnehmung ein verstärkter Rand, der nicht vom
Leder abgedeckt ist und außer seiner Stabilisierungsfunktion
durch entsprechende Farbgebung bzw. Besatz zur Erzielung von
modischen Effekten verwendet werden kann.
Dadurch daß das Vorderteil aus Kunststoff gefertigt ist, ist es
ohne weiteres möglich, die entsprechenden Bereiche in unter
schiedlicher Dicke und Form auszubilden und insbesondere
Rundungen, welche sich in Leder nur schlecht formen lassen,
auszubilden. Die Teile des Vorderteils, an denen das Oberleder
bzw. der Rahmen befestigt werden, sind eben bzw. nur in einer
Richtung gekrümmt, so daß sie ohne Schwierigkeiten mit dem
glatten Leder verbunden werden können. Das für herkömmliche
Schuhe besonders schwierige "Spitzenzwicken" bzw. das passgenaue
Zusammensteppen der verschiedenen Oberlederteile bei der
Herstellung von California-Schuhen wird daher durch gerade Nähte
bzw. Klebeflächen ersetzt. Entsprechende Schuhe können daher
wesentlich kostengünstiger und einfacher hergestellt werden.
Anhand der beiliegenden Figuren wird die vorliegende Erfindung
näher erläutert:
Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf ein erfindungsgemäßes Vorderteil;
Fig. 2 zeigt vier Längsschnitte durch das Vorderteil;
Fig. 3 zeigt einen unter Verwendung eines Vorderteils (2 c) herge
stellten Schuh.
Fig. 1
Das Vorderteil besteht aus dem Oberteil 1 und der in etwa
senkrecht verlaufenden, umlaufenden Flanke 2. In das Oberteil 1
ist eine Ausnehmung 3 eingeformt, in die das Oberleder 9
befestigt wird. Um vorstehende Ränder zu vermeiden, entspricht
die Tiefe der Ausnehmung 3 der Dicke des darin zu befestigenden
Oberleders 9. Das Oberteil 1 läuft zum Schuh hin in eine dünne,
biegsame Lippe 4 aus, welche einen gleichmäßigen Übergang
zwischen dem festen Vorderteil und dem biegsamen Oberleder des
Schaftes 9 bewirkt. Um die Flanke 2 herum läuft eine weitere
Ausnehmung 5 die zur Aufnahme eines Rahmens oder Bezugstreifens
11 vorgesehen ist. Zwischen diesen beiden Ausnehmungen verbleibt
ein stärkerer, die mechanische Festigkeit des Vorderteils
bewirkender Wulst, welcher entweder zum Schuh hin ausläuft, so
daß Oberleder 9 und Rahmen 11 an dieser Stelle zusammenstoßen
oder zur Sohle 7 hin abbiegt, so daß der Rahmen 11 an dieser
Stelle endet, und das Oberleder 9 entsprechend von dieser Stelle
ab bis zur Sohle 7 reicht.
Fig. 2
Die Figur zeigt vier Längsschnitte möglicher Ausführungsformen
des erfindungsgemäßen Vorderteils, wobei in der Fig. 2A die
Flanke 2 beim bestimmungsgemäßen Einbau senkrecht auf die Sohle 7
aufstößt, so daß zur Befestigung ein entsprechender Rahmenumbau
11 erforderlich ist.
Fig. 2B zeigt eine an die Flanke angeformte zusätzliche Zunge 6,
welche mit einer außenumlaufenden Naht an die Sohle 7 befestigt
wird, wie es insbesondere für sportliche Schuhe verwendet wird.
Fig. 2C zeigt eine nach innen umgebogene Zunge 6, welche eine
blinde Naht oder Klebestelle ergibt, wie sie insbesondere in
eleganteren Schuhen gewünscht wird. Die Zunge 6 selbst läuft
dabei spitzwinklig in eine Kante aus, so daß bei der späteren
Montage auf eine Zwischensohle verzichtet werden kann.
Fig. 2D zeigt ein Vorderteil, bei dem die Ausnehmung 3 sich auf
der Unterseite des Oberteils 1 befindet, wodurch der optisch in
Erscheinung tretende Teil des Vorderteils besonders groß ist. Die
übrigen Teile entsprechen der Fig. 2A.
Fig. 3
Diese Figur zeigt die Montage eines Vorderteils gemäß Fig. 2C zu
einem fertigen Schuhvorderteil, wobei das Oberleder 9 auf dem
Oberteil 1 des Vorderteils aufliegt und normalerweise gegen
dieses verklebt ist. In der Zeichnung ist eine zusätzliche
Nahtstelle 10 angedeutet, die außer der Verstärkung des
Zusammenhaltes vor allen Dingen Zierzwecken dient. Die nach innen
weisende Zunge 6 die, wie in Fig. 2C spitzwinklig ausgebildet
ist, ist nach oben mit der Brandsohle 8 und nach unten mit der
eigentlichen Laufsohle 7 verklebt. Der aus zeichentechnischen
Gründen zwischen den beiden Sohlen entstehende Zwischenraum ist
bei der normalen Herstellungsweise natürlich nicht vorhanden und
die beiden Sohlen sind direkt gegeneinander verklebt oder mit
Füllkörper oder Luftpolster ausgefüllt. In der dargestellten
Figur läuft die Sohle 7 in eine als Bezugsstreifen wirkende Lippe
11 aus, welche um die Flanke 2 herum in die Ausnehmung 5 hinein
geklebt ist, um so optisch den Eindruck einer besonders dicken
Sohle zu erzeugen. Selbstverständlich kann ein ähnlicher Eindruck
auch durch ein umgreifendes Befestigungsband 11 erzielt werden.
Weitere Ausführungsformen der Erfindung, die sich aufgrund des
Vorhergesagten ohne weiteres für den Fachmann ergeben, sollen
ebenfalls Gegenstand dieser Erfindung sein.
Claims (6)
1. Vorderteil zur Herstellung von Schuhen, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
- a) es ist der Form der Fußspitze nachgebildet und besteht aus einem Oberteil (1), welches die Fußspitze abdeckt, und einer Flanke (2), die die Spitze und die Seiten umgibt,
- b) es besteht aus einem elastischen Material,
- c) das Oberteil des Vorderteils weist auf seiner Ober- oder Unterseite eine Ausnehmung (3) zur Befestigung des Oberleders (9) auf,
- d) das Oberteil ist in seinem vorderen Teil dicker und/oder fester ausgeführt und läuft nach hinten zu einer weichen, dünnen Lippe (4) aus,
- e) um die Flanke herum ist eine weitere Ausnehmung (5) zur Aufnahme eines Rahmens oder Bezugstreifens (11) oder der Sohle (7) vorgesehen.
2. Vorderteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an
der Unterkante der Flanke (2) in etwa in rechtem Winkel eine
nach innen oder außen weisende Zunge (6) angeformt ist,
gegen die die Sohle (7), Zwischen- und/oder Brandsohle (8)
befestigt wird.
3. Vorderteil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß an der Unterkante der Flanke (2) eine Brandsohle (8)
oder Sohle (7) mittels Naht befestigt wird.
4. Vorderteil gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß es aus Kunststoff, vorzugsweise Weich-PVC besteht.
5. Schuh mit Vorderteil gemäß einem der Ansprüche 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Oberleder des Schaftes (9) in die
Ausnehmung (3) hineingeklebt und/oder mit einer oder
mehreren Nähten befestigt und/oder verschweißt ist und ein
umlaufender Rahmen oder ein Bezugsstreifen (11) oder die
Sohlenkante in der Ausnehmung (5) befestigt ist und
Sohle (7) und Brandsohle (8) oder Zwischensohle entweder
gegen die Zunge (6) des Vorderteils oder eine entsprechende
Zunge des Rahmens befestigt sind, wobei die Zunge zwischen
Sohle und Brandsohle oder auch Zwischensohle liegt und
gegebenenfalls eine Zwischensohle bzw. ein Ausfüllmaterial
in der Dicke der Zunge den verbleibenden Zwischenraum füllt.
6. Schuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Rahmen bzw. der Bezugsstreifen (11) an die Sohle (7)
angeformt ist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| DE8703425U DE8703425U1 (de) | 1987-03-06 | 1987-03-06 | Vorderteil zur Herstellng von Schuhen |
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Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3713190A1 true DE3713190A1 (de) | 1988-11-03 |
Family
ID=25854771
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19873713190 Withdrawn DE3713190A1 (de) | 1987-03-06 | 1987-04-18 | Vorderteil zur herstellung von schuhen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3713190A1 (de) |
Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH571834A5 (en) * | 1974-10-24 | 1976-01-30 | Maerwil Schuhfabrik Ag | Base layer for shoe safety caps - consisting of single piece of plastic material with step effecting subdivision |
| DE2822872A1 (de) * | 1978-05-26 | 1979-11-29 | Esjot Werk Schiermeister U Jun | Stahlkappe fuer sicherheitsschuhwerk |
| DE2855309A1 (de) * | 1978-12-21 | 1980-07-03 | Management Operations Ltd | Sicherheitsfussbekleidung |
| GB2138272A (en) * | 1980-03-21 | 1984-10-24 | Britton Limited G B | Protective toe caps |
-
1987
- 1987-04-18 DE DE19873713190 patent/DE3713190A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CH571834A5 (en) * | 1974-10-24 | 1976-01-30 | Maerwil Schuhfabrik Ag | Base layer for shoe safety caps - consisting of single piece of plastic material with step effecting subdivision |
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|---|---|---|---|
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