DE2220983A1 - Verfahren und vorrichtung zur herstellung von schuhen - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur herstellung von schuhenInfo
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Description
Alfred Mülich GmbH, 3411 Sudheim
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Schuhen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Schuhen und
zeigt gleichzeitig den danach hergestellten Schuh sowie die dafür benötigte Vorrichtung und die Gestaltung der jeweils erforderlichen Ma"
terialzuschnitte. Bisher erfolgte die Fertigung von Schuhen in der Weise,
daß das Obermaterial, der sogenannte Schuhschaft, durch Kleben, Nageln oder Nähen an der Brandsohle befestigt wird. Dazu mußte der
Brandsohle eine korrekte Auflage gegeben werden, wofür ein Leisten verwendet wurde, der im Boden flächig und im Umfang kantig ist. Außer
diesem Zwickverfahren ist auch die sogenannte California- und Mokkasin-Machart
bekannt, bei der ebenfalls Leisten mit ebener Bodenfläche und rundherumlaufenden Kanten verwendet wurden. Der Mangel derartiger
Fertigungsverfahren liegt darin, daß die verwendeten Leisten nicht genau der Fußform entsprechen, was die Paßform des Schuhs beeinträchtigt.
Dies hat zur Folge, daß der Fuß im Schuh nach vom rutscht und sich beim Gehen das Körpergewicht auf die Mittelfußknochen verla-
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gert, was vielfach Fußkrankheiton zur Folge hat. Schließlich Ist es bekannt,
gestrickte Füßlinge ( Strumpfteile ) mit einer aufgeklebten Sohle
zu versehen. Als Straßenschuhe sind solche Fußbekleidungen nicht zu gebrauchen. Ein weiterer NcchteiI der bekannten Herstellungsverfahren liegt
darin, daß man, um dem Fuß einen hinreichenden Halt zu geben. Stützelement©
wie Hinterkappen, GelenkstUfzon, Stahlgelanko oder ähnliches
in die Schuhe einbauen) muß. Dias bedingt, daß zumindest Teile
des Inneren des Schuhs gefuttert werden müssen, um die Hinterkappo aufzunehmen
und die nach innen gerichteten Nähte abzudecken.
Alle diese Mängel werden durch die Erfindung beheben. Ihr liegt die Aufgabe
zugrunde, mit einfachen Mittein einen form- und paßgerechten Schuh
zu erstellen, der ein orthopädisch richtiges Gehen gestattet, wobei das Körpergewicht auf das ganze Fußskelett, etwa wie beim Barfußlaufen, verteilt
wird. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß aus einem Materialzuschnitt
zunächst ein siTumpfartiges, den Fuß allseitig umschließendes Oberteil gebildet und dieses auf einen fußgerechten, d.h. kantenlosen
Leisten aufgezogen wird, worauf unter Fortlassung einer Brandsohle, die unmittelbare Verbindung mit einem, mindestens die Laufsohle/ Hinterkappe
und Stutze bzw. Führungselemente in einem Stück umfassenden Schuhunterteii erfolgt. Vorzugsweise wird dabei der das Oberteil bildende
Materialzuschnitt durch nach außen gerichtete Nähte zusammengehalten.
Mit besonderem Vorteil wird so verfahren, daß der Leisten mit dem aufgezogenen
Schuhoberteil in eins das Schuhunterteil bildende Hohlform eingebracht
und anschließend durch Ehspritzen einer sich dabei mit dem Oberteil
verbindenden aushärtenden bzw. in sich abbindenden Kunststoffmasse, wie z. B. Polyurethan od. dgl,, ein el «stückiges Schuhunterteil gebildet
wird, der sowohl Sohle als auch Hinterkappe sowie Stutz- bzw. Führungselement
und gegebenenfalls den Absatz umfaßt. Andererseits besteht aber
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ouch die Möglichkeit, den vollständigen Schuhunterteil gesondert herzustellen und anschließend in einer Presse unter Zuhilfenahme eines Bindemittels mit dem Ober den Leisten gespannten Schuhoberteil unlösbar zu
verbinden.
Wesentliches Kennzeichen nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Schuh ist, daß er keine Brandsohle besitzt und daß der Schuhoberteil den Fuß allseitig wie ein Strumpf umschließt und in dieser Forni die
restlichen Schuhteile, wie Laufsohle, Hinterkappe, Absatz sowie StUtz- und Führungselemente in einem Stuck aus Kunststoff, wie z. B. Polyurethan unmittelbar an den Oberteil angespritzt sind. Infolge der Verwendung eines Leistens/Jer genau der Umrißform des Fußes entspricht und Über
den der Schuhoberteil straff hinweggezogen ist, wird das Material des
Schubobertei b während des Spritz- und Aushärte- bzw. Abbindevorganges
in der genauen Fußform gehalten. Die innere Lauffläche des so erzeugten Schuhs ist dann nicht mehr wie bisher eine ebene Fläche, sondern bildet
vielmehr ein der natürlichen Foim des Fußes weitgehend angepaßtes Bett,
welches sich glatt an den Fuß anschmiegt.
In wirtschaftlicher Hinsicht wird die Fertigung des Schuhs erheblich vereinfacht, insofern, als das nachträgliche Anbringen-von Polsterungen, Einlagen und Futterfeilen vollem in Wegfall kommt und der Schuhunterteil
mit Laufsohle, Hintetkappe, StOIz- und Führungselementen und Absatz in
einem einzigen Arbeitsgang hergestellt und unlösbar mit dem Schuhoberteil verbunden wird*
Der Erfindungsgedanke läßt die verschiedensten Ausfuhrungsmöglichkeiten
zu. Eine davon ist an Hand der beigefügten Zeichnungen eingehend erläutert, und zwar zeigen:
bei der Fertigung verwendeten Leistens,
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Fig. 7 und 7 α einen Materi α !zuschnitt zur Herstellung eines
erfindungsgemäßen Schuhoberteils
FIg. 8 bis 12 verschiedene perspektivische Ansichten des
erfindungsgemäßen Schuhoberteils
Fig, 13 einen Materialzuschnitt für eine weitere erfin
dungsgemäße Ausführungsform eines Schuhoberteils,
Fig. 14 bis 17 den aus dem Zuschnitt gemäß Fig. 13 gebildeten Schuhoberteil und
Fig. 18 den aus dem SchuhoberteiI gemäß Fig. 14 bis 17
erstellten fertigen Schuh.
Wie die FIg. 1 bis 6 deutlich erkennen lassen, gelangt beim erfindungsgemaßen
Herstellungsverfahren ein aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Teilen 1 und 2 gebildeter Schuhleisten zur Anwendung, der keinerlei
scharfe Kanten oder ebene Flächen hat, d.h. der der Umrißform des natürlichen
Fußes genau angepaßt ist. Die beiden Teile sind wie üblich gegeneinander
kippbar, so daß sie ohne Spannung in einen Schuh eingeführt und durch Streckung in eine Spannsteilung gebracht werden können. Der
Leisten dient nicht mehr wie bisher zur Abstützung einer Brandsohle, an der der Schuhoberteil durch Kleben, Nageln oder Nähen befestigt wird,
sondern hat allein nur die Aufgabe, einen strumpfartig, den Fuß umschließenden Schuhoberteil straffgespannt in der Fußform zu halten, damit der
Schuhunterteil an ihm gebildet werden kann.
Der zur Anwendung kommende Schuhoberteil ist in den FIg. 8 bis 12 wiedergegeben
und aus zwei Materialzuschnitten gebildet, die in Fig. 7 und 7 α dargestellt sind. Der große Zuschnitt besteht aus einem Materialteil,
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welches die Sohle 3 und die Seitenwandteile 4, 4' sowie.dan sich um die
Fußspitze herumlegendsn Teil 5 umschließt. Dieser Zuschnitt wird in die
Fußform gebracht, wobei derSeitenwandtail 4' mit dem Rand des Sohlenteiles
3 längs derstrich-punktiert eingezeichneten Linie 6 durch eine Naht
verbunden wird. Dabei verläuft die Naht 7, die die Seitenwandteile 4 und
4' des Zuschnittes verbindet, auf der Fersenaußenseite. Die Deckflüche des Schuhoberteils wird durch die Decklasche 8 gemäß Fig. 7 α gebildet.
Diese wird längs der gestrichelt eingezeichneten Linien mit dem Spitzenteil
5 des Zuschnitts gemüß Fig. 7 durch eine Naht 9 verbunden. Wichtig
ist, daß die Nähte 6, 7 und 9 auf der Außenseite vorgesehen werden und
in einem Fußbereich liegen, wo sie nicht drücken können.
Die Nähte v/erden in der Üblichen Form ausgeführt, wobei auf die Deckfläche
noch Schnallen 10 oder Bänder 11 oder sonstige Verzierungen aufgesetzt
werden können. Die Naht 9 ist, wie dies Fig. 12 zeigt, vorzugsweise als Ziernaht ausgebildet. Es entsteht schließlich ein Schuhoberteil gem. Fig.
8 bis 12, der den Fuß wie ein Strumpf umschließt.
Während in den Fig. 8 bis 12 ein auf der Deckseite offenes Schuhobexteil
gezeigt Ist, welches durch eine Decklasche vervollständigt werden muß, zeigt Fig. 13 einen Zuschnitt fUr die Bildung eines auf der Oberseite geschlossenen
Schuhteils. Hier hängt die Sohle 3' am äußeren Rand des SeI-tenwandteiles
4', wobei die Seiten 4' und 4 durch ein Materialstuck 8' verbunden sind, welches an der äußeren Begrenzung eine Rondlasche bildet.
Eine ähnliche Randlasche 12' hat auch der Sohlenteil 3r. Der Zuschnitt
wird wieder In Fußform genäht, und zwar wird der Seitenteil 4 durch die
Naht 13 mit der Außenseite der Sohle 3' verbunden. Auf der Außenseite
der Ferse liegt die Naht 14, die die rückwärtigen Enden der Seitenwandteile 4, 4' miteinander verbindet. Die Rand lasche 12 , die am äußeren
Umfang etwas eingeschnitten ist, wird gegebenenfalls über ein einge-
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setztes Formstück um den Sohlenrand herumgebogen und zweckmäßig mit
diesem verklebt. Es entsteht auf diese Weise ein Schuhoberteii gemäß
Rg. 14 bis 17. Dabei liegt wiederum die Längsnaht 13 auf der Innenseite des Fußgewölbes und die Naht 14 auf der Forsenaußenseite. Zusätzlich
kann der Schuhoberteil noch mit Ziernähten 15, Randeinfassungen 16 und
aufgenähten SchnUrlaschen o. dgl. versehen sein. In jedem Fall umschließt
der Schuhoberteil den Fuß strumpfartig. Er wird durch Einziehen des Leistens 1, 2 in die richtige Fußform gezogen und gespannt. In den Fig. 11
und 17 ist das Einziehen des Leistens wiedergegeben. Rg. 12. läßt deutlich erkennen, wie der eingezogene Leisten den Schuhoberteii strafft und
in der gewünschten Form hält. Jetz wird der Leisten mit samt dem Schuhoberteii in eine Gießmaschine gebracht, wo er den Deckel einer Hohlform
bildet, die in ihrem Innenraum der Laufsohle 18, der Randnaht 19, dem
Absatz 20, den seitlichen Führungen 21 und der Hinterkappe 22 entspricht. Durch Einspritzen von Kursistoffmaterial, beispielsweise Polyurethan, in die
Hohlform wird unmittelbar am Schuhoberteil anschließend in einem einzigen
Spritz- oder Gießvorgang das ganze Schuhoberteil 18 bis 22 gebildet. Nach
Aushärten bzw. Abbinden des Kunststoffes kann die Form geöffnet und der Spannleisten entfernt werden. Der fertige Schuh ist aus der Form zu entnehmen, so wie es beispielsweise Fig. 18 verkörpert. Durch entsprechende
Wahl des Kunststoffmaterials ist es möglich, den Absatz 20 und gegebenenfalls die Sohle 18 dauerelastisch zu halten. Schließlich lassen sich auch
vor dem Spritzen des Schuhunterteils in die Form venteifende oder elastische Einlagen einbringen, die dann beim Spritzvorgang vom Kunststoff mit
umschlossen werden. Zweckmäßig kann auch ein Kunststoff verwendet werden, der im Innern der Form ausschäumt.
Für den Schuhoberteil können die verschiedensten in der Schuhindustrie
üblichen Materialien, insbesondere natürlich Leder, Anwendung finden.
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Claims (9)
1. Verfahren zur Heßteilung von Schuhen, dadurch gekennzeichnet,
daß aus einem Materialzuschnitt oln strumpfartiges, den Fuß allseitig umschließendes Oberteil gebildet und dieses auf einen fußgerechten, d.h. kantenlosen Leisten aufgezogen wird, worauf unter
Fortlassen einer Brandsohle die unmittelbar© Verbindung mit einem
mindestens die Laufsohle, Hinterkappe und Stutzelemente in einem
-; StUck umfassenden Schuhunterieil erfolgt.
2. Verfahren zur Herstellung von Schuhen nach Anspruch \, dadurch
gekennzeichnet, daß der dac Oberteil bildende Materialzuschnitt
durch nach außen gerichtete Nahte in seiner Fußform gehalten wird«
3»Verfahren zur Herstellung von Schuhen nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Leisten mit dem aufgezogenen;
Schuhoberfei! In eine den vollständigen Schuhunterteil bildende Hohlform eingebracht und anschließend durch Einspritzen einer
steh dabei mit dem Oberteil verbindenden erstarrenden Kunststoffmasse, wie z. B. Polyurethan od. dgl., der vollständige,
sowohl Laufsohle ab auch Hinterkappe, Stutzelemente und ggf. den Absatz umfassende, mit dem Oberteil unlösbar verbundene Schuhunterteil gebildet wild.
4. Verfahren zur Herstellung von Schuhen nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der aus Laufsohle, Hinterkappe, Stutzelementen und ggf. Absatz gebildete Schuhunterteil in
einem Stück hergestellt und unter Benutzung eines Bindemittels mit dem auf den Leisten aufgezogenen Schuhoberteil fußformgerecht und dauerhaft verbunden wird.
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5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch "
1 bis 4, gekennzeichnet durch einen in seinen Abmessungen der natürlichen Fußform entsprechenden, rundherum abgerundeten
Leisten zum Aufziehen eines strumpfförmigen Schuhoberteils.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß der Leisten den Deckel einer als Gieß- oder Spritzform ausgebi Idsten Hohlform bildet, deren
Innenraum dar zu erstellenden Laufsohle, der Hinterkappe sowie Stütz- und Führungsslemonten und Absatz entspricht.
7. Zuschnitt zur Herstellung von Schuhen nach dem Verfahren gemäß Anspruch t bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der den
Schuhoberteil ergebende Materialzuschnitt einen sich über die
gesamte Sohlenfläche hinwegerstreckenden, die Brandsohle ersetzenden Materialteil einschließt.
8. Zuschnitt zur Herstellung von Schuhen nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der den üblichen
Schaft des Schuhs bildende Materialzuschnitt um einen sich über die gesamte Fußsohle erstreckenden Teil vergrößert ist.
9. Ein nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4 hergestellter
Schuh, gekennzeichnet durch einen den Fuß strumpfartig umschließenden Schuhoberteil mit nach außen gerichteten Nähten,
der unter Fortlassung einer Brandsohle mit einem einstöckigen, Laufsohle, Hinterkappe, Stütz- und Führungselemente und Abiatz
umschließenden aufgespritzten oder aufgegossenen Schuhunterteil unlösbar verbunden ist.
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TO. Ein nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4 hergestellter
Schuh, dadurch gekennzeichnet, daß die den Schuhoborteil zusammenhaltenden Nähte sich lungs der Innenseite des Fußgewölbes
und um den äußeren Rcnd der Fers© bzw. Über die
FersenrUckseite erstrecken.
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